Montag, 30. April 2018

Ubuntu - ich bin, weil du bist!





 
Mein altes Windows XP hatte irgendwann seinen Geist aufgegeben. Jemand empfahl mir als neues Betriebssystem für meinen alten Laptop „Ubuntu“.  Das Wort heißt in der einfachsten Übersetzung „Menschlichkeit“ und wird unentgeltlich angeboten, damit es jeder nutzen kann. Ein paar Tage später hörte ich dann folgende Geschichte im Radio. Auch wenn sie vielleicht nur er- oder gefunden wurde, gefällt sie mir. 
„Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes der Xhosa-Kultur ein neues Spiel an. Er stellte einen Korb voller Obst in der Nähe eines Baumes und sagte ihnen, wer zuerst dort ist, gewinnt die süßen Früchte. Als er ihnen das Startsignal gab, liefen sie alle zusammen und nahmen sich gegenseitig an den Händen, setzte sich dann zusammen hin und genossen ihre Leckereien.
Als er sie fragte, weshalb sie so gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie: “Ubuntu, wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?”
Ubuntu in der Xhosa-Kultur bedeutet: »Ich bin, weil du bist, und ich kann nur sein, wenn du bist.«.“

Die Geschichte habe ich dann bei netzfrauen.org wiedergefunden. Die Ubuntu Geschichte kannte ich bislang noch nicht. Sie hat mir gleich beim ersten Hören gefallen.

Wenn es eine Chance gibt, dass alle froh sein können, dann sollte man doch diese Chance ergreifen. Mir gefällt die Vorstellung beim eigenen Glück auch das Glück der anderen mit im Blick zu haben.

Noch mehr gefällt mir der Gedanke, dass diese Kinder das Spiel nicht mitgespielt haben. Aus dem Vorschlag des Anthropologen haben sie ihr eigenes Spiel entwickelt, nach ihren Ideen und Vorstellungen. Darin zeigen sie Unabhängigkeit, Weisheit und ein besonderes Gespür für die wichtigen Dinge im Leben.


Du lebst nicht allein auf einer Insel. Du bist immer in Verbindung im Zusammenhang mit vielen Menschen – in deiner Familie, in der Nachbarschaft, in der Stadt. Dein Glück hat Auswirkungen auf das Glück der anderen. Ich weiß nicht ob das geht, aber ich wünsche dir ein sattes „Ubuntu“.

Samstag, 28. April 2018

Du Heilsamwirker! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


 
Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Heilsamwirker!

Wie stellst du das nur an, dass ich mich in deiner Nähe so wohl fühle. Wie machst du das nur? Manchmal bin ich mit Menschen zusammen, da hoffe ich, dass sie schnell wieder gehen. Sie tun mir nichts. Sie behandeln mich nicht schlecht. Sie schauen mich auch freundlich an und sind mir bestimmt wohlgesonnen. Dennoch möchte ich nach kurzer Zeit gehen.
Aber bei dir ist das anders. Ich freue mich schon auf dich, bevor du da bist. Du musst geheimnisvolle Heilkräfte in dir tragen. Du verdienst dein Geld nicht einmal als Heiler. Du breitest keine Hände aus und kennst energetische Heilverfahren. Du hast nichts mit Esoterik am Hut und hast kein einziges Ratgeberbuch gelesen.
Aber schon, wenn ich an dich denke läuft mir ein warmer Schauer über den Rücken. Und wenn ich in deiner Nähe bin gehen alle Körperzellen in eine tiefe Entspannung. Bei dir kann ich so was von loslassen. Du bist einfach wirksam, ohne dass du etwas gemacht hast. Ist das bei dir eine natürliche Begabung? Bist du dir dessen überhaupt bewusst?
Du bist einfach unglaublich wirksam. Sogar auf großer Entfernung!
Ohne dich und alle anderen Heilsamwirker sähe unsere Welt viel dunkler aus. Sie ist es aber nicht, Gott sei Dank! Deine Liebe und Anerkennung und Aufmerksamkeit gibt mir heute Kraft und Zuversicht – du wunderwirkende Heilsamwirkerin und du vertrauender Heilsamwirker! 

Freitag, 27. April 2018

Du Gesundheitsförderer! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten



Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Gesundheitsförderer!

Wir sind umgeben von  Dingen, die uns krank machen. Pestizidrückstände auf Nahrungsmittel, Feinstaub und Abgase in der Luft, allergieauslösende Stoffe in den Nahrungsmitteln, Handystrahlen, Kriegspropaganda in den Medien, schlechte Laune, Überforderung bei der Arbeit, familiäre Dauerkrisen und vieles mehr. Manchmal wundere ich mich, dass die Menschheit noch nicht ausgestorben ist. Eigentlich müssten wir schon tot sein. Wir sind es aber nicht. Viele von uns leben noch.
Wir sind ja auch umgeben von Dinge, die uns gesund erhalten. Nahrungsmittel im natürlichen Zustand, heilsame Kräuter, frischer Sauerstoff, liebevolle Zuwendung von Familienmitgliedern, Wertschätzung für geleistete Arbeit, Vertrauen in sich selbst und in eine wohlmeinende Welt.
Du kannst krankmachende Zustände verstärken durch dein Denken, Fühlen und Handeln. Und manchmal machst du das auch, so wie ich. Zugleich sehe ich dich und mich aber viel lieber als Gesundheitsförderer. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf dich und mich und sehe diese vielen Anteile, die gesundheitsförderlich sind. Du förderst und unterstützt mich in meinen gesundheitlichen Bestrebungen. Du gibst mir Hinweise und Tipps, wie ich mich besser ernähren kann. Welches Wasser ich trinken soll. Wo ich gut einkaufen kann. Ich profitiere von deiner Kompetenz und staune, was du alles weißt. Was du gelesen und selber ausprobiert hast. Vor allem spüre ich, dass ich dir wichtig bin. Du förderst meine Gesundheit damit ich nicht vorzeitig sterbe. Du möchtest noch lange mit mir zusammen sein. Durch dein Fördern sagst du mir durch die Blume: „Du, ich mag dich. Du bist mir kostbar und wichtig. Ich möchte noch lange mit dir zusammen sein und dich gesund zu erleben tut mir selber gut!“ Und ich selber denke und fühle genauso. Als Gesundheitsförderer sorge ich dafür, dass es von der Liebe mehr gibt. Ich komme in meine Schöpferkraft! Je länger ich an dich denke und dich mit meinem geistigen Auge anschaue, desto mehr entdecke ich bei dir diese Qualitäten – du intensive Gesundheitsförderin und du so wohltuender Gesundheitsförderer.

Donnerstag, 26. April 2018

Du Genesungsbegleiter! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


 
Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Genesungsbegleiter!

Ich habe von den Genesungsbegleitern gelesen. Ehemalige Psychiatrieklienten mit überstandener Krise begleiten akut Betroffene auf ihrem Heilungsweg. Sie sind den Weg selber gegangen und Betroffene. Ärzte sprechen als Experten und die Genesungsbegleiter sprechen als Selbsterfahrene. Mir gefällt das Wort und mir gefällt die Idee, die dahintersteckt.
Stell dir vor, dass du zum Arzt gehst und auf dem Praxisschild steht: „Genesungshelfer“. Das steht auch vor der Praxis des Psychotherapeuten und der Logopädin. Es steht auf dem Schild der Eheberatung und der Erziehungsberatungsstelle.
Und stell dir vor, dass du auch so jemand bist. Du bist von deinem Wesen her ein Genesungsbegleiter. Der Mensch, mit dem du unterwegs bist, glaubt an sich selbst. Ist für sich selbst verantwortlich und entscheidet sich für das Leben. Und du unterstützt mit einem freundlichen Wort, einer ermunternden Geste, einem liebevollen Blick. Wir sind ja alle mehr oder wenig traumatisiert. Wir kommen mit heilen Anteilen auf die Welt und mit Anteilen, die genesungsbedürftig sind. Wie wohltuend, wenn ich das nicht ganz allein machen muss. Klar, da gibt es die vielen berufenen und bezahlten Profis mit ihren Doktortiteln und Diplomen.
Daneben aber gibt es dich und mich. Du kannst dich sogar selber in deiner eigenen Genesung begleiten. Der gesunde Anteil in dir begleitet den bedürftigen. Eine Umschreibung dafür, dass du liebevoll und zugewandt mit dir selber umgehst. Du weißt ja schließlich am besten, was deine Seele vermisst und was sie braucht, um sich zu entfalten.
Hast du diesen Anteil in dir schon entdeckt? Magst du ihn zum Erblühen bringen? Ich sehe dich vor mir mit deinen warmen Augen, deinen behutsamen Händen und deiner einfühlsamen Liebe. Was bist du nur für eine begabte Genesungsbegleiterin. Ich sehe in dir einen unglaublich reifen Genesungsbegleiter! 

