Dienstag, 30. Juni 2020

Wenn die Vergangenheit anruft, geh nicht ran. Sie hat dir nichts Neues zu sagen.


Ruft die Vergangenheit dich auch manchmal an? Du sitzt da still für dich und trinkst eine Tasse Kaffee? Auf einmal werden Erinnerungen in dir wach. Eine Begegnung, die dich gekränkt hat. Eine Beziehung, die in die Brüche gegangen ist. Ein Freund, der sich seltsam dir gegenüber benommen hat. Dann nimmst du diese Erinnerung auf und kaust das Erlebte noch einmal durch.
Wie oft hast du es schon durchgekaut? Wie viele neue Aspekte gibt es dieses mal? Ist eine neue Erkenntnis dabei? Eine Erkenntnis mit dem Effekt, dass du jetzt loslassen kannst? Oder hältst du ständig ausgelutschte und alte Teebeutel immer wieder in deine Tasse?
Die Vergangenheit ruft immer wieder mal an. Besonders in stillen Stunden. Dann, wenn du es dir erlauben kannst. Und du gehst immer ran, oder? Oder kannst du beim Anruf sagen: "Nein, jetzt nicht! Ich trinke gerade meinen Kaffee und gönne mir eine Pause." Stell dir dabei einen alten vergammelten Teebeutel vor, der dir den Kaffee versauen will. Er will unbedingt in deine Tasse. Und du sagst: "Nein! Heute nicht!"
Das Vergangene drängt sich einfach auf! Weißt du warum? Sie hat dir nichts Neues zu sagen. Es gibt keine neuen Aspekte. Aber es gibt manchmal etwas nachzuholen. Etwas, was du versäumt hast. Du hast wahrscheinlich versäumt, das dazugehörige Gefühl zu fühlen. Da ist noch ein Ärger. Eine Angst. Ein Schmerz. Wenn also die Vergangenheit anruft, dann geh nicht mit dem Kopf dran. Mit deiner Stimme. Aber mit dem Herzen. Fühle mal deine ganze Geschichte in Ruhe durch, oder auch in Aufregung. Einfach nur durchfühlen. Bis es sich auflöst.

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Montag, 29. Juni 2020

Himmlische Schwestern

Eine "Schwester" sitzt entspannt auf ihrem Stuhl und schaut sich freundlich um. Eine andere andere "Schwester" zeigt in den Himmel nach dem Motto: "Von da komme ich her!" oder "Schau, da geht es hin!" oder "Schau mal da hoch!"
Ich schaue die "himmlischen Schwestern" an und ich freue mich. Herrlich! Wie sie so einfach nur da sind. Freu dich einfach! Die Flügel weisen darauf hin, dass da an der Tradition der Engel angeknüpft wird. Immerhin sind die Flügel aus Gold. Der Rest jedoch ist bunt und die Wangen leuchten rot.
Vielleicht sind diese Figuren die "himmlischen Schwestern" der Engel und der Menschen zugleich.
Ich wünsche dir eine "himmlische Schwester" an deiner Seite, die strahlt, die mit den Füßen wippt und die Leichtigkeit in dein Leben bringt. Eine himmlisch-irdische Schwester mit dem Herzen am richtigen Platz, mit hoher Sternenqualität im Sinne von Anbindung an die "obere Welt".
So eine Pippi Langstrumpf a la widde widde wit! Ein wenig Nonsens! Ein wenig Ausbrechen und Querdenken! Ein wenig so, dass nichts zusammenpasst, aber total stimmig ist. In dir selber steckt ein kleines Kind, ein Junge oder/und ein Mädchen, das diese Qualitäten besitzt.
Dieses Kind wurde dir im Laufe der Entwicklung zum Erwachsenen abtrainiert.  Oder springst du heute noch in Pfützen, isst Eis bis du Bauchweh bekommst. Grinst fremde Menschen auf der Straße an und bohrst in der Nase, wenn dir danach ist... Welche dieser Qualitäten schlummern noch in dir.
Ich stelle mich vor diesen "himmlischen Schwestern" hin und spüre den Schalk im Nacken. Diese Engel stehen in einer Buchhandlung und flüstern mir ins Ohr: "Nimm ein Buch aus dem Regal und mach einfach ein Eselsohr dran! Nimm ein Notitzblatt und schreibe darauf: Du bist ein Schatz. Dann legst du diesen Zettel in irgendein Buch und freust dich einen Ast ab, wenn er von einem Leser entdeckt wird." Diese himmlischen Schwestern! Wenn ich jetzt nicht gehe, dann mache ich das doch tatsächlich!
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Samstag, 27. Juni 2020

Viele Probleme bleiben ungelöst, weil wir die Lösungen fürchten.


Wer diesen Satz gesagt hat konnte ich nicht herausfinden. In der Beratung frage ich manchmal was die Leute machen würden, wenn das Problem nicht mehr wäre.
Ein Beispiel? Jemand leidet unter schweren Depressionen. Darum bekommt er jede Woche ein Therapiegespräch. Wäre es gut, wenn der Therapeut es schaffen würde, den Klienten von seinen Depressionen zu befreien? Nicht unbedingt! Wenn der Klient keine andere sozialen Kontakte hätte würde er ja in ein tiefes Loch fallen wenn er den Therapeuten nicht mehr bräuchte! Für ihn wäre es also besser sein Problem zu behalten damit er weiterhin Therapie machen kann. Also wegen eines wichtigen sozialen Kontaktes.
Ich sollte also das eine oder andere Problem behalten, weil es eigentlich beim näheren Hinsehen eine Lösung ist. Die Alternative wäre ein noch größeres Problem. Probier es doch einfach mal aus! Welches Problem beschäftigt dich schon über einen längeren Zeitraum. Stelle dir alle möglichen Lösungen vor und überlege die Folgen. Ist das, was folgt, besser für dich? Wenn nicht, solltest du dein Problem auf jeden Fall behalten. Besser ein kleineres schlimmes Problem als ein großes noch schlimmeres Problem.
Vielleicht kommt aber dennoch eine andere Lösung in Frage. Du fürchtest ja nur die Lösung. Die Lösung an sich ist also nicht schlecht. Schlecht ist nur deine Furcht davor. Die Angst vor den Konsequenzen. Die meisten lösen ihr Problem nicht, weil sie sich fürchten. Dann wäre es doch mal an der Zeit, sich mit der Furcht und der Angst zu beschäftigen. Wenn du dich vor der Umsetzung einer Lösung nicht mehr so fürchtest, hättest du mehr Möglichkeiten. Das Lösen von Problemen scheitert also oft nur an meiner Angst.
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Freitag, 26. Juni 2020

Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann. Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799)


Es ist vorbei. Was immer auch ist, jetzt ist es vorbei. Und dann fängst du an, darüber nachzudenken. In der Situation, wo alles vorbei ist. "Hätte ich doch!" "Wäre ich doch!" Du weißt ganz genau, wie sinnlos das ist. Du kannst es nicht ungeschehen machen. Das Furchtbare ist jetzt Teil deiner Geschichte. Ja, es stimmt, du hättest etwas anders tun können. Es wäre wirklich möglich gewesen. Und du kannst dich jetzt ordentlich dafür verurteilen. Und es hätte nicht passieren dürfen.
Aber diese nachträglichen Gedanken sind noch übler als die Fehlentscheidung von damals. Dieses Nachtreten und dieses Wiederhervorholen. Und noch mal! Und noch mal!
Kennst du diesen Zwang, nicht Ruhe geben zu können? Lichtenberg hat recht wenn er sagt, dass das das Übelste ist, was du tun kannst. In der Kette der Übelkeiten ist das "Hätte" die größte Übelkeit. Was nun? Auf jeden Fall vermeiden, ständig diese Verurteilungsgedanken zu wiederholen bis zum Erbrechen. Lieber etwas kochen. Einmal um den Block laufen. Sich ablenken. Fernsehen. In die Sauna gehen. Einen Kinofilm anschauen. Sich mit Freunden treffen. Ich empfehle dir ein gedankliches Schwert. Sollte dieser üble "Hätte" Gedanke auftauchen spieß ihn auf! Leg ihn auf den Rost. Brate ihn durch und wirf ihn weg! Du kannst nichts mehr damit anfangen. Übel ist Übel! Vorbei ist vorbei!
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Donnerstag, 25. Juni 2020

Lehne dich zufrieden zurück, wenn du eine gelungene Arbeit vor Augen hast, aber nicht zu weit, dass du deiner Arbeit zu Füßen liegst. (irischer Segensspruch)


