Mittwoch, 30. November 2016

Ich lasse los und bin bei mir selbst zu Haus


Dieser Liedvers begleitet mich seit dem vergangen Jahr. Mir gefällt er. Wir hängen an Bücher, an Häusern, am Geld, an Vorstellungen, an Überzeugungen, an Glaubenssätzen. Wir hängen an der Familie, an Freunden, an Arbeitskollegen, an Mitschülern. Wir hängen am Smartphone, am PC, am Fernsehen, am Auto. Wir hängen jeden Tag und häufig irgendwo fest. Wir hängen an der Gesundheit, an der Jugend und an unseren körperlichen Fähigkeiten.
Immer wenn ich hänge an irgendetwas sage ich mir: Ich lasse los...
Was geschieht, wenn ich loslasse, alles loslasse? Höre ich auf zu existieren? Habe ich Angst, etwas zu verlieren, so dass ich es krampfhaft festhalte? Ich hänge ja nicht nur an den Dinge, ich halte sie oft krampfhaft fest, wenn die Angst, es zu verlieren, auftaucht. Du lässt los und macht eine eigenartige Feststellung: Du hast vielleicht Schmerzen, du bist traurig, weil du etwas verloren hast. Aber du existierst weiterhin, "du bist".
Ich lasse los und .... bin weiterhin, trotz und mit meinem Verlust. Wir hängen oft an Dinge im Außen fest. Wir werfen unseren Anker aus und sagen zum Haus: "Gib du mir Sicherheit". Wir werden unseren Angst zur Ehefrau oder zum Ehemann aus und sagen: "Halte du mich fest!" Manchmal gibt dir dein Haus Sicherheit und manchmal tut der Halt durch den Partner gut. Irgendwann wird es aber nicht mehr funktionieren mit "tödlicher" Sicherheit! Und... was dann...?
Der Vers sagt: "Ich lasse los und bin bei mir selbst zu Haus!" Wenn du dich nach innen wendest und im Inneren den Halt findest, dann wirst du wahrhaft unabhängig. Die Liebe deiner Frau bereichert dich zwar aber nur als Geschenk, als freiwillige Gabe. Du bist in dir zu Hause und dann... kommt noch etwas dazu. Du findest die Sicherheit in dir und das Haus unterstützt dich dabei. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Lege deine Schwerpunkt dahin, bei dir selbst zu Hause zu sein. Manchmal ist es notwendig, loszuslassen, um den Weg nach innen finden und gehen zu können.

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Dienstag, 29. November 2016

Ich treffe mich mal mit mir selbst!



Wenn ich am Morgen meine Beine aus dem Bett hebe bleibe ich für einen Moment auf der Bettkante sitzen und besinne mich: Was wünsche ich mir für den heutigen Tag?

Wenn ich beim Frühstück in mein Brot beiße, mache ich eine kurze Pause. Was esse ich hier eigentlich?
Wenn ich unterwegs bin, mache ich eine kurze Pause. Lasse die Welt für einen Augenblick still stehen. Wenn ich die Zeitung lese, mache ich beim Lesen eine kurze Pause. "Was habe ich da gerade gelesen?" Wenn ich mit jemandem spreche unterbreche ich meine eigene Rede und mache eine kurze Pause.
Mit jeder Unterbrechung werde ich mir meiner selbst gewahr. Ich steige aus aus dem Alltagsgeschäft aus und spüre mich selbst.
Wenn ich anfange wahrzunehmen komme ich in den Genuss des Hier und Jetzt
Ich wünsche mir den Genuss des Augenblicks, wo ich mich unterbreche um mir selbst zu begegnen.

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Montag, 28. November 2016

Nicken, lächeln und nichts verrenken...

Ich lese auf meiner Spruchkarte: Nicken, lächeln und nichts verrenken nur still und leise Arschloch denken! Ich frage mich, ob das gesund ist oder überhaupt geht. Kann ich Arschloch denken? Oder geht es nicht eher um ein Gefühl von Ärger? Schauen wir doch einmal näher hin.
Jemand hat dich total verärgert. Aber du möchtest nicht, dass diese Person das merkt. Vor allem gönnst du dem Menschen, der dich geärgert hat, nicht den Triumph der Niederlage. Du behältst die Fassung. Du lässt dir nichts anmerken. Du lächelst sogar. Du verziehst dein Gesicht nict. Du musst sogar das Gefühl beseitigen. Das könnte der andere ja tatsächlich fühlen oder spüren. Du kannst nur Arschloch "denken". Das ist deine Rettung und deine heimliche Rache. Dein Ausweg.
Wie willst du es sonst bei deinem Chef machen? Du bist ja schließlich abhängig. Du möchtest keine Abmahnung und auch keine Kündigung. Der Arschlochgedanke ist dein einziger Ausweg. Immerhin etwas. Was wäre denn die Alternative?
Jemand sagt etwas und du ärgerst dich. Du fühlst deinen Ärger einfach. Er ist eh da. Er kommt wie eine Welle und wird irgendwann abebben. Dann bist du damit durch. Du kannst deinen Ärger auch ins Wort bringen. Es dir anmerken lassen. Nicht wegdrücken. Den anderen mit dem Ärger konfrontieren. Und darauf vertrauen, dass daraus etwas Klärendes wächst. Vielleicht kannst du anschließend auch nicken und lächeln. Weil du professionell mit deinem Ärger umgegangen bist.
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Samstag, 26. November 2016

Früher war alles besser


Früher war alles besser, da konnte ich noch herumlaufen und die Leute schauten mich an. Heute schauen alle auf ihr Smartphone.
Früher war alles besser, da konnten sich die Leute noch orientieren. Heute finden sie den Weg nur mit enem Navi.
Früher war alles besser, da bekam man noch Briefe mit der Hand geschrieben. Heute bekommt man nur noch Mails, so dahin geschmiert.
Früher war alles besser. Das Brot schmeckte nach Brot. Der Apfel nach Apfel und das Gemüse nach Gemüse. Heute ist alles künstlich. Früher war eben alles besser.

So steht es auf meiner Spruchkarte. Dann lese ich weiter: "... zum Beistpiel gestern, da war noch Wochenende." Ich stutze. Ist ein Wochenende wirklich besser? Ob Montag, oder Freitag oder Wochenende! Wer im Früher lebt hat mit dem Leben abgeschlossen. Der vergleicht und ärgert sich.

