Mittwoch, 29. Mai 2013

Mein Dank an alle Nörgler!

Nörgelst du auch manchmal herum? Ein Nörgler ist laut Duden mit nichts zufrieden und übt dauernd kleinlich Kritik. Eine andere Quelle besagt, dass nörgeln ursprünglich aus dem Mitteldeutschen kommt und so viel heißt wie "undeutlich sprechen". Vielleicht kombiniert sich das ja auch. Wer den ganzen Tag damit beschäftigt ist, seine Unzufriedenheit auszudrücken, brummelt dann vor sich her und wird auch undeutlich in seiner Aussprache.
Gott sei Dank bin ich kein Nörgler, auch wenn das Wetter heute mal wieder furchtbar regnerisch ist und ich keine Lust an der Arbeit habe. Ich sollte noch durch den Regen laufen und in den Supermarkt gehen, aber dort wird es vor dem Feiertag wieder total voll werden. Das bedeutet stundenlanges Warten an der Kasse. Da triffst du dann all die Leute, die nicht wissen, wo sie ihr Portemonnaie hingesteckt haben und den ganzen Laden aufhalten mit ihrem Suchen. Dann kramen sie auch noch ewig in ihrem Kleingeld herum bis sie die passenden Münzen gefunden haben. Ich dagegen sammle die Münzen und werfe sie nach einigen Wochen in meiner Bank in den Münzsammler, wenn dieses Gerät ausnahmsweise mal funktioniert. Jetzt könnte ich noch einen langen Bericht über unser katastrophales Bankensystem schreiben, aber ich komme ja vom Nörgler ab. Wie gesagt, bin ich froh, kein solcher zu sein. Obwohl...
Ja, die Nörgler dieser Welt nerven! Manchmal gehöre ich dazu und nerve mich selbst damit. Aber wir brauchen sie, diese nörgelnden Wesen. Sie sprechen aus, was viele denken. Sie sorgen dafür, dass wir unseren Blick werfen auf die Baustellen im Alltag. Sie funktionieren so wie Abfallbehälter. Jeder Haushalt braucht so einen Platz, wo man Dinge entsorgt, die eindeutig zum Müll gehören. Ein Nörgler macht nichts anderes, als den Müll im Leben zu benennen. Unterstützen wir also die Nörgler, damit sie nicht allein ihren Dienst verrichten müssen! Nörgeln hat auch seine Qualität!
Nur, weil keiner gerne zu dieser Spezies gehört, werden seine besonderen Fähigkeiten nie gewürdigt. Ich danke heute allen Nörglern. Sie machen die Welt nicht heller, aber sie sorgen dafür, dass die Dunkelheit nicht unbemerkt bleibt.

