Montag, 29. Februar 2016

Wer Sahne will muss Kühe schütteln

Das Leben ist ein Geschenk! Ich habe es mir nicht verdient. ich lebe und gut ist! Das ist wunderbar! Das ist die Klammer und die Vorgabe. Ich atme, also bin ich!
Dennoch fällt mein tägliches Brot nicht vom Baum. Sogar ein Bettler muss etwas für seine Einkünfte tun. Er muss die Hand aufhalten und warten, bis ihm jemand etwas gibt. Betteln kann harte Arbeit sein. Wenn ich etwas möchte, dann muss ich auch etwas dafür tun. Wenn ich Sahne möchte, dann muss ich Kühe schütteln. Wenn ich Brot essen will, dann muss ich backen. Das Leben selbst ist geschenkt. Für den Erhalt des Lebens muss ich etwas tun. Wenn ich aufhöre zu atmen, hört mein Leben auf!
Es kann sein, dass mir die Arbeit zum Lebensunterhalt manchmal etwas schwer vorkommt. Du hast den Eindruck, als ob du Kühe schütteln müsstest. Alles fällt dir verdammt schwer! Kann es nicht leichter sein? Muss ich denn wirklich Kühe schütteln um Sahne zu erhalten? Nein, das musst du nicht!
Du kannst die Kuh melken, den Rahm abschöpfen und dann die Sahne schütteln. Du musst keine Kühe schütteln! Das ist nicht nötig! Manche Menschen machen sich das Leben echt kompliziert. Sie schütteln die Kühe weil sie nicht ahnen, dass es auch leichter gehen könnte. Überdenke mal deinen Tag und beobachte, wo du sehr umständlich bist. In deinen Gedanken oder in deinem Tun! Wie viele Wege gehst du doppelt, weil du nicht achtsam warst! Bei manchen Maschinen musst du nur einen Knopf drücken und es läuft. Du musst nicht die ganze Gebrauchsanweisung lesen und von vorne bis hinten verstehen! Wenn es also einen leichteren Weg zum Ziel gibt, warum nicht?
Wenn du aber nicht melken kannst, dann musst du wohl weiter Kühe schütteln! Du kannst aber auch auf Sahne verzichten. Vielleicht merkst du an dieser Stelle, dass das Leben farbenfroh ist und dass du mehr als nur eine Lösung finden wirst um an Sahne zu kommen. Ziegen schütteln könnte übrigens gefühlt leichter sein.
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Samstag, 27. Februar 2016

Gib mir Geduld aber zackig


Ich bin so ungeduldig! Als Kinder mussten wir schon früh im Haushalt mithelfen. Die Atmosphäre drum herum war leider nicht immer sehr entspannend. Hier ist die Arbeit - bis gestern bitte erledigen. Wir durften nicht das Buch zu Ende lesen, das Spiel fertig spielen. Es galt "Jetzt!" und "Sofort!"
Das hat sich bis in meine erwachsene Gegenwart ausgewirkt. Wenn ich weiß, dass da eine Arbeit auf mich wartet gibt es den Impuls von "sofort erledigen".  Es kommt mir so vor, als ob meine Eltern mir über die Schultern schauen um zu prüfen, ob es nicht noch schneller geht. Dann trete ich mit mir in einen inneren Wettbewerb. Wer kann es am schnellsten?!
Dann sehe ich andere Menschen bei der Arbeit zu und denke spontan: "Geht das nicht schneller?" Dann wünsche ich mir Geduld. Geduld mit mir selbst und Geduld mit den anderen. Das ist echt nicht leicht! Die Geduld bräuchte ich genau in dem Augenblick. Dann, wenn ich mit den Hufen scharre! Die Geduld mit mir brauche ich nicht morgen, sondern jetzt. Morgen gibt es eine andere Aufgabe, eine neue Arbeit. Heute möchte ich, nein muss ich mit mir geduldig sein. Es duldet keinen Aufschub.
Wenn ich schon keine Geduld mit mir habe, dann könnte ich sie mir doch von Gott wünschen. Wenn Gott schon Wunder wirken kann, dann kann er das Wunder auch sofort wirken, oder? "Herr, gib mir Geduld, aber zackig!" Sonst ist es zu spät! Morgen brauche ich sie nicht mehr!
Immer wieder merke ich, wie die Muster und Glaubenssätze aus der Kindheit Macht über mich haben. Wie schaffe ich es, dass sie diese Macht verlieren?  Ich bringe zuerst Bewusstheit dahin! Dann überprüfe ich, wem diese Sätze gehören. Gehören sie mir, oder den Eltern? Wenn sie den Eltern gehören, gebe ich sie ihnen zurück. Es ist eure Ungeduld und nicht meine! Ihr bekommt sie zurück!
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Freitag, 26. Februar 2016

Liebe muss nicht perfekt sein. Sondern echt.


Wenn es eine perfekte Liebe gäbe, wie würde die dann aussehen? Dein Schatz würde dir alle Wünsche von deinen Augen ablesen? Er wüsste immer, was du im Augenblick brauchst? Er würde dir immer zuhören und ganz bei dir sein? Er würde keinen Geburtstag vergessen und immer das richtige Geschenk finden, im richtigen Augenblick mit den richtigen Worten und Gesten überreichen?
Was wäre also eine perfekte Liebe? Eine, die du im Liebesroman findest? Eine wie in einem romantischen Liebesfilm? Eine, wo man sich streitet nur damit die Versöhnung um so schöner ist?
Ich habe einmal ein Paar besucht, das fünfzig Jahre verheiratet war. Ihre Liebe erschien mir nicht Spektakulär. Kein Plot für einen Roman oder einen Film. Ich fragte sie, ob sie denn immer noch gerne verheiratet wären nach all den vielen Jahren. Da breitete sich ein Lächeln über beide Gesichter aus. Sie schauten sich an und dann wieder mich an und nickten beide. Mehr nicht!
Zwischen den beiden war ein Einverständnis ohne Worte. Sie fühlten sich einfach verbunden. Sie mussten nichts beweisen und mir keinen Sermon über Glück halten. Es war einfach und mit einer tiefen Wahrheit. Vielleicht - einfach echt?
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Donnerstag, 25. Februar 2016

Hör auf deine innere Stimme!

Stell dir vor, jemand bittet dich um etwas und du erfüllst diese Bitte. So weit so gut. Oder auch nicht.  Ich möchte mit dir heute einmal diesen eigenartigen Zwischenraum betrachten, der zwischen dem Aussprechen der Bitte und deren Erfüllung liegt.
Also noch einmal. Ein Freund bittet dich zum Beispiel: "Kannst du mir ein Paket Kaffee mitbringen wenn du kommst?" Dann steht diese Bitte in deinem inneren Raum. Vielleicht antwortest du spontan "Ja", weil du eh noch genug Vorräte im Schrank hast oder weil du sowieso an einem entsprechenden Geschäft vorbeikommst. Es ist für dich nicht mit Umständen verbunden so dass du die Bitte einfach erfüllst. Es kann aber auch sein, dass du keine Vorräte hast, eigentlich auch keine Zeit oder keine Lust. Dennoch kaufst du den Kaffee ein, weil du diesen Freund nicht enttäuschen möchtest oder weil du nicht nein sagen kannst, oder oder oder ...
Wenn du also eigentlich diese Bitte nicht erfüllen willst und es dennoch tust übergehst du etwas in dir. Du übergehst deine innere Stimme, die protestiert und ein "Nein" erwägt. Es kann leicht geschehen, dass du dann nicht mehr mit dir selbst in Übereinstimmung lebst und fremdgesteuert wirst. Daraus folgt dann auch ein Gefühl der Unzufriedenheit. Du gehst vielleicht mit einer gequälten Freundlichkeit zu deinem Freund und lieferst dort den Kaffee ab. Du kannst die Zweisamkeit nicht genießen, weil dein Inneres mit dir im Groll liegt und schmollt.
Im Zwischenraum von Bitte und Erfüllung bist du nicht aufmerksam gewesen und musst jetzt mit den Folgen leben. Bei einem Paket Kaffee mag das nicht so tragisch sein, aber wenn es um sehr große Bitten oder andere Wünsche geht spielt das eine große Rolle. Darum glaube ich, dass es wichtig ist, diesen Zwischenraum sorgfältig zu bedenken und den inneren Prozess zu gestalten.

1. Höre die Bitte mit dem Bauch, dem Herzen und dem Verstand.
2. Bewege es in deinem Inneren. Möchte ich das? Kann ich es? Gibt es Widerstände? Für wen ist es gut?
3. Triff eine Entscheidung. Wenn du ein klares "Nein" oder "Ja" hörst und umsetzt, übernimmst du Verantwortung für dein Handeln und hast keinen Grund, weiter innerlich zu grollen.
4. Gib dein Einverständnis. Atme ein und tief aus und sage noch einmal "Ja" zu deiner Entscheidung, egal wie sie ausfällt.