Ich musste lachen als ich diesen Vers las. Ich sah mich zu Füßen meiner Arbeit liegen. Ich klopfte mir auf die Schulter und sagte zu mir: Das hast du gut gemacht! Das hast du wirklich toll hinbekommen! Dafür darfst du dir ein dickes Lob aussprechen! Ich steigerte mich so herein in das Klopfen auf die Schulter, dass mich mein Lob selber umhaute.
Jetzt wache ich auf aus diesem Bild und ergründe noch einmal den Sinn dieses irischen Segensverses.
Ich gehöre eher zu den Menschen, die kritisch mit der eigenen Arbeit sind. Ich sehe oft, was ich noch besser hätte machen können und reagiere allergisch, wenn mich jemand auf meine Defizite hinweist.
Dabei weiß ich aus langjähriger Erfahrung wie wichtig ein gesundes Selbstbewusstsein und Vertrauen ist. Ich sage es mir jedes Mal neu: „Lehne dich doch zufrieden zurück. Deine Arbeit ist  dir gut gelungen!“
Der irische Vers spricht von „Zufriedenheit“. Sei zufrieden mit dem, was du getan hast. Sei dabei zugleich nicht überheblich. Vielleicht liegt die Wahrheit wie so oft zwischen zwei Polen. Zwischen Überheblichkeit und zerfleischender Selbstkritik gibt es viele Möglichkeiten der Anerkennung. Nutze diese Spielräume einfach mehr aus!

Mittwoch, 24. Juni 2020

No me como la cabeza - die spanische Art, sich nicht den Kopf zu zerbrechen


In unserer deutschen Sprache reden wir davon, dass wir uns nicht den Kopf zerbrechen möchten. Ich habe ein Problem, das sich nur schwer lösen lässt. Ich verzichte auf das Nachdenken, weil mein Kopf zerbrechen könnte. Aus Fürsorge gegenüber meinem Kopf verzichte ich also auf das Lösen meines Problemes. Es würde mich überfordern.
Der Spanier drückt diese Erfahrung etwas anders aus: "No me como la cabeza" - "Ich esse mir nicht den Kopf". Bei manchen Problemen fühlst du dich beim Nachdenken darüber so, als würde dein Gehirn zu Brei werden. Du könntest also durch das Essen deines Kopfes deinen Verstand verlieren. Oder du würdest eben kopflos herumlaufen. Du hättest die Orientierung verloren. Durch zu viel Nachdenken verlierst du den Zugang zu dem, was dir jetzt weiterhelfen würde.
Wenn das Bild tatsächlich möglich wäre: Wie viele Spanier würden heute ohne Kopf herumlaufen und wie viele Deutsche hätten einen zerbrochenen Kopf? Die Empfehlung lautet: Denke nicht zu viel nach und mache irgendwann Schluss. Eine Pause! Auf Abstand gehen! Den Bauch fragen! Das Herz sprechen lassen! Zerbrich dir nicht den Kopf, du hast nur einen! Que no te comes la cabeza!
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Dienstag, 23. Juni 2020

Brot, Käse und Liebe für dich!

Das Leben könnte doch so einfach sein, nicht wahr? Brot, Käse und Liebe! Du sitzt auf einer Wiese mit einem lieben Menschen an deiner Seite. Dein Herz pocht! Du fühlst dich lebendig! Die Wolken winken dir zu und du bist mit dir und mit allem, was ist, verbunden.
Du bist erfüllt von guten Mächten, die wohlwollend auf dich herabschauen und sich daran erfreuen, wie du dich freust. Ein Wechselbad der Freude!
Wenn du Lebensmittel hast, dann kannst du leben! So lange du in einem Körper zu Hause bist, brauchst du Mittel zum Leben. Dinge für den Körper. Gedanken für den Geist und Gefühle für das Herz. Wie einfach, wenn du nur drei Dinge zum Leben benötigst. Brot, Käse und Liebe.
Welche drei Lebensmittel brauchst du? Wären das zum Beispiel Freundschaft, Anerkennung und Liebe? Was würde dann dein Körper sagen? Also, welche drei Lebensmittel, "Mittel zum Leben" brauchst du? Ich bin nur froh, dass wir in der Fülle leben! Du brauchst dich nicht auf drei Dinge beschränken. Aber bestimmt gibt es etwas, was für dich besonders kostbar und wichtig ist. Viel Freude beim Genießen!
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Montag, 22. Juni 2020

Wäre das Wort ›Danke‹ das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen. (Meister Eckhart 1260 - 1327)

Wenn du Danke sagen könntest, so dieses Wort als Gebet genügen. Wie einfach! Es braucht nicht mehr. Keine langen Sätze. Keine verschraubten Gottesvorstellungen. Einfach danken!

Es ist so einfach und doch das Ergebnis eines langen Weges. Als kleines Kind haben deine Eltern dir ihre Aufmerksamkeit geschenkt. Du hast dich gefreut. Du warst im Kontakt. Es hat dein Herz bewegt und deinen ganzen Körper durchströmt. Wie ein Energiestrom durchzog es dein ganzes Wesen. Du kanntest das Wort "Danke!" noch nicht, aber du warst innerlich erfüllt von einem Zustand der Allverbundenheit.

Dann wurdest du älter und hast vielleicht festgestellt, dass du nicht so ganz in Ordnung warst. Deine Eltern haben dich nicht mehr nur liebevoll angeschaut. Auch mal kritisch! Mit einem Stirnrunzeln. Mit harschen Worten. In dir breitete sich mehr und mehr ein Gedanke aus, dass du nicht richtig warst. Etwas war falsch mit dir und war falsch mit der Welt. Die ersten großen und kleinen Trübungen. Und du solltest vor allem immer "Danke!" sagen als Erziehungsmaßnahme. Danken ohne das Gefühl der Allverbundenheit.

Jetzt bist du vielleicht schon seit vielen Jahren erwachsen und erinnerst dich an diesen Zustand der dankbaren Allverbundenheit. Du erinnerst dich aber auch an all die zerstörten Verbindungsfäden. Deine Zustände von Trennung und Isolation.

Du kannst zurückkehren zum "Dankbewusstsein". Du "denkst" "dankend" daran zurück, dass du verbunden bist. Verbunden mit allem, was ist. Die Welt ist freundlich zu dir. Die Menschen sind freundlich zu dir. Du darfst freundlich zu dir selbst sein. Du kannst dich hinstellen, Augen und Herz öffnen und es in dein Bewusstsein wieder einsinken lassen mit einem Lächeln. "Ich bin verbunden!" Das Wort "Danke!" wird wieder zu dem, was einmal war. Das bestätigenden Wort einer inneren Erfahrung. Wie "Amen!" oder "Ja!" oder "Wow!"
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Samstag, 20. Juni 2020

Ich habe Beschwerden, postraumatisch aus einem anderen Leben

Wenn ich Beschwerden habe, dann suche ich nach einem Grund.
Ich habe Bauchschmerzen und das Falsche gegessen. Oder jemand hat mich geärgert.
Ich habe Kopfschmerzen und hatte irgendwo einen Zug oder mir zu viele Sorgen gemacht.
Ich habe einen Muskelkrampf wegen Überlastung oder innere Anspannung.

Wenn ich so denke, dann muss ich Verantwortung übernehmen. Die Beschwerden kommen nicht einfach so. Ich habe etwas dafür getan, dass sie kommen. Ich kann auch dafür sorgen, dass es wieder besser wird. Für einen großen Teil meiner Beschwerden. Nicht für alle.

Wenn ich aber keinen Grund finde für meine Beschwerden. Wenn ich nicht die Verantwortung übernehmen will. Wenn ich die Zusammenhänge überhaupt nicht verstehe. Wenn es keine Erklärung gibt. Keiner, der mir auch nur annähernd einen Grund sagen kann - dann muss es aus einem früheren Leben kommen. Möglichst noch posttraumatisch. Meine Bauchschmerzen können also daher stammen, dass ich in einem früheren Leben erdolcht oder vergiftet wurde. Bei Kopfschmerzen hat mich jemand erschlagen und die Krämpfe bekomme ich, weil man mich mal erhängte.

Die Lösung findet ich eigentlich ganz praktisch und auch sehr zeitgemäß. Wenn ich eine Schraube nicht in meinem Lieblingsbaumarkt finde, dann kaufe ich wo anders. Wenn ich mit dem Bus nicht nach B komme, dann nehme ich das Auto oder das Fahrrad. Ständig bin ich auf der Suche nach Lösungen. Manche sind praktikabel und manche auch nicht.

