Freitag, 31. Januar 2014

14. irischer Segensimpuls: Erfahre die Schönheit der Welt

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Mit all ihrem Trug, ihrer Plackerei und ihren zerronnen Träumen - die Welt ist immer noch schön!

Ich erlebe es immer wieder: Nach einer Krise, manchmal nach Tagen und manchmal auch nach Wochen, klatsche ich in die Hände und spreche mir Mut zu. Ich stehe auf und sage mir: Das Leben geht weiter. Woher kommt auf einmal diese neue Kraft? Will ich die Resignation nicht mehr länger aushalten? Wächst mein unerschütterlicher Glaube dennoch wieder durch das Dickicht von Enttäuschungen?
Eine Krise kommt nicht von ungefähr! Sie kündigt sich lange an. Du arbeitest und lebst in Beziehungen. Alles empfindest du als richtig und stimmig. Und plötzlich ist irgendwo und irgendwie der Wurm drin. Die Arbeit schmeckt dir nicht mehr so richtig. Die Beziehungen empfindest du nicht mehr als so glücklich wie am Anfang. Die negativen Zeichen und die dumpfen Gefühle treten immer häufiger auf und werden immer stärker. Zugleich verdrängst du sie, weil du ja eigentlich ganz glücklich bist. Du hast ja eine Arbeit und Menschen, die dich eigentlich mögen. Aber eben in diesem Augenblick nur "Eigentlich". Neben dem "Eigentlich" wächst der Unmut, die Sorge, die Angst, der Ärger. Wenn du gut bist, bekommst du das rechtzeitig mit und korrigierst deine Schritte.
Wenn du nicht gut drauf bist schlitterst du in deine heilsame Krise. Es knallt und der Vulkan bricht aus. Plötzlich ist nichts mehr wie es vorher war. Das Chaos bricht aus.
So verlaufen in Kurzform in der Regel unsere Krisen. Unser irischer Segen kommt heute zu einem Schluss: "Mit all ihrem Trug, ihrer Plackerei und ihren zerronnen Träumen..." Es wird wahrgenommen, worin ein Teil des Lebens besteht. Die Iren zeigen hier wieder einmal ihre Fähigkeit, den Realitäten nicht auszuweichen, sondern den Trug, die Plackerei und die zeronnenen Träume wahrzunehmen, zuzulassen und damit zu leben. In eine Krise gerätst du vor allem dann, wenn du diese Realitäten ausblendest und wenn du dir dein Leben ständig schön redest. So lange wir in diesem Körper wohnen gibt es das Zusammenspiel von Freude und Leid. Es ist unvermeidbar. Die Erlebnisse kannst du nicht verhindern, aber du kannst entscheiden, wie du sie wahrnimmst und annimmst.
Unser Segen endet jedoch nicht mit den zerplatzten Träumen. Auch eine Lebenskrise mit dem Chaos wendet sich irgendwann. Eine "Dauerkrise" über Jahrzehnte hält kein Mensch aus. Du stirbst oder du packst das Leben wieder an. Der Segen endet mit der klaren Feststellung: "Das Leben ist immer noch schön!" Auch das ist eine Kunst! In Allem immer wieder die Schönheit zu sehen, trotz und mit allen Einschränkungen. Kann ich diese Kunst erlernen, die Schönheit zu sehen? Ja, das ist möglich! Du kannst dich dazu entscheiden, hier und jetzt "Ja" zum Leben zu sagen und einfach deinen Weg zu gehen.
Damit wären wir wieder beim Anfang des Segens angelangt. "Geh deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast, und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag." Du erlernst die Kunst des Lebens, indem du einfach gehst. Du nimmst wahr! Dir wird bewusst! Du akzeptierst! Du sagst Ja! Dein Herz wird weit! Du fühlst die Verbindung mit dem Ursprung und mit allem, was ist! Du bist!

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Donnerstag, 30. Januar 2014

13. irischer Segensimpuls: Halte Frieden mit deiner Seele

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Lebe in Frieden mit Gott, wie du ihn jetzt für dich begreifst. Und was auch immer deine Mühen und Träume sind in der lärmenden Verwirrung des Lebens - halte Frieden mit deiner eigenen Seele.

Man könnte erwarten, dass in einem Segen Gott an erster Stelle genannt wird. Doch erst in diesem Vers wird das Wort "Gott" zum ersten Mal erwähnt. "Lebe in Frieden mit Gott". Dennoch war die göttliche Gegenwart in allen Teilen des Segens zu spüren. Du musst den Namen "Gott" nicht extra aussprechen, um sich seiner Gegenwart zu vergewissern. Wie leicht geschieht es, dass es "dein" Gott wird im Sinne deiner selbstgemachten Gedankenkonstruktionen. Oft stricken wir nämlich "Gott" nach unserem Vorstellungen und Lebenserfahrungen und verwechseln den Gedanken mit Gott selbst. Wir sagen zwar Gott aber meinen damit nur unseren "Gedanken über Gott".
Doch zurück zum Segensvers. Wir sollen in Frieden mit Gott leben und zwar so, wie wir ihn jetzt begreifen! Das impliziert eine Entwicklung. So, wie wir vor Jahren über Gott dachten, denken wir heute nicht mehr. So, wie wir ihn jetzt begreifen, werden wir ihn morgen nicht mehr begreifen. Das bringt mich auf den Gedanken, dass wir Gott nie im Verstand und nie in unseren Händen haben. Er bleibt unverfügbar. Vielleicht ist er gegenwärtig als ein geheimnisvolles Du und als ein Gegenüber. Vielleicht ist er aber auch ein "In-uns-Atmender" oder "Im-Herzen-Wohnender"? Egal, wie wir ihn sehen, denken, spüren oder wahrnehmen. Es ist gut für unser Seelenheil, damit im inneren Frieden zu sein.
Allzu oft hadern wir mit unserem Schicksal und machen Gott dafür verantwortlich. Warum erlebe ich dies und warum geht es mir so schlecht? Warum lässt du das zu? Eine befriedigende Antwort erhalten wir eh nicht. Das praktische Erlebnis eines wirklich "befriedeten" Herzens mag da hilfreicher sein. Den Frieden kannst du nämlich spüren und fühlen.
Des Weiteren weiß unser heutiger Segensvers gut Bescheid von den Mühen und Anstrengungen, mit denen sich jeder so rumplagt. Wenn du auf dein Leben zurückblickst und deinen Alltag wahrnimmst, kannst du schon den Eindruck gewinnen, dass es sich mühevoll, lärmend und verwirrend anfühlt. Die Vielfalt und die Eindrücke können dich leicht aus der Balance bringen. Deine Lebensträume verwirklichen sich leider nicht immer so, wie du es dir wünscht. Die Mühen der Arbeit sind in den Knochen spürbar. Du verlierst die Lust am Alltag und am Entdecken der neuen Möglichkeiten. Diese Erfahrungen gehören zum Menschsein dazu.
All das wird dich nicht wesentlich erschüttern, wenn du "im Frieden mit deiner Seele" bist. Wenn du ständigen Zugang zu ihr hast, wirst du ausgeglichen und "gleichmütig" einfach deinen Weg gehen. Es existiert in dir ein "magisches Duo", eine unerschütterliche Allianz. Die Mystiker aller Religionen und aller Zeiten wusste davon und strebten danach: Die Vereinigung der Seele mit Gott. Auch du bist ein Mystiker, mehr als du glaubst!

