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Mittwoch, 31. Oktober 2018

Ich funktioniere nur unter Druck gut. Kann mich mal jemand drücken?!


Funktionierst du gut unter Druck? Ich gehöre zu den Menschen, die besser funktionieren, wenn es druckfrei ist. Wenn ich tief durchatmen kann. Wenn ich genug Zeit zur Verfügung habe. Und wenn ich tiefenentspannt bin. Ich brauche keinen Druck, um meine Arbeit gut erledigen zu können.
Manche können scheinbar erst unter Druck richtig gut arbeiten. Ich vermute das so alte Muster aus der Erziehung. Wenn die Eltern ordentlich Dampf machen, dann kommt das Kind aus dem Quark.

Der Spruch auf der Postkarte kehrt da etwas wunderbar um. Druck mach eng. Druck schränkt ein. Druck macht eben Druck und Angst. Was hilft, wenn es drückt? In den Kontakt gehen! Sich mit jemanden verbinden. Einen Freund an der Seite spüren. Wieder durchatmen können. Wenn dich jemand drückt, dann will er ja nicht erdrücken oder Druck ausüben, sondern dich entlasten. Du bekommst eine Schulter, damit du etwas loswerden kannst.

Ich wünsche dir jemanden, der dich sieht, wenn du unter Druck stehst. Jemand, der dich bewusst entschleunigt. Dich wieder in den Kontakt mit dir selber bringt. Mit deinen Wünschen und Bedürfnissen. Magst du eine Umarmung? Gerne!
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Montag, 29. Oktober 2018

Es ist besser, das zu überschlafen was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast. (Igbo)




Bevor du eine Entscheidung triffst, von der Glück oder Unglück anderer Menschen abhängt, schlaf mal eine Nacht drüber. Nicht alles muss sofort entschieden werden. Bedenke alles, wiege es hin und her und dann lass es wieder los. Schiebe es in den kosmischen Brutkasten und belass es dort für eine Weile.
Wenn du zu schnell handelst und dabei Menschen verletzt oder kränkst, nur weil du es zu eilig hattest, musst du den Preis der schlaflosen Nächte zahlen.
Die Art deiner Nächte kann ein wichtiger Hinweis sein, wie gelassen du mit deinem Leben umgehst. Kannst du gut loslassen? Deine Gedanken, deine Pläne, dein möglicherweise schlechtes Gewissen?

Es ist besser, das zu überschlafen, was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast.

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Samstag, 27. Oktober 2018

Wenn dich das Leben tritt, nutze den Schwung!

Niemand lässt sich gerne treten! Du möchtest nicht, dass jemand über dein Leben bestimmt. Dich irgendwohin treibt, wo du nicht hin möchtest. Du möchtest dein Leben selbst bestimmen. Und wo du stehst, da stehst du! Da ist dein Platz!
So ist es. Du gestaltest deinen Alltag. Du verdienst Geld und kaufst dir etwas dafür. Du heiratest und richtest dir eine Wohnung ein. Du setzt Kinder in die Welt und siehst dich als einen Teil der Gesellschaft. Du gehörst dazu. Du hast dein Schicksal freiwillig so gewählt und bist damit zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. Da darf dich niemand so einfach treten und dich da verdrängen.
Leider ist das Leben manchmal anders. Du hörst von der Erkrankung der Nachbarin und bedauerst sie. Zugleich denkst du: "Gott sei Dank nicht ich!" Und schon einen Moment später bekommst du einen Tritt. Vielleicht keine Krankheit, aber ein kaputtes Auto und gleichzeitig fehlendem Kapital. Du bekommst einen Tritt und spürst das deutlich. Es tut weh! Du möchtest diese Tritte vermeiden und schaffst es manchmal nicht. Schließlich hast du nicht überall deine Augen. Vor allem nicht hinten. Die Schicksalsschläge kommen ja in der Regel nicht von vorne, sondern eher überraschend von hinten. Da machst du nichts mehr.

Wenn es nun einmal so ist, dass das Leben dich tritt, dann kannst du neben dem Negativen auch das Positive nehmen. Und was ist das Positive? Wenn du einen Tritt bekommst, wirst du mit Energie versorgt. Du bewegst dich. Nicht freiwillig! Aber du bewegst dich. Du kannst den Schwung nutzen, um dich vorwärts zu bewegen. Die fernöstlichen Kampfsportarten leben davon. Du nimmst fremde Energie auf und lenkst sie um. So kommst du nicht zu Schaden und gewinnst jeden Kampf. Allerdings finde ich es ganz gut, wenn die Tritte nicht zu häufig kommen und dass genügend Zeit bleibt, sich vom Schmerz zu erholen und den Vorwärtsdrall positive zu nutzen.
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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Was für eine Wohltat wäre es nicht, die Ohren so leicht verschließen und öffnen zu können, als die Augen! (Georg Christoph Lichtenberg 1742 - 1799)

