Mittwoch, 30. April 2014

Gott jenseits unserer Bilder

Eine Mutter erzählte mir vor einiger Zeit ein Erlebnis mit ihrer vierjährigen Tochter Hannah. Sie saßen zusammen in der Kirchenbank und in wenigen Minuten sollte der Gottesdienst beginnen. Hannah fragte ihre Mutter: "Mama, wo ist denn der Gott?" Mama veruschte ihr Bestes und klärte ihre Tochter auf, dass Gott unsichtbar sei und dass man ihn nicht sehen könnte. Hannah fragte erneut: "Aber Mama, wo ist denn jetzt der Gott?" Egal, was Mutter auch sagte, keine Antwort stellte Hannah zufrieden. Gott sei zwar unsichtbar, aber man kann ihn spüren. Er sei immer für die Menschen da und Jesus habe uns von ihm erzählt. Immer kam von dem Mädchen die gleich Frage, wo denn der Gott sei. 
Schließlich erklang die Glocke und die Messdiener zogen mit dem Pastor in die Kirche ein. Da kommt das erlösende Wort von Hannah: "Mama, da ist doch der Gott!"
Kinder finden für ihre Fragen häufig ganz einfache Lösungen. Für Kinder sind die Eltern ganz einfach das erste Gottesbild. Und wenn die Eltern sich einfach nur als Eltern entpuppen, nichts weiter, suchen sich die Kinder den nächsten Gott. Das ist dann möglicherweise die Erzieherin im Kindergarten oder eben auch der Pastor in der Kirche. Immerhin trägt ein Priester ein Gewand und erinnert an zahlreiche Gemälde, auf denen Gott auch ein Gewand trägt. Ein grauhaariger Priester mit Gewand entspricht also dem idealen Gottesbild. So wandern wir von Bild zu Bild. Irgendwann wird Hannah wissen, dass ihr Pastor nicht Gott ist, sondern ein Mensch wie sie auch. 
Keines unserer Gottesbilder werden wir festhalten wenn wir wach sind. Denn das Bild von Gott ist ein Bild und nicht Gott selbst. Hüten wir uns vor Verwechslungen. Wie gestaltet sich jedoch der Gott für einen erwachsen gewordenen Menschen? Sagen wir Gott? Was meinen wir, wenn wir "Gott" sagen? Wenn wir uns von allen Bildern verabschieden, wirklich alle Biulder loslassen, dann bleibt möglicherweise nur noch das "Gewahrsein einer göttlichen Gegenwart"? Wir mögen über das Gottesbild eines Kindes schmunzeln und sehnsuchtsvoll zurückblicken nach unseren heilen und einfachen Kindertagen.  Redlicher und angemessener ist es jedoch, als Erwachsener wieder zum Gottsucher zu werden. Möge uns "Seine" Wirklichkeit entgegenkommen und erfüllen. 
Dann gibt es noch das Geheimnis, um das Hannah und alle Kinder wissen. Für sie ist der Pastor ja der "liebe Gott". In gewisser Weise hat sie kindlich völlig recht. In jedem Menschen ist Gott gegenwärtig. Er wohnt in unseren Herzen und wir wohnen in seinem. Hannah hat das intuitiv erkannt.

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Dienstag, 29. April 2014

Mit dem Herzen online sein

Bin ich wirklich online? Ja, mein PC ist eingeschaltet. Das Signal zeigt an, dass ich mit dem Netz verbunden bin. Ich kann Mails empfangen und verschicken. Ich kann surfen im Internet. Auf meiner Facebookseite sehe ich auch die anderen PCs, die online sind, ebenso die bei skype. Aber bin ich online? Wenn ich mich vom PC wegbewege, bleibt das Gerät zwar online, aber ich selber? Ich kann mich im Haus bewegen oder sonst wo unterwegs sein. Bin ich online?
Hinter diesem Satz verbirgt sich mehr. Wenn ich mit einer Gruppe locker beim Essen zusammensitze fragt mich manchmal einer: "Hallo! Bist du da?" Dann wache ich auf und merke, dass ich geträumt habe und mich an einem ganz anderen Ort befand. Meine Gedanken waren zwar online, aber nicht verbunden mit den Menschen am Tisch.
Bist du immer wirklich online? Wenn ich mit anderen Menschen zusammenbin, wünsche ich mir, so präsent zu sein, wie es irgendwie nur geht. Das stelle ich mir so vor: Ich bin körperlich anwesend, mit meinen Gedanken bin ich aufmerksam bei meinem Gesprächspartner. Auch mein Herz ist geöffnet und ich spüre die Energien, die hin und her fließen. Ich fühle mich verbunden. Dann bin ich wirklich online!
Leider sind wir Menschen ganz schön störanfällig, so wie das weltweite Netz. Manchmal stürzt du ab, manchmal funktionierst du nur halb, manchmal gibt es ein unerklärliche Störung und manchmal willst du oder kannst du einfach nicht.
Im Gespräch könnte es sinnvoll sein, deinem Partner ein Signal zu geben, ob du online oder offline bist. Dein Körper allein drückt das nicht immer aus.

