Samstag, 31. Januar 2015

Siehst du das Ganze oder die Details?



Zu Beginn eines neuen Jahres liegt das große Ganze vor dir. Du schaust auf das gesamte Jahr im Überbick und zeichnest die großen Bögen vor. Dann gehst du hin zu den Jahreszeiten und dann zu den Monaten. Möchtest du deinen Arbeitsplatz oder deinen Wohnort wechseln? Hast du größere Anschaffungen vor oder einen besonderen Urlaub? Wenn du auf das Ganze schaust, dann entwickelst du ein Gefühl dafür, ob die grobe Richtung stimmt. Du entscheidest dich für einen Hauptweg und viel später erst für einen Seitenweg.

Um das Ganze sehen zu können musst du einen Schritt zurücktreten. Es ist vergleichbar wie die Betrachtung eines Gemäldes. Von Weitem siehst du die großen Linien und Flächen und bekommst einen Gesamteindruck. Dann näherst du dich dem Bild und schaust dir die keinen Details an. Wenn du sofort zu den kleinen Details gehst fällt es dir schwerer zu erkennen, worum es sich da gerade handelt und warum dieses Detail jetzt genau an diesem Platz ist und nicht woanders.
Zu Beginn des neuen Jahres nimmst du das Ganze in den Blick und wendest dich dann den Details zu. Welche Nebenwege möchtest du gehen? Was ist in dieser Woche dran? Welche Pläne hast du für den heutigen Tag und wie ist dein Befinden jetzt in diesem Augenblick.
Das Leben gestaltet sich im ständigen Perspektivwechsel. Du gehst einen Schritt zurück für das Ganze und einen Schritt nach vorne für den Blick auf das Detail. Wenn du nur auf den heutigen Tag schaust kannst du dich verlieren in den Einzelheiten. Du musst also immer auch das Große und Ganze im Blick behalten. Du lässt die Größe und die Pracht einer Kathedrale auf dich wirken und schaust dann auf die einzelnen Figuren der Fassaden.
Dann gibt es auch noch das wirklich Große und Ganze, das, was größer ist als die Ziele für dieses neue Jahr. Was ist deine Grundbestimmung im Leben? Was möchtest du überhaupt noch erreichen? Kommst du deinem großen Ziel näher mit deinen augenblicklichen Jahresplänen?
Im Blick auf das Ganze orientierst du dich und im Blick auf das Detail wirst du konkret. Jede Perspektive hat ihre Stärke und auch ihre Schwäche. Im Blick auf das Ganze könntest du vergessen, dass du auch konkret gehen und handeln musst. Im Blick auf das Detail könntest du dich festbeißen an Nebensächlichkeiten.
Jeder Mensch hat so eine Art Grundtendenz. Der Eine ist eher detailverliebt und die Andere entwickelt ständig Lebensträume. Die Kunst des Lebens besteht in der Bejahung und Umsetzung beider Perspektiven. Wo stehst du und wo möchtst du hin?

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Freitag, 30. Januar 2015

Gestalte dein Leben, jeden Tag!

Du schaust am Ende der Woche auf deinen Kalender und hältst dir vor Augen, was alles auf dich zukommt. Am Morgen schaust du auf den Tag und überlegst, was du alles erledigen musst. Unter erledigen verstehe ich die Vorstellung, dass wir bestimmte Pflichtaufgaben haben. Von diesen so genannten Pflichten kommen einige zusammen. Essen zubereiten, einkaufen, putzen, aufräumen, waschen usw. Manchmal arbeitest du dich durch diese Aufgaben und hakst in Gedanken ab, was du geschafft hast. Das Wort "erledigen" drückt dabei eine Menge aus. Am Ende bist du erledigt und erschöpft von deinen Pflichten. Du freust dich auf deine freie Zeit und lebst in der Dualität, im Gegensatz von Arbeit und Vergnügen.
Wenn du das Wort "erledigen" nun ersetzt durch "gestalten" betonst du deine Freiheit und deine Kreativität. Du entscheidest, was du machst und wann du es machst. Du entscheidest auch, ob du es mit Liebe tust oder mit Widerwillen. Du kannst die Aufgaben so gestalten wie Kinder ihre Spiele spielen. Der Tag ist ein Geschenk und darfst ihn für dein Vergnügen mit Inhalt und Freude füllen.
In der Bibel wird die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erzählt. Vor dem "Sündenfall" mussten sie auch im Garten arbeiten, aber sie vergnügten sich. Nach dem "Sündenfall" verwandelte sich der Tag in Mühsal und Plage. Ob es Mühsal und Plage ist oder Freude, Siel und Vergnügen - diese Entscheidung findet in deinem Kopf und in deinem Herzen statt.
Je bewusster du den Beginn des Tages beginnst und in den Tag hineinmeditierst, desto eher hast du die Chance, die lebensfrohe Seite in den Blick zu nehmen. Vielleicht geht das nicht zu hundert Prozent, aber vom Grundsatz her ist eine Veränderung immer möglich.

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Donnerstag, 29. Januar 2015

Der Trockenaquarier oder "Wie köstlich ist der Tod!"


Erinnern wir uns an die beiden Fraktionen. "Nassaquarier" besitzen ein Aquarium nebst Fischen und Zubehör. Sie sind leidenschaftliche Praktiker und erfüllt von ihrem Hobby. Sie "müssen" allerdings in Kauf nehmen, dass Fische verenden, die Kosten explodieren und Urlaubsvertretungen zu organisieren sind. Der "Trockenaquarier" benötigt für sein Vergnügen keine haptischen Dinge. Er schüttet seine Glückshormone aus lediglich mit Hilfe seiner Gedanken. Er ist ein virtueller Aquarier. Ich habe in den vergangenen Posts versucht, einen philosophischen Zugang zu schaffen zum faszinierenden Wesen des Trockenaquariers mit der Idee im Hintergrund, dass jeder Mensch auf dieser Welt ein wenig von dieser Wesensart in sich trägt.

Kommen wir heute zum fünften und vorläufig letzten Zugang: "Wie köstlich ist der Tod!"
Der Nassaquarier so haben wir gehört ist angewiesen auf die materiellen Grundlagen im Leben. Für die Ernährung benötigt er konkrete Nahrung. Für sein Hobby die diversen Hilfsmittel und für die Liebe ein Gegenüber aus Fleisch und Blut. Der Nassaquarier würde dem voll zustimmen, dass das Wesentliche des  Menschseins darin besteht, mit dem Körper das Leben zu genießen und zu durchleiden. Freude am Hören, Sehen, Riechen und Schmecken. Abenteuer erfahren. Jede Ritze Leben auszunutzen. Und all das möglichst viele Jahre! Was wird darum den allergrößten Schrecken beim Nassaquarier auslösen? Der Satz: "Du wirst sterben!" "Unweigerlich!" "Unausweichlich!" Die Angst vor dem Tod führt dazu, dass er oft krampfhaft die Dinge festhalten muss. Für Operationen und Medikamente ist er äußerst verführbar. Jedem Heiler geht er auf den Leim! Jede lebensverlängernde Maßnahme nutzt er voll aus! Körperliche Einschränkungen werden auf keinen Fall hingenommen! So, wie der Nassaquarier sein Aquarium braucht benötigt der "geistige Nassaquarier" seinen Körper. Der 100prozentige Nassaquarier wird zum völligen Sklaven seiner totalen Gesundheit und Vitalität. Jegliche Todesvorstellung wird er tunlichst meiden und sich immer und ständig voll auf das Leben konzentrieren.
Da kann der Trockenaquarier sich nur entspannt in seinen Sessel zurücklehnen und müde lächeln. Du ahnst schon warum? Wozu braucht der Mensch einen Körper? Was ist das? Der Trockenaquarier wandert in Gedanken und Phantasie hin zu all seinen virtuellen Hobbys, den vielen Liebeserfahrungen, all den Familien, die er virtuell gegründet hat. Er blickt dankbar auf all die ausgedachten Bücher und Meisterwerke seiner Kunst. Er wird im Tode seine Augen schließen und den Übergang nicht einmal bemerken. Er wird in der Anderswelt aufwachen. Dort wird er von den Engeln empfangen, die ihn fragen werden, wie es denn so war in einem menschlichen Körper? Sie werden auch wissen wollen wie der Tod war, weil sich die Menschen doch so sehr davor fürchten! Der Trockenaquarier wird erstaunt sein über solche Fragen und antworten: "Das Leben im Körper ist nicht so aufregend wie ihr glaubt und der Tod ist köstlich. Kein Nassaquarier mehr  in der Nähe, der panisch nach den Luststrohhalmen greift und mit körperlichen Fragen nervt." 