Mittwoch, 25. April 2018

Du Verständniserzeuger! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten



Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.
  
Du Verständniserzeuger!

Ich habe ein ganz großes Verständnis für dich. Du erzählst mir deine Geschichte. Ich fühle mit. Es schwingt hin und her. Was ist jetzt passiert? Und dann? Und wie hast du dich dabei gefühlt? Und danach – wie hat sich das verändert? Was hast du da gedacht. Was hast du gemacht und was hättest du viel lieber gemacht.
Dann gleiche ich die Bilder ab mit meinen Vorerfahrungen. Mit meinen potentiellen Ängsten und Freuden. Es gibt eine Wiedererkennung: „Das kenne ich auch! Ich bin nicht allein!“ Du erzählst mir dein Erlebnis und während du erzählst erzeugst du bei mir Verständnis. Du besitzt diese Gabe, mein Verständnis zu vergrößern. Dadurch weitest du mein Herz. Auch das Erzählen deines Leides macht mich nicht kleiner. Es weitet mein Verständnis. Ich werde größer. Eigenartig, nicht?
Manche erzählen mir etwas und in mir spüre ich kein Verständnis. So sehr ich mich auch anstrenge. Ich empfinde kein Verständnis. Ich bekomme auch noch ein schlechtes Gewissen. Der erzählt mir von seinem Leid und ich fühle mich distanziert und kalt. Was geschieht da wohl nur? Wenn mir jemand von seinem Leben erzählt und ich spüre kein Verständniswachstum, dann grabe ich so ein Loch unter der Geschichte. Ich gehe in meine eigene Verständnislosigkeit und stecke in einem Gedanken. „Ach so ist das! Wenn ich es fühlen würde, dann würde es sich ja total schrecklich anfühlen. Schmerzhafte Gefühle sind wirklich schmerzhaft.“ Und plötzlich springt mein Verständnis an! Da gibt es etwas unter der harten Schicht des Verstandes. Und weißt du, es ist so wunderbar, dieses Geschenk zu entdecken bei sich selbst und auch bei dir – du prächtige Verständniserzeugerin und du begabter Verständniserzeuger!

Dienstag, 24. April 2018

Du Erfahrungsteiler! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten




Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Erfahrungsteiler!

Ich teile mit dir meine Erfahrungen. Manchmal gibt es eine Resonanz. Dann nickst du mir zu und gibst mir zu verstehen: „Ja, das kenne ich auch. Schön, dass du das mit mir teilst. Ich dachte immer, ich sei der  einzige!“
Wenn jemand mit mir seine Erfahrung teilt berührt es mich und weitet meinen Raum. Es gibt so viele schöne Momente, die ich teilen darf. Im Urlaub wurden in unserer Ferienwohnung vier Zilpzalps flügge. Sie flatterten aufgeregt hin und her, rutschten an Gartenstühlen herunter und plötzlich saß so ein Vögelchen vor meinen Füßen. Ich traute mich kaum zu atmen. „Du bist so kleine und hilflos. Ich werde mich nicht bewegen, damit du nicht erschrickst. Ich tu so, als sei ich ein Baum – mit Augen.“ Diese Hilflosigkeit hat mein Herz berührt. Aber auch der Mut – einfach herumzuflattern und sich ins Leben zu wagen. Das geschützte Blätterdach des Baumes verlassen. Sichtbar werden für neue Freunde und mögliche Feinde. Ich fühlte meine eigene Hilflosigkeit in so manchen Situationen. Ich bin dieser kleine Vogel, der gerade anfängt. Und ich bin schon ein alter Hase.  Als alter Hase sehe ich dann manchmal andere noch ältere Hasen und Häsinnen. Ich sehe sie an und denke: „Ach, du bist ja auch noch so ein kleines Vögelchen voller kleiner Ängste – so wie ich!“
Wenn du Erfahrungen teilen kannst, so dass andere berührt sind, besitzt du eine wunderbare Gabe! Du erzählst von deinem Reichtum und wirst dir dessen mehr und mehr bewusst. Und du vermehrst den Reichtum mit den anderen durch dein Teilen. Du kostbare Erfahrungsteilerin und du tieffühlender Erfahrungsteiler!

Montag, 23. April 2018

Du Herzsensgestalter! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten



Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.  

Du Herzensgestalter!

Du kannst dein Herz formen und deinem  Herzen Gestalt geben. Schließe deine Augen und denke an eine Situation, die dich traurig macht. Beobachte dein Herz. Verändert es sich? Meines wird kleiner und eher wässrig und salzig. Ich sehe es wie durch einen Tränenschleier. Wenn ich die Tränen wegwische gewinnt es wieder seine Alltagsform.
Jetzt denke an eine Situation, die dir unendlich viel Freude bereitet. Was geschieht nun? Mein Herz wächst und wächst. Es dehnt sich aus und das gesamte Universum findet darin Platz. Mein Herz wird zum Herzen der Welt.
Das alles geschieht nur mit Hilfe meiner Gedanken und meiner inneren Bilder. Und ich spüre dabei mein Herz klopfen. Mal regelmäßig und mal auch ganz aufgeregt. Normalerweise schlägt es so vor sich hin den ganzen Tag. Es arbeitet völlig autonom. Aber es lässt sich von mir gestalten. Wie Ton. Ich knete ihn in meiner Hand oder ich singe meinen Herzensraum groß. Du und ich – wir sind Herzgestalter. Wir haben diese Begabung, weil wir Menschen sind. Wenn du und ich uns diese Welt voller Liebe und Größe denken und befühlen – was wird wohl geschehen mit Hilfe unserer Schöpferkraft?
Ich lade dich ein! Richte in deinem Herzen die Schöpferkraft auf den Frieden in dir, mit deiner Familie, deiner Arbeitswelt und in der großen Politik. Schaue nicht Nachrichten über den Krieg und lass dein Herz dabei klein werden und verkümmern. Nutze die Kraft in dir und erschaffe dort mehr Frieden. Du wunderbare Herzensgestalterin und du schöpferischer Herzensgestalter!
www.matthias-koenning.de 

Samstag, 21. April 2018

Sei einfach du selbst!


Sei einfach du selbst! Die Einladung klingt verlockend. Alle anderen gibt es schon. Da schwimmt ein Fisch gegen den Strom um deutlich zu machen, dass er sich unterscheidet. Dieser Fisch ist rot und die anderen Fische sind alle blau. Die anderen sind gleichförmig und schwimmen alle in eine Richtung. Sei einfach du selbst! In rot und die eigene unabhängige Richtung einnehmen.
Wie gesagt, die Einladung klingt verlockend. Doch wer ist dieses "du selbst"? Macht es meine Kleidung aus, mein Verhalten, mein Besitz, meine Art und Weise, da zu sein? Meine eigenen Meinungen, die auch mal gegen den Strom gehen dürfen? Bin das ich selbst?
Ich schaue in mich hinein und stelle fest, dass es unglaublich viele Glaubenssätze meiner Eltern in mir gibt. "Das kannst du nicht!" - "Du musst perfekt sein!" - "Du bist ein Pechvogel" - "Das geht so nicht!" Und immer wieder habe ich versucht, da etwas zu korrigieren. Meine Eltern waren ja viel klüger als ich. Ich wollte ja auch, dass sie mich lieb haben. Und ich hatte geglaubt, wenn ich alles so mache, wie meine Eltern es sich vorstellen, dann werde ich sehr geliebt. Erst als Erwachsener habe ich gemerkt, vie viele Anteile meiner Eltern in mir sind und wie wenig ich weiß, wer ich denn selber bin. Die Rechung heißt: "Ich selbst" - "Anteil der frühkindlichen Autoritäten" = ?
Sei einfach du selbst! Jeder Mensch auf dieser Welt steht in der Verantwortung der "Selbstwerdung". Auch die anderen sind nicht einfach einheitsblaue Fische. Sie alle sind sie selbst! Es stimmt, dass wir von unserem Elternhaus, der Schule und der Kirche geprägt sind. Geschenk und Hypothek zugleich. Dennoch bleibt die Verantwortung und Aufgabe bei dir, daraus etwas zu machen. Du kannst alte Glaubensmuster hinterfragen, verändern und sogar auflösen. Du bist wie ein Rohdiamant, der immer wieder an sich arbeitet, bis er sich von allen Seiten her in Vollkommenheit zeigt. Und diese Vollkommenheit gab es schon von Anfang an. Du musst nur wiederherstellen, wie du vom Ursprung her gedacht warst. Werde also die und der, die und der du bist und immer schon warst!
www.matthias-koenning.de

Freitag, 20. April 2018

Online mit mir!