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Dienstag, 28. Mai 2013

Vom Quengel zum Rabattjäger

Hast du schon mal darüber nachgedacht wie es jemand schafft, immer für sich Rabatte herauszuschlagen? Mir gelingt das leider kaum. Manchmal frage ich zögerlich im Laden nach einem eventuellen Preisnachlass.  Aber allein meine Ausstrahlung reicht aus, dass jeder Verkäufer eine Mine des Bedauerns aufsetzt, dass da leider nichts möglich ist.
Ich spinne mal mit dir folgenden Faden. Das kennst du! Du stehst im Supermarkt an der Kasse und vor dir quengelt ein Kind. "Mama darf ich n' Ü-Ei?" "Nein Kevin, heute nicht!" "Ooch Mamma, ich will abba!" "Nein Kevin, ich habe nein gesagt. Und dabei bleibt es!" "Ooch Mamma, ich will abba jetz n'Ü-Ei!" Das Spiel geht also hin und her und am Ende gewinnt der Quengel, so nenne ich ihn mal. Ich bin immer froh, dass ich keinen Quengel an meiner Seite habe. Hut ab für alle Mütter, die das aushalten müssen Tag für Tag. Ein Quengel (das ist ein in einen Wunsch umgewandeltes Bedürfnis) fängt häufig so an: "Mamma, darf ich noch..." In diesem Anfang liegt die Fortsetzung, bis ein Quengel seinen Quengel durchgesetzt hat. Ein Quengel braucht nichts erklären und nichts argumentieren. Es reicht die ewige Wiederholung mit leicht anderen Worten und vor allem mit einer emotionalen Steigerung des Willens. Was geschieht in Mutter oder Vater: "Wie peinlich mein Kind doch ist! Ich bin ein Versager in der Erziehung! Warum muss mein Kind nur so sein! Wie komme ich hier jetzt heil raus!"
Wenn du so denkst, hast du schon verloren. Es kostet dich Nerven, kratzt an deinem Selbstwertgefühl und verdirbt dir den Tag. Du brauchst Stunden um dein Kind wieder lieben zu können. Jetzt habe ich für dich eine frohe Nachricht. Freue dich über deinen Quengel. Aus ihm wird mal ein wunderbarer Rabattjäger. Jeden Euro, den du In erquengelten Ü-Eiern investiert hast, wirst du wiederbekommen. Schreib alle deine Ausgaben auf eine Liste auf und schenk sie deinem Kind zum 18.ten Geburtstag!
Wie wird das ein Quengler anstellen? Nun, in seiner Kindheit hat er dafür Qualitäten entwickelt. Dazu gehören Hartnäckigkeit, Durchsetzungskraft, Taubheit für Argumente und ein eiserner und unerschütterlicher Wille, das Ziel zu erreichen. Ihr Kind wird nicht eher aus dem Geschäft gehen, bis es einen Preisnachlass bekommt.
Jetzt schlägt auch deine Stunde. Du fragst dein Kind, wie hoch der Rabatt war und zeigst ihm die Quittungen von all den Ü-Eiern aus der Kindheit. Vielleicht gibt dir dein Kind nicht das Geld zurück, aber es wird dankbar sein für deine erzieherische Leistung. Du hast es geschafft, aus einem Quengel einen Rabattjäger zu machen.
Und jetzt weiß ich nicht, ob ich diesen Post wirklich ernst nehmen soll. Wenn ein Wissenschaftler dies liest bitte ich um eine ernsthafte Untersuchung. Ich habe gehört, dass amerikanische Untersuchungen von besonders hoher Qualität sind.
Also, amerikanische Untersuchungen haben gezeigt, dass quengeln in der Kindheit zwar nerv tötend für die Eltern ist, sich aber später positiv auswirkt auf die Durchsetzungsfähigkeit im Berufsleben. Geht doch, oder?

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Montag, 27. Mai 2013

Wenn der Flügel nur herumsteht!

Als wir in dieses Haus einzogen stand da noch ein alter schwarzer Flügel in der Diele. Niemand wollte ihn haben, die Tochter der verstorbenen Frau nicht und auch ncht die Musikschule. Der Flügel war verstimmt und einige Hundert Euro Investitionskosten hätte es schon gebraucht.
Ich besitze eine Klarinette aus dem "Baujahr" 1911. Ungefähr fünf Jahre lang habe ich dieses Instrument gespielt. Seit jetzt mehr als 20 Jahren liegt es im Köfferchen und ab und zu schaue ich mal rein. Ein alter Flügel und eine betagte Klarinette, die nicht mehr gespielt werden. Zum Glück "funktioniert" meine Klarinette noch.
Viele Menschen erzählen mir ähnliches: Ich habe mal gestrickt vor langer Zeit. Ich konnte mal richtig gut Tennis spielen. Ich war mal Leistungsschwimmer! Generationen von Blockflötenspielern sind in unserem Land großgeworden. Wo mögen diese Flöten nun liegen? Viele von uns investieren in der Kindheit in eine Fähigkeit und in ein Talent, das irgendwann nicht mehr gepflegt wird. Vielleicht steckten dahinter nur die verborgenen Wünsche unserer Eltern. Sie wollten mal musizieren und durften das nie.
Manchmal haben wir uns aber einfach nur weiterentwickelt und das, was wir früher mochten, ist heute nicht mehr dran. Aber wir schleppen die Dinge aus der Vergangenheit noch mit uns herum. Hast du mal deinen Keller, die Schränke oder den Dachboden durchforstet nach Relikten aus deiner Vergangenheit? Konntest du dich von ihnen trennen?
Manche sagen mir: Ich könnte ja mal wieder... Ich würde ja gerne mal wieder... aber! Eines ist klar! Wenn du zu viele Relikte aus der Vergangenheit mit dir herumträgst, kann dein Inneres schnell zu einem Friedhof werden. Räum mal auf und wirf weg oder verschenk, was du nicht mehr brauchst! Du wirst merken, so kann auch Neues zu dir kommen!

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Samstag, 25. Mai 2013

Entscheide dich für die Quelle und lass den Becher stehen!