Die Existenz von früheren Leben ist sehr praktikabel. Ich muss nicht mehr ständig nach einer Schuld suchen, die vielleicht gar nicht vorhanden ist. Ich bin nicht schuldig, wenn ich Bauchschmerzen habe. Aber es ist egal ob eigenes Versagen oder früheres Leben. Wenn du die Bauschmerzen hast, dann musst du damit umgehen. Hier und Jetzt! So ist es mit allen Phänomenen. Wie du damit umgehst, das kannst du gestalten. Da bist du kein Opfer. Verwende also weniger Zeit für die Suche nach Ursachen und mehr Zeit für das Finden von Lösungen!
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Freitag, 19. Juni 2020

Wer die Welt nicht leicht nimmt, dem macht sie Schwierigkeiten. Hafis (Ḥāfeẓ)

Du gehst in eine Arbeitsgruppe und freust dich. Du bist voller Lösungen und guter Gefühle. Du glaubst, dass alle nach ein paar Minuten fertig sind und sich erholen dürfen und die Sonne genießen können. Du bist ja voller super Ideen.
Mit deiner Leichtigkeit gehst du in die Arbeitsgruppe und strahlst alle an. Ja, du wirst gleich deine vielen Ideen teilen und alle werden dir wunderbar dankbar sein und deine Kreativität und deinen Geist schätzen. Du siehst dich schon mit einer Tasse Kaffee in der Hand gleich in der Sonne sitzen. Du ahnst schon was da kommt, oder? Kennst du! Ich muss nichts mehr sagen.
Du sitzt mit lauter Menschen zusammen, denen der Lehm an den Füßen klebt. "Was ist das aber auch schwer! Wie sollen wir das bloß schaffen! Das ist viel zu viel. Das ist viel zu schwer. Das ist eine Zumutung!" Du kommst mit deinen leichten Lösungen und die erste Person sagt: "Danke für deine tolle Idee. Aber..." oder "Eigentlich gefällt mir, was du sagst..." Den Rest des Satzes kannst du dir denken.
Die Sonne geht unter. Der Kaffee wird kalt. Deine Laune sinkt. Du hast verloren. Wer die Welt nicht leicht nimmt, dem macht sie Schwierigkeiten. Niemand in deiner Arbeitsgruppe kennt das Geheimnis des Lebens. Du bist der Schöpfer, die Schöpferin. Wenn du es dir schwer machst, wird es schwer. Du hast es ja so erschaffen. Und wenn in einer Arbeitsgruppe zwei oder drei Menschen so drauf sind, dann musst du einpacken und das Weite suchen.
Wenn du in die nächste Arbeitsgruppe gehst lass dir die Leichtigkeit nicht nehmen. Nimm dir vor, fest dabei zu bleiben, dass es ganz leicht ist. Du weißt ja, dass die Welt Schwierigkeiten macht, wenn jemand die Welt nicht leicht nimmt. Die anderen werden auf jeden Fall versuchen, schwer zu sein! Sie wollen es so! Du wirst sie nicht davon abbringen. Bleibe auf jeden Fall leicht. Egal, was die anderen machen. Geh innerlich einen Schritt zurück und gib deinem Team Anerkennung. Sie wollen das beste, so wie du. Aber sie können nur schwer. Sie wissen noch nicht, dass sie Schöpfer sind. Sie empfinden noch wie Sklaven, wie Abhängige! Puste virtuelle Seifenblasen in den Raum. Lass geistige Federn schweben und bleib auf jeden Fall leicht. Denke an Momo von Michael Ende. Da gab es doch dieses grauen Männer. Du bist keiner von ihnen! Ich flüstere es dir jetzt ins Ohr. Komm mal ganz nahe zu mir: "Du bist ein Engel! Ein wunderbarer leichter Engel! Vergiss das nicht!"
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Donnerstag, 18. Juni 2020

Kindisch ist nicht nur, wer zu lange Kind bleibt, sondern auch wer sich von der Kindheit trennt und meint, dass das, was er nicht sieht, nicht mehr existiere. (Carl Gustav Jung)

Wir denken ja, dass wir eigentlich erwachsen sind. Wir beginnen als Baby, werden Kind, dann Jugendlicher und schließlich sind wir dann Erwachsene. Ich glaube, das sind wir auch. Als Erwachsene sind wir reflektiert, selbstbewusst und sind voll für alles selbst verantwortlich.
Davon gehen wir stillschweigend aus. Da sitzt eine Runde von 10 erwachsenen Menschen zusammen und verhalten sich sehr erwachsen. Bei einer Party und einem Gläschen Wein schleicht sich dann doch so nach und nach mal "kindisches" Verhalten ein. Bei einer Arbeitssitzung aber: Da sitzt jetzt auch eine erwachsene Runde zusammen und verhält sich immer erwachsen. Fast immer! Oder?

Wenn ich beachte, was C.G. Jung sagt, dann wäre ein solche Denken sehr kindisch. Stell dir vor, dass in einer Runde von Erwachsenen immer zugleich auch die gleich Runde von Kindern sitzt. Du schaust dir im Fernsehen eine Bundestagsdebatte an. Das sitzen viele Männer und Frauen - und mindestens genausoviele Kinder. Da sitzen Kinder in der vorsprachlichen Phase. Grundschulkinder und pubertierende Jugendliche. Alle sitzen dort und denken, sie seien Erwachsene. Die Kinder verstecken sich in den Erwachsenen. Sie sind dort unsichtbar, aber hoch aktiv. Manchmal schlafen sie, wenn alles sicher ist und sie sich wohlfühlen. Oder wenn sie gut versorgt sind. Aber wehe, da taucht plötzlich eine Gefahr auf oder eine Bedrohung. Da kann der Plenarsaal schnell zum Kindergarten oder zur Grundschule werden. Oder noch wilder.

Diesen Kindanteil tragen wir immer in uns und mit uns. Er ist uns eingeschrieben in jede Körperzelle. Wir können es nie ausziehen wie ein Kleidungsstück. Eltern sagen machmal: "Jetzt werde endlich mal Erwachsen!" Geht schon, aber immer nur mit Kindanteil. Diesen Teil nimmst du überall mit. Im Auto auf der Straße, bei der Arbeit, bei deiner Familie, im Supermarkt. Und immer kann sich dieser Teil bemerkbar machen und schwelt ständig im Untergrund. Viele Therapeuten finden es hilfreich und wichtig, mit diesem Teil in einer guten Verbindung zu sein. Diesen Teil zu fühlen, mit diesem Teil zu sprechen, dafür gut zu sorgen, sich dessen bewusst zu werden. Bist du vertraut mit diesen Teilen in dir? Wieviele Kinder in dir warten auf Kontakt? Schließe dafür einfach mal die Augen und werde still. Verbinde dich mit deinem Herzen und bitte alle deine inneren Kinder, sich in deinem Herzensraum zu versammeln. Sag ihnen dort, wer du bist und dass du dich als Erwachsene kümmern wirst. Und dann spüre die unendliche Erleichterung. Endlich ist jemand da!
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Mittwoch, 17. Juni 2020

Du hast zwar Recht aber ich finde meine Meinung besser.

Manchmal bin ich so schlau! Ich weiß so viele Dinge! Ich kann zu vielen Dingen viel sagen. Ich bin also ein Klugscheißer!
Manchmal begegne ich einem Menschen, der so viele Dinge weiß! Der zu so vielen Dingen so viel sagen kann. Viel mehr als ich! Ein noch größerer Klugscheißer!
Dann bin ich echt genervt. Warum muss es so große Klugscheißer geben?! "Halt die Klappe," sagt eine innere Stimme. "Du bist selbst einer!"
Wenn ich mich so fühle und dann diese Postkarte lese wo steht: "Du hast zwar Recht aber ich finde meine Meinung besser." Dann fühlt sich das an wie Balsam. Endlich jemand, der mich versteht. Es geht nicht darum, Recht zu haben. Es geht darum, eine Meinung zu haben, die sich gut anfühlt! Die Meinung, dass Radfahrer rücksichtslos sind mag zwar falsch sein, aber es fühlt sich gut an, wenn da einer vor meinem Auto herwackelt und ich diese Meinung haben darf. Besser ist, ich habe diese Meinung als dass ich ihn überfahre.
So ist das doch, oder? Meine Meinungen sind bestimmt oft falsch, subjektiv, stimmen nicht, sind übertrieben. Aber sie bewirken in mir ein Wohlgefühl, so dass ich mit mir selber verträglicher werde und auch mit meiner Umwelt. Der neue US Präsident Trump könnte jetzt viele eigenartige Meinungen haben zu den Ereignissen dieser Welt. Ich weiß ja, dass es nur eine Meinung ist, nicht mehr. Eine Meinung, mit der er sich besser fühlt. Es ist gut, wenn er sich gut fühlt. Ein Mensch, der sich gut fühlt, denkt nicht an Krieg. Er darf also ruhig etwas meinen solange klar ist, dass er damit nicht unbedingt Recht hat.
In der Familie lässt man die Nörgler ja auch manchmal einfach so reden und gibt keinen Widerspruch. Der Nörgler möchte einfach sein Herz erleichtern. Besser ist, ich lasse ihn. - Und halte mich da auf, wo die Sonne scheint!
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Dienstag, 16. Juni 2020