Keine Zeitung heute

Kein Facebook heute

Kein Internet heute

Kein smartphone heute

Kein Anruf heute

Keine Zeitschrift heute

Alles offline

Online mit mir!
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 19. April 2018

Sei kein Luftverschmutzer!


Zum Finden der inneren Balance empfehle ich die Vermeidung von Malaria! Malaria kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt: "Schlechte Luft!" In früheren Zeiten glaubte man an eine Übertragung dieser Krankheit besonders in den Sümpfen durch schlechte Luft. Auch wenn dieser Weg inzwischen ausgeschlossen werden kann, hat "schlechte Luft" im übertragenen Sinn eine tiefe Bedeutung.
Wo gibt es in deinem Umfeld "Schlechte Luft", Malaria? Dort, wo Menschen unfreundlich sind, in Weltverschwörungszenarien, bei Konferenzen mit hohem Konfliktpotential, bei Klatsch und Tratsch, in ungelüfteten Räumen, auf öffentlichen Toiletten, im Straßenverkehr, beim Aufstehen mit schlechter Laune,...
Sorge also dafür, dass du in einem Umfeld atmest, wo die Luft sauerstoffreich und lebensbejahend ist.

matthias-koenning.de

Mittwoch, 18. April 2018

Heute besuche ich mich!



Heute besuche ich mich.

Ich mache es mir schön.

Ich setze mich hin.

Ich mache es mir bequem.

Ich lege ein Buch auf den Tisch.

Ich stelle ein Glas Wasser daneben.

Dann sitze ich...

...mal schauen!
www.matthias-koenning.de

Dienstag, 17. April 2018

Die Kunst, es sich bei einem schlechten Leben gut gehen zu lassen


Beim Loseverkauf für einen guten Zweck kauft mir eine Frau ein Los ab. Sie erzählt mir, dass sie eigentlich kein Geld übrig habe. Sie würde sich gerne einmal Spargel kaufen, aber es reiche nur für Möhren. Aber von Möhren könne man auch satt werden und so führe sie kein schlechtes Leben.

Immer wieder beobachte ich Menschen, die ein tolles Leben führen. Sie besitzen ein großes Haus. Die Kinder sind prächtig geraten. Es gibt ein großes Familienauto und einen Kleinwagen für die Fahrten so nebenbei. Dann höre ich sie so reden: "Es geht bergab mit der Wirtschaft. Überall wirst du ausgenutzt. Das Geld ziehen sie dir aus der Tasche und im Supermarkt bekommst du keine nahrhaften Lebensmittel mehr. Die Kinder werden in der Schule ja nur noch gemobbt und die Lehrer haben ihr Studium im Lotto gewonnen."
Dann beobachte ich Menschen wie diese Frau auf dem Markt. Abgetragene Kleidung. Der Speiseplan besteht aus Kartoffeln, Gemüse und Brot vom zweiten Tag. Lücken im Gebiss. Jeden Tag genau rechnen und jeden Cent umdrehen. Dann höre ich ihnen zu: "Ich lebe. Ich habe zu essen. Die Sonne scheint. Was will man mehr."
So unterschiedlich kann es sein. Ich möchte von der Kunst sprechen es sich bei einem schlechten Leben gut gehen zu lassen. In unseren Köpfen existiert ja irgendwie die Vorstellung, dass du dir deinen Lebensunterhalt hart erarbeiten musst. Jeden Braten hast du dir ordentlich verdient. Für ein Auto musst du lange sparen. Ein Haus zahlst du dein Leben lang ab. Es wird dir nichts geschenkt. Dabei trägt all dein Besitz relativ wenig zum Glücksgefühl bei.
Du gehst wandern und setzt dich auf einen Stein. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und es gibt nichts zu tun. Das darfst du genießen. Es ist dir geschenkt. Es ist jedem Menschen geschenkt. Egal, wie gut oder schlecht dein Leben sonst auch ist. Die Sonne ist für dich. Dein Körper gehört dir. Du hast deine Gedanken. Du darfst wahrnehmen mit deinen Sinnen. Allein damit kannst du es dir gut gehen lassen, egal wie schlecht auch dein Leben ist. Bist du noch aufmerksam dafür?
www.matthias-koenning.de

Montag, 16. April 2018

Einfach mal mitschwingen!

Vielleicht lebst du nicht allein, sondern mit anderen Menschen zusammen. Das ist häufig sehr beglückend und schön, manchmal aber auch voller Spannungen. Eine der Ursachen liegt aus meiner Sicht in einem Mangel an Synchronizität. Wir schwingen alle unterschiedlich.
Zwei Menschen gehen aus und der Eine hat in Windeseile Schuhe und Mantel an und der Andere benötigt gefühlte ewige Zeiten. Ich will dabei die Rolle nicht auf Mann und Frau festlegen. Oder beim Essen ist der eine viel früher fertig als der andere. Du stellst einfach fest, dass jeder Mensch so seine ganz eigenen Zeitabläufe hat. Dein Tag kann sich zäh und langsam anfühlen oder rasch und voll. Die Uhr zeigt allen die gleiche Zeit an. Der Tag behält seine 24 Stunden. Die gefühlte Zeit unterscheidet sich jedoch mächtig von den gemessenen Stunden.
Beim Meditieren erlebe ich es häufig, dass für Einige die halbe Stunde schnell verfliegt und andere schon nach zehn Minuten unruhig werden. Diese unterschiedlichen Zeitgefühlt können im Zusammenleben manchmal zu Konflikten führen.
Der erste Schritt für dich könnte heißen: Werde dir bewusst, wie du selbst deine Zeiten und Abläufe empfindest und gestaltest.
Der zweite Schritt heißt: Beobachte, wie deine Umgebung das erlebt im Unterschied zu dir.
Der dritte Schritt heißt: Überlege, ob du hin und wieder dich dem Zeittempo der anderen angleichen könntest. Führt das zu mehr Harmonie und Ausgewogenheit?
Es kann sein, dass dein Gegenüber dankbar dafür ist, dass du mit Ihm oder Ihr stärker synchron schwingst!

www.matthias-koenning.de


Samstag, 14. April 2018

Ach du grüne Neune!


Ach du grüne Neune! Man weiß es nicht. Wahrscheinlich oder möglicherweise oder eher noch eventuell könnte es möglich sein, dass das Wort von der "grünen Neun" aus Berlin kommen könnte und dass es sich dabei um den Hintereingang eines Lokales handelte welches an der Grünstraße gelegen habe und die Hausnummer neun getragen hätte.
Viel wahrscheinlicher jedoch, so vermutet Wikipedia, handle es sich dabei eher um die Abwandlung des französischen Spielkartenblattes "Pik Neun", die welche, wenn man sie bei einem Wahrsager auf dem Jahrmarkt gezogen hätte, Unglück verheißen könnte. Und diese ursprüngliche schwarze französische Pik Neun könnte sich umgewandelt haben in das deutsche Blatt einer "Gras" Neun.
Noch viel unwahrscheinlicher könnte es sich um einen esoterischen Ursprung drehen. Da ginge es dann um ein Buch aus dem 18. Jahrhundert, längst verschollen, wo sich neun Frauen versammelten aus der lateinischen, griechischen und christlichen Vergangenheit, die gemeinsam den Aufstieg zur mythischen Drei zum Quadrat gefunden hätten, wobei es sich da um einen bildhaften Ausdruck der Erlösung zu Lebenszeiten gehandelt haben könnte.
Herzlichen Glückwunsch! Du hast diesen Text bis hier gelesen! Hast du ihn verstanden? Nein? Ich auch nicht, obwohl ich ihn geschrieben habe. Ach du grüne Neune! Wie bin ich bloß an dieses Wort gekommen? Niemand kennt den Ursprung! Ach du grüne Neune! Die meisten verstehen immerhin, was es bedeutet.