Trinkst du noch aus einem Becher oder schon du aus der Quelle? Wir lesen viele Bücher von vielen weisen und auch nicht weisen Menschen. Kluge Bücher gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Viele Weisheiten sind darin versammelt und du könntest ein ganzes Leben damit verbringen, diese Weisheiten zu lesen und zu verinnerlichen. Und dennoch... Es ist wie aus einem Becher trinken. Du trinkst das "Weisheitswasser" eines anderen Menschen aus einem fremden Becher und weißt nicht, was mit dem Wasser geschehen ist. Es ist vermitteltes Wasser, oft kostbar und nährend, aber nur vermittelt. Du denkst als Mensch leider manchmal sehr klein von dir und schaust bewundernd auf all die weisen Menschen, die so kluge Worte zu sagen haben. Viele von ihnen waren an der Quelle und haben dort geschöpft. Dann zeigen sie dir ihren Becher und laden dich ein: Komm und trink aus diesem Becher! Du trinkst und staunst. Ja, das ist köstlich!
Die meisten Menschen bleiben bei dieser Erfahrung stehen. Sie fragen nicht nach dem Ursprung des "weisen" Wassers Bechers. Sie kommen gar nicht auf die Idee, nach der Quelle zu suchen. Sie suchen lieber den nächsten Weisen mit einem Becher klugen Wassers. Dabei wäre es viel einfacher, zur Quelle zu gehen, dort zu schöpfen und zu trinken. Es wird einen großen Unterschied machen wenn du das tust. Die Weisen der Welt wollen und können dich nur auf den Geschmack bringen. Sie machen dich vertraut mit dem, was deine Seele nährt. Aber es ist nur ein Hinweis und ein Spur. Du kannst selber die Quelle finden und von dem Wasser trinken. Diese Quelle ist nicht weit, sie ist sogar sehr nahe. Sie befindet sich in deinem Herzensraum. Geh und trink!

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Freitag, 24. Mai 2013

Spurlos verschwunden!

Manchmal verschwindet etwas spurlos. Socken verschwinden in der Waschmaschine und Pullover befinden sich plötzlich nicht mehr im Schrank. Du bist dir sicher, wo du deine Sachen abgelegt hast und auf einmal sind sie nicht mehr da. Spurlos verschwunden. Ich vermisse meinen Personalausweis. Er ist spurlos verschwunden. Ich habe alle Schubladen abgesucht und alle Jacken- und Hosentaschen gefilzt. Ich habe an jeden auch nur erdenklichen Ort nachgeschaut und jetzt blicke ich der Tatsache ins Auge. Mein Peronalausweis ist unauffindbar. Dabei steht doch darauf, wer ich bin. Mein Name, meine Anschrift, die Körperlänge und die Farbe meiner Augen. Merkwürdig, nicht wahr? Zur gleichen Zeit befinde ich mich in einer Identitätskrise. Vor zwei Jahren wusste ich noch, wer ich war. Das weiß ich im Moment nicht mehr. Ist es da nicht folgerichtig, dass sich der Personalausweis auch auflöst? Wie im Inneren so auch im Äußeren. Ich versuche, eine Weile ohne Identität auszukommen und probiere es auch mit meinem Ausweis. Wenn ich hoffentlich irgendeine Identität wiedergefunden habe wird sich auch der Ausweis einfinden.
Spurlos verschwinden Dinge und auch Menschen. Hast du schon erlebt, wie Menschen in deinem Leben spurlos verschwunden sind? Sie haben sich nicht verabschiedet und du hast auch nicht selbst Abschied genommen. Ihr habt euch nicht gestritten und nicht bewusst getrennt. Aber wenn du genau hinspürst, dann ist es doch stimmig. Es ist nicht grundlos, dass diese Menschen aus deinem Leben verschwunden sind.
Manchmal ist es gut, wenn die Dinge oder Menschen verschwinden. Wir können eh nichts festhalten. Alles im Leben ist wie Sand und zerrinnt zwischen den Fingern. Wenn etwas spurlos verschwindet gibt dir das Leben die Möglichkeit, eine Lektion zu lernen. Lasse los!