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Mittwoch, 29. Januar 2014

12. irischer Segensimpuls: Es ist gut wie es ist

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Du bist ein Kind der Schöpfung, nicht weniger als die Bäume und Sterne es sind. Du hast ein Recht darauf, hier zu sein. Und ob du es merkst oder nicht - ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so, wie sie es soll.

In den ersten Versen des irischen Segens ging der Blick auf die Fragen, wie du dein Leben gut bewältigen kannst. Welche Einstellungen und Sichtweisen sind hilfreich? Wie gehst du mit dir und mit anderen Menschen um? Es gab Empfehlungen wie die innere Seelenruhe zu finden und allen zugewandt sein, ohne sich dabei selbst aus den Augen zu verlieren. Wir mögen zu unserer Wahrheit stehen, zänkische Lebensfelder meiden und aufhören, uns zu vergleichen mit anderen Menschen. Wir dürfen uns freuen über unsere Fähigkeiten, über die Liebe, die Vorzüge unseres jeweiligen Alters und über eine freundliche Einstellung uns selbst gegenüber.
Heute geht es um die Einbettung in das Große und Ganze. Du bist ein Kind der Schöpfung. Der Vers erinnert an die Aussage von Jesus im Lukasevangelium, dass wir ohne Sorge leben mögen. Gott liebt seine Schöpfung mit allen Blumen, Bäumen und Sternen. Und mitten darin lebst du. Wir werden erinnert an den "Urzustand" von uns Menschen. Da gab es Adam und Eva und das Paradies. Sie lebten in einem himmlischen Garten in der Liebe zu Gott, zur Schöpfung und zu sich selbst. Auch heute noch können wir uns entscheiden, ob die Erde ein Garten Eden oder die Hölle für uns ist.
Du kannst in dir das Bewusstsein zur Entfaltung bringen, was dieser Vers ausdrückt. Du hast ein Recht darauf, hier zu sein. Hier auf dieser Erde gibt es einen Platz für dich. Du musst nicht darum kämpfen und dir erstreiten. Vielleicht musst du schauen, wo dein Leben sich entfalten kann. Aber der Grundsatz wird nicht in Frage gestellt. Du schwingst dabei mit der ganzen Schöpfung. Alles geht seinen Weg. Alles entfaltet sich, wie es soll.
Kannst du mit dem Großen und Ganzen mitschwingen? Spürst du in dir das große "Wir"der Schöpfung? Du bist ein unendlich wichtiger Teil in dem unendlich großen Kosmos. "Und ob du es merkst oder nicht" - auch dieser Nebensatz hat es in sich. Es kann sein, dass du die Entfaltung und das Leben der Schöpfung nicht siehst und nicht wahrnimmst, weil du in dir gefangen bist. Du bist beschäftigt mit deinen Ängsten und Kränkungen. Du hast deine Sorgen und Nöte im Blick. Um dich herum entfaltet sich das Leben und du fühlst dich ausgeschlossen. Aber nur, weil du es so fühlst! Sobald du deine Aufmerksamkeit auf das Große und Ganze richtest und dir sagen lässt, dass du dazugehörst, kann sich dein Leben wieder wandeln.
Die innere Haltung, die aus diesem Vers erwächst könnte lauten: "Du bist ein geliebter Teil dieser Schöpfung. Schwinge einfach mit!"

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Dienstag, 28. Januar 2014

11. irischer Segensimpuls: Finde die Balance zwischen Selbstbeherrschung und Freundlichkeit

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir. Im Übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst.

Den ersten Satz muss ich erst einmal kauen. Da bist du innerlich erregt. Du ärgerst dich. Du kannst nicht mehr an dich halten und es platzt aus dir heraus. Der Frust. Der Ärger. Die Kränkung. Die Verletzung. Deine Bedürfnisse wurden nicht wahrgenommen. Dann kommt jemand zu dir und sagt dir: "Beherrschen Sie sich mal!" Das hörst du nicht gerne, denn du bist ja noch mitten drin in deiner Kränkung. Vielleicht wünscht man es sich für so manche Choleriker, die allzu schnell ausrasten, dass sie ihre Toleranzschwelle ein wenig ausdehnen.
Dennoch, das mit der Selbstbeherrschung ist nicht so einfach. Vor allem, wenn es um das "Herrschen" geht. Beim Herrschen gibt es immer ein Oben und ein Unten, ein Befehlen und ein Gehorchen. Auch das "Selbst" zu "beherrschen" halte ich eher für eine Verwechslung mit dem "Ego". Das "Selbst" in uns können wir gar nicht beherrschen. Es ist das ewig in uns Angelegte, die Seele. Es ist der Teil, der immer mit uns wohlwollend ist. Im "Selbst" sind wir am intensivsten mit uns und mit Gott verbunden. Wahrscheinlich jedoch meint der irische Segensvers das "Ego" in uns. Es ist die Instanz, die schnell gekränkt ist. Da sind unsere verschiedenen Identitäten zu hause. Es will geschmeichelt werden und braucht seine Streicheleinheiten. Es unterstützt uns auf dem Weg, unser wahres Selbst zu finden, ist dabei aber ein wenig unberechenbar wie ein Kind.
Vielleicht könnten wir den Vers ein wenig "neudeuten". Wenn du auf der Egoschiene bist und nur dich selbst im Blick hast mit deinem Gekränktsein, deinem Darstellungsdrang und deinem Selbstverwirklichungstrip, dann nimm das mal im Blick. Arbeite daran, dass alle deine Seiten sich heilend auf dich auswirken. Indem du die Veränderungen in dir erwartest, gibst du dich nicht einfach so geschlagen mit deinem Ego, sondern glaubst an deine persönliche Weiterentwicklung.
Aber auch die eigene Weiterentwicklung sollte nicht zwanghaft betrieben werden. Wie schnell geschieht es, dass du zum militanten Meditierer und übergrifflichen Missionar deiner Überzeugungen wirst. Das vermeidest du, indem du freundlich und sanft zu dir selbst bist. Hat dir schon mal jemand gesagt: "Sei nicht so streng mit dir selbst!" "Geh doch mal etwas barmherziger mit dir um!" Vielleicht hast du auch selber das Gefühl: "Ich bin nicht genug!" - "Ich bin nicht richtig!"
Mir gefällt die Vorstellung, sanft zu mir selbst zu sein. Du schaust von außen auf dich drauf mit einem wohlwollenden Lächeln. Du schaust dir zu und magst dich so, wie du bist. Du blickst auf dich mit einer mütterlichen oder väterlichen Haltung und streichelst das Kind in dir. Dein "höheres Selbst" sagt etwas zu dir und du "Kind" hörst die Stimme, die zu dir sagt: "Es ist alles gut mein Kind. Ich streichle deine Wangen und lade dich ein, dich einfach fallen zu lassen. Du bist geborgen und es gibt nichts zu tun."

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Montag, 27. Januar 2014

10. irischer Segensimpuls: Pflege dein Gemüt

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Pflege die Kräfte deines Gemüts, damit es dich schützen kann, wenn Unglück dich trifft, aber überfordere dich nicht durch Wunschträume. Viele Ängste entstehen durch Enttäuschung und Verlorenheit.