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Sonntag, 27. April 2014

Aus einem Strohhalm wird ein Vogelnest



(Lebensweisheit der Ovambo)
Manchmal weiß der Strohhalm gar nicht, wozu er gut zu gebrauchen ist. Es ist wie ein Wunder. Ein trockener Strohhalm wird zum wichtigen  Bestandteil eines Vogelnestes. Ja, so ist es. Jede und jeder dient mit dem, was sie oder er kann und einbringen mag. Viele Halme ergeben ein Vogelnest. Jede Gemeinschaft, jede Familie, jede Gruppe kannst du vergleichen mit einem Vogelnest. Du bist mit anderen Menschen verwoben und verschränkt. Manchmal fühlt es sich glatt und wohlig an, an manchen Stellen aber auch piekt es. Stell dir vor, du wärest ein Strohhalm und jeder ignoriert dich. Du bist für niemanden wichtig. Du liegst irgendwo herum und kommst dir überflüssig und nutzlos vor. Da finde ich ein piekendes Nest allemal attraktiver.
Wünschst du dir einen Platz zum Entfalten und Wohlfühlen? Leider sieht die Wirklichkeit manchmal anders aus. Es gibt diese Strohhalme, die scheinbar zu keinem Nest gehören. Da entsteht Mangel und es fehlen die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Interessanterweise passt in jedes Vogelnest noch ein Strohhalm hinein.
Vielleicht kannst du jemanden in dein Nest einladen. Oder du fragst mal nach, wenn du auf der Suche bist. Oder du suchst dir ein neues Nest, wenn deine Nester dich nicht mehr nähren. Oder du wirst wie in dem Sprichwort der Anfang eines neuen Nestes! 

Samstag, 26. April 2014

Aufgetankt?