Ich möchte auf diesen vierten Schritt heute mein Augenmerk legen. Sein Einverständnis geben ist mehr als sich zu entscheiden. Beim Entscheiden wählst du zwischen den Möglichkeiten und setzt dann eine Möglichkeit um. Aber ob du wirklich innerlich ein ganzes "Ja" dazu sagst ist damit noch nicht grundgelegt. Probier einmal folgendes aus. Erinnere dich an die letzte Bitte, die jemand an dich gerichtet hat. Dann atme tief ein und im Ausatmen sagst du mit der Tiefe des Herzens und des Verstandes: "Einverstanden!" Was spürst du dabei?
Nach meiner Erfahrung setzt dieser Schritt eine Energie frei, die dich mit größerer Leichtigkeit Bitten erfüllen oder nicht erfüllen lässt. Beim "Einverstehen" nimmst du das Verständnis in dich hinein. Du verstehst und stehst zu dem, was du tust. Du gibst neben dem äußeren "Ja" auch dein inneres "Ja". Du entwickelst ein Verständnis für dich, das sich wie Wärme und Wohlwollen anfühlt. Du vollziehst den inneren Weg der notwendigen Schritte, um in Übereinstimmung mit dir zu bleiben, zu kommen und zu sein.
Vielleicht denkst du, dass es nicht immer möglich ist, im Gespräch diese vier Schritte zu machen. Wenn du einmal genauer darüber nachdenkst wirst du feststellen, dass du das immer schon gemacht hast im Bruchteil einer Sekunde. Es fehlte vielleicht manchmal die Bewusstheit dafür. Sich dieser vier Schritte bewusst zu werden gleicht einer spirituellen alltäglichen Praxis. Höre, bewege, entscheide dich.. Dann atme tief ein und sage im Ausatmen "Einverstanden". Dazu gehört für mich auch, dass du zum "Nein" sagen einverstanden sagst. Es geht nicht darum, dass du einverstanden bist, die Bitte eines anderen zu erfüllen. es geht darum, dass deiner Entscheidung das Einverständnis gibst. Erst, wenn du einen Vertrag unterschreibst, bekommt er Gültigkeit und Kraft.
Warum verbinde ich es mit dem Atem? Nun, im Ausatmen lässt du ja deinen Atem wieder los. Du gehst nicht in eine Anspannung sondern in die Entspannung und in die Lösung. Die gefühlte Lösung bringt dir zugleich Erleichterung mit. Du hast dich entschieden, es muss nicht mehr in deinem Kopf herumwandern, so wird es im Loslassen leichter in deinem Kopf. Übe dich im "Einverständnis". Du kannst dich auch einfach hinsetzen und einen Baum anschauen. "Einverstanden!" Du kannst dir deine Beziehungen anschauen und sagen: "Einverstanden!" Vielleicht wirst du aber da schon einen Unterschied merken ob du zu einem Sommerbaum "Ja" sagst und ob deine "hakeligen" Beziehungen auch ein solches "Ja" bekommen. Gibt es Widerstände? Spürst du ein unangenehmes Gefühl? Kommt da ein Mangel oder ein Schmerz? Das macht nichts, wenn ein Schmerz kommt, dann kannst du mit dem Schmerz "einverstanden" sein. Und wenn du mit dem Schmerz nicht einverstanden sein kannst, dann kannst du "Einverstanden" sein mit deinem "Unverständnis". Es wird immer eine Einladung im Raum stehen, mit dem du in ein "Einverständnis" gehen kannst.
Diese "Einverständnis" - Übung, wie ich sie einmal nennen möchte könnte zu einem wichtigen Bestandteil deines inneren Friedensprozesses werden.
1. Im Einatmen nimmst du alle Anliegen in dich auf.
2. Am Ende des Einatmens hältst du für nur einen Augenblick inne und bewegst das, was da ist.
3. Im Ausatmen lässt du los und sagst: "Einverstanden."
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Mittwoch, 24. Februar 2016

Wähle den Weg mit Herz!

Bei Carlos Castaneda finde ich diese wichtige Frage. "Ist es ein Weg mit Herz?" Wenn du dich an einer Weggabelung befindest dann musst du dich entscheiden für den einen oder den anderen Weg. Geh in dich hinein und lasse dein Herz sprechen. Wie fühlt es sich an wenn du den einen Weg wählst und wie fühlt es sich an, wenn du den anderen Weg nimmst?
Die Orientierung bekommst du, wenn du dich fragst: Ist es ein Weg mit Herz? Es kann sein, dass der Kopf sehr vernünftige Gründe weiß, warum du einen bestimmten Weg gehen sollst. Wenn du aber dabei dein Herz übergehst wird sich dein Weg einfach falsch anfühlen. Du gehst und weißt innerlich: Da stimmt etwas nicht! Das fühlt sich nicht stimmig an! Das Herz weiß manche Dinge, die der Verstand noch nicht kennt. Das Herz ist schneller. Es kann sich in die Zukunft hineinfühlen. Der Verstand kann nur die bekannten Dinge denken. Er orientiert sich an vertraute Abläufe. Er liebt die Routine, die Sicherheit und die klaren und wiederkehrenden Abfolgen. Das unbekannte Land verunsichert ihn. Da kommen dann die "Gedanken": Ist es sicher? Bin ich dem gewachsen? Ist es gesund für den Körper? Macht es Probleme?
Manchmal will das Herz etwas anderes als der Verstand. Du kennst sicher auch Menschen, die manchmal eine Entscheidung treffen, die völlig unvernünftig ist. Sie geben ihren sicheren Beruf auf. Sie verlassen ihre Familie. Sie gründen eine Firma, die erst mal keine Einkünfte verspricht.
Von außen betrachtet schlägst du vielleicht die Hände über den Kopf zusammen. (Ist auch ein schönes Bild. Mit den Händen auf dem Kopf drückst du aus: Prügelst du deinen Verstand? Hast du ihn verloren?)
Gehen wir doch mal einen Schritt weiter im Bemühen um ein tieferes Verständnis. Wenn du dein Herz nicht befragst und mitnimmst wird der Weg nicht segensreich sein. Es wird dich beständig das Gefühl beschleichen, dich nicht richtig entschieden zu haben. Wenn du dich der Kraft deines Herzens überlässt wird der Verstand schon mitkommen und auch im Nachhinein gute Gründe finden, die Entscheidung zu akzeptieren. Da ist er Meister drin.
Im idealen Fall jedoch gehen Herz und Kopf gemeinsam. Manchmal braucht es dafür einen Prozess damit das gut gelingt. Wenn du an einer Kreuzung stehst und dich entscheiden musst, dann bringe Herz und Kopf in einen Dialog. Bildlich gesprochen kommt dann quasi jemand "Drittes" hinzu. Das ist dein innerer Moderator oder Beobachter. Der hat die Aufgabe, zwischen Herz und Kopf zu vermitteln.
Der oder die Moderatorin in dir fragt also das Herz: "Was fühlst du? Was ist dein Bedürfnis? Was fühlt sich für dich lebendig an? Was ist stimmig? Wo gibt es so etwas wie ein Hüpfen, eine Freude?
Dann befragst du den Verstand: Wenn du das mitbekommst, was das Herz sich wünscht, was kommt dir da in den Sinn? Was sind deine Befürchtungen und Sorgen? Zu welchen Teilen kannst du "Ja" sagen? Wo gibt es Sperren?"
Dann befragst du wieder das Herz: "Was hast du vom Verstand mitbekommen? Was kannst du deinem Verstand anbieten, dass er mitgehen kann? Wie kannst du ihn unterstützen? Gibt es eine Erlaubnis, einen ersten Schritt zu probieren und auch wieder einen Rückzug zu machen, wenn es nicht funktioniert? Kannst du den Verstand bitten etwas tun auch wenn es unvernünftig ist? Es könnte ja für ihn "vernünftig" sein, dem Herzen etwas gutes zu tun."
Dann befragst du wieder den Verstand: "Hast du etwas von deinem Herzen erfahren, was dir neu ist? Magst du dich mit den Ideen ein wenig vertraut machen?"
Du gehst also ständig hin und her zwischen Herz und Verstand. Du als Moderator und Beobachter bist "neutral". Du bist beiden Anteilen gegenüber verständnisvoll und zugewandt. Beide "Kinder" gehören zu dir und sind ein Teil von dir. Du kannst dafür sorgen, dass beide Teile etwas gewinnen und keiner verliert. Wenn der Verstand große Bedenken hat für den "Herzensweg" dann kannst du dich trotzdem für den Weg entscheiden und dabei die "Bedenken" mitnehmen. Die "Bedenken" bekommen die Erlaubnis, bei jedem Schritt sich neu melden zu dürfen. Die "Bedenken" darfst du aber auch um Unterstützung bitten, nicht allzu kritisch zu sein und einen kleinen Freiraumpuffer zuzulassen. Wenn du ein paar Schritte auf deinem Herzensweg gegangen bist mit den Bedenken im Gepäck, dann danke deinen Bedenken von Zeit zu Zeit für ihr "Mitdenken". Würdige diesen Anteil in dir und stoß ihn nicht weg.
Auch nach der Entscheidung bleibst du als Moderator die Begleitung von Herz und Verstand. Du kannst mit deiner Aufmerksamkeit wechseln. Mal bist du ganz im Herzen, mal ganz im Verstand, mal ganz in der Beobachtung und machmal in allem gleichzeitig.
Und dann? Dann lässt du alles ruhen und lässt geschehen, was immer auch geschieht.
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Dienstag, 23. Februar 2016

Einen Gutschein zum Kuscheln für dich!