Lichtenberg gefällt mir. Wenn ich das Elend der Welt nicht mehr sehen möchte schließe ich die Augen. Es wird dunkel und stille in kann in mir einkehren. Wir sind augenmäßig völlig überreizt. Immer neue Sinneseindrücke. Alles in rasendem Tempo. Wie viele Impulse nehmen wir Tag für Tag über unsere Augen auf. Aber irgendwann kann ich die Augen schließen und alles stoppt. Kein Licht dringt mehr nach innen. Mein ganzes System kann sich erholen. Es geht ganz leicht. Ich muss nur wenig dafür machen und ich habe es selber in der Hand. Einfach die Augen schließen. Zehn Sekunden reichen schon aus, um einen Unterschied zu machen. Schließe doch jetzt mal einfach für einen Moment deine Augen und mache eine Sehpause. Welch eine Wohltat, nicht wahr?

Mit den Ohren geht das nicht. Von Anfang unseres Lebens an bis zum Schluss hören wir. Auch in der Nacht. Es sei denn, wir haben Ohropax. Aber natürlicherweise können wir nicht aufhören zu hören. Wenn du es still haben willst, musst du dich zurückziehen und die Türen und Fenster schließen. Du kannst so gut für dich sorgen, dass es still wird. Aber du kannst nicht eigenständig deine Ohren verschließen. So mal eben für einen winzigen Augenblick.

Wenn ich an Besprechungen teilnehme kommt immer wieder so ein Moment, Ah, das tut gut!" Ich war mal auf einer Weiterbildung, da erklang jede Stunde ein kleiner Gong. Alle schwiegen für eine Minute bis der Gong wieder ertönte. Jede Stunde!
wo ich das gerne könnte. Die Ohren verschließen und keine Stimme mehr hören. Keine Bitten und keine Appelle. Keine Schmeicheleien mehr und keine Vorwürfe. Für einen Moment so tun können, als sei niemand mehr da. Den eigenen Herzschlag spüren und gut mit sich sein. Viele Stimmen und und viel Lärm können manchmal sehr belastend sein. Die Augen schließen geht immer - aber für die Ohren muss ich aktiv sorgen. "Können wir mal alle für einen Moment den Mund halten und schweigen?" "

Wie sähe dein Leben mit einer solch kleinen Unterbrechung aus? Du würdest an jedem lauten und belebten Ort in der Welt für eine Minute schweigen. Die Welt würde still stehen und ein Pause machen. Zeit zum Nachdenken. Wieder aufmerksam werden für das, was wichtig ist. "Ah, die Pause!" "Hören" wir auf und in uns hinein!
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Montag, 15. Oktober 2018

Es gibt Menschen, die reden soviel, dass sie sich auch selbst noch ins Wort fallen. (Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799)


Wie wunderbar er das er erkannt hat, der Herr Lichtenberg. Als hätte er es mir über die Jahrhunderte hinweg direkt ins Ohr geflüstert.
Manchmal muss ich beruflich etwas einem anderen Menschen erklären. Ich habe eine Idee und teile diese Idee. Doch während ich spreche kommt mir noch ein anderer Gedanke, den ich viel hilfreicher finde. Dann weiß ich nicht, ob ich meinen "alten" Gedanken fertig sprechen soll oder doch lieber schon mit dem neuen anfangen könnte. Das ist der Augenblick, wo ich mir dann selber ins Wort falle. Hilfreich ist das dann nicht, weil mein Gegenüber mich fragend anschaut nach dem Motto: "Wovon spricht der überhaupt?"
Kennst du das auch, dass du jemandem zuhörst und dir denkst: "Warum verstehe ich den jetzt nicht?" Dein Gegenüber fängt mit einem Satz an und fügt etwas ein und fügt noch etwas ein und du hältst den ersten Satz noch eine Weile fest, bis du nicht mehr kannst. Die Einfügungen hast du aber nur zur Hälfte mitbekommen, weil du ja noch am ersten Satz festklebst. Zwischen diesem ersten Gedanken und den Einfügungen fällst du dann irgendwie in ein Loch und bekommst gar nichts mehr mit. Da ist einfach jemand da, und der spricht. Und du weißt nicht, was er von dir will.
Manchmal kannst du so einen Menschen zum ersten Gedanken zurückführen: "Was war noch mal dein Anliegen? Worüber wolltest du eigentlich genau mit mir sprechen? Kann ich jetzt etwas für dich tun?" Du kannst aber auch die Zeit für dich nutzen und dir vorstellen, dass du in diesen Wörtern badest. Der Inhalt wird nicht so wichtig sein, aber du kannst die Nähe dieses Menschen genießen und würdigen, dass er mit dir sprechen möchte. Du kannst aufmerksam hinschauen und nicken. Auch so kann man sich verstanden fühlen!
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Samstag, 13. Oktober 2018

Auch schwarze Schafe wollen kuscheln!