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Donnerstag, 23. Mai 2013

Sei freundlich zu Autofahrern - oder von inneren Vulkanen


Folgende Szene spielte sich ab. Ich war mit meinem Fahrrad unterwegs. An einer Ampel musste ich links abbiegen. Vor mir stand ein Auto, das auch links abbiegen wollte. Da näherte sich von hinten ein junger Mann auf einem Fahrrad und fuhr bis auf die Höhe der hinteren Sitzbank des Wagens vor mir auf. Mit seiner rechten Hand stützte er sich am Dach des Fahrzeugs ab und richtete sich aufs Warten ein. Der Autofahrer sah wohl diese Aktion in seinem Seitenspiegel, kurbelte sein Fenster herunter und schrie den Radfahrer an. "Nehmen Sie sofort die Hand von meinem Auto weg sonst vergesse ich mich!" Der Radfahrer ganz gelassen: "Schauen Sie mal genau her, ich streichle Ihr Auto nur, das ist bestimmt ganz angenehm." Er streichelte also das Auto. Der Autofahrer: "Sofort habe ich gesagt, aber sofort!" Er glühte schon vor Ärger und Zorn. Der Radfahrer: "Schauen Sie mal, ich streichle Ihr Auto noch einmal." "Jetzt steige ich aus und zeig es Ihnen!" "Ach, sind Sie vielleicht ein Autofetischist? Sind Ihnen Autos wichtiger als Menschen? Das finde ich aber schade!" entgegnet der Radfahrer mit unglaublich sanfter und freundlicher Stimme. Jetzt schrie der Autofahrer förmlich: "Sie sind das größte A.. dass mir je begegnet ist! Ich zeige Sie an!" Die Ampel springt auf grün und der Radfahrer bleibt bei seiner Freundlichkeit. "Schade, dass wir unsere Unterhaltung beenden müssen, unsere Ampel ist grün. Ihnen noch einen schönen Tag!" sprach er, huschte am Auto links vorbei und bog ab.
Was für eine Geschichte, welche Emotionen, welche Welten prallten da aufeinander. Und ich? Mein Kopf sprang an und war voller Phantasien. War der Radfahrer freundlich oder unglaublich provozierend. War er ein Ökoideologe und der Autofahrer wirklich ein Autofetischist? Wie ist es möglich, dass in so wenigen Augenblicken eine solche Ladung an Aggressivität entstehen kann?
Jeder hat, so glaube ich, seine inneren Vulkane. Manchmal sind geschickter im Deckel drauf halten und bei manchen reicht eine kleine Geste, ein "harmloses" Wort. Kennst du deine Vulkane und bist vertraut mit Ihnen? 

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Montag, 20. Mai 2013

Heißt es "Pizzeria" oder vielleicht doch "Pizzaria"?

 Vor einiger Zeit übernachtete ich in einem Hotel in Oldenburg. Dem Hotel gegenüber gab es eine "Pizzaria". Ja, du liest richtig, keine Pizzeria, sondern eine "Pizzaria". Den Namen verrate ich nicht, du wirst ihn selber herausfinden. Diese "Pizzaria" hat meinen Kopf völlig durcheinander gebracht. Der erste Impuls war: Das heißt doch Pizzeria, oder? Dann kamen mir die ersten Zweifel. Vielleicht ist das mit der "Pizzaria" doch richtig. Dort gibt es halt grundsätzlich Pizza. Eine "Pizzaria" ist ein Ort, wo es nur Pizza gibt. Vielleicht nur eine Sorte? Pizza Margarita oder heißt es Pizza Margherita? Jedenfalls führte die Konfusion im Kopf dazu, dass ich die wunderbare Fußgängerzone von Oldenburg auf und ab ging, um einen weiteren "Pizzabäckerort" oder "Pizzenbäckerort" zu finden. Ich fand so einige Pizzaorte wie ein Bistro, ein Ristorante, auch ein Restaurante und eine Trattoria. Aber keine "Pizzeria". Google verzeichnet für "Pizzaria" 196 Millionen Einträge. 
Warum erzähle ich das? Sicherlich, weil ich mich amüsierte, aber auch, weil diese Frage einfach in meinem Kopf festklebte. Wie heißt das denn jetzt? Ähnliche Erfahrungen kannst du mit Personen machen, deren Namen du vergessen hast, Hotelnamen aus deinem Urlaub, Geburtstagsdaten und vieles mehr. Auf einmal klebt da was in deinem Kopf und blockiert alle weiteren Pläne. Du hast den Eindruck, erst wenn du diese Frage geklärt hast, kann dein Leben normal weitergehen. Dabei gibt es keinen großen Blockadeunterschied, ob du nun nach der Existenz einer "Pizzaria" fragst oder nach dem Datum des Geburtstages deiner Mutter. Deinem Gehirn ist es gleich, mit welcher Aufgabe du es betraust. Gibt es einen Ausweg?
Zumindest hilft einmal tief durchatmen und sich bewusst werden, dass die Antwort doch nicht so wichtig ist. Gib deinen Gehirnzellen einfach eine bedeutsamere Aufgabe!

