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Mittwoch, 30. April 2014

Gott jenseits unserer Bilder

Eine Mutter erzählte mir vor einiger Zeit ein Erlebnis mit ihrer vierjährigen Tochter Hannah. Sie saßen zusammen in der Kirchenbank und in wenigen Minuten sollte der Gottesdienst beginnen. Hannah fragte ihre Mutter: "Mama, wo ist denn der Gott?" Mama veruschte ihr Bestes und klärte ihre Tochter auf, dass Gott unsichtbar sei und dass man ihn nicht sehen könnte. Hannah fragte erneut: "Aber Mama, wo ist denn jetzt der Gott?" Egal, was Mutter auch sagte, keine Antwort stellte Hannah zufrieden. Gott sei zwar unsichtbar, aber man kann ihn spüren. Er sei immer für die Menschen da und Jesus habe uns von ihm erzählt. Immer kam von dem Mädchen die gleich Frage, wo denn der Gott sei. 
Schließlich erklang die Glocke und die Messdiener zogen mit dem Pastor in die Kirche ein. Da kommt das erlösende Wort von Hannah: "Mama, da ist doch der Gott!"
Kinder finden für ihre Fragen häufig ganz einfache Lösungen. Für Kinder sind die Eltern ganz einfach das erste Gottesbild. Und wenn die Eltern sich einfach nur als Eltern entpuppen, nichts weiter, suchen sich die Kinder den nächsten Gott. Das ist dann möglicherweise die Erzieherin im Kindergarten oder eben auch der Pastor in der Kirche. Immerhin trägt ein Priester ein Gewand und erinnert an zahlreiche Gemälde, auf denen Gott auch ein Gewand trägt. Ein grauhaariger Priester mit Gewand entspricht also dem idealen Gottesbild. So wandern wir von Bild zu Bild. Irgendwann wird Hannah wissen, dass ihr Pastor nicht Gott ist, sondern ein Mensch wie sie auch. 
Keines unserer Gottesbilder werden wir festhalten wenn wir wach sind. Denn das Bild von Gott ist ein Bild und nicht Gott selbst. Hüten wir uns vor Verwechslungen. Wie gestaltet sich jedoch der Gott für einen erwachsen gewordenen Menschen? Sagen wir Gott? Was meinen wir, wenn wir "Gott" sagen? Wenn wir uns von allen Bildern verabschieden, wirklich alle Biulder loslassen, dann bleibt möglicherweise nur noch das "Gewahrsein einer göttlichen Gegenwart"? Wir mögen über das Gottesbild eines Kindes schmunzeln und sehnsuchtsvoll zurückblicken nach unseren heilen und einfachen Kindertagen.  Redlicher und angemessener ist es jedoch, als Erwachsener wieder zum Gottsucher zu werden. Möge uns "Seine" Wirklichkeit entgegenkommen und erfüllen. 
Dann gibt es noch das Geheimnis, um das Hannah und alle Kinder wissen. Für sie ist der Pastor ja der "liebe Gott". In gewisser Weise hat sie kindlich völlig recht. In jedem Menschen ist Gott gegenwärtig. Er wohnt in unseren Herzen und wir wohnen in seinem. Hannah hat das intuitiv erkannt.

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Sonntag, 27. April 2014

Aus einem Strohhalm wird ein Vogelnest



(Lebensweisheit der Ovambo)
Manchmal weiß der Strohhalm gar nicht, wozu er gut zu gebrauchen ist. Es ist wie ein Wunder. Ein trockener Strohhalm wird zum wichtigen  Bestandteil eines Vogelnestes. Ja, so ist es. Jede und jeder dient mit dem, was sie oder er kann und einbringen mag. Viele Halme ergeben ein Vogelnest. Jede Gemeinschaft, jede Familie, jede Gruppe kannst du vergleichen mit einem Vogelnest. Du bist mit anderen Menschen verwoben und verschränkt. Manchmal fühlt es sich glatt und wohlig an, an manchen Stellen aber auch piekt es. Stell dir vor, du wärest ein Strohhalm und jeder ignoriert dich. Du bist für niemanden wichtig. Du liegst irgendwo herum und kommst dir überflüssig und nutzlos vor. Da finde ich ein piekendes Nest allemal attraktiver.
Wünschst du dir einen Platz zum Entfalten und Wohlfühlen? Leider sieht die Wirklichkeit manchmal anders aus. Es gibt diese Strohhalme, die scheinbar zu keinem Nest gehören. Da entsteht Mangel und es fehlen die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Interessanterweise passt in jedes Vogelnest noch ein Strohhalm hinein.
Vielleicht kannst du jemanden in dein Nest einladen. Oder du fragst mal nach, wenn du auf der Suche bist. Oder du suchst dir ein neues Nest, wenn deine Nester dich nicht mehr nähren. Oder du wirst wie in dem Sprichwort der Anfang eines neuen Nestes! 