Ziehen wir nach den fünf philosophischen Zugängen eine erste Bilanz: Mir ging es darum, das Wesen des Trockenaquariers zu würdigen. Ich könnte viele Punkte gegen ihn sammeln und heftig mit seinem Wesen ins Gericht gehen. Aber wem würde das nützen? Die ganze Wirklichkeit insgesamt tendiert im Augenblick in Richtung Trockenaquarismus. Der Computer mit seinen virtuellen Welten ist der deutlichste Beweis. Dort wird gespielt, gearbeitet, gelebt und geliebt. Von deinem menschlichen "Nassaquarierkörper" benötigst du lediglich die Hände und die Augen. Mehr ist nicht nötig! Für dich habe ich jetzt eine Aufgabe. Stell dir eine Skala vor mit den Zahlen von Eins bis Zehn. Eins heißt: Du bist der pure und reine Nassaquarier und Zehn bedeutet: Du bist so was von trocken, trockener geht es nicht. Wahrscheinlicher aber liegst du mit einer Zahl irgendwo dazwischen. Warum ist es gut, das zu wissen?
Es kann sein, dass du dich mit manchen Menschen besser verstehst und manchen weniger gut. Jetzt weißt du, warum! Vielleicht bist du einer Schwester / einem Bruder begegnet oder einem Gegenteil von dir! Extreme Nass- und Trockenaquarier sind entgegengesetzte Pole. In Kombination versprechen sie Abenteuer aber auch Anstrengung und hohes Konfliktpotential.
Wenn du dich jetzt einschätzen kannst magst du auch eine neue Entscheidung treffen. Vielleicht hast du von all der Körperlichkeit des "Nassaquariers" die Nase voll und möchtest mal eine Pause machen. Oder du fühlst dich so trocken und virtuell, dass du mal ein wenig Abenteuer wagen könntest!
Wo immer du auch stehst: Werte nicht! Verurteile nicht! Nimm, was ist bei dir und bei anderen mit Gelassenheit und Humor.
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Mittwoch, 28. Januar 2015

Der Trockenaquarier oder "Die Liebe leben geht ganz leicht!"


Damit du nicht die vorherigen Artikel lesen musst schreibe ich noch einmal einen zusammenfassenden Satz zum bisher Festgestellten. Ein "Trockenaquarier" besitzt kein einziges Aquarium. Für sein ganz persönliches Glück reicht die virtuelle Vorstellung. Der "Nassaquarier" hingegen besitzt wirklich ein solches und ist damit vielleicht auch manchmal unglücklich aufgrund der Sorgen um Fische, Strom usw.

Kommen wir direkt zum vierten Zugang in der Beschreibung des Trockenaquariers: "Die Liebe leben ist ganz leicht!"
Stell dir doch einmal vor, dass du 16 Jahre alt bist. Du triffst das erste Mal einen Menschen, der dich wirklich fasziniert. Dein Herz hüpft, die Sehnsucht brennt. Du denkst Tag und Nacht an diesen Menschen. Dein Herz ist erfüllt und die rosarote Brille verwehrt dir den Zugang zu den Schattenseiten deines Gegenübers. Deine Eltern und deine Freunde stellen die Diagnose: "Du bist verliebt!"
In diesem Augenblick besitzt du selbst ein Wort für das, was du gerade erlebst oder was dir widerfährt. Jawohl, du bist verliebt, mit Haut und Haaren und mit Leib und Seele! Deine Liebe und deine Sehnsucht sind so gewaltig, dass du mit diesem Menschen zusammensein möchtest. Du möchtest verschmelzen. Du möchtest eins werden. du willst dich nie wieder trennen. Nur, da gibt es ein Problem!
Mag dieser andere Mensch dich auch? Erwidert er die Liebe! Was ist, wenn er nein sagt? Wirst du zerbrechen? Ist das Leben dann vorbei? Wenn du gar nicht erst fragst kannst du auch keine negative Antwort bekommen. Alles bleibt zwar in der Schwebe, aber du bekommst wenigstens kein Nein!

Vielleicht hast du diese Phase in deinem Leben auch mitgemacht und hast reichlich Erfahrungen gesammelt. Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die diese Erfahrung ständig wiederholen, weil du dich so häufig verliebst und diesen "Schwebezustand" magst. Meine Einladung heute, dass du dich in diesen Gefühlszustand hineinversetzt, hat natürlich wieder etwas mit der Wesensart des Trockenaquariers zu tun. Du wirst jetzt auch erkennen ob du in Liebesdingen einer bist oder nicht!

Der Nassaquarier findet diesen Zustand der unerfüllten Liebe schier unerträglich. Eines Tages wagt er den Sprung und offenbart sich dem oder der Geliebten. Er hofft auf eine günstige Gelegenheit und wenn die nicht kommt geht er irgendwann in die Offensive. Die heiße Liebe und die nüchterne Erkenntnis kommen zusammen: "Wenn du nichts sagst, wird nichts passieren! Also auf, du hast nichts zu verlieren!" Entweder wird der Nassaquarier bereit seinbist, auch das Nein entgegenzunehmen oder er blendet es todesmutig einfach aus. Der Nassaquarier kann sich das Leben eben nur "nass" vorstellen! Der Gedanke ist bei der Liebe ja durchaus nicht abwegig. Eines ist klar! Wenn die Liebe dann zu einem positiven Ergebnis kommt ist erst der Anfang gemacht. Kompliziert wird das Leben allerdings erst jetzt! Und vor allem folgenreich! Das Leben verändert sich völlig. Die alten Freunde werden unwichtig. Geld spielt keine Rolle mehr. Alles geht durcheinander und wird noch schlimmer, wenn die rosarote Brille sich aufgelöst hat. Die "große" Liebe schmilzt dahin, der Alltag kehrt wieder ein. Dann müssen die alten Freunde reaktiviert werden, die man für eine Zeit ausgeblendet hat. Die Wunden müssen versorgt werden und die zerplatzten Träume benötigen viel Trost.

Hast du dir einmal überlegt, warum bestimmte Menschen nicht der praktischen Liebe verfallen? Diese Typen sind durchaus hübsch, attraktiv, umgänglich und liebenswert. Sie begegnen auch immer mal wieder einem Menschen, in den sie sich verlieben könnten. Sie verlieben sich sogar, sogar sehr heftig. Aber du siehst es ihnen nicht an! Sie machen das von Anfang bis Ende ganz allein mit sich aus. Ich spreche hier wieder vom Trockenaquarier! Fragst du einen Trockenaquarier nach der Liebe dann würde er dir sagen: "Die Liebe leben geht ganz leicht!" Er würde dir vielleicht folgendes erzählen:
"In der vergangenen Woche habe ich mich zuletzt verliebt. Ich saß allein in einem Café und ruhte mich aus von meinen Einkäufen. Ich war in Gedanken noch ganz bei meinen neuen roten Schuhen und stellte mir den Rest meines Outfits vor. Da setzte sich mir gegenüber ein junger Mann ganz gedankenverloren mit seiner Zeitung hin. Sein Blick! Sein Ausdruck! Seine Haare! Ich wollte ihn sofort kennenlernen! Dann stellte ich mir vor, wie ich ihn ansprach und er mich ganz verliebt anschaute. Ich stellte mir weiter vor wie mein Herz aufging und ich auf Wolke Sieben schwebte. Wie wir dann Händchen hielten und uns unsere Lebensgeschichte erzählten und darüber die Zeit vergaßen. Wie das Café geschlossen wurde und was danach noch alles geschah... Dann wachte ich auf und war total erfrischt. Da gab es keinen Mann gegenüber, aber die Liebe war völlig real und beglückend!"
Du merkst, der Trockenaquarier ist in der Lage, zu jeder Zeit sich der Liebe hinzugeben und Glückshormone auszuschütten. Ihm reicht die Vorstellung von der Liebe völlig aus. In Gedanken und im Gefühl spielt er alles durch vom Kennenlernen bis hin zur Hochzeit. Hin und wieder gibt es auch ein "Nein" in der Liebe, durchaus ganz dramatisch. Dann jedoch zieht die Liebe wieder siegreich ein! Für den Trockenaquarier gibt es keine wirklichen Komplikationen. Während der Nassaquarier Stunden oder tagelang warten muss, um einen Konflikt zu klären kann das der Trockenaquarier in wenigen Minuten. Er denkt sich die Dialoge aus und erfindet Versöhnungsgesten. All dies macht er er still für sich bei einer Tasse Kaffee. Wenn du das nächste Mal in ein Café gehst und siehst einen Mann oder eine Frau gedankenversunken bei einem Kaffee sitzen dann weißt du, was da möglicherweise gerade geschieht, oder ?! Du wirst Zeuge einer "Trockenaquarierliebe"! Und wenn du an einem anderen Tisch sitzt und das beobachtest dann... Ja dann bist du auf einmal selber zum Trockenaquarier geworden! Denn du stellst dir das bei deinem Gegenüber ja nur vor! Du weißt es nicht!
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Dienstag, 27. Januar 2015

Der Trockenaquarier oder "Wir sind Schöpfer neuer Welten!"


Wenden wir uns noch einmal dem Trockenaquarier zu. Er lässt mich nicht in Ruhe und eröffnet immer noch neue Perspektiven. Der Trockenaquarier gehört ja zu den Wesen, die sich mit einem "gedachten Auquarium" vergnügen und in stiller Freude trotz der "Trockenheit" viele Glückshormone ausschütten, weil es dem Gehirn egal ist, ob das Aquarium nur gedacht oder real ist.

