Freitag, 31. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 28: Wir wohnen Herz an Herz


In einem Gedicht von Rose Ausländer heißt es:

Wir wohnen
Wort an Wort

Sag mir
dein liebstes
Freund

meines heißt
DU

Es schafft Heimat, Wort an Wort zu wohnen. Da ist jemand da. In meiner Nähe. Dieser Mensch ist mir vertraut. Als Dichterin spricht Rose Ausländer natürlich mit Worten über "Worte".  Worte sind ihre Quelle und ihre Nahrung. Das Wort "DU" schafft Nähe. Im Wort "DU" leuchtet die Freundschaft auf. Wird der Freund als Freund bewusst.

Ich wandle dieses wunderbare Gedicht heute um für dich.

Wir wohnen
Herz an Herz

Sag, was fühlst du
lieber Freund

ich spüre Wärme.

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Donnerstag, 30. März 2017

Mit der Kaft des Herzens 27: Ich lege mein Herz in deine Hände


Ich lege mein Herz in deine Hände und vertraue mich dir an.
Das fällt mir nicht leicht.
Lieber verlasse ich mich auf mich selbst.
Das habe ich im Laufe vieler Jahre gelernt.
Eigentlich seit meiner frühen Kindheit.

Ich wollte als Kind mein Herz meinen Eltern anvertrauen.
Aber das ging nicht gut.
"Jungen weinen nicht."
"Das ist doch nicht schlimm."
"Sei stark."
"Es wird schon wieder gut."
"Stell dich nicht so an."
"Da mussten wir auch durch."
Ich habe den Rat meiner Eltern befolgt weil mir nichts anderes übrig blieb.
Ich musste es ja selbst machen.
Es gab keine Möglichkeit, mein Herz für einen Augenblick von ihnen halten zu lassen.
Also habe ich mich selbst gehalten.

Jetzt als Erwachsener aber stelle ich fest, dass es andere Menschen gibt.
Dass es gut tut, mal nicht selber halten zu müssen.
Dass es meinem Herzen gefällt, gehalten zu werden.
Dass da Heilung geschieht.
Für den Körper, den Geist und die Seele.
Ich lege mein Herz in deine Hände und vertraue mich dir an.
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Mittwoch, 29. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 26: Mach aus deinem Herzen keine Mördergrube


Im Matthäusevangelium spricht Jesus davon, dass die Menschen aus dem Tempel eine Mördergrube gemacht haben und dass es gar kein Bethaus mehr ist. Das Bethaus sollte der Ort sein, an dem die Menschen zu sich selbst und zu Gott finden. Aber Händler haben mit ihren Ständen und ihrem Geld dafür gesorgt, dass dieser Ort mehr und mehr zweckentfremdet wurde.
"Mach aus deinem Herzen keine Mördergrube." Sprich über das, was dir auf der Seele liegt. Rücke heraus damit und schweige nicht länger darüber. Wenn du zu sehr grübelst oder dich ärgerst könntest du zu "Mordsgedanken" kommen. Du könntest unberechenbar werden, weil in deinem Herzen der Ärger immer größer und unkontrollierbarer würde. Irgendwann explodiert dein Herz. Du zerstörst dann einen Menschen und damit auch dich selbst.
Der Kern des Tempels ist der Ort der Begegnung zwischen Gott und Mensch. Der Kern des Herzens jedoch besteht worin? Darin, einfach die Gefühle zu fühlen und aufmerksam damit umzugehen? Du kannst also so viele Gefühle darin ansammeln und horten, dass es zu einer Explosion kommen kann. Es macht also Sinn, mit den Gefühlen irgendwie sinnvoll umzugehen. Sie zu fühlen. Darüber zu sprechen. Sie zu teilen. Sie kommen und gehen zu lassen wie eine Welle.
Die Gefühle im Herzen haben die Kraft, zu einer Mördergrube zu werden. Im Priesterseminar gab es einen Spruch der hieß so: "Was ist ein Priester? Viele auf einem Haufen sind Mist, aber verteilt aufs Land sind sie fruchtbar." Gefühle im Herzen brauchen Bewegung. Empfangen, wirken lassen und weitergeben. Gefühle lieben den Fluss. Darin besteht ihr Wesen. Im Festhalten entwickeln sie sich schnell zur Mördergrube.
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Dienstag, 28. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 25: Ein Herzensanliegen

Es liegt mir sehr am Herzen, dass du freundlich zu dir bist. Ich versuche auch, so freundlich zu mir zu sein, wie es mir gerade möglich ist.
Wenn ich freundlich zu mir bin dann fühlt es sich an, als wäre ich von lauter Sonnenstrahlen umgeben. Es geht mir gut mit mir und mit meiner Umwelt. Ich bin entspannt und das wirkt sich aus auf meine Umgebung. Alle werden ein wenig friedlicher.
Wenn du freundlich zu dir selber bist dann schaffst du dir eine Insel. Eine Insel von Licht und Liebe. Die Menschen um dich herum werden das spüren und sagen: "Es tut gut, in deiner Nähe zu sein. Das fühlt sich nährend an." Wenn du freundlich zu dir bist, dann kannst du eine Insel sein im Meer der Unzufriedenheit.
Was ich außerdem glaube ist, dass ich deine "Freundlichkeitsinsel" bei mir spüren kann und du meine Insel bei dir. Du und ich würden genau damit anfangen, die Welt zu verändern. Einfach nur damit, dass du freundlich zu dir bist und ich freundlich mit mir umgehe. Wenn ich mein Herz befrage, was es davon hält, dann antwortet es mir: "Das wäre auch mein Herzensanliegen. Fühlt sich gut an." Wenn ich freundlich zu mir bin dann fühlt es sich an, als würde ich an meinem eignen Herzen liegen. Es gibt übrigens in diesem Sinne nur ein einziges Herzensanliegen. "Sei du freundlich mit dir selbst - und ich bin es mit mir." Ich stärke dich darin und du mich. Happy Day!
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Montag, 27. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 24: Dehne dein Herz aus!