Jetzt stelle ich mir Wörter und Sätze vor, die heute entstehen und deren Ursprung morgen keiner mehr kennt. Dann werden Sätze aus der Werbung Eugen Drewermann zugeschrieben. Oder die Grüne Neune bekommt einen neuen Ursprung. Was zeigt uns die "Grüne Neune"? Wir Menschen sind sehr erfinderisch im Erzählen von Ursprüngen und Geschichten.
Und? Kannst du deine eigene Lebensgeschichte auch neu erfinden? Kannst du sie umschreiben? Vielleicht liest du jetzt noch deine Lebensgeschichte als eine Geschichte der Unterdrückung durch deine Eltern. Mit Hilfe der "grünen Neune" könntest du deine Geschichte verändern. "Meine Eltern versuchten ständig, mich zu besiegen. Bis heute haben sie es nicht geschafft, obwohl sie alles versuchten! Ach du grüne Neune!
www.matthias-koenning.de

Freitag, 13. April 2018

Wieso positives Denken so nicht funktioniert!


Positives Denken funktioniert nicht wirklich. Das behaupte ich mal einfach. Die Bücher darüber verkaufen sich zwar toll. Allein die Vorstellung, dass das Lesen eines solchen Buches über positives Denken dir hilft, beflügelt dich.
Aber mal ehrlich. Hilft positives Denken wirklich? Ich erlebe eher, dass die Menschen, die es versucht haben, daran scheiterten und am Ende noch enttäuschter waren.
Positives Denken kann auch nicht helfen, weil es die Programme im Unterbewusstsein nicht berücksichtigt. Wenn du kein grundsätzliches Vertrauen ins Leben hast vom Bauch und vom Herzen her, dann helfen keine noch so klugen Sprüche. Deine einschränkenden und negativen Glaubenssätze machen dir das alles in Windeseile kaputt.
Da lese ich diese Spruchkarte und empfange eine interessante Botschaft. Positives Denken ist nutzlos. Und "immer" ist sowieso eine Überforderung. Wenn da in diesem O auf der Spruchkarte nicht ein Smiley wäre. Da grinst mich in diesem Buchstaben das Gesicht an und löst ein Gefühl aus. Das trifft mich ins Herz. Das freundliche Gesicht erweitert die Perspektive über das Kopfspektrum hinaus auf den Herzensbereich. Alles wird gut!
Es kommt also nicht auf das positive Denken an sonder auf die "Arbeit" mit den tieferliegenden Schichten in dir. Wenn du entspannt und gelöst bist brauchst du nicht mehr positiv Denken. Du bist ja im Vertrauen. Du bist! Mehr braucht es nicht!
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 12. April 2018

Vom Umgang mit Verstörungen

Du bist mit deinem Auto unterwegs zu einem Ziel. Weil du den Weg nicht kennst hast du dein Navi eingeschaltet. Plötzlich kommst du an eine Stelle, wo der Weg versperrt ist wegen Bauarbeiten. Da gibt es einen Moment der Verstörung. Du hast das doch gar nicht geplant. Alles sollte glatt gehen. Du kommst ganz einfach von A nach B.
Du machst Urlaub und beschließt, am Abend ins Kino zu gehen. Laut Internet läuft in einem bestimmten Kino ein toller Film. Du kommst an und die Kinotür ist verschlossen. Die Lichter sind aus! Kein Hinweis warum und weshalb.
Ein Freund benimmt sich anders als gewohnt. Etwas steht nicht mehr an seinem gewohnten Platz. Immer wieder kannst du die Erfahrung machen, dass dich etwas irritiert oder gar verstört. Dein System gerät durcheinander. Ich glaube, wir Menschen haben das nicht gerne. Wir lieben unsere gewohnten Abläufe. Kaffee mit einem Löffel Zucker und nicht zwei. Eine bestimmte Sorte Brot zum Frühstück. Zu einer festen Uhrzeit irgendwo sein. Zuverlässige Öffnungszeiten bei Behörden, in Geschäften und bei Ärzten.
Auch wenn wir Verstörungen nicht mögen. Sie haben auch ihre hilfreiche Seite. Du wachst auf! Du kommst ins Hier und Jetzt. Zwar nicht sanft, aber immerhin wirst du wach und aufmerksam. Wenn du aufwachst hältst du inne. Du wirst dir deiner selbst inne. Was ist passiert? Wo bin ich? Muss ich etwas tun? Du wirst präsent, gegenwärtig.
Verstörungen und Irritationen wecken die unangenehmen Gefühle und Dämonen in dir auf. Wenn du dich mit ihnen ein wenig anfreundest geht es leichter. Jede Verstörung ist wie ein Hund, der dich anstupst, um auf sich aufmerksam zu machen. Da ist etwas, das deine Aufmerksamkeit braucht. Und du brauchst etwas, das dich aufweckt und wieder ins Leben zurückholt.

www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 11. April 2018

Bist du schon wach oder noch in einer Hypnose?