Meine Zugang heute lautet: "Wir sind Schöpfer neuer Welten!"
Wie kommt der Komponist zu einer neuen Melodie? Wie erfindet ein Koch ein neues Rezept? Wie kommt ein Autor zum Stoff für seinen neuen Roman? Wie konstruieren Ingenieure eine neue Maschine?
Sie machen es nach der Methode des "Nassaquariers" oder des "Trockenaquariers." Die Nassmethode ist uns vertrauter. Ein Aquarist hat ein Aquarium vor sich stehen mit Fischen drin und einer landschaftlichen Gestaltung von Steinen und Pflanzen. Möchte er kreativ sein, dann wird er sich neue Fische kaufen, die Pflanzen austauschen und das Licht verbessern. Er wird aber immer mit den konkreten Dingen arbeiten. Es wird eine Variante geben vom jetzt bestehenden Aquarium. Er geht also vom Vertrauten aus und variiert es lediglich. So wird ein "Nassaquarieringenieur" auch mit dem Vertrauten arbeiten. Er wird real existierende Autos verbessern durch einen stärkeren Motor oder einer verbesserten Aerodynamik. Ein "Nassaquarierkoch" wird sich an die Kochabläufe aus seiner Lehrzeit halten und nach und nach sein Repertoire erweitern und Vertrautes variieren. Er wird aber immer mit seiner erlernten Grundlage arbeiten und sich an gewisse Regeln halten. Das Wesen eines "Nassaquariers" egal welchen Berufes arbeitet mit den vorgegebenen Materialien und bekannten Vorstellungen. Das ist das, was ihm zur Verfügung steht.
Manche jedoch arbeiten nach der Methode des "Trockenaquariers". Worin besteht diese? Da der Trockenaquarier mit seiner Vorstellung arbeitet kann er sich auch Dinge vorstellen, die materiell noch gar nicht existieren. In der Vorstellung kannst du zum Beispiel fliegen mit deinem Körper ohne jegliches fremdes Hilfsmittel. Mit deiner Vorstellungskraft hebst du dich in die Lüfte. Du überwindest die Schwerkraft weil du weißt, dass das Zeitempfinden und die Schwerkraft nur in dieser Dimension zusammengehören und miteinander verbunden sind. Wenn du innerlich einen Zeitsprung machst lässt du die Schwerkraft einfach hinter dir. Verstehst du noch, wovon ich spreche? Als Trockenaquarier bist du nicht an die bislang existierenden materiellen Dinge gebunden. Du erschaffst dir in deiner Phantasie eine neue Welt. Ein "Trockenaquarierschriftsteller" wird seine Geschichte selber erleben indem er in eine Parallelwelt abtaucht, die nicht körperlich gebunden ist. Nach den virtuellen Erlebnissen kehrt er wieder in seinen Körper zurück. Wenn du dann seinen Roman liest glaubst du, er hat das alles wirklich erlebt. Der Trockenaquarierschriftsteller ist also in der Lage seine Erlebnisse so darzustellen, dass du glaubst, er hat das alles wirklich erlebt.
Für einen Moment magst du wieder denken: Welche Spinnerei! Aber wenn du in die menschliche Geschichte zurückblickst wirst du feststellen, dass Jules Verne oder Leonardo da Vinci tatsächlich ganz neue Dinge gedacht haben. Sie konstruierten neue Wirklichkeiten.
Der "Trockenaquarier" ist der Schöpfer neuer Welten! Er denkt sich neue Dinge aus und lässt sie dann wieder los. Viele Jahre bis Jahrhunderte später kommt dann ein "Nassaquarier" und nimmt diese Ideen auf. Die Erkenntnisse und Schöpferinitiative des "Trockenaquariers" ist dann vielleicht schon längst in Vergessenheit geraten. Den Ruhm heimsen die "Nassaquarier" ein und der "Trockenaquarier" geht leer aus. Schlimm? Keineswegs! Der Trockenaquarier weiß, dass seine Gedanken sich eines Tages materialisieren werden und gibt sich still dieser Vorfreude hin. Der gedachte Ruhm reicht ihm völlig aus. Und morgen wird es einen vierten Zugang geben zum Trockenaquarier. Es wird um die Liebe gehen!
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Montag, 26. Januar 2015

Der Trockenaquarier oder: "Vorfreude ist die schönste Freude!"


Du erinnerst dich an die Geschichte vom Trockenaquarier? Nicht? Dann lies noch einmal den letzten Post. Es ging darum, dass eine vorgestellte Wirklichkeit mitunter dich glücklicher macht als eine "echte" Wirklichkeit. Der Trockenaquarier vergnügt sich mit seinem vorgestellten Aquarium und der "Nassaquarier" leidet an den vielen Mängeln in seiner Aquaristik.

Kommen wir heute zum zweiten Zugang der da lautet: "Vorfreude ist die schönste Freude!"

Stell dir einen Aquarier vor, der sich einen neuen Fisch kaufen möchte. Es soll ein besonderer Fisch sein. Er darf viel Geld kosten und darf sehr selten sein. Alle werden diesen Fisch in seinem Aquarium bewundern! Er freut dich jetzt schon über diesen Fisch und malt sich in allen Farben die Umsetzung und Auswirkungen aus. Dann kauft er diesen Fisch. Er geht nach Hause. Er ist stolz! Er ist voller Freude! Er setzt diesen Fisch in sein Aquarium! Seine Freude erreicht einen Höhepunkt! Da schwimmt er nun, sein neuer Fisch!
Und dann? Das war der Höhepunkt der Freude. Du kannst die Freude nicht halten! Die Freude verschwindet nach und nach. Jeden Tag ein wenig mehr. Irgendwann ist dein neuer Fisch ein Fisch unter vielen Fischen. Ein besonderer Fisch, er war ja teuer! Aber doch nur ein Fisch. Du möchtest dich aber gerne freuen und du reaktivierst diese Freude manchmal, wenn du einem Freund von deinem Fisch erzählst. Aber anschließend merkst du: Du betrügst dich selbst! Die Freude ist nur hochgeholt! Nicht mehr wirklich spontan!
Dann blickst du zurück und kommst ins Nachdenken. Da gab es einmal die Idee, sich diesen Fisch zuzulegen. Dieser Gedanke war mit großer Freude verbunden. Diese Freude steigerte sich bis zu dem Tag, an dem der Fisch in deinem Wasser landete. Ab da ging es mit der Freude bergab.
Verlassen wir nun diesen Fischgedanken und wenden uns den eigenen Projekten zu. Wie lange hielt die Freude über dein letztes neues Auto an? Die letzte neue Küche? Dein Haus? Deine neuen Wanderschuhe? Stimmst du mir zu, dass bei fast allen deinen Neuanschaffungen die Vorfreude größer war als die "Nachfreude?" Wenn deine Freude über dein Auto so immens groß wäre, dann würdest du nicht schon ein Jahr später dich nach den neuesten Modellen umschauen. Du fährst gerade dein Auto ein und denkst schon an das nächste. Du sagst jetzt: "Bei mir nicht!" Okay, bei dir nicht! Bei dir ist es nicht das Auto, bei dir ist es etwas anderes!
Also, bei vielen Menschen ist die Vorfreude wirklich die schönste Freude. Und so kommen wir zum Trockenaquarier. Das hat der Trockenaquarier erkannt: Er investiert konsequent und ausschließlich in die Vorfreude! Er hat so viel Freude an der Vorfreude, dass er genüsslich dabei bleibt. Er kennt den jähen Absturz ins Bodenlose, wenn man erst einmal die Dinge besitzt. Während der "Naßaquarier" mühsam seine Fische am Leben erhält kann der Trockenaquarier sich voll Vergnügen auf das nächste Projekt stürzen. Er wandert von Vorfreude zu Vorfreude.
Mein Trockenaquarium heißt übrigens "Urlaub". Ich schaue mir im Internet die Ferienwohnungen an und stelle mir vor, wie ich da meinen Urlaub verbringe. Die toll eingerichtete Küche, die Terrasse, die Landschaft.... Es gibt so viele "Voreindrücke" des vor mir liegenden Urlaubs, dass der Urlaub selbst da gar nicht mithalten kann. Die "wirkliche" Urlaubswohnung zeigt am Ende ja doch nur die vielen echten Mängel. Ich fahre zwar trotzdem, aber die Vorfreude! Brauche ich nicht bezahlen! Ist völlig umsonst! Geht ganz tief!
Kennst du deine "Trockenaquarien" auch? Wo bist du verführbar?  Mir kommen da so manche vor allem männliche Jugendliche in den Sinn, deren Leben nur aus virtuellen Computerwelten besteht. Diese Jugendliche haben echte Trockenaquarierqualitäten. Sie brauchen keine Kleidung, kaum Essen, wenig Freunde...
Regt sich bei dir ein "Aber"? Spürst du ein "Das ist jetzt aber ziemlich schräg?" Regt sich bei dir ein Widerstand? Ich wäre durchaus neugierig darauf! Morgen eröffne ich den dritten Zugang der da lautet: "Wir sind Schöpfer neuer Welten!"
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Sonntag, 25. Januar 2015

Der Trockenaquarier oder "Allein eine Vorstellung von Etwas macht schon glücklich!"


Wenn ich das Wort "Trockenaquarier" google bekomme ich kein Ergebnis. Das Wort existiert nicht. "Trockenaquarium" hingegen findet den einen oder anderen Eintrag. Dabei handelt es sich dann zum Beispiel um ein Aquarium mit Muscheln aber ohne Wasser, oder einen auf eine Wand gesprayten oder einen "elektronisch" gefüllten Wasserbehälter. Aber ein Trockenaquarier existiert offiziell nicht. Dennoch gibt es ihn.
Ein Freund erzählte mir vor einigen Jahren von einer interessanten Begegnung im Zug. Er kam mit einem Mitreisenden ins Gespräch über sein größtes Hobby: die Aquarstik. Sein Reisegefährte erzählte von wunderbaren Fischen mit Herkunft und Preisen, Größe und Qualität von Aquarien, Fragen von Haltung und Züchtung. Er zeigte sich als ein echter Fachmann für Fische und co. Mein Freund staunte über so viel Kompetenz. "Wenn Sie mir davon so viel erzählen", meinte er, "dann frage ich mich, ob das nicht wirklich ein teures Hobby ist. Da müssen Sie sicherlich ständig viel Geld investieren, oder?" Daraufhin antwortete sein Mitreisender etwas, worüber mein Freund sich köstlich amüsierte und warum er mir diese Geschichte überhaupt erzählte. Der Mitreisende antwortete: "Überhaupt nicht. Ich bin ein Trockenaquarier!"
Als Trockenaquarier besaß er nämlich gar kein Aquarium, nicht ein einziges. Keine Fische, kein Aquarium, keine Muscheln, kein Strom, keine Kosten! Er war sozusagen ein virtueller Aquarier. Für seine Form der Aquaristik benötigte er lediglich "trockene" Bücher.