Dienstag, 22. April 2014

Wann die Freiheit beginnt!

Gehe ich am Samstag zur Hochzeit oder fahre ich am Wochenende nach Hamburg?
Esse ich heute die Reste von gestern oder koche etwas Frisches?
Bleibe ich am Wochenende zu hause oder verreise ich?
Wähle ich A oder wähle ich B?

Virginia Satir sagt:
Ein Weg führt in die Sackgasse.
Zwei Wege führen in ein Dilemma.
Ab dem dritten Weg beginnt die Freiheit.

Also entscheide ich so:
Ich gehe zur Hochzeit und mache vorher mit den Freunden in Hamburg eine skype-Konferenz.
Ich gebe die Reste in das Frische und gestalte eine originelle Neukomposition
Ich verreise am Wochenende und nehme mein Wohfühlkuschelkissen von  zu hause mit.
Ich entscheide mich für den oberen Teil vom A und für den unteren Teil von B und erfinde den Buchstaben, den man nicht aussprechen kann und der eine neue Welt öffnet.

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Montag, 21. April 2014

Steh auf!

Jesus befindet sich in guter Gesellschaft mit Marius Müller-Westernhagen, Bushido, Culcha Candela, Betontod und den Toten Hosen. Sie alle und noch einige Künstler mehr sangen oder sprachen diese Aufforderung aus: „Steh auf!“ 
Das sind energische Worte! „Steh auf!“ Mit Ausrufezeichen! Jesus richtet diese Worte an den verstorbenen Sohn einer Witwe. Dieser wird gerade auf der Bahre liegend weggetragen. „Steh auf!“ ruft Jesus in einem eindeutigen Befehlston. Man stelle sich einmal vor, er würde folgendes sagen: „Junger Mann, es wäre doch schön für deine traurige Mutter und für alle anderen Verwandten, wenn du es dir mit dem Sterben noch einmal überlegen würdest. Die ganze Zukunft liegt noch vor dir! Willst du das alles wegwerfen? Ist deine Zeit denn wirklich schon gekommen?“ Das wären zwar sehr einfühlsame Worte gewesen und sicherlich angemessen für einen Toten und zugleich tröstlich für die Mutter. Hätten solche Worte jedoch ausgereicht, einen Toten aufzuwecken? Jesus entscheidet sich für die harte Tour. „Steh auf!“ 
Die Band Betontod singt in ihrem Lied: „Ich will Dich nie wieder am Boden sehen, es ist Zeit aufzustehen und nach vorne zu sehen! Ich will Dich nie wieder am Boden sehen, steh auf!“ Interessant, dass sowohl „Betontod“ als auch die „Toten Hosen“ das Wort „Tod“ im Namen tragen. Musiker mit solchen Namen werden so zu Verkündern des Evangeliums vom Aufstehen! „Am Boden liegen – und aufstehen“ – darüber möchte ich gerne noch ein wenig intensiver nachdenken. Als kleines Kind bin ich mit meinen Eltern und Geschwistern am Sonntag spazieren gegangen. Mein Vater erzählt mir heute manchmal, dass ich mich einfach zwischendurch auf die Straße setzte und nicht wieder aufstand. Alle seine Bitten und Appelle halfen nichts. Ich blieb da einfach sitzen und die ganze Familie wartete, bis ich von selbst wieder aufstand. Aus der Perspektive des am Boden liegenden zeigt sich: Der muss auch aufstehen wollen. Die Aufforderung muss das Ziel zuerst einmal erreichen. 
Wir Menschen können nicht früh genug damit beginnen, das wieder Aufstehen einzuüben. Wir alle haben irgendwann gelernt, das erste Mal auf eigenen Füßen zu stehen und bewegten uns haltsuchend und wackelig auf den Beinen an den Objekten im Wohnzimmer entlang. Dann gingen wir freihändig ohne „Objektschutz“ zwischen Mama und Papa hin und her, strahlten über die ersten wirklich freien Schritte und … wir fielen! Das Fallen gehört zum Laufen lernen dazu. 