Ich atme ein und ich atme aus. Im Winter zieht sich die Natur zurück und im Frühling kehrt sie wieder. In der Nacht ziehe ich mich in mein Bett zurück und kuschle mich in meine Decke ein. Ich ziehe mich zusammen, damit ich mich gut geschützt fühle. Aber am Morgen, wenn ich aufwache, dann dehne und strecke ich mich. Ich kehre ins bewusste Leben zurück.
Mein ganzes Leben kann ich verstehen als einen Wechsel von Zusammenziehen und wieder Ausdehnen. So, wie das Herz pulsiert, lebe ich dabei meinen ganz eigenen Rhythmus. Ich gehe unter die Menschen als soziales Wesen und genieße den lebenswichtigen Kontakt. Ich ziehe mich wieder zurück und bin mit mir selbst allein. Sicherlich hat jeder Mensch ganz eigene Bedürfnisse und einen unterschiedlichen Rhythmus.  
Wenn alles fließt, dann empfinde ich diesen Wechsel als ganz natürlich, sinnvoll und kraftgebend. Ich befinde mich in einer Balance von selbst gewähltem Rückzug und gewünschten sozialen Kontakten. Leider befinden wir uns Menschen nicht immer in dieser Balance. Es fühlt sich immer wieder mal unausgewogen an.
Manchmal betrete ich einen Raum und es zieht sich etwas in mir zusammen. Es wird eng und ich spüre die Kontraktionen. Zu viele Menschen, dicke oder schlechte Luft, Aggressivität, fehlendes Licht. Ich fühle mich nicht gesehen und nicht willkommen. Mein Körper signalisiert: Alarm! Schnell weg von hier!
Oder ich treffe einen Menschen, der mir sehr nahe kommt. Zu nahe. So nahe, dass mir nichts anderes übrigbleibt als mich innerlich zurückzuziehen. Auch hier habe ich wieder das Bedürfnis, möglichst schnell diesen Ort der Enge zu verlassen.
Ich beobachte auch, dass ich nicht das tue was mir gut tut, sondern das, was schädlich für mich ist. Ich gehe hinein in den Raum mit der „dicken“ Luft und halte es aus. „Stell dich nicht so an!“ lautet meine Devise. Vielleicht entspannt es sich ja noch. Vielleicht geschieht ein Wunder. Zur Not kann ich immer noch wieder gehen.
Oder ich nehme wahr, dass mir ein Mensch zu nahe kommt und ich schweige wiederum. Ich möchte ihn nicht verletzen oder zurückweisen. Ich könnte ja sagen: „Bitte geh doch einen Schritt zurück. Das ist mir zu nahe.“ Ich will ja schließlich diesen netten Menschen nicht kränken. Das Ergebnis jedoch ist, dass ich diese erdrückende Nähe aushalten und ertragen muss. Ich übergehe meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Ich stelle mich hinten an.
Das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz sieht für jeden Menschen unterschiedlich aus. Wie viel Zeit hättest du gerne für dich alleine wenn du nur für dich entscheiden dürftest. Ohne mal an deine Familie zu denken.  Aber du erlaubst es dir nicht? Aus falscher Rücksicht? Ich will ein guter Ehemann sein, eine perfekte Mutter, ein...
Vielleicht hast du aber auch von dem Rückzug zu viell. Du verbringst zu wenig Zeit in der Nähe mit denen, die du magst. Möchtest du gerne mehr und intensiveren Kontakt als dein Gegenüber? Bist du dir dessen bewusst?
Oder umgekehrt drängst du dich vielleicht unbewusst auf? Hat dir schon mal jemand gesagt: „Du, du kommst mir zu nahe. Das nimmt mir echt die Luft weg.“ Du könntest dich ja mal selber beobachten bei deinen sozialen Interaktionen.
Meine Wahrnehmung geht dahin, dass sich das nicht immer von selbst reguliert. Besser ist es, seine Wünsche und Bedürfnisse zu kommunizieren. Niemand schaut in meinen Kopf und niemand kennt die Regungen meines Herzens. Ich sorge also gut für mich und übernehme die Verantwortung für mich, auch wenn ich mal zurückgewiesen werde oder ich es für andere eng mache.
Eines steht fest: Jedes Lebewesen braucht Platz und möchte sich ausdehnen. Im Garten werden sich jetzt im Frühling die Pflanzen ausdehnen. Da gibt es die Starken und Prächtigen. Sie fragen nicht einmal, ob sie dürfen und geben keinen Kommentar dazu. Sie dehnen sich einfach aus und beanspruchen ihren Raum. Und es ist ihnen völlig egal, ob die kleinen Blümchen noch Sonne und Wasser bekommen. Viele Pflanzen finden zum Glück ihre Nische und behaupten sich trotz der Großen und Starken. Oder sie hängen sich einfach dran wie es der Efeu macht.
Bei Menschen erlebe ich das auch so. Da gibt es diejenigen, die den Raum beherrschen, wo auch immer sie auftauchen. „Platz da! Hier bin ich!“ Gehörst du auch zu den Königen und Königinnen, die einen automatischen Rechtsanspruch auf ein Weltreich haben? Oder gehörst du eher zu denen, die schauen, ob es irgendwo ein kleines Plätzchen gibt, wo es sich einigermaßen ruhig überleben lässt.
Mit der Fastenzeit verbinden viele Menschen die Vorstellung, sich zurückzunehmen. Verzichten, sich klein machen und sich beschränken heißt die Devise. Asche auf dein Haupt! Entschuldigung, dass ich da bin!
Wenn du das schon viele Jahre erfolgreich gemacht hast, dann könntest du ja mal in diesen Wochen das andere Ende des Pendels ausprobieren. Das Gegenteil sozusagen. Dehne dich aus. Nimm deine Schultern zurück und hebe den Kopf an. Schaue deine Mitmenschen auf Augenhöhe an und lächle ihnen zu. Lass alle wissen: „Hier bin ich! Ich nehme diesen Raum hier ein und genieße es!“ Geh in ein Zugabteil und besetze mal einfach deinen Nachbarsitz mit oder sogar noch die Plätze gegenüber. Warum nicht vier auf einmal? Geh durch die Fußgängerzone und lass dich nicht von den Menschenmassen beeindrucken. Da, wo du stehst, steht niemand sonst. Unter Tausenden von Menschen bist du einmalig!
Besuche eine deiner sozialen Gruppen wie Familie, Freunde oder Vereine und schaue alle strahlend an. Du bist ein König und du bist eine Königin. Die Bühne gehört dir. Du musst diese Ideen nicht praktisch umsetzen, aber du kannst sie denken und fühlen. Du wirst merken, wie ein Ruck durch deinen Körper geht. Du ziehst dich nicht zusammen. Du dehnst dich aus.
Die Ausdehnung beginnt im Herzen und im Denken. Manchmal erlebe ich es bei Ehepaaren, dass sich einer aus Rücksicht immer zurückhält. „Mein Mann ist ja so krank. Er ist so beansprucht in seinem Job.“ - „Meine Frau kann ja nicht so, wie sie will. Ihr geht alles immer so zu Herzen.“ Es ist nicht nötig, so zu denken. Das macht mein Gegenüber klein. So kommt es in der Partnerschaft schnell zu einem Oben und Unten und die Liebe auf Augenhöhe geht verloren. 
Also dehne dich aus und nimm deinen Platz ein!
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Samstag, 25. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 23: Wenn Hass dein Herz schwächt


Bei einer Radtour kommt uns eine Familie entgegen. Ich schnappe den Satz eines Jungen auf, der zu seinem Bruder sagt: "Ich hasse dich!" Der Satz bleibt an mir kleben. Ich kann ihn nicht abschütteln. Der Satz verfolgt mich und ich frage mich, warum kann ich ihn nicht loslassen. Er gehört nicht mir, er gehört dem Jungen und seinem Bruder.
Würden wir Erwachsene das so sagen können, frage ich mich? Ich hasse dich! Wie viel muss bei einem Erwachsenen an Wut, Enttäuschung und Frust zusammenkommen, dass er zu einem anderen Menschen sagt: "Ich hasse dich!"
Dennoch. Ich bewundere den Jungen und alle Kinder. Sie schreien heraus, was gerade jetzt in diesem Augenblick da ist. Jetzt ist es raus und dem Jungen ist es egal, wer es hört und was andere jetzt über die zwei Brüder denken. Und - es ist ein uraltes Thema, dass Brüder sich hassen. Das war schon bei Kain und Abel so. Die beiden Brüder werden sich auch wieder vertragen.
Jetzt streife ich diesen Satz hier in diesem Text ab und hoffe, dass dieser Satz nicht an dir klebt. Falls doch, könntest du ein Thema damit haben.

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Freitag, 24. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 22: Das Herz hat seine Grüde, die der Verstand nicht kennt. (Blaise Pascal)

Zu mir kommt eine Frau in die Beratung. "Mein Mutter ist alt geworden. Ich mache mir wirklich Sorgen um sie. Sie kann sich kaum noch selbst versorgen. Was ich ihr auch sage, alles lehnt sie ab. Dabei ist sie noch ganz klar im Kopf. Es wäre doch viel vernünftiger, wenn ein Pflegedienst käme, oder wenigstens Essen auf Rädern. Wenn ich mit ihr über ein Pflegeheim spreche, dann will sie nichts davon wissen. Was soll ich ihr nur noch sagen?"
Ich erlebe oft, dass jemand zu mir kommt mit einem Problem und gute Lösungen weiß. Alles logisch, alles klar durchdacht, alles wirklich vernünftig. Alle Wenn und Aber wurden durchleuchtet. Alles Für und Wider wurde hin und herbewegt.
Trotzdem bleibt da eine Unsicherheit. Irgendetwas stimmt nicht. Warum folgst du nicht einfach dem Verstand der das alles so toll durchdacht hat? Ich habe da immer einen ganz kurzen Satz: "Das hast du vollkommen durchdacht..., aber es fühlt sich falsch an!" Da liegt der Haken. Das Herz sagt "NEIN". Das Herz fühlt etwas. Das Herz stellt andere Fragen. Es fragt sich zum Beispiel: "Bin ich glücklich mit dieser Lösung!" "Kann ich damit leben?" "Bin ich da mit mir in Übereinstimmung?" "Erfüllt die Lösung meine Bedürfnisse?" "Ist es sicher genug?"
So mag es ganz logisch sein, für die alt gewordene Mutter ein Betreuungskonzept zu entwickeln, welches den körperlichen und geistigen Bedürfnissen entspricht. Aber ist Mutter damit glücklich? Fühlt es sich für sie "richtig" an?
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. Wenn du eine Lösung für ein Thema suchst, dann befrage beide Institutionen in deinem Inneren. Befrage zuerst dein Herz und dann bitte den Verstand um Unterstützung, dafür auch "vernünfige" Gründe zu finden. Du wirst überrascht sein zu welchen Lösungen du kommst.
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Donnerstag, 23. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 21: Online auf der Herzensebene

Bin ich wirklich online? Ja, mein PC ist eingeschaltet. Das Signal zeigt an, dass ich mit dem Netz verbunden bin. Ich kann Mails empfangen und verschicken. Ich kann surfen im Internet. Auf meiner Facebookseite sehe ich auch die anderen PCs, die online sind, ebenso die bei skype. Aber bin ich online? Wenn ich mich vom PC wegbewege, bleibt das Gerät zwar online, aber ich selber? Ich kann mich im Haus bewegen oder sonst wo unterwegs sein. Bin ich online?
Hinter diesem Satz verbirgt sich mehr. Wenn ich mit einer Gruppe locker beim Essen zusammensitze fragt mich manchmal einer: "Hallo! Bist du da?" Dann wache ich auf und merke, dass ich geträumt habe und mich an einem ganz anderen Ort befand. Meine Gedanken waren zwar online, aber nicht verbunden mit den Menschen am Tisch.
Bist du immer wirklich online? Wenn ich mit anderen Menschen zusammenbin, wünsche ich mir, so präsent zu sein, wie es irgendwie nur geht. Das stelle ich mir so vor: Ich bin körperlich anwesend, mit meinen Gedanken bin ich aufmerksam bei meinem Gesprächspartner. Auch mein Herz ist geöffnet und ich spüre die Energien, die hin und her fließen. Ich fühle mich verbunden. Dann bin ich wirklich online!
Leider sind wir Menschen ganz schön störanfällig, so wie das weltweite Netz. Manchmal stürzt du ab, manchmal funktionierst du nur halb, manchmal gibt es ein unerklärliche Störung und manchmal willst du oder kannst du einfach nicht.
Im Gespräch könnte es sinnvoll sein, deinem Partner ein Signal zu geben, ob du online oder offline bist. Dein Körper allein drückt das nicht immer aus.