1. Zugang zum Wesen des Trockenaquariers: "Allein eine Vorstellung von Etwas macht schon glücklich!"

Diese Geschichte erzählte mein Freund mir schon vor einigen Jahren. Seitdem geht mir dieses Bild nicht aus dem Kopf: Was zeichnet einen Trockenaqarier aus? Wie kann man sich mit so viel Leidenschaft den Fischen widmen und sich mit einem lediglich theoretischen Wissen zufriedengeben? Für mich öffnete sich da quasi eine ganz fremde Welt. Und diese Welt möchte ich jetzt mit dir teilen. Sie wird dir sehr vertraut sein und dich zugleich verwirren. Manche Gedanken wirst du vielleicht auch gar nicht mögen und nicht mit mir teilen.
Heute kommt der erste "philosophische" Zugang zur Welt des Trockenaquariers der da lautet: "Allein die Vorstellung bewirkt tiefes Glück!"
Der Trockenaquarier in meiner Geschichte besitzt wie gesagt kein einziges Aquarium. In seiner Vorstellung jedoch besitzt er eine ganze Aquarienwelt. Allein beim Gedanken an Fischen schüttet er Glückshormone aus und gerät in einen Zustand der Verzückung. Er sitzt meinem Freund im Zug gegenüber und ist völlig beseelt von seinem Hobby. Jetzt stell dir einmal vor, er besäße tatsächlich ein Aquarium mit allem Drum und Dran. Vielleicht wäre er über den Besitz glücklich, aber sicher ist das nicht. Er könnte sich schnell Sorgen darum machen. Geht es den Fischen gut? Hat das Wasser die richtige Temperatur? Reichen die Fischfuttervorräte? Er würde sich also gedanklich häufig und sorgenbehaftet mit dem Aquarium beschäftigen. Das würde ihn vermutlich im Laufe der Zeit immer ein wenig unglücklicher machen.
So könnte es geschehen, dass der wirkliche Besitz und Unterhalt eines realen Aquariums unglücklicher machen könnte als der Nichtbesitz! Sogesehen macht es Sinn ein glücklicher Trockenaquarier zu sein! So komme ich also zu meinem ersten Zugang: Allein die Vorstellung von Etwas reicht zum Glück!
Unserem Gehirn, das Glückshormone ausschüttet ist es völlig egal, ob du ein echtes oder nur ein gedachtes Aquarium besitzt. Du kannst dich so "hineinfreuen" in deine Vorstellung, dass du ein starkes Glücksgefühl entwickelst ohne etwas zu besitzen. Dir reicht allein die Vorstellung! Vielleicht wirst du ohne Besitz sogar glücklicher sein, weil du dir möglicherweise viele Probleme ersparst. Als Trockenaquarier hast du die gleiche Freude wie der Nassaquarier und musst dich nicht darum kümmern, wer in deinem Urlaub die Fische versorgt und was du machst bei einem Stromausfall!
Kommen wir jetzt zum nächsten Schritt: Übertrage einmal diesen Gedanken auf deine eigenen Lebensbereiche. Du bist möglicherweise kein Trockenaquarier aber "Teile seines Wesens" wirst du vielleicht kennen und teilen! Irgendwo bist du auch ein "Trocken..." Machen wir die Probe!
Stell dir eine Zitrone vor, gelb, saftig, reif! Du beißt hinein! Was tut sich jetzt bei dir? Kennst du schon, nicht wahr? Oder du stellst dir vor, wie du bei einem Bäcker vorbeikommst und der Duft von frischem Brot weht auf die Straße in deine Nase! Herrlich, dieser Duft! Du spürst, wie dein Magen sich meldet mit einem dicken und fetten Ja! Ich will ein Stück Kuchen! Ich habe Hunger! Das machst du allein mit deiner Vorstellung im Kopf! Es macht also keinen Unterschied ob du in eine Zitrone beißt oder dir nur vorstellst, in eine zu beißen. Zugegeben, die Vorstellung eines Brotes allein macht dich nicht satt. Du denkst, du müsstest jetzt auch wirklich eins essen. Aber hast du es einmal wirklich probiert nur virtuell zu essen? Probieren wir es aus:
Der Duft von Brot kommt zu dir jetzt in diesem Augenblick. Du stellst ihn dir diese Scheibe Brot vor. Du beißt in das Brot, du kaust und du schmeckst und du schluckst dein Brot herunter. Du isst virtuell weiter und stellst dir vor wie dein Magen sich füllt. Und? Klappt es?
Wenn nicht, dann liegt es vielleicht nur an deine Vorstellungskraft! Du traust ihr nicht genug zu! Du hast einen "Glaubenssatz" der da lautet: "Das ist ja nur Einbildung. Das ist Spinnerei!" Ja, vielleicht ist das Spinnerei. Ich möchte bei dir nur bewirken, dass du dich dem Gedanken ein wenig öffnest, wie mächtig deine Vorstellungskraft ist. Frohes Forschen und Weiterdenken! Und morgen geht es um die Vorfreude. :-)
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Freitag, 23. Januar 2015

Jede Krise birgt auch eine Chance!

                                                                                              
Das Kind bekommt ein schlechtes Zeugnis und wird nicht versetzt in die nächste Klasse. Da kann man nichts machen!
Das Paar hat sich heillos zerstritten und reicht die Scheidung ein. Da kann man nichts machen.
Der Kranke liegt im Sterben und der Tod wartet vor der Tür. Da kann man nichts machen.

Klingt wie Resignation, nicht wahr. Manchmal müssen wir uns dem "Schicksal" ergeben. Das Kind hat sich alle Mühe gegeben und dennoch die erforderlichen Noten nicht geschafft. Das Ehepaar war sogar in einer Beratung und der Kranke hat lange gekämpft. Da kann man nichts machen. Es mag sein, dass das Kind nicht versetzt wird, das Paar sich trennt und der Kranke stirbt. In jeder Situation "kann man dann dennoch etwas machen".
Das Kind kann daraus eine Lektion für die Zukunft lernen und andere Wege gehen. Das Paar findet in der Krise vielleicht einen neuen Anfang. Der Kranke kann noch vor dem Tod seinen Angehörigen seine Liebe zeigen.
Die Situationen können wir manchmal nicht verändern, aber unsere innere Einstellungen. Jedes Ereignis, das uns herausfordert, gibt uns die Gelegenheit zum inneren Wachsen.

Du kannst dein Leben bejahen mit allen Facetten. Es gibt nichts zu tun.
Du kannst Ja sagen auch  zu deinen Fehlern. Dann gibt es nichts zu tun.
Du kannst dich mit dir selber aussöhnen. Dann gibt es nichts zu tun.

Da kann man nichts machen - Resignation.
Es gibt nichts zu tun - einfach im Sein sein!

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Donnerstag, 22. Januar 2015

Erst zentrieren und durchatmen, dann loslegen!



Hast du schon einmal bemerkt, dass du die gleiche Tätigkeit mal mit Energie und Kraft locker bewältigst und ein andermal nur mit großer Mühe und Anstrengung?
Also, du stehst in der Küche und bereitest das Essen zu. Voller Freude liest du dein Rezept. Du schaust in den Kühlschrank, ob alle Zutaten da sind. In deiner Phantasie entsteht das Bild eines wunderbaren Gerichtes auf einem schön gedeckten Tisch. Deine Familie oder die Gäste schauen erwartungsvoll auf das Wunder, das du gewirkt hast. Nach den ersten Gabeln vernimmst du ein Ah! und Oh! Mit diesem inneren Bild und dem beglückenden Gefühl stellst du dich an den Herd und zauberst fast ohne jede Anstrengung dein Essen.
Ein paar Tage später stehst du wieder in der Küche. Du liest dein Rezept, du schaust in den Kühlschrank ... und du merkst: Etwas fehlt! Du freust dich nicht. Du bekommst kein Bild vom Ergebnis. Die Familie erscheint dir als undankbar. Die Zutaten erfüllen nicht deine Erwartungen. Du kochst und hoffst, du bekommst alles noch irgendwie fertig. Mühselig und angestrengt vollziehst du jeden Arbeitsschritt. Das Essen kommt auf den Tisch und du bist nur froh, wenn du anschließend deine Ruhe hast.
Der Zuschauer deines Filmes sieht zwei fast identische Szenen. Aber wenn der Zuschauer in dein Inneres hineinblicken könnte, würde er einen großen Unterschied wahrnehmen. Die erste Szene wäre gefüllt von Leben und Freude und die zweite Szene trist und grau.
Mich erinnert das an die erste Geschichte in der Bibel. Die Menschen leben im Paradies und arbeiten in diesem Garten voller Liebe und in Verbundenheit mit dem Schöpfer. Nach dem Essen von der verbotenen Frucht verwandelt sich das Paradies in einen Ackerboden, der kaum zu bewältigen ist. Die hilfreichen Engel verschwinden und sie fühlen sich ausgestoßen und verloren in einer kalten Welt.
Manchmal sagst du vielleicht selber: „Ich bin nicht im Vollbesitz meiner Kräfte.“ Wenn dir die Kraft fehlt, wird das Leben zu einer Anstrengung. Wenn du in der Freude bist, wird jede Arbeit zum Spiel und du erlebst dich wie im Flow. Wenn die Anforderungen jedoch anwachsen kann es sein, dass du mehr und mehr den Bezug zu deiner Mitte verlierst.
Wenn dir das Kartoffelschälen keine Freude mehr bereitet und du lustlos mit dem Löffel in der Sauce rührst, wird es Zeit, dass du eine Pause einlegst. Tank erst mal wieder auf! Stell dich in deinen Sonnenraum! Suche einen Wohlfühlort auf und tu erst einmal – nichts! Dein Sonnenraum kann ein äußerer Ort sein wie die Bank vor der Tür, ein Sessel im Wohnzimmer oder ein Platz  unter einem Baum. Dein Sonnenraum braucht jedoch zugleich eine innere Entsprechung. Im Sessel deines Wohnzimmers schließt du die Augen und wendest dich nach innen. Du visualisierst Licht und Wärme. Die angestrengte und überforderte Person in dir bittest du, für einen Moment zur Seite zu treten. Du könntest sie in die Küche schicken und von deinem Sessel aus betrachten. Von deinem Sessel aus schaust du wohlwollend auf die Person in der Küche, die sich gerade abmüht und keine Kraft hat. Dieser Person in der Küche schickst du Aufmerksamkeit und Anerkennung. Du selbst in deinem Sessel weißt, dass alles sich zum Guten wenden wird, denn du bist ja weise. Wenn du die Mitte wieder gefunden hast in deinem Sonnenraum kannst du diesen Menschen in der Küche ja ein wenig unterstützen. 
Wie oft höre ich: „Das muss ich erst noch fertig machen, dann gönne ich mir eine Pause!“ Im Hintergrund klingt bei mir: „Ich muss mich erst noch fertigmachen, dann kann ich eh nicht mehr!“ Arbeiten bis zum Anschlag. Die Pause musst du dir verdienen. Dann kann ich nur sagen: Umgekehrt! Umgekehrt! Nur mit der Pausenstimmung kommst du gut in deine Arbeit. Ohne innere Anbindung an deinen Sonnenraum wird das Leben zum Krampf. Dann höre ich: „Aber ich muss doch ...“ Überprüf einmal deine Glaubenssätze. Von wem stammen diese Aussagen? Spricht da deine Mutter oder dein Vater?
In der Mitte deines Sonnenraumes bist du unangreifbar für das schlechte Gewissen und die ständige Pflichterfüllung. Da ist Platz für dich. Da tankst du auf. Da bist du einfach da!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Verabrede dich mal wieder mit dir selbst!



