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Mittwoch, 20. Januar 2021

Da, wo ich herkomme...

Da, wo ich herkomme, leben die Menschen von Zwiebeln.
Da, wo ich herkomme, klebt der Lehm an den Schuhen.
Da, wo ich herkomme, spart man mit dem Geld, den Worten und auch sonst.

Da, wo ich herkomme... In Gesprächsrunden fällt manchmal dieser Satz. Jemand, der das sagt, erzählt zunächst einmal nichts von dem konkreten Ort, sondern nur von "da, wo er herkommt". Da höre ich dann heraus: Das hat mich geprägt! Das gehört zu mir! Das sind meine Wurzeln! Jemand, der so spricht ist nicht mehr da, wo er herkommt, sondern ist jetzt wo ganz anders. Vielleicht in der Fremde?
Viel seltener sprechen wir von da, wo ich jetzt bin. Das muss ich nicht erzählen, denn das teilst du aktuell in deiner Erzählrunde. Auch selten sprechen wir von da, wo ich hingehe. Davon sprechen wir vielleicht einmal im Urlaub, aber eher nicht. Wir gehen davon aus, dass wir da sind, wo wir sind. Da, wo ich hingehe hört sich auch sehr philosophisch und spirituell an. Jesus spricht im Johannesevangelium einmal über seinen Tod und verwendet genau diese Worte: "Da, wo ich hingehe..."
Ich bleibe noch einmal bei dem Satz: "Da, wo ich herkomme..." In mir sperrt sich da etwas. Wo komme ich denn eigentlich her. Ist der Ort, an dem ich zur Welt komme und wo ich die ersten Jahre verbringe so ausschlaggebend? Komme ich da wirklich her? Komme ich nicht aus dem Bauch meiner Mutter? Dann hießen manche Sätze anders, etwa so: "Da, wo ich herkomme war es kuschelig, warm und feucht." "Da, wo ich herkomme, gab es ein regelmäßiges Klopfen, dass ich später als Herzschlag identifizieren konnte." Bislang teilen wir Menschen alle diese Erfahrung: Wir alle kommen aus dem Bauch unserer Mutter. Wir reden darüber nicht, weil wir keine Erinnerung daran haben. Vielleicht schämen wir uns auch dafür?! Die Herkunft und die Zeit im Bauch unserer Mutter hat uns auf jeden Fall mehr geprägt als der Ort, an dem wir zur Welt kamen.
Geht es noch eine Stufe zurück? Wo war ich vor der "im Bauch der Mutter Zeit"? Da, wo ich herkomme, gibt es die absolute Einheit, Liebe und Verbindung. Da, wo ich herkomme, hat das Wort Ewigkeit seinen Anfang. Da, wo ich wirklich herkomme, davon wüsste ich gerne mehr.

matthias-koenning.de


Dienstag, 19. Januar 2021

Himbeeren für die Seele - der zweite Teil der "Seelenbücher"

 Unsere Seele verhungert, wenn sie nicht das bekommt, wovon sie gut leben kann. Doch was braucht sie? Aufmerksamkeit, Fürsorge, Zuwendung, gute Ideen und Impulse, Worte der Verbundenheit und vieles mehr.
Als Menschen machen wir im Laufe eines langen Lebens gute und schlechte Erfahrungen. Wir tragen belastende Ereignisse aus der Kindheit wie eine Hypothek mit uns herum, die uns immer noch einschränken und behindern. Was wäre neben einer Beratung oder Therapie außerdem hilfreich? Wie können wir Verantwortung für uns übernehmen und gut für uns sorgen? Dabei liegen die Quellen für einen zufriedeneren Alltag im Inneren des Menschen. Dort sind die Himbeeren für die Seele zu finden.
Matthias Könning lädt die Leserin und den Leser wieder ein zu einem Spaziergang in die innere Landschaft der Seele. Ähnlich wie in dem Buch „Zähneputzen für die Seele“ gibt es wieder eine Fülle von einladenden Gedanken und Ideen, freundlicher und wohlwollender mit sich selbst umzugehen. Dabei darf es gerne ressourcenorientiert, leicht und nahrhaft sein. Zugleich lässt der Autor teilhaben an seinen eigenen Lebenserfahrungen, die aus einem seelsorglichen und beratenden Hintergrund kommen. 

 

Und hier der Link zum Buch: Himbeeren für die Seele - Damit das Leben wieder schmeckt

Eigentlich würde ich lieber Ja sagen.

Ich habe Nein gesagt.
Ich werde nicht zur Geburtstagsfeier gehen.
Ich bin sauer auf meinen Gastgeber.
Der hat mir nicht einmal zu meinem Geburtstag gratuliert.
Der hat mich nur eingeladen, weil er ein Selbstdarsteller ist.
Er umgibt sich gerne mit vielen Menschen weil er zeigen will, wie beliebt er ist.

Ich wollte kein schmückendes Beiwerk sein.
Ich wollte mich nicht missbrauchen lassen.
Der hat sich bisher noch nie bei mir entschuldigt.
Im letzten Jahr war ich noch dort.
Und alle haben ihn bewundert.
Das tolle Haus, die tolle Familie, der tolle Hund, das tolle Essen. Toll!

Er hatte nicht mal mein Geschenk ausgepackt.
Kurz gratuliert und schon wieder weg!
Ich hätte im letzten Jahr schon Nein sagen sollen.
Aber mein Nein musste wohl noch wachsen und klarer werden.
In diesem Jahr habe ich Nein gesagt.
Ich habe Nein gesagt ohne eine Begründung.
Damit es ordentlich weh tut.
Darf ich dich einladen?
Nein!