Ich hatte einen eigenartigen Tagtraum. Ich stellte mir vor, dass ich sterbe. Im Augenblick des Sterbens war ich jedoch nicht tot, sondern äußerst wach. Es kam  mir so vor, dass ich nie zuvor wacher war. Eine intensive Form von Bewusstheit, wie ich sie nie kannte. Ich blickte zurück auf mein körperliches und irdisches Leben und staunte über mich. Ich staunte darüber, dass ich den ganzen Weg wie in Trance gegangen sein musste. So im nach hinein merkwürdige und überflüssige Dinge habe ich gemacht! Eigenartige Gedanken hatte ich. Das hattee ich gefühlt? Das war mir wichtig? Dann schüttelte ich den Kopf und lachte bis mir schwindelig wurde. Ich war froh über mein Aufwachen nach dem Tod und diesen neuen und zugleich vertrauten Zustand von körperloser Lebendigkeit.
Jetzt kehre ich mit diesem Gedanken zurück in das Hier und Jetzt. Zurück zu mir und verbunden mit dir. Und ich stelle mir die Frage, wie wach bin ich denn wirklich in diesem Augenblick? Oder wie stark stehe ich unter Hypnose ohne dass ich es merke.
In den ersten Monaten meines Lebens habe ich als Baby geschlafen. Ich bekam nichts mit von der Außenwelt. Ich hatte Hunger und das Bedürfnis nach Nähe wenn ich wach war. Aber den größten Teil des Tages und der Nacht schlief ich. Ein quasi dauerhypnotischer Zustand. Irgendwann bekam ich mehr mit. Ich erkannte das Gesicht meiner Mutter wieder. Ich habe geschrien und gemerkt, dass jemand da drauf reagierte. Von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr wurde ich wacher und bekam mehr mit. Ich entwickelte eigene Fähigkeiten und  beschränkte meinen Schlaf auf ein paar Stunden in der Nacht und einige Momente des Tagträumens. Auch bei automatisierten Arbeitsabläufen konnte ich parallel dösen. Aber ich fühlte mich jenseits hypnotischer Zustände.
Ich werde also immer wacher, je erwachsener ich werde, oder? Aber auch da gibt es Unterschiede. Ich erinnere mich noch daran, wie ich das erste Buch von Eugen Drewermann las. Nach drei Jahren Theologiestudium das erste Fachbuch, in das ich völlig abtauchen konnte. Dann las ich C.G Jung und hatte den Eindruck von Tiefseetauchen in Erkenntnis. Ich bekam Heißhunger darauf, die Welt, das Leben, mich selbst intensiver zu erleben und zu verstehen. Da gab es sehr wache Phasen. Und dazwischen natürlich die Routinen des Alltags.
Ich wünsche mir mehr von diesen wachen Zuständen. Sich selbst spüren. Das Leben erkennen und verstehen. Verbunden sein. Schöpferisch tätig werden. Ein intensives Ja zu allen Gedanken und Gefühlen. Den Eindruck von Weiterentwicklung.
Das ist mein erster Blick auf das eine Ende eines mir vorgestellten Pendels. Ein erweiterter Zustand von Bewusstheit und wachem Zustand. Daneben erlebe ich auch das andere Ende des Pendels. Da gibt es den natürlichen Tiefschlaf, die Tagträumereien in einer Art Trance. Entspanntes dösen und alle damit verbundenen Phasen, die der Erholung dienen.
Ich möchte mit dir aber den Blick richten auf die hypnotischen Zustände. Sie befinden sich eigentlich nicht mehr im gesunden Wechsel von Wachen und Schlafen. Ich spreche von Zuständen, die mich mit Besorgnis erfüllen.
Ich gehe durch die Stadt und sehe draußen im Café eine Familie mit zwei Kindern. Alle sind in ihr Smartphone vertieft und bekommen im Außen nichts mehr mit. Sie sind abgetaucht in eine virtuelle Welt und kommunizieren nicht mehr miteinander. Wenn es nur das Café wäre. Im Auto setzt sich die gespenstische Szene fort und im Haus wird nur noch das Nötigste gesprochen. Niemand leidet unter dem Verlust von Beziehung. Die Aufmerksamkeit auf das Smartphone absorbiert alles. Alle Gedanken und Gefühle. Alle Aufmerksamkeit. Wenn es sprechen könnte, was würde es sagen? „Ich bin dein neuer Gott! Ohne mich kannst du nicht leben! Du brauchst mich. Zu jeder Sekunde deines Lebens. Weißt du, wie oft du mich öffnest? Ich habe unendlich viele Möglichkeiten für dich bereit. Ich bin dein Gott!“
Ich sehe ein Ehepaar vor einem Restaurant stehen. Der Mann schaut in sein Smartphone und liest dort etwas. „Ich schaue mal eben, ob ich was über das Restaurant finde.“ Es dauert und die Frau setzt sich auf die nächste Bank. Ich schaue auf die Uhr und nach fünf Minuten beschäftigt sich der Mann immer noch mit dem, was er dort liest. Manchmal tippt er. Dann runzelt er die Stirn. Dann lächelt er wieder. Und er blickt nicht mehr auf. Seine Frau hat er vergessen.
Je länger wir mit dem Smartphone leben, desto mehr geraten wir in eine Art Hypnose. Wir merken den unglaublichen Sog gar nicht mehr. Ich erinnere mich noch an die Anfangszeit dieses Gerätes. Ich saß mit zwei Kollegen in einem Restaurant und ein Kollege schaute alle fünf Minuten auf sein Smartphone. Er war irgendwie nicht da. Er konnte sich nicht wirklich an unserem Gespräch beteiligen. Damals ärgerte ich mich noch riesig darüber. Heute resigniere ich. Bin dem sogar selbst erlegen wenn ich nicht aufpasse. Ich gehe zurück zu meinem Traumbild am Anfang und schüttle den Kopf nach meinem Tod. „In der ersten Hälfte meines Lebens war ich noch lebendig. In der zweiten war ich hypnotisiert vom Smartphone. Da habe ich nichts mehr mitbekommen.“
Es wird Zeit, dass wir aufhören, Onlinesklaven zu sein. Es gilt, wieder aufzuwachen und sich die Frage zu stellen. „Was möchte ich jetzt wirklich mit mir und von diesem Leben.“
Wenn ich aufmerksam durch das Leben gehe, dann stelle ich fest, wie stark wir hypnotisiert werden ohne dass wir es so richtig merken.
Ich gehe in den Supermarkt und schiebe wie in Trance meinen Einkaufswagen zu den vertrauten Produkten. Die Musik, die Farben, die Gerüche erzeugen in mir einen Nebel. Ich passe nicht mehr so richtig auf, was ich kaufe. Die Fülle erschlägt mich und versetzt mich zugleich in einen gedämpften Zustand. Sonst wäre ich völlig überfordert.
Ich gehe durch die Fußgängerzone einer Stadt und denke, die kenne ich doch. In jeder Stadt finde ich die gleichen Geschäfte. Und täglich grüßt das Murmeltier! Nach wenigen Augenblicken schalte ich ab und fühle mich wie ein Schlafwandler.
Ich habe vor sieben Jahren mit dem Fernsehen radikal aufgehört. Da gab es die ewig gleichen Nachrichten mit Skandalen, Unfällen und Wetterprognosen. Ich hätte um 20.20 Uhr schon nicht mehr sagen können, was heute in der Welt passiert ist. Ich muss während der Nachrichten lebendig geschlafen haben. Die Werbung zwingt mich dazu, dass ich mich mit ihr beschäftige, wenn ich ihren Spot sehe. Ich sehe die Bilder und höre den lauten Klang. Und wieder fühle ich mich überfordert und schalte ab. Ständig muss ich abschalten und mich selbst hypnotisieren um mich zusammenhalten zu können. Werde ich vielleicht fremdgesteuert?
Wir werden ständig unterhalten und beschäftigt. Hier eine Nachricht. Da eine Information. Nie eine Pause! Was ist von all dem wirklich wichtig und von Bedeutung für mich? Wenn ich alles Überflüssige streichen würde, was bliebe noch übrig und wie würde es mir gehen?
Wenn ich mein Leben radikal vereinfache, könnte das Wunder geschehen, dass ich aus den hypnotischen Zuständen aufwache. Ich würde das Überflüssige einfach abschütteln und mich fragen: „Wer ist das, der sich da gerade schüttelt?“
Es geht mir nicht darum, sich gegen die Moderne zu stellen. Ich bin voll und ganz ein Teil davon. Mir geht es um das, was es manchmal bewirkt. Zugleich brauche ich für hypnotische Zustände kein Internet. Ich erlebe Paare in ihren Beziehungen, Menschen am Arbeitsplatz, und letztlich mich selber im Alltagsablauf mit all den scheinbaren Verpflichtungen nicht immer ganz bei mir selbst.
Mir erzählt ein Paar, wie so ein typischer Konflikt abläuft. Die ersten Sätze haben mit einer realen Situation zu tun. Aber nach ein paar Sätzen wiederholen sich bestimmte Gesprächsmuster. Am Anfang scheint es noch ein waches Gespräch zu geben und irgendwann ergibt sich eine Art Automatisierung von immer gleichen Sätzen. Da wäre es doch gut, wenn so ein Paar für einen Moment innehält und einer sagt: „Will ich das jetzt? Will ich so weitermachen? Kann ich da aussteigen?“ Wenn ein Paar lernt, an einer bestimmten Stelle auszusteigen, wird es wach.
Wenn ich durch die Fußgängerzone gehe dann kann ich das im hypnotischen Trott machen oder mit einer kleinen inneren Distanz in der Beobachterposition. Ich lenke meine Aufmerksamkeit gezielt irgendwohin. Ich beschließe, jetzt nichts im Außen an mich dringen zu lassen. Ich beobachte gezielt eine ganz bestimmte Situation. Ich wähle aus. Und es gibt ein ICH, das auswählt. Die Werbung, das Internet, das Smartphone und ähnliche Aufdringlichkeiten möchten, dass wir damit verschmelzen. So geben wir uns auf und werden den Dingen gefügig.  
Für das Fernsehen bin ich nicht mehr  verführbar. Für einen Buchladen schon. Da könnte ich mich hingeben und würde nicht wieder auftauchen. Weißt du, wo du verführbar bist und ab wann du in einen hypnotischen Zustand gerätst? Beobachte dich einmal und staune, wie oft am Tag und bei welchen Anlässen das geschieht.
Beim Anblick eines Blumenmeeres. In einer Bäckerei. Beim Liebe machen. Beim Joggen. Beim Erzählen. Da gibt es auch einen Punkt der wunderbar ist. Das Erleben in der absoluten Hingabe. Da finde ich dann den Punkt der eigenen Weiterentwicklung. Sich hingeben und es zugleich wach und bewusst erleben.
Das berührt auch eine zutiefst spirituelle Frage. Es gibt ein Ich, das sich seiner selbst immer mehr bewusst werden kann. Es wacht auf aus der kindlichen Hypnose und stellt fest, dass es in Gott ist. Da gibt es ein Erstaunen. „Ach, ich bin ja grenzenlos. Ich bin ewig. Ich bin in Gott. Gott ist in mir. Das um mich herum kann ich nutzen, aber ich brauche es nicht.“ Und? Bist du schon wach oder noch in einer Hypnose?

Dienstag, 10. April 2018

Erkenne, wie du tickst!