Es gibt Menschen, die signalisieren mir: "Ich bin für niemanden wichtig. Keiner wird mich vermissen, wenn ich nicht mehr da bin. Ich habe keinen richtigen Freund. In der Familie bin ich immer außen vor. Am Arbeitsplatz habe ich den Eindruck, dass die Kollegen mir aus dem Weg gehen."
So nach und nach entwickeln sie eine "schwarzes Schaf" - Identität. Sie empfinden sich so und werden auch von außen so betrachtet. Es ist müßig zu fragen, was war zuerst. Die Selbstwahrnehmung oder die Definition von außen. Nun, ein wenig schwarzes Schaf sind wir alle. Jeder gehört in einer Gruppe mal nicht so ganz dazu. Du weißt mal nichts zu dem Thema, das gerade läuft. Du fühlst dich im Moment nicht wohl. Dich plagen Sorgen, die du nicht teilen magst. Du hast gerade ein depressives Gefühl. Nicht alle Kollegen am Arbeitsplatz mögen dich immer und nicht alle Familienmitglieder lieben dich rund um die Uhr. Du magst ein noch so weißes Schaf sein - deine schwarzen Flecken sind dennoch vorhanden.
Es ist gut und entlastend, wenn du dich damit einverstanden erklärst. Du bist, wie du bist!
Zugleich kann es sein, dass du ein scharzes Schaf entdeckst. Solche schwarzen Schafe haben ja stets den Blick: "Niemand mag mich! Ich bin einfach nicht liebenswert!" Glaub diesem Blick nicht! Glaub nicht den Gesten und Worten! Ich habe einen Kartenspruch gelesen. Dort heißt es: "Auch schwarze Schafen sind zum Kuscheln!" So ist es! Die sogenannten schwarzen Schafe haben trotz des geringen Selbstwertgefühles eigentlich den Wunsch und die Sehnsucht danach, bekuschelt zu werden. Das ist leider nicht immer so leicht, wenn sie auch noch Stacheln besitzen und eher einem Igel gleichen als einem Schaf. Aber auch Igel wollen eigentlich bekuschelt werden. Sie wollen dich im ersten Moment abwehren nach dem Motto: "Ich brauche niemanden. So kann ich auch nicht enttäuscht werden!" Aber ganz tief in ihrem Herzen möchten sie auch ein paar Kuscheleinheiten. Bleib einfach dabei! Lass dich nicht sofort zurückweisen. Sei einfach verständnisvoll und was geht, geht. Was nicht geht - geht halt nicht. Und das ist auch in Ordnung!
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Freitag, 12. Oktober 2018

Vom Zuschauerraum auf die Bühne und zurück


 
Wenn es einen Zuschauerraum gibt, dann existiert auch eine Bühne. In einem Zuschauerraum versammeln sich die Menschen, die bei einer Sache zuschauen. Die Plätze sind verteilt. Auf der einen Seite wird aktiv etwas gemacht. Auf der anderen Seite schaut man zu. Die eher aktive Seite und die eher passive Seite. Aber beide Seiten bedingen sich gegenseitig. Ohne ein Schauspiel ist der Zuschauerraum ein Raum wie jeder andere. Erst durch die Anwesenheit von Zuschauern erlangt dieser Raum seine Funktion. Das Schauspiel benötigt den Zuschauer, sonst wird es nicht bemerkt. Ein Theaterstück ohne Zuschauer muss ausfallen. Darum ist der Zuschauer ein höchst aktiver Mensch. Er sitzt und richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf das Schauspiel.
Vielleicht wäre es gut, beide Positionen zu kennen. Du möchtest an dem Schauspiel teilnehmen? Weil es dich fesselt? Weil du dir eine andere Handlung wünschst? Weil die Schauspieler ihr Geschäft nicht verstehen? Oder möchtest du lieber zuschauen? Von außen und in Sicherheit?
Im Leben ist es hilfreich, in beiden Teilen zuhause zu sein. Wenn du zu sehr in deinem Spiel auf der Lebensbühne negativ vertieft bist, kannst du eine Pause machen und in den Zuschauerraum wechseln. Von dort aus kannst du deine Position überdenken und neue Entscheidungen treffen. Dann kehrst du ins Spiel zurück und bist kraftvoll und neu entschieden. Die Kunst besteht im Wechsel. Hinein und hinaus um wieder hineinzugehen.

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Donnerstag, 11. Oktober 2018

Trotzdem vorwärts kommen!