Aber eigentlich...
Eigentlich würde ich lieber Ja sagen.
In dem Nein steckt so viel Kränkung.
Die ist nicht weggegangen.
Ich habe Nein gesagt und die Kränkung ist geblieben.

Daraus habe ich gelernt.
Ich sage weiterhin Nein. Das fühlt sich richtig an.
Aber wenn ich eigentlich lieber Ja sagen würde,
sage ich nicht mehr Nein.
Ich arbeite dann an dem "eigentlich" bis es klar wird.

Bis Kopf, Herz und Bauch übereinstimmen.
Dann gibt es manchmal interessante Lösungen.
Ich sage Ja aber mit Vorbehalt.
Ich sage Nein aber mit Möglichkeit, dass es noch Ja werden kann.
Ich sage Nein und springe trotzdem über meinen Schatten.
Ich sage Ja und mache dennoch Nein.
Ich befreie mich vom Diktat von Ja oder Nein und frage nach meinen Bedürfnissen.
Wenn ich da angekommen bin, lässt sich vieles leicher klären.

www.matthias-koenning.de

Montag, 18. Januar 2021

Streu ein wenig Freundlichkeit aus und schau, was geschieht!

Das höre ich häufig bei der Arbeit: "Dafür werde ich nicht bezahlt!" Du wirst nicht dafür bezahlt, jemanden freundlich zu grüßen. Du hältst die Tür auf für den Nachfolgenden. Du fragst, ob dein Gegenüber auch eine Tasse Kaffee möchte. Du erkundigst dich nach dem Gesundheitszustand einer kranken Mutter. Du gibst einen positiven Kommentar ab zu dem, was dir gerade gefällt. Du nimmst etwas auf, was ein anderer fallengelassen hat.
Für all das wirst du nicht bezahlt! Das steht nicht in deinem Arbeitsvertrag! Du hast völlig Recht, wenn du solche Aufgaben verweigerst! Nichts davon musst du tun! Jetzt stell dir einmal einen großen Produktionsbetrieb vor, in dem genau nach Arbeitsvertrag gearbeitet wird. Dem Recht wird völlig Genüge getan. Kein Grund zur Klage darum keine Gefahr für eine Abmahnung. Jetzt stell dir vor, ein solcher Betrieb macht das ein Jahr. Wie wird es dort nach dieser Zeit aussehen?
Scheinbar lebt ein Produktionsbetrieb vom Verkauf seiner Produkte. Aber nur scheinbar! Eigentlich lebt er von den Dingen, wofür niemand bezahlt wird und wofür niemand bezahlt werden kann. In einem guten Betriebsklima kann etwas wachsen und gedeihen. Ein freundliches Klima drückt sich darin aus, wo Menschen aufmerksam sind füreinander, sich gegenseitig wohlwollend begegnen und wo auf die Bedürfnisse der Einzelnen geachtet wird.
Für bestimmte Dinge wirst du nicht bezahlt, aber wenn du sie nicht tust, gräbst du dir auf die Dauer selber die Lebensqualität ab. Dahinter steckt das Gesetz der Resonanz. Wenn du der Welt freundlich begegnest kommt Freundlichkeit zu dir zurück. Wenn du die Umwelt als deinen Feind ansiehst, kommt Misstrauen zu dir zurück.

www.matthias-koenning.de

Mein neues Buch: Zähne putzen für die Seele

https://publish.bookmundo.de/shop/index.php/catalog/product/view/id/494031/s/zahne-putzen-fur-die-seele-uber-die-kunst-liebevoll-mit-sich-selbst-umzugehen-227618-publish-bookmundo-de/

Wir putzen täglich die Zähne und betreiben eine intensive Körperpflege. Wir betreiben Fitness und sorgen uns um unsere Gesundheit. Das ist auch sinnvoll und gut so.
Zugleich könnte die eigen Seele mehr Zuwendung und Pflege erfahren. Wie kann ein Mensch seine Seele pflegen? Welche Gedanken sind hilfreich? Und welche eher hinderlich? Wie kann jemand freundlich mit sich umgehen ohne gleich ein Narzisst zu sein?

Das Buch „Zähen putzen für die Seele“ widmet sich diesen Fragen. Es kommt eher leicht und heiter daher. Es fängt oft an mit einer Beobachtung im Alltag, in der Umwelt oder im eigenen Erleben und Handeln. Dann erfolgt eine Einladung, die Beobachtung zu vertiefen und für sich Rückschlüsse zu ziehen. „Ach, so kann ich das Leben ja auch mal betrachten.“ „Warum mache ich es mir so schwer, wo ich es auch mal leichter haben könnte.“

Die einzelnen Texte und Impulse besitzen eine christlich orientierte, jahreszeitliche Orientierung. Sie sind so geschrieben, dass der Autor in einen  inneren Dialog eintritt mit seinem Leser, seiner Leserin. Das Lesen soll sich anfühlen wie ein Spaziergang, wo es neben der Sonne und der frischen Luft auch den einen oder anderen Gedanken oder eine Erkenntnis gibt. Zugleich lässt der Autor teilhaben an seinen eigenen persönlichen Lebenserfahrungen, die vor allem aus einem seelsorglichen und beratenden Hintergrund kommen.


Und hier der Link zum Buch!  Zähne putzen für die Seele