Bevor du nicht 99 von 100 Schritten getan hast, sollst du nicht behaupten, du hättest bereits die Hälfte geschafft. (aus China)

Diese Weisheit widerstrebt mir ein wenig. Wenn ich mit einer Arbeit beginne oder einen Weg gehe, dann freue ich mich schon über die ersten Ergebnisse und die ersten gegangenen Schritte. Ich spreche mir Mut zu und schaue auf das, was ich schon geschafft habe. Mir kommen dabei die Menschen in den Sinn, die sich schnell abschrecken lassen und gar nicht erst anfangen. Ich habe immerhin schon begonnen.
Erst Recht, wenn ich etwas mehr als die Hälfte geschafft habe wächst in mir der Stolz. Den Rest mache ich mit links, sage ich mir. Es ist schon mehr als die Hälfte. Ich blicke zurück und mir wächst die Energie zu für die kleine Reststrecke an Weg oder Arbeit. Da kommt mir dieser chinesische Satz in die Quere, der "behauptet", dass ich bei 99 von 100 Schritten nicht behaupten darf, dass ich bereits die Hälfte geschafft hätte. 99 ist doch kurz vor dem Ziel. Es fehlt nur noch ein Schritt, ein einziger Schritt. Im Alltag beschäftige ich beim hundersten Schritt schon mit der nächsten Aufgabe.
Der Brief ist geschrieben und eingetütet. Während ich die Briefmarke klebe geht mein Blick zur letzten Mail, die ich beantworten möchte. Wenn ich dort meinen Namen druntersetze geht mein Gedanke hin zu den Kartoffeln in der Küche, die geschält werden wollen. Wenn ich zum Schluss am Herd alle Töpfe noch einmal abschmecke und rühre geht mein Gedanke zum Briefkasten um zu schauen, ob der Postbote schon da war.
Jedes Mal denke ich, wie gut ich doch organisiert bin und wie am Schnürchen die Arbeiten erledigt werden. Mein Vater wäre stolz auf mich. Wie kann der chinesische Spruch so etwas behaupten! Will er mich ärgern?
Ja ich kenne Menschen, denen im letzten Moment der Mut verlässt und alle bisherigen Schritte waren vergeblich. Die letzten Hindernisse vor dem Ziel, die du nicht überwinden kannst. Die meisten Bauwerke werden darum erst so spät vollendet. Da war etwas, mit dem niemand gerechnet hat.
Und wie ist das mit meinen eigenen letzten Schritten? Womöglich vergesse ich, den Brief einzuwerfen. Während ich meinen Namen unter meine Mail setze und abschicke übersehe ich die Betreffzeile. Während ich zum Briefkasten gehe brennt mir mein Essen an. Was lerne ich aus diesem Weisheitswort: Abgerechnet wird zum Schluss. Sei sorgfältig bis zum letzten Schritt.
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Montag, 15. Juni 2020

Ein Blinder liebt es, von Wundern zu hören. (jüdische Weisheit)


Ein Blinder kann keine Wunder sehen, aber er kann davon hören. Vielleicht möchte er sie eigentlich lieber sehen. Das kann er nicht. Dazu müsster ein Wunder an sich selbst erleben. Aber er kann von Wundern hören und sehnt sich danach zu hören, dass andere Blinde geheilt wurden. Wenn er hört, dass nur ein Blinder wieder sehen kann, dann kann er für sich selber weiterhoffen.
Und er liebt diese Wundergeschichten und kann nicht genug davon bekommen. Und er möchte mehr von diesen Wundern hören. Seine Hoffnung benötigt diese Wundernahrung. Eines Tages....

Du bist auf der Suche nach deinem Traumhaus. Du möchtest nicht länger zur Miete wohnen. In eigenen Wänden! Mehr Platz! Einen Garten! Deine Träume verwirklichen. Wie sähe dein Lebenssatz aus? "Ein Mieter liebt es, in Wohnzeitschriften zu blättern."
Ein Mensch mit Fernweh schaut sich Reisemagazine an. Eine Frau oder ein Mann auf der Suche nach einem Partner tummelt sich auf Partnerbörsen. Ein Kranker pilgert von Arzt zu Arzt in der Hoffnung, irgendwann den richtigen zu finden.

Alle verbindet die Sehnsucht, dass sie gerne etwas hätten, was sich noch nicht oder wovon sie nicht genug haben. Wie sähe das Leben aus, wenn die Sehnsucht aufhören würde. Wenn du genug davon hättest, den Mangel auffüllen zu müssen. Wenn du nicht mehr wie ein Bettelnder durch das Leben gehen würdest? Die Werbung könnte einpacken. Sie würde nicht mehr gebraucht. Du wärest nicht mehr verführbar. Du würdest es nicht mehr lieben, wie ein Blinder Wundergeschichten hören zu müssen. Du würdest dich der Realität stellen und annehmen was ist. Vielleicht wäre das eine Befreiung!
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Samstag, 13. Juni 2020

Träum mal drüber nach!

Manchmal suche ich nach einer Lösung für ein Problem. Ich bekomme eine Idee und erzähle meinen Freunden von meinem Problem und von meiner Lösung. Ich erzähle meinen Freunden davon, weil ich noch nicht so ganz sicher bin. Ich habe einen Rest von Zweifeln.
Dann sagt ein Freund zum Beispiel: "Das würde ich an deiner Stelle nicht so machen. Wenn du das machst, schaffst du dir nur neue Probleme. Denke lieber noch mal drüber nach!" Oder ein anderer Freund sagt: "Ja, genau! So machst du es und nicht anders!" Das finde ich dann wieder sehr radikal. So eindeutig bin ich ja noch nicht. Ich spreche also mit vielen Freunden über mein Problem und über meine inzwischen nur noch "mögliche" Lösung. Ich muss am Ende noch mal drüber nachdenken.
Nur - je länger ich darüber nachdenke, desto weiter weg rückt meine Lösung. Das viele Nachdenken erschwert den ganzen Prozess.
Jetzt lese ich auf einer Postkarte den wunderbaren Rat: "Träum mal drüber nach!" Wie wunderbar! Ich bitte den Traum, dass er mir die Lösung zeigt. Dann kommt die Lösung nicht aus meinem begrenzten Verstand sondern aus dem grenzenlosen Raum aller Möglichkeiten. In der Nacht weitet sich mein Bewusstsein. Ich sehe viel klarer. Ohne Nachdenken. Die Lösung zeigt sich mir!
Also - bei deinem nächsten Problem kannst du dir das Nachdenken sparen. Träum einfach mal drüber nach!
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Freitag, 12. Juni 2020

Einverstanden sein mit Entscheidungen!

Stell dir vor, jemand bittet dich um etwas und du erfüllst diese Bitte. So weit so gut. Oder auch nicht.  Ich möchte mit dir heute einmal diesen eigenartigen Zwischenraum betrachten, der zwischen dem Aussprechen der Bitte und deren Erfüllung liegt.
Also noch einmal. Ein Freund bittet dich zum Beispiel: "Kannst du mir ein Paket Kaffee mitbringen wenn du kommst?" Dann steht diese Bitte in deinem inneren Raum. Vielleicht antwortest du spontan "Ja", weil du eh noch genug Vorräte im Schrank hast oder weil du sowieso an einem entsprechenden Geschäft vorbeikommst. Es ist für dich nicht mit Umständen verbunden so dass du die Bitte einfach erfüllst. Es kann aber auch sein, dass du keine Vorräte hast, eigentlich auch keine Zeit oder keine Lust. Dennoch kaufst du den Kaffee ein, weil du diesen Freund nicht enttäuschen möchtest oder weil du nicht nein sagen kannst, oder oder oder ...
Wenn du also eigentlich diese Bitte nicht erfüllen willst und es dennoch tust übergehst du etwas in dir. Du übergehst deine innere Stimme, die protestiert und ein "Nein" erwägt. Es kann leicht geschehen, dass du dann nicht mehr mit dir selbst in Übereinstimmung lebst und fremdgesteuert wirst. Daraus folgt dann auch ein Gefühl der Unzufriedenheit. Du gehst vielleicht mit einer gequälten Freundlichkeit zu deinem Freund und lieferst dort den Kaffee ab. Du kannst die Zweisamkeit nicht genießen, weil dein Inneres mit dir im Groll liegt und schmollt.
Im Zwischenraum von Bitte und Erfüllung bist du nicht aufmerksam gewesen und musst jetzt mit den Folgen leben. Bei einem Paket Kaffee mag das nicht so tragisch sein, aber wenn es um sehr große Bitten oder andere Wünsche geht spielt das eine große Rolle. Darum glaube ich, dass es wichtig ist, diesen Zwischenraum sorgfältig zu bedenken und den inneren Prozess zu gestalten.