Übersetzt könnte man sagen: Betreibe Psychohygiene! Gestalte dein Leben nach wohlwollenden inneren Grundsätzen. Führe ein bewusstes und erwachsenes Leben! Unser Gemüt kann sich als sehr labil oder störanfällig erweisen, wenn wir es nicht gut kennen. Traumatische Kindheitserlebnisse können zu jeder Zeit wieder aktiv werden.
Wenn du nicht innerlich vorbereitet bist, kann ein Unglück dich völlig aus der Bahn werfen. Früher wurde Weisheit gerne in Sprichwörtern weitergegeben. Diese "Weisheitswörter" waren die Mittel der damaligen "Psychotherapie". Dazu gehören Sätze wie: "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not." "Geh frisch ans Werk und geh früh, so hast du schon halb gewonnen." -  "Alter schützt vor Torheit nicht."
Jeder Mensch sammelt im Laufe des Lebens seine eigenen Weisheiten und versucht, mit Hilfe dieser  Erkenntnisse sein Leben zu gestalten. Zugleich kennt dieser irische Weisheitsvers noch eine Nuance. "Pflege die Kräfte", das heißt, werde dir deiner Ressourcen, Fähigkeiten und Begabungen bewusst. Entdecke, was in dir steckt! Wenn du deine Fähigkeiten entdeckt hast, geh sorgsam mit ihnen um. Entwickle sie, bau sie aus, gestalte sie und lass sie nicht brach liegen. Es wäre zu schade, wenn du dein Leben nicht lebst!
Neben den vorhandenen Ressourcen im Inneren gibt es jedoch auch die "Wunschträume". Du lebst in Illusionen von "Das könnte ich auch!" - "Das wäre toll, wenn ich die Möglichkeiten zusätzlich hätte..." Es geschieht so leicht, dass wir in Tagträume abdriften und "hätten", "sollten" und "müssten" zu den Lieblingsworten zählen. Du bist der du bist und es besteht keine Notwendigkeit, mehr zu sein. Aber auch nicht weniger! 
Interessant ist die Vorstellung, den eigenen Ängsten auf die Spur zu kommen. Manche entstehen eben durch Enttäuschung und Verlorenheit. Wenn du in der Täuschung lebst, weil du nicht das machst, was dir entspricht, musst du vielleicht unsanft aufwachen. Du hast dich getäuscht, das gehört nicht zu dir. Wenn du auf einmal aus deinen Tagträumen aufwachst stellst du fest: Es ist niemand mehr bei dir. Du bleibst allein zurück. Das Glück findet auf einem anderen Acker statt.
Die Kräfte des Gemütes zu pflegen ist ein probates Mittel zur Vorbeugung vor Enttäuschungen. Wirklich weise!


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Sonntag, 26. Januar 2014

9. irischer Segensimpuls: Sei freundlich mit deinem Alter

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Nimm den Ratschluss deiner Jahre mit Freundlichkeit an. Und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.

Nimm dich an, so wie du bist. So könnte ein erster Grundsatz lauten. Die Ergänzung hieße: Nimm dich mit jedem Lebensalter an, so wie du bist. Im Angesicht unseres zeitlich begrenzten Lebens können sich die Sichtweisen auf das Leben noch einmal deutlich verschieben.
Mit zwanzig Jahren hast du das Gefühl, dass dein ganzes Leben noch vor dir liegt. Aus Tausenden von Möglichkeiten kannst du wählen und immer wieder völlig neue Erfahrungen machen. Wenn du dich heute entscheidest und dich irrst, kannst du am nächsten Tag dich umentscheiden und hast kaum Zeit verloren. Wenn du alt geworden bist, schränken sich die Möglichkeiten ein. Du siehst die kleiner werdende Lebensspanne vor dir und fragst dich, ob diese oder jene Abzweigung für sich dich noch lohnt.
Jetzt stell dir vor, dass du dich in deiner Jugend für einen bestimmten Beruf entschieden hast. Später auch für eine Liebe. Du feierst deinen 65igsten Geburtstag und blickst auf den langen Weg zurück. Jetzt kannst du trauern über alle verpassten Möglichkeiten und Wege. Von den Tausenden hast du wirklich nur wenige ausgewählt.
Vor dir liegt jetzt das Paket der Erfahrungen und Erlebnisse, für die du dich entschieden und die du umgesetzt hast. Der irische Segensspruch lädt dich ein, dieses Paket in die Hände zu nehmen und freundlich zu betrachten. Ja, das ist dein Paket. Es ist nicht wenig, es ist dein "Erfahrungsschatz". Du hast deine Bestimmung erfüllt. Dafür kannst du dir Anerkennung ausspechen.
Du sagst Dank für die erworbene Weisheit und machst dann den nächsten Schritt, der voller Größe und Würde ist. Du gibst deinem Schöpfer die Jugend mit Anmut zurück. Du bist nicht verbittert. Du haderst nicht mit den verpassten Gelegenheiten. Du siehst auf deine schwieligen Hände und schaust im Spiegel auf dein faltiges Gesicht. Du lächelst dir freundlich zu und lässt in Gedanken den "Jugendwahn" los. Du hast es nicht nötig, da noch mitzumachen.

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Samstag, 25. Januar 2014

8. irischer Segensimpuls: Sei du selber

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Sei du selber - vor allem: heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst. Doch denke nicht verächtlich von der Liebe, wo sie sich wieder regt. Sie erfährt soviel Entzauberung, erträgt so viel Dürre und wächst doch voller Ausdauer, immer neu, wie das Gras.

Sei in Übereinstimmung mit dir selber. Überprüfe, ob Kopf und Bauch die gleiche Botschaft sagen. Achte auf deine Seele und auf deine Gefühle. Suche die Mitte und die Balance. Der erste Teil des Verses hört sich so einfach an: Sei du selber!
Doch wer ist dieses "du"? Woher weiß ich, dass das "ich" bin und nicht die Stimme meines Vaters oder das Denken meiner Mutter? Wie bekomme ich mit, dass mein Denken und meine Gefühle zu mir gehören? Je konkreter wir uns die einzelnen Segensteile anschauen, desto mehr wissen wir, was gemeint ist.
Heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst. Du kannst höflich und freundlich zu allen Menschen in der Welt sein weil alle Gottes Geschöpfe sind. Aber ob du Zuneigung empfindest ist eine andere Liga. Intuitiv wirst du genau spüren, ob dein Gegenüber "nur" höflich zu dir ist, oder ob er dich mag. Und umgekehrt wirst du auch wissen, ob dein Herz zum Herz des anderen spricht.
Warum jedoch besteht die Gefahr, dass wir gering von der Liebe denken könnten? Stell dir einmal vor, du begegnest einem Menschen, der dir Zuneigung heuchelt. Du merkst es nicht und du öffnest auch dein Herz. Dann kommt auf einmal das große Erwachen. Du bittest um Hilfe und Unterstützung und erfährst eine Abweisung und eine Abfuhr. Du hast geglaubt, dass dein Gegenüber aus Zuneigung und Liebe dich unterstützen wird und erlebst eine tiefe Kränkung. Einmal magst du es verschmerzen. Aber wenn dir das öfter widerfährt wirst du anfangen, allen Menschen gegenüber misstrauisch zu sein. Heuchelt der andere nur oder ist er mir wirklich gut gesonnen?
Der irische Vers meint, es wäre schade um die Liebe, wenn du sie nicht mehr erfährst und lebst. Wenn du aufgrund von Enttäuschung dich der Liebe verschließt, dann entgeht dir die Quelle des Lebens und der Freude. Die Liebe ist unglaublich. Sie kann Jahre verdorren und plötzlich wieder lebendig werden. Sie kann kurzatmig aber viel mehr noch ausdauernd sein. Die Liebe überrascht uns immer wieder. Sie ist wie ein Elixier, das unserem Leben Farbe gibt. Im Winter erscheint das Gras leblos und grau. Dann kommt der Frühling und ohne Vorankündigung wächst und blüht es wie die Liebe in Hülle und Fülle. Und wenn du "du selber bist", wirst du das merken und dein Bewusstsein für die Fülle in dir entfaltet sich.