Niemand lässt sich gerne treten! Du möchtest nicht, dass jemand über dein Leben bestimmt. Dich irgendwohin treibt, wo du nicht hin möchtest. Du möchtest dein Leben selbst bestimmen. Und wo du stehst, da stehst du! Da ist dein Platz!
So ist es. Du gestaltest deinen Alltag. Du verdienst Geld und kaufst dir etwas dafür. Du heiratest und richtest dir eine Wohnung ein. Du setzt Kinder in die Welt und siehst dich als einen Teil der Gesellschaft. Du gehörst dazu. Du hast dein Schicksal freiwillig so gewählt und bist damit zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. Da darf dich niemand so einfach treten und dich da verdrängen.
Leider ist das Leben manchmal anders. Du hörst von der Erkrankung der Nachbarin und bedauerst sie. Zugleich denkst du: "Gott sei Dank nicht ich!" Und schon einen Moment später bekommst du einen Tritt. Vielleicht keine Krankheit, aber ein kaputtes Auto und gleichzeitig fehlendem Kapital. Du bekommst einen Tritt und spürst das deutlich. Es tut weh! Du möchtest diese Tritte vermeiden und schaffst es manchmal nicht. Schließlich hast du nicht überall deine Augen. Vor allem nicht hinten. Die Schicksalsschläge kommen ja in der Regel nicht von vorne, sondern eher überraschend von hinten. Da machst du nichts mehr.
Wenn es nun einmal so ist, dass das Leben dich tritt, dann kannst du neben dem Negativen auch das Positive nehmen. Und was ist das Positive? Wenn du einen Tritt bekommst, wirst du mit Energie versorgt. Du bewegst dich. Nicht freiwillig! Aber du bewegst dich. Du kannst den Schwung nutzen, um dich vorwärts zu bewegen. Die fernöstlichen Kampfsportarten leben davon. Du nimmst fremde Energie auf und lenkst sie um. So kommst du nicht zu Schaden und gewinnst jeden Kampf. Allerdings finde ich es ganz gut, wenn die Tritte nicht zu häufig kommen und dass genügend Zeit bleibt, sich vom Schmerz zu erholen und den Vorwärtsdrall positive zu nutzen.
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Mittwoch, 10. Oktober 2018

Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten. Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799)


Kennst du auch Menschen, die keine Zeit haben. Die so beschäftigt sind? "Schön, dass du mich fragst und ich würde dir auch gerne helfen. Aber ich bin so beschäftigt! Ich habe so viel zu tun! Das kann ich leider nicht auch noch zusätzlich machen. Frage mich mal in vier Wochen wieder!"
Ich bin dann immer verblüfft, wie wenig Zeit manche Menschen haben. Georg Christoph Lichtenberg hat einen Verdacht: Die keine Zeit haben, tun am wenigsten. Wie kommt der da drauf? Meint er damit die Menschen, die immer nur reden? Die viel Zeit damit verbringen, sich zu erklären? Sich zu rechtfertigen? Sich zu entschuldigen? Etwas schön zu reden? Ich kenne Menschen, die nicht viel reden, aber schnell ganz viel erledigen. Du zählst bis drei und schon ist alles aufgeräumt. Kein Lamentieren und keine Zeit vertrödeln mit überflüssigem Reden.
Ich kenne auch Menschen, die habe ich im gleichen Verdacht wie Herr Lichtenberg aus dem 18. Jahrhundert. Die wollen viele Dinge einfach nicht machen. Geben es aber nicht zu. Sie brauchen aber viel Zeit, sich herauszureden. Reden als Ersatz für machen. Ich kenne solche Menschen, da frage ich mich, was die eigentlich den ganzen Tag so machen, wo sie doch keine Zeit haben. Manche davon kommen einfach zu nichts. Ich habe als junger Mensch einmal Nachhilfreunterricht gegeben. Dabei war ein Junge, der brauchte eine halbe Stunde, bis er bereit zum Arbeiten war. Noch ein Glas Wasser holen, sonst konnte er sich nicht konzentrieren. Noch mal auf die Toilette. Die Papiere sortieren und zurechtrücken. Dann stimmte das Lichtkonzept nicht und es war zu warm oder zu kalt. Der Stuhl war noch nicht bequem genug oder er war gerade mit einer ganz anderen Sache beschäftigt und musste das ganz schnell noch erledigen. Eine halbe Stunde - für nichts! "Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten."
Kennst du das auch, dass du dich am Abend hinsetzt und über den vergangenen Tag nachdenkst und feststellst, dass du keine Zeit hattest und zugleich nichts gemacht hast? Du bist in irgendeinem Loch versackt und hast keine Bewusstheit davon, wie du da hingelangt bist.
Wenn du etwas tun möchtest brauchst du dafür Zeit. Du musst dich entscheiden, wofür du deine Zeit verwendest. Bist du Sklave/Sklavin oder Herr/Herrin deiner Zeit? Finde in dir die schöpferische Kraft! Du gestaltest dein Leben und niemand sonst!
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Dienstag, 9. Oktober 2018

Nichts kann mehr zu einer Seelen-Ruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat. (Georg Christoph Lichtenberg)


Ist Frau Merkel gut für Deutschland?
Ist sie es noch oder war sie es einmal?