1. Höre die Bitte mit dem Bauch, dem Herzen und dem Verstand.
2. Bewege es in deinem Inneren. Möchte ich das? Kann ich es? Gibt es Widerstände? Für wen ist es gut?
3. Triff eine Entscheidung. Wenn du ein klares "Nein" oder "Ja" hörst und umsetzt, übernimmst du Verantwortung für dein Handeln und hast keinen Grund, weiter innerlich zu grollen.
4. Gib dein Einverständnis. Atme ein und tief aus und sage noch einmal "Ja" zu deiner Entscheidung, egal wie sie ausfällt.

Ich möchte auf diesen vierten Schritt heute mein Augenmerk legen. Sein Einverständnis geben ist mehr als sich zu entscheiden. Beim Entscheiden wählst du zwischen den Möglichkeiten und setzt dann eine Möglichkeit um. Aber ob du wirklich innerlich ein ganzes "Ja" dazu sagst ist damit noch nicht grundgelegt. Probier einmal folgendes aus. Erinnere dich an die letzte Bitte, die jemand an dich gerichtet hat. Dann atme tief ein und im Ausatmen sagst du mit der Tiefe des Herzens und des Verstandes: "Einverstanden!" Was spürst du dabei?
Nach meiner Erfahrung setzt dieser Schritt eine Energie frei, die dich mit größerer Leichtigkeit Bitten erfüllen oder nicht erfüllen lässt. Beim "Einverstehen" nimmst du das Verständnis in dich hinein. Du verstehst und stehst zu dem, was du tust. Du gibst neben dem äußeren "Ja" auch dein inneres "Ja". Du entwickelst ein Verständnis für dich, das sich wie Wärme und Wohlwollen anfühlt. Du vollziehst den inneren Weg der notwendigen Schritte, um in Übereinstimmung mit dir zu bleiben, zu kommen und zu sein.
Vielleicht denkst du, dass es nicht immer möglich ist, im Gespräch diese vier Schritte zu machen. Wenn du einmal genauer darüber nachdenkst wirst du feststellen, dass du das immer schon gemacht hast im Bruchteil einer Sekunde. Es fehlte vielleicht manchmal die Bewusstheit dafür. Sich dieser vier Schritte bewusst zu werden gleicht einer spirituellen alltäglichen Praxis. Höre, bewege, entscheide dich.. Dann atme tief ein und sage im Ausatmen "Einverstanden". Dazu gehört für mich auch, dass du zum "Nein" sagen einverstanden sagst. Es geht nicht darum, dass du einverstanden bist, die Bitte eines anderen zu erfüllen. es geht darum, dass deiner Entscheidung das Einverständnis gibst. Erst, wenn du einen Vertrag unterschreibst, bekommt er Gültigkeit und Kraft.
Warum verbinde ich es mit dem Atem? Nun, im Ausatmen lässt du ja deinen Atem wieder los. Du gehst nicht in eine Anspannung sondern in die Entspannung und in die Lösung. Die gefühlte Lösung bringt dir zugleich Erleichterung mit. Du hast dich entschieden, es muss nicht mehr in deinem Kopf herumwandern, so wird es im Loslassen leichter in deinem Kopf. Übe dich im "Einverständnis". Du kannst dich auch einfach hinsetzen und einen Baum anschauen. "Einverstanden!" Du kannst dir deine Beziehungen anschauen und sagen: "Einverstanden!" Vielleicht wirst du aber da schon einen Unterschied merken ob du zu einem Sommerbaum "Ja" sagst und ob deine "hakeligen" Beziehungen auch ein solches "Ja" bekommen. Gibt es Widerstände? Spürst du ein unangenehmes Gefühl? Kommt da ein Mangel oder ein Schmerz? Das macht nichts, wenn ein Schmerz kommt, dann kannst du mit dem Schmerz "einverstanden" sein. Und wenn du mit dem Schmerz nicht einverstanden sein kannst, dann kannst du "Einverstanden" sein mit deinem "Unverständnis". Es wird immer eine Einladung im Raum stehen, mit dem du in ein "Einverständnis" gehen kannst.
Diese "Einverständnis" - Übung, wie ich sie einmal nennen möchte könnte zu einem wichtigen Bestandteil deines inneren Friedensprozesses werden.
1. Im Einatmen nimmst du alle Anliegen in dich auf.
2. Am Ende des Einatmens hältst du für nur einen Augenblick inne und bewegst das, was da ist.
3. Im Ausatmen lässt du los und sagst: "Einverstanden."
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Donnerstag, 11. Juni 2020

Nimm Verbindung auf!


Ich beobachte, wie eine Verkäuferin eine Kundin berät. Diese hat eine Bluse anprobiert und schaut kritisch in den Spiegel. Elegant sieht diese Kundin aus. Ich höre förmlich ihre Gedanken. "Steht mir die Bluse? Richtige Größe? Sitzt sie gut? Passt sie zu den anderen Sachen, die ich habe? Wozu kann ich die wohl tragen?" Ich sehe, mit welchen Fragen sie sich beschäftigt.

Die Verkäuferin hat eine etwas füllige Figur und trägt eher lässige Kleidung. Sie redet freundlich auf die Kundin ein. "Wir haben schon viele Blusen von dieser Firma in dieser Saison verkauft. Die ist äußerst beliebt. Und vor allem sind diese Blusen so unglaublich bequem. Das ist der entscheidene Vorteil. Diese Blusen tragen sich einfach unheimlich gut. Das ist aber typisch für diese Firma mit diesen Schnitten."

Die Verkäuferin nimmt nicht wahr, was in dieser Kundin vor sich geht. Zwei Menschen in zwei Welten vor dem gleichen Spiegel. Die Kundin möchte "elegant" und die Verkäuferin bietet "bequem" an.

Ein paar Augenblicke später nehme ich wahr, dass ich auch Dinge verkaufe, die jemand anderes nicht bestellt hat. Gar nicht will! Und ich stelle fest, dass wir alle das oft tun. Wir bieten Dinge an, die nicht bestellt und nicht gewollt wurden. Mütter bieten ihren Kindern Sachen an und drängen ihnen irgendetwas auf. "Willst du nicht doch die Mütze? Ein Butterbrot?" Ärzte verschreiben Medikamente, die der Patient vielleicht gar nicht braucht. Pastöre predigen Glaubenssätze, die eher für sie selbst gedacht sind. - Und ich schreibe vieleicht Gedanken, die niemand bestellt hat.

Aber so ist das. Wir leben alle in verschiedenen Welten. Jeder lebt in seiner eigenen Welt. Und manchmal treffen wir uns. Ich treffe dich in deiner Welt. Und du triffst mich in meiner Welt. Und ich kann etwas dafür tun, dass es zur Begegnung kommt. Will der andere meine Gedanken und Vorschläge? Oder macht es mehr Sinn, erst einmal zu schauen, zu spüren und vor allem nachzufragen. Und erst einmal Verbindung aufzunehmen. Wenn also zwei Welten sich treffen, was ständig passiert und normal ist, dann gilt es zuerst, Verbindung aufzunehmen. Und ich glaube, dass das manche Menschen noch nie gehört oder gemacht haben. Verbindung aufnehmen!
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Mittwoch, 10. Juni 2020

Wir haben eine Regel, nach der sich nie alle immer richten.