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Donnerstag, 16. Mai 2013

Sei ein Stellvertreter und kein Ersatzmann


Man kennt das vom Fußball: auf der Ersatzbank sitzen die Spieler, die ausgetauscht werden bei Bedarf. Sie sind Ersatzmänner. Sie sind nicht die erst Wahl. Die erste Wahl steht auf dem Platz. Die Wahl, die der Trainer getroffen hat, ist hoffentlich gut abgewogen im Hinblick auf die gegnerische Mannschaft. 
Der Papst hingegen nennt sich nicht Ersatzmann sondern Stellvertreter. Er ist der Stellvertreter Christi auf Erden. In einer Firma gibt es auch öfter einen Stellvertreter, wenn der Chef nicht erreichbar ist. Ein Stellvertreter erhält gewisse Vollmachten. Diese Vollmachten geben ihm eine eigene Würde. Er bekommt Kompetenzen und Erlaubnisse zugesprochen und hat Anteil an der Macht.
Ein Ersatzmann wird immer das Gefühl haben, nur ein Ersatz zu sein für jemand, der besser ist als er. Der Ersatzmann steht in einem Vergleich, nämlich im Vergleich besser-schlechter. Für das Selbstbewusstsein ist das nicht gerade förderlich. Der Stellvertreter weiß sich zwar im Auftrag von jemand anderem, behält aber seine Würde, wird nicht verglichen, zählt als eigenständige Persönlichkeit. 
Wie ist das so in unseren Betrieben und in der Familie? Wenn da jemand ausfällt, gibt es da Ersatz oder Stellvertreter? Bist du ein Ersatzvater oder ein Stellvertreter? Wenn du keine feste Stelle hast: Bist du in der Firma die Ersatzfrau oder eine Stellvertreterin?
Bewusstsein schafft Veränderung!

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Mittwoch, 15. Mai 2013

Spannende Atome sind da in mir


In einem Vortrag von Deepak Chopra las ich über unseren Atem. Da keine Energie verloren geht atmen wir ständig Atome ein, die vorher woanders im Universum waren. Mit einem einzigen Atemzug nehmen wir 10 hoch 22 Atome des Universums auf. Eine Million davon gehörten einst zum Körper von Christus und eine Million zu Buddha. Aber auch zu Saddam Hussein! Wie wirkt sich das wohl in in uns aus? Wenn wir dadurch zu einem Bewusstsein gelangen, dass alles miteinander verbunden ist, werden wir uns verändern! Ein Zuwachs an Liebe und Dankbarkeit. Das nehme ich heute mit in den Tag. Christus- und Buddhaatome in mir, damit könnte das doch gut gelingen, oder?

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Dienstag, 14. Mai 2013

Hilfe! Der emotionale Trittbrettfahrereffekt


Jemand hat eine gute Idee und andere machen es nach. Trittbrettfahrer haben ein gutes Gespür dafür, woher der Wind weht und springen auf den Wagen auf. Wir leben alle häufig mit dem Trittbrettfahrereffekt. Und der bremst dich in deiner Weiterentwicklung. Im Gepäck hast du Duzende solcher Wesen, die es schaffen, dein inneres Tempo in Richtung Handlungsunfähigkeit zu bringen. Habe ich dich neugierig gemacht?
Ich nenne dieses Phänomen den "emotionalen Trittbrettfahrereffekt." Was ich damit meine möchte ich an einem Beispiel deutlich machen.
Nehmen wir einmal an, du verabschiedest dich von einer Freundin mit der Vereinbarung: Wir rufen uns an. Es vergeht eine Zeit und irgendwann erinnerst du dich, dass du ja anrufen wolltest. Aber ihr habt nicht genau festgelegt, wer zuerst wann anruft. So richtest du noch eine kleine Warteschleife ein. Da kommt der erste Trittbrettfahrer und sagt dir: "Ah, dass ich immer alles so aufschieben muss! Das ist doch sehr typisch für mich. Immer diese Aufschieberei!" Dieser Trittbrettfahrer heißt "Aufschieberitis". Dann meldet sich fast sofort der nächste T.: "Das ist auch wieder typisch für dich, dass du dich dafür verurteilst, weil dir das schon wieder passiert." Dieser T. heißt nun "Selbstverurteilung!" Schon steht der Nächste auf der Matte und erzählt dir: "Es ist gar nicht gut, sich ständig selbst zu verurteilen, du solltest dich so annehmen wie du bist, das wäre besser für dich!" Wie nennen wir diesen T.? Vielleicht "Verurteiler der Selbstverurteilung!" Dann melden sich alle Trittbrettfahrer mit typischen Namen wie "du hättest", "du müsstest" und "du solltest". Schlimmstenfalls gelangst du zu der Erkenntnis: Die Welt meint es nicht gut mit dir. Die Last, die du trägst, ist einfach zu groß. Ist dir diese innere Kette bewusst?
Am Anfang stand nur eine Idee, ein Wunsch, eine Absicht. (ohne was dabei!)
Und ohne, dass du es ahnst wird diese schöne Idee zum Anfang der Kette von Verstrickungen: Aufschieberitis, Selbstverurteilung, Verurteilung der Selbstverurteilung, Selbstverurteilung für alle anderen Schattenseiten und die Verurteilung für die Selbstverurteilung.
Was und und wa hilft? Ich schenke dir hier und heute meine