Wenn du am Morgen deine Beine aus dem Bett hebst bleib für einen Moment auf der Bettkante sitzen und besinne dich: Was wünsche ich mir für den heutigen Tag?

Wenn du beim Frühstück in dein Brot beißt, mach eine kurze Pause. Was esse ich hier eigentlich?
Wenn du unterwegs bist, mach eine kurze Pause. Lass die Welt für einen Augenblick still stehen. Wenn du die Zeitung liest, mache beim Lesen eine kurze Pause. "Was habe ich da gerade gelesen?" Wenn du mit jemanden sprichst unterbrich deine eigene Rede und mache eine kurze Pause.
Mit jeder Unterbrechung wirst du dir deiner selbst gewahr. Du steigst aus aus dem Alltagsgeschäft und spürst dich selbst.
Wenn du anfängst wahrzunehmen kommst du in den Genuss des Hier und Jetzt
Ich wünsche dir den Genuss des Augenblicks, wo du dich unterbrichst um dir zu begegnen.

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Dienstag, 20. Januar 2015

Die Balance finden in fünf Schritten!



Du lebst ständig in Anforderungen, privat oder beruflich. Der Eine will was von dir und die Andere. Das kann schnell zur Überforderung werden.
Von dem amerikanischen Theologen und Therapeuten John Selby gibt es eine Übung, in die Mitte zu kommen und sich zu zentrieren. Diese Methode ist sehr effektiv und hilfreich und kann ich nur empfehlen. Zu Beginn ist es wichtig, sich regelmäßig Zeit dafür zu nehmen (fünf Minuten reichen schon!) Zu dieser Übung gehören fünf Schritte und ich werde euch diese Schritte nach und nach erklären.
Dazu suchst du dir einen Platz, wo du ungestört sitzen kannst. Du kannst überall sitzen, auf dem Boden oder auf dem Stuhl, die Hände legst du auf die Oberschenkel ab oder mit den Handflächen nach oben wie eine Schale. Du schließt die Augen, damit du dich besser wahrnehmen kannst.

Der 1. Schritt: Erde dich!
In jeder Krise ist es wichtig, Kontakt zur Erde zu haben. Schnell ist der Abgrund da, und du hast das Gefühl, du rutscht weg. Wir gehören zur Erde. Die Erde trägt und ernährt uns.
Du sitzt auf deinem Stuhl und spürst die Verbundenheit mit der Erde. Du stellst dir bildlich vor, wie Wurzeln wachsen aus deinen Fußsohlen hinein in die Erde, so tief, dass du die Energie daraus ziehen kannst. Diese Energie durchströmt deinen ganzen Körper. Je öfter du diese Übung machst, desto schneller wirst du das damit verbundene Gefühl von "geerdet sein" erleben. Vor jeder Situation, die mit Stress verbunden ist, kannst du dieses Erdungsbild in dir hervorrufen.
 

Der 2. Schritt: Atem wahrnehmen!
Wir atmen wie selbstverständlich täglich ein und aus. Der Atem versorgt unseren ganzen Körper, unseren Geist und unsere Seele mit Energie. Neben dem Sauerstoff enthält die Luft das, was die Chinesen "Chi" oder die Yogis "Prana" nennen.
Beim Atem wahrnehmen geht es darum, aus dem Denken herauszukommen. Ständig ist unser Verstand beschäftigt und grübelt herum. Tausende Probleme zu lösen, dieses noch bedenken und jenes.
Wenn du den Atem beobachtest, visualisierst und wahrnimmst, kannst du nicht gleichzeitig denken. Der Verstand bekommt eine Pause verordnet und das schafft innere Balance. Also einfach nur den Atem wahrnehmen, mehr nicht!

Der 3. Schritt: Spüre deinen Herzschlag!
Ähnlich wie bei der Wahrnehmung des Atems gerät der Kopf aus dem Denken, wenn es etwas zu tun gibt. Das Herzzentrum ist für uns Menschen sehr zentral. Dort gibt es 5000-mal mehr elektromagnetische Energie als im Verstand. Im Herzzentrum entstehen die Gefühle und du kannst alle Energien dort in dir abrufen. Probier mal aus, einfach dein Herz zu spüren, den Herzschlag, aber auch die Energie, die von diesem Ort ausgeht und sich überall ausbreitet. Spüre nach, wen du zum Beispiel liebst, und schon strömt Wärme durch dein Herz. Es sagt förmlich zu dir, ja das ist gut.

Der 4. Schritt: Sei im Gleichgewicht!
Du kannst dich ein wenig vor und zurück, nach links und nach rechts bewegen. Balance hat viel mit Gleichgewicht zu tun. Manchmal haben wir den Eindruck, dass uns da etwas umhaut. Wir verlieren unser äußeres und unser inneres Gleichgewicht. Wenn du im Gleichgewicht bist, bist du in einer guten Balance.
 

Der 5. Schritt: Verbinde dich!
Zum fünften Schritt. Manchmal fühlen wir uns unverbunden mit uns selbst, mit den Menschen, mit der Arbeit, mit der göttlichen Energie. Wir fühlen uns wie abgeschnitten. Dann fehlt uns schnell die Energie. Wenn dich die Arbeit nervt, wenn dir Ideen kommen müssten und es kommt keine. Wenn du bestimmte Menschen nicht mehr magst, wenn du dich vor einer stressigen Situation befindest gilt immer: verbinde dich besonders mit diesen Teilen, von denen du dich getrennt fühlst. Wie machst du das: innerlich dir zulächeln und freundlich zu dir sein. Mit Liebe und Freundschaft an alle Menschen denken und die göttliche Energie in deinem Herzraum spüren. Du wirst sofort wissen wie der Unterschied ist von Verbunden sein und Getrenntsein. Die Verbundenheit spürst du vor allem in der Herzgegend.
So jetzt kennst du das Geheimnis, wie du in eine Balance kommen kannst. Zu Beginn ist der Weg dahin noch ein wenig ungewöhnlich, aber schon bald wirst du dir diese Methode zu Eigen machen. Es ist eigentlich ein zutiefst spiritueller Weg. Gehe Schritt für Schritt vor und nimm dann alle Dinge gleichzeitig wahr. Erdung, Atmung, Herzschlag, Gleichgewicht, Verbindung. Mit ein wenig Übung kannst du alle Elemente gleichzeitig spüren und die darin liegende Kraft!


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Montag, 19. Januar 2015

Ich bin Charlie!


Ich bin Charlie.
Wir waren Papst.
Wir sind Weltmeister.

Ich bin ein Berliner.
Wir sind das Volk.
Du bist Deutschland.

Eine Inflation von "Ich", "Du" und "Wir".
Damit lassen sich gute Geschäfte machen.
Gute Möglichkeiten zur Manipulation.
Herrliche Gelegenheiten sich zu identifizieren.
Wunderbar, das Abgrenzen zu üben.

Ich bin.
Wer ist dieses "Ich"?
Wer ist dieses "Wir"?

Ich, also ich selbst.
Ich bin nicht Charlie.
Ich war nie Papst.
Ich war nie Weltmeister.
Ich bin kein Berliner.
Ich bin kein Volk.
Ich bin nicht Deutschland.

Wer ist dieses "Ich"?

Ich bin ein Mann?
Ich bin eine Frau?
Ich bin ein Arbeiter?
Ich bin ein Angestellter?
Ich bin ein Rentner?
Ich bin ein Sohn?
Ich bin eine Tochter?

Wer ist dieses "Ich"?