Die "Früher war alles besser" - Sätze gehen mir auf den Zeiger. Ich mag sie nicht hören. Sie machen mich ärgerlich. Ich bin froh über mein Smartphone. Ich freue mich über die Unterstützung durch das Navi und das Brot schmeckt mir auch heute. Ich lebe heut und genau jetzt und das ist gut so!
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Freitag, 25. November 2016

Ich bin ein Teil der Ewigkeit



„Du sprichst: Versetze dich aus Zeit in Ewigkeit.
Ist denn an Ewigkeit und Zeit ein Unterscheid?“
(Angelus Silesius)

Ist da ein Unterschied zwischen Zeit und Ewigkeit? Hier in meinem Körper, in dieser Dimension mit dem Blick auf den Kalender und auf die Uhr erlebe ich eine deutliche Zeitlichkeit meines Lebens. Zugleich kann ich in meiner Phantasie mir vorstellen, dass es einen Zustand gibt, der diese Begrenzung nicht kennt. Ewigkeit ist dabei nicht eine bis ins unendliche ausgedehnte und unbegrenzte Zeit, sondern eher die erfüllte Zeitlosigkeit.
Ich gehe aus den Kopf und spüre in mein Herz. Alles ist gut! In einem bestimmten Bewusstseinszustand gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Zeit und Ewigkeit. Die Zeit steht gleichsam still und ist außer Kraft gesetzt.

Donnerstag, 24. November 2016

Über die Kunst, eine Ablehnung zu vermeiden...

Ein Freund sagte vor Kurzem zu mir: Ich traue mich gar nicht, dich zu fragen, ob du einmal Zeit für mich hast. Für einen Augenblick stutzte ich. Moment mal! Wie raffiniert ist das denn? Er traut sich nicht zu fragen und fragt dann doch! Sehr geschickt, auf diese Weise seine Schüchternheit zu überwinden und das zu erhalten, was man sich wünscht. Du fragst einfach, indem du nicht fragst. Das ist eine wunderbare Art, die Hindernisse und Hürden zu überwinden oder geschickt zu umgehen.
Probier es doch einmal aus!
"Ich traue mich nicht, dir zu sagen, dass ich dich liebe, weil ich nicht weiß, wie du darauf reagieren wirst. Ich könnte es nicht ertragen, wenn du einfach Nein zu mir sagst!" statt: "Ich liebe dich."
"Ich traue mich nicht, Ihrer geschickten Verkaufsstrategie jetzt am Telefon zu widerstehen. Sie könnten mir böse sein und mich beim nächsten Anruf über den Tisch ziehen." statt. "Ich möchte nichts!"
"Ich traue mich nicht, von Ihnen eine kostenloses Angebot für eine Heizung machen zu lassen, weil ich mein schlechtes Gewissen fürchte, wenn ich das Angebot nicht annehme und Sie umsonst gekommen sind." statt "Machen Sie mir ein kostenloses Angebot!"
Manche Dinge lassen sich nicht einfach direkt sagen, aber indirekt geht es leichter. Es ist wie mit den dicken Pillen. Schluckst du sie pur hinunter, könnten sie dir im Hals steckenbleiben. Legst du sie auf einen Löffel mit Joghurt rutscht es wie von selbst.
Überlege einmal, wie oft du am Tag indirekte Fragen stellst oder Wünsche äußerst und hoffst, der andere versteht dich. Direkte Fragen und Wünsche vermeidest du, damit du dir keine Abfuhr holst. Du sagst: "Kommt morgen nicht die Müllabfuhr?" statt: "Stell doch bitte den Müll raus!" "Ist noch Tee im Schrank?" statt: "Kochst du mir einen Tee?" "Bis zum Fußballplatz ist es ziemlich weit!" statt: "Könntest du mich dahinfahren?"
Niemand mag so gerne eine Zurückweisung im Nein. Oftmals hören wir im "Nein" zu einer ganz bestimmten einzelnen Frage gleich eine grundsätzliche Ablehnung. Indirektes Fragen verkompliziert leider das Leben ein wenig es sei denn, du machst das so geschickt wie mein Freund.

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Mittwoch, 23. November 2016

Eigentlich lieben wir Männer.

Ich sitze im Kreis meiner Kolleginnen.
Als einziger Mann.
Dann fangen sie an und reden über ihre Männer.

Da gibt es ja die Männer, die nicht zuhören.
Die keine Zeit haben.
Die nicht über Gefühle reden.
Die nicht auf ihre Ehefrauen eingehen können.
Die so eigenbrötlerisch sind.
So eigensinnig.
So unbelehrbar und uneinsichtig.
Wo Hopfen und Malz verloren ist.

Ich sitze und höre zu.
Ich bin ein Mann.
Hoffentlich bin ich nicht so!
Hoffentlich spricht meine Frau mit ihren Freundinnen nicht so über mich.
Das wäre mir doch sehr unangenehm.

Ich sitze und höre zu.
Dann hört das Jammern auf und alle schauen sich an.
Es fällt das erlösende Wort: "Eigentlich lieben wir Männer."

Ich sitze im Kreis von Männern.
Wir reden über unseren Beruf.
Über tolle Computerprogramme.
Über schöne Urlaubsorte.
Über die amerikanische Politik und über Geld.
Wir reden über die Leistungsfähgkeit von Kaminen
und über die Kosten eines neuen Parkettbodens.

Wir reden aber nicht über die Frauen.
Wenn wir ausnahmsweise mal drüber reden...
... sind wir froh, dass sie da sind.
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Dienstag, 22. November 2016

Bist du depressiv oder umgeben von Menschen, die dir nicht gut tun?

Wenn du dir selbst Depressionen oder einen Minderwertigkeitskomplex diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht einfach nur von Arschlöchern umgeben bist.

Zu mir kam eine Frau mit der ärztlichen Diagnose einer Depression.
Sie war ratlos. Sie kam sich so ohnmächtig und hilflos vor.
Dann haben wir uns unterhalten über das Leben und die Arbeit und die Familie.
Sie erzählte von ihrem Mann.
Der war auch nicht zufrieden mit ihr. Sie würde nichts für sich tun. Sich nicht mehr schick machen. Die Figur vernachlässigen. So schlecht gelaunt sein.
Ihr Mann würde ständig Vorschläge machen und Veränderungen einfordern. Und es sei so schwer, ihn zufriedenzustellen.
Aber jetzt hatte sie ja eine Diagnose: Depression! Ich kam wirklich auf eine völlig andere Idee. Wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte, der mich ständig kritisieren würde und das über Jahre. Wie würde es mir dann gehen?
Ich habe nicht gefragt, aber ich hätte fragen sollen: "Leben Sie mit einem Arschloch zusammen?" Gedacht hatte ich es.
Allein die Vorstellung, dass ich von lauter Arschlöchern umgeben bin befreit mich schlagartig von jeder Depression. Bei einer Depression bestrafe ich mich letztlich selbst und hocke da in meinem Abgrund. Wenn ich sauer bin auf die Welt um mich herum, dann komme ich in die Tat.
Wenn du also so einen Anflug von Depression hast, dann schau doch mal, ob da nicht gerade ein kleines Arschloch in der Nähe ist. ;-)
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Montag, 21. November 2016

Über Gefühle reden!