Samstag, 19. April 2014

Der Wind bricht einen biegsamen Baum nicht. (Sukuma)


Welch tiefe Weisheit. Manche von uns stehen wie eine Kiefer starr im Sturm, manche stark wie ein Eiche. Wenn der Sturm zu stark ist, die Wurzeln nicht mehr greifen, dann haut es den Baum um. Die Empfehlung der Sukuma entspricht einer tiefen Weisheit, die es auch in anderen Kulturen gibt. Sei biegsam, dann haut dich der Sturm nicht um.Geh mit den Dingen, schwinge mit, sei Weide und nicht Kiefer. Es braucht ein langes Leben und spirituelles Einüben, wie eine Weide zu sein. Oft befinden wir uns wie im Trotzalter oder wie in der Pubertät. Nein, das will ich nicht. Nein, das mache ich nicht. Ich habe meinen eigenen Willen. Manchmal ist es gut, ein wenig geschmeidiger und biegsamer zu sein und mit den Dingen zu schwingen. Der Wind bricht einen biegsamen Baum nicht.

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Das Geheimnis der kleinen Dinge


Damals kämpften die Israeliten gegen die übermächtigen Philister. Ein Zweikampf gegen Goliath sollte alles entscheiden. Jeder kennt die Geschichte, wie David den Goliath besiegte mit seiner Steinschleuder. Der Stein brachte die Wende. Wie wäre die Geschichte der Israeliten verlaufen ohne David und seine Steinschleuder? Der Stein wurde zum Zeichen und Symbol, der den Wandel brachte von Resignation zu Zuversicht und Hoffnung.
Ich habe festgestellt, dass viele Menschen im übertragenen Sinne auch "ihren" Wendestein im Leben erfuhren. Da kam der Brief mit der Zusage für eine lebenslange Berufsanstellung. Da gab es ein Erschrecken bei einem Beinahe- Unfall, das Wachwerden und die Dankbarkeit dafür, dass das Leben noch eine neue Chance gab. Da gibt es die Frau, die bei einer Party, zu der sie gar nicht gehen wollte, den Mann ihres Lebens fand. Da bekommt das Kind nach einer Kette von Misserfolgen in der Schule endlich einen Lehrer, der genau der richtige Begleiter ist.
Kannst du den "Wendestein" deines Lebens benennen? Gibt es vielleicht sogar mehrere davon?  Oder wartest du noch darauf? Wie kann ein solcher Stein in dein Leben kommen?
Ich glaube, dass diese Steine, die die Wende bringen, ständig in unserem Leben auftauchen. Wir erkennen sie nur oft nicht, weil wir nicht aufmerksam genug sind für die uns zugedachten Zeichen am Weg. So wünsche ich dir offene Augen und ein wachsames Herz für das Kleine und Unscheinbare, dass deinem Leben die positive Wendung gibt.

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Samstag, 12. April 2014

Deine verborgenen Kräfte

Gestern sah ich einen Jungen auf der Straße. Er spielte Fußball und trug ein Trikot mit der Aufschrift: Neuer (die Nummer 1). Das Hemd war zwar reichlich groß, aber er trug es mit sichtbarem Stolz. Dieser kleine Junge ist auch eine Nr. 1! Das Bild erinnerte mich an Gespräche mit Kindern über die Reliquien von Heiligen. In den Altar einer Kirche werden Knochen eingelassen in der Hoffnung, dass etwas von der Qualität des dazugehörigen Heiligen sich auf die Gemeinde überträgt. Der Mensch, der dann den Altar berührt erfährt möglicherweise Stärkung und Heilung. Er geht gebäugt in die Kirche hinein und geht aufrecht wieder heraus. Was früher die Reliquienknochen waren, sind heute die Trikots von Fußballspielern. Die Jungen haben mir immer wieder bestätigt, dass man im Trikot von Manuel Neuer sich zehn Zentimeter größer und erheblich stärker fühlt.
Wenn die Medizin immer mehr über die positive Heilkraft mit Hilfe des Placebo Effektes spricht, dann ist das aus Sicht der Religion ein alter Hut. Spirituelle Menschen haben schon immer gewusst, dass in uns Menschen geheimnisvolle Kräfte wirken, die wir positiv beeinflussen und mitgestalten können. Früher hießen die Hilfsmittel Knochen, Fahnen, Steine, Weihrauch, Gewänder und Kerzen und heute sind es Trikots und Fanartikel. Die Idee dahinter ist der Wunsch nach einem Zuwachs von Energie und Stärke. Letztlich werden da unsere Selbstheilungskräfte aktiviert. In jeder Lebenssituation kannst du spüren: Deine Ressourcen sind größer als du denkst!