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Mittwoch, 22. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 20: Sei geduldig mit allen Fragen in deinem Herzen, und versuche, die Fragen an sich zu schätzen. (Rainer Maria Rilke)

Du bewegst eine Frage in deinem Herzen und suchst nach einer Antwort. Deine Ungeduld möchte oftmals eine zügige Antwort, vor allem, wenn du leidest. Du fragst, warum du immer so ungeduldig bist mit dir und den Menschen in deiner Familie. Du fragst dich, warum es dir nicht gelingt, den ganzen Tag ausgeglichen und guter Laune zu sein. Du fragst, warum das Leben so ungerecht zu dir ist. Du glaubst, dass dann, wenn du eine Antwort darauf hast, es dir besser geht.
Nach meiner Erfahrung gibt es keine letzten Antworten auf ein "Warum?". Hinter jedem "Warum" gibt es ein neues "Warum". Schon die Kinder, die so fragen, zeigen es dir. Du beantwortest geduldig jede Frage, aber irgendwann spürst du das brühmte Loch in deinem Bauch und sagst: "Schluss. Kein "Warum?" mehr!"
Rilke lädt dich ein, bei der Frage selbst zu bleiben. Lerne, deine Fragen zu schätzen und nicht eine Antwort zu erwarten. Nehmen wir doch einmal eine sehr philosophische Frage. "Wozu bin ich auf dieser Welt?" Jetzt kannst du dich direkt ans Antworten begeben. Du könntest sagen, weil deine Eltern sich liebten oder weil es im Plan Gottes liegt. Du könntest aber auch die Frage einfach einmal stehen lassen. Wozu bin ich auf dieser Welt? Wenn ein Antwortgedanke auftaucht, dann stoppe ihn einfach.
Bleib also bei der Frage selbst stehen, ohne auf eine Antwort zu warten. Welche Erfahrungen machst du dabei? Kommt vielleicht ein Gefühl? Wenn ja, welches? Entsteht Freude oder Trauer? Empfindest du vielleicht sogar einen Schmerz, weil da eine Leere entsteht? Das "Wozu" könnte zu einer sehr tiefen und persönlichen Sinnfrage werden. Wer ist das "Ich", das da fragt? Von welcher Welt sprichst du überhaupt, der sichtbaren oder der unsichtbaren Welt? Wo gehört das hin, was du so selbstverständlich "Ich" nennst? Es kann geschehen, dass du die Frage mehr liebst als die Antwort. Denn jede Antwort wird vorläufig sein. Wenn du deinen Kindern eine Antwort gibst bist du froh, wenn es nicht weiterfragt und da eine Zufriedenheit entsteht. Zugleich weißt du, dass deine Antwort dem Kind gegenüber mehr Fragen offen lässt, als du Antwort gegeben hast.
Uns fällt es schwer, etwas im Raum stehenzulassen. Wir mögen Stabilität und nicht die Schwebe. Fragen schweben eher als dass sie stabilisieren. Versuche, die Fragen an sich zu schätzen. Die Fragen wirken wie ein Motor, der dich weiter vorantreibt, neue Erfahrungen zu machen und auf der Suche zu bleiben.
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Dienstag, 21. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 19: Hier schlägt das Herz von Frankreich


Wo schlägt das Herz von Frankreich?
In Paris natürlich!
Und wo schlägt das Herz von Paris?
Am Eiffelturm?
Hier schlägt das Herz von Paris - lautet der Titel eines Buches.

Viele Länder besitzen ein Herz und machen das an der Hauptstadt fest. Oder ein Gebäude bildet das Herz einer Stadt. Manchmal ist es auch die Seele. Sie ist die Seele des Unternehmens. Eine Maschine besitzt manchmal ein Herzstück. Vielleicht so etwas wie der Kern, das besonders Wertvolle. Der Teil, wo vielleicht eine besonders innovative Idee verwirklicht ist.
Wo befindet sich das Herz in deinem Kleiderschrank? Das Herz deiner Fähigkeiten? Wer ist das Herz in deiner Familie - und wer der Verstand? Wo befindet sich das Herz in deiner Wohnung? Die Küche oder doch eher die Couch? Wo siehst du das Herz deines PC und wo das Herz deines Autos? Besitzt deine Stadt, in der du wohnst, auch ein Herz?
Mir kommt die Idee, dass es bestimmt schön ist, sich dort aufzuhalten, wo sich das Herz von etwas befindet. Dort pulsiert das Leben! Ich wünsche dir zahlreiche Herzensorte wo du gut auftanken kannst!
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Montag, 20. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 18: Mein Herz hüpft voller Freude

Wenn ich ein außergewöhnliches Ereignis erwarte dann höre und fühle ich mein Herz schlagen. Es pocht vor lauter Angst, aber es hüpft vor Freude. Ich habe zuerst einen Gedanken wie: Ein Freund will mich besuchen. Das Herz hüpft voller Freude. Oder: Ich bekomme einen Rüffel von einer Kollegin. Das Herz schlägt voller Ärger. Oder: Ich stehe vor einer Prüfung. Das Herz pocht voller Angst.

Wenn ich jetzt die Geschichte einmal weglasse und die Deutung des Gefühles wie Angst, Freude oder Ärger, dann stelle ich interessanterweise fest, dass das Herz einfach nur schlägt oder pocht oder hüpft. Die Bewegungen sind immer sehr ähnlich. Das Herz wird einfach spürbarer. Zwischen Ärger und Freude gibt es vom Herzschlag keinen so großen Unterschied. Nimmst du ihn wahr?

Das eine Hüpfen voller Freude mag ich und das Pochen vor Angst lehne ich ab. Obwohl es ganz ähnliche Herzensbewegungen sind. Ich vermute mal, dass es dennoch einen Unterschied gibt. Das Herz fängt an zu arbeiten und pumpt das Blut. Und damit auch die Hormone und Botenstoffe, die ich gerade brauche. Adrenalin für den Ärger und Serotonin für das Wohlbefinden.

Ich mag es, wenn mein Herz voller Freude hüpft. Wenn ich die Sonne auf meine Haut scheinen lasse und die Wärme spüre. Wenn ich an einen Bäckerladen vorbeigehe und das frische Brot riechen darf. Und vor allem hüpft mein Herz wenn ich dich sehe!
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Samstag, 18. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 17: Ich nehme mir ein Herz

Ich bin ein ängstlicher Mensch.
Das sieht mir kaum einer an.
Ich habe ja ständig mit Menschen zu tun.
Auch und vor allem mit fremden Menschen.
Dabei bin ich wirklich im Inneren voller Angst.

Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, damit umzugehen.
Ich bin freundlich mit mir.
Ich habe Verständnis.
Ich kenne ein paar hilfreiche Strategien.
Ich habe Menschen, die mich unterstützen.

Manchmal wende ich einen Trick an.
Ich muss schnell mit meinem Auto von A nach B.
Ich möchte aber keinen Unfall bauen.
Ich müsste sehr schnell fahren, aber zugleich auch sehr sicher.
Sicher kann ich, aber nicht zugleich schnell.
Dann nehme ich mir ein Herz!
Das von Michael Schumacher.
Der kennt sich nämlich aus mit schnell fahren und zugleich sicher sein.

Ich greife mit meiner rechten Hand in die Luft und bitte Michael um Erlaubnis.
Ich frage ihn, ob er mir sein Herz ausleiht.
Das nehme ich mir dann und halte meine Hand auf meinen Brustraum
Dann durchströmt mich ein Strahl von Sicherheit und Zuversicht.
Schumi verleiht übrigens gerne sein Herz.
Der ist sehr großzügig - wenn du ihn fragst.

Und?
Von wem darfst du dir in welcher Situation manchmal ein Herz nehmen?
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Freitag, 17. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 16: Wenn das Herz in die Hose rutscht

Manchmal bin ich total mutig.
Ich traue mir einfach etwas zu.
Was ich noch nie gemacht habe.
Ich schalte alle Bedenken aus.
Ich schiebe einen Riegel vor meine Gedanken und sage mir:
"Ich mache mal einfach!"

Ich sage dann allen, dass ich es mache.
Ich weiß ja, wie ich funktioniere.
Ich habe Angst vor einer Sache.
Ich vermeide diese Sache, damit die Angst nicht kommt.
Ich verzichte lieber auf die Sache - wegen der Angst.
Die Sache kann übrigens alles sein.

Wenn ich über die Sache nachdenke entsteht danach das Gefühl von Angst.
Wenn ich über die Sache nicht nachdenke, entsteht auch nicht das Gefühl von Angst.
Ich mache einfach.
Ich darf aber nicht nachdenken.

Wenn ich also total mutig bin und sage, dass ich mache...
dann muss ich einfach machen und bloß nicht nachdenken.
Das schaffe ich aber nicht immer.
Meine Gedanken sind so unheimlich stark.
Kurz vorher kommt dann doch der Gedanke über diese Sache.
"Das schaffst du nicht!"
"Du hast dich völlig überschätzt!"

Dann passiert es, dass mein Herz mir in die Hose rutscht.
Ich kann es nicht mehr an der Stelle im Brustraum halten.
Es rutscht einfach ab.
Ganz tief.
Und nichts hilft, es wieder an die richtige Stelle zu schieben.

Und dann?
Dann sterbe ich, oder?
Nein!
Ich entscheide mich, diese Sache zu machen mit dem Herzen in der Hose.
Ich mache es einfach trotzdem!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Herz nach einem kurzen Zögern
wieder in die richtige Position rutscht.
Ich atme tief ein und aus und beginne mit der Sache.
Dann sagt mein Herz: "O.k. besser an der richtigen Stelle als in der Hose!"
Wichtige Erkenntnis:
"Ich muss einfach anfangen!"
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Donnerstag, 16. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 15: Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!