Ein Kuschelgutschein!
Wem magst du so etwas schenken?
Von wem möchtest du einmal einen solchen geschenkt bekommen?

Hilfe, bloß nicht von Der oder von Dem!
Och, von Der oder Dem schon! Ganz leicht!
Von dir ja, ganz ganz gerne, aber -  traust du dich?
Ich dir einen Kuschelgutschein? Eigentlich ja, aber ich trau mich nicht!
Der Gutschein an sich ist ja ganz nett, aber die Umsetzung...
Ich werde jetzt schon ganz rot!
Ein "Nein" könnte ich nur schwer ertragen!
Wenn du mir schon die Hand geben würdest, wäre das auch in Ordnung!
Ein bisschen über den Arm wäre auch schön!
Muss nicht sein! Von einem Buch hab ich mehr!
In meiner Familie wurde nicht gekuschelt, ich weiß gar nicht wie das geht!
Ist das eine Anmache? Ich steh aber nicht auf dich!
Ist doch ganz natürlich, auch Schweine liegen gerne beieinander.

Wenn ich meinen Kuschelgutschein verschenke
steck ich ihn in einen Umschlag und klebe ihn gut zu.
Dann übergebe ich ihn ein wenig verschämt und sage beiläufig:
"Muss nicht sein, aber freuen täte ich mich!"

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Montag, 22. Februar 2016

Ubuntu - ich bin, weil du bist!





 
Mein altes Windows XP hatte irgendwann seinen Geist aufgegeben. Jemand empfahl mir als neues Betriebssystem für meinen alten Laptop „Ubuntu“.  Das Wort heißt in der einfachsten Übersetzung „Menschlichkeit“ und wird unentgeltlich angeboten, damit es jeder nutzen kann. Ein paar Tage später hörte ich dann folgende Geschichte im Radio. Auch wenn sie vielleicht nur er- oder gefunden wurde, gefällt sie mir. 
„Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes der Xhosa-Kultur ein neues Spiel an. Er stellte einen Korb voller Obst in der Nähe eines Baumes und sagte ihnen, wer zuerst dort ist, gewinnt die süßen Früchte. Als er ihnen das Startsignal gab, liefen sie alle zusammen und nahmen sich gegenseitig an den Händen, setzte sich dann zusammen hin und genossen ihre Leckereien.
Als er sie fragte, weshalb sie so gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie: “Ubuntu, wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?”
Ubuntu in der Xhosa-Kultur bedeutet: »Ich bin, weil du bist, und ich kann nur sein, wenn du bist.«.“

Die Geschichte habe ich dann bei netzfrauen.org wiedergefunden. Die Ubuntu Geschichte kannte ich bislang noch nicht. Sie hat mir gleich beim ersten Hören gefallen.

Wenn es eine Chance gibt, dass alle froh sein können, dann sollte man doch diese Chance ergreifen. Mir gefällt die Vorstellung beim eigenen Glück auch das Glück der anderen mit im Blick zu haben.

Noch mehr gefällt mir der Gedanke, dass diese Kinder das Spiel nicht mitgespielt haben. Aus dem Vorschlag des Anthropologen haben sie ihr eigenes Spiel entwickelt, nach ihren Ideen und Vorstellungen. Darin zeigen sie Unabhängigkeit, Weisheit und ein besonderes Gespür für die wichtigen Dinge im Leben.


Du lebst nicht allein auf einer Insel. Du bist immer in Verbindung im Zusammenhang mit vielen Menschen – in deiner Familie, in der Nachbarschaft, in der Stadt. Dein Glück hat Auswirkungen auf das Glück der anderen. Ich weiß nicht ob das geht, aber ich wünsche dir ein sattes „Ubuntu“.

Samstag, 20. Februar 2016

Bist du Träumer oder Realist?

Mich nerven diese Realisten. Sie sehen sofort, dass etwas nicht geht. "Denk doch mal nach! Das funktioniert nie! Das ist unlogisch!" Realisten haben den Überblick. Sie rechnen blitzschnell aus, ob die Ressourcen reichen. Ist genug Geld da? Wer hat die Fähigkeiten? Haben wir genug Zeit? Gibt es schon einen Plan? Das hat noch nie funktioniert und das kann auch nicht funktionieren.
Wenn der Motor kein Benzin mehr hat, kann er nicht fahren! Das sieht der Realist glasklar. Mit Träumen kommt da auch niemand weiter. Der Realist ist ein Meister der Machbarkeitsprüfung. Bei so manchen Bauprojekten waren bestimmt Träumer am Werk und die Realisten fehlten. Realisten haben halt einen Plan. An den kann man sich halten und der führt ordentlich von A nach B. Ganz zuverlässig!
Wenn sie nur nicht das Träumen verhindern würden. Da habe ich den Traum von einer besseren Welt und regelmäßig kommt ein Realist und macht mir meine Visionen kaputt. Darum sitze ich lieber mit Träumern zusammen. Was ist da nicht alles möglich! Da kann ich völlig neue Welten erschaffen. Abheben! Den klebenden Lehm der schweren Erde verlassen. Mich in luftige Höhen erheben. Gott sein!

Mich nerven diese Träumer! Sie haben den festen Boden unter den Füßen verloren. Diese Spinner! Von Träumen kannst du dir nicht eine Scheibe Brot kaufen. Aber Brot brauchst du zum Überleben. Da sitze ich mit Träumern zusammen und keiner fragt, wo ich am Mittag etwas zu essen her bekomme. Ständig haben sie irgendwelche abstrusen Ideen. Wenn ich dann frage: "Und? Wie setzen wir das jetzt um? Wer macht mit? Wo ist der Plan?" Dann werde ich mitleidig angeschaut. "Jetzt lass uns doch mal für einen Moment diese Idee entwickeln," höre ich dann. Ich sitze dann da und werde sauer. Nutzlos vertane Zeit! Es kommt nichts dabei heraus! Und außerdem gibt es nichts Gescheites zum Mittag!
Wenn diese Träumer nur ein wenig mehr Realität ins Leben lassen könnten. Fester Boden unter den Füßen. Wissen, wo du hingehörst. Klare Ziele vor Augen haben. Anpacken! Wissen, mit welchen klaren Schritten man zum Ziel kommt.

Ich liebe diese Träumer und diese Realisten. Wie schön, wenn es von allen diesen Spezies genug auf der Welt gibt. Die Träumer, die einfach ihrer Intuition folgen, sich inspirieren lassen und neue Ideen entwickeln. Diese Realisten, die wissen, wie man Träume umsetzen kann in die materielle Wirklichkeit. Wie schön, wenn beide sich als gegenseitige Bereicherung verstehen und ergänzen können.
Und du? Welche Anteile finden sich in dir? Wie viel Realität und wie viel Traum steckt in dir drin. Fühlt sich das stimmig an oder wäre es an der Zeit, einmal die andere Seite auszuprobieren!
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Freitag, 19. Februar 2016

Bist du verrückt?