Manche Menschen können total leicht über ihre Gefühle sprechen.
Im Kontakt mit den meisten Frauen erlebe ich, dass sie das echt gut können.
Hut ab!

In der Beratung erlebe ich die Männer da vor allem eher stumm.
Sie können über Ereignisse sprechen. Sie wissen Lösungen für viele Probleme.
Aber sie können in der Regel nicht so gut über ihre Gefühle sprechen.
Oft wissen sie nicht einmal, wie fühlen geht.
Sie haben es nicht gelernt. Es hat ihnen niemand beigebracht.
Vielleicht haben sie als kleine Jungen mal gefühlt, aber niemand hat sich dafür interessiert.
Interessiern sich Mütter mehr für die Gefühle ihrer Töchter als für die ihrer Söhne?

Auf meiner Spruchkarte gibt es die Einladung, die gefühlt eher an die Männer geht.
"Hol den Alkohol, wir müssen über Gefühle reden!"
Der Alkohol löst die Zunge, bringt die Gefühle ins Fließen. Leider sind das dann Gefühle unter Alkoholeinfluss. "Weinseelige" Gefühle. Flüchtige Gefühle, die schnell wieder verschwinden. Hilfreich, wenn Denken und Fühlen zusammenkommen. Wenn beides möglich ist und seine Wertschätzung bekommt. Und manche Männer könnten eine Nachhilfestunde vertragen im Fühlen und Erzählen von Gefühlen. Ruhig auch im nüchternen Zustand.
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Samstag, 19. November 2016

Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende. (persische Weisheit)

Ist doch logisch oder? Das weiß jedes Kind, dass jede dunkle Nacht ein helles Ende hat. Nach jeder Nacht kommt ein neuer Morgen. Diese Erfahrung macht jeder Mensch seit Beginn des Lebens. Diese Erfahrung teilt die ganze Menschheit. Vielleicht bildet eine Sonnenfinsternis und ein Vulkanausbruch eine Ausnahme. Aber generell gilt dieser Satz.
Eigentlich geht es bei dieser persischen Weisheit um die Erfahrung, dass auch in einer ausweglosen Situation immer noch etwas möglich ist. Oder in einer Lebenskrise immer noch ein Fünkchen Hoffnung sein kann. Der Mensch in der Dunkelheit und mitten in der Krise kann leider das Licht nicht mehr wahrnehmen. Für ihn ist es ewige Nacht. Es gibt keinen neuen Morgen.
Für diesen Menschen hilft dann die Erinnerung. "Erinnerst du dich daran? Es war mal besser und es wird auch wieder besser werden." Aber Vorsicht mit einer solchen Ermutigung. Das kann schnell nach rückwärts gehen. Die dunkle Nacht muss man schon auch mal aushalten. Zugleich möchte ich noch die Perspektive erweitern. Dass es hell wird steht außer Frage, es ist nur die Frage wann. Wenn du in der Krise bist kannst du sagen: "Das ist das Ende!" Du kannst aber auch sagen: "Diese Dunkelheit ist der Anfang von etwas, das ins Helle führt!" Du entscheidest, welche Perspektive du einnimmst. Machst du dich fest in der Dunkelheit oder schaust du auf das, was neu kommt.
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Freitag, 18. November 2016

Wer sich allzuoft bückt, fängt an, krumm zu gehen und zu denken. (Persische Weisheit)

Unser Körperhaltung drückt aus, wie wir denken und fühlen. Wie wir denken und fühlen wirkt sich auf unsere Körperhaltung aus.
Wenn wir unsere Körperhaltung ändern, verändern wir auch zugleich unser Denken.
Ein Klient sitzt mir in der Beratung gegenüber. "Ich weiß keinen Ausweg. Ich kann nicht mehr, ich habe auch keine Ideen mehr, was ich noch machen kann, alles ist so mühsam. Immer kommen mir da die Hindernisse." Dabei sitzt der Klient auf seinem Stuhl. Er sitzt auch fest. Jetzt wünscht er sich ein Lösung damit er aufstehen und ins Handeln gehen kann. Aber das "Festsitzen" des Körpers sagt: "Es gibt keine Lösung." Ein wichtiger Schritt könnte sein, erst einmal aufzustehen und einen ersten Schritt zu gehen. Wenn ich den Körper in eine Lösungssituation bringen, dann folgt in der Regel auch das Denken. Wenn der Körper sitzt, sitzt auch sozusagen das Denken.
Die persische Weisheit erinnert mich an Menschen mit einem anderen Thema. Der "Untergebene" bückt sich vor dem "Vorgesetzten". "Jawohl Chef, mache ich Chef, ist es Recht so Chef!" Wenn dann noch die Angst dazu kommt, etwas falsch zu machen, bekommt die Verneigung den Ausdruck der Entschuldigung. "Habe ich nicht so gemeint. Hoffentlich ist es richtig so! Entschuldigung für dieses und für jenes... Entschuldigung, dass ich da bin!" So bückst du dich immer öfter und der Rücken gewöhnt sich an diese Haltung. Der Körper folgt deinem Denken. Du bückst dich und fängst an langsam zu verschwinden. Du wirst immer krummer. Geh mal eine Stunde lang krumm und nimm wahr, was du dann noch sehen kannst und was dein Rücken dir erzählt. Du siehst die Dinge auf dem Boden und verlierst das Bewusstsein für Freiheit und Weite. Mit dem krummen Rücken bekommst du krumme Gedanken: "Das Leben ist ungerecht, ich bin so erschöpft, alle wollen mir was..."
Überlege gut, vor wem du du dich bückst. Der aufrechte Gang und der klare Blick sind öfter gefordert als zu denkst.

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Donnerstag, 17. November 2016

Ich habe Beschwerden, postraumatisch aus einem anderen Leben

Wenn ich Beschwerden habe, dann suche ich nach einem Grund.
Ich habe Bauchschmerzen und das Falsche gegessen. Oder jemand hat mich geärgert.
Ich habe Kopfschmerzen und hatte irgendwo einen Zug oder mir zu viele Sorgen gemacht.
Ich habe einen Muskelkrampf wegen Überlastung oder innere Anspannung.

Wenn ich so denke, dann muss ich Verantwortung übernehmen. Die Beschwerden kommen nicht einfach so. Ich habe etwas dafür getan, dass sie kommen. Ich kann auch dafür sorgen, dass es wieder besser wird. Für einen großen Teil meiner Beschwerden. Nicht für alle.

Wenn ich aber keinen Grund finde für meine Beschwerden. Wenn ich nicht die Verantwortung übernehmen will. Wenn ich die Zusammenhänge überhaupt nicht verstehe. Wenn es keine Erklärung gibt. Keiner, der mir auch nur annähernd einen Grund sagen kann - dann muss es aus einem früheren Leben kommen. Möglichst noch posttraumatisch. Meine Bauchschmerzen können also daher stammen, dass ich in einem früheren Leben erdolcht oder vergiftet wurde. Bei Kopfschmerzen hat mich jemand erschlagen und die Krämpfe bekomme ich, weil man mich mal erhängte.