Ist es gut, Schulden zu machen und alles zu "besitzen", was im Leben Freude bereitet?
Ist es doch besser, wenn man nur wenig hat, auch mit dem Wenigen auszukommen?

Wer bietet die besseren Produkte an: Lidl oder Aldi?
Oder gehe ich noch besser zum Rewe oder zum Edeka?

Ist die Kirche gut für den Menschen oder doch eher schädlich?
Sollte man überhaupt einer Religionsgemeinschaft angehören?

Jetzt kannst du dir eine Meinung bilden über diese Fragen. Du kannst dir aber auch eine Meinung bilden über die Qualität von Hotels im Urlaub, die Marke deiner Jeans, die politische Einstellung von Trump und den Ausbau der Autobahnen in Deutschland. Du kannst dir über alles eine Meinung bilden. Je mehr du "meinen" musst, desto höher steigt dein Adrenalinpegel!
Du kannst aber auch darauf verzichten, etwas zu meinen. Wenn du keine Meinung hast bekommst du auch kein Ärgergefühl und keine Traurigkeit. Du fühlst dich irgendwie neutral. Und wenn du dir vorstellst, dass du auf deinem Sterbelager liegst, dann könntest du denken: "Im Moment finde ich alle diese Fragen gar nicht wichtig. Ich liege hier und gehe bald. Nur das ist wichtig!" Aber auch da noch könntest du dir eine Meinung bilden. "Gibt es ein Leben nach dem Tod oder keines?" Das Nachdenken über diese Frage kann dich wieder aus der Ruhe bringen. Sehr schlau, was Georg Christoph Lichtenberg schon im 18. Jahrhundert herausbekommen hat. "Nichts kann mehr zu einer Seelen-Ruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.
Wenn ich nichts mehr meine, bin ich nicht im Kopf und in meinen Gedanken. Ich verhindere schlechte Gefühle und damit verbunden Adrenalin und Cortisol. Das wäre sicherlich manchmal sehr hilfreich, wo doch heute alles zu allem irgendeine Meinung haben. Aber ganz ohne Meinung zu irgendetwas ist auch nicht hilfreich. Dann könnte ich ja schon tot sein. Ein bisschen Aufregung tut dem Kreislauf gut und ich weiß dass ich noch lebe und Gefühle habe. Die Kunst besteht für mich darin, nach der Meinung diese wieder loszulassen und sich dessen bewusst zu sein, dass es nur eine Meinung ist. Und du kannst dich bewusst entscheiden, auch mal keine Meinung zu haben - wegen deiner Seelenruhe! Wenn dich also jemand fragt: "Wie findest du die Merkel?" - könntest du antworten: "Ich bin gerade so schön in meiner Seelenruhe darum meine ich mal im Moment dazu nichts!"

Montag, 8. Oktober 2018

Immer schön Kopf hoch, damit das Krönchen nicht fällt!

Jawohl, immer schön Kopf hoch! Sich nicht gehen lassen! Haltung bewahren! Sich nicht unterkriegen lassen! Das Leben geht weiter! Das stimmt total! Und es ist total bescheuert!

1. Variation: Es stimmt nicht! Du liegst am Boden, weil du enttäuscht bist. Du hast keine Lust mehr. Es ist viel zu anstrengend. Du bist in einer Krise und weißt keinen Ausweg. Du kannst einfach nicht mehr. Punkt. Und fertig. Es muss auch mal erlaubt sein, liegenzubleiben! Wenn es halt einfach nicht mehr geht. Ohne Diskussion und ohne weiteres Gelaber! Ohne Aufmunterungen, weil sie dir auf die Nerven gehen! Immer diese Schönredner. Die sind noch nie im Sumpf gewesen! Jedes ihrer "schönen" Worte treibt dich noch mehr in die Depression. Die Krone, die gefallen ist, rutscht in immer weiterer Ferne. Außerdem ist es ganz gut, sich manchmal in seinem Elend zu suhlen. Nicht wahr?

2. Variation: Es stimmt! Du bist verantwortlich für dein Leben! Niemand sonst. Auf wen wartest du? Wer soll dich jetzt schon wieder retten? Es ist schlimm, aber nicht so schlimm als das du nicht wieder aufstehen könntest. Etwas geht noch. Wenn nicht jetzt, dann aber bestimmt in ein paar Mintuten. Oder in ein paar Stunden oder in ein paar Tagen. Irgend etwas wird irgendwann wieder gehen. Niemand schafft es, so lange am Boden liegen zu bleiben bis der Tod eintritt. Irgendwann stehst du auf. Du bist fertig mit deinen Elendsgefühlen. Du bist erschöpft vom Heulen. Du findest jede Alternative besser als liegen zu bleiben. Durch eine Krise musst du nur hindurch. Das ist der Sinn. Nicht drin stecken bleiben.