In der vergangenen Woche wollte ich bei einem Bäcker in Münster ein Dinkelbrot kaufen. Vor mir wurde gerade ein Mann von der Verkäuferin bedient. "Haben Sie es eilig?" fragte er mich. "Sie dürfen ruhig vor mir bestellen."
Die Verkäuferin zögerte nicht lange und bediente mich. Während meine drei Brote geschnitten wurden, begann ich mit dem Mann ein Gespräch. Er ging an einem Krückstock und genoss wohl die Unterbrechung seines Alltags am Schreibtisch. Ich erzählte ihm, dass ich als Berater und Lebenslagencoach arbeite worauf er erwiderte, dass er mich in der vergangenen Woche gut hätte gebrauchen können. Unser Gespräch war sehr humorig und er erzählte mir etwas von seiner Schwester. Und darum geht es mir eigentlich jetzt. Sie schrieb ihm eine Mail und beklagte darin ihr Leid. Er machte sich infolgedessen große Sorgen. Drei Tage später kam wieder eine Mail von ihr mit dem Hinweis, alles sei wieder gut.
In seiner "Bauernschläue" mir gegenüber kam er auf den Gedanken, dass er sich seine Sorgen hätte sparen können, wenn er nicht so oft die Mails seiner Schwester lesen würde.
Wenn er also nur alle sieben Tage seine Mails abgerufe hätte würde er nur die letzte lesen mit dem Inhalt: "Mir geht es gut!" Sein gedankliches Sorgenloch könnte er so einfach überspringen. Man würde sich ja manchmal völlig nutzlos Sorgen machen wenn später alles eh wieder gut ist.
Der Mann aus der Bäckerei erinnerte mich an zwei Erfahrungen, die ich auch kenne. 1. Manchmal machen wir uns einfach zu früh Sorgen. 2. Wir leben oft in Zyklen. Ich bekomme z.B. immer um Karneval herum eine Grippe. Weil ich das weiß, kann ich mich darauf einrichten und hänge das nicht so hoch.
Ich habe Menschen erlebt, die für eine ganz bestimmte Anzahl von Jahren in einer Beziehung sein können und sich dann trennen. Die Zahl sieben ist ein beliebter Rhythmus. Oft sind diese Zyklen unbewusst und es ist spannend, diese zeitlichen Abstände aufzudecken und so möglicherweise zu durchbrechen.
Bist du neugierig geworden auf deine zeitlichen Eigenarten? Wann kaufst du neue Kleidung ein? Wann wechselst du dein Auto? Wann bestellst du deine Ferienwohnung? Und wie geht es dir, wenn du deine Rhythmen nicht einhältst?
www.matthias-koenning.de

Montag, 9. April 2018

Seit ich mich auf das Nichts eingestellt habe fehlt mir nichts. (Johannes vom Kreuz)

Ich stelle mich auf das Mittagessen ein, das vor mir liegt und erwarte etwas, das mir schmeckt: einen köstlichen Salat, frisches Gemüse und einen cremigen Quark.
Ich stelle mich auf eine Geburtstagsfeier ein mit einer fröhlichen Gastgeberin, einem leckeren Essen, einer angenehmen Hintergrundmusik und lockeren Plaudereien mit netten Menschen.
Ich stelle mich ein auf einen entspannten Arbeitstag mit einem guten Maß an sinnvollen Aufgaben, einer kleinen Kaffeepause und gut gelaunten Arbeitskollegen.
Ich habe Erwartungen an das Leben. Ich wünsche mir vieles. Dafür bin ich ja auf diese Welt gekommen. Ich liebe die Fülle und die tollen Möglichkeiten. Ein wenig Paradies könnte es schon sein und lieber sogar noch ein wenig mehr vom Paradies als der Durchschnitt.
Doch wie gehe ich dann um mit den Enttäuschungen? Der Salat war nicht mehr frisch, das Gemüse verkocht, die Geburtstagsfeier langweilig, der Arbeitstag anstrengend! Wenig Paradies und mehr Hölle!
Jetzt teilt der mittlealterliche Mystiker und Theologe Johannes vom Kreuz mit mir seine Erfahrung: "Seit ich mich auf das Nichts eingestellt habe, fehlt mir nichts." Betörend logisch und herausfordernd zugleich. Ich kenne die kastilische Landschaft in der der Mystiker lebte. Karg und öde! Wer als Ordensmensch eh nichts besitzt in einer armseligen Landschaft mag sich gut arrangieren mit dem "Nichts".
Es bleibt der Stachel der unerfüllten Erwartungen und Wünsche. Ich formuliere den Vers des Johannes für mich stimmiger um dann heißt er: "Seit ich alles willkommen heiße, was Ist und mir entgegenkommt, sind die Wünsche verschwunden." Mit dieser Haltung fehlt mir auch nichts mehr.
www.matthias-koenning.de

Sonntag, 8. April 2018

14 österliche Worte: Ja!


Ich sage Ja zum Leben
Ich sage Ja zu meinen Gefühlen
Ich sage Ja zu meiner Arbeit
Ich sage Ja zu meinen Wegen
Ich sage Ja zu den Menschen, mit denen ich zusammenlebe

Ich sage Ja zu meinen Schwächen
Ich sage Ja zu meinen Schrullen
Ich sage Ja zu meinem Suchen
Ich sage Ja zu meiner Ungeduld
Ich sage Ja zu meinen Schmerzen

Ich sage Ja zu meinem Nein
Ich sage Ja zu meiner Veragangenheit
Ich sage Ja zu meiner Zögerlichkeit
Ich sage Ja zu meiner Angst
Ich sage Ja zu meiner Herkunft

Ich sage Ja zu dem, wozu ich nicht Ja sagen kann
Ich sage Ja zu dem, was noch offen ist
Ich sage Ja zu dem, was ich nie lösen werde
Ich sage Ja zu dem, was in mir gestorben ist
Ich sage Ja zu dem, was ich nicht lieben kann

Ich lasse mich anstecken von einem österlichen "Ja!"
Ich stimme ein in dieses österliche "Ja!"
Ich lasse mich mitnehmen hin zu dem österlichen "Ja!"
Ich schwinge mich ein auf das österliche "Ja!"
Ich öffne mein Hezr für dieses österliche "Ja!"

Ich sage Ja zu dir
Ich sage jetzt Ja zu dir
Ich sage dir ein willkommenes Ja
Ich sage dir ein herzliches Ja
Ich sage dir ein österliches Ja

www.matthias-koenning.de

Samstag, 7. April 2018

14 österliche Worte: Hier!


Wo schaust du hin? Wo findet das Leben statt? Lässt du dich ablenken? Wohin geht deine Aufmerksamkeit? Wo bist du gerade?

Ich höre einem Vortrag zu und bin in Gedanken beim Mittagessen. Dann bin ich bei meinem Handy. Soll ich mal neugierig nachschauen? Dann gehe ich zu meiner Wasserflasche und dann sortiere ich meine Beine neu. Ich kann nicht mehr sitzen und ich überlege mir ständig neue Sitzpositionen. Der Vortrag geht weiter.
In mir entstehen die Bilder vom Hotelzimmer, vom Weg dahin, von der Bahn, die mich dahin bringt, vom Feierabendverkehr, von einer möglichen Sauna, vom vor mir liegenden Wochenende. Ich wandere hin zu meinem nächsten Urlaubsort und zum Supermarkt und den Produkten, die ich einkaufen möchte. Ich bin überall. Überall woanders. Nur! Ich bin nicht hier!
Der Vortrag geht weiter. Ohne mich. Ich bin nämlich nicht mehr da. Ich bin weit weg. In einer anderen Welt. Ich bin nicht mehr hier!
Da taucht dieses Wort auf. Hier! Sei hier! Hier an diesem Ort. Hier bei den Menschen in der Runde und hier bei der Frau, die den Vortrag hält. Dann gehen die Gedanken wieder spazieren und die innere Stimme sagt erneut: Hier! Dann fällt mir ein: Hier will ich ja gar nicht sein! Ich wäre lieber am Gemüsestand im Supermarkt als bei den Vortrag. Mein "Hier" ist bei dem frischen Feldsalat, der vor meinem geistigen Auge auftaucht. Ich sehe den Feldsalat realer als die Frau, die den Vortrag hält. Das kann ich mit meiner Phantasie.
Aber die Stimme sagt wieder: "Hier!" Für einen Moment bleibe ich tatsächlich hier. Denn die Frau mit dem Vortrag schaut mich gerade an. Ich schaue freundlich zurück und bin jetzt hier. Ich bin hier mit meinem Körper, mit meinem Herzen und mit meinen Gedanken. Ich bin hier!
Die Jünger suchten ihren Jesus als die das leere Grab an Ostern sahen. Die Engel gaben ihnen die Botschaft mit auf dem Weg: "Er ist nicht hier." Wie erlösend muss es gewesen sein bei der Begegnung mit dem Auferstandenen: "Ich bin hier!"
Du gehst fort mit dem Körper oder mit deinen Gedanken und wenig später bist du wieder da. Ich bin hier! Genau darin besteht die Kunst des Lebens. Du übst dich darin ein, kontinuierlich im Hier zu sein.
Ich höre dem Vortrag zu und höre auf, zuzuhören. Die Worte tragen mich fort. Ich sehe die Frau an und nehme meinen Körper wahr, meinen Atem,  meine Gedanken und meinen Herzschlag. Jetzt bin ich hier!
www.matthias-koenning.de

Freitag, 6. April 2018

14 österliche Worte: Nur zu!