Die Lösung findet ich eigentlich ganz praktisch und auch sehr zeitgemäß. Wenn ich eine Schraube nicht in meinem Lieblingsbaumarkt finde, dann kaufe ich wo anders. Wenn ich mit dem Bus nicht nach B komme, dann nehme ich das Auto oder das Fahrrad. Ständig bin ich auf der Suche nach Lösungen. Manche sind praktikabel und manche auch nicht.

Die Existenz von früheren Leben ist sehr praktikabel. Ich muss nicht mehr ständig nach einer Schuld suchen, die vielleicht gar nicht vorhanden ist. Ich bin nicht schuldig, wenn ich Bauchschmerzen habe. Aber es ist egal ob eigenes Versagen oder früheres Leben. Wenn du die Bauschmerzen hast, dann musst du damit umgehen. Hier und Jetzt! So ist es mit allen Phänomenen. Wie du damit umgehst, das kannst du gestalten. Da bist du kein Opfer. Verwende also weniger Zeit für die Suche nach Ursachen und mehr Zeit für das Finden von Lösungen!
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Mittwoch, 16. November 2016

Heute ist wieder mal alles so Trallala

Wie geht es dir?
"So Trallala".

An manchen Tagen geht es mir einfach gut. Es passt alles. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Alles ist stimmig. Die Menschen sind nett zu mir und ich kann auch sehr nett sein. Solche Tage gibt es wirklich. Leider nicht kontinuierlich und es dürften auch ein paar mehr sein.

An manchen Tagen geht es mir einfach schlecht. Es passt nichts. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Nichts ist stimmig. Die Menschen sind nicht nett zu mir und ich kann auch nicht nett sein. Auch solche Tage gibt es. Zum Glück nicht zu oft. Aber es dürften noch weniger sein

An den meisten Tagen habe ich so eine Mischung. Etwas hier von und etwas da von. Es gibt eben Tage, da ist alles so "Trallala". Mir gefällt der Begriff. Diese Uneindeutigkeit. Diese Mischung, die ich nicht benennen kann.
Wenn dich jemand fragt: "Wie geht es dir?" Dann antwortest du oft, dass es dir gut geht. Dass es dir schlecht geht, sagst du eher nicht. Da würdest du große Betroffenheit auslösen. Aber eigentlich geht es dir ja eher so "ungefähr", eben so "Trallala".

Besitzt "Trallala" eine eigene Qualität? Ich finde, ja. Mit Trallala fülle ich Melodien, wo ich keinen Text für finde. Höre dir die Schlager an. Ein wenig Text und ganz viel "Oh" und "Ah",  "Mm" und "jäh". Trallala eben. Bei Trallala legst du nicht den Wert auf einen Inhalt, auf einen Gedanken, sondern eher auf ein Gefühl. Trallala meint ein Gefühl. Ein Mischgefühl. Ein Eintopf. Manchmal kommen viele Gefühle zusammen und ergeben ein eigenartiges Gemenge. Du bist nicht glücklich, aber auch nicht unglücklich. Sogar neutral wäre das falsche Wort. Es gibt kein Wort, dass das inhaltlich trifft. Statt Trallala könntest du auch einfach schnauben und antworten: "Ich weiß nicht."
Wenn die Mehrzahl deiner Tage aber "Trallala" sind, wäre es gut, wenn du damit einverstanden sein könntest. Begrüße jeden "Trallala" - Tag mit einem herzlich Willkommen und nimm ihn an, wie er da ist. Wird schon! Ist auch in Ordnung! Muss ja! Geht jetzt nicht anders! Iss so! Eben - Trallala. Oder auch - so la la.
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Dienstag, 15. November 2016

Verständnis ist aus, ab jetzt gibt es Konsequenzen!

So oft kommst du zu spät.
Ich kenne dich seit wir Kinder waren.
Da warst du so im Spielen verunken.
Dann rief deine Mutter dich und du hast gar nicht gehört.
Du warst in einer anderen Welt.
Deine Mutter hatte kein Verständnis dafür.

Das Essen stand auf dem Tisch.
Der Rest der Familie wartete.
Und wartete und ärgerte sich.
Die Rufe wurden lauter und ungeduldiger.
"Wenn du nicht sofort kommst...dann!"

Bis heute hängst du in irgendwelchen Tagträumen herum.
So hast du nie die Uhr im Blick.
Trödelst irgendwo herum.
Findest deine Schlüssel nicht.
Denkst, dass du mal ganz schnell noch was erledigen musst.
Wirst hier und da noch zusätzlich abgelenkt.
Und - kommst zu spät.
Wie in deiner Kindheit.

Wenn deine Eltern dich dafür bestraften hattest du eigentlich nichts verstanden.
Du hast nicht wirklich begriffen, was deine Eltern wollten.
Du hast doch einfach nur gespielt.
War doch kein Verbrechen!
Auch heute noch kannst du tief in "Etwas" versinken.
Ich kann das verstehen!
Ich kenne dich und weiß, dass du dich nie ändern wirst.
Weil du so bist, wie du bist.
Ich hatte immer Verständnis für dich!

Doch gestern! Gestern brauchte ich deine Unterstützung.
Du bist viel zu spät gekommen.
Von Minute zu Minute verschwand mein Verständnis und meine Not wuchs.
Du warst nicht da für mich!
Und ich hatte dich gebraucht!

Wenn meine Not mal ganz groß ist, kann mein Verständnis verschwinden.
Dann bin ich auch mal dran.
Mit meinen Bedürfnissen.
Dann ist die Gefahr groß, dass ich Konsequenzen ziehen möchte.
Konsequenz hört sich milder an als Strafe.
Eigentlich möchte ich bestrafen!
Für den Ausgleich.
Für die Gerechtigkeit.
Für den Schmerz und den Ärger.

Dann sage ich jedoch "Stop!"
Meine Freundschaft ist wichtiger.
Wie kann ich reden und was kann ich tun, was die Freundschaft stärkt
und nicht beendet.
Es ist meine Kränkung! Und meine Kränkung steht in meiner Verwantwortung.
Ich kann die Kränkung wahrnehmen.
Den Schmerz spüren.
Den Ärger durchlaufen lassen.
Und - dennoch in der Freundschaft bleiben.
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Montag, 14. November 2016

Ich wurde gut erzogen, keine Ahnung, was dann passiert ist.