3. Variation: Es stimmt und es stimmt nicht! Und es stimmt beides zugleich! Alles zu seiner Zeit! Und jeder ist da anders! Wenn du aufhörst zu werten darf alles so kommen, wie es kommt. Du fällst und bist fertig. Dann ist das so. Oder du stehst auf, weil du ein Aufsteher bist. Dann ist das auch so. Es ist dein Leben und du entscheidest, wie du es machst, oder?

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Samstag, 6. Oktober 2018

Nie wieder!


Du hast dir die Finger verbrannt? Du bist tief enttäuscht? Du bist so enttäuscht, dass das „Nie wieder...“ auf die Welt kam? Es kam in deine Welt. Nie wieder möchtest du dir die Finger verbrennen. Nie wieder darf dich jemand so verletzen! Nie wieder wirst du vertrauen! Nie wieder wirst du dein Herz öffnen!
Ich war vor vielen Jahren in Indien und habe dort meinen Urlaub verbracht. In der letzten Woche bekam ich eine starke Infektion und verbrachte nach der Reise drei Wochen in einer Klinik. Meine Haut bestand nur noch auch schmerzenden Eiterblasen. Nie wieder wollte ich nach Indien reisen. Allein der Gedanke  daran verursachte mir Ekel, Angst und Abwehr. Viele Jahre konnte ich auch hier kein indisches Restaurant besuchen. Nie wieder wollte ich etwas mit diesem Land zu tun haben, das mich gefühlt an den Rand des Todes gebracht hatte.
Darum kann ich das „nie wieder...“ gut nachvollziehen. Der Schmerz muss nur tief genug sitzen. Das „Nie wieder...“ folgt einem tiefen und eindrucksvollen Erlebnis. Bei mir führte es zu der Folge, dass ich nie wieder nach Indien wollte. Ich war auch nie wieder in Indien. Aber immerhin habe ich meine Phobie bezüglich eines indischen Restaurants überwunden. Manchmal lasse ich mich überreden und kann dort sitzen und essen. Der Ekel, die Angst und die Abwehr machen sich bemerkbar und behindern mich, aber nicht mehr so, dass ich völlig blockiert werde. Ich kann mich begrenzt auf Indien einlassen. Mein „Nie wieder...“ bröckelt seit einiger Zeit.
Nie wieder lieben? Nie wieder eine Freundschaft? Nie wieder einem Menschen vertrauen? Dann kannst du gleich mit dem Leben aufhören, oder? Wenn du für alle Lebensbereiche ein „Nie wieder...“ aussprichst kannst du dir gleich einen Sarg bestellen. Nie wieder leben!
Wie könnte eine Umkehrung aussehen? Vielleicht musst du nur ein wenig von dem „Nie“ zurücknehmen. Etwa so: „Im Augenblick, zur Zeit kann ich nicht vertrauen. Ich trage noch die schlechten Erfahrungen in mir. Vielleicht sieht meine Welt morgen aber schon ein wenig heller aus. Jetzt gerade mag ich nicht mehr.“ Wenn du so denkst machst du deutlich, dass du gerade ein schlimmes Erlebnis hattest, aber du machst daraus kein Drama oder sprichst ein Todesurteil. Du behältst dir selber die Freiheit vor, morgen anders zu denken. Heute nicht mehr aber morgen vielleicht!
Du weichst dein „Nie wieder...“ auf, weil es für dich einen höheren Wert gibt. Die Liebe darf noch eine Chance bekommen. Das Vertrauen ist auf die Dauer heilsamer für dich und führt dich in eine höhere Kohärenz als die Enttäuschung und das Misstrauen. Anderenfalls müsstest du ständig dein „Nie wieder...“ bedienen. Deine Körperhaltung wäre voller Abwehr und Widerstand. Deine Umwelt würde denken: „Mit diesem Menschen ist es echt schwer auszuhalten. Ständig diese negativen Sätze, diese feindliche Ausstrahlung.“ Und du bekämest daraufhin deine fortwährende Bestätigung: „Habe ich doch gewusst, dass ich nicht vertrauen oder lieben darf. Ich werde nur enttäuscht.“
Dein neuer Gedanke könnte also lauten „Immer wieder gebe ich der Liebe und dem Leben eine Chance. Niemand wird es schaffen, mich ganz aus dem Vertrauen herauszuwerfen. Ich komme wieder, auch wenn ich enttäuscht bin. Ich gönne mir eine Auszeit und pflege meine Wunden. Und dann bin ich wieder da! So oft ich kann...“

Freitag, 5. Oktober 2018

Ich habe mich so bemüht!