Bist du verrückt? Ein "Verrückter" hat seinen Platz verlassen. Er steht nicht an seiner gewohnten Stelle. Wir nehmen in der Regel doch einen festen Platz im Leben ein. Meine Familie, meine Wohnung, meine Arbeit, meine Talente und Fähigkeiten, meine Gewohnheiten, meine Art zu Denken und zu Handeln. Je berechenbarer wir sind für uns selbst, desto sicherer fühlen wir uns.
Die Welt erweist sich als stabil und zuverlässig. Zugleich wünschen wir uns auch von den anderen, dass sie ihren Platz einnehmen. Die Führungskraft soll ordentlich führen. Die Kinder sollen die Schule besuchen und jedes Familienmitglied möge zuverlässig seine Aufgaben erfüllen. Wir achten darauf und tun jeden Tag etwas dafür, dass alles seinen gewohnten Gang geht.
Stell dir einmal vor, dass sich Menschen und Dinge verrücken. Zunächst einmal nur ein ganz klein wenig. Die Wohnung rutscht um zehn Meter nach links. Die Kinder kommen eine Stunde zu spät vom Sport. Der Arbeitgeber zahlt den Lohn am Neunten Tag des Monats. Die Autos halten zwei Meter hinter der roten Ampel. Die Kleidergrößen in der Boutique weichen um eine Größe nach oben oder unten ab. Die beiden Pole des Elektrosteckers rücken um wenige Millimeter auseinander. Überall verrückt sich also etwas nur ein klein wenig. Was würde passieren? Die Welt würde nicht mehr funktionieren. Sie würde aus den Fugen geraten. Wir kämen vielleicht noch so gerade zurecht. Aber nur wenige Millimeter bis Meter mehr - wir wären mitten im Chaos.
Ein Teil in uns weiß das. Ein Teil in uns weiß, dass für den "runden" Ablauf der Welt alles wie am Schnürchen klappen muss. Wie Zahnräder, die ineinander greifen. Manche denken, je präziser jeder seinen Platz einnimmt, desto zuverlässiger funktioniert die Welt. Ich glaube, das ist ein Irrtum.
Ein Herz schlägt immer mit einer leichten Unregelmäßigkeit, nicht präzise wie ein Uhrwerk. Untersuchungen zeigen, dass elektronische Musik mit einem ganz präzisen Muster sich negativ auswirkt auf das menschliche Körpersystem. Der Körper verträgt keine Präzision. Er mag es lieber so ungefähr.
Es braucht diesen kleinen Spielraum der scheinbaren Ungenauigkeit, der alles am "Leben" erhält. Wenn im Leben etwas zu starr wird geschieht etwas ganz interessantes. Einer verrückt sich und bringt das System aus dem Gleichgewicht. Einer wird also verrückt! Viele so genannte psychische Erkrankungen haben den Zweck, darauf hinzuweisen, dass im gesamten System der Beziehungen etwas nicht stimmt. Wenn eine Familie total zwanghaft ist muss ein Kind zum Ausgleich ausflippen. Wenn die ganze Familie den Glaubenssatz lebt: "Wir sind alle und immer gut gelaunt," wird ein Familienmitglied Depressionen bekommen. In einer total mutigen Familie bekommt ein Mitglied folglich Angst.
Die Könige in den Märchen wussten um diese Qualität. Wer regiert muss für Stabilität und Gerechtigkeit sorgen. Der Narr am Hofe spielt den "Verrückten", damit der König König sein kann. Der Verrückte hat also die Aufgabe dafür zu sorgen, dass das Leben wieder Freude macht.
Ich habe mal an einem Seminar teilgenommen und alle saßen brav auf ihrem Stuhl. Nur ein Teilnehmer setzte sich unter dem Stuhl. Total verrückt, nicht wahr? Alle sitzen also auf dem Stuhl und der Seminarleiter hat ein leichtes Spiel. Alle sind ja gleich geschaltet. Wenn jetzt einer sich unter den Stuhl setzt verstört er das ganze System. Das ist bestimmt nicht immer bequem und einfach. Ich habe viele Seminare und Weiterbildungen vergessen, aber dieser junge Mann unter dem Stuhl ist mir in Erinnerung geblieben. Da hat er doch eine wichtige Aufgabe erfüllt.
Und? Verspürst du ein wenig Lust, dich zu verrücken? Lust auf Leben? Auf Veränderung? Nur zu!
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Donnerstag, 18. Februar 2016

Lass mich! Ich muss mich da jetzt reinsteigern.


Ich gehöre eher zu den Menschen, die sich nicht in etwas reinsteigern. Mein erster Impuls bei aufregenden Situationen lautet: "Ich atme tief durch und beruhige mich." Darum ist das auch mein erster Impuls wenn jemand aufgeregt zu mir kommt. "Jetzt atme mal tief durch und beruhige dich erst einmal." Da trifft der Kopfmensch auf einen Bauchmenschen.
Inzwischen habe ich mitbekommen, dass ein Bauchmensch sich ordentlich in etwas reinsteigern muss. Er braucht das zur Psychohygiene. Das Reinsteigern ist notwendig, damit es irgendwann wieder abschwillt. Darum bemühe ich mich eher, das Reinsteigern zu unterstützen. So gut ich das als Kopfmensch kann. Ich kann mich nicht emotional mit reinsteigern, aber ich kann es verstehen und meine eigenen Beruhigungsimpulse beiseite lassen. Meine Lösung ist nur meine und jemand anders steigert sich lieber in etwas rein.
Hilfreich, wenn ich mich selber kenne. Wenn so ein Bauchmensch sagt: "Lass mich! Ich muss mich da jetzt reinsteigern," dann zeigt mir das, dass da schon Bewusstheit ist. So jemand steigert sich nicht automatisch in etwas rein, sondern mit Ankündigung. Das ist ein großer Entwicklungsschritt.
Manchmal kann ich als Kopfmensch mich auch in etwas hineinsteigern. Abgestandenes Essen in der Kantine. Lauwarme Suppe bei einer Hochzeit. Alte Kuchen. Ein Buffett, bei dem man verhungert. Und ein Buffet, das übertieben und überladen ist. Ich frage mich, woher ich das Thema mit dem Essen habe. Die Wurzeln müssen in der Kindheit liegen. Abmessen. Zuteilen. Einteilen. Knapp gehalten werden.
Wenn mich etwas ärgert, dann werde ich schnell zum Bauchmenschen. Das nächste mal probier ich es auch einmal so: "Lass mich! Ich muss mich da jetzt reinsteigern!"
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Mittwoch, 17. Februar 2016

Glück als Pause von Katastrophen

Glück ist, wenn die Katastrophe eine Pause macht. Ich kenne Menschen, die geraten von die eine in die nächste Katastrophe. Immer ist etwas los. Der erste Sohn verliert seinen Job. Der andere Sohn verliert seinen Führerschein durch zu schnelles Fahren. Der Mann geht fremd und die Tochter macht, was sie will. Die "Klangende" selbst leidet unter unerträglichen Rückenschmerzen. Alle Ereignisse verteilen sich nicht auf mehrere Monate sondern sind das Ergebnis von einer Woche.
Nach einer solchen Katastrophenwoche gibt es keine Pause. Es folgen die nächsten Hiobsbotschaften in dichter Folge. Ich frage mich dann, wie Menschen es schaffen, ständig Katastrophen an sich zu ziehen. Wie machen die das nur? Die Postkarte gibt mir eine mögliche Antwort. Wenn die Katastrophen mal kurz eine Pause machen, dann fühlt sich das Leben gleich wie ein unbeschreibliches Glücksgefühl an. Glück nicht als ein an sich positiver Wert sondern als Abwesenheit von Pech. Als Ruhephase in den Schicksalsschlägen. Ich habe eine Frau vor Augen, die mir häufiger von diesen Katastrophen erzählt. Merkwürdigerweise wirkt sie darin sehr lebendig und zugleich "lustvoll". Katastrophen als Droge? Bei uns ist wenigstens was los! Da schleicht sich bei mir ein Verdacht ein, dass manche Familienmitglieder solche Situationen geradezu gestalten, damit Mutti keine Langeweile bekommt.
Zugleich beruhigt es mich, dass selbst Katastrophen hin und wieder eine Pause brauchen, bevor sie wieder in Erscheinung treten. Es wäre doch schön, wenn auch die Medien "katastrophenfreie" Tage einrichten würden. Am Sonntag möchte ich einmal nur schöne Nachrichten hören. Da gibt es doch bestimmt genug von, die man erzählen könnte.
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Dienstag, 16. Februar 2016

Die Weisheit das Radfahrens


Das Leben ist wie Radfahren. Um in Balance zu bleiben musst du dich bewegen.

In uns Menschen gibt es zwei Prinzipien. Wir möchten gerne festhalten, was uns lieb und teuer ist. Wir fühlen uns wohl in unserer Familie und in unserem Haus. Wir pflegen immerwiederkehrende Rituale wie Weihnachten und die Kaffeestunde am Sonntag. Jedes Familienmitglied sitzt immer auf dem gleichen Platz am Küchentisch und die Brötchen kommen vom Lieblingsbäcker. Feste Gewohnheiten geben uns Halt und Sicherheit. Sie vermitteln das Gefühl von Zuverlässigkeit. Du hast einen festen Platz und du gehst nicht verloren. Die Gefahr besteht darin, im Laufe der Zeit zu erstarren.
Rituale stimmen irgendwann nicht mehr. Die Familie fällt irgendwann an Weihnachten auseinander. Die Kinder gründen eigene Familien, die ältere Generation stirbt. An Silvester sehen wir das Extrembeispiel im "dinner for one". Miss Sophie hält ihre Welt zusammen, indem sie mit ihren längst verstorbenen Freunden speist. Starre Systeme sind irgendwann tot.
Das zweite Prinzip besteht im Wandel. Alle Systeme verändern sich. Ständig. Alles ist in Bewegung. Darum gleicht unser Leben eher dem Radfahren. Das Rad selbst hat eine "starre" Struktur, aber es trägt die Bestimmung in sich, beweglich zu sein. Wir atmen ein und aus und fühlen und in dieser permanenten Bewegung lebendig.
In den asiatischen Kampfsportarten gibt es das Bild von der Kiefer im Unterschied zur Weide. Wenn du im Kampf starr wie eine Kiefer bist, wirst du im Sturm zerbrechen. Wenn du aber beweglich und biegsam bist wie ein Weide, wirst du den Angriffen ausweichen können. Du nimmst sogar die Energie des Angreifers auf und wandelst sie für dich um.
Es gibt also das Prinzip der Ruhe, Beständigkeit und Kontinuität auf der einen Seite und die Bewegung, den Wandel auf der anderen Seite. Weder das eine noch das andere Prinzip für sich allein ist erstrebenswert. Es geht um die Balance. Darum richte deine Aufmerksamkeit weder auf starre Rituale noch auf ständige Veränderungen sondern auf die Balance. Wenn du diese Balance verloren hast, dann gibt es dir gerade einen Hinweis auf eine Einseitigkeit in deinem Leben. Und du kannst korrigieren - oder vom Rad fallen ?!
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Montag, 15. Februar 2016

Sei einfach du selbst!