Der  Osterurlaub ist vorbei und der Alltag beginnt wieder. Konntest du die Zeit gut für dich nutzen und hast aufgetankt? Merkst du jetzt den Unterschied von vorher und nachher? Fühlst du dich gesünder an, gibt es weniger Grübeleien oder spürst du die Auswirkungen eher seelisch? Wie nachhaltig waren die Urlaubstage für dich? Wie viele Kilometertage oder Wochen wirst du nun mit dem vollgeladenen inneren Tank fahren können?
Oder gehörst du zu den Menschen, die das nicht hinbekommen, im Urlaub aufzutanken. Es soll Menschen geben, die in der „schönsten Zeit“ des Jahres erst so richtig Stress bekommen. Die Konflikte in der Familie zeigen sich viel deutlicher als im Alltag wenn man jetzt mehr Zeit miteinander verbringt. Oder, da entsteht auf einmal ein Gefühl der Leere und der Sinnlosigkeit, wenn du nicht mehr arbeiten kannst. Du weißt nichts mit dir anzufangen und bist froh, wenn der schnöde Alltag wieder die zuverlässige Zeitgestaltung vorgibt. Mir klingt noch der Satz von meinem Vater in den Ohren: „Es wird Zeit, dass die Schule wieder beginnt. Nichts ist schlimmer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.“ Mein Vater konnte nie wirklich Urlaub machen während seines Arbeitslebens. In den freien Tagen wurde im Garten gearbeitet oder etwas am Haus renoviert. Vielleicht hat mein Vater den Urlaub aber auch gar nicht gebraucht, weil er mit der damit verbundenen „Philosophie des Ausspannens“ nichts anfangen konnte.
Ich komme noch einmal zurück zu meinen Eingangsfragen. Die „Ferienphilosophie vom Ausspannen“ setzt ja bestimmte Glaubenssätze voraus, die folgendermaßen aussehen. Du arbeitest das ganze Jahr und bist irgendwann müde, erschöpft und urlaubsreif. Dann nutzt du die freie Zeit, deinen leeren Akku aufzuladen und hoffst, dass es reicht bis zu deinem nächsten Urlaub. So „hangelst“ du dich von Ferien zu Ferien ein Leben lang und hoffst, bei einigermaßen zufrieden stellender Gesundheit dein Rentenalter zu erreichen. Im extremen Fall sieht ein solches Leben so aus, dass du nie wirklich lebst, sondern in der Vorbereitung für das Leben steckenbleibst. In der Arbeit erwartest du sehnsuchtsvoll die freie Zeit und bist nicht mehr mit der Arbeit verbunden. In der freien Zeit denkst du daran, dass du schon bald wieder arbeiten musst und kannst die freie Zeit nicht voll ausschöpfen. Im Rentenalter weißt du dann nichts mit dir anzufangen, weil du so an dein Schema und den Rhythmus „Arbeit und Urlaub“ gewohnt bist, dass du dich nicht mehr umstellen magst. Ein solches Lebensmodell finde ich nicht sehr erstrebenswert.
Zugleich kannst du nur wirklich gut leben mit einem gut gefüllten inneren Tank. Die Familientherapeutin Virginia Satir gebrauchte für ihre Klienten immer das Bild vom Energietopf. Gestresste Eltern fragte sie immer: „Wie voll ist dein Energietopf?“ Und wenn sie sagten, dass höchstens noch der Boden bedeckt ist, fragte Virginia weiter, wie sie mit so wenig Energie ihre Aufgaben meistern könnten.
Manchmal kommen Menschen zu mir in die Beratung, die die Freude im Leben verloren haben. Sie fühlen sich überfordert vom Beruf, den Ansprüchen in der Familie, finanziellen Sorgen und gesundheitlichen Problemen, dass es einfach zu viel geworden ist. Ein ganz wichtiger Schritt in der Begleitung wird dann für mich die „Ressourcenarbeit“. Was tut dir im Moment gut? Was brauchst du für dich? Was ist für dich Quelle deiner Freude? Nur mit Energie im Topf lassen sich Aufgaben bewältigen. Energie tanken ist also der erste und wichtigste Schritt vor allen anderen Aufgaben.
Zwei Ideen kommen mir in den Sinn. Die erste heißt: Neben der „Jahresurlaubstankstelle“ tanke täglich auf. Gönne dir Momente des Sitzens und des Nichtstuns. Gestalte zwischendurch Tage der Entspannung und des einfachen Daseins. Genieße es, mit deiner Familie bei einer Tasse Kaffee zu sitzen und die Natur zu betrachten. Fühle deine Dankbarkeit für die vielen kleinen Dinge des Alltags.
Die zweite Idee heißt: Ändere deine Grundeinstel-lung! Bei meinem Yoga- und Workcamp in Italien hieß die Devise: „Arbeiten ist spielen!“ Wir arbeiten nicht, sondern wir spielen. Kinder spielen zum Beispiel Vater, Mutter, Kind. Familie „spielen“ fühlt sich leichter und erlöster an als „Arbeit an den familiären Strukturen“. Verbinde dich innerlich mit deiner Arbeit und geh in die Leichtigkeit. Sieh die schöpferischen und freudigen Aspekte. So fühlst du dich am Ende des Tages nicht mehr erholungsbedürftig. Du hast ja lediglich gespielt.
Die ersten Menschen im Paradies bestellten ihren Garten Eden und waren mit ihrer Handarbeit glücklich und zufrieden. Nach dem „Sündenfall“ empfanden sie die gleiche Tätigkeit als Mühsal und Plackerei. Interessant, nicht wahr? Du tust das Gleiche und empfindest es je nach innerem Seinszustand paradiesisch oder höllisch. Der „Sündenfall“ war ein „Absonderungsfall“, ein sich loslösen von der göttlichen Quelle. Wenn du dich mit der göttlichen Quelle verbindest bekommt dein Energietopf einen nie versiegenden Zugang. Du kannst also deinen Energietopf immer wieder mühsam anfüllen einmal im Jahr über den Urlaub oder du verbindest dich kontinuierlich mit der Quelle. Darin liegt wohl das Geheimnis der Heiligen, dass sie um dieses Geheimnis wussten, direkt aus der Quelle zu schöpfen.