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Freitag, 11. April 2014

Kein Lob, aber dafür Wertschätzung!





Wir sollten öfter loben. Das wird so leicht dahin gesagt. Manche mögen kein Lob und auch kein Lob erteilen. Im Lob steckt eine Wertung: "Das hast du gut gemacht." Welch eine Anmaßung. Als ob ich bewerten könnte, ob jemand etwas gut gemacht hat. Wenn ich werte, werde ich zum Maßstab. Beim Loben gibt es einen Lobenden und einen Gelobten, bzw. einen getadelten, wenn die Leistung nicht gut ist. Es gibt eben kein "Gut" ohne "Schlecht". Loben schafft ein Oben und Unten. Oben ist der Lobende und unten befindet sich der Gelobte. Lob schafft einen Rangunterschied. Darin liegt ein Stück Entwürdigung.

Wertschätzung dagegen beinhaltet ähnliches aber zugleich völlig verschiedenes. Wertschätzung geschieht auf Augenhöhe. Da heißt es auch nicht mehr: "Das hast du gut gemacht." Sondern: "Das, was du gemacht hast, findet meine Anerkennung." "Du hast dich eingebracht." "Das gefällt mir." "Das mag ich!" "Hast du das für mich gemacht?" "Da hast du ganz schön viel Arbeit drin gesteckt." Wertschätzung hat etwas zu tun mit Würdigung, mit Respekt. Sogar, wenn etwas in meinen Augen nicht gelungen ist, kann ich es wertschätzen. Ich mag die Entschlüsse der Regierung nicht gut heißen, aber ich kann würdigen, dass sie sich intensiv mit den Fragen auseinandergesetzt haben. Ich kann mit den Zeugnisses meines Kindes nicht einverstanden sein, aber ich kann wertschätzen, wie viel Arbeit und Mühe dahinter steckte. Die Wertschätzung gibt uns einen inneren Anschub, mehr von dem zu zeigen, was gewürdigt wird. So wünsche ich dir ein waches Herz für jedes Engagement.

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Dienstag, 8. April 2014

Ein Freund...


Ein Freund ist jemand, 
dem man den ganzen Inhalt des Herzens
reichen kann, weil man weiß,
dass er ihn mit zärtlicher Hand
annehmen und sichten wird.

(aus Arabien)

Mögest du reich gesegnet sein mit solchen Freundinnen und Freunden.
Möge dein Herz voller Dankbarkeit für dieses Geschenk sein.
Mögest du selbst eine Freundin und ein Freund sein mit einer zärtlichen Hand.
Möge dein Sichten voller Friede und Zuwendung sein!

Montag, 7. April 2014

Wer die Menschen liebt...

hat immer eine große Familie.
Dieser Spruch kommt aus Ägypten. Wir leben in einer Zeit, in der es Familien nicht immer leicht miteinander haben. Ehen gehen auseinander, Paare finden sich neu, Patchworkfamilien entstehen. Manche Singles sind nicht so stark eingebunden in einer Familie und verankern sich eher im Freundeskreis. Entscheidend ist für mich die Erfahrung, sein Leben nicht allein gestalten zu müssen. Ich bin eingebunden, verbunden, habe meinen Platz. Ich denke an meine Großfamilie mit Freundinnen und Freunden und umgekehrt hoffe ich auch.
Wer nicht lieben kann erfährt oft Einsamkeit. Mir gefällt der Gedanke aus Ägypten, wie du zu einer großen Familie kommst: Einfach die Menschen lieben. Die Liebe verbindet die Menschen überall auf der Welt. Du musst nicht einmal Blutsverwandt sein.
Wer die Menschen liebt, hat immer eine große Familie. Immer - das heißt wirklich jede Stunde, jeden Tag, in jedem Alter, bis zum Tod. Augustinus sagt: "Liebe und tu, was du willst."