Mit diesem Vers endet das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. Abschied nehmen und gesunden?
Eines Tages müssen wir hineingehen in den großen Abschied. Auch wenn wir alle Energie hineinsetzen, ihn durch ein gesundes Leben so weit wie möglich hinauszuschieben: Wir kommen nicht drum herum. Zum Glück können wir uns vorher einüben. Wir haben schon bei der Geburt den ersten Abschied genommen von der Bauchhöhle unserer Mutter. Wir haben uns von der Kindergartenzeit verabschiedet, von der Schule, vielleicht schon vom Berufsleben, von Freundinnen und Freunden, von der ersten großen Liebe. Manchmal fiel der Abschied leicht, oftmals aber auch schwer, vor allem, wenn wir den Abschied gar nicht wollten. Wie kann Hermann Hesse davon sprechen, dass wir gesunden, wenn wir Abschied nehmen?
Stell dir nur einmal vor, du wärest im Bauch deiner Mutter geblieben oder du wärest ein ewiges Kind im Kindergarten? Irgendwann ist es nicht mehr stimmig und deine Weiterentwicklung sagt dir, dass etwas Neues beginnen muss. Im Gedicht „Stufen“ sagt Hermann Hesse: „Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten. An keinem wie an einer Heimat hängen.“ Es geht um die immer wiederkehrende Gefahr, dass wir festhalten möchten. Wir möchten halten, was wir lieben. Aber indem wir festhalten, hören wir auf zu lieben und halten eben fest. Wir konservieren etwas, das nur im „Frischezustand“ vorhanden ist. Manche Traditionen wirken darum so sinnlos und leer, weil sie eher der Ausdruck von etwas längst Vergangenem sind. Die Liebe zu den Dingen und den Menschen muss frei sein. Sie „geschieht“ immer in der Gegenwart. Du erlebst die Liebe im Augenblick und im Hier und Jetzt, oder wie Hermann Hesse es ausdrückt, im heiteren Durchschreiten unserer Lebensräume.
Abschied nehmen und gesunden? Wenn wir festhalten, werden wir also krank. Das kann sowohl auf der körperlichen also auch auf der geistig- seelischen Ebene geschehen. Denke einfach mal nur an dein Verdauungssystem und deine verbrauchten Zellen. Sie müssen deinen Organismus verlassen, sonst vergiftest du dich. Oder ich denke an ein Ehepaar, das viele Jahrzehnte verheiratet war. Der Eine stirbt und der Andere hat manchmal das Gefühl, mit gestorben zu sein. Die Welt bleibt stehen und der Übriggebliebene wartet, bis auch er gehen darf. Es sei denn, er kann auch innerlich loslassen und so einen Neubeginn wagen.
Abschied nehmen ist leichter gesagt als getan. Wenn wir an den großen Abschied denken, den Tod, so wissen wir ja, dass es kein Zurück gibt. Die kleinen Abschiede mögen wir ja noch gut bewältigen, aber…
Ich glaube, da gibt es einen Denkfehler. Wir konstruieren da in unserem Kopf einen Gegensatz, den es so gar nicht gibt. Hier das Leben – da der Tod. Entweder lebst du oder du bist tot. Weichen wir doch einmal die Grenzen auf! Lebst du wirklich? Ja, dein Körper scheint zu funktionieren, zwar mit der einen oder anderen Einschränkung oder Blessur, aber immerhin. Aber, lebst du wirklich? Es ist wie mit der Liebe. Lieben kannst du nur, indem du liebst. Leben kannst du nur, indem du lebst. Wenn du sagst: „Erst im Urlaub lebe ich so richtig auf.“ Dann lebst du nicht, dann bist du so etwas wie „zwischentot“, wenn es das gibt. Jetzt, wo du diese Zeilen liest, wird dir bewusst, dass du freust oder dich ärgerst. Wenn du dich nicht mehr spürst und die Gegenwart verlässt dann wirkt das wie ein „Mini-Tod“ mit dem Festhalten am Vergangenen, mit deiner fehlenden Flexibilität, mit deinen starren Gewohnheiten.
Noch ein Gedanke für die Auflösung der Grenzen von Tod und Leben. Als du im Mutterleib warst, dachtest du vielleicht bei der Geburt: „Hilfe, ich sterbe!“ Du hattest wahrscheinlich keine Geburtsfreuden, sondern eher Todesangst. Aber, du lebst! Jetzt denkst du, aber wenn ich gestorben bin, bin ich wirklich tot. Da sagt Jesus im Lukasevangelium (Lk 20,38) „Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.“ Für Gott sind alle lebendig! Deine verstorbenen Eltern, deine Familie, die Freunde, alle Menschen aller Religionen und du selbst. Für Gott sind alle lebendig, meint Jesus. Wir verwechseln das körperliche Ende mit dem Tod. Ja, der  Körper ist begrenzt, aber du selbst mit deinem innersten Wesenskern wirst nicht sterben, du lebst. Aber ob du wirklich lebst und das Empfinden von Leben hast, entscheidest du einfach selber, indem du dich weiterentwickelst. Im Grunde ist es egal, ob du jetzt in diesem vorübergehenden Körper zuhause bist, oder nach diesem Leben in einen anderen Seinszustand übergehst, du kannst immer tot und/oder lebendig sein.
Noch einmal Hermann Hesse im Gedicht „Stufen“: „Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden. Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden… Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“ In diesen Versen verbergen sich noch ein paar gute Hinweise für das Leben.
  1. Die Todesstunde macht uns jünger und nicht älter. Die neuen Räume werden uns erfrischen und beleben wie das Erlebnis der großen Welt damals nach unserer Geburt. Der Tod ist nicht Tod, sondern die Öffnung der neuen Räume.
  2. Die Tür zu den neuen Räumen liegt nicht in der Region des Verstandes, sondern im Herzen.
  3. Da gibt es „des Lebens Ruf“. Von außen sagt die Stimme: „Mach dich auf!“ Ich glaube, dass Gott uns ruft. Werde aufmerksam für seine Stimme.  
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Mittwoch, 15. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 14: Das Herz sieht weiter als das Auge

So lautet ein Spruch aus Zentralafrika: "Das Herz sieht weiter als das Auge." Exupery sagt es ähnlich: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Manche Sprüche sagen wir inzwischen so leicht dahin. Hast du es schon mal probiert, mit dem Herzen zu sehen?
Wenn du deine Augen öffnest, dann nimmst du die Gegenstände um dich herum wahr. Du siehst Bäume, Häuser, Straßen und Menschen. Bei einer Fata Morgana siehst du auch etwas, aber deine Augen täuschen dich. Das, was du siehst, ist gar nicht vorhanden, zumindest nicht vor deinen Augen. Deine Augen sagen dir: Da ist etwas, ich kann es genau erkennen. Das gibt dir ein Gefühl von Sicherheit. Ja, da ist ein Baum. Und wenn du hingehst und ihn anfasst, bekommst du deine Bestätigung. Auch deine Hände teilen dir mit: Ja, das ist wirklich ein Baum.
Wenn da nur nicht die optischen Täuschungen wären? Wiegen deine Augen dich nur in Sicherheit? Ist da in Wirklichkeit vielleicht gar nichts? Die Augen gaukeln dir Sicherheit vor. Deine Augen können vor allem nur bis zum Horizont sehen. Sie sehen einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit.
Wenn du deine Augen schließt, dann siehst du noch immer! Du siehst mit deinem Bewusstsein die ganze Welt, den Mond, die Sterne, die Planeten, alle Menschen und alle Tiere auf der Welt. Mit den "Augen des Herzens" kannst weiter sehen als das Auge. Mit den "Augen des Herzens" kannst du dich verbinden mit allen Menschen, die du liebst und die dich lieben. Mit dem Herzen kannst du eine tiefere Schicht der Wirklichkeit "sehen" und wahrnehmen.
Normalerweise sind wir mit unserer Wahrnehmung im Kopf, dort wo die Augen sitzen in der Nähe unseres Verstandes. Wir nehmen die Dinge von dieser Stelle oben im Kopf aus wahr. Du könntest dir jetzt vorstellen, wie diese inneren Augen nach unten wandern in die Herzgegend. Jetzt nimm einmal alles von dieser Position aus wahr. Das geht nicht mit den leiblichen Augen, sondern nur mit den Herzensaugen. Von dort aus wird die Welt auf einmal viel größer und weiter.
Die Bibel erzählt uns, dass Gott uns nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Vielleicht ist die Sichtweise vom Herzen her die Art, wie Gott wahrnimmt und sieht. Wir können es ihm gleich machen. Oft sind wir leider die wenigen, aber entscheidenden Zentimeter vom Herzen entfernt im Kopf bei unseren leiblichen Augen.
Manchmal verhindern unsere Augen den Gang zum Weg zum Herzen. Vom Kopf zum Herzen musst du nur rutschen. Vom Herzen zum Kopf hast du einen steilen Weg. Manchmal wundere ich mich über uns Menschen, dass wir uns für den schwereren Weg entscheiden. Also: "Das Herz sieht weiter als unser Auge."