"Soll ich das wirklich machen?" - "Meinen Sie ich könnte das?" - "Ist das nicht zu viel?" -  "Ist das nicht zu wenig?" - "Ich bin mir so unsicher!"
So ist es! Wir sind uns oft nicht sicher. Wir wissen nicht wie die Geschichte ausgeht. Vielleicht treffe ich ja eine falsche Entscheidung. Und dann? Wir alle könnten viel erzählen von unseren Hürden und Hindernissen. Wenn wir die nicht hätten dann würden wir einfach durchs Leben stürmen. Aber da ist diese Unsicherheit. Was sind die Folgen? Kann ich das? Soll ich das? Kennst du die vielen Namen für deine Unsicherheiten? Das Wort deutet es ja schon an. Dir fehlt die Sicherheit. Du hast ein Bedürfnis nach Sicherheit. Erst mit dem Schwimmreifen springst du ins Wasser! Wirklich? Wie dick muss der Reifen sein, dass du dich traust? Wie stark muss dein Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt werden dass du dich überwindest?
Das andere Wort, das sich hinter der "harmlosen" Unsicherheit versteckt ist "Angst". Manchmal schreiben sich alle Buchstaben Groß bis Übergroß. "ANGST". Ja, wir haben Angst! Angst vor dem Ertrinken, Angst davor heruntergemacht zu werden. Angst zu verhungern. Angst, zu kurz zu kommen. Schreibe einmal eine Liste deiner persönlichen Ängste. Und wenn du wieder vor einem Hindernis stehst, dann schau dir diese Liste an und frage dich, welche Angst steckt gerade dahinter.
Ich konnte als Kind kein Bockspringen. Ich hatte tierische Angst. Ich kam da nicht drüber. Ich blieb davor stehen! Immer! Ich konnte meinen Absprung so doll abstoppen, dass der Sprung nicht einmal weh tat. Meine Angst behinderte den Sprung. Ich schämte mich dafür! Ich spürte den bohrenden Blick der anderen Kinder. Ich hörte ihr Lachen. Ich sah den ratlosen Blick des Lehrers. Die Hürde blieb erbarmungslos vor mir stehen. Irgendwann mit über vierzig Jahren bin ich noch einmal gesprungen. Und das Wunder? Ich konnte es! Einfach so und der Bock war kein Hindernis mehr.
Was hatte damals gefehlt in der Schule? Ein angstfreier Raum! Ein guter Umgang mit den Hürden und Hindernissen? Verständnis? Ermutigung? Geduld? Die richtige Methode? Ein leichter Ansporn? Vielleicht von allem etwas! Heute kommen die Menschen zu mir, die vor ihren Böcken stehen und nicht herüberkommen.
Innerlich sage ich mir selbst ganz sanft: "Nur zu!" Da gibt es den Moment wo du losläufst. Dann zögerst du so ganz eben. Der Impuls zur Bewegung ist schon gesetzt. Du hebst die Ferse leicht an. Bevor die Angst kommt und gewinnt. Also nach dem ersten Impuls und vor der stoppenden Angst braucht es etwas. Ein kleiner Stupser! Eine winzige Aufforderung! Eine kleine Einladung! Ein letzter Kick! "Nur zu!"
Die Frauen gingen am Ostermorgen zum Grab um Jesus zu salben. Vielleicht gab es da auch so einen Impuls von "Ja, das tut uns gut!" bis hin zu "Wozu das alles. Das ist doch sinnlos!" Dann gab es den Impuls: "Nur zu!" Ob es sinnvoll ist oder nicht wirst du erst herausfinden wenn du es machst. Und? Vor welcher Aufgabe stehst du gerade? Ich sage dir von hier aus: "Nur zu!"
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 5. April 2018

14 österliche Worte: Auf!


Du kannst nicht mehr! Du bist müde! Du bist erschöpft! Du hast dich verausgabt! Du bist am Ende!
Manchmal stellt sich im Leben so ein Gefühl einfach ein. Es ist zu viel auf dich eingestürmt. Du bist überfordert. Du kannst das alles nicht mehr bewältigen. Eigentlich bist du ja kein Weichei und du hast dich immer wieder auf den Weg gemacht. Komm, etwas geht schon noch!
Dann gibt es einen Zeitpunkt, da geht es eben nicht mehr! Dann musst du dich hinsetzen und eine "ewige Pause" machen. Ohne Energie im Akku läuft halt nichts mehr. Die Menschen des Karfreitags haben das hautnah erlebt. Es ist so aussichtslos! Was willst du gegen den Tod machen? Was machst du gegen den Hass? Die Hoffnungslosigkeit? Du resignierst. Du hörst auf zu kämpfen und bist nur froh, dass die Anstrengung endlich aufhört. Dann gibst du dich einfach der Erschöpfung hin.
Und dann... dann kommt erst einmal lange nichts!
Und dann... dann kommt noch immer nichts!
Die Erschöpfung kann lange und lange dauern!
Und dann? Dann kann es geschehen, das dann, wenn du es selber von dir aus gar nicht mehr willst und mit allem abgeschlossen hast, der Hauch einer Stimme zu dir dringt.  Dieser Hauch nutzt den winzig kleinen Spalt in deinem Ohr aus und flüstert: "Auf!" Und von dir? Da kommt mit tiefen Seufzer ein: "Ach nein!" Und die Stimme? Sie macht eine Pause und flüstert irgendwann wieder: "Auf!" Sie macht nichts weiter als hin und wieder ein "Auf!" zu flüstern. Und je nach der Kraft, die sich in dir entfaltet kann das "Auf!" sich steigern. Es schwingt mit dir mit! Es hört nicht auf, bis du wirklich "auf-stehst!" und gehst.
Die österliche Einladung des "Auf!" lädt dich ein mit Flüstern, Schmeicheln, Provozieren, Hauchen bis hin zum Rufen. Du kannst die Todeszone verlassen. Die Energie ist da!
www.matthias-koenning.de


Mittwoch, 4. April 2018

14 österliche Worte: Du!


"Ich brauche jemanden der mir hilft. Komm doch mal her! Du stehst doch gerade da. Hast du Zeit? Hast du gerade nichts zu tun? Dann pack doch mal an!"
Da sucht jemand eine starke Hand. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich gar nicht gemeint bin. Ich als Person bin völlig unwichtig. Meine Hände werden gebraucht und meine Kraft. Aber ich selbst? Ich bin nicht gemeint!
"Ich muss dir unbedingt erzählen von meiner Begegnung gestern im Supermarkt. Da stand ich doch an der Kasse und diese Frau drängte sich einfach vor. Sie hätte nur ein Paket Nudeln und das würde auch ganz schnell gehen. Das musste ich dir unbedingt erzählen weil ich noch so sauer bin!"
Da ärgert sich jemand. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich gar nicht gemeint bin. Wieder bin ich völlig unwichtig. Dieser Mensch will eine Geschichte loswerden. Es geht um seinen Ärger. Aber es geht nicht um mich. Ich werde nicht einmal gefragt, ob ich die Geschichte hören mag. Ich bin nicht gemeint.
Durchforste doch einmal deinen Alltag. Wenn die Kinder zu dir kommen, dein Mann, deine Frau, deine Freunde, Familie oder Nachbarn. Überprüfe einmal ob du gemeint bist. Dir werden Geschichten erzählt. Du sollst zuhören. Da will jemand etwas los werden. Aber bist du gemeint? Du selbst? Was wäre der Unterschied? Woran würdest du merken, dass diese Person dich selber meint?
Manchmal überprüfe ich das. Ich schaue die Person an und frage: "Bist du da?" Dann warte ich, ob eine Reaktion kommt. Ein Blick, ein Wort, eine Geste. "Darf ich dir etwas erzählen? Leihst du mir dein Ohr und deine Aufmerksamkeit? Danke, dass du das für mich machst. Ich mag es so gerne mit dir teilen."
Leider reden wir Menschen selten so miteinander. Wir überfallen uns mit Geschichten ohne zu überprüfen, ob das Gegenüber wirklich da ist und da sein möchte. Stell dir einen Menschen vor der dich mag. Dieser Mensch wartet geduldig bis du ihn anschaust. Nachdem eure Augen sich getroffen haben sagst du: "Du!" Du wirst in deinem Herzen spüren ob es zu einer Verbindung kommt. Dann bist du gemeint! Wirklich "DU"!
So ist das österliche "Du!" Nicht irgendjemand ist gemeint, nicht deine Hände oder deine helfende Art. Auch nicht der Mensch vor dir oder hinter dir und auch nicht ein allgemeines "Man" oder ein vereinnahmendes "Wir". "Du" in deiner Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit. Ich meine "Dich!".
www.matthias-koenning.de