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Sonntag, 6. April 2014

Heilsame Unterbrechung

Komm mir nicht in die Quere! Daran musste ich denken, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war und eine Angestellte vor ihrer Apotheke den Fahrradweg fegte. Schon hatte ich das Bild in mir, wie der Besenstiel zwischen meine Felgen gerät und ich über den Lenker stürzte. Zum Glück war ich nicht so schnell unterwegs. Es bestand keine Gefahr. Ich konnte rechtzeitig bremsen und die Fegerin hat mich bemerkt.
Wenn dir jemand in die Quere kommt, musst du deinen Weg unterbrechen. Du hältst für einen Augenblick an. Du denkst, dass du es eigentlich jetzt in diesem Augenblick gar nicht gebrauchen könntest. Du willst deinen Plan umsetzen und bist voller Tatendrang. Du möchtest nicht ausgebremst werden und dein Ziel erreichen. Du empfindest es als schädlich, wenn sich dir jemand einfach in den Weg stellt.
Dennoch ist es wichtig, ab und zu unterbrochen zu werden. Manche reden ohne Punkt und Komma. Wenn du solche Leute nicht stoppst, hast du keine Chance. Manchmal verfolgst du ein Ziel und erst im Anhalten stellt sich heraus, dass das Ziel gar nicht so wichtig ist für dich.
An dem Tag, als sich die Apothekerin mir in den Weg stellte mit ihrem Besen, stellte ich an meinem Ziel fest, dass ich meinen Fahrradschlüssel vergessen hatte. Aha, dachte ich, so funktioniert das Leben. Ich hätte vor der Apotheke zur Besinnung kommen können. Fahr nach Hause und hol deinen Fahrradschlüssel! Hab ich nicht gemacht.
Häufig kommen Menschen zu mir mit einer Energie, die heute mit burn-out bezeichnet wird - eine vom eigenen System verordnete innere Zwangspause. Manchmal kommen wir uns selbst in die Quere und bremsen uns aus. Da ist es gut, die Signale nicht zu übersehen. Sei jederzeit aufmerksam für das, was im Hier und Jetzt geschieht! Wenn dir jemand in die Quere kommt, dann danke ihm für das Geschenk der Unterbrechung. Wahrscheinlich war das Signal wirklich für dich gedacht, jetzt in diesem Augenblick. Die Unterbrechung lädt dich ein, nach innen zu gehen und zu überprüfen, ob du noch auf dem Weg bist, der für dich förderlich ist. Jesus sagt in der Bibel dazu: Kehr um!

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Samstag, 5. April 2014

Den Alltag unterbrechen






Wenn du am Morgen deine Beine aus dem Bett hebst bleib für einen Moment auf der Bettkante sitzen und besinne dich: Was wünsche ich mir für den heutigen Tag?

Wenn du beim Frühstück in dein Brot beißt, mach eine kurze Pause. Was esse ich hier eigentlich?
Wenn du unterwegs bist, mach eine kurze Pause. Lass die Welt für einen Augenblick still stehen. Wenn du die Zeitung liest, mache beim Lesen eine kurze Pause. "Was habe ich da gerade gelesen?" Wenn du mit jemanden sprichst unterbrich deine eigene Rede und mache eine kurze Pause.
Mit jeder Unterbrechung wirst du dir deiner selbst gewahr. Du steigst aus aus dem Alltagsgeschäft und spürst dich selbst.
Wenn du anfängst wahrzunehmen kommst du in den Genuss des Hier und Jetzt
Ich wünsche dir den Genuss des Augenblicks, wo du dich unterbrichst um dir zu begegnen.

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Freitag, 4. April 2014

Nur eine Mogelpackung?