Ich musste einmal einen Vortrag im Kindergarten halten über religiöse Erziehung im Kleinkindalter und habe dafür viele Bücher gelesen. Ich habe mich hineingewühlt in Religionspädagogik und kindgerechter Gebetspraxis. Ich habe Ideen gesammelt für einen spirituellen und zugleich modernen Weg, heute als Familie religiös zu leben. Gemalte Folien gehörten selbstverständlich dazu und ein Hand out für die Teilnehmer.
Nach fünf Minuten schon wurde ich unterbrochen durch einen Vater, der endlich seine ganzen Enttäuschungen über die Kirche abladen konnte. Das war das Einfallstor für einen Abend  voller Kirchenkritik.
Dabei hatte ich mich so bemüht, ein anderes Bild von Kirche abzugeben. Ich hatte so viel vorbereitet und so gute Ideen. Ich hatte mich auf alle Eltern gefreut und gehofft, ihnen hilfreiche Ideen an die Hand geben zu können. All meine Mühe war vergebens. So lautete die Quintessenz des Abends.
„Ich habe mich so bemüht...“ Wie oft kommt es vor, dass du dir wirklich ganz viel Mühe gegeben hast. Du hattest ein Rezept ausgesucht und dementsprechend eingekauft. Du hattest dich hingestellt, liebevoll vorbereitet und gekocht. Dir hatte es selbst geschmeckt und du warst stolz auf deine Leistung. Dann sitzt deine Familie beim Essen und du tischst auf. Dein wunderbares Gericht! Alle probieren und - verziehen die Gesichter zur Ekelgrimmasse. Sie wollen deine Kochexperimente nicht! Lieber Pizza und Pommes. Du hast ihnen keinen Gefallen getan. Dabei hast du dir solche Mühe gegeben!
„Ich habe mich so bemüht...“ Oft geht es darum, dass uns eine Arbeit Zeit und Energie gekostet hat. Wir haben echt investiert, so wie es ein gutes Unternehmen macht zur Verbesserung der Produktpalette. Und dann dieses Enttäuschung. Es ist mir nicht gelungen oder es wird nicht gewürdigt.
Erinnerst du dich an Kommentare deiner Lehrer aus Kindertagen? „Er hat sich sehr viel Mühe gegeben!“ Du hast nicht gehört, wie fleißig du warst, sondern dass du es einfach nicht drauf hast. Du bist zu blöd! „Ich habe mich so bemüht...“ das kratzt an dein Selbstwertgefühl. Da musst du echt stark sein und zu dir stehen können.
Wie könnte ein anderer Blickwinkel lauten? Bei dem Satz „Ich habe mich so bemüht...“ folgt ja ein gedachtes „Aber“. Das „Aber“ bringt die Einschränkung und die Vernichtung der Bemühungen. Dieses „Aber“ denkst du mit und machst dich damit klein. „Ich habe mich so bemüht, aber es hat nicht geklappt. Aber ich war nicht gut genug. Aber die anderen haben mich nicht gesehen.“  - Streiche diese „Aber-Gedanken“ aus deinem Bewusstsein.
Vielleicht kannst du auch das Wort Mühe streichen. „Ja, ich habe alles gegeben!“ Du hast ganz viel Energie von dir hineingegeben. Auch wenn niemand anders das würdigt, so kannst du es selber würdigen. Du kannst dich selbst anerkennen für deine Leistung und Hingabe. Du tust es zunächst einmal für dich! Wenn die anderen das toll finden, auch gut! Vielleicht könnte dein neuer Satz heißen: „Ja, ich habe alles gegeben und freue mich über mein Werk!“ 

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Wenn ich das gewusst hätte!