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Mittwoch, 23. April 2014

Dein Sonnenraum



Hast du schon einmal bemerkt, dass du die gleiche Tätigkeit mal mit Energie und Kraft locker bewältigst und ein andermal nur mit großer Mühe und Anstrengung?
Also, du stehst in der Küche und bereitest das Essen zu. Voller Freude liest du dein Rezept. Du schaust in den Kühlschrank, ob alle Zutaten da sind. In deiner Phantasie entsteht das Bild eines wunderbaren Gerichtes auf einem schön gedeckten Tisch. Deine Familie oder die Gäste schauen erwartungsvoll auf das Wunder, das du gewirkt hast. Nach den ersten Gabeln vernimmst du ein Ah! und Oh! Mit diesem inneren Bild und dem beglückenden Gefühl stellst du dich an den Herd und zauberst fast ohne jede Anstrengung dein Essen.
Ein paar Tage später stehst du wieder in der Küche. Du liest dein Rezept, du schaust in den Kühlschrank ... und du merkst: Etwas fehlt! Du freust dich nicht. Du bekommst kein Bild vom Ergebnis. Die Familie erscheint dir als undankbar. Die Zutaten erfüllen nicht deine Erwartungen. Du kochst und hoffst, du bekommst alles noch irgendwie fertig. Mühselig und angestrengt vollziehst du jeden Arbeitsschritt. Das Essen kommt auf den Tisch und du bist nur froh, wenn du anschließend deine Ruhe hast.
Der Zuschauer deines Filmes sieht zwei fast identische Szenen. Aber wenn der Zuschauer in dein Inneres hineinblicken könnte, würde er einen großen Unterschied wahrnehmen. Die erste Szene wäre gefüllt von Leben und Freude und die zweite Szene trist und grau.
Mich erinnert das an die erste Geschichte in der Bibel. Die Menschen leben im Paradies und arbeiten in diesem Garten voller Liebe und in Verbundenheit mit dem Schöpfer. Nach dem Essen von der verbotenen Frucht verwandelt sich das Paradies in einen Ackerboden, der kaum zu bewältigen ist. Die hilfreichen Engel verschwinden und sie fühlen sich ausgestoßen und verloren in einer kalten Welt.
Manchmal sagst du vielleicht selber: „Ich bin nicht im Vollbesitz meiner Kräfte.“ Wenn dir die Kraft fehlt, wird das Leben zu einer Anstrengung. Wenn du in der Freude bist, wird jede Arbeit zum Spiel und du erlebst dich wie im Flow. Wenn die Anforderungen jedoch anwachsen kann es sein, dass du mehr und mehr den Bezug zu deiner Mitte verlierst.
Wenn dir das Kartoffelschälen keine Freude mehr bereitet und du lustlos mit dem Löffel in der Sauce rührst, wird es Zeit, dass du eine Pause einlegst. Tank erst mal wieder auf! Stell dich in deinen Sonnenraum! Suche einen Wohlfühlort auf und tu erst einmal – nichts! Dein Sonnenraum kann ein äußerer Ort sein wie die Bank vor der Tür, ein Sessel im Wohnzimmer oder ein Platz  unter einem Baum. Dein Sonnenraum braucht jedoch zugleich eine innere Entsprechung. Im Sessel deines Wohnzimmers schließt du die Augen und wendest dich nach innen. Du visualisierst Licht und Wärme. Die angestrengte und überforderte Person in dir bittest du, für einen Moment zur Seite zu treten. Du könntest sie in die Küche schicken und von deinem Sessel aus betrachten. Von deinem Sessel aus schaust du wohlwollend auf die Person in der Küche, die sich gerade abmüht und keine Kraft hat. Dieser Person in der Küche schickst du Aufmerksamkeit und Anerkennung. Du selbst in deinem Sessel weißt, dass alles sich zum Guten wenden wird, denn du bist ja weise. Wenn du die Mitte wieder gefunden hast in deinem Sonnenraum kannst du diesen Menschen in der Küche ja ein wenig unterstützen. 
Wie oft höre ich: „Das muss ich erst noch fertig machen, dann gönne ich mir eine Pause!“ Im Hintergrund klingt bei mir: „Ich muss mich erst noch fertigmachen, dann kann ich eh nicht mehr!“ Arbeiten bis zum Anschlag. Die Pause musst du dir verdienen. Dann kann ich nur sagen: Umgekehrt! Umgekehrt! Nur mit der Pausenstimmung kommst du gut in deine Arbeit. Ohne innere Anbindung an deinen Sonnenraum wird das Leben zum Krampf. Dann höre ich: „Aber ich muss doch ...“ Überprüf einmal deine Glaubenssätze. Von wem stammen diese Aussagen? Spricht da deine Mutter oder dein Vater?
In der Mitte deines Sonnraumes bist du unangreifbar für das schlechte Gewissen und die ständige Pflichterfüllung. Da ist Platz für dich. Da tankst du auf. Da bist du einfach da!

Dienstag, 22. April 2014

Wann die Freiheit beginnt!

Gehe ich am Samstag zur Hochzeit oder fahre ich am Wochenende nach Hamburg?
Esse ich heute die Reste von gestern oder koche etwas Frisches?
Bleibe ich am Wochenende zu hause oder verreise ich?
Wähle ich A oder wähle ich B?

Virginia Satir sagt:
Ein Weg führt in die Sackgasse.
Zwei Wege führen in ein Dilemma.
Ab dem dritten Weg beginnt die Freiheit.

Also entscheide ich so:
Ich gehe zur Hochzeit und mache vorher mit den Freunden in Hamburg eine skype-Konferenz.
Ich gebe die Reste in das Frische und gestalte eine originelle Neukomposition
Ich verreise am Wochenende und nehme mein Wohfühlkuschelkissen von  zu hause mit.
Ich entscheide mich für den oberen Teil vom A und für den unteren Teil von B und erfinde den Buchstaben, den man nicht aussprechen kann und der eine neue Welt öffnet.

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Montag, 21. April 2014

Steh auf!