Golden Seven gegen emotionale Trittbrettfahrer

1. Entwickle ein Bewusstsein für deine eigenen emotionalen Trittbrettfahrerketten! Spüre dabei die Lasten, die du Tag für Tag mit dir herumträgst und dich behindern, deinen ureigenen Weg zu gehen.
2. Sag entschieden ein inneres und äußeres Nein zu deinen Trittbrettfahrern und erlaube ihnen nicht, aufzuspringen. Wissen, dass du nur eine geringe Anzahl von ihnen steuern kannst.
3. Sollten sich zu viele von diesen Wesen angesammelt haben wirf sie alle ohne Prüfung von Bord. Du kannst davon ausgehen, dass sie Profis darin sind, dir die Wichtigkeit ihrer Existenz stets deutlich zu machen.
4. Gib deinen Trittbrettfahrern Kosenamen. Das mögen sie nicht, weil sie auf diesem Weg ihren gewichtigen Machtstatus verlieren. 
5. Spiele mit den Trittbrettfahrern. Spielen mögen sie auch nicht. Geeignete Spiele sind zum Beispiel "die Reise nach Jerusalem", um sie nach und nach loszuwerden. Die Alternative ist ein selbsterfundenes Spiel namens "Anhalter" bevor sie sich bei dir einnisten.
6. Unterschätze sie nie! Emotionale Trittbrettfahrer finden jeden Hinterausgang und kennen deine Emotionalklaviatur in- und auswendig. Das ist ihre Spezialität!
7. Versöhne dich mit der Erkenntnis: Sie gehören zu dir, aber du entscheidest, wo sie bei dir wohnen. Du bist die Herrin deines Hauses.


Ich freue mich über ein Feedback. Viel Erfolg mit den "Golden Seven"

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Montag, 13. Mai 2013

Beste Grüße!

Immer wieder erhalte ich einen Newsletter mit dem freundlichen Abschluss: "Beste Grüße". Dann folgt noch der Name ohne "Dein" oder "Ihr". Das ist ja auch gut so, denn der Verschicker des Briefes gehört mir ja nicht. Er ist nicht "Mein".
Ich stolpere über die "besten Grüße". Kann man auch "schlecht" grüßen oder sogar in der Steigerung am "schlechtesten" grüßen? Soll das irgendwie locker und dennoch zugewandt klingen mit einem Hauch von Verbindlichkeit? Ist es ein Kumpelangebot oder doch nur eine mehr oder weniger intelligente Floskel?
Mir fällt nur die Inflation der "besten Grüße" auf, besonders aus der Ecke des Internetmarketing. Ehrlich gesagt, mir gefallen folgende Grüße "besser": liebe Grüße, mit freundlichen Grüßen, herzliche Grüße, sonnige Grüße, ganz liebe Grüße oder auch ein "ich freue mich auf eine Antwort, dein/ihr".
Ich schließe heute mit herzlichen Grüßen von Matthias Könning.

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Donnerstag, 9. Mai 2013

Kinderhospiz in Olpe


Wusstest du, dass es in Olpe ein Kinderhospiz gibt? Eine wirklich beeindruckende Einrichtung. Gestern habe ich einen Vortrag darüber gehört. Damit das Hospiz zu einer Oase für Kinder und Jugendliche wird, braucht es viele Förderer und Unterstützer. Einzelpersonen, kleine Vereine und Förderkreise sammeln Jahr für Jahr Spenden, machen Aktionen und laden ein zum Nachdenken. Es geschieht so plötzlich und schnell, dass das Glück im Leben sich wendet und Familien mit einer starken Belastung klar kommen müssen. Diese Vereine unterstützen Familien in diesem Hospiz und ermöglichen so noch einige lebensbejahende und entlastende Wochen. 1.200.000 Euro werden Jahr für Jahr gebraucht und auch gesammelt. Wenn du mal etwas vom Kinder- und Jugendhospiz Balthasar hörst, schenke deine Aufmerksamkeit und Liebe dahin. Die Menschen dort können es brauchen.  Weitere Infos findest du hier http://www.kinderhospiz-balthasar.de/
Danke und Respekt für alle, die sich dort engagieren.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Hast du mich lieb?