Dieses "Ich" scheint sich gerne zu identfizieren.
Ohne Identifizierung kommt das "Ich" nur schwer klar.
Was bleibt übrig, wenn vom "Ich" nichts übrig bleibt?

Wer ist dieses "Ich"?

"Ich" sucht die Sicherheit.
"Ich" sucht das Bleibende.
"Ich" sucht das Absolute, das Unbedingte.
"Ich" kann es nicht festhalten.
"Ich" muss immer wieder loslassen.

Wer ist dieses "Ich"?

Wer hat ein Interesse daran, diese Frage zu klären?
Wer muss das unbedingt wissen?
Was geschieht, wenn das "Ich" schweigt?

Der hebräische Name für Gott heißt übersetzt:
"Ich bin der Ich-bin-da."
Wir Menschen haben Anteil am Göttlichen und unser Name heißt auch:
"Jenseits aller Ich-Fragen gibt es ein ewiges Bewusstsein meiner selbst."

Wenn du den Zugang zu deiner tieferen Bewusstseinsebene findest hören die Fragen auf.
Du bist nicht mehr verführbar.
Die "Ichs" kommen und gehen.
Sie bleiben und lösen sich auf.
Sie dienen deiner Weiterentwicklung,
aber sie behaupten sich nicht mit dem Anspruch von Ewigkeit.

Vielleicht  bist du Charilie - nur für einen Moment.
Vielleicht bist du Deutschland - nur für einen Augenblick.
Vielleicht bist du auch Spanien - Oliven haben durchaus ihren Reiz.
Vielleicht bist du auch oder auf keinen Fall Pegida - den Unmut auf die Straße bringen.
Vielleicht...
Und dann verlässt du ihn wieder, den Charlie, den Berliner, die Frau, den Mann... und
du BIST (ohne etwas dahinter)
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Sonntag, 18. Januar 2015

Am Anfang, Teil 9: Jenseits aller Anfänge!


Im Flur meiner Eltern hängt seit meiner Kindheit der Teil eines Gedichtes zum neuen Jahr von Eduard Mörike. Dort heißt es im Schlussvers: 

Herr, dir in die Hände
sei Anfang und Ende,
sei alles gelegt!

Jedes Leben hat einen Anfang und ein Ende. Alles Irdische ist dadurch gekennzeichnet, dass es begrenzt ist. Auch sehr stabile Häuser fallen irgendwann zusammen. Zwar stehen die Pyramiden in Ägypten schon seit einigen Tausend Jahren, aber irgendwann standen sie noch nicht und der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich daran. Es mag noch viele viele Jahrtausende dauern, bis sie wieder zerfallen. Aber sie werden zerfallen. Mir fällt nichts ein auf dieser Welt, das keinen Anfang und kein Ende hat.
Eudard Mörike schafft in seinem Gedicht jedoch eine Erweiterung: Anfang und Ende legt er in die Hände Gottes. Damit deutet er an, dass es noch etwas gibt, das über den Anfang und das Ende hinausgeht.
Anfang und Ende gehören zu den begrenzenden Zeiterfahrungen der irdischen Existenz. Leben geschieht immer in einem Zeitraum von Anfang bis Ende. Das sind die Grenzmarkierungen. Aber es gibt eine Dimension, die nicht dieser Beschränkung unterliegt. Unser Bewusstsein kann "Zeitempfindungen" überwinden. Ich kann mich jenseits von Zeit und Raum denken. Menschen mit einer Nahtoderfahrung erzählen davon, wie im Bruchteil einer Sekunde das ganze Leben wie ein Film noch einmal abläuft.
Wir Menschen sind in unserem zeitlichen Empfinden von Begrenzungen, Tod und Ende noch einmal aufgehoben in etwas jenseits von Zeit. Darin liegt eine sehr befreiende Botschaft. Auch und jenseits von Tod und Ende bekommst du noch neue Möglichkeiten. Du bist bildlich gesprochen ein begrenzter Teil in Gottes unbegrenzter Hand.
Wir denken uns "anfänglich" und "endlich" und zugleich können wir uns "ewig" denken. Wie verändert sich dein Leben wenn du das praktisch umsetzt? Wie verändert sich dadurch dein Denken und deine Haltung?
Wenn du dich zeitlich begrenzt erlebst dann bist du im ständigen Mangel alles hier und jetzt noch erleben zu müssen. Die Zeit ist knapp und du hast noch viel zu tun. Wenn du im "Ewigkeitsbewusstsein" bist, dann hört die Hektik auf! Du kannst, aber du musst nicht mehr! Eduard Mörike noch einmal zur Erinnerung: "Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt." Es geht also neben dem Bedenken von Zeit und Ewigkeit noch darum etwas zu tun. Das "Ablegen"! Es geht darum loszulassen, nicht festzuhalten! Wenn ich dem Ewigen das gebe, was ihm eh gehört, dann hört der Kampf auf, unbedingt etwas festzuhalten, was du sowieso nicht festhalten kannst. Kannst du deinen Mann festhalten? Deine Kinder? Deine Gesundheit? Dein Geld? Halte mal mit deinen Händen über einen Zeitraum viele Dinge fest. Du wirst verkrampfen, die Kraft wird dich verlassen und vor allem - du wirst die Dinge nicht mehr genießen können. Wenn du den Geliebten festhältst und nicht loslässt verwandelt er sich in ein Monstrum oder eine Schaufensterpuppe. Im Loslassen der Dinge gewinnst du die Freiheit, damit Erfahrungen zu machen und danach "Danke" zu sagen.
Ob wir "Ja" sagen können zu unserem Leben hängt genau davon ab, ob wir loslassen können. Ohne Angst zu verlieren; nur im Vertrauen, dass schon gut für mich gesorgt ist. In der Übereinstimmung von Atem holen und Atem lassen. In diesem Sinne wünsche ich dir einen ausgewogenen Rhythmus!
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Freitag, 16. Januar 2015

Am Anfang, Teil 8: Das ist der Anfang vom Ende!


Dein Kind ist im Studium und kommt jeden Freitag nach Hause. Dein Kind gehört ja schließlich zu deiner Familie. Wenigstens am Samstag und am Sonntag kommen alle zusammen. Irgendwann kommt der erste Freitag, wo das Kind nicht mehr nach Hause kommt. Etwas anderes ist wichtiger. "Das ist der Anfang vom Ende!" Du willst es noch nicht wahrhaben! Du kämpfst noch gegen mögliche Veränderungen! Du willst das Bild von einer heilen Wochenendfamilie aufrechterhalten. Du bist nicht bereit, kampflos aufzugeben! Zugleich gibt es ein klares und deutliches Signal.
Deine Familienphase neigt sich dem Ende entgegen und du bekommst die ersten Anzeichen dafür. Du kannst das Ende noch ein wenig hinauszögern indem du an jedem Wochenende das Lieblingsessen des Kindes kochst. Du hoffst, dass dein Kind noch lange kein Geld für eine Waschmaschine hat und finanzierst lieber das Auto mit. Du erfindest wunderbare "Renovierungsprojekte" oder hast sonst eine gute Bindungsidee. Am Ende trennt sich deine Familie und jeder geht seinen Weg. Ihr trefft euch ab und zu oder trefft euch auch öfter, aber diese Familienphase endet mit "tödlicher" Zuverlässigkeit.
Du wirst in deinem Leben genug Felder finden, dieses Beispiel zu übertragen. Dein Nähkurs endet irgendwann, das Auto zerfällt, die Freundschaften leiden... Immer wieder wirst du innerlich den Satz denken: "Das ist der Anfang vom Ende!" Oder im Nachhinein, wenn alles vorbei ist, wirst du zurückblicken und einen Zeitpunkt finden wo dir klar wurde: "Damals, dann und dann, das war der Anfang vom Ende!"
Für mich gibt es einen sehr interessanten Gedanken. Wenn du mit etwas anfängst, egal mit was, hast du zugleich schon das Ende eingeläutet. Das Ende ist automatisch mitgebucht bei allem, was du tust. Den Punkt des Vertrages liest du nur nicht. Würde ich auch nicht unbedingt empfehlen! Wenn du dich verliebst, ist das Ende schon mit eingeläutet. Es mag sehr spät kommen, aber es kommt. "Bis dass der Tod uns scheidet!" Wenn du die erste Gabel Spaghetti auf deiner Gabel hast ist das der erste Schritt zum leeren Teller. Die erste Sekunde des Countdown gibt das Ziel an: Es kommt die letzte Sekunde!
Wenn du dich erschrickst auf dem Weg, weil du das Ende eines schönen Weges kommen siehst, dann ist das ganz verständlich. Es ist ja auch so schön mit der Familie, dem Nähkurs und dem Auto. Wenn du aber von Beginn an das Ende miteinplanst dann hörst du auf, krampfhaft festzuhalten.
Es kann sein, dass du sonst im Festhalten die Dinge selbst tötest oder konservierst! Wer die Familie festhält, tötet sie! Alles wird zum Krampf. Wenn du von Beginn an loslässt kannst du dich entspannen. Alles darf und nichts muss sein.
"Das ist der Anfang vom Ende!" Wie ist deine erste Reaktion darauf? Schade! Hilfe! Gott sei Dank! Einverstanden! Wie gut! Wie schrecklich!
Und den wichtigsten Trost zum Schluss! Die erlösende Perspektive?! Der Anfang vom Ende ist zugleich der Anfang von etwas Neuem! 
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Donnerstag, 15. Januar 2015

Am Anfang, Teil 7: Der Anfang ist gemacht!