Dienstag, 3. April 2018

14 österliche Worte: Jetzt!


Kennst du die Erfahrung vertröstet zu werden? Als Kind hast du deiner Mutter zugerufen: "Mama, komm mal!" Und deine Mutter hat geantwortet: "Ja, gleich!" Und dann? Sie war so beschäftigt und kam nicht.
"Gleich!" Diese Antwort habe ich schon so oft gehört beim Dialog zwischen Eltern und Kindern. In der Alltagswelt gibt es auch Vertröstungen. "Mal sehen!" "Später!" "Das müssen wir uns noch genauer anschauen!" "Da kann ich Ihnen im Augenblick gar nichts zu sagen!" "Es ist noch zu früh!" "Es ist leider schon zu spät!"
Du wirst hingehalten! Du drehst noch eine Schleife und hoffst auf eine baldige Antwort. Die Antwort kommt aber nicht. Du wartest! Warten ist ein schrecklicher Zustand. Denn in der Zeit des Wartens bist du emotional blockiert. Du kannst dich nicht auf andere Dinge konzentrieren. Du unterbrichst dein Leben und kommst dir vor wie im Nebel. Deine Lebenszeit verrinnt und du nimmst am Leben selbst nicht mehr teil. "Gleich!" ist ja eigentlich schon sehr bald. Gleich ist sehr nah dran an der Gegenwart, aber wie nah? Eine Minute? Eine Stunde? Zwei Stunden? Auf jeden Fall kürzer als "Später". Bei "Später" richte ich mich auf das Warten ein und kann in der Zwischenzeit etwas anderes machen. Aber bei "Gleich!" Das ist ein Moment, ein Augenblick, Zeit für ein Glas Wasser und den Gang zur Toilette. Aber dann? Dann muss "Gleich!" sich erfüllen.
Manchmal wird aus dem "Gleich!" aber auch ein "Jetzt!". "Jetzt mein Kind, bin ich für dich da! Dein Warten hat ein Ende. Es war nicht vergeblich! Jetzt schenke ich dir meine Aufmerksamkeit, mein Ohr und mein Herz!"
"Jetzt!" - Ein wirklich österliches Wort. Der Tote wartet auf das erlösende Wort vom Leben. Der Kranke wartet auf die befreiende Botschaft vom Heilwerden. Der sehnsuchtsvoll Liebende wartet auf die erfüllende Antwort seiner Geliebten. In das "Jetzt!" kannst du alle Anspannungen fallen lassen. Du kannst dich zurücklehnen. Du wirst etwas los, das du nicht mehr behalten musst. Du möchtest etwas sagen, teilen, loswerden, bekommen. Das "Jetzt!" erfüllt ein ganz wichtiges Bedürfnis wie Sicherheit oder Freude.
Das österliche "Jetzt!" fordert dich geradezu heraus nicht in das Gestern, in den Tod zu gehen und auch nicht in die Warteschleife des Morgen. Jetzt darfst du leben!
www.matthias-koenning.de

Montag, 2. April 2018

14 österliche Worte: Immer wieder!


Immer wieder stehst du auf wenn du gefallen bist. Immer wieder wachst du auf und beginnst deinen Tag. Immer wieder greifst du zur Zahnbürste und pflegst deine Zähne. Immer wieder richtest du deine Aufmerksamkeit auf die Menschen, die du liebst.
Immer wieder sagst du JA zu deinem Leben und triffst die Entscheidung für den heutigen Tag. Immer wieder! Woher nimmst du die Kraft dazu! Ist es dir dein unglaublich starker innerer Motor schon einmal aufgefallen? Was lässt dich immer wieder hoffen?
Ich kenne viele Menschen, die in einer verzweifelten Situation sagen: "Ich kann nicht mehr!" Dieses Gefühl kann ich sehr gut teilen. Innerlich weiß ich aber, dass der Augenblick kommt wo dieser Mensch wieder aufsteht. "Immer wieder!" Immer wieder geht die Sonne auf heißt es doch in einem Schlager. Wir Menschen geben irgendwann doch einmal auf. Irgendwann kommt der Zeitpunkt wo wir resignieren und loslassen müssen. Wenn du den Menschen, den du liebst, nicht erreichst. Wenn deine Liebe nicht erwidert wird. Dein menschliches "immer wieder" geht wirklich zu Ende. Das Aufgehen der Sonne übrigens auch.
Zugleich gibt es ein österliches "immer wieder". Das ist ewig! Immer wieder sucht Gott den Kontakt zu uns Menschen. Er sucht die Verbindung mit dir. Immer wieder! Er wird nicht müde! Er wird angetrieben von der Liebe. Die Liebe sagt das: Immer wieder!
www.matthias-koenning.de

Sonntag, 1. April 2018

14 österliche Worte: Willkommen!


Wenn ich ein Seminar besuche freue ich mich immer auf den Beginn. Ich schaue auf ein Flipchart Papier mit der Überschrift: Herzlich willkommen! Noch mehr freue ich mich, wenn das "w" groß geschrieben wird.
Übersetzt heißt es ja: Es ist mein Wille, dass du kommen darfst! Ich fühle mich eingeladen! Ich muss nicht fragen ob ich darf. Für mich gibt es einen Platz. Um diesen Platz muss ich nicht kämpfen. Er wird mir eingeräumt. Da sagt jemand zunächst einmal "Ja" zu mir.
Du bist willkommen! In deiner Familie, an deiner Arbeitsstelle, bei deinen Freunden, im Supermarkt, auf der Straße, am Bahnhof, im Kino und an vielen anderen tausenden Orten in dieser Welt. Kennst du Menschen, die den Raum betreten mit der nonverbalen Botschaft: "Entschuldigung, dass ich da bin!" Sie senken den Kopf und schauen dich nicht an. Sie entschuldigen sich ständig und stoßen dann tatsächlich irgendwo an, weil sie mit Scheuklappen herumlaufen.
Wie empfindest du dein eigenes Dasein in dieser Welt. Fühlst du innerlich dieses große und riesengroße "Willkommen"! Spürst du diese Einladung, die dich zehn Zentimeter größer macht? Die deine Körperzellen in die Ausdehnung bringt? Die dich tief durchatmen lässt? Die zu 100% gilt?
Übrigens gibt es da eine Einladung auf Gegenseitigkeit. Wenn du dich nicht willkommen fühlst dann kann es daran liegen, dass du selber das Leben nicht eingeladen hast. Schlag doch einfach mal morgen früh deine Bettdecke zurück und rufe laut: "Willkommen, schöner Tag!" Begrüße die einzelnen Teile deines Körpers, deine Dusche und deine Kleidung. Lade deine Kaffeemaschine ein zum fröhlichen Kaffeeproduzieren und rufe der Welt ein "Willkommen!" entgegen. Es ist dein Wille, dass etwas und jemand zu dir kommen darf. Du lässt jemanden oder etwas an deiner Seite sitzen. Sag willkommen zu deinen Gefühlen, seien sie angenehm oder unangenehm. Das österliche Wort des Willkommens weitet deinen Raum!
www.matthias-koenning.de