Meine Mutter erzählt mir gerne mal was aus meiner Kindheit. Leider vergessen wir Menschen ja oft, wie wir früher als Kinder waren. Glücklich die mit einer erfüllten Erinnerung. Also meine Mutter erzählt mir immer wieder, dass ich als kleines Kind ihr die Frage stellte: Mama, hast du mich lieb? Dann hätte sie mir gesagt: Ja, Matthias, ich hab dich lieb! Darauf hätte ich dann gesagt: Mama, hast du mich wirklich lieb? Worauf sie antwortete: Ja, Matthias, ich hab dich wirklich lieb!
Es blieb nicht bei zweimal, sondern ich fragte es vier oder fünfmal. Offensichtlich hat die einmalige Zusage nicht ausgereicht. 
Als Erwachsene sagen wir das selten zueinander, wenn dann nur in der Zweierbeziehung. Dabei ist das doch eine wunderbare Frage, die du jeden Menschen stellen kannst. Hast du mich lieb? Ja, ich hab dich lieb! Das gibt Nähe und Vertrauen und wirkt wie ein Sonnenwort. Es wärmt deine Seele. Liebe Leserin, lieber Leser, ich kenne dich nicht, und dennoch... ich hab dich lieb!


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Montag, 6. Mai 2013

Im Schuhparadies


Am letzten Freitag war ich mit S im Schuhparadies. Das kam so: S  hat Schuhgröße 36. Größe 36 bedeutet in der Regel eine äußerst eingeschränkte Auswahl in den Schuhgeschäften. Da heißt es oft:da hat nichts gepasst und nichts war attraktiv genug. Doch plötzlich öffnete sich am Freitag in Essen der Himmel. Ein Schuhgeschäft mit ausschließlich reduzierten Markenschuhen. Da musste S rein. Der Himmel zeigte sich in 27 Regalreihen  mit je 12 Paar Sandalen und Schuhen in Größe 36. Ein 36iger Schuhparadies in weiß, pink, grün, gold und mehr...
So ein Paradies kommt einfach überraschend und nicht geplant. Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und dennoch ist nicht für jeden von allem genug da. Ich finde häufig nicht die Bücher in den Buchläden, die ich mir wünsche. Manche von denen sind noch gar nicht geschrieben. Ich wünsche mir ein wirkliches Buchparadies mit den Büchern, die ich gerne lese. Und ich freue mich auf das Gemüseparadies, das bald wieder im Sommer geöffnet wird. 
Es ist schön, wenn jeder und jede so sein kleines Paradies findet in welchem Bereich des Lebens auch immer. Oft entwickeln wir erst ein Bewusstsein für unsere Paradiese, wenn wir im Mangel sind. Das ist egal, ob es ein Mangel an Schuhen, Büchern oder Kleidung ist. Wenn du jedoch die Augen offen hältst, liegt dein Paradies auf einmal da zu deinen Füßen. Es gibt im Leben immer mal wieder eine Überraschung. Halte also Herz und Augen offen!

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Sonntag, 5. Mai 2013

Ich hasse dich!

Ausflug am 1. Mai. Susanne und ich radeln die Werse entlang. Eine Familie kommt uns entgegen. Ich schnappe den Satz eines Jungen auf, der zu seinem Bruder sagt: "Ich hasse dich!" Der Satz bleibt an mir kleben. Ich kann ihn nicht abschütteln. Der Satz verfolgt mich und ich frage mich, warum kann ich ihn nicht loslassen. Er gehört nicht mir, er gehört dem Jungen und seinem Bruder.
Würden wir Erwachsene das so sagen können, frage ich mich? Ich hasse dich! Wie viel muss bei einem Erwachsenen an Wut, Enttäuschung und Frust zusammenkommen, dass er zu einem anderen Menschen sagt: "Ich hasse dich!"
Dennoch. Ich bewundere den Jungen und alle Kinder. Sie schreien heraus, was gerade jetzt in diesem Augenblick da ist. Jetzt ist es raus und dem Jungen ist es egal, wer es hört und was andere jetzt über die zwei Brüder denken. Und - es ist ein uraltes Thema, dass Brüder sich hassen. Das war schon bei Kain und Abel so. Die beiden Brüder werden sich auch wieder vertragen.
Jetzt streife ich diesen Satz hier in diesem Text ab und hoffe, dass dieser Satz nicht an dir klebt. Falls doch, könntest du ein Thema damit haben.