Eigentlich müsstest du deine Steuererklärung machen. Du hast die Sachen schon zu lange liegen lassen. Aber es ist doch so mühsam. Da tauchen immer so unangenehme Fragen auf. Du verstehst auch nicht, was die da eigentlich so wollen. Außerdem fehlen noch ein paar wichtige Unterlagen und außerdem liegen dir Fragebögen auch gar nicht.
Eigentlich müsstest du endlich mal die Küchenschränke ausputzen. Dir fallen die vielen Ringe an den Schrankböden auf. Außerdem hat sich Staub angesammelt. Krümel, Gewürze und andere Trockenreste gammeln vor sich hin. Eigentlich ist das Aufräumen mehr als fällig. Aber das Ausräumen und das wieder Einräumen hält so auf! Das lohnt sich auch gar nicht, weil es nach dem Ausputzen schnell erneut verdreckt aussieht. Es gibt vor allem viel wichtigere Aufgaben, die auf dich warten. Die auch schreien: "Hier!" "Mach endlich was!"
Dann setzt du dich irgendwann doch hin und beginnst mit deiner Steuererklärung. Du sammelst die nötigen Papiere und sortierst sie. Du füllst schon einmal den Mantelbogen aus und sagst dann: "So, der Anfang ist gemacht!"
Oder du denkst nicht großartig nach und beginnst mit dem Schrank, der am schnellsten auszuputzen ist. Die großen Teller sind schnell ausgeräumt, einmal mit dem Lappen drüber und wieder rein damit. "So, der Anfang ist gemacht!"
Wenn erst einmal der Anfang gemacht ist, dann gehen die nächsten Schritte viel schneller. Du darfst aber keine zu lange Pause machen. Dann verfliegt die Anfangsenergie und du musst wieder emotional von vorne beginnen.
Welches Fazit ergibt sich daraus? Also, "den Anfang gemacht zu haben!" gibt ein gutes Gefühl! Es setzt Energien frei. Du kommst schneller in den Fluss hinein. Es verschwindet das Mangelgefühl von "ich müsste" und "ich sollte".
Wenn du auf das Ganze schaust, dann wirst du schnell erschlagen von den vielen Hürden. Schau also nicht auf das Ganze, sondern nur auf den ersten Schritt. Auf nicht mehr! Nur auf den ersten Schritt! Gar nicht erst nachdenken, sondern einfach nur den ersten Schritt gehen, auch ohne Plan! Nimm mal kurz die Papiere in die Hand, lege schon mal den Lappen dahin. Mach das einfach so nebenbei fast ohne Absicht!
Na, welche Aufgabe wartet gerade auf freudig auf den ersten Satz: "Der Anfang ist gemacht!"
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Mittwoch, 14. Januar 2015

Am Anfang, Teil 6: Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis (Platon)


Alles hat einen Anfang! Auch die Erkenntnis fängt mit etwas an. Wie läuft ein Erkenntnisprozess? Ich werde zuerst mit einer Idee konfrontiert oder einem Ereignis. Das Erlebte verarbeite ich und ich denke darüber nach. Am Ende des Denkprozesses gibt es ein Ergebnis: Die Erkenntnis.
Jetzt hat Platon eine interessante Idee. Am Ende steht die Erkenntnis und am Anfang ist das Staunen. Das "Staunen" ist eine wunderbare Gabe für uns Menschen. Wann hast du das letzte Mal gestaunt? Kinder staunen ständig! Wenn du ihnen etwas erzählst, dann werden die Augen ganz groß und sie sperren den Mund auf. Sie sagen laut: "Oooooh!" und "Aaaaaah!" Sie sind ganz außer sich und völlig erfüllt von dem Erleben. Sie saugen das Gesehene oder Gehörte förmlich in sich auf. Sie erschaudern und sind tief bewegt. Sie wollen mehr davon. Sie wollen es tiefer erfassen.
Wir Erwachsenen sind da schon viel abgebrühter. Es muss schon ein Smartphone mit besonderen technischen Raffinessen sein, das uns staunen lässt. Wenn ich im Urlaub ans Meer fahre dann staune ich über die Weite! Wenn ich in die Berge fahre dann staune ich über die Erhabenheit! Wenn ich dann jeden Tag aufs Meer schaue verändert es sich schon. Das Staunen wird geringer, die Selbstverständlichkeit wächst. Wir tauschen das "Staunen" gegen die "Macht der Gewohnheit." Ja, die Gewohnheiten sind auf die Dauer mächtiger als das Staunen. Schade eigentlich! Wenn wir nicht mehr staunen können nach Platon, dann hören auch die Erkenntnisse auf. Wir nehmen ja nichts mehr wirklich wahr. Wir gehen daran vorbei.
Du kannst ja auch nicht immer ans Meer oder in die Berge fahren damit du mal staunen kannst. Manche Menschen brauchen immer den letzten Kick damit sie sich das Staunen erhalten können, und das "Ooooh"-Gefühl. Wenn ich heute wieder verstärkt staunen möchte dann braucht es mehr Aufmerksamkeit. Ich blicke in den Garten und schaue mir die Eibe an. Das mache ich über einen längeren Zeitraum. Ich beobachte die Meisen, die darin herumhüpfen und Beeren picken. Ich nehme die Schönheit des Baumes wahr und vertiefe mich in das immerwährende Grün. Ich merke, wie das Staunen sich so langsam im Körper ausbreitet. Ich lebe Seite an Seite mit einem Baum, der jeden Tag ganz zuverlässig an seinem Platz steht. Jahr für Jahr! Jeden Tag und ohne Ausnahme steht er da in seinem Grün und gibt mir Schatten und den Vögeln Nahrung.
Meine Aufmerksamkeit geht jetzt am Frühstückstisch zu meinem Lieblingsbäcker. Ich mag sein Brot. Ich kann es jeden Tag essen. Mir wird es nicht überdrüssig. Er backt es zuverlässig jeden Tag für mich. Ich staune über die Kontinuität. Kuchen kann ich nur ab und zu genießen. Frischen Brot mag ich jeden Tag. Und wiederum breitet sich ein langsames und stetiges Staunen aus.
"Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis." Das hieße für mich, bei jedem Anfang dem Staunen mehr Chancen zu geben, wenn sich in mir so ein Gewohnheitsgefühl breitgemacht hat. Ich lade dich ein zum Staunen über all die vielen Anfangssituationen, die dir geschenkt werden im Leben.
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Dienstag, 13. Januar 2015

Am Anfang, Teil 5: Dann mach ich mal den Anfang!


Ist dir folgende Situation vertraut? Du bist bei einer Konferenz. Mit vielen anderen sitzt du dort im Kreis und ihr kennt euch nicht. Dann bittet der Konferenzleiter euch: "Stellt euch doch bitte einmal vor." Schweigen! Manche schauen sich an! Viele schauen nach unten und denken: "Hilfe!"
Durch die Versammlung geht ein erlösender Ruck wenn jemand dann sagt nach einer schier endlosen Warteschleife: "Dann mach ich mal den Anfang!" Die Anspannung fällt ab, die Gesichter hellen sich auf, alle blicken dankbar auf den Mutigen. Gott sei Dank geht es weiter!
Wie kann es kommen, dass niemand gerne anfangen möchte? Hat das etwas mit Schüchternheit zu tun? Werden wir gleich mit so wichtigen Fragen konfrontiert wie: Was denken die wohl über mich? Mache ich das jetzt richtig? Darf ich etwas von mir persönlich erzählen? Ich bin doch gar nicht interessant!
"Dann mach ich mal den Anfang!" Bevor also jemand anfängt ist schon ganz viel passiert. Viele Gefühle! Viele Überlegungen! Viele Gedanken! Viele Wenns und Abers! Vor allem, wenn wir eine Aufgabe zu bewältigen haben, die wir als Herausforderung verstehen, werden wir mit unseren Hindernissen konfrontiert. Die tauchen auf aus dem Nichts! Wie viele Konferenzen hast du schon hinter dir gebracht bis du so weit bist, dass du einfach ohne große Gedanken anfängst. Fang an und du hast es hinter dich.
"Dann mach ich mal den Anfang!" Als Gott die Welt erschaffen hat, wie hat er das wohl hinbekommen, dieses Großprojekt tatsächlich umzusetzen. Wie viel konnte da schief gehen und ist auch schief gegangen! Das "Anfangswort", das Gott spricht im Buch Genesis heißt: "Es werde Licht." Vorher also war es dunkel. Zuerst bringt er Licht in die Angelegenheit, dann kann es los gehen. Der Grundsatz gilt bis heute. Erst einmal verstehen, was von mir erwartet wird. Erst mal durchblicken, was ich sagen und tun möchte. Erst einmal Klarheit gewinnen!
"Dann mach ich mal den Anfang!" Wer so spricht, hat genug Licht oder Erleuchtung in sich gefunden, dass er loslegen kann. Wenn du also demnächst eine Aufgabe angehen sollst, dann bitte zuerst um Licht. Was willst du schon machen, solange du im Dunkeln tappst. Unsicherheitsgefühle gehören übrigens auch dazu. Lass es Licht werden und du wirst mit Leichtigkeit sagen: "Na, dann mache ich heute mal den Anfang!"
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Montag, 12. Januar 2015

Am Anfang, Teil 4: Wehret den Anfängen!