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Dienstag, 14. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 13: Kinder hören mit den Augen und sehen mit dem Herzen. (Albert Herold)


Bei uns Erwachsenen sind die Zuordnungen immer klar. Mit den Ohren hören wir. Mit den Augen sehen wir und mit den Händen tasten wir. Unsere Welt ist geordnet und sortiert. Wir nutzen ja schließlich unseren Verstand. Das hat man uns in unserer Kindheit beigebracht. "Kind, nutz deine Augen. Mach sie auf, dann siehst du auch!" "Hast du Schmalz in den Ohren?! Hörst du nicht, was ich sage?!"
Im Erwachsenenleben angekommen bist du gerüstet. Du kannst deinen Verstand nutzen, der logisch funktioniert. Du kennst die Gesetze der Natur und alles lässt sich ordentlich erklären. Alle diese Strategien helfen dir, im "Überlebenskampf" gut klarzukommen. Dennoch rumort da etwas im Inneren, das dir sagt: So funktioniert die Welt dann doch nicht immer! Da stimmt etwas nicht! Die Welt und das Leben besteht doch aus mehr, oder?
Was ist dieses "Mehr"? Du bist KünsterlIn, PhilosophIn, DenkerIn und SchöpferIn. In welchen Dimensionen des Daseins werden dir diese Kräfte jedoch bewusst? Wie kann man mit den Augen hören und mit dem Herzen sehen? Bestimmt nicht mit der Logik des Verstandes. Ganz leicht geht es mit der Phantasie des Herzens. In einer Welt voller Feen und Elfen, von Heiligen und Helden, von Gnomen, Zwergen und verborgenen Phantasieländern scheint das nahezu selbstverständlich zu sein, dass man mit den eignen Sinnesorganen mehr anstellen kann, als die Logik einflüstert.
Hast du schon einmal mit den Augen gehört? Was geschieht, wenn du das machst? Mit dem Herzen sehen können ja inzwischen viele Menschen seit dem Kontakt mit dem "Kleinen Prinzen". Mit den Augen zu hören ist so etwas wie eine Verstärkung der Sehwahrnehmung. Es geht darum, die Dinge tiefer zu erfassen, das Leben auf der Seelenebene wahrzunehmen, in die Zwischenräume abzutauchen, sich jenseits von verbaler Sprache zu bewegen und auszudrücken.
Mein Impuls für den heutigen Tag: Höre mit deinen Augen, schau mit deinen Ohren, schmecke mit deiner Nase, rieche mit deiner Haut und denke, dass das Unmögliche für den Verstand für das Herz ganz leicht geht.
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Montag, 13. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 12: Der wahre Verstand fühlt, und das wahre Herz denkt! (Albert Schweitzer)


Häufig erleben wir Herz und Verstand im Widerspruch. Du gehst zum Beispiel in ein Geschäft und hast Lust auf Chips. Dein Herz sagt: "Das will ich!" Der Verstand sagt: "Das ist ungesund!" Wie entscheidest du dich jetzt?
Entweder du lässt den Verstand entscheiden, dann heißt das Ergebnis: Verzicht. Du gehst zwar traurig und frustriert davon, aber du hast dich immerhin für deine Gesundheit entschieden. Oder du triffst eine Herzensentscheidung und nimmst die Chips mit. Dann wird dich der Verstand nicht in Ruhe lassen und fortwährend dir diese Worte einflüstern: "Du hast zwar die Freiheit, aber du musst dafür bezahlen. Denke an die Kalorien! Du hast schon letzte Woche! Du bist süchtig! Du gibst Geld für unnütze Dinge aus! Was werden die Leute denken wenn sie dich sehen mit deiner Figur und der Tüte Chips in der Hand!"
So kann es geschehen, dass der Verstand sehr schnell zum Sieger wird. Wenn du dich für die Tüte Chips entscheidest musst du diese schreckliche Verstandesstimme ausschalten können. Sonst? Wirst du deine Chips nicht genießen!
Ich beobachte sehr häufig bei Menschen die folgende Bewegung: Das Herz sagt "JA"! Es sagt Ja zu einem Stellenwechsel, Ja zur Liebe, Ja zu einer neuen Wohnung. Du merkst es daran, dass dein Herzraum weit wird. Glückshormone überfluten deinen Körper und deine Seele und spürst ein pralles Ja zum Leben. Das Zentrum dieses Bewusstseins findest du im Raum um dein Herz herum.
Dann steigt dieses positive Gefühl nach oben und erreicht die Gehirngegend. Dein positives Gefühl verschwindet je nach Charakter sehr schnell oder nach und nach und der Verstand sagt zuerst einmal: "Nein!" Und der Verstand ist gut! Er findet immer triftige Gründe! Am Ende kannst du nicht anders als diesem Nein zu folgen. Du kannst es drehen wie du willst: Du machst dich zum Verlierer.
Ja im Herzen und Nein im Verstand ergibt ein Nein!
Nein im Herzen und Ja im Verstand ergibt ein Nein!
Ja im Herzen und Ja im Verstand ergibt ein Ja!
Nein im Herzen und Nein im Verstand ergibt auch ein Ja!
Nur wenn du vom Herzen und vom Verstand ein Ja bekommst bist du im Flow, geht es dir gut, fühlst du dich in Balance. Doch wie kann es funktionieren, dass du Herz und Verstand in Übereinstimmung bringst? "Herz und Verstand" verhalten sich doch im übertragenen Sinne wie "Hammer und Zange"! Mit dem Hammer kannst du keine Nägel ziehen und mit der Zange keine Nägel in die Wand hauen. (Na ja, zur Not schon.) Du müsstest den Hammer für die Zangenqualität sensibilisieren und in der Zange die Hammerqualitäten entdecken.
Albert Schweitzer hat da etwas sehr wichtiges erkannt: "Der wahre Verstand fühlt, und das wahre Herz denkt." Das Herz hat die Aufgabe, sich in den Verstand hineinzuversetzen. Der Verstand hat die Aufgabe, sich in das Herz hineinzufühlen.
Du kannst weder den Verstand ausschalten noch dein Herz übergehen. Herz und Verstand kommen schnell in einen Disput und in eine Kampfhaltung. Wenn Kampfesstimmung aufkommt gibt es am Ende oft einen Verlierer und einen Gewinner. Das Furchtbare dabei ist jedoch: Du selbst bist immer der Verlierer. Wenn das Herz verliert, verlierst du! Wenn der Verstand verliert, verlierst du auch!
Es ist auf jeden Fall hilfreich Verstand und Herz in einen Dialog zu bringen. Doch wie? Da möchte ich dir einen Vorschlag machen, den ich aus der systemischen Familientherapie kenne.
Erfinde eine Institution außerhalb von Herz und Verstand. Du kannst diese Einrichtung "Seele" nennen oder "Höheres Selbst" oder die "göttliche Weisheit in mir". Du blickst also mit deiner "Seelenaufmerksamkeit" gleichzeitig auf das Herz und auf den Verstand und lädst Beide gemeinsam am Tisch ein mit folgender Frage: Was meinst du Herz und du Verstand - was könnte die N. oder der N. jetzt gut brauchen. Was kannst du Herz dazu beitragen und was kannst du Verstand dazu beitragen?"
Wenn du diesen Schritt gehst hast du einen Moderator oder Mediator in dir gefunden. Das "Dritte" löst die Spannung von Gegensätzen auf und verändert die Perspektive. Du wirst auf einmal feststellen, dass du nicht der Verstand bist und auch nicht das Herz. Beides steht dir zur Verfügung aber du bist es nicht. Diese "dritte" Instanz ist auch in der Lage, dem Herzen das Denken zu zeigen und dem Verstand das Fühlen.
Das Vertrautwerden mit der "dritten Instanz" wie immer du sie auch bezeichnen möchtest zeigt dir einen Weg in ein erfüllteres Dasein.
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Samstag, 11. März 2017

Die Kraft des Herzens 11: In der Kammer deines Herzens

Im Spielwarengeschäft fand ich diese schöne Kulturtasche. So heißt sie glaube ich. Die muss für Mädchen gemacht worden sein. Ein Pferdekopf und eine Karotte. Und vor allem Taschen, in die man etwas hineinstecken kann. Ordnung schaffen im kindlichen Beautycase. Für alles gibt es einen Platz und alles lässt sich gut wiederfinden. Ordnung in einem schönen Täschchen.
Mein erster Impuls war ja: Wenn ich ein Mädchen wäre in einem bestimmten Alter, dann hätte ich mich für diese Tasche entschieden. Warum? Mein Herz und meine Seele haben gedacht: Wie schön!
Mein zweiter Impuls dann war: Kann man auch in seiner Seele Ordnung schaffen? Kann man, dachte ich. Manchmal ist da alles so durcheinander. Dieses Gefühlschaos, das da mitunter herrscht. Kaum hast du das eine Erlebnis so ungefähr verarbeitet, musst du dich schon wieder mit dem nächsten beschäftigen. Da rumoren dann in den Gedanken gleichzeitig viele Ereignisse. Das ist nicht gut für die Seele, weil sie dann ganz durcheinander kommt.
Wie könnte ein Ordnungssystem für die Seele aussehen? Ausatmen und loslassen. Mit jedem Atemzug etwas. Loslassen, was die Seele nicht länger haben möchte und ein virtuelles Fach im Herzen schaffen für das, wovon die Seele leben kann. Im Eintamen aufnehmen und im Ausatmen abgeben.
Hast du einmal in deinen Herzenskammern der Seele nachgeschaut, was sich da alles so befindet? Welche Dinge aus Kindertagen spuken da wohl so herum und bereiten dir bis heute Kummer? Aufräumen ist nicht leicht, weil die Dinge tief vergraben sind in fast unsichtbaren Taschen. Sie machen sich aber manchmal bemerkbar. Als latente Unzufriedenheit. Als Unglückspotential. Als Spass- und Lebensbremse.
Daneben gibt es die kostbaren Kleinodien. In so einer "Mädchentasche" gibt es die ja auch. Die kleinen Schätze, die das Herz erfreuen. Gibt es solche Dinge auch in deinem Herzen. Entdecke sie doch mal wieder neu für dich! :-)
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Freitag, 10. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 10: Warm ums Herz