Meine Eltern legten Wert auf eine gute Erziehung. Danke sagen. Der Junge macht eine Verbeugung und das Mädchen einen Knicks. Bescheiden sein und Fragen eines Erwachsenen beantworten.
Verwandte und Nachbarn sollten einen guten Eindruck bekommen. Gut erzogene Kinder weisen hin auf erziehungsfähige Eltern.
Eltern müssen früh genug mit der Erziehung anfangen, damit auch möglichst früh ein funktionierender Erwachsener dabei herauskommt. Es kommt ja darauf an, sich so in die Gesellschaft einzufügen, dass du nicht auffällst. Oder dass du einen guten Eindruck hinterlässt. Dass niemand dir etwas vorwerfen kann. Dass du gut durch das Leben kommst. Moralisch perfekt und mit einem guten Zeugnis für den Eintritt durch die Himmelspforte.
Die Eltern meinen es gut. Sie wollen, dass das Leben der Kinder glückt. Sonst würden sie wohl nicht erziehen. Beim Erziehen wird halt viel gezogen. Vielleicht gut für die Konformität und die Anpassung. Aber schlecht für die individuelle Entfaltung. Auf meiner Spruchkarte steht: "Ich wurde gut erzogen, keine Ahnung, was dann passierte."
Ich habe eine Ahnung, was dann passierte. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo trotz aller Erziehung der Mensch erwacht zu sich selbst. Er sagt sich: "Die Erziehung, das war nicht ich. Das waren meine Eltern. Zu mir gehört ein anderes Leben." Ich erlebe das wie eine Vertiefung oder Neuauflage der Pubertät.
Wenn du alt genug bist, gehst du noch einmal wichtige pubertäre Schritte. Du streifst dein anerzogenes Kind-Ich ab und wirst erwachsen. Findest dein Eigenes. Das, was zu deiner Persönlichkeit passt und zu dir gehört. Und ich glaube, dass das auch passieren muss. Irgendwann. Bis du den Verstand verlierst oder die Augen für immer zu machst kannst du aufwachen aus deinem Kindheitstraum(a). Es ist gut für dich, wenn dann etwas passiert. Wenn du aufwachst und tief erkennst: "Wie schön! Das bin ja ich!"
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Samstag, 12. November 2016

Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, sollte man besser den Mund halten! (Klopfer aus dem Film Bambi)

Ich glaube, das mache ich mir nicht häufig genug bewusst. Wenn ich nicht nette Dinge sage, sondern meckere und kritisiere, dann erschaffe ich ein schlechtes Klima. Überall, wo Menschen zusammenleben gibt es ein Klima. Familien-, Arbeits-, Freundes- oder sonstige Sozialklima.
Meine Worte, Gesten, Haltungen, Gefühle und mein Körperausdruck tragen zum Klima bei. Im Positiven wie im Negativen. Wenn ich schlechte Laune habe und komme in eine Gruppe von Menschen, dann kann ich schnell das Klima dort beeinflussen und vergiften. Ich stecke an und verstärke.
Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, sollte man besser den Mund halten! Wirklich weise! Ich kann nicht immer meine schlechte Laune einfach beseitigen. Ich sehe oft Dinge, die mich wirklich stören. Ich fühle mich manchmal mangelig und nicht gesehen mit meinen Bedürfnissen. Dann nehme ich mich schnell als Opfer wahr. Opfer der Umstände. Opfer des Schicksals. Dabei vergesse ich, dass ich in mir immer noch eine Instanz habe, die sich dazu verhalten kann.
Ich kann lernen, ein Stück gelassener zu werden. Ich kann beginnen, im Negativen auch die Chancen zu sehen. Ich kann eine andere Brille der Wirklichkeit aufsetzen. Ich gehe in die Verbindung mit allem, was ist und beende die trennenden Gefühle und Gedanken. Das Nette, das ich sagen kann kommt aus einem Gefühl der Verbindung. Aus der Liebe. Wenn ich also den ganzen Tag meckere und kritisiere kann es sein, dass ich aus der Liebe herausgefallen bin. Dann wäre es hilfreicher, nicht die anderen fertig zu machen, sondern für sich die Liebe wieder zu suchen.
Wer nichts Nettes zu sagen hat und lieber den Mund hält, könnte ins Schweigen gehen und sich auf die Suche begeben nach dem, was verbindet und heilt. Und bei der Rückreise entstehen auf einmal nette Dinge. Ein Lächeln, ein gutes Wort, ein Gefühl der Verbundenheit.
Manchmal sind die nicht so netten Dinge aber einfach da und im Raum. Meine Freundin Doro weist zu recht darauf hin, dass Grenzen setzen oder auf etwas deutlich hinweisen auch wichtig ist. Und für deine Mitmenschen kann es hilfreich sein, wenn sie wissen, dass du gerade mal schlecht drauf bist. Danke Doro für die Ergänzung!

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Freitag, 11. November 2016

Ich dachte, es wäre ein Abenteuer, aber in Wirklichkeit war es das Leben. (Joseph Conrad)

Du wünschst dir, dass dein Leben in ruhigen Bahnen verläuft?
Du hast viel zu tun?
Es sollten mehr Pausen sein.
Deine Familie und Freunde fordern dich ganz schön heraus.
Ständig musst du grübeln und nachdenken.
Was ist da alles nicht richtig in deinem Leben.
Endlich einmal zur Ruhe kommen.
Aber dein Leben gleicht einem Abenteuer, das nich enden will.

Du wünschst dir ein Leben, wo endlich etwas los ist?
Ständig die gleichen Tagesabläufe.
Immer diese Routine.
Die gleichen Gedanken, die gleichen Handlungen.
Es passiert nichts und du langweilst dich zu Tode.
Das Leben findet überall statt, aber nicht bei dir.
Du wünschst dir endlich das Abenteuer, in dem du einsteigen kannst?

Du lebst. Und ob dein Leben ein Abenteuer ist entscheidet deine Interpretation, deine Deutung. Zwei Menschen führen das fast gleiche Leben. Der eine sieht es wie ein Abenteuer und der andere vergeht vor Langeweile.
Aber auch die Langeweile kann eine unglaublich abenteuerliche Herausforderung sein. Du stehst am Rande des Karussells, das sich dreht. Du wartest darauf, ob du aufspringen kannst oder abwarten musst. Das kann deinen Adrenalinspiegel ganz schön in die Höhe treiben.
Und manchmal entscheidest du dich scheinbar für ein Abenteuer. Eine neue Arbeitsstelle, eine neue Liebe oder ein neues Haus. Dann stellst du fest, dass alles sich entwickelt, Dass nichts bleibt. Nichts sicher ist. Es ist Abenteuer und so ist das normale Leben - wenn ich mal die scheinbaren Sicherheiten hinter mir lasse. Meine "Sicherheit" gaukel ich mir nur vor. Ich tue so, als sei ich gut abgesichert und würde nie sterben. Dabei lauert das Risiko jede Sekunde. Du kannst dich vor lauter Angst verstecken oder die Herausforderung annehmen.
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Donnerstag, 10. November 2016

Ich dachte ich wäre verliebt, aber ich hatte nur Hunger

Eine mutige Erkenntnis!
Du siehst einen Menschen, den du nett findest.
Es zieht dich hin zu diesem Menschen.
Du möchtest die Nähe.
Du wünschst dir Zärtlichkeit.
Du möchtest gesehen werden.
Du bist voller Sehnsucht.