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Freitag, 24. Januar 2014

7. irischer Segensimpuls: Sei vorsichtig bei deinen Geschäften

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften. Die Welt ist voll Tricks und Betrug. Aber werde nicht blind für das, was dir an Tugend begegnet.

Manche Menschen sind sehr gutgläubig. Das ist auch im Prinzip ganz sinnvoll. Wenn die Welt voller Misstrauen wäre, dann würden wir uns gegenseitig belauern und nichts käme zustande. Übe dich allerdings in Vorsicht bei deinen Geschäften. Vorsicht ist nicht gleich Misstrauen. Der Vers lädt uns ein, mit einer guten Portion Menschenkenntnis an unsere Aufgaben heranzugehen. Nicht jeder Mensch meint es gut mit dir. Wenn du darauf hereinfällst, dann liegt es auch an deinem Mangel an Sorgfalt und Vorsicht. Dennoch spricht der Vers sich gegen jedwede Form von Einseitigkeit aus. Wer zu vorsichtig ist, kann blind werden gegenüber dem, was es an Tugend in der Welt gibt.
Hinter diesem irischen Gedanken gibt es ein verborgenes Lebensprinzip. Das lautet "sowohl/als auch" im Unterschied zu "entweder/oder". Viele Menschen sind einseitig gestrickt in ihrer Meinung über das Leben. So hörst du Kommentare auf der Straße wie: "Die Welt ist schlecht!" "Wenn es drauf ankommt, denkt jeder doch nur an sich selbst." "Alle Politiker sind korrupt!" Entweder ist ein Mensch gut oder er ist schlecht. Manchmal werden Menschen verteufelt oder das Umgekehrte geschieht: Aus Menschen werden Götter gemacht. Irgendwann zeigen sie ihre Schattenseiten und werden vom Thron gestürzt.
Das andere Denkprinzip lautet: "sowohl/als auch". Kein Mensch ist nur verdorben und niemand ist perfekt in allen Dingen. Wir Menschen tragen alle Licht- und Schattenseiten in  uns.
Außerhalb des Raumes vom Prinzip "sowohl/als auch" liegt die Gefahr, blind zu werden für die Realität, so wie sie sich dir zeigt. Du wirst blind für den Schatten oder du wirst blind für die Tugend.
Die wahre Weisheit liegt darin, den Betrug ernst zu nehmen und sich an der Tugend zu erfreuen.

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Donnerstag, 23. Januar 2014

6. irischer Segensimpuls: Freue dich und bleibe bescheiden

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

Freue dich an deinen Erfolgen und Plänen. Strebe wohl danach weiterzukommen, doch bleibe bescheiden. Das ist ein guter Besitz im wechselnden Glück des Lebens.

Es gibt eine klare Option am heutigen Tag. An erster Stelle steht: Freue dich! Das ist eine klare Absage an jegliches Kleinreden und falscher Bescheidenheit. Wir sollten dem Leben grundsätzlich positiv gegenüber stehen. Wir haben Fähigkeiten, Begabungen und Ressourcen. Die Welt ist ein Geschenk und eine Gabe an uns. Wir dürfen uns auf dieser "Spielwiese" austoben, sie erkunden und gestalten. Die Einladung aus dem Vers lautet: Gestalte dein Leben! Entwickle dich und erfreue dich an all deinen Plänen und Erfolgen. Koste dein Leben aus!
Daneben gibt es eine weitere Erkenntnis oder eine Voraussetzung, unter der die "Erfolgsprämisse" steht. Das Glück des Lebens ist wechselhaft. Nicht alle deine Pläne werden sich verwirklichen lassen. Es kann durchaus Rückschläge geben. Wer etwas wagt und sein Leben einsetzt, der wird erleben, dass auch einmal etwas nicht so gelingt. Das Kind, das laufen lernt, wird unweigerlich fallen. Das gehört zum Laufen lernen dazu.
Eingebettet im Satz "zwischen der Freude am Erfolg" und dem "wechselnden Glück des Lebens" steht die Haltung der Bescheidenheit. Bescheidenheit mögen viele nicht so gerne. Wir kennen alle den Spruch: "Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr."  Bescheidenheit kann leicht moralisch missverstanden werden. Ich habe einmal gelesen, dass bescheiden sein etwas zu tun hat mit dem "Unterscheidungsvermögen von Gut und Böse." Wer bescheiden ist, ist also in der Lage, den Unterschied zu sehen. Ein bescheidener Mensch kann Abstand zu sich selber einnehmen, sich von außen betrachten und seinen Handlungen eine abgewogene Einschätzung geben.
Wenn du erfolgreich deine Pläne umgesetzt hast, dann gestehst du dir ein: "Ja, ich bin dankbar, dass es geklappt hat. Es hätte auch anders sein können. Die Möglichkeit dafür war auch da. Jetzt hat alles gut funktioniert. Das ist jedoch keine Garantie, das es morgen auch so sein wird. Und auch das ist völlig in Ordnung. Das gelungene Geschenk von heute nehme ich an. Was morgen kommt, sehe ich morgen!"

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Mittwoch, 22. Januar 2014

5. irischer Segensimpuls: Vergleiche dich nicht mit anderen

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

"Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst, wisse, dass Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten. Denn es wird immer größere und geringere Menschen geben als dich."

Das gehört wohl als Grundkonstante zu uns Menschen dazu: Wir vergleichen! Du hast Geschwister und beobachtest, wie deine Eltern sich verhalten. Lieben sie deinen Bruder oder deine Schwester mehr als dich? Wer bekommt welche Geschenke in welchem Wert zu Weihnachten oder zum Geburtstag? Du rechnest den materiellen Wert eines Geschenkes in Liebe um und vergleichst.
Du wohnst neben deinem Nachbarn, der eine besser bezahlte Arbeit hat und eine größere Wohnung sein Eigen nennt. Er fährt einen größeren Wagen und fliegt zu exklusiveren Urlaubszielen. Und zur Steigerung der Ungerechtigkeit gehen seine Kinder auf das Gymnasium und deine in die Realschule. Du kommst zu der Erkenntnis, dass dein Nachbar sich glücklich preisen kann und du vom Pech verfolgt wirst.
Manchmal macht das Vergleichen ja durchaus Sinn, wenn du z.B. die Preise für Konsumgüter gegenüberstellst und dich für das günstigste Angebot entscheidest. In unserem heutigen Vers geht es jedoch um dein Leben und wie du dich vergleichst mit anderen Menschen. Du fängst dann an zu werten, zu "be-"werten, du urteilst und "ver"-urteist. Es ergibt sich ein Oben und ein Unten. Du bist im dualen Denken verhaftet. Das führt zur Eitelkeit bei den "Gewinnern" und zur "Bitterkeit" bei den Verlierern. Eitelkeit und Bitterkeit führen dich weg von dir selbst. Stell dir vor: Dein Nachbar hat weniger Brot zu essen als du. Dir wird bewusst, dass du reicher bist als er und du bist stolz und denkst an dein Geld. Dann kann es geschehen, dass du das Brot nicht mehr genießen kannst, sondern du "genießt" statt dessen den größeren "Reichtum" oder deinen "Stolz". Der Bezug zu den Dingen wie Brot geht dir verloren. Das Brot verliert seinen Wert, seinen Geschmack und am Ende verliert das ganze Leben seine Freude. Du brauchst dann immer einen armen Nachbarn, an dem du dich hochziehen kannst. Der Reiche wird vom Armen abhängig, weil er den Vergleich braucht.
Der Mensch, der wenig Brot hat, aber neidisch auf den Reichen mit viel Brot schaut, wird sein Brot auch nicht genießen können. Er lebt in der Phantasievorstellung, dass das Brot des Reichen besser schmeckt. Je länger er in diesem Gedanken verweilt, desto bitterer wird das Brot schmecken.