Vor ein paar Tagen erschien mir im Traum ein Freund. Er sprach vom Zusammenleben in seiner Familie. Mit folgendem Satz bin ich aufgewacht: "Wir haben eine Regel nach der sich nie alle immer halten."
Nie, alle und immer schwirrte in meinem Kopf herum. Im Aufwachen verstand ich den Sinn dieses Satzes überhaupt nicht. Menschen leben zusammen und entwickeln Regeln. Das gibt jedem in der Gruppe Halt und Orientierung. Regeln verhindern das Chaos. Jedes Mitglied in der Gruppe versucht so gut es geht, sich daran zu halten und dafür zu sorgen, dass alle das Bedürfnis nach Sicherheit und Zusammenhalt wahrnehmen und respektieren. Manchmal entstehen die Regeln demokratisch und manchmal auch nach der Vorstellung der Eltern oder sonstiger Autoritäten.
In meinem Traum nun gab es eine Regel nach der sie nie alle immer halten. Ging es dabei um ein bestimmtes Thema oder galt das grundsätzlich? Ich habe es so verstanden, dass es in der Familie meines Freundes die Erlaubnis gab, dass immer jemand von der Regel befreit war. Niemand erwartet, dass sich alle immer nach dieser Regel richten. In meinem Wachbewusstsein gehe ich davon aus, dass eigentlich sich alle an die Regeln halten. Wie selbstverständlich. Ausnahmen sind Ausnahmen.
Wenn eine Gruppe es sich erlauben kann, dass immer Mitglieder sich befreien dürfen dann entsteht doch ein größerer Freiraum, oder? Es bringt zum Ausdruck, dass es nicht um das Einhalten von Regeln geht sondern um einen guten sozialen Zusammenhalt.
Wir Menschen haben alle unterschiedliche Bedürfnisse zu unterschiedlichen Zeiten. Ich habe das Bedürfnis nach Gemeinschaft, aber auch nach Autonomie. Manchmal scheinen sich die Bedürfnisse zu beißen. "Wir haben eine Regel, nach der sich nie alle immer richten." Den Satz übersetze ich so: "Wir achten darauf, dass möglichst viele Bedürfnisse unserer Gruppenmitglieder erfüllt werden. Dabei stellen wir Regeln eher hinten an."
Wie streng bist du mit deinen Regeln? Am Arbeitsplatz oder in der Familie oder in deinen sonstigen sozialen Gruppen? Wer nimmt sich da mehr Freiheiten heraus und wie händelst du es? Gibt es eine Regel, die für dich absolut gilt? Ich wünsche dir ein Quäntchen mehr Freiraum.
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Dienstag, 9. Juni 2020

Von Fruchtfliegen lernen!



Wenn es so richtig kalt wird, werden die Fruchtfliegen hoffentlich verschwinden bis zum nächsten Jahr. Seit ein paar Tagen scheinen sie sich jedoch noch einmal zu vermehren und bevölkern die Küche. Sie sitzen im Schrank bei der Schokolade oder auf dem Rand der Rotweinflasche. Vor allem mögen sie unseren biologischen Abfall. Ich mag sie nicht und darum wird es Zeit, sie einmal zu würdigen. Nicht die Fruchtfliegen an und für sich. Ich möchte das beleuchten, wofür sie stehen und was sie mir über das Leben sagen können.

Erste Erkenntnis: Fruchtfliegen halten sich dort auf wo es gärt.
Wenn Obst reift fängt es irgendwann an zu gären. Da ist dann ordentlich was los im Obst. Bakterien verrichten ihre Arbeit. Dabei wird Energie freigesetzt! Da laufen starke Veränderungsprozesse. Es fängt an zu riechen und der Geruch wird immer stärker. Das Obst befindet sich sozusagen in einer existentiellen Krise und geht über in einen Sterbeprozess.
Wir Menschen machen um Veränderungen und Krisen oft einen weiten Bogen. Wir haben es gerne beständig. Mit Wachs behandeltes Obst vermittelt die Illusion ewiger Jugend. Alles soll bleiben wie es ist. Wenn Veränderungen, dann bitte sanft und ohne Krise. Und vor allem ohne Gestank. Leider sind menschliche Veränderungen oft mit Konflikten verbunden. Unsere Konflikte gleichen den Gärprozessen im Obst. Die Fruchtfliege haut da nicht ab sondern fliegt mitten hinein. Sie liebt diesen Veränderungsprozess, weil sie ihre Eier ablegen kann. Dort gibt es Nahrung und Energie. Sie weiß, dass dort etwas zu holen ist. Sie macht ihre Geschäfte mit dem, was andere nicht mehr wollen.
Davon könnte ich doch lernen! Dort, wo es gärt im Leben, finde ich zugleich Energie. Auch wenn Konflikte nicht so gut aushaltbar sind, bergen sie doch spannendes Material. Wo sich etwas verändert geschieht Leben. Da ist was los! Sterben kann ich auch noch morgen. Wir suchen ja manchmal unsere Quellen in der Ruhe und in der Erholung. Im Abschalten und im Urlaub. Und – wenn es dort tot ist? Wenn sich dort nichts findet? Die Fruchtfliege nutzt die Gärungsprozesse für ihre eigenen Angelegenheiten. Ein sehr geschickter Umgang mit Veränderungen und Krisen.

Zweite Erkenntnis: Fruchtfliegen kommen hartnäckig wieder.
Die Fruchtfliege lässt sich nicht abschrecken. Wenn ich sie mit der Hand verscheuche dreht sie ein oder zwei Runden und kommt wieder. Nur wenn ich sie töte, gibt sie auf. Zwangsweise! Sie steht einfach auf gärendes Obst. Um ihr Ziel zu erreichen riskiert sie ihr Leben.
Mir fehlt manchmal diese Hartnäckigkeit. Ich lese eine Gebrauchsanweisung und wenn ich sie nicht verstehe dann kann ein Gerät schon mal ein paar Wochen liegen bleiben. Ich bitte einen Freund um Unterstützung und wenn dieser ablehnt, dann gebe ich auf. Aber einmal habe ich mich auf die gleiche Stelle zwei Mal beworben. Auf die Stelle, wo ich jetzt arbeite. Beim ersten Mal erhielt ich einen ablehnenden Brief. „Vielen Dank, aber wir haben uns schon entschieden.“ Ein paar Wochen später stand die gleiche Anzeige wieder in der Zeitung. Ich bewarb mich noch einmal. Mit dem gleichen Text. Nach dem Prinzip der Fruchtfliege! Ich wollte da hin. Dann musste ich eben noch einmal fliegen. Es gab zu mir jedoch eine Alternative. Ich blieb hartnäckig und so wurde ich genommen.
Weißt du, wie oft du im Leben einfach nur zu früh aufgegeben hast? Du hättest nur noch einmal nachfragen müssen? Wie viele Chancen hast du dir dadurch vergeben? Es gibt ja diese lästigen Werbeanrufer von Energieunternehmen oder Weinhändlern. Die machen es wie die Fruchtfliegen. Sie bleiben einfach dran. Wenn es nicht ab und zu erfolgreich wäre würden sie es doch nicht machen, oder? Fruchtfliegen denken nicht nach. Sie machen einfach. Immer dem Geruch nach und ab auf die Nahrungsmittel. Ich glaube, dass wir manchmal zu viel nachdenken. Ich könnte ja mal überlegen, auf welchem Feld des Lebens sich mehr Hartnäckigkeit positiv auswirken würde. Ein paar Monate lang habe ich zum Beispiel in jeder Bäckerei nachgefragt, ob sie auch Kuchen mit Dinkelmehl hätten. Lange Zeit tat sich nichts. Inzwischen jedoch finde ich das Gewünschte bei dem einen oder anderen Bäcker. Ich sollte diese Hartnäckigkeit wieder aufnehmen.
Im Lukasevangelium wird von einer benachteiligten Witwe erzählt. Sie versucht, bei einem gewissenlosen Richter ihr Recht durchzusetzen. Der gibt irgendwann nach, nur weil er seine Ruhe haben will.
Hartnäckigkeit setzt voraus, dass ich mit Ablehnungen und Zurückweisungen umgehen kann. Ich kenne solche Menschen, die das wunderbar können. Da bleibt mir manchmal der Mund offen stehen. Sie bleiben unbeeindruckt einfach dran. Wenn ich abgelehnt werde mit einem Anliegen dann gehe ich erst mal in heftige Gefühle von Ärger oder Trauer. Das wiederum macht mich unfähig, wieder nachzufragen.
Vielleicht können andere das besser als ich, weil sie sich nicht so ärgern oder weil sie Zurückweisungen besser verkraften können. Aber ich könnte mich doch wie die Fruchtfliegen einfach weiterentwickeln. Ich muss ja nicht bis zum Ende meines Lebens angsterfüllt bleiben. Das Leben ist doch sowieso ein Abenteuer, nicht wahr? Wenn ich nichts wage kann ich mich auch gleich in einen Sarg legen. Oder ich richte mich nur ins Überleben ein. Die Fruchtfliege sagt mir: „Überleben ist überflüssig wie Fußpilz. Sterben muss ich sowieso. Aber jetzt will ich ran an die Töpfe!“