Du siehst einen anderen Menschen und denkst, dass du verliebt bist.
Dabei schaust du wie in einen Spiegel.
Du siehst nicht diesen anderen Menschen.
Du siehst dich selbst.
Dein Gegenüber löst nur etwas in dir aus.
Es geht nicht um diesen Menschen.
Du denkst es nur.
Weil du so sehnsüchtig bist.
Weil du im Mangel bist.
Weil dir etwas fehlst.
Weil du hungrig bist.

Hungrig nach Liebe und Zuneigung.
Dein Hunger verhindert, dass du dein Gegenüber als eigenständigen Menschen wahrnimmst.
Du siehst ja dich selbst mit deiner Bedürftigkeit.
Wenn du Glück hast, dann wachst du rechtzeitig auf.
Bevor du dein Gegenüber zum Erfüllen deiner Bedürfnisse gebrauchst.
Du stellst fest, dass keine Liebe ist, weil du gar nicht dein Gegenüber meinst.
Du meinst dich selbst.
Du spürst deinen Hunger nach Liebe.

Und?
Kannst du den aushalten?
Wo ist der Ort, an dem du deinen Hunger stillen kannst?
Andere Menschen für deine Zwecke verwenden?
Wie gekaufte Süßigkeiten, Zigaretten oder Alkohol?

Oder bist du bereit, dich mit deinem Hunger auf die Suche zu begeben nach der Quelle, die diesen Hunger stillt. Wo darfst du nehmen ohne zu stehlen? Wo bekommst du geschenkt ohne eine Gegenleistung? Es muss eine Quelle sein, die unerschöpflich und grenzenlos ist. Eine, die genug hat für jedes Geschöpf dieser Welt. Gesegnet bist du, wenn du diese Quelle gefunden hast.
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Mittwoch, 9. November 2016

N' Scheiß muss ich

Diesen Satz fand ich auf einer Spruchkarte. Mein erster Impuls war: Der Spruch gefällt mir. Mein zweiter Impuls kam: So etwas sagt man doch nicht! Soll ich diese Karte wirklich kaufen? Ich habe sie gekauft und mich dann gefragt, was ich jetzt damit machen kann. Hänge ich sie mir an meine Spruchkartenwand oder verschenke ich sie. Doch wem kann ich sie schenken? Ich möchte ja niemanden brüskieren!
Da stand ich nun mit meiner Postkarte und wusste nichts damit anzufangen. Ich lese den Text noch einmal und lasse ihn auf mich wirken. "N' Scheiß muss ich." Ja, das stimmt. N' Scheiß muss ich. Ich muss nichts mit dieser Karte anfangen. Ich kann sie liegenlassen oder sofort wegwerfen. Ich kann sie verschenken oder behalten. Ich kann den Text mit Pflaster bekleben oder was auch immer. Ich kann sie zerfetzen oder die einzelnen Buchstaben ausschneiden und neu zusammensetzen. N' Scheiß muss ich.
Ich muss überhaupt erst einmal gar nichts. Da fallen mir die vielen "müssen" und "sollen" Sätze ein, die ich im Laufe des Tages ausspreche und höre. Du musst los, sonst verpasst du den Zug. Du musst da noch anrufen, sonst ist er weg. Du musst heute unbedingt einen Zahnarzttermin ausmachen. Du hast ihn schon so lange verschoben. Du musst, du musst, du musst...
Ich spüre, wie der Ärger in mir wächst. Wenn ich noch zwei Minuten auf die Karte schaue fange ich bestimmt an zu kochen und zu schreien. Aller Ärger will raus über das viele "müssen". N' Scheiß muss ich! Ist doch eine herrliche Therapiekarte?!
Jetzt habe ich die Karte verschenkt an eine Freundin. Die hat sich scheckig gelacht. Genau nach einer Karte mit diesem Spruch hat sie schon lange gesucht. Das Thema ist ihr vertraut. Aber sie ist schon so weit, dass sie darüber lachen kann. So erlöst möchte ich auch gerne mit meinem inneren "Müsser" umgehen können.
Echt wahr, du musst gar nichts. Ich probiere es jetzt auch mal. Statt der Wut, nichts zu müssen, lache ich. Ich habe ja auch gut lachen, weil ich diese Karte jetzt verschenkt habe. Ich "muss" sie nicht mehr ansehen. Ja, ja, n' Scheiß muss ich ;-)
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Dienstag, 8. November 2016

Nach manchen Gesprächen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln, einen Affen zuzuwinken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen. (Maxim Gorki)

Manche Gespräche machen das Leben kompliziert. Vorher war alles klar und hinterher bist du völlig durcheinander im Kopf. Ich habe die Idee, mir ein neues Fahrrad zu kaufen. Ich gehe in den Laden und mir gefällt eines besonders gut. Das möchte ich kaufen.
Dann berate ich mich mit einem Freund. Der erzählt mir was von Qualität, Preisunterschieden, Vertrauen in Händler, Second Hand, die richtige Jahreszeit, die neuen Modelle, die kommen werden und die Frage, im zunehmenden Alter nicht doch lieber ein E-Bike zu kaufen. Nach einem solchen Gespräch bin ich fertig mit der Welt. Dabei geht es nur um ein Fahrrad. Ein Metallrahmen mit zwei Rädern, die mich zügig von A nach B bringen.
Nach einem solchen Gespräch wünsche ich mir einen Hund, der mich hoffnungsvoll anschaut. Einfach nur streicheln. Mehr nicht. Oder ich wünsche mir einen Besuch im Zoo und nicke freundlich einem Affen zu. Mit dem muss ich nicht sprechen. Der würde mich ja auch gar nicht verstehen. Zunicken reicht aus! Oder ich könnte vor einem Elefanten den Hut ziehen. Eine kleine unscheinbare Geste. Im Vorbeigehen. So ganz beiläufig. Die Begegnung mit einem Tier holt mich ins Leben zurück. Vereinfache dein Leben!
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Montag, 7. November 2016