Der irische Segensvers lädt dich ein, grundsätzlich aus dem Vergleichen auszusteigen. Nimm es als gegeben hin, dass alle Menschen unterschiedlich sind. Das war so, ist so und wird immer so bleiben. Solange es Menschen gibt, werden die Güter der Welt unterschiedlich aufgeteilt sein. Du könntest dieser Tatsache einfach ein wenig gleichmütig gegenübertreten. Das entlastet dich und führt dich aus dem missionarischen Eifer heraus, den so manchen "Sozialpolitiker" im Umgang schwer erträglich macht. Ich glaube, dass du erst mit einer inneren Gelassenheit und persönlicher Dankbarkeit ein guter und gerechter "Verteiler" wirst, weil du keine Angst mehr hast, übervorteilt zu werden.
Ein weiser Pfarrer gab damals uns jungen Kaplänen einen wertvollen Hinweis: "So gut, wie die Leute sagen, dass du bist, bist du nicht! Aber so schlecht, wie die Leute sagen, dass du bist, bist du auch nicht!"
Als Zusammenfassung bleibt: Höre auf dich zu vergleichen. Du bist in Ordnung, so wie du bist.

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Dienstag, 21. Januar 2014

4. irischer Segensimpuls: Meide laute und zänkische Menschen

Der Segen aus dem Jahr 1692 enthält Verse von tiefer Weisheit und stärkender Ermutigung. Der heutige Vers heißt:

"Laute und zänkische Menschen meide. Sie sind eine Plage für dein Gemüt."

Für manche ist es verlockend, im Kreis der Kritiker zu sitzen. Überall, wo es Menschen gibt, gibt es in der Regel auch die Kreise der so genannten "Kritiker". Sie glauben in der Regel zu wissen, wie es besser geht und was die anderen alles falsch machen. Allein das Zuhören ist eine Plage für dein Gemüt. Gehen wir dem Gedanken mal ein wenig nach.
Wo finden sich diese lauten und zänkischen Menschen eigentlich in der Gesellschaft? Du findest sie bei den Kommentatoren in der Zeitung, als Gäste bei den Talkshows im Fernsehen, manchmal in der politischen Opposition oder auf den Hinterbänken. Sie mauscheln in den letzten Kirchenbänken und treffen sich auf dem Marktplatz mit den Worten: "Hast du schon gehört?!" Sie ergötzen sich an den Skandalnachrichten im Katastrofenfernsehen und sind die eifrigsten Aufrechterhalter eines Zeitunglebens, das von den "bad news" lebt. Woran erkennst du solche Kreise?
Der irische Segen sagt es klar und deutlich: Sie sind laut und zänkisch! Laute und zänkische Menschen sind durchaus verführerisch. Sie sprechen aus, was dir selber am Herzen liegt. Sie bringen den Ärger ins Wort, der in jedem von uns wohnt. Die "zänkischen" Menschen erhöhen ihre Zuhörerkreise, indem sie in Resonanz gehen zu dem Ärger in deinem Herzen über erlittenes Unrecht oder Kränkung.
Wenn du diesen lauten Menschen zuhörst kommt es manchmal zu einer ersten Erleichterung: "Endlich sagt jemand mal die Wahrheit! Ja, so ist es! Die sollte man endlich mal bestrafen! ..." Wenn du im Kontakt mit den zänkischen Kreisen deinem Herzen mal Luft verschafft hast folgt anschließend die Ernüchterung. Es ändert sich nichts! Alles bleibt, wie es ist! Vieles wird zerstört. Menschen werden vernichtet und es bleiben Ruinen und Kränkungen übrig. Wer sich in zänkischen Kreisen bewegt, muss mit den Folgen für die eigene Psyche rechnen. Was folgt daraus?
Wenn du laute und zänkische Menschen meidest (wozu du mit Sicherheit nicht gehörst! Und ich auch nicht!) tust du etwas für deine Psychohygiene. Du stärkst dein Gemüt! Bewahre dir den inneren Seelenfrieden und die Balance in deinem Herzen.
Deine erlebten Kränkungen sind der größte Nährboden für zänkische Kreise. Wenn du darauf achtest, niemanden zu kränken und zu beleidigen; wenn du im Gegenteil alle anderen hoch achtest, dann schaffst du einen fruchtbaren Boden, auf dem Zank wenig wachsen kann.

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Montag, 20. Januar 2014

3. irischer Segensimpuls: Sage deine Wahrheit ruhig und klar



Weiter geht es ims Januar mit dem alten irischen Segen von 1692  zum Bedenken und meditiern. Trotz des hohen Alters ist der Inhalt des Segens auch für unsere Gegenwart geeignet. 

Der Vers heute heißt: "Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar und hör die anderen auch an, selbst die Unwissenden, Dummen - sie haben auch ihre Geschichte."

Der Vers macht deutlich, dass jeder von uns wirklich "seine" eigen "Wahrheit" und Sicht auf die Wirklichkeit hat. Es gibt nicht "die" Wahrheit an sich, die für jeden und für alles gültig ist. Die Wahrheit hängt immer von der Erfahrung des Betrachtenden ab.
Manchmal sind wir aufgeregt, weil etwas geschehen ist, dass das Leben durcheinanderwirft. Irgendjemand hat etwas angestellt. Oder du musst eine schlechte Nachricht überbringen. Du bist mit einem Ergebnis deiner Arbeit unzufrieden. Du musst deiner Familie sagen, dass dein Gehalt gekürzt wurde oder dass der Urlaub ausfällt oder jemand krank geworden ist.  Oder du liegst mit jemandem im Konflikt.
Wenn wir dabei innerlich aufgeregt und außer uns sind, die Mitte verloren haben, fällt es schwer, ruhig und klar in seiner Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu bleiben. Je gelassener du in einer Situation bist, desto klarer wird auch deine Einschätzung. Oft sagen wir bei einer Aufregung ja auch: jetzt atme mal durch und komm zur Ruhe! In ein paar Stunden sieht die Geschichte schon anders aus. Gut, wenn du dazu in der Lage bist, wieder zur Ruhe zu kommen.
Besonders in Konflikten ist es wichtig, seine Position in Ruhe und Klarheit zu äußern. Weder schweigen, noch herumschreien. Sich in eine solche Haltung zu begeben ist wirklich eine  Lebenskunst. In einem Konflikt kannst du dir vor Augen halten, dass deine Wahrheit eben nur "deine" Wahrheit ist. Das beteiligte Gegenüber erzählt auch eine Wahrheit, eben "seine" Wahrheit. Wenn du innerlich gelassen bleibst und in dir ruhst, wirst du auch die Wahrheit des anderen gerne hören und ertragen können. Vielleicht ergibt sich aus deiner Wahrheit und die Wahrheit des anderen im Konflikt eine gemeinsame neue Lösung, die beide Wahrheiten berücksichtigt.
Der irische Segen geht sogar noch einen Schritt weiter. Sogar die Dummen und Unwissenden haben ihre Geschichte und somit ihre Weisheit und eine wertvolle Sicht auf die Dinge. Eine scheinbar "dumme" Frage in einem Konflikt birgt so manches mal den Ansatz zur Lösung.
Jeder Mensch, ob scheinbar dumm oder scheinbar schlau trägt zum Leben, zur Lösung von Konflikten und zur Bewältigung von Aufgaben bei. Ob in der Familie oder am Arbeitsplatz: es könnte sich als heilsam erweisen bei jedem für einen Augenblick zu verweilen und Danke zu sagen.