Dritte Erkenntnis: Fruchtfliegen machen eine ordentliche Metamorphose vor ihrem ersten Flug.
Die Larve ernährt sich vom gärenden Obst und danach verpuppt sie sich. Während dieser Zeit nimmt sie keine Nahrung mehr zu sich und wartet ab. Sie wartet ab, bis sich der Körper umgebaut hat zur Fliege.
Ich lebe oft ein anderes Prinzip. Hier noch was tun und da noch was tun. Ist es jetzt gut? Nein, noch nicht ganz! Ich könnte da noch mal anrufen und da noch mal nachschauen. Und wenn alles getan ist, bin ich in Gedanken immer noch damit beschäftigt. War es richtig so? Nicht doch besser anders? Erst, wenn das Ereignis herum ist tritt Stille ein. Die Fruchtfliege „gönnt“ sich eine Zeit der völligen Stille. Sie macht nichts und wartet einfach ab. Was geschehen muss, geschieht von selbst.
Zum Wachsen und Werden gehören solche Phasen unbedingt dazu. Phasen, in denen die Dinge wie von selber geschehen. Ich habe den Eindruck, dass wir uns solche Zeiten immer weniger gönnen. Alles muss kontrolliert werden. Prozesse werden perfektioniert und genormt. Zeitabläufe sollen verkürzt werden. Aber Wachstum folgt in einer bestimmten Phase den eigenen Gesetzen. Wenn ich mich schlafen lege lasse ja auch los. Ich höre auf, noch etwas zu regeln. Die Welt läuft eine ganze Nacht weiter ohne mich und ich steige währenddessen aus.
Aber wenn ich wach bin, dann muss ich wieder mitmischen im Weltgeschäft. Ich kann ja Einfluss nehmen. Aber die Fruchtfliege lässt für eine wichtige Phase ihres Lebens einfach los. Metamorphose. Umwandlung von A nach B. Vorher fressen und hinterher fliegen. Alles zu seiner Zeit. Hefeteig muss auch gehen. Kann ich loslassen? Lange genug loslassen? Zum richtigen Zeitpunkt? Wenn ich loslasse werde ich zum Beobachter meiner selbst. Diese Position kann ich empfehlen. Manchmal zum Beobachter seiner eigenen Prozesse zu werden. Irgendwann ist es so weit und die Metamorphose ist abgeschlossen.
Auch in Zukunft werde ich alles dafür tun, die Fruchtfliegen loszuwerden. Es bleiben aber ein paar Erkenntnisse: Ich darf da sein, wo das Leben heftig tobt. Ich bleibe hartnäckiger bei den Wünschen und Bedürfnissen. Und ich nehme mir die Zeiten, die es braucht damit wachsen kann was wachsen will. 

Montag, 8. Juni 2020

Darf ich dich verführen?


In einem Bekleidungsgeschäft in Wien gab es einen riesigen Andrang. Ich schaute hinein und wunderte mich über all die vielen Menschen auf engem Raum. Das machte mich neugierig und ich betrat den Laden. Die Kleidung fand ich weder außergewöhnlich noch günstig.
Aber mir fiel der Spruch an der Wand auf: "Wenn Sie mögen was Sie hier sehen, werden Sie lieben was Sie oben erwartet." Vielleicht sollte ich motiviert werden, auch in das obere Stockwerk zu gehen. Ich soll auf keinen Fall das Geschäft verlassen ohne alles gesehen zu haben. Außerdem wird es eine Steigerung geben. Wie bei einer Fernseh-Show. Das Leben läuft auf einen Höhepunkt zu. Die Karten werden erst nach und nach offengelegt. Ich zeige nicht sofort alles, was ich habe. Im ersten Stock werde ich mögen was ich sehe. Aber im zweiten Stock wird das Mögen zum Lieben. Das ist ein Versprechen. Da gibt es eine Verheißung! Ich werde verlockt!
Ich bin natürlich nach oben gegangen. Ich wollte wissen, was sich dort befand. Leider wurde ich ernüchtert. Gleiches Konzept, ähnliche Kleidung! Für bestimmte Kundinnen aber bestimmt das Paradies.
Eigentlich ging es mir nur um das Muster. Das kommt mir so vertraut vor. Ich komme als Mensch auf diese Welt und staune. Ich mag, was ich sehe! Die Sonne, die Berge, das Meer, die Tiere und die Menschen! Ich mag wirklich ganz viel von dem, was ich sehe! Ich bin ganz oft sogar begeistert! Jetzt stelle ich mir ein Spruchband vor das am Himmel erscheint. Drauf steht: "Wenn Sie mögen, was Sie hier sehen, werden Sie lieben was Sie oben erwartet!" Das könnte mir doch große Lust auf den Himmel machen oder auf das Leben nach diesem Leben. Ich mag das Leben auf dieser Welt. Wenn ich das Leben hier und jetzt mag, dann werde ich das Leben nach dem Leben auch mögen. Das Leben jetzt scheint nur ein Vorgeschmack zu sein auf die Zukunft!
Der Koch bringt mir eine kleine Kostprobe seiner Kunst. "Nur mal zum probieren!" Ich weiß schon! Wenn mir diese kleine Probe schmeckt, wie wird mir dann das ganze Menü schmecken? Paradiesisch!
Der Spruch an der Wand sagt mir: Das Leben ist eine einzige Verlockung. Immer gibt es etwas, das dich einlädt! Es gibt immer etwas Interessantes zu sehen, zu hören, zu fühlen und zu spüren. Was wird mich noch heute erwarten?!
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Samstag, 6. Juni 2020

Wer mich ärgert, bestimme ich. (Winston Churchill)


Manchmal will jemand etwas von mir. Meine Führungskraft, meine Partnerin, ein Familienmitglied, ein Kunde. Allein meine erste Formulierung ist schon gefährlich! "Jemand will etwas von mir." Ich könnte ja auch sagen: "Manchmal trägt jemand einen Wunsch an mich heran." Klingt viel kommunikativer. Hat einen viel größeren Raum von Freiheit! Bei Wünschen kann ich nein sagen ohne Angst vor Groll und Ablehnung.
Wenn jemand etwas von mir will regt sich ein Widerstand. Ich spüre den Ärger schon vorab. Der andere will es. Aber ich nicht. Ich ärgere mich schon sehr früh, weil jemand etwas von mir will, das ich selber nicht möchte. Eine zusätzliche Arbeit. Eine unangenehme Botschaft. Zeit. Geld.
Winston Churchill trifft eine wichtige Entscheidung: "Wer mich ärgert, bestimme ich." Bei mir ist das oft umgekehrt. Ich fühle mich hilflos angesichts des Wollens der anderen. Dann bekomme ich einen Ärger, den ich nicht wollte und den ich nicht beeinflussen kann. Wenn ich mich in Ohnmacht befinde und mich ärgere verliere ich die Freiheit und Autonomie. Ich falle hinein in meine Opferrolle.
Wie anders klingt es wenn ich sage, dass ich selbst bestimme. Ich bestimme über mein Leben. Ich bestimme, wann und mit wem ich was mache. Ich entscheide es und niemand sonst. Auf einmal wache ich auf aus meiner Ohnmacht und Abhängigkeit und nehme die Zügel wieder in die Hand.
Davon wünsche ich mir mehr! Ich bestimme, wer mich ärgert. Und wenn ich bestimme wird mich niemand mehr ärgern. Ich entscheide ja schließlich. Immer mehr!
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Freitag, 5. Juni 2020

Es ist besser das zu überschlafen, was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast. (Igbo)




Bevor du eine Entscheidung triffst, von der Glück oder Unglück anderer Menschen abhängt, schlaf mal eine Nacht drüber. Nicht alles muss sofort entschieden werden. Bedenke alles, wiege es hin und her und dann lass es wieder los. Schiebe es in den kosmischen Brutkasten und belass es dort für eine Weile.
Wenn du zu schnell handelst und dabei Menschen verletzt oder kränkst, nur weil du es zu eilig hattest, musst du den Preis der schlaflosen Nächte zahlen.
Die Art deiner Nächte kann ein wichtiger Hinweis sein, wie gelassen du mit deinem Leben umgehst. Kannst du gut loslassen? Deine Gedanken, deine Pläne, dein möglicherweise schlechtes Gewissen?

Es ist besser, das zu überschlafen, was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast.

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Donnerstag, 4. Juni 2020

Dein alltägliches Wunder - heute!