Vor einiger Zeit bekam ich von einer Freundin eine Postkarte. Da ist ein gesticktes Pferd zu sehen mit der Überschrift: "Unser erstes gestohlenes Pferd". Ich las es und mir wurde es warm ums Herz.
Hast du dir als Kind auch eine Freundin oder einen Freund gewünscht, mit der oder mit dem du Pferde stehlen kannst? Vielleicht hast du sogar so einen Menschen an deiner Seite. Vielleicht bist du sogar mit einem solchen Menschen verheiratet! Tolles Geschenk! Ich freu mich für dich!
Erinnerst du dich noch an dein erstes gestohlenes Pferd? Nicht, was du selber geklaut hast, sondern das gemeinsame Pferd? Dabei geht es ja wohl nicht um das Pferd an sich, sondern eher um das gemeinsam bestandene Abenteuer oder die erste gemeisterte Krise.
Beziehungen werden irgendwann sehr alltäglich! Du möchtest keine Anstrengungen mehr. Du bist nicht mehr aus auf Abenteuer. Du möchtest dich lieber zur Ruhe setzen. Du magst inzwischen eher leicht dahinplätschernde Freundschaften? Nichts dagegen einzuwenden.
Aber spürst du die Kraft in diesem Spruch? Die Freude? Kennst du auch dieses "Aha" Erlebnis? Mir ist es beim Lesen so gegangen. Mir wurde es warm ums Herz. Ja so ist es! Ich habe Menschen an meiner Seite, mit denen ich ein erstes Pferd gestohlen habe. Dafür bin ich sehr dankbar. Das erfüllt mich mit tiefer Freude. Von so manchen gestohlenen Pferden zähre ich bis heute!
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Donnerstag, 9. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 9: Den Herzraum aktivieren


 
Es gibt Räume, die wir ständig wie selbstverständlich benutzen. Im Schlaf- und Wohnzimmer halten wir uns auf und sind uns dessen nicht bewusst. Wir gehen in der Regel nicht in das Wohnzimmer und denken: „Jetzt bin ich im Wohnzimmer. Ich spüre nach, wie sich das anfühlt. Ich setze mich hin und entspanne.“ Wir machen es einfach ohne einen Gedanken daran zu verschwenden.
Wir atmen ohne dass wir uns des Atmens bewusst werden. Ich kenne viele Menschen, die ganz erstaunt sind, wenn ich sie auffordere, einmal ihren Atem zu beobachten. Sie wissen nicht, in welche Räume sie hineinatmen. Dann sind sie erstaunt, dass sie manchmal aufhören zu atmen, vor allem dann, wenn sie Angst haben.
In diese Kategorie gehört auch der Herzraum. Wir spüren unser Herz pochen wenn wir darauf achten. Wir wissen, dass es dieses Organ gibt und wir kennen die Grundfunktionen. Wir nehmen aber selten wahr, dass es dort einen Raum gibt, in dem wir hineinspüren können. Wenn wir denken, dann verorten wir unser Bewusstsein oft oben im Kopf. Wir denken und schauen die Welt mit unseren Augen an. Wir hören mit den Ohren und alle diese Körperteile liegen im Kopf. Darum sind wir mit unserer Aufmerksamkeit dann im Bereich des Kopfes. Von dort aus nehmen wir wahr.
Du kannst jetzt einmal folgendes Experiment machen. Du verabschiedest dich von der Kopfregion in folgender Weise. Du konzentrierst dich mit deinen Augen nicht mehr auf ein bestimmtes Objekt. Du schaust also nicht die Blume oder die Tasse an, sondern du schaust durch alle Dinge hindurch. Du schaust auf einen imaginären Punkt am Horizont und nimmst alles gleichzeitig war. So, als ob du einen glasigen Blick bekommst. Auch deine Ohren richtest du auf alles aus. Du hörst nicht mehr ein einzelnes Geräusch und versuchst, es zu identifizieren. Du wirst ein Gesamthörender und ein Gesamtsehender. Wenn du das machst, dann musst du nicht mehr aufmerksam sein für die Details in deiner Umgebung.
Dann stellst du dir vor, wie du mit Hilfe deiner Imaginationskraft in deinen Herzraum hinunterrutschst. Setze dich neben dein Herz und nimm wahr, was dort geschieht. Nur wahrnehmen und beobachten. Nichts tun! Du brauchst Geduld und es ist gut, dort zu bleiben. Es wird einen Impuls geben wieder nach oben in den Kopf zu gehen. Das ist deine gewohnte Art, da zu sein. Du kannst dir einen Sessel neben deinem Herzen vorstellen, in dem du platzt nimmst und es dir gemütlich machst. Nach einer Weile kannst du versuchen, einen Weg in dein Herz hinein zu finden. Was spürst du dort? Was nimmst du wahr? Wie unterscheidet sich deine Wahrnehmung vom Herzen her und vom Kopf her.
Wenn du an einer Besprechung teilnimmst, dann probiere dort einmal diesen Unterschied. Nimm die Menschen vom Herzaum her wahr und dann geh in den Kopf. Was wirst du anders denken, fühlen, spüren oder dann sagen oder ausdrücken. Wann ist es gut, im Kopf zu sein und wann wechselst du besser in dein Herz?

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Mittwoch, 8. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 8: Der kluge Reisende lässt sein Herz zu Hause. (aus Afrika)

Ein zunächst merkwürdiger Gedanke. Ich verreise und lasse mein Herz zu Hause. Könnte ich es in der Fremde verlieren? Ist es fern der Heimat gefährdet?
Vielleicht ist der viel Reisende in der Gefahr, sich zu verlieren. Die ständig wechselnden Orte! Der Körper schafft das irgendwie: heute hier und morgen woanders. Aber das Herz? Es hat ein anderes Tempo als der Körper. Das Herz reist vielleicht langsamer. Aber wenn ich es zu Hause lasse, dann wird meine Reise vielleicht herzlos.
Mir kommt die Erkenntnis! Wenn ich verreise, dann bleibe ich verankert in meinem inneren zu Hause. Mein Haus trage ich immer mit mir. Ich bin eine Einheit. Darum ist es wichtig, sich jeden Tag zu sammeln um nicht aus sich herauszufallen. Übersetzt heißt dieses Wort für mich: Ich gehe achtsam mit mir um!

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Dienstag, 7. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 7: Du lässt mein Herz höher schlagen.


Wenn ich arbeiten muss, dann schlägt mein Herz in einer niedrigen Frequenz. Wenn das Wetter grau und trüb ist, schlägt es noch niedriger. Gefühlt!
Aber wenn ich dich sehe, dann verändert sich auf einmal das Empfinden in meinem Herzen. Ich muss dich nicht einmal sehen. Es reicht aus, dass ich nur für einen ganz kleinen Augenblick an dich denke. Ein kleiner Gedanke und es macht Wumm. Wie bei "Hau den Lukas". Das Herz ruft "Juchhuu!" und schlägt einfach höher.
Ja, du lässt mein Herz höher schlagen. Mir gefällt die Vorstellung, dass ich selbst für das Schlagen meines Herzens sorgen kann. Ich kann an den tristen Himmel denken oder an dich. Ich sollte nur an dich denken und nie an den grauen Nebel. Doch manchmal breiten sich diese Nebelgedanken und Nebelgefühle in mir aus. Eine Kränkung klebt förmlich an und in mir fest. Ich werde es nicht los. Dieses frierende Gefühl.
Dabei weiß mein Verstand, dass das nicht gesund ist. Dass es besser wäre, an dich zu denken. Jetzt stelle ich mir mal bewusst einen grauen Nebel vor und lasse dein Gesicht im Nebel auftauchen. Du kommst näher und näher und ... Jetzt erkenne ich dich. Mein Herz schlägt höher. Du bist da!
Ich sollte so oft wie möglich an dich denken. Ein höher schlagendes Herz fühlt sich einfach besser an. Ich werde es in den nächsten Tagen trainieren. Mich gegen Nebelgedanken immunisieren und mich mit dir verbinden. Du lässt mein Herz höher schlagen.
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Montag, 6. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 6: Herz aus Eis