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Sonntag, 19. Januar 2014

2. irischer Segensimpuls: Mit allen auf gutem Fuß stehen


In der Mitte des Monats Januar angekommen möchte ich gerne einen alten irischen Segen von 1692 in den Blick nehmen und "durchmeditieren". Bis zum Ende des Monats werde ich einen kleinen Gedankenimpuls zu einzelnen Versen des Segens geben.

Der Vers heute heißt: "Steh mit allen auf gutem Fuße, wenn es geht, aber gib dich selber nicht auf dabei."

Mir gefällt die Vorstellung, dass es möglich ist, mit allen Menschen auf der Welt "auf gutem Fuße" zu stehen. Das macht deutlich, dass wir alle gleichwertig Schwestern und Brüder sind. Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. In einer Stadt dürfen alle, die da wohnen, da sein. Ich bin ein Teil meiner Stadt und ich gehöre dazu. Egal, wohin ich im öffentlichen Raum auftauche: Ich darf da sein und mein Gegenüber auch. Grundsätzlich darf ich positiv und offen eingestellt sein allen Menschen gegenüber und zunächst das Gute von Jedem denken. Welch eine Weite!
Mit allen Menschen auf gutem Fuße stehen mit einer kleinen Einschränkung. Die heißt: "wenn es geht". Ich muss nicht mit allen Menschen mich verbrüdern und verschwestern. Ich darf mit meinen eigenen Schattenseiten schauen, ob es für geht, mit meinem Gegenüber in ein gutes Einvernehmen zu kommen. Ich darf ihn als Bruder oder sie als Schwester sehen, muss es aber nicht. Das gibt mir Freiheit und Freiraum.
Auch, wenn ich im Anderen einen Bruder oder eine Schwester sehe, bleibe ich "Ich". Ich darf mich nicht aufgeben. Das heißt, es ist wichtig, immer ein gutes Gefühl für sich selbst zu behalten. Manche Menschen sind erst glücklich, wenn alle anderen im Raum glücklich sind. Doch wenn du selber unglücklich bist, kannst du nicht für das Glück der anderen sorgen. Für andere Menschen da sein kannst du nur mit dem, was zu dir gehört und was Dein ist.
Jetzt formuliere ich den Segensvers noch einmal für mich um. Sei mit allen Menschen in einer guten Verbindung im Rahmen deiner Möglichkeiten und habe dabei gut deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche im Blick.

Samstag, 18. Januar 2014

1. Irischer Segensimpuls: Geh deinen Weg

In der Mitte des Monats Januar angekommen möchte ich gerne einen alten irischen Segen von 1692 in den Blick nehmen und "durchmeditieren". Bis zum Ende des Monats werde ich einen kleinen Gedankenimpuls zu einzelnen Versen des Segens geben.

Der Vers heute heißt: "Geh deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast, und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag."

Schon 1692 empfanden die Menschen Lärm und Hast. Aus unserer Sicht war das Leben damals doch langsam und beschaulich. Der Eindruck von Hektik hängt nicht von Terminen, Computern und Autoverkehr ab, sondern von der inneren Einstellung. Wir entwickeln ein Gefühl für das, was uns antreibt.
Es gibt die Empfehlung, immer wieder einmal am Tag Zeiten und Orte der Ruhe und des Auftankens zu suchen. Das Sofa im Wohnzimmer, der Platz im Garten, die Ecke in einer Kirche, eine Parkbank oder ein Waldweg laden dich ein, zur Ruhe zu kommen und deine Mitte zu finden. Die Gefahr besteht, sich im Außen zu verlieren. Was muss ich noch tun und erledigen? Was möchte dieser und jener von mir? So lande ich schnell beim anderen und verlasse meine Mitte. An einem ruhigen und stillen Ort in deiner erreichbaren Umgebung kannst du dich einüben, den inneren ruhigen Ort zu finden. Manche finden diesen Raum in der Herzgegend, manche auch im Bauch. Dein Herz trägst du immer mit dir herum. Wenn du die Ruhe im Herzen findest, kannst du an einer belebten Straße stehen und bist dennoch gelassen und ruhst in dir. Wenn du in deiner Mitte ruhst, ist das Frieden. Es gibt nichts zu kämpfen und keine Anforderungen. Geh deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast, und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.

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Freitag, 17. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Zeitirritationen sind Bestandteil deines Lebens

Manchmal hast du das Gefühl, dich in der Zeit vertan zu haben. Du kommst zu früh oder zu spät. Manchmal hast du am Morgen ein Abendgefühl oder wachst am Abend erst innerlich auf. Du bist ein wenig neben der Spur und die Wirklichkeit zeigt sich anders als in den gewohnten synchronen Zeitabläufen. Dieses Phänomen nenne ich Zeitirritation. Dazu folgendes Erlebnis:

Ich fuhr mit meinem Rad zum Supermarkt und kettete mein Fahrrad an. Als ich nach dem Einkauf mit meiner Tasche den Markt verließ sah ich, dass mein Fahrrad verschwunden war. Aber in der Nähe stand ein sehr ähnliches Rad. Merkwürdig! Mein Schlüssel passte zu dem mir fremden Rad. Ich lachte auf! Da fährt doch tatsächlich jetzt jemand mit deinem Rad spazieren und unsere Fahrradschlösser haben zufällig auch noch das gleiche Schloss. Was blieb mir übrig, als mich auf dieses Fahrrad zu setzen und damit nach Hause zu fahren. Unterwegs schaute ich mir das Rad genauer an. Es war meinem Rad zum Verwechseln ähnlich. Es ließe sich so fahren wie meines, es fühlte sich an wie meines und kurz vor der Wohnung wusste ich es: es war meines. Es war mir nur auf einmal fremd geworden.
Dieses Erlebnis fand wenige Tage später eine merkwürdige Fortsetzung mit der Erfahrung eines déja- vu. Ich war wieder mit dem Rad und einem Freund unterwegs zu einem anderen Supermarkt. Wir parkten unsere Fahrräder und mein Freund kettete sein Rad am Ständer fest. Als wir wiederkamen stand mein Rad da wie ich es verlassen hatte. Das Rad meines Freundes auch. Aber die Kette mit dem Schloss war verschwunden. Eine ältere Dame sprach uns an und erzählte, dass kurz vorher ein Mann sein eigenes Fahrrad nicht wiederfand und das Rad meines Freundes für seines hielt. Er sprach einige Arbeiter an einer Baustelle in der Nähe an, die kurzerhand die Kette des Rades meines Freundes mit einem Bolzenschneider zerschnitten. Dann entdeckte der fremde Mann sein eigenes Rad wieder, schloss es auf und fuhr davon. Mein Freund konnte so zwar sein Rad retten, aber nicht sein Fahrradschloss. 
Merkwürdig, nicht wahr? Zwei Ereignisse kurz hintereinander mit der Suche nach einem Fahrrad vor einem Supermarkt, zwei scheinbare Verwechslungen und zwei mal war ich daran beteiligt. Hatte ich vielleicht bei der ersten Fahrradgeschichte eine Vorahnung von dem nachfolgenden Ereignis? Achte einmal auf die Ereignisse, die merkwürdig zeitlich sich zusammenfügen.