Jesus befindet sich in guter Gesellschaft mit Marius Müller-Westernhagen, Bushido, Culcha Candela, Betontod und den Toten Hosen. Sie alle und noch einige Künstler mehr sangen oder sprachen diese Aufforderung aus: „Steh auf!“ 
Das sind energische Worte! „Steh auf!“ Mit Ausrufezeichen! Jesus richtet diese Worte an den verstorbenen Sohn einer Witwe. Dieser wird gerade auf der Bahre liegend weggetragen. „Steh auf!“ ruft Jesus in einem eindeutigen Befehlston. Man stelle sich einmal vor, er würde folgendes sagen: „Junger Mann, es wäre doch schön für deine traurige Mutter und für alle anderen Verwandten, wenn du es dir mit dem Sterben noch einmal überlegen würdest. Die ganze Zukunft liegt noch vor dir! Willst du das alles wegwerfen? Ist deine Zeit denn wirklich schon gekommen?“ Das wären zwar sehr einfühlsame Worte gewesen und sicherlich angemessen für einen Toten und zugleich tröstlich für die Mutter. Hätten solche Worte jedoch ausgereicht, einen Toten aufzuwecken? Jesus entscheidet sich für die harte Tour. „Steh auf!“ 
Die Band Betontod singt in ihrem Lied: „Ich will Dich nie wieder am Boden sehen, es ist Zeit aufzustehen und nach vorne zu sehen! Ich will Dich nie wieder am Boden sehen, steh auf!“ Interessant, dass sowohl „Betontod“ als auch die „Toten Hosen“ das Wort „Tod“ im Namen tragen. Musiker mit solchen Namen werden so zu Verkündern des Evangeliums vom Aufstehen! „Am Boden liegen – und aufstehen“ – darüber möchte ich gerne noch ein wenig intensiver nachdenken. Als kleines Kind bin ich mit meinen Eltern und Geschwistern am Sonntag spazieren gegangen. Mein Vater erzählt mir heute manchmal, dass ich mich einfach zwischendurch auf die Straße setzte und nicht wieder aufstand. Alle seine Bitten und Appelle halfen nichts. Ich blieb da einfach sitzen und die ganze Familie wartete, bis ich von selbst wieder aufstand. Aus der Perspektive des am Boden liegenden zeigt sich: Der muss auch aufstehen wollen. Die Aufforderung muss das Ziel zuerst einmal erreichen. 
Wir Menschen können nicht früh genug damit beginnen, das wieder Aufstehen einzuüben. Wir alle haben irgendwann gelernt, das erste Mal auf eigenen Füßen zu stehen und bewegten uns haltsuchend und wackelig auf den Beinen an den Objekten im Wohnzimmer entlang. Dann gingen wir freihändig ohne „Objektschutz“ zwischen Mama und Papa hin und her, strahlten über die ersten wirklich freien Schritte und … wir fielen! Das Fallen gehört zum Laufen lernen dazu. 

Samstag, 19. April 2014

Das Geheimnis der kleinen Dinge


Damals kämpften die Israeliten gegen die übermächtigen Philister. Ein Zweikampf gegen Goliath sollte alles entscheiden. Jeder kennt die Geschichte, wie David den Goliath besiegte mit seiner Steinschleuder. Der Stein brachte die Wende. Wie wäre die Geschichte der Israeliten verlaufen ohne David und seine Steinschleuder? Der Stein wurde zum Zeichen und Symbol, der den Wandel brachte von Resignation zu Zuversicht und Hoffnung.
Ich habe festgestellt, dass viele Menschen im übertragenen Sinne auch "ihren" Wendestein im Leben erfuhren. Da kam der Brief mit der Zusage für eine lebenslange Berufsanstellung. Da gab es ein Erschrecken bei einem Beinahe- Unfall, das Wachwerden und die Dankbarkeit dafür, dass das Leben noch eine neue Chance gab. Da gibt es die Frau, die bei einer Party, zu der sie gar nicht gehen wollte, den Mann ihres Lebens fand. Da bekommt das Kind nach einer Kette von Misserfolgen in der Schule endlich einen Lehrer, der genau der richtige Begleiter ist.
Kannst du den "Wendestein" deines Lebens benennen? Gibt es vielleicht sogar mehrere davon?  Oder wartest du noch darauf? Wie kann ein solcher Stein in dein Leben kommen?
Ich glaube, dass diese Steine, die die Wende bringen, ständig in unserem Leben auftauchen. Wir erkennen sie nur oft nicht, weil wir nicht aufmerksam genug sind für die uns zugedachten Zeichen am Weg. So wünsche ich dir offene Augen und ein wachsames Herz für das Kleine und Unscheinbare, dass deinem Leben die positive Wendung gibt.