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p.s. ich habe auch einen Bruder. Als Kinder haben wir uns "leidenschaftlich" gestritten.


Mittwoch, 1. Mai 2013

Warte nicht, komme an!


Heute ist der 1. Mai. Karin hat heute in Beckum den "Wartesaal" eröffnet. Ein wunderbares Café und Bistro in Beckum. Früher war es ein Bahnhof, heute soll dort ein Busbahnhof entstehen. Auf die Fertigstellung warten noch alle. Karin hat mit der Eröffnung nicht gewartet. Obwohl dort noch kein Bus abfährt vor ihrer Haustür, können Menschen diesen Ort besuchen und sich dort stärken.
Warte nicht, sondern komme an! Das fällt mir dazu ein. Wir warten oft darauf, dass irgendetwas irgendwann eintrifft, damit wir dann darauf reagieren können. Warten macht passiv, lähmt, ermüdet und führt manchmal zur Resignation. Warte nicht, sondern komme an!
Warte im Supermarkt nicht an der Kasse, bis du dran bist zum Bezahlen, sondern studiere die Menschen vor dir, schau in deren Einkaufswagen, betreibe Studien über die Freundlichkeit der Kassiererin, überleg dir ein Geschenk für den nächsten Geburtstag, aber warte nicht.
Warte nicht beim Arzt, sondern suche gezielt nach leckeren Rezepten in seinen für dich kostenlosen Zeitschriften. Keine davon brauchst du kaufen und alle stehen dir zur Verfügung. Wenn du schon beim Arzt bist, kannst du etwas für deine Gesundheit tun, bis du dran kommst. Mache Augenübungen, Mudras (bestimmte Fingerhaltungen) oder verwende gezielte Atemtechniken.
Warte nicht in der Schlange vor dem Abflug, sondern höre den Menschen vor dir zu, wie sie sich über ihren Urlaub freuen. Finde heraus, in welches Hotel sie ziehen und merke es dir für deinen eigenen Urlaub.
Warte nicht, komme an! Sei einfach! Carpe Diem! Besuch mal Karin in ihrem Wartesaal. Es wird noch ein wenig dauern, bis dort die ersten Busse abfahren. Sie hat in ihrem Angebot leckere Brötchen und frischen Kaffee. Und vor allem ein freundliches Wort für dich. Dort brauchst du nicht zu warten!

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Die Kraft des Anfangs und frische Brötchen

Heute Morgen machte ich eine interessante Erfahrung. Frische Brötchen sollten auf den Tisch. Alle Zutaten für die Brötchen kamen um 6.00 Uhr in den Brotautomaten. Eigentlich wollte ich ja ausschlafen bis .... Aber die Entscheidung, um 6.00 Uhr den Brotautomaten anzustellen, hatte Folgen. Jetzt war ich doch wach und konnte die Zeit nutzen. Die Betten abziehen und mal eben in die Waschmaschine tun. Heute soll die Sonne scheinen und die Bettwäsche wird am Nachmittag trocken sein. Mal eben so nebenbei einen Kartoffelsalat machen für den Maiausflug und den Müll leeren. Frühstück vorbereiten und so dieses und das noch machen. Jetzt ist es 9.47 Uhr und ich habe das Gefühl, schon ein ganzes Tagewerk vollbracht zu haben. Alles nur, weil ich mich entschied, um 6.00 Uhr den Brotautomaten für den Hefeteig anzustellen. Alles Folgende war nicht geplant.
Fazit: Beginne mit irgendetwas, das dir Freude bereitet. Einmal in dieser Energie kannst du einfach viele Dinge für den Tag mitnehmen.
Übrigens: die Brötchen waren köstlich. Das Rezept: 500g Mehl (bei mir Dinkel), ein Päckchen Trockenhefe, zwei Teelöffel Zucker, 1Teelöffel Salz, 75 g Butter, 250 g Sahne, ein Eigelb. Alles in die Maschine. Anschließend den Teig "veredeln" mit 100g getrockneten und klein geschnittenen Aprikosen und drei Esslöffel gehackte Walnüsse. Alles bei 200 Grad für 20-25 Minuten in den Ofen.


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