In den sozialen Netzwerken taucht immer wieder ein Spruch auf ohne dichterischen Ursprung. "Jeder Mensch, der eiskalt geworden ist, hat es satt, verletzt zu werden."
Ich sehe vor meinem geistigen Auge ein Herz aus Eis. Ist es vielleicht so, dass so mancher Ruf aus den sogenannten sozialen Netzwerken ein Ruf der Einsamkeit ist? "Hallo! Hier spricht jemand, der sich ganz alleingelassen fühlt. Dieses Gefühl kenne ich schon seit meiner frühen Kindheit. Das war damals schon ganz schrecklich als niemand da war. Ich hatte solche Angst und ich wurde ausgelacht. Ich hörte die Erwachsenen sagen: 'Da ist kein Gespenst!' 'Du bist doch schon groß!' Aber ich war noch nicht groß und ich sah die Gespenster. Der Schmerz war unerträglich und mein Herz hat irgendwann einen Schutzmechanismus eingerichtet. Einfrieren war die Lösung. Wenn ich mich einfriere, dann muss ich auch nicht mehr den Schmerz spüren."
In den "sozialen Netzwerken" kannst du Kontakte haben, ohne dass sie dir zu nahe kommen. Da ist der Bildschirm zwischen dir und dem Menschen, der dich verletzten könnte. Dabei hat das Herz eine natürliche Eigenschaft. Auch, wenn du es symbolisch einfrierst, schlägt es weiter in einer Temperatur, dass du nicht stirbst. Dein Herz ist so klug! Es schlägt weiter auch mit allen Schmerzerfahrungen. Es wartet unendlich geduldig darauf, wieder auftauen zu dürfen. Emotional auftauen zu dürfen. Und es ist nie zu spät.
Auf einmal kommt dein Herz in die Nähe eines Menschen, wo das Auftauen ganz leicht ist. Du musst nichts tun. Es geschieht wie von selbst. Und diese Erfahrung wünsche ich dir!
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Samstag, 4. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 5: Du lässt mein Herz bluten

Erinnerst du daran, dass du mal ein kleines Kind warst? Deine Mutter gab dir Süßigkeiten und du bist mit ihr auf die Straße gegangen. Ihr seid einem anderen Kind begegnet, das sehnsuchtsvoll auf die Süßigkeiten schaute. Deine Mutter forderte dich auf, etwas von deinem Süßen dem fremden Kind zu geben. Eigentlich wolltest du das gar nicht aber deine Mutter ließ nicht locker. "Los, teile! Sonst machst du sein Herz am bluten!"
Natürlich wolltest du nicht, dass das Herz dieses Kindes blutete. Verblutete. Dass das Kind starb nur weil du deine Süßigkeiten für dich allein haben wolltest. Dir war nicht klar, dass das Herz nicht auslaufen wird. Das Herz "blutet" dein ganzes Leben lang. So lange es blutet bist du lebendig.
"Du lässt mein Herz bluten!" So oder ähnlich sagen wir, wenn sich jemand so verhält, dass ich leide. Da regt sich etwas in meinen Gefühlen. Ich werde gekränkt oder verletzt. Da hat jemand meine Bedürfnisse nicht im Blick. Da glaube ich, dass mich jemand doch kennen müsste.
Dabei finde ich es eigentlich ganz schön. Die Vorstellung, dass jemand mein Herz bluten lässt. Ich darf spüren, dass ich noch lebendig bin. Dass ich für jemanden Gefühle empfinde. Mir sind die Menschen nicht gleichgültig. Ich liebe sie. Wenn ich das Blut in meinem Herzen pulsieren spüre dann spüre ich damit zugleich die Gefühle, die ich für einen Menschen empfinde.
Hast du Lust zu einem Experiment? Mal nachspüren, welcher Mensch hat welche Auswirkungen in deinem Herzen. Schließe die Augen und stell dir den liebsten Menschen auf der Welt vor. Dann nimm wahr, was im Herzraum geschieht. Was spürst du genau? Wie groß ist es. Ist es weich oder hart? Wie viel Raum nimmt es ein. Bleibe dabei und beobachte ob sich etwas verändert. Dann stellst du dir einen Menschen vor, der dir weh getan hat. Du beobachtest wieder, was in deinem Herzen geschieht. Du bleibst dabei, solange bis es verebbt. Lade noch andere Menschen ein und nimm wahr, was du spürst. Gibt es Unterschiede? Wie groß sind sie? Wie bewertest du das, was du wahrnimmst...
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Freitag, 3. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 4: Du liegst mir am Herzen!



Ich erinnere mich an ein altes Volkslied. Da heißt es doch:

Du, du, liegst mir am Herzen,
du, du, liegst mir im Sinn.
Du, du, machst mir viel Schmerzen,
weißt nicht, wie gut ich dir bin.
Ja, ja, ja, ja weißt nicht wie gut ich dir bin!

So, so wie ich dich liebe,
so, so liebe auch mich!
Die, die zärtlichsten Triebe
fühl' ich allein nur für dich!

Doch, doch darf ich dir trauen,
dir, dir mit leichtem Sinn?
Du, du kannst auf mich bauen,
weißt ja, wie gut ich dir bin.

Und, und wenn in der Ferne
mir, mir dein Herz erscheint,
dann, dann wünsch ich so gerne,
dass uns die Liebe vereint.

Ich stelle mir bildlich vor, wie ich am Herzen von jemandem liege, den ich mag und der mir Geborgenheit gibt. Und ich stelle mir vor, wie jemand an meinem Herzen liegt, dem ich Geborgenheit schenken darf. Jemand, der sich in meiner Nähe wohlfühlt.
Wenn du an jemandes Herzen liegen darfst, dann genieße diese Tankstelle. Spüre, wie dein Herz sich weitet, entlastet und genährt wird. Kennst du Menschen, wo das besonders schön ist? Ich denke da nicht nur an den Geliebten oder an die Geliebte. Ein Mensch, der nichts von dir will. Der dich nicht vereinnahmen möchte. Der diesen Zustand für sich "ausnutzt". Ein Mensch, der selber an das große Schöpferherz angeschlossen ist und darum geben kann ohne dabei arm zu werden.
Und ich bin sicher, dass du diese Qualität auch selber in dir hast. Diese Qualität, da zu sein, ohne etwas zu wollen. Einfach am Herzen liegen und sich gegenseitig nähren. Fühlt sich gut an!
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Donnerstag, 2. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 3: Die Kunst, Herz und Verstand in Einklang zu bringen


Wie weit ist eigentlich die gefühlte Strecke zwischen Verstand und Herz? Manchmal unendlich? Die körperliche Strecke lässt sich leicht messen. Bei mir sind das ca. 35 Zentimeter. Dieses kurze Distanz ließe sich doch leicht überwinden, oder? Andersherum. Es müsste doch ein Leichtes sein, den Verstand und das Herz miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen. Leider ist es oft so, dass Verstand und Herz nicht gut miteinander kooperieren. Die Folge ist: wir fühlen uns nicht in Übereinstimmung mit uns selbst. Was will das Herz und was will der Verstand? Manchmal wohnen da zwei Personen in unserem Inneren und kennen sich nicht einmal gegenseitig. Geschweige denn, sie vertrauten sich!
Stell dir doch einmal Folgendes vor: du gehst in den Supermarkt und stehst vor dem Regal mit den Chips. (Wenn du solche nicht magst, kannst du dich auch woanders hinstellen.) Diese Chips lachen dich jetzt an. Dein Herz hüpft vor Freude und in dir entsteht ein Bild. Es ist Abend, die Arbeit ist erledigt. Im Fernsehen kommt ein Film, den du schon immer sehen wolltest. Im Keller wartet ein leckerer Rotwein auf dich und du siehst dich entspannt auf der Couch mit der Tüte Chips und einem Glas Rotwein vor dem Fernseher. Dein Herz sagt voller Freude: JA! EINE WUNDERBARE IDEE!
Es geht wohlgemerkt nur um das Prinzip. Das Herz jauchzt also vor Freude auf. Du stehst vor dem Regal. Wenn du jetzt noch eine Sekunde zögerst, dann ist auf einmal alles aus und vorbei. Wohlgemerkt, es reicht eine Sekunde! Es kommt schleichend, aber mit großer Macht. Es ist ein winzig kleiner Gedanke, der sich bemerkbar macht. Etwa so: Ob die Chips gut sind für deine Gesundheit? Was sagt der Rest der Familie, wenn sie dich so sehen, vor dem Fernseher? Füße hoch, hingefläzt mit dem Rotwein? „Hast du nichts Besseres zu tun? Der Spielfilm ist doch nichts! Eine Schnulze! Nichts für die Weiterbildung!“ Dann schaust du auf das Preisschild der Chips Tüte und auf die Mengenangabe. Aha, viel zu teuer und viel zu wenig drin. Es lohnt sich nicht, diese Tüte zu kaufen. Wenn der Rest der Familie davon auch noch etwas will, dann bleibt kaum noch was für dich übrig. Zwei Tüten kaufen? Das geht überhaupt nicht! Die Kommentare zu Hause: „Planst du ein Frustessen? Denk an dein Gewicht! Willst du uns auch noch mästen?“
Und stell dir vor: du stehst immer noch vor dem Regal und weißt: es sind nur deine Gedanken, nur deine Vorstellungen, nur deine Bilder. Es sind nicht die Bilder und Vorstellungen deiner Familie! Es sind deine Bilder, die sich da im Kopf ausbreiten, was deine Liebsten so über dich denken könnten. Und? Merkst du, was da gerade geschehen ist und was jetzt geschehen wird?
Geschehen ist folgendes: dein Verstand hat dir einen üblen Streich gespielt. Er hat dein Herz einfach plattgemacht. Und dein Herz? Es zieht sich bekümmert zurück, die Stimme wird immer leiser und zaghafter: ich wollte doch nur… Ich wollte doch nur… Und ich hier der Schreiber bin mir relativ sicher: die Chips Tüte bleibt im Regal, der Wein im Keller und der Spielfilm ungesehen. Das ist ja auch vernünftig so. Im wortwörtlichen Sinne: es entspricht der Vernunft. Aber entspricht es auch dem Herzen?
Jetzt stell dir einmal vor, du handelst nicht nur so bei der Chips Tüte. Dahinter offenbart sich ein verborgenes und zugleich unbewusstes Prinzip in deinem Leben. Handel vernünftig! Kindern sagt man es auch: sei doch vernünftig! Du bist doch schon groß!
So wird das Herz kleingemacht, die Gefühle kleingeredet und in die Bedeutungslosigkeit geschickt. Dabei wollte das Herz doch nur ein wenig beachtet werden. Bei der Tüte Chips kann man ja noch schmunzeln, aber wenn es um wichtigere Lebensthemen geht oder gar um die eigene große Lebensgeschichte, sieht das schon anders aus.
Stell dir vor, du begegnest der Liebe deines Lebens! Dein Herz sagt: JA! Wie wunderbar! Und wenige Augenblicke später meldet sich dein Verstand nur mit einer kleinen Anmerkung, so ganz nebenbei und eigentlich gar nicht wichtig: jetzt ist es doch noch zu früh! Du kennst diese Person ja gar nicht. Sei vorsichtig! Du warst noch nicht beim Friseur. Du hast doch eigentlich gar keine Zeit… Merkst du, wie der Verstand, die Vernunft arbeitet?
Oder du bist unglücklich an deiner Arbeitsstelle und ergehst dich in Tagträumereien: irgendwo gibt es eine Stelle, an der du glücklicher sein könntest. Dann auf einmal kommt die Stelle, an der du glücklich sein kannst. Dein Herz sagt wieder: JA! Und wenige Augenblicke später meldet sich die bekannte Instanz am oberen Ende des Kopfes. „Du kommst vom Regen in die Traufe! Pass ja auf! Es ist nicht alles Gold, was glänzt!“
Wenn du dieses Spiel zwischen Verstand und Herz zu oft spielst, und auf diese Weise spielst, wird sich dein Herz zurückziehen. Es bekommt ja nicht den Raum, den es braucht. Das Praktische siegt. Der Verstand behält die Kontrolle. Doch was tun?
Wenn es dir gut damit geht, brauchst du nichts zu tun! Es ist ja gut so, wie es ist. Aber wenn es dir nicht damit gutgeht und du etwas anders machen möchtest – wegen deines Herzens und der damit verbundenen Herzensenergie, dann begib dich in das folgende Bild: Die Uhr geht zu auf Mitternacht und gleich schlägt die Uhr zwölf Mal. Du gibst deinem Herzen die Erlaubnis, zuerst durch die Tür in den neuen Tag zu gehen. Ein wenig vor Mitternacht. Den Verstand bittest du, noch ein wenig zu warten und vielleicht über den vergangenen Tag zu reflektieren. Das macht er gerne für dich. Dem Herzen gibst du dadurch einen kleinen Vorsprung. Es darf einfach mal so fühlen und Dasein. Staunen über den Anfang des neuen Tages! Freude wachsen lassen! Für einen Moment innehalten und nur Dasein – das ist wie das Staunen über den Sternenhimmel und dabei die Zeit vergessen. Dieses Gefühl, was sich dann einstellt, dehnst du zeitlich aus, so oft es geht. Schwierig? Eigenartig? Es geht dabei nur darum, dem Herzen ein wenig mehr Raum zur Entfaltung zu geben, damit der Verstand nicht sofort deckelt. Das heißt für mich: Folge deinen Impulsen! Gib der Herzensenergie Raum, lass es sich entfalten. Gehe in Übereinstimmung von Herz und Verstand. Bitte deinen Verstand, deinem Herzen zu dienen und nicht zu widersprechen, zu kontrollieren oder Vorschriften zu machen. „Den Impulsen zu folgen“ – wofür lohnt sich ein solcher Weg? Es könnte sein, dass du einfach glücklicher und zufriedener bist mit dir. Probier es mal aus! Das wünsche ich dir: in Balance zu sein zwischen Himmel und Erde, in Übereinstimmung sich zu befinden von Verstand und Herz und ein großes JA! zum eigenen Leben auszusprechen.  
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Mittwoch, 1. März 2017