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Freitag, 18. April 2014

Kraft, die aus der Stille kommt


Das wünschen sich viele Menschen vor allem am Wochenende nach einer anstrengenden und nervenaufreibenden Woche.  Zeit und Ruhe, in sich gehen, mal ein gutes Buch lesen, gemütlich beim Kerzenlicht sitzen, ein gutes Gespräch mit einem lieben Freund, ein besinnliches Konzert besuchen und die Seele baumeln lassen.
Das ist jedoch die Realität am Wochenende: Nachholen, was liegen geblieben ist; den Großeinkauf machen; Verwandte besuchen; den Garten bearbeiten und vieles mehr. Eigentlich wie immer: ein voller Terminkalender.

Ein ägyptisches Wort sagt: Wer sich abhetzt, wird nie Vollkommenheit erlangen. Dazu gehören Ruhe und Stille.

Die meisten Menschen werden es nicht verhindern können, den einen oder anderen auch schönen Termin zusätzlich zu haben. Aber du kannst alle Dinge etwas gelassener angehen und entgegennehmen. Du lässt dich in deiner Arbeit nicht antreiben vom inneren Unruhestifter. Du nimmst dir vor, vollkommener zu werden in einer ganz speziellen Weise. Vollkommener zu sein in deiner Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst. Vollkommener zu werden, barmherzig mit deiner Unfähigkeit umzugehen, deine Termine gut zu koordinieren. Vollkommener zu werden, all deine Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und dabei der glücklichste Mensch der Welt zu sein. Ich wünsche dir einen gesegneten Tag.

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Donnerstag, 17. April 2014

In der Morgendämmerung




Sicherlich hörst du manchmal den wohlmeinenden Rat in einer Krise: „Schlaf mal eine Nacht drüber, dann sieht alles schon anders aus.“ 
Die Tage vor Ostern laden dich ein, angesichts der Erfahrung von Kreuz und Tod im Leben von Jesus zugleich in deinen eigenen inneren Karfreitag zu gehen. Wie beruhigend und wohltuend, wenn alles glatt läuft! Keine Probleme am Arbeitsplatz, Friede in den Beziehungen, genug Geld auf dem Konto zum Erfüllen von allen Bedürfnissen. Du wünschst dir, dass diese Zufriedenheit anhält bis zum Abschied auf deinem Totenbett. Du gibst sogar viel Geld für Versicherungen aus, damit dir diese Sicherheiten lange gewährt werden.
Leider gibt es neben Sicherheit und Zufriedenheit auch eine andere mitunter bittere Realität. Ich kenne viele Menschen, die wenigstens einen großen Karfreitag im Leben erfahren haben. Das fängt manchmal ganz harmlos an. Da gibt es ein scheinbar nebensächliches Problem in der Ehe, hier und da ein kleiner Streit. Die Unstimmigkeiten werden überspielt, abgetan und nehmen unerklärlicherweise zu. Die Schwierigkeiten häufen sich, schwelende Konflikte werden nicht angesprochen aus Angst vor Kränkung und Verletzungen. Irgendwann bricht entweder der Vulkan aus und die Konflikte liegen offen auf dem Tisch. Oder eine tiefe lähmende Leere der Sprachlosigkeit macht sich breit.
Und wenn es „zufällig“ an einer Stelle brennt entsteht allzu leicht ein Flächenbrand. Die Probleme am Arbeitsplatz zeigen sich gleichzeitig, beängstigende Krankheitssymptome machen sich bemerkbar und du siehst ohnmächtig zu, wie sich zu dem dicken und unlösbaren Paket noch etwas dazugesellt. Zum Glück ist ein solches Bündel von Einbrüchen eher selten. Dennoch kenne ich von vielen Menschen solche oder ähnliche Gedanken und Sorgen als Befürchtung im Hinterkopf. „Möge Gott mich vor solchem Unglück verschonen!“
Mit solchen Erfahrungen sind wir Gott sei Dank nicht allein. Ähnlich wird es Jesus auch ergangen sein. Konfliktgespräche im eigenen Freundeskreis während der Wandertätigkeit durch Galiläa über seine Person und sein öffentliches Wirken, Auseinandersetzungen mit den verschiedenen religiösen Gruppierungen in Jerusalem, die aufgeheizte Stimmung vor einem großen Fest, die übergroßen Erwartungen an einen messianischen Heilsbringer... Irgendwann spitzte sich die Situation zu und es endete in einer tiefen Krise.
So kann es manchmal kommen, bei Jesus, bei dir, bei mir und bei jedem anderen Menschen. Das Fass läuft über, das System bricht zusammen. Der Ofen ist aus. Nichts geht mehr. Aus und vorbei.
Wenn du dich in der äußeren oder inneren Dunkelheit befindest, siehst du kaum noch etwas. Du verlierst die Orientierung. Auswege sind versperrt, die üblichen Lösungsstrategien greifen nicht mehr. Hinzu kommt manchmal eine namenlose Angst und eine drohende Panik, die dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Vielleicht denkst du jetzt: „Muss der das Leben denn so schwarz malen? Karfreitage sind schlimm genug, die muss man nicht auch noch bewusst in sich wachrufen!“ Ja, genau so ist der Karfreitag: Nicht zum Aushalten und zum Davonlaufen.
Und dann gibt es noch die Phase nach den Krisenhäufungen, der Angst, der Panik, dem Davonlaufen, dem Kampf und dem Suchen nach Lösungen. Ich spreche von dem Moment des Loslassens, der Resignation, des Aufhörens mit allem Kampf. Es taucht der Gedanke auf, das Scheitern einzugestehen und die Stille zu empfangen, die dann entsteht. Es gibt nichts mehr zu tun. Du legst die Hände in den Schoß und überlässt dich dem Augenblick und dem Hier und Jetzt.
Da lese ich im Matthäusevangelium die Auferstehungsgeschichte. Sie fängt völlig unspektakulär an: „Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.“ Ich halte an bei dem Bild der Morgendämmerung. Ja, so ist das! Die Nacht geht einfach irgendwann zu Ende, völlig ohne dein Mitwirken. Die Nacht geht vorbei und ein neuer Morgen bricht an. Zwischen der Nacht und dem Morgen liegt die Dämmerung. Sie verkündet ohne Worte und ohne Pathos: Die Nacht ist vorbei! Das Schlimmste ist überstanden. Und so sicher, wie jede Nacht vorübergeht und der Morgen anbricht, so wird es auch in deinem Leben sein. Die Nacht mag sich unendlich lange anfühlen, aber sie findet ein Ende, immer, ohne Ausnahme. Ohne Ausnahme bricht nach der Nacht der neue Tag an. Das Gesetz ist unumstößlich. Die Morgendämmerung weist dich darauf hin. Du befindest dich schon im Übergang, in der Phase der Veränderung, in die Bewegung hin zum Morgenlicht.
Ich glaube, ich muss gar nicht den Rest der Ostergeschichte lesen. Ich wüsste, die Frauen des Ostermorgens finden einen neuen Weg oder besser gesagt: Ihnen eröffnet sich eine neue Perspektive wie ein Geschenk. In vielen beratenden Gesprächen geht es für mich darum, mit den Fragenden die Morgendämmerung zu suchen. Die Schwierigkeiten liegen oftmals nicht darin, diese zu finden, sondern sie wahrzunehmen. Was nützt es, wenn das Licht schon scheint, aber dein inneres Auge auf Dunkelheit ausgerichtet ist?
Mein österlicher Wunsch für dich: Mögest du in den Nächten deiner inneren Dunkelheit das Vertrauen bewahren, dass die Morgendämmerung für dich spürbar und sichtbar wird und du aufatmest und tief durchatmen kannst, wenn die ersten Sonnenstrahlen des Ostermorgens dich aufwecken. 