Männer schnarchen, um Frauen nachts vor wilden Tieren zu beschützen

Ich hatte gedacht, es sei ein Witz. Aber die Info stammt aus dem Bereich der Evolutionsbiologen. Sie meinen auch, dass ältere Menschen häufiger schnarchen. Das hat den Sinn, dass wilde Tiere eher auf sie aufmerksam werden als auf die jungen Stammesmitglieder. Das Schnarchen sichert die Zukunft der Sippe.
Worin liegt wohl der Sinn dieses Spruches? Schnarchen schön reden? Ich vermute, dass zahlreiche Beziehungen darunter leiden, dass einer keinen Schlaf findet, während der andere schnarcht. Bei Gruppenfreizeiten gibt es immer die Frage: "Schnarchst du?" Eine gute Klärung kann da echt den Urlaub retten.
Der tiefere Sinn liegt für mich in der Umdeutung. Schnarchen ist für fast jeden Menschen negativ besetzt. Der Schutz vor wilden Tieren ist der Versuch, dem Schnarchen auch eine positive Seite abzugewinnen.
Wenn du mal in eine Situation kommst, die du gefühlsmäßig negativ bewertest, könntest du "Stopp" sagen und dich fragen: "Wofür ist das jetzt gut?" Warte aber so lange ab, bis dir eine Idee kommt. Du wirst überrascht sein, dass es eine solche Seite gibt, und dich mit dem scheinbar nur Negativen versöhnt.
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Samstag, 5. November 2016

Wir lästern nicht, wir beobachten, analysieren und bewerten

Immer wieder kommt es vor, dass ich mit Menschen zusammenbin und plötzlich wird gelästert. Es lässt sich ja wunderbar lästern über Menschen, die gerade nicht da sind. Indem ich andere heruntermache, stelle ich indirekt heraus, dass ich ja irgendwie doch besser bin. Lästern erleichtert das Herz - aber mit einem schalen Beigeschmack.
Es verbessert nicht die Situation. Ich komme in eine negative Idee. Ich mache jemanden fertig, der sich nicht verteidigen kann. Irgendwann kommt die Selbsterkenntnis: So viel besser bin ich auch nicht. Ich könnte jetzt das Lästern schönreden. So wie auf der Spruchkarte. Ich beobachte ja nur, ich analysiere und gebe eine Wertung ab. Wenn ich das mache, dann nehme ich die Gefühle heraus und tue so, als bewege ich mich auf eine sachliche Ebene. Ich glaube nicht, dass das funktioniert.
Wenn ich lästere, dann bin ich wahrscheinlich in einem Gefühl der Kränkung. Meine Bedürfnisse wurden nicht gesehen oder ich habe nicht gut für mich gesorgt. Ich finde es hilfreicher, die eigenen Bedürfnisse wieder in den Blick zu nehmen und besser für sich zu sorgen. Du änderst nichts, wenn du lästerst. Du schaffst aber eine Grundlage für die nächsten Lästerungen. Wenn du gut für dich sorgst wird es keinen Grund mehr dafür geben.
Das Lästern funktioniert ja übrigens nur dort, wo mindestens zwei Personen da sind. Für sich selbst lästern macht keinen Sinn. Lästern geschieht im "wir". Es braucht einen Raum der Resonanz. Du bist gekränkt und suchst eine Bestätigung. Du bekommst eine für dich positive Rückmeldung und du fühlst dich besser. Und darum geht es dir ja eigentlich. Du möchtest dich besser fühlen. Probier es mal mit dem Einstehen für deine eigenen Bedürfnisse!
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Freitag, 4. November 2016

Never Ending Story

Never Endig Story - Eine kurze Zusammenfassung für Erfahrungen, die bestimmt jeder kennt.
Da gibt es in Konferenzen die immer gleichen Themen ohne eine für befriedigende Lösung. Sie tauchen in regelmäßigen Abständen in der Tagesordnung auf und verursachen ein Aufstöhnen: "Nicht schon wieder!"
Du hast den Mitgliedern deiner Familie mühsam beigebracht, dass eine verschlossene Zahnpastatube dich sehr viel glücklicher macht. Eine Woche lang geht alles gut und du kommst ins Bad: Die Zahnpastatube ist offen und du musst dir das Scheitern deiner Erziehungsmaßnahmen eingestehen.
Deine alte Mutter ruft an und erzählt dir sehr gefühlvoll und betroffen von der neuesten Erkrankung der schrecklichen Nachbarin. Du kennst dieses Thema schon. Diese dir fremde Nachbarin ist ständig präsent mit ihrem Gesundheitszustand. "Hilfe! Nicht schon wieder! Wann stirbt sie endlich!"
Im Laufe der letzten Jahre sind mir so manche Konferenzen auf den Keks gegangen. Immer die gleichen Geschichten und Themen ohne handfeste Ergebnisse und Beschlüsse. Du kannst nicht ausweichen.
Welche Themen verfolgen dich? In welchen "Never Ending Storys" bist du verwickelt? Wo grüßt dich ständig das Murmeltier? Wie viele Lösungen hast du schon ausprobiert und wie hoch ist noch deine Fähigkeit, das ewig Gleich auszuhalten?
Manchen Storys kannst du kaum ausweichen. Wenn du Teil einer Firma mit Konferenzen bist wird erwartet, dass du teilnimmst. Die Mitglieder deiner Familie kannst du ja auch nicht erschießen, nur weil sie nicht die Zahnpastatube zudrehen. Da sind andere Lösungen gefragt. Hier kommen meine Vorschläge zum Umgang mit "Never Ending Storys":
1. Kapituliere! Füge dich in das Schicksal und ertrage es einfach! Du hörst auf zu kämpfen und kannst die freigewordene Energie gut nutzen.
2. Steige innerlich aus diese Szene aus und schalte deinen Beobachter ein: "Das kenne ich doch! Ich bin mal gespannt auf die heutige Variante! Vielleicht gibt es ja etwas Neues!"
3. Suche Lösungen auf einer völlig neuen und unerwarteten Ebene. Wie meine ich das? "Ewigkeitsthemen" bei Konferenzen dürfen nur noch im Stehen auf einem Bein verhandelt werden. Zahnpasta kaufst du als Spendenbox mit Selbstverschluss. Deine Mutter fragst du beim Erzählen ihrer Krankheitsgeschichten treu und immer, was sie sich denn nun zum Geburtstag wünscht.
4. Du wiederholst beim Auftauchen jeder Story laut den folgenden Satz: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!" Glaube mir, irgendwann geht allen das Licht auf, dass sie in einer "Murmeltiergeschichte" gefangen sind.
5. Betreibe Bewusstseinsarbeit, indem du deine "Never Ending Storys" als solche enttarnst, entlarvst, aufdeckst und benennst. Es geht dann nicht mehr um eine Zahnpastatube sondern nur eine "Never Endig Story". Du kannst dann neu entscheiden, ob du dabei mitmachst oder nicht. Du kannst dich auch entscheiden, eine Runde auszusetzen.
6. Du gestehst dir ein, dass du diese Dinge auch lieben kannst wie die tägliche Tasse Kaffee und ein frisches Brötchen. Dir wird die Möglichkeit geschenkt Dampf abzulassen und deine Aggressionen auszudrücken. Du darfst dich in Geduld üben und freust dich über die Erleichterung, wenn das Thema für einen Moment gegessen ist. Gefühle der Erleichterung sind wirklich schön!
7. Wegen der Heiligen Zahl 7 müsste ich noch eine weitere Lösung anbieten. Da fällt mir noch die spirituelle Variante ein. Ich wünsche mir auch für mein und für dein Leben ganz persönlich eine "Never Ending Story", auch über den Tod hinaus.
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Donnerstag, 3. November 2016