 
„Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich völlig anders entschieden. Ich bin von völlig anderen Tatsachen ausgegangen.“ „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich nie das Haus gekauft. Jetzt hocke ich da mit den Schulden, die ich nicht mehr bezahlen kann.“ „Wenn ich das gewusst hätte, dass du ein so depressiv veranlagter Mensch bist, hätte ich mit dir nie eine Beziehung aufgenommen.“ „Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nie auf die Welt gekommen. Da ist so viel Unfrieden und Zerstörung. Mehr als ich ertragen kann.“
So viel „Wenn ich das gewusst hätte...“ Gehörst du auch zu den Menschen, die möglichst viel wissen möchten, damit sie eine Entscheidung treffen können? Das hat ja auch eine gewisse Logik. Wenn ich viel über etwas weiß, kann ich auch eine gute Entscheidung treffen. Ich kann abwägen und die beste aller Möglichkeiten herausfinden.
Wenn du so denkst, dann bist du doch ein sehr verantwortungsvoller Mensch. Dir kann man wirklich vertrauen. Du triffst keine Entscheidungen ins Blaue hinein. Einfach so aus dem Bauch! Du überlegst gründlich. Du beherzigst die Worte deiner Eltern und Lehrer die dir einmal sagten: „Denk doch mal nach!“
Vielleicht hast du darum auch Angst vor einer Fehlentscheidung. Wenn du das gewusst hättest, dann hättest du dich nicht „falsch“ entschieden. Leider können wir immer nur eine Entscheidung treffen mit dem Wissen zu dem Zeitpunkt, wo wir uns entscheiden müssen. Wenn du es gewusst hättest, hättest du eine noch bessere Entscheidung treffen können.
Es kann aber auch passieren, dass du gar keine Entscheidung triffst. Du wartest und wartest und informierst dich hier und dort. Du denkst, dass du bestimmt was übersehen hast und dass irgendjemand noch mehr weiß. Dann geschieht es, dass du auf einmal zu spät bist. Die Zeit ist abgelaufen. Die Geschichte hat sich ohne dich weiterentwickelt. Ein anderer Interessent hat die Ferienwohnung gemietet auf die du spekuliert hast. Dir fehlten noch ein paar ganz wichtige „Details“.  Dinge, die nicht in der Internetbeschreibung waren wie: Wo gibt es den nächsten Bäcker? Wann gibt es die stärkste Sonneneinstrahlung auf der Terrasse? Wie stark ist der Strahl, der aus der Dusche kommt? Wenn du gewusst hättest, dass jemand anders sich auch für die Wohnung interessiert, hättest du schneller zugegriffen.
„Wenn du das gewusst hättest“ kann auch ein Ausdruck deiner Angst sein. Die Angst überhaupt vor Entscheidungen. Deine Überzeugung, dass du nichts falsch machen darfst. Deine Sorge, von anderen dafür kritisiert zu werden. Die Stimme deines inneren Kritikers der da sagt: „Mach bloß nichts unüberlegt!“ – „Nachher wirst du es bitter bereuen!“
Der Umkehrgedanke aus meiner Sicht könnte heißen: „Du bist begrenzt. Du wirst nie alles wissen. Du wirst nie wirklich genug wissen und du kannst dich auch entscheiden mit einem begrenzten Wissen. Du kannst viele Dinge im Laufe des Weges noch korrigieren. Und vielleicht entsteht aus dem scheinbar Negativen auch etwas Positives. Das Leben hält noch Überraschungen für dich bereit und du kannst üben nur so ungefähr perfekt zu sein.“ Du könntest dir also selber sagen: „Das, was ich weiß, wird ausreichen für meine Entscheidung. Und zugleich vertraue ich auf meinen Bauch, der mehr und anders „weiß“ als mein Kopf.“ 

Dienstag, 2. Oktober 2018

Hättest du doch was gesagt!



„Ja genau! Hätte ich doch bei der letzten Dienstbesprechung was gesagt. Ich habe genau gewusst, dass es nicht funktioniert. Aber alle anderen haben so stark argumentiert, dass ich nichts mehr sagen mochte. Jetzt ist es zu spät und ich muss eine Sache mit ausbaden, die ich gar nicht so wollte.“
„Hätte ich doch was gesagt als mein Mann sich dieses Auto gekauft hatte. Ich habe gleich gewusst, dass es für uns als Familie nicht geeignet ist. Kein Platz für Gepäck. Das habe ich sofort gesehen. Aber mein Mann wollte unbedingt diesen Wagen. Ich habe mich nicht getraut. Mein Mann hätte mich bestimmt platt geredet. Jetzt ist es zu spät und wir müssen mit diesem Wagen irgendwie klarkommen.“
Kennst du solche oder ähnliche Situationen? Eine Stimme in dir spricht: „Sag was! Das geht so nicht!“ Aber du schweigst. Du scharrst mit den Füßen. Du schaust unruhig hin und her und zugleich fühlst du dich gehemmt. „Soll ich es sagen? Wie stehe ich denn da, wenn ich nicht recht habe?“ Du wirst vielleicht wieder als Spaßbremse abgestempelt. „Schon wieder die mit ihren ewigen Bedenken!“
Wenn du bereit wärest, die Folgen einer Fehlentscheidung zu tragen, wäre ja alles in Ordnung. Aber du bist gar nicht bereit. Du hättest nur etwas sagen müssen! Dann ärgerst du dich doppelt. Du findest die Entscheidung falsch und du hast nichts gesagt. Du ärgerst dich über dich selbst. Über deine Feigheit. Über deine Angst. Über dein mangelndes Selbstvertrauen. Und dann klebst du am „hättest“ fest. Stundenlang zerfleischst du dich in Gedanken und möchtest die Uhr zurückdrehen. „Hätte ich doch...“
Hast du aber nicht! Du hast nichts gesagt! Du wirst damit leben müssen. Du kannst es dir dabei leicht machen oder schwer. Du kannst dich tagelang geißeln und deine geschwollene Zunge pflegen auf die du gebissen hast um nichts zu sagen. Du kannst aber auch sagen: „Nicht noch einmal! Das nächste Mal rede ich! Ich überwinde alle Hindernisse und sage, was ich denke!“
Der Umkehrsatz heißt: „Ich spreche aus was ich denke und bin bereit, jeden möglichen schiefen Blick zu tragen. Mein Gedanke ist genauso wichtig wie jeder andere. Auch ich trage etwas dazu bei, dass es zu einer gemeinsamen Entscheidung kommt, an der ich meinen Anteil haben darf.“