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Mittwoch, 16. April 2014

Querdenken

Wir lieben unsere festen Gewohnheiten. Die Tasse Kaffee am Morgen aus einer bestimmten Tasse. Die spezielle Sorte Brot mit der immer gleichen Menge an verteilter Butter. Die Uhrzeit, der Zeitraum, der Ort des Frühstücks. Die Art, die Autotür aufzuschließen und sich in sein Fahrzeug zu setzen. Die Uhr am linken Arm und den Kamm in der hinteren rechten Hosentasche. Den Lieblingsbäcker und das Lieblingskino, den Lieblingsitaliener und die Lieblingsdöner. Die Worte zur Begrüßung und die Worte zum Abschied. Die Art die Zähne zu putzen von links oben bis rechts oben außen, dann links unten bis rechts unten außen. Kaffee nie mit Zucker aber immer mit Milch, ein bestimmtes Quantum. Kleidung von einer bestimmten Marke in einer zum Typ passenden Farbe. Das Maß an Höflichkeit bis Freundlichkeit ja nach Grad der Bekanntschaft oder Freundschaft. Der Besuch bei den Eltern am ersten Weihnachtstag zum Kaffee. Abfahrt vor dem Abendessen. Das Gläschen französischen Rotwein zum Ausklang des Abends. Mit dem Po zuerst aufs Bett, dann das linke und dann das rechte Bein. Einlschafposition auf dem Bauch mit dem Kopf nach links gedreht. Der Winkel zwischen Kinn und Brust beträgt 68,5 °.
Sicherheit, Wohlfühleffekt, Stabilität, Zuverlässigkeit,...

Es kann jedoch sein, dass sich das manchmal wie schon gestorben anfühlt bevor du aufwachst!