Auf dem Bahnsteig steht auf einer blauben Hinweistafel "Fahrgastinformation". Darunter in einer Laufschrift die Angabe der Uhrzeit. Ich bin irritiert und weiß nicht wieso. Früher stand auf solchen Tafeln einfach nur: Information. Der Fahrgast trat gar nicht in Erscheinung. Als Fahrgast wusste ich ja, dass diese Informationen für mich gedacht sind. Jetzt lese ich es auch noch weiß auf blau: Das sind Informationen für mich, den Fahrgast.
Dann lese ich die Information: Sie beschränkt sich auf die Angabe der Uhrzeit. Ich erfahre also nicht, wann der Zug jetzt genau kommt, ob es für mich einen freien Platz gibt und ob der Zug pünktlich sein Ziel erreicht. Die Informationen sind also eher spärlich. Aber ich bin gemeint, ich der Fahrgast. Es gibt Informationen für mich. Oder geht es gar nicht um Informationen, sondern eher um den Service, eine Fahrgastinformationstafel anzubieten?
Das ist die Irritation! Die Bahn bietet mir als Kunden eine Fahrgastinformationstafel an! Wie wunderbar, das hat mir beim Reisen noch gefehlt! Jetzt stehe ich auf einem verwaisten Bahnsteig, ich kann keinen Beamten oder Schaffner sehen, den ich etwas fragen kann. Es gibt auch keinen Schalter, lediglich einen "Fahrgastautomaten". Aber ich habe eine Informationstafel. Danke für den Service!
Die Taktik ist interessant für das Leben. Wenn du etwas nicht hast, dann kannst du aber dieses, was du nicht hast, werbewirksam inszenieren. So versteckst du dein "Nichthaben", den Mangel. Wenn du Hunger hast, dann hältst du eine Tafel hoch, dass du an sich Pizza toll findest! (Du verschweigst deinen Hunger) Wenn du Arzt bist, dann hängst du ein Schild auf, wo der Patient lesen kann: "Hier schüttelt der Arzt noch persönlich Ihre Hand." (Er verschweigt, dass er aus Zeitgründen nicht mehr für dich tun kann.) Webinare versprechen ein wunderbares Geschenk mit ganz tiefen Erkenntnissen, wenn du einen Button drückst und deine Mailanschrift verrätst. (Das Geschenk entpuppt sich dann als die aufgewärmte Brühe von dem, was du eh schon wusstest.) Deine Seite bei facebook erzählt dir, dass du irrsinnig viele Freunde hast. (Was du dir verschweigst ist, dass du vielleicht nur mit zweien davon redest."
So wird eine "Fahrgastinformation" beim näheren Hinsehen zu dem, was es in Wirklichkeit ist. Ein relativ nutzloses Teil, das immerhin noch den Bahnsteig verziert aber dir kaum Informationen gibt.

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Mittwoch, 2. April 2014

Du bist ein "all in one" und mehr

"All in one" als PC,  "all in one" als Drucker, "all in one" als Fitness Studio, "all in one" als Name einer Band, "all in one" einer Süßwarenfirma, "all in one" Gebäudedienstleistungen, "all in one" Versicherungen. Noch mehr "all in one" erwünscht? Reisen "all in one" gibt es auch schon neben Smartphone, Küchenmaschine und Kaffevollautomat.
"Alles in einem" auf Deutsch gibt es bei Google eher als Vorschlag für Übersetzungen in einer anderen Sprache oder als Suchanfrage für Synonyme. "All in one" Eigentlich ist das doch eine gute Idee und eine Vereinfachung. Ich benötige nicht mehr viele verschiedene Geräte, sondern ich habe ein Gerät für alles. Das wäre noch schöner. Ein Gerät für wirklich alles! "All in one" ist nicht wirklich "All in one". Es ist bestenfalls "many in one". "Many in one" wird jedoch schnell zu "too much for one". "All in one" wäre wahrscheinlich wirklich "too much for one".
"All in one" ist durchaus auch eine spirituelle Frage. Paulus sagt im ersten Korintherbrief der Bibel, dass Gott alles in allem sei. In Gott ist die Fülle. Von ihm kommt "Alles" und in ihm kehrt "Alles" zurück. Wir Menschen haben Anteil an seiner Fülle.
Als Mensch bist du auch ein "All in one". Du bist vollkommen ein Mensch ohne jeden Abstrich. Auch wenn dir ein Finger fehlen würde, wärest du immer noch ein Mensch. Du bist unglaublich reich an Gefühlen in einer riesigen Bandbreite. Die hast Millionen von Körperfunktionen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Du hast Fähigkeiten, Ressourcen, kannst denken, planen und mit deinen Händen etwas schaffen. Du kannst gleichzeitig denken, mit den Händen arbeiten, lachen und dich unterhalten. Währenddessen arbeitet der Blutkreislauf in dir und die Verdauungsorgane. Du siehst zur gleichen Zeit, was in deiner Peripherie geschieht und hörst die Vögel zwitschern. Bei all den vielen Gleichzeitigkeit bist du "one", du bist "ein Mensch".
Es wird nie etwas von Menschen geschaffenes geben, das wirklich "all in one" ist. Du aber, auch mit allen "Fehlfunktionen" bist ein wunderbares "Allinone"!

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