Im Zweifel für die Freiheit! (Willy Brandt)

Willy Brandt hat dieses Wort geprägt in einem politischen Zusammenhang. Im Zweifel für die Freiheit!
Leichter gesagt als getan. Im Laufe meiner Beratungen kommt es immer wieder vor, dass ich Menschen erlebe, die in ihren Beziehungen sich vorkommen wie in einem Gefängnis. "Mein Mann macht mir nur noch Vorwürfe. Alles mache ich falsch. Ich weiß gar nicht mehr, was ich noch tun soll!" Andere fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz völlig unwohl. Der Chef ist eine Katastrophe, Kompetenzen werden entzogen, sinnlose Aufgaben, Arbeiten werden doppelt und dreifach gemacht. Der Arbeitsplatz kann nur noch mit Bauchschmerzen und Widerwillen aufgesucht werden. Krankheitstage scheinen der einzige Ausweg zu sein, dem Elend zu entkommen.
Im Zweifel für die Freiheit? Im Zweifel entscheiden sich leider viele Menschen nicht für die Freiheit. Schon damals in Israel musste Moses sein Volk lange bearbeiten, den Weg in die Freiheit zu gehen und bei den ersten Schwierigkeiten wollten sie zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens.
Manche Menschen halten lieber an ihrer "Sklavenidentität" auch heute noch fest. Sie werden zwar missachtet, beschimpft oder geschlagen. Aber sie haben einen Platz, wo sie hingehören. Die Unsicherheit der Freiheit fühlt sich schlimmer an als das schlimme Elend der Sicherheit. Gibt es da einen Ausweg?
Zunächst einmal braucht es Verständnis. Wer sich im Zustand der "Sklaverei" fühlt hat den Zugang zum "Befreiungsgefühl" verloren. Um also die Freiheit genießen zu können musst du die Sehnsucht nach Freiheit in dir wecken und wach halten. Es muss dich etwas zur Freiheit ziehen und du musst bereit sein, den Preis dafür zu zahlen. Du musst wählen: mehr Sicherheit oder mehr Freiheit.
Wenn man einen jungen Elefanten mit einem kleinen Stock am Boden angepflockt, dann gewöhnt er sich an die Gefangenschaft. Als erwachsener Elefant kann er bedenkelnlos an diesem kleinen Stock angepflockt bleiben. Obwohl er wegen seiner Stärke fliehen könnte macht er es nicht. Es ist nicht in seinem Bewusstsein verankert, dass er eigentlich frei ist.
Wir Menschen fühlen uns oft wie ein solcher Elefant. Wir sind an einem kleinen Stöckchen angebunden, das sich anfühlt wie ein Baum. Und wie der Elefant haben wir das Bewusstsein für die Freiheit verloren. Für die Freiheit müssen wir uns vorher entscheiden, damit sie sich ereignen kann. Also Augen auf, genau hinschauen, um die Ecke denken, das Unmögliche für möglich halten. Die Veränderungen im Denken zulassen und Freiheit einfach mal ausprobieren - wenigstens für einen Tag!

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Mittwoch, 2. November 2016

Meine Entscheidungen und meine Fehler! Nicht deine!

Auf meiner Spruchkarte heute lese ich: "Mein Leben, meine Entscheidungen, meine Fehler - nicht deine Sache"
Manchmal bekommst du ja einen gut gemeinten Rat. "Hast du dir das auch genau überlegt? Ich finde das ein wenig gewagt, was du da vorhast. Denke doch lieber noch mal drüber nach. Nachher tut es dir Leid und sagst mir: 'Warum hast du mich nicht gewarnt!' Das tue ich jetzt. Ich meine, du kannst ja tun und machen was du willst. Du bist ja schließlich erwachsen. Und ich will auf keinen Fall hineinreden. Du hast dir das ja auch bestimmt gut überlegt. So kenne ich dich auch. Aber dieses mal spüre ich in mir so eine kleine Unruhe. Heute sollte ich wirklich mal was sagen. Und das tue ich jetzt. Und danach halte ich auch schon wieder den Mund. Ich will dich ja nicht beunruhigen und dir alles madig machen. Aber jetzt ist es raus und ich kann mich wieder davon verabschieden."
Und? Wie geht es dir jetzt? Ich lese meine eigenen Zeilen und bekomme Ärger. Der steigt mir bis zum Hals. "Dieser blöde Sack! Kann der nicht seinen Mund halten? Dieses Gesülze!"
Manchmal hörst du solche Stimmen im außen und manchmal ertönt diese Stimme als die Deinige im Hintergrund. Da hilft wirklich ein solcher Satz wie auf der Karte: "Das ist mein Leben und ich treffe hier die Entscheidungen. Auch wenn ich einen Fehler dabei mache. Das ist mir egal! Ich habe ein Recht auf meine Erfolge und auf meine Fehler!"
Also! Geh in die Selbstermächtigung. Es ist dein Leben! Deine Entscheidungen! Und von mir aus auch deine Fehler! Wenn du Fehler allerdings vermeiden möchtest, wirst du anfällig sein für die Stimmen, die da säuseln: "Ich habe dich gewarnt..."
"Danke für deine Warnung und jetzt kümmere dich um deine eigenen Dinge. Und ich übernehme die Verantwortung für mich."
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Dienstag, 1. November 2016

Bleib ruhig und mach einfach weiter

Manchmal schlägt mir das Herz bis zum Hals.
Ich bin unterwegs mit meinem Auto und hinter mir fährt die Polizei.
Sofort bin ich im Alarmzustand. Der Adrenalinpegel steigt.
In meiner Wahrnehmung völlig grundlos.
Ich fahre vorschriftsmäßig und habe kein Gesetz übertreten.
Zumindest nicht bewusst.
Aber so ist die erste Reaktion.
Da läuft ein altes Programm ab. "Du darfst nichts falsch machen!
Du darfst dich nicht erwischen lassen!
Das ist verboten! Dafür wirst du bestraft! Du kommst ins Gefängnis!"

Das ist nicht real, findet aber trotzdem statt.
Auf meiner Spruchkarte heute lese ich: "Bleib ruhig und mach einfach weiter."
So ein Adrenalinschub ist gar nicht schlecht.
Du wachst auf und wirst wieder lebendig.
Positiver Stress! Gibt Energie!
Was ist, wenn ich mich nicht beruhige?
Ich ändere den Spruch in:
"Bleib unruhig - und nutze die Energie, die da drin liegt."
Und wenn ich tief genug atme - kommt die Ruhe auch wieder.
Spätestens beim letzten Atemzug!
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