Besuch deine Eltern mal nicht am ersten Weihnachtstag, sondern an Silvester oder am Valentinstag. Putz deine Zähne und trink deinen Kaffee mit der dir ungewohnten Hand. Wähle bewusst eine andere Einschlafposition. Fahre im Urlaub da hin, wo du eigentlich nie hinfahren würdest. Befreunde dich mit dem Italiener, von dem die Leute sagen, dass seine Pizza nicht schmeckt. Kaufe einen Markenpullover und schneide direkt nach dem Einkauf ein kleines Loch hinein. Zieh diesen Pullover an und beobachte, ob die Leute das merken. Entscheide dich, wenn du total pünktlich bist, wenigstens einen Tag in der Woche zum Unpünktlichkeitstag zu deklarieren. Na, welches ist DEIN Beitrag zum Wachwerden!


Mach es einfach mal anders! Beobachte dich dabei! Na, wie fühlt es sich an, wenn du aufgewacht bist?

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Montag, 14. April 2014

Wachsen gegen Widerstände

                                                                                              
Das Kind bekommt ein schlechtes Zeugnis und wird nicht versetzt in die nächste Klasse. Da kann man nichts machen!
Das Paar hat sich heillos zerstritten und reicht die Scheidung ein. Da kann man nichts machen.
Der Kranke liegt im Sterben und der Tod wartet vor der Tür. Da kann man nichts machen.

Klingt wie Resignation, nicht wahr. Manchmal müssen wir uns dem "Schicksal" ergeben. Das Kind hat sich alle Mühe gegeben und dennoch die erforderlichen Noten nicht geschafft. Das Ehepaar war sogar in einer Beratung und der Kranke hat lange gekämpft. Da kann man nichts machen. Es mag sein, dass das Kind nicht versetzt wird, das Paar sich trennt und der Kranke stirbt. In jeder Situation "kann man dann dennoch etwas machen".
Das Kind kann daraus eine Lektion für die Zukunft lernen und andere Wege gehen. Das Paar findet in der Krise vielleicht einen neuen Anfang. Der Kranke kann noch vor dem Tod seinen Angehörigen seine Liebe zeigen.
Die Situationen können wir manchmal nicht verändern, aber unsere innere Einstellungen. Jedes Ereignis, das uns herausfordert, gibt uns die Gelegenheit zum inneren Wachsen.

Du kannst dein Leben bejahen mit allen Facetten. Es gibt nichts zu tun.
Du kannst Ja sagen auch  zu deinen Fehlern. Dann gibt es nichts zu tun.
Du kannst dich mit dir selber aussöhnen. Dann gibt es nichts zu tun.

Da kann man nichts machen - Resignation.
Es gibt nichts zu tun - einfach im Sein sein!

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Sonntag, 13. April 2014

Whatsapp

Bei einer Geburtstagsfeier saß ich am Tisch mit lauter jungen Leuten. Alle hielten ihr Smartphone in der Hand und "kommunizierten" damit. Ständig ging die Aufmerksamkeit dahin. Piept oder klingelt es gerade? Die Finger huschten und trippelten liebevoll und schlafwandlerisch über das Display. Manchmal zeigten sie sich gegenseitig ihre Geräte und lachten über irgend etwas. Ich verstand nur Bahnhof. Ich fühlte mich ausgeschlossen. Niemand sprach mit mir. Wenn, dann nur so nebenbei.

Meine Nichte hat mich jetzt darüber aufgeklärt, was da los war. Das ist "WhatsApp". Du kannst da ständig mit allen Freundinnen Bilder und Nachrichten austauschen. Das machst du dann den ganzen Tag. Von meiner Nichte habe ich mitbekommen, dass man sich auch völlig überflüssige und nebensächliche "Nachrichten" und "Photos" austauscht. "Ich bin jetzt hier oder da." "Schau mal dieses Eis hier an, cool oder!" "Ist nichts los hier!" "Bis später!" "Ja, bis später!" "Bin schon wieder da, mir ist langweilig!" "Dir auch? Mir auch!" Hauptsache, man ist in Verbindung.

Ich bin ein Dinosaurier der Kommunikation. Ich rede gerne mit einem Menschen direkt mir gegenüber. Ich nehme seinen Gesichtsausdruck wahr, den Klang der Stimme und die Bewegungen des Körpers. Da bleibt mir keine Zeit, auf ein Display zu schauen. Wenn ich das täte, wäre ich nicht mehr im Gespräch.

Ich kann nicht gleichzeitig im Smartphone sein und bei meinem Gegenüber. "WhatsApp" - du bist mein Konkurrent und mein neues Feindbild. Neidisch sehe ich zu, wie die Hand meiner Nichte dich streichelt und dir Zuwendung schenkt. Ein flüchtiger Blick zu mir und ich komme mir uralt vor. Ich bin eben doch schon ein alter Onkel, der sich noch bei facebook aufhält und lange Texte in einem Blog schreibt.

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