Mit der Kraft des Herzens 2: Wähle den Weg mit Herz!

Bei Carlos Castaneda finde ich diese wichtige Frage. "Ist es ein Weg mit Herz?" Wenn du dich an einer Weggabelung befindest dann musst du dich entscheiden für den einen oder den anderen Weg. Geh in dich hinein und lasse dein Herz sprechen. Wie fühlt es sich an wenn du den einen Weg wählst und wie fühlt es sich an, wenn du den anderen Weg nimmst?
Die Orientierung bekommst du, wenn du dich fragst: Ist es ein Weg mit Herz? Es kann sein, dass der Kopf sehr vernünftige Gründe weiß, warum du einen bestimmten Weg gehen sollst. Wenn du aber dabei dein Herz übergehst wird sich dein Weg einfach falsch anfühlen. Du gehst und weißt innerlich: Da stimmt etwas nicht! Das fühlt sich nicht stimmig an! Das Herz weiß manche Dinge, die der Verstand noch nicht kennt. Das Herz ist schneller. Es kann sich in die Zukunft hineinfühlen. Der Verstand kann nur die bekannten Dinge denken. Er orientiert sich an vertraute Abläufe. Er liebt die Routine, die Sicherheit und die klaren und wiederkehrenden Abfolgen. Das unbekannte Land verunsichert ihn. Da kommen dann die "Gedanken": Ist es sicher? Bin ich dem gewachsen? Ist es gesund für den Körper? Macht es Probleme?
Manchmal will das Herz etwas anderes als der Verstand. Du kennst sicher auch Menschen, die manchmal eine Entscheidung treffen, die völlig unvernünftig ist. Sie geben ihren sicheren Beruf auf. Sie verlassen ihre Familie. Sie gründen eine Firma, die erst mal keine Einkünfte verspricht.
Von außen betrachtet schlägst du vielleicht die Hände über den Kopf zusammen. (Ist auch ein schönes Bild. Mit den Händen auf dem Kopf drückst du aus: Prügelst du deinen Verstand? Hast du ihn verloren?)
Gehen wir doch mal einen Schritt weiter im Bemühen um ein tieferes Verständnis. Wenn du dein Herz nicht befragst und mitnimmst wird der Weg nicht segensreich sein. Es wird dich beständig das Gefühl beschleichen, dich nicht richtig entschieden zu haben. Wenn du dich der Kraft deines Herzens überlässt wird der Verstand schon mitkommen und auch im Nachhinein gute Gründe finden, die Entscheidung zu akzeptieren. Da ist er Meister drin.
Im idealen Fall jedoch gehen Herz und Kopf gemeinsam. Manchmal braucht es dafür einen Prozess damit das gut gelingt. Wenn du an einer Kreuzung stehst und dich entscheiden musst, dann bringe Herz und Kopf in einen Dialog. Bildlich gesprochen kommt dann quasi jemand "Drittes" hinzu. Das ist dein innerer Moderator oder Beobachter. Der hat die Aufgabe, zwischen Herz und Kopf zu vermitteln.
Der oder die Moderatorin in dir fragt also das Herz: "Was fühlst du? Was ist dein Bedürfnis? Was fühlt sich für dich lebendig an? Was ist stimmig? Wo gibt es so etwas wie ein Hüpfen, eine Freude?
Dann befragst du den Verstand: Wenn du das mitbekommst, was das Herz sich wünscht, was kommt dir da in den Sinn? Was sind deine Befürchtungen und Sorgen? Zu welchen Teilen kannst du "Ja" sagen? Wo gibt es Sperren?"
Dann befragst du wieder das Herz: "Was hast du vom Verstand mitbekommen? Was kannst du deinem Verstand anbieten, dass er mitgehen kann? Wie kannst du ihn unterstützen? Gibt es eine Erlaubnis, einen ersten Schritt zu probieren und auch wieder einen Rückzug zu machen, wenn es nicht funktioniert? Kannst du den Verstand bitten etwas tun auch wenn es unvernünftig ist? Es könnte ja für ihn "vernünftig" sein, dem Herzen etwas gutes zu tun."
Dann befragst du wieder den Verstand: "Hast du etwas von deinem Herzen erfahren, was dir neu ist? Magst du dich mit den Ideen ein wenig vertraut machen?"
Du gehst also ständig hin und her zwischen Herz und Verstand. Du als Moderator und Beobachter bist "neutral". Du bist beiden Anteilen gegenüber verständnisvoll und zugewandt. Beide "Kinder" gehören zu dir und sind ein Teil von dir. Du kannst dafür sorgen, dass beide Teile etwas gewinnen und keiner verliert. Wenn der Verstand große Bedenken hat für den "Herzensweg" dann kannst du dich trotzdem für den Weg entscheiden und dabei die "Bedenken" mitnehmen. Die "Bedenken" bekommen die Erlaubnis, bei jedem Schritt sich neu melden zu dürfen. Die "Bedenken" darfst du aber auch um Unterstützung bitten, nicht allzu kritisch zu sein und einen kleinen Freiraumpuffer zuzulassen. Wenn du ein paar Schritte auf deinem Herzensweg gegangen bist mit den Bedenken im Gepäck, dann danke deinen Bedenken von Zeit zu Zeit für ihr "Mitdenken". Würdige diesen Anteil in dir und stoß ihn nicht weg.
Auch nach der Entscheidung bleibst du als Moderator die Begleitung von Herz und Verstand. Du kannst mit deiner Aufmerksamkeit wechseln. Mal bist du ganz im Herzen, mal ganz im Verstand, mal ganz in der Beobachtung und machmal in allem gleichzeitig.
Und dann? Dann lässt du alles ruhen und lässt geschehen, was immer auch geschieht.
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