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Donnerstag, 16. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Öfter mal Nein sagen

Vor einiger Zeit war ich in Köln und saß in der Fußgängerzone auf einer Bank. Neben mir versuchte ein Sanitäter vom Arbeiter-Samariter-Bund, Mitglieder zu werben für seinen Verein. Das machte er so, dass er jeden auf Kölsch ansprach mit dem Satz: „Hamse mal 2 Minütschen?“ Ich saß dort eine halbe Stunde und nicht einer hatte diese zwei Minuten übrig.
Im Supermarkt gibt es hin und wieder einen Stand, wo man ein Produkt ausprobieren kann. Ein wenig Creme für die Haut heute im Sonderangebot; eine Fertignudelpackung heute im Rahmen einer Sonderaktion; oder im Foyer eine Werbecrew für einen bekannten Pannendienst. Ich selbst habe nie Zeit und halte an einem solchen Stand nie an. Dabei könnte ich doch mal ein wenige Creme abstauben oder ein Stück Mettwurst probieren. Aber ich mache es nicht. Es nervt mich, weil ich meinen Einkauf erledigen will.
Dennoch habe ich Respekt und Achtung vor diesen Menschen, die mir etwas „andrehen“ wollen. Sie müssen eine hohe Frustrationstoleranz, Idealismus oder einen angemessenen Stundenlohn haben. Wie erleben sie wohl uns „Vorbeiläufer“? Aus ihrer Perspektive gesehen gehen viele Menschen vorbei, die sie oft nicht einmal ansehen, die bestenfalls „Nein danke!“ sagen, die mit dem Kopf schütteln, die sich demonstrativ wegdrehen oder genervt dreinschauen. Diese Erlebnisse geben mir Anlass zum Nachdenken.
Kennst du diese Erfahrung? Da sagt jemand Nein zu dir. Nein, das will ich nicht. Nein danke, nicht mit mir! Du, ich möchte nicht! Kannst du so ein Nein akzeptieren? Was geschieht mit deinen Gefühlen, wenn du ein Nein kassieren musst. Manchmal kann es geschehen, dass uns so ein Nein durch und durch geht. Es mag sein, dass es vielleicht nur um eine Terminabsage geht. Aber du verstehst es als Absage an deine Person. „Der mag mich nicht!“ „Die lehnt mich ab!“ „Meine Freundschaft ist gefährdet!“
Mir fällt bis heute das „Nein sagen“ total schwer. Und umgekehrt kann ich ein Nein nur schwer akzeptieren. Darum könnte ich nie ein Werbemensch im Supermarkt oder in der Fußgängerzone sein. Dennoch! „Hut ab!“ vor diesen Menschen. Sie stehen dort und erledigen einfach ihre Aufgabe.
Inzwischen habe ich jedoch dazugelernt. Für den Lions-Club verkaufe ich zurzeit Lose für das Entenrennen.  Da stand ich an einem Samstag auf dem Wochenmarkt und rief den Leuten zu: „Na, haben Sie schon Lose für das Entenrennen?“ „Jeder Euro für Kinder- und Jugendarbeit in Ahlen!“ „Unterstützen Sie uns!“ Ich stellte mich den Leuten in den Weg. Meine Angst habe ich einfach abgeschüttelt wie lästige Schmeißfliegen. Schließlich war alles ja für einen guten Zweck. Ja, es sind viele Leute vorbeigegangen und ich musste so manches Nein schlucken. Aber ganz viele haben auch „Ja“ gesagt. Und dann ist mir etwas aufgefallen!
Wenn ich ein deutliches und klares „Ja!“ zu mir und in mir trage, kann ich gut mit dem Nein umgehen. Ein Nein darf ruhig ein Nein sein ohne Rechtfertigung, ohne Erklärung ohne einen überflüssigen Kitt. Es ist Ausdruck meiner Freiheit. Jeder darf, niemand muss. Ich auch nicht! Interessanterweise habe ich am Ende ordentlich Lose verkauft und es gab mehr „Ja!“ als „Nein!“
Wie ist eigentlich Jesus mit dem Nein umgegangen. Haben einige potentielle JüngerInnen wohl auch abgelehnt? War Jesus dann gekränkt? Immerhin hat Jesus einmal Nein zu seiner eigenen Familie gesagt nach dem Motto: Wer seid ihr? Seid ihr meine Familie oder sind es die, die Gottes Willen erfüllen? Oder er sagte mehr als deutlich Nein zu den Händlern im Tempel von Jerusalem. Nein und Ja gehören zum Leben einfach dazu. 
„Soziale“- und „Kirchenleute“ tun sich mit dem Nein manchmal schwerer als der Rest der Welt. Nimm das „Nein!“ nicht so schwer, wo immer es auch herkommt und wie oft es auch ertönt. Das Wagnis des „Nein“ eröffnet manchmal einen neuen Freiraum. Es kann sein, dass du vielleicht einen Freund verprellst. Es kann sein, dass nicht mehr alle denken, wie nett du sonst doch bist.
Wenn dein Nein zu dir gehört, gehört es zu dir. Wenn ein Ja zu dir gehört, gehört es auch zu dir. Es kommt aus deinem Inneren und entspricht dir, hier und jetzt. Morgen kann es auch wieder anders sein. Ich wünsche dir ein frohes experimentieren mit der „Wiedergeburt“ deines Nein. 

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Mittwoch, 15. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Die Zeiträuber stoppen

"Raube mir nicht meine Zeit!" Davon bin ich überzeugt: Jeder kennt solche Menschen, bei denen man das Gefühl hat, dass sie Energie abziehen von dir. Sie sprechen dich an und wollen nur einmal ganz kurz etwas von dir. "Hast du einen Augenblick Zeit? Ich muss dir einmal kurz etwas erzählen." Dann fängt die erste Schleife an: "Kennst du noch den soundso? Nein, nicht? Das ist doch der, der mit dem soundso befreundet ist! Nein, den kennst du auch nicht? Wie soll ich dir das jetzt erklären..." Du fängst schon an, ungeduldig zu werden und wechselst von dem einen zum anderen Fuß. Du schaust unauffällig auf die nächste Uhr und hoffst, dass dein Gegenüber endlich zur Sache kommt. Aber... da kommt noch lange nichts. Und schon bist du im Netz der Spinne gelandet.
Oder, da werben manche mit ihren Produkten im Internet und du interessierst dich dafür. Du liest und liest oder hörst dem Videoauftritt zu und... es kommt nichts außer heißer Luft. Auch wieder so ein Zeiträuber. Immer geht es darum, dein Interesse und deine Aufmerksamkeit zu wecken.
Unfreiwillig gibst du etwas von dir und weißt nicht, ob du auch etwas im Gegenzug bekommst. Was hilft in einer solchen Situation?
Der erste wichtige Schritt beginnt im Vorfeld. Rechne mit Zeiträubern. Überlege, welche Menschen in deinem Umfeld dich innerlich unruhig machen. Du kommst nicht von ihnen weg! Identifiziere also deine Zeiträuber.
Der zweite Schritt heißt: Achte auf den ersten Satz! Höre dabei nicht auf den Inhalt, sondern bemerke dein Gefühl dazu. Entsteht Enge, Ärger oder Unwillen? Bleib bei diesem Gefühl.
Der dritte Schritt heißt: Entwirf eine Strategie, die du sofort zur Hand hast. Im Kontakt mit einem Zeiträuber ist schnelles Handeln erforderlich. Dir bleibt nur wenig Zeit zum Reagieren. Mit einer guten Strategie entkommst du der Umklammerung. Folgende Sätze könnten hilfreich sein.