Sei einfach du selbst! Die Einladung klingt verlockend. Alle anderen gibt es schon. Da schwimmt ein Fisch gegen den Strom um deutlich zu machen, dass er sich unterscheidet. Dieser Fisch ist rot und die anderen Fische sind alle blau. Die anderen sind gleichförmig und schwimmen alle in eine Richtung. Sei einfach du selbst! In rot und die eigene unabhängige Richtung einnehmen.
Wie gesagt, die Einladung klingt verlockend. Doch wer ist dieses "du selbst"? Macht es meine Kleidung aus, mein Verhalten, mein Besitz, meine Art und Weise, da zu sein? Meine eigenen Meinungen, die auch mal gegen den Strom gehen dürfen? Bin das ich selbst?
Ich schaue in mich hinein und stelle fest, dass es unglaublich viele Glaubenssätze meiner Eltern in mir gibt. "Das kannst du nicht!" - "Du musst perfekt sein!" - "Du bist ein Pechvogel" - "Das geht so nicht!" Und immer wieder habe ich versucht, da etwas zu korrigieren. Meine Eltern waren ja viel klüger als ich. Ich wollte ja auch, dass sie mich lieb haben. Und ich hatte geglaubt, wenn ich alles so mache, wie meine Eltern es sich vorstellen, dann werde ich sehr geliebt. Erst als Erwachsener habe ich gemerkt, vie viele Anteile meiner Eltern in mir sind und wie wenig ich weiß, wer ich denn selber bin. Die Rechung heißt: "Ich selbst" - "Anteil der frühkindlichen Autoritäten" = ?
Sei einfach du selbst! Jeder Mensch auf dieser Welt steht in der Verantwortung der "Selbstwerdung". Auch die anderen sind nicht einfach einheitsblaue Fische. Sie alle sind sie selbst! Es stimmt, dass wir von unserem Elternhaus, der Schule und der Kirche geprägt sind. Geschenk und Hypothek zugleich. Dennoch bleibt die Verantwortung und Aufgabe bei dir, daraus etwas zu machen. Du kannst alte Glaubensmuster hinterfragen, verändern und sogar auflösen. Du bist wie ein Rohdiamant, der immer wieder an sich arbeitet, bis er sich von allen Seiten her in Vollkommenheit zeigt. Und diese Vollkommenheit gab es schon von Anfang an. Du musst nur wiederherstellen, wie du vom Ursprung her gedacht warst. Werde also die und der, die und der du bist und immer schon warst!
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Sonntag, 14. Februar 2016

Mein Gruß zum Valendienstag am Sonntag :-)

Nein, es handelt sich nicht um einen Schreibfehler. Ich meine wirklich Valendienstag mit D. Wie komme ich zu diesem Wort?
Eine Freundin erzählte mir von einer rührenden Begegnung. Sie ist in der häuslichen Krankenpflege tätig und hat an einem Dienstag im Februar von einem alten Herren eine Schachtel Pralinen geschenkt bekommen. Verwundert und sprachlos schaut sie ihn an. "Womit habe ich das verdient?" "Ich habe keinen Geburtstag! Ist heute was besonderes?" Der alte Herr macht meine Freundin darauf aufmerksam, dass heute Valendienstag sei. Tatsächlich verschenkte er seine Pralinen an einem Dienstag. Gemeint hatte er den Valentinstag mit T. Verstanden hatte er bislang, dass man Frauen an einem Dienstag, eben dem Valen - Dienstag mit Blumen oder Pralinen beschenkt.
Eine wunderbare Verwechslung. Das wäre doch eine prima Idee, die die Welt bereichern würde. Jeder Dienstag ist ein ValenDienstag. Ein Tag reserviert für die Liebe! Der Liebe tut es gut, an eine wichtige Stelle gesetzt zu werden. Im Gedenken an den heiligen Valentin erheben wir den Dienstag zum Valen-Dienstag. Wir stellen uns in den "Dienst" der Liebe!


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Samstag, 13. Februar 2016

Flanieren durch die Fastenzeit: Der Weg vom Müssen zum Dürfen



Auf den ersten Blick hat die Zeit des Fastens so einen strengen und ernsthaften Charakter. Du kommst gerade von den noch nicht erfüllten Vorsätzen zu Beginn des neuen Jahres hin zu den neuen Vorsätzen der Fastenzeit. Du beginnst mit einer gewissenhaften Plänen von gewisser Schwere das neue Jahr, machst eine kleine karnevalistische Pause und gehst dann zielstrebig, planvoll, angestrengt, strukturiert, moralisch hochwertig, sinnerneuernd und spirituell vertiefend in eine vierzigtägige Buß- und Fastenzeit. Verlockend finde ich das nicht gerade. 
Ich las vor kurzem einen inspirierenden Satz von dem Schriftsteller Franz Hessel: „Hierzulande muss man müssen, sonst darf man nicht. Hier geht man nicht wo, sondern wohin. Es ist nicht leicht für unsereinen.“
Der Titel des dazugehörigen Buches lautet in epischer Breite: „Spazieren in Berlin: Ein Lehrbuch der Kunst in Berlin spazieren zu gehen ganz nah dem Zauber der Stadt von dem sie selbst kaum weiß.“
Die Idee des Flanierens hat Hessel dabei aus seinen  Pariser Jahren (1906-1914) mitgebracht. Flanieren bedeutet: Entspannt zu bummeln. Müßig umher-, oder auf- und ab zu schlendern ohne Ziel!
„Man muss müssen wenn man nicht dürfen darf“, hieß die Variation im Radio. Bei diesem Satz blieb ich einfach gedanklich stehen. Mir ist das „Dürfen“ nicht so vertraut. Das „Müssen“ kenne ich sehr gut, auch wenn ich es eigentlich nicht will. Mein Leben fühlt sich so zielgerichtet an. Ich habe meinen Tag gut strukturiert. Ich gehe regelmäßig zur Arbeit und komme selten zu spät. Wenn ich zu spät komme bleibe ich zum Ausgleich auch länger. Ich habe Einkauf, Müllentsorgung und sonstigen Haushalt treu und zuverlässig im Blick. Die Staubecken vielleicht nicht, dafür aber die Bügelwäsche. Ich schreibe regelmäßig meinen Newsletter und bediene treu meine anerzogenen Anteile von Zuverlässigkeit und christlicher Tugend.
Da kommt mir auf einmal so ein ketzerischer Gedanke: „Brauche ich eigentlich noch die Fastenzeit? Noch bewusster ernähren? Noch liebevoller sein? Noch nicht genug? Noch mehr müssen?“ Immer scheint es nicht genug zu sein! Ich höre von der Idee, dass die Fastenzeit eine Zeit ist, in der du bewusst mit dir umgehst. Außerhalb nicht? Wenn du das ganze Jahr hindurch achtsam und liebevoll mit dir und mit den anderen umgehst, wann machst du mal eine Pause davon? Wann ruhst du dich aus?
„Man muss müssen wenn man nicht dürfen darf.“ Ich stelle mir vor, dass ich heiter und beschwingt durch die Fastenzeit flaniere. Ich spüre auf einmal eine Art Leichtigkeit und Entlastung im Körper, im Geist und in der Seele! Ich schaue mal hier und mal da hin. Ich verweile und gehe dann weiter. Ich nehme wahr, wie ich laufe. Dass ich laufe. Mal bedächtig und dann vielleicht noch bedächtiger. Aber vor allem ohne Müssen. Ich setze mich hin und beobachte das Treiben um mich herum. Ich sehe all die Menschen mit einem „Wohin“ in ihrer Zielgerichtetheit und bleibe beim „Wo“. Wo bin ich jetzt gerade?
Wer bin ich, wenn ich nichts tue? Wenn ich ganz aus der Anstrengung herausgehe. Wenn ich nur darf und überhaupt nicht mehr muss. Ich lasse es vollkommen zu, dass ich für einen Moment nur sterben muss, aber sonst nichts. Ich muss mich nicht um meine Familie kümmern, nicht um meine Arbeit, nicht um meine religiösen Ansprüche, nicht um Gebote oder Verbote. Ich kümmere mich nicht um die Glaubenssätze aus meiner Kindheit die da lauten: „Du kannst nichts richtig machen.“ – „Mit dir stimmt was nicht.“ – „Du bist nicht wichtig.“ – „Du bist schuldig.“ – „Du bist falsch.“ Ich kümmere mich auch nicht um Sätze wie: „Wenn du das nicht machst dann...“ – „Wenn ich nur nicht so einsam wäre...“ Ich lasse auch Verzweiflung, Isolation, Scham, Ohnmacht, Zurückweisung, Selbstverachtung gar nicht an mich herankommen. Wenn ich dieses Geschäft „ernsthaft“ betreibe komme ich mir gleich fremd vor. Die „Müssenkleider“ passen mir so gut und sind mir so vertraut. Sie sitzen schlecht, passen nicht und sehen auch nicht gut aus. Aber sie sind vertraut!
Für einen Moment lasse ich das Andere zu. Ich bin ein Flaneur des Lebens! Ich mäandere hin und her und schaffe mir einen virtuellen Spazierstock an mit silbernem Knauf.  Ich lasse mich durch die inneren Straßen meines Lebens treiben und verweile mal hier und verweile mal da. Ich vermeide jeden Hauch von Anstrengung und mache um jedes „Müssen“ einen großen Bogen. Um Jedes! Um jedes Müssen doch wohl nicht, dann die Vermeidung von Müssen könnte ja auch wieder ein „Muss“ werden. Also kein: „Ich muss das Müssen unbedingt verhindern.“
Da lese ich im Matthäusevangelium: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“ (Mt 6,6-18)
In mir taucht der Verdacht auf, dass Jesus auch ein Flaneur war. „Wasch dein Gesicht und salbe dein Haar!“ Mach dich also schön! Entspanne dich! Befreie dich vom Trübsinn.
Da hat er mich doch kalt erwischt. Zwar bin ich nicht trübsinnig aber manchmal nah dran. Wenn ich zu viel mache. Wenn ich zu sehr in die Anstrengung gehe. Wenn ich alles richtig machen will. Wenn ich immer ernst und gedankentief sein möchte. Ich gestehe da meine Armut ein, dass ich nicht wirklich flanieren kann. Also – durch die Fastenzeit zu flanieren ist für mich eine große Herausforderung.
Dabei werde ich nach diesem Leben in der Ewigkeit vermutlich nur noch flanieren. Ich werde heiter und beschwingt bummeln von Seele zu Seele und hier und da verweilen wo es mir gefällt.
Der Gedanke von Franz Wessel ist hundert Jahre alt und aktueller denn je. „Hierzulande muss man müssen, sonst darf man nicht.“ „Hierzulande“ heißt bundesweit! Meine Nachbarn, meine Familie, die Politiker, die Händler und alle anderen auch. Es gibt keine „Müssensfreie Räume!“
Mir kommt da eine Idee, eine mögliche Fastenidee! Nimm doch mal ein Blatt Papier und einen Stift. Dann unterteilst du das Blatt in zwei Spalten. In die linke Spalte schreibst du: „Das muss ich machen...“ In die linke Spalte schreibst du: „Das darf ich sein.“ Dann schreibst du auf, was dir dazu einfällt. Dabei beobachte dich aber zugleich, welche Gefühle während des Schreibens entstehen. Welche Spalte geht dir leichter von der Hand? Welche verborgenen Instanzen stecken hinter dem „Müssen?“ Welche Autoritäten aus Kinderzeiten sprechen da zu dir? Wie hast du dich weiter entwickelt? Magst du dir neue Erlaubnisse erteilen jenseits deiner Erziehung? Kannst du durch die Fastenzeit flanieren ohne dass da eine innere Stimme sich meldet, die da sagt: „Das geht aber nicht! Wenigstens ein kleines Ziel solltest du dir vornehmen!“
Flanieren durch die Fastenzeit würde für mich heißen: Ich gehe in die große Erlaubnis, einfach da zu sein. Und die erteile ich mir selbst. Ich beobachte mein geschäftiges Tun von außen und lächle mir wohlwollend zu. Ich halte einfach inne und bin zweckfrei da. Ich schaue aus dem Fenster und lehne mich zurück. Dabei halte ich mich an das, was Jesus im Evangelium sagt. Das alles mache ich völlig im Verborgenen! Ich spreche mit niemandem darüber. Das wird sich alles in meinem Herzen abspielen. In meinem Herzen werde ich verborgen durch die Fastenzeit flanieren und mich wie ein Engel fühlen. Engel können fliegen weil sie das Leben leicht nehmen.