Wartest du auf ein Wunder? Das Wunder, dass du einmal ganz reich und einmal ganz glücklich sein wirst? Eines Tages? Wartest du auf das Wunder, dass dein Traumprinz vor dir steht und schon eine Ewigkeit auf dich gewartet hat? Wartest du auf das Wunder, dem du nachspürst, wenn du du dich in einen Roman vertiefst und verlierst?
Pearl S. Buck meint sagt: "Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen." Wenn du die Erfüllung eines Wunders in der Zukunft siehst, dann bist du nicht mehr da in deinem Körper und deinem Geist. Dann bist du schon aus dir ausgewandert in das Land deiner Phantasie. So kann es geschehen, dass das kleine Wunder um Hier und Jetzt gar keine Chance hat, dich zu erreichen. Da gibt es den Vogel draußen auf dem Baum, der dich mit seiner Lebensfreude anstecken kann. Da gibt es den Sonnenstrahl, der deine Haut gerade jetzt erwärmt. Da genießt du die erste Tasse heißen Kaffee am frühen Morgen. Dir wird bewusst, dass du ein Dach über dem Kopf und eine warme Stube hast. Es gibt so viele Alltäglichkeiten, die das Wunder bergen. Wohin lenkst du deine Aufmerksamkeit? In die ferne Zukunft oder in die Gegenwart? Bist du noch da? Wo bist du gerade? Was nimmst du jetzt in diesem Augenblick wahr, wo du diese Zeilen liest.
Ich gestehe dir, manchmal versinke ich auch in meine großen Zukunftswunder. Doch jetzt, in diesem Augenblick bin ich bei dir. Du liest meine Zeilen und mein Herz wird weit.

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Mittwoch, 3. Juni 2020

Entfalte dich!

Wenn es draußen kalt ist ziehe ich mich in meinen Mantel zurück.
Die Kälte soll nicht Besitz von mir ergreifen und mich lähmen.

Wenn ich traurig bin und ich mich verlassen fühle ziehe ich mich auch zusammen.
Ich werde kleiner und kleiner und falte mich ein.

Niemand soll mich sehen. Ich möchte mich unsichtbar machen.
Ich fühle mich klein und ohnmächtig. Ich möchte nicht mehr am Leben teilnehmen.

Ja, ich werde zunehmend teilnahmslos.
Ich zeige immer weniger Haut. Dann bin ich nicht mehr so verletzbar.

Das hat nur einen Nachteil!
Das Leben um mich herum läuft weiter und ich bin leider nicht mehr dabei.

Ich könnte mich trotz der Enttäuschung wieder entfalten.
Allein schon wegen der Sonnenstrahlen.

Die Sonnenstrahlen könnten mich unterstützen, dass ich wieder heil werde.
Wenn ich mich zurückziehe - passiert mir zwar nichts, aber es passiert auch nichts!

Wenn ich ich entfalte bekomme ich neuen Anschluss.
Ich tanke auf und fliege weiter.

Ich entfalte mich mit der Kränkung. Trotz der Kränkung. Kurz nach der Kränkung.
Ich stehe auf und mache weiter.

Ich bleibe nicht liegen. Ich rolle mich ein und auch wieder aus.
Ich warte nicht bis dass...

Wenn ich erst wieder vertrauen kann - kann ich lange warten.
Vielleicht vertraue ich ja nie nie wieder!

Ich entfalte mich trotzdem - auch ohne Vertrauen.
Wer sagt denn, dass man das braucht!

Ist auch nur ein Glaubenssatz! Ich kann nicht mehr vertrauen.
Darum kann ich nicht mehr oder mag nicht mehr.

Mangelndes Vertrauen als Erlaubnis, sich nicht mehr entfalten zu müssen!
Ich gebe einen Vorschuss und entfalte mich - wenigstens ein bisschen!

Wow!
Ich entfalte mich!
Ich zeige, was ich drauf habe!
Schau, was in mir steckt!
Ich breite mich hier aus.
Hier ist jetzt mein Platz.
Ich entfalte mich und dehne mich aus.
Auch wenn es eine körperliche Grenze gibt.
Der Geist ist grenzenlos.
Ich entfalte mich mit meinem Bewusstsein und fülle das ganze Universum aus!
Und dann geht immer noch was!
Entfalte dich!

Dienstag, 2. Juni 2020

Wenn du mal Probleme brauchst: Ich bin jederzeit für dich da.


Gehörst du zu den Menschen, die nichts zu tun haben? Die tiefenentspannt sind? Nimmst du das Leben leicht und findest schnell eine Lösung? Gehörst du zu denen, für die das Glas immer halb voll ist? Befindest du dich auf der Sonnenseite des Lebens?

Dann bist du der richtige Mensch für mich! Du hast noch Kapazitäten frei! Du hast bestimmt ganz viel Energie übrig. Dich darf ich bestimmt ansprechen! Ich habe ein paar Probleme und könnte sie dir schenken. Möchtest du sie haben? Bestimmt nicht? Du meinst, dass du mit Absicht so lebst, weil du keine Probleme haben möchtest. Du bist so tiefenentspannt, dass du meine Probleme auf keinen Fall geschenkt haben möchtest? Dann lies ab hier nicht weiter!!!! Warnung in Rot!!

Wenn du auf der Sonnenseite des Lebens bist dann sei dir bewusst, dass dich nicht weiterentwickeln wirst. Du wirst an deinem Glück vor Langeweile sterben. Deine Gehirnzellen sterben ab, weil du über nichts intensiv nachdenken musst. Du produzierst kein Adrenalin und kein Kortisol. Dein Körper wird irgendwann gar nicht mehr wissen, wie das geht. Dann kommst du in eine Krise und bist überhaupt nicht resistent. Du fällst gleich um bei der erstbesten Schreckensnachricht. Willst du das? Dich in deinen Glücksträumen einrichten und dann am Ende bitter erwachen? Du hast versäumt, Krisen und Katastrophen gut zu nutzen, dein Immunsystem aufzubauen. Aber jetzt ist es zu spät. Du warst für eine Zeit glücklich und bist für das Unglück nicht gerüstet!

Und? Möchtest du ein wenig von meinen Problemen haben? Zum Üben? Zum Sammeln von Immunzellen? Ich werde sie dir aber nicht mehr einfach so schenken! Dafür ist es jetzt zu spät. Du hättest spontan "JA!" sagen müssen. Aber jetzt verkaufe ich sie dir. Zu einem günstigen Preis. Bist du noch interessiert? Oder suchst du jetzt Menschen auf, die dir ihre Probleme schenken. Mach es nicht! Ich warne dich. Es gibt Menschen, die schenken dir Probleme, die du nicht wieder loswirst. Sie kleben an dir bis zum Ende deines Lebens.

Ich biete dir Problem an, die du nach dem Training wieder loswirst. Zu einem günstigen Preis. Du kannst mir auch ein Angebot machen. In welche Richtung sollte das Problem gehen und was möchtest du dafür zahlen. Ich prüfe dann, was ich im Angebot habe. ich werde darauf achten, dass es deinem Wachstumsprozess dient. Also - schicke mir dein Angebot. Und wenn mal Probleme brauchst: Ich bin jederzeit für dich da.
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Montag, 1. Juni 2020

Gestalte dein Leben, jeden Tag!

Du schaust am Ende der Woche auf deinen Kalender und hältst dir vor Augen, was alles auf dich zukommt. Am Morgen schaust du auf den Tag und überlegst, was du alles erledigen musst. Unter erledigen verstehe ich die Vorstellung, dass wir bestimmte Pflichtaufgaben haben. Von diesen so genannten Pflichten kommen einige zusammen. Essen zubereiten, einkaufen, putzen, aufräumen, waschen usw. Manchmal arbeitest du dich durch diese Aufgaben und hakst in Gedanken ab, was du geschafft hast. Das Wort "erledigen" drückt dabei eine Menge aus. Am Ende bist du erledigt und erschöpft von deinen Pflichten. Du freust dich auf deine freie Zeit und lebst in der Dualität, im Gegensatz von Arbeit und Vergnügen.
Wenn du das Wort "erledigen" nun ersetzt durch "gestalten" betonst du deine Freiheit und deine Kreativität. Du entscheidest, was du machst und wann du es machst. Du entscheidest auch, ob du es mit Liebe tust oder mit Widerwillen. Du kannst die Aufgaben so gestalten wie Kinder ihre Spiele spielen. Der Tag ist ein Geschenk und darfst ihn für dein Vergnügen mit Inhalt und Freude füllen.
In der Bibel wird die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erzählt. Vor dem "Sündenfall" mussten sie auch im Garten arbeiten, aber sie vergnügten sich. Nach dem "Sündenfall" verwandelte sich der Tag in Mühsal und Plage. Ob es Mühsal und Plage ist oder Freude, Siel und Vergnügen - diese Entscheidung findet in deinem Kopf und in deinem Herzen statt.
Je bewusster du den Beginn des Tages beginnst und in den Tag hineinmeditierst, desto eher hast du die Chance, die lebensfrohe Seite in den Blick zu nehmen. Vielleicht geht das nicht zu hundert Prozent, aber vom Grundsatz her ist eine Veränderung immer möglich.

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