Dieser Spruch, so lese ich, geht auf Ovid zurück. Er schreibt dabei über die unglückliche Liebe und empfiehlt mit einem ironischen Ton, sich nicht zu sehr zu verlieben, weil der Weg daraus so schwer ist. "Wehre den Anfängen, Principiis obsta." Verlieb dich gar nicht erst, dann bekommst du auch kein Problem.
Heute denken wir bei diesem Vers eher an all die Anfangssituationen, die in eine soziale oder menschliche Katastrophe führen könnten. Wir erleben Neonazis und sind schon zu Beginn hellwach. Wir beobachten das Aufkeimen von Fremdenfeindlichkeit und machen durch frühzeitige Demonstrationen deutlich, dass es jederzeit eskalieren könnte.
"Wehret den Anfängen!" So wertvoll diese Einstellung ist, so gefährlich kann sie zugleich sein. Ich stelle mir eine Schulklasse vor, in der zwei Kinder miteinander streiten. Die Lehrerin kommt und greift ein. Sie spricht mit der Klasse und verschärft die Klassenregeln. Sie entwickelt ein "Frühwarnsystem" und geht mit den zwei Kindern zur Rektorin. Auch die Eltern werden informiert und ein Elternabend wird angesetzt. In der Klasse werden Plakate aufgehängt mit Sprüchen wie: "Frieden schaffen" "Kein Streit mehr, nie wieder!" Das wäre doch bestimmt überzogen. Die Lehrerin könnte aber sagen: "Wehret den Anfängen!" "Was ein kleiner Streit ist, kann schnell blutig enden!"

Ich glaube, es geht immer darum, das rechte Maß zu finden. Und wiederum: Der Anfang benötigt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Manchmal gewinne ich eine neue Erkenntnis, nachdem ich eine Wegstrecke gegangen bin. Irgendwie funktioniert mein Weg nicht. Er führte in eine Sackgasse. "Da war von Anfang an der Wurm drin." Das bringt mich auf eine wichtige Spur. Wenn ich einen Anfang sehe, dann achte ich auf die Würmer, die sich versteckt halten. Ein komisches Gefühl in der Magengegend! Ein leichter Kopfschmerz! Ein nicht lokalisierbares Unbehagen! Es wäre aber schade, gleich den ganzen Apfel, die ganze Idee über Bord zu werfen. "Wehret den Anfängen?!" Lieber noch einmal genauer hinschauen und nachfragen!
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Sonntag, 11. Januar 2015

An der Schwelle des neuen Jahres!



Wir haben die „Schwelle“ zum neuen Jahr zwar überschritten, aber ich möchte gerne noch ein wenig mit dir in dieser interessanten „Schwellenregion“ verbleiben.
Bei einer „Schwelle“ handelt es sich um einen Querbalken im Boden, der die Grenze darstellt zwischen zwei Räumen. Schwellen tragen die Schienen bei der Bahn. Es gibt die sogenannten Schwellenländer, die irgendwann die „Reichtumsgrenze“ überschreiten und dann als „entwickelt“ bezeichnet werden. Im übertragenen Sinne trittst du am 1. Januar über die Schwelle des alten Jahres in das neue. Glücklich soll ein Ehepaar werden, wenn der Mann seine Braut über die Schwelle trägt. Im alten Rom sollten die Menschen Unglück verhindern indem sie mit dem rechten Fuß zuerst die Schwelle des Haus übertraten. Und wenn es zu laut wird oder das Kind sich zu vielen Eindrücken aussetzen muss sprechen wir von einer Reizschwelle.
Es lohnt sich, der Schwelle ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken zu Beginn des neuen Jahres. Die Schwelle zeigt einen Übergangsraum an. Es ist kein Raum, in dem wir verweilen möchten. Wir nutzen ihn zum Übergang in ein Haus oder einen anderen Bewusstseinszustand.
Stehst du eigentlich an, vor oder auf der Schwelle?
Stehst du „an“ der Schwelle dann befindest du dich noch in einer neutralen Position. Du kannst abseits stehen, dich ein wenig entfernen, beobachten, zuschauen oder abwägen. Du kannst es dir auch anders überlegen und wieder weggehen. Vielleicht ist noch nicht die richtige Zeit oder dir fehlt die Kraft oder die Entscheidungsfreudigkeit oder...
Stehst du „vor“ der Schwelle dann hast du vielleichtschon eine Entscheidung getroffen. Du begibst dich in die Ausgangsposition. Du wirst gleich den ersten Schritt machen und die Schwelle in Angriff nehmen.
Wenn du „auf“ stehst hast du den Übergang schon fast geschafft. Den Entschluss und den ersten Schritt hast du schon hinter dir. Zugleich weißt du: Hier kann ich nicht bleiben. Hier versperre ich den Weg. Ich muss mich entscheiden auch den letzten Schritt zu tun.
Egal ob „an“ „vor“ oder „auf“: Die Schwelle zeigt eine Grenze an. Diese Grenze möchtest du überschreiten. Da verlockt dich etwas, was dahinter liegt. Du bist gerufen worden. Du musst eine Aufgabe erfüllen. Es kann angenehm oder unangenehm sein. Aber die Schwelle lockt dich! Zugleich kann sie wie ein Hindernis wirken. Sie kann unsichtbar zu einer Schranke werden, zu einem Hindernis, zu einer Wand, zu einem scheinbar unüberwindbaren Hindernis und einer undurchdringbaren Wand. Sie kann sich entpuppen zu einer total verschlossenen Tür wo der Schlüssel nicht mehr auffindbar ist.
Kennst du diese oder eine ähnliche Situation? Du sollst zu deinem Chef kommen. Er möchte etwas mit dir besprechen. Unter vier Augen. Dringend! Du brichst auf. Du näherst dich seiner Tür und hältst in gebührendem Abstand für einen Moment inne. Was fühlst du? Was geht in deinem Kopf vor? Kurz bevor du anklopfst macht sich in dir ein Gefühls- und Gedankenchaos breit, dass immer dichter wird. Im Bruchteil einer Sekunde gehen dir noch einmal wie bei einem Eintopf alle Fragen und Sorgen durch den Sinn. „Was hast du falsch gemacht?“ – Alle Missetaten fallen dir ein! „Was will er von dir?“ – Tausend neue Aufgaben, die du nicht bewältigen kannst.
Die Schwelle im Boden, die eigentlich schön eingepasst ist, so dass du auf keinen Fall stolpern kannst, wächst emotional sprunghaft in die Höhe. Und nur weil deine Hand den automatischen „Klopfmechanismus“ kennt und du nicht ausweichen kannst, gehst du in diese Situation hinein.
Ich nenne das einmal „Schwellenerfahrungen“. Wir verlassen das Gewohnte, das Bekannte, das Vertraute und müssen unsere Komfortzone verlassen. Auch an der Schwelle zum neuen Jahr wissen wir nicht, was es uns bringen wird! Werden die Menschen nett zu dir sein? Wirst du deine Arbeit behalten? Wirst du die Anforderungen erfüllen können, die an dich herangetragen werden? Wird die Liebe bleiben? Wird sich deine Gesundheit entfalten oder wirst du Wege finden aus deiner Krankheit?
Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten und Themen im Schwellenraum, die dir Angst machen oder dich lähmen könnten.
Der Kölner würde an der Schwelle stehen mit seiner Humorphilosophie vom „es ist noch immer gut gegangen“. Dann würde er sich „ein Herz nehmen oder fassen“ und mutig ausschreiten. „Sich ein Herz nehmen“ finde ich einen ganz schönen Ausdruck. Wenn dein eigenes Herz im Augenblick zu ängstlich oder sorgenvoll erscheint, dann kannst du dir ja für den Augenblick ein fremdes Herz ausleihen, oder?
Stell dir noch einmal die Situation vor, dass du zum Chef gerufen wirst. Im Raum der Schwelle zieht sich dein Herz zusammen und möchte am liebsten den Dienst verweigern. „Wenn du dir ein Herz nimmst“: Welches wäre jetzt geeignet?
Wenn du das Herz von Tarzan nimmst, dann könntest du sagen: „Ich bin stärker als mein Chef! Der kann mich mal!“
Wenn du das Herz von Gandhi nimmst, dann könntest du sagen: „Ich bin ganz im Frieden mit dir und mir und werde es auch bleiben.“
Wenn du das Herz von Helmut Schmidt nimmst, dann würdest du vielleicht sagen: „Wenn du die Sache klug und nüchtern anfängst, dann kannst du sehr alt damit werden.“
Wenn du das Herz von Jesus nimmst, dann könntest du sagen: „Wir sind alle Menschen mit Fehlern und Schwächen. Geh in die Liebe, dann wird es schon gut.“
Was ist, wenn du dein eigenes Herz in die Hand nimmst? Eine spannende Vorstellung! Wenn du dein eigenes Herz in die Hand nimmst, dann gehst du davon aus, dass da jemand ist, der das Herz in die Hand nimmt. Dann bestimmt nicht das Herz sondern jemand, der mächtiger ist als das Herz. In dir gibt es also eine Instanz, die das eigene Herz in die Hand oder vielleicht günstiger „an die Hand“ nehmen könnte. Mit dieser „Instanz“ bräuchtest du weder das Herz von Gandhi noch von Tarzan.
Es kann also geschehen, dass du an oder vor einer Schwelle stehst und dein Herz sich ängstigt und deine Gedanken sorgenvoll sind. Dann geh in Verbindung mit dieser „Instanz“, die dich mit allem, was in dir ist, hinüberbegleiten kann. Von spreche ich? Du hast etwas von Gott geschenkt bekommen, was manche mit Seele bezeichnen, andere mit dem „Hohen Selbst“, wieder andere mit dem Göttlichen in dir.
Jede „Schwellensituation“ mag zwar eine emotionale und gedankliche Herausforderung sein, kann aber auch zu einer Möglichkeit werden, intensiv mit dem „Göttlichen“ in Kontakt zu kommen.
An der Schwelle spürst du sehr deine Grenzen und zugleich eröffnen sich dir neue Möglichkeiten. Mögest du gut verbunden sein mit allem was zu dir gehört. Und mögest du jederzeit mit der Quelle in Kontakt sein, die dich mühelos über jede Schwelle im neuen Jahr trägt.