Freitag, 12. Februar 2016

Resteverwertung!

Wenn meine Mutter für die Familie kocht, gibt es keine Reste. Sie kann sehr genau kalkulieren und weiß, wie viel jedes Familienmitglied isst. In meiner Küche gibt es immer einen Rest. Die Reste wandern in ein kleines Töpfchen und dann? Ja dann kommt die große Frage: Was damit anstellen! Manchmal sammle ich die Reste und es gibt ein Essen mit mehreren Gängen. Manchmal ist ein Rest aber auch die Grundlage für etwas völlig Neues. Ein Gemüse wird zum Bestandteil eines Salates und um den Rest Nudeln sammeln sich die Zutaten für ein ganzes Gericht. 
"Der Rest von etwas" lädt zum Philosophieren und Nachdenken ein und ist immer eine besondere Herausforderung. Der Rest drückt aus: Hier geht etwas zu Ende. Da hört etwas wirklich auf. Die restlichen Gäste einer Party gehören zu denen, die Das Ende gestalten werden. Sie können ein furioses Finale einleuten oder nach und nach still verschwinden. 
In der Kirche spricht man manchmal vom "Heiligen Rest" und meint damit diejenigen, die sich noch nicht verabschiedet haben. Auch dieser "Rest" steht in einer besonderen Verantwortung, weil sie den Übergang gestalten oder den Untergang hautnah erleben. So, wie man mit dem Rest eines Essens etwas völlig Neues beginnen kann, können das auch "Reste" von Gruppen tun. Eines muss dabei klar sein. Das Alte ist vergangen und lässt sich nicht einfach wieder herstellen oder so wiederbeleben. Ein gegessenes Essen ist Vergangenheit. Der Rest einer Gruppe sollte sich darum gut überlegen, wie es weitergehen kann. Der "Rest" kann etwas völlig Neues beginnen oder sich selbst verwalten bis zum Tod. Manche entscheiden sich auch zur Vereinsgründung.
Resteverwertung finde ich gut! Es macht deutlich: Ich muss nie von einem Punkt Null beginnen. Es ist schon der Anfang von Etwas da! Welche Reste befinden sich in deinem "äußeren" oder inneren "Kühlschrank" und warten auf Verwertung? 

Donnerstag, 11. Februar 2016

Sei achtsam mit dir selbst!



Wenn du am Morgen deine Beine aus dem Bett hebst bleib für einen Moment auf der Bettkante sitzen und besinne dich: Was wünsche ich mir für den heutigen Tag?

Wenn du beim Frühstück in dein Brot beißt, mach eine kurze Pause. Was esse ich hier eigentlich?
Wenn du unterwegs bist, mach eine kurze Pause. Lass die Welt für einen Augenblick still stehen. Wenn du die Zeitung liest, mache beim Lesen eine kurze Pause. "Was habe ich da gerade gelesen?" Wenn du mit jemanden sprichst unterbrich deine eigene Rede und mache eine kurze Pause.
Mit jeder Unterbrechung wirst du dir deiner selbst gewahr. Du steigst aus aus dem Alltagsgeschäft und spürst dich selbst.
Wenn du anfängst wahrzunehmen kommst du in den Genuss des Hier und Jetzt.
Ich wünsche dir den Genuss des Augenblicks, wo du dich unterbrichst um dir zu begegnen.

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Mittwoch, 10. Februar 2016

Gartenarbeit als Therapie!

Bist du krank? Hat der Arzt eine Diagnose gestellt? In unserem Denken gibt es so etwas wie eine Kette der "Krankheitsabläufe". Du fühlst dich nicht gut, körperlich oder psychisch. Wenn es leichte Symptome gibt hoffst du, dass sie schnell vorübergehen mit oder ohne Hausmittel.
Wenn die Symptome nicht weggehen oder sich sogar drastisch verstärken gehst du zu dem Arzt, der zuständig ist. Der Arzt fragt, beobachtet und untersucht. Anhand der Kriterien seines Wissens, seiner Erfahrungen und seines Wertesystems stellt er eine Diagnose. Er sagt also: "Du hast dieses oder jenes!" Dann verordnet er etwas, das deine Situation hoffentlich verbessert, womöglich sogar dich heilt. Das Verfahren dazu nennt sich Therapie. Dir wird also ein Verfahren, ein Weg vorgeschlagen, der zur Heilung führt. So hilft bei Kopfschmerzen dieses Medikament, bei Depressionen wiederum ein anderes Medikament.

Jetzt steht da auf meiner Spruchkarte: "Gartenarbeit ist die billigste Therapie und du bekommst sogar Tomaten." Einfach genial! Da kommt mir ein verwegener Gedanke! Wenn ich krank bin, dann bin ich nicht krank! Es fehlt mir etwas zur vollständigen Gesundheit. Ich bin also nicht so ganz gesund. Aber ich bin auch nicht zu 100 % krank. In mir gibt es immer noch gesunde Anteile! Die Gartenarbeit nimmt diese Wirklichkeit in den Blick. Du verbindest dich mit deinen Selbstheilungskräften und gehst in das Vertrauen. Du erlebst die Natur als ein Werden und Vergehen. Du säst und du erntest. Indem du dich im Garten bewegst und ihn hegst und pflegst, tust du auch etwas für dich. Jenseits von ärztlichen Verordnungen gehst du deinen eigenen Weg der Heilung. Du merkst es nicht einmal! Du hälst auf einmal Tomaten in der Hand und wunderst dich über das Wunder! Deine Zellen wissen, was ihnen gut tut! Deine Seele ist auch wie ein Garten. Schenke ihr Wohlwollen, Mitgefühl und Freundlichkeit. Du wirst dich wundern, wie "therapeutisch" dieser Weg ist!
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Dienstag, 9. Februar 2016

Nimm dir, was du brauchst.


Nimm dir so viel du willst!
Ich gebe dir, was ich kann.
Nimm dir etwas davon!
Ich gebe dir, was ich so meine was richtig ist.

Nimm dir und achte darauf, dass es für alle reicht!
Ich gebe dir, was dir zusteht.
Nimm dir reichlich!
Ich gebe dir, was ich übrig habe.

Nimm dir wenigstens etwas davon!
Ich gebe dir, was ich nicht mehr brauche.
Nimm dir solange noch etwas da ist!
Ich gebe dir so viel, dass du etwas weiter kommst.

Nimm dir alles!
Ich gebe dir alles.
Nimm dir, was du brauchst!
Ich gebe dir so viel wie du brauchst

Was ist das richtige Maß? Braucht es ein Maß? Wir leben in einer Schöpfung voller Überfluss. Es wird für alle reichen. Damit es für alle reicht braucht es ein bestimmtes Bewusstsein.
Wenn ich meinen ganzen "Besitz" als Leihgabe verstehe dann muss ich nicht darum kämpfen. Es gehört mir ja nicht. Ich muss es nicht mit Zähnen und Klauen verteidigen. Ich werde nicht zum Tier. Ich darf die Dinge nutzen, die mein Leben unterstützen und ausdrücken. Ich empfange und gebe weiter. Ich befinde mich in einem Kreislauf von Geben und Nehmen. In der Spruchkarte befindet sich das "du" in einem roten Herzen. Wenn ich in der Liebe bin, also im Kreislauf von Empfangen und Schenken, dann wird sich fast alles automatisch regeln. Es folgt den Regeln des Herzens. Das Herz sagt: "Es ist genug da! Es wird für alle reichen! Es wird noch etwas übrig bleiben! Hab Vertrauen und überwinde deine Angst! Du musst nichts festhalten!"
Dann fängt der Erste an und hält fest. Er hat Angst, dass es nicht reicht. Er sorgt vor. Er legt sich nicht nur einen kleinen Vorrat für den Tag an, sondern ein "Vermögen". Er merkt nicht, wie das "Mögen" mit dem "Vermögen" verschwindet. Und schon befindet er sich in einer Welt, die sich unterscheidet von der "Herzenswelt". In der Herzenswelt befindet sich alles im Fluss des Vertrauens. Für dich ist gesorgt! Nimm dir also das, was du brauchst!
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Montag, 8. Februar 2016

Du bist du und noch viel mehr! ... einfach ganz besonders.

Du bist wunderbar! Wie wunderbar!
Hat dir jemand mal gesagt, dass du wunderbar bist? Dein Kind, deine Eltern, dein Mann oder deine Frau, deine Freundin oder dein Freund? Also, du bist wunderbar! Du bist wirklich einfach ganz besonders. Du bist toll! Du bist außergewöhnlich! Du bist großartig!
Hältst du es noch aus oder hörst du auf zu lesen. Kommt bei dir jetzt ein "Ja"! "Ich bin wunderbar! Wie schön!" Oder kommt eher eine Reaktion wie: "Na ja, vielleicht manchmal! Eher aber nicht! Das ist doch übertrieben! Da kommen mir gleich meine Fehler und Einschränkungen in den Sinn. Das meinst du doch nicht wirklich. Außerdem kennst du mich ja gar nicht. Du weißt nicht, wer hier diesen Text liest. Wenn du mich wirklich kennen würdest. Wenn du wüsstest, wie schlecht gelaunt ich oft bin. Wenn du wüsstest, wie oft ich meine Freundinnen und Freunde vernachlässige! Wenn du wüsstest, wie oft ich eine Maske trage um meine Traurigkeit zu verbergen. Wenn du das wüsstest und noch viel mehr, dann könntest du das nicht mehr sagen."
Ein Teil in dir wünscht sich dennoch diese Bestätigung. Du bist wunderbar! Davon lebst du, Das richtet dich auf und macht dich ein paar Zentimeter größer. Und ein anderer Teil will es nicht hören. Kann es kaum aushalten. Ist es nicht gewöhnt. Im Alltag hörst du eher deine Defizite. Das hast du nicht richtig gemacht. Dies könntest du noch verbessern. Trotzdem: Du bist wunderbar!
In einem Seminar hatte eine Teilnehmerin eine Differenz mit dem Seminarleiter. Da kam ein Gefühl von Ärger hoch. Der Ärger bewirkte zunächst eine Trennung. "Der Seminarleiter ist blöd. Der ist ja sooo klug! Dieser Besserwisser! Ich fand ihn mal richtig gut und ich mochte ihn. Jetzt zeigt er aber sein wahres Gesicht. Er kann nichts anderes neben sich gelten lassen. Ist halt ein Sonnenkönig! Ein Superguru!" Daraufhin sprach der Seminarleiter diese Teilnehmerin an so ungefähr mit den Worten: "Da merke ich jetzt Ärger. Ich bin trotzdem mit dir in Verbindung. Spürst du das? Merkst du, dass ich bei dir bin und dich mag ganz unabhängig davon, ob da jetzt eine Meinungsdifferenz da ist oder ein Ärger! Spür einmal nach!" Da wachte die Teilnehmerin auf und ihr wurde klar, dass das Gefühl von Trennung nicht nötig ist. Sie konnte wieder in Verbindung gehen. Mir hat das sehr gefallen. Denn es hat einen Unterschied gemacht zu sonstigen Erfahrungen.
Wenn wir uns über jemanden ärgern gehen wir in der Regel in die Trennung. Wir wollen mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Wir wenden uns ab. Kannst du dir vorstellen, dass du zugleich den Ärger spürst, aber dich nicht trennst sondern in Verbindung bleibst? "Ich ärgere mich jetzt. Aber du wirst es nicht schaffen, dass ich mich von dir trenne. Ich kann immer noch das Wunderbare in dir wahrnehmen und freue mich, dass ich etwas davon bekomme!"
Also noch einmal. Du bist wunderbar! Trotz und jenseits aller Defizite und Mängel. Du bist einfach ganz besonders. Dafür musst du nichts tun! Gar nichts!
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Samstag, 6. Februar 2016

Vom Mond aus betrachtet spielt das Ganze gar keine so große Rolle

Vom Mond aus betrachtet existiere ich gar nicht.
Vom Mond aus betrachtet wirkt ein Flugzeug nicht einmal wie ein Papierflieger.
Vom Mond aus betrachtet kleben wir wie Steine fest am Boden.
Vom Mond aus betrachtet ist Europa ein Klebepunkt.

Wenn du in einer Krise steckst dann steig für einen Augenblick aus deinem Körper und beame dich auf den Mond. Was wird da aus deiner Krise? Dann steige in ein Raumschiff und fliege vom Mond auf die Erde zu. Immer näher hin zu deiner Krise. Ab wann wirst du die Krise wieder spüren und ab wann hat sie dich wieder, die Krise?
Setz dich auf einen Stuhl und stelle folgende Fragen:
"Wenn dich deine Urgroßmutter im Himmel jetzt sähe, was würde sie denken, fühlen und dir sagen oder wünschen angesichts deiner Krise?"
"Wenn der erste Mensch dieser Erde dich jetzt sähe, was würde er denken, fühlen und dir sagen oder wünschen in dieser Situation?"
Was würde ein Darmbakterium dir von deinem Leben erzählen? Was würde der Stuhl sagen auf dem du sitzt? Was erzählt der Pullover von deiner Haut und der Schuh von deinem Schweiß?
Wandere mit deiner Aufmerksamkeit hin zu all diesen Punkten und betrachte dein Leben aus unterschiedlichen Perspektiven. Was verändert sich bei dir, wenn du das machst?" Vom Mond aus betrachtet spielt manches keine so große Rolle als wie von innen drin.
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Freitag, 5. Februar 2016

Ich atme. Produktiver wird es heute nicht mehr.

Wenn ich atme ist das schon viel. Es ist quasi alles. Wenn ich mich erschrecke dann stockt mir der Atem. Für einen Augenblick höre ich auf und unterbreche das Leben. Ich muss den Augenblick nur lange genug hinauszögern, dann könnte aus dem Erschrecken der Tod kommen. Ich würde aufhören zu atmen und dann aufhören zu leben. Insofern ist atmen alles!
Was geschieht wenn ich atme? Ich versorge mein ganzes Körpersystem mit Sauerstoff. Da sind Milliarden von Zellen am Werk. Unglaublich viele Kreisläufe und Systeme sorgen hochkomplex dafür, dass ich lebe. Jahr für Jahr, Tag für Tag, Stunde für Stunde, Sekunde für Sekunde, Augenblick für Augenblick. Atmen ist hoch produktiv. Ich könnte mich hinsetzen und sagen: "Für den Rest des Lebens beschränke ich mich auf das Atmen." Wenn du das bewusst tätest mit voller Achtsamkeit und das für jeden Moment. Was glaubst du, würde dann geschehen? Du würdest also deinen Atmen in jedem Augenblick bewusst wahrnehmen. Meine Vermutung? Es würde dich zur Erleuchtung führen! Wie viele Atemzüge hast du einmal geschafft, bewusst wahrzunehmen. Schon nach wenigen Atemzügen schleicht sich bei mir in der Regel der erste Gedanke ein. Dann bin ich weg vom Wahrnehmen. Ich denke und lande in Gedankenschleifen.
Wenn ich wirklich einmal atmen täte und das über einen ziemlich langen Zeitraum und wenn ich das bewusst täte... das wäre so produktiv wie das Leben produktiver nicht sein könnte. Kennst du übrigens alle Atemräume in deinem Körper? Du wirst dich wundern wie viele es davon gibt!
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Donnerstag, 4. Februar 2016

Der Dreh beim positiven Denken


Positives Denken funktioniert nicht wirklich. Das behaupte ich mal einfach. Die Bücher darüber verkaufen sich zwar toll. Allein die Vorstellung, dass das Lesen eines solchen Buches über positives Denken dir hilft, beflügelt dich.
Aber mal ehrlich. Hilft positives Denken wirklich? Ich erlebe eher, dass die Menschen, die es versucht haben, daran scheiterten und am Ende noch enttäuschter waren.
Positives Denken kann auch nicht helfen, weil es die Programme im Unterbewusstsein nicht berücksichtigt. Wenn du kein grundsätzliches Vertrauen ins Leben hast vom Bauch und vom Herzen her, dann helfen keine noch so klugen Sprüche. Deine einschränkenden und negativen Glaubenssätze machen dir das alles in Windeseile kaputt.
Da lese ich diese Spruchkarte und empfange eine interessante Botschaft. Positives Denken ist nutzlos. Und "immer" ist sowieso eine Überforderung. Wenn da in diesem O auf der Spruchkarte nicht ein Smiley wäre. Da grinst mich in diesem Buchstaben das Gesicht an und löst ein Gefühl aus. Das trifft mich ins Herz. Das freundliche Gesicht erweitert die Perspektive über das Kopfspektrum hinaus auf den Herzensbereich. Alles wird gut!
Es kommt also nicht auf das positive Denken an sonder auf die "Arbeit" mit den tieferliegenden Schichten in dir. Wenn du entspannt und gelöst bist brauchst du nicht mehr positiv Denken. Du bist ja im Vertrauen. Du bist! Mehr braucht es nicht!
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Mittwoch, 3. Februar 2016

Nö einfach Nö


Das möchte ich gerne: Einfach mal "Nö" sagen. Kein hartes und sich erkämpftes "Nein!" "Nein!" klingt eben machmal so abweisend. So gefühlskalt! Nein fragt manchmal nach eine guten Begründung. Ich muss mich rechtfertigen oder wenigstens um Verständnis werben. Ein paar Worte vor und/oder hinter dem "Nein!"
"Kommst du zu meiner Feier?" Da kannst du nicht einfach "Nein!" sagen, oder? Du sagst vielleicht eher einen Satz in Watte wie: "Danke für die Einladung. Ich wäre ganz gerne gekommen und ich freue mich total, dass du an mich gedacht hast. Dass ich so wichtig für dich bin. Jetzt habe ich für den Tag aber schon lange etwas geplant und ich bedauere es sehr, dir absagen zu müssen."  Das ist ein Satz mit einem Nein in totaler Watte.
"Kommst du zu meiner Feier?" Antwort: "Nö, einfach nö!" Ohne Schnörkel. Ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung. Und sogar mit einer gewissen Leichtigkeit. Ich könnte "Ja" sagen aber ich sage einfach mal "Nö". Jetzt sage ich es mal einfach so. Morgen könnte es auch anders sein. "Nö"!
Du riskierst ein wenig Irritation vielleicht sogar den Erhalt der Freundchaft, Gegenwehr, Ärger- oder Traurigkeitsgefühle. Du machst es einfach ohne Abwägen. Ohne Hin und Her. Einfach so. "Nö!"
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Dienstag, 2. Februar 2016

Einzelstück!


Immer wieder finde ich sie: Die Einzelstücke! Dieser Pullover ist ein Einzelstück. Er wurde nur einmal hergestellt. Diese Skulptur ist auch ein Einzelstück!
Auf Weihnachts- oder Handwerksmärkten finde ich Stände mit lauter Einzelstücken. Jeder Kuchen, den ich backe, ist ein Einzelstück. Einzelstücke heben sich aus der Masse des Gewöhnlichen hervor. Da steckt ein unglaublicher Reichtum drin! Eine kreative Idee. Sorgfalt. Zeit. Geduld. Kompetenz. Inspiration. Handwerkliches Geschick. Gedanken. Ideen. Schweiß. Ärger. Widrigkeiten. Freude. Liebe. Ganz viel von der Persönlichkeit des Schöpfenden.
Im Einzelstück offenbart sich der Schöpfer, die Schöpferin! Jedes Einzelstück ist ein Hinweis darauf, dass die Massenwaren uns noch nicht völlig überflutet haben. Jedes Einzelstück gibt ein Zeugnis von Einmaligkeit, Unverwechselbarkeit und Originalität.
Mehr noch als jeder Schrank, jede Skulptur, jeder Kuchen und jedes Bastelstück. Mehr noch als jedes Haus und jedes Kleidungsstück oder sonst von Menschen geschaffenes Objekt bist du ein Einzelstück. Du bist ein Einzelstück in hoher Potenz. In einer anderen Dimension. Nicht von Menschenhand gestrickt, aber dennoch mit Idee und unglaublicher Präzision. Du bist ein unglaubliches Einzelstück.
Wenn nicht schon Eines an meiner Seite wäre, das mein Leben ausfüllt, würde ich dich wählen. Weil auch du ein so kostbares Einzelstück bist. Für dich ließe ich alle meine "materiellen Einzelstücke" liegen und stehen. Sie kommen mir bedeutungslos vor, wenn ich dich anschaue. Du Einzelstück! Du geheimnisvolles Etwas! Du Unbegreifliches! Du Wunder! Du Wundervolles!
Und? empfindest du dich aus so? Oder liebst du deinen "einmaligen Strickpullover" mehr als dich selbst! Du und ich, wir sind beide unglaubliche Einzelstücke! Happy day!
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Montag, 1. Februar 2016

Wenn dich dein Leben nervt, streu Glitzer drauf.


Wenn eine frische Decke auf meinen Tisch kommt geb ich mir sehr viel Mühe, ja keinen Fleck zu produzieren. Und? Gelingt mir das? Schon bei der ersten Tasse Kaffee gibt es den ersten Fleck. Entweder schlabbert die Kanne beim Einschütten in die Tasse, die Tasse macht einen Ring, ich stoße an den Tisch... Zur Produktion von Flecken gibt es viele Möglichkeiten.
Dann kann ich doch nicht einfach so das Tischtuch wechseln. Es liegt dort doch noch fast ganz frisch. Manchmal hilft ein Platzdeckchen, eine Vase oder etwas anderes um den Fleck zuzudecken.
"Wenn dich dein Leben nervt, streue Glitzer drauf." Die Lösung heißt also: Die Flecken zudecken. Unsichtbar machen. Verstecken. Oder sogar verschönern! Leider weiß ich, dass unter dem "Glitzer" der Kaffeefleck bleibt. Da hilft nur die Waschmaschine! Weg damit!
Manchmal läuft das Leben nicht so, wie du es gerne hättest. Dich nervt ein Arbeitskollege! Du kriegst eine Aufgabe nicht so richtig hin. Du hast ein Problem und findest einfach keine Lösung. Hier eine Kleinigkeit, da eine Kleinigkeit. Dann kannst du Glitzer streuen, damit du das Elend nicht so ertragen musst. Dann hörst du den Spruch deiner Freunde: "Du redest dir dein Elend schön!"
Du kannst aber auch Glitzer über dein "Elend" streuen, damit es ein paar Farbtupfer bekommt. Da nervt dich zwar was, aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Es werden schon bessere Zeiten kommen. Du fängst schon mal mit dem Glitzer an. Du wechselst die Perspektive. Du vertraust darauf, dass bald schon wieder der Glitzer in dein Leben Einzug hält.
Ich war einmal eingeladen zu einem Essen. Der Gastgeber hatte eine weiße und gestärkte Tischdecke aufgelegt. Bevor ich denken konnte: "Vorsicht! Weiße Tischdecke! Nicht kleckern!" nahm der Gastgeber einen kleinen Löffel, tauchte ihn in die Bratensauce ein und beträufelte damit die schöne Decke. Wir schauten sprachlos zu mit offenen Mündern. Aber er schaute uns entspannt und freundlich an mit dem Kommentar: "Jetzt brauchen wir alle nicht mehr so aufpassen! Der erste Fleck ist schon mal da! Guten Appetit."
Wenn du dein kleines "Elend" oder dein "Genervt - Sein" wie selbstverständlich da sein lassen kannst, benötigst du keinen weiteren Glitter. Das Leben glänzt ja schließlich von ganz allein. Du musst nichts dazu tun.
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