"Jetzt habe ich leider keine Zeit, aber schicke mir eine Mail mit deiner Anfrage oder ich rufe dich heute um 19.00 Uhr an, dann können wir sprechen."

"Jetzt habe ich nur zwei Minuten Zeit! Sage mir dein Anliegen und dann vereinbaren wir, wie es weitergehen kann."

"In diesem Moment kann ich dir leider nicht zuhören, weil ich innerlich schon bei meinem nächsten Termin bin."

Wichtig ist, dass du agierst und nicht reagierst. Du bist der Akteur deines Lebens. Es gibt auch eine positive Seite der "Zeiträuber". Sie stärken deinen Widerstand und helfen dir dabei, selbstentschieden mit deiner Zeit umzugehen.

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Dienstag, 14. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Den Schatten küssen

Wenn wir zu Beginn des neuen Jahres unsere moralischen Vorsätze fassen dann beschäftigen wir uns mit den Themen, mit denen wir nich so gut klar kommen. Die Seite in uns, die wir nicht anschauen mögen, die wir verleugnen, verdrängen oder bekämpfen nennen wir Schatten.
Wir schauen auf unseren dicken Bauch und mögen uns so unförmig nicht leiden. Wir wären gerne schlanker. Damit wir den dicken Bauch nicht ansehen müssen tun wir so, als sei er gar nicht vorhanden.
Du ärgerst dich über deine Unpünktlichkeit und deine Unfähigkeit, deinen Tag ordentlich zu strukturieren und zu planen. Diese Seite an deiner Persönlichkeit magst du überhaupt nicht und wenn dich jemand auf deine Unpünktlichkeit hinweist, dann gehst du hoch wie eine Rakete.
Welche deiner Schattenseiten sind dir vertraut? Wenn du Vorsätze für das neue Jahr gefasst hast, dann beschäftigst du dich gerade mit einem Teil deiner Schattenseiten. In diesem Augenblick sind sie dir schon bewusst geworden und aus dem Schatten in das Licht getreten. Sie sind dir zwar bewusst, aber du magst sie nicht. Du magst nicht deinen dicken Bauch und und magst nicht deine Unpünktlichkeit.
Aber, diese Seiten sind dir jetzt bewusst. Sie sind im Licht und nicht mehr im Schatten. Wenn du deine Vorsätze nicht erfüllst dann kann das ein Zeichen sein, dass du deinen Schatten wieder aktiviert hast. Darum meine Idee für den Umgang mit dem Schatten: Küsse ihn!
Den Schatten magst du nicht, aber er gehört zu dir. Es ist ein Teil deiner Persönlichkeit. Du wünschst dir ja auch sonst von allen deinen Freunden und Freundinnen und deiner Familie, dass sie dich so annehmen, wie du bist. "Liebe mich doch so, wie ich bin!" Die Schattenseiten gehören zu dir wie alle anderen Seiten, die du magst.
Wie wird mit den "schwarzen Schafen" in deiner Familie umgegangen? Werden sie ignoriert, ausgegrenzt oder beschimpft? So, wie du mit den "schwarzen Schafen" im Außen umgehst, wirst du vermutlich auch mit den "inneren schwarzen Schafen" umgehen. Die "inneren schwarzen Schafe" gehören zu dir, sie sind ein Teil von dir. Wenn du sie gut behandelst, behandelst du dich insgesamt gut.
Den Schatten zu küssen ist mehr, als ihn nur anzunehmen. Im "Annehmen" kommt eher zum Ausdruck, dass du mit Anstrengung und ein wenig Widerwillen dich dazu durchringst, endlich nach einem langen abwehrenden Weg anzufangen, mit dem Schatten einverstanden zu sein. Den Schatten zu küssen heißt, den Sprung ins kalte Wasser wagen, etwas völlig Ungewöhnliches zu tun, eine wirklich neue Erfahrung zu machen, den Kopf umzukrempeln und die Wirklichkeit neu zu erfinden.
Also, viel Freude beim Küssen des Schattens und der Erfindung einer neuen Wirklichkeit!

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Montag, 13. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Ein guter Vorsatz

Viele beginnen das neue Jahr gerne mit einem Voratz. Sie möchten schlanker werden und alles Nötige dafür tun. Sie möchten weg vom Stress und sich mehr Zeit nehmen für die Familie. Untersuchungen zeigen, dass manche das ganz gut hinbekommen, ihre Vorsätze wenigstens bis zur Mitte des Jahres durchzusetzen.
Bei Vorsätzen denken die meisten an einen moralischen inneren Appell. Aus dem "ich sollte" und "ich müsste" wird dann ein "ich werde" und ein "ich will". Dann hängt es von den Umständen, den Einsichten, der Ausdauer und Willensstärke ab, ob das Unternehmen gelingt oder nicht.
Ich möchte den Blick und die Aufmerksamkeit lenken auf einen "Vorsatz" ganz anderer Art. Es ist ein "Vorsatz" jenseits von allen Appellen und Moralvorstellungen und leitet sich von den 10 Geboten her. Dort geht es ja auch scheinbar um Vorschriften und Wegweisungen. Vor allem geht es da um einen "echten Vorsatz", der da lautet: "Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat; aus dem Sklavenhaus." (Exodus 20,2)
Dieser Satz steht in der Reihenfolge vor allen anderen Sätzen (Geboten). Dieser Satz steht an erster Stelle. Er beinhaltet keinen Appell. Er ist eine Erinnerung. Gott erinnert daran, dass er ein befreiender Gott ist. Der Mensch soll frei sein und kein Sklave. Alle Gebote dienen der Unterstützung dieser Erfahrung. Der Mensch soll frei sein! Alle Gebote dienen der Stärkung der Freiheit und der Förderung einer Beziehung zu Gott. Der "Vorsatz" übersetzt meint: Lebe die Gemeinschaft mit Gott, denn er ist immer für dich da. Er sorgt dafür, dass du dein Leben frei und in Liebe entfalten kannst."
Wenn ich jetzt auf das neue Jahr schaue, dann wähle ich mir auch einen"Vorsatz" jenseits von allen "Appellen". Dieser Satz heißt:
"So, wie ich bin, bin ich ganz in Ordnung und ich kann mich lieben und akzeptieren aus ganzem Herzen. Diese Gewissheit erfahre ich von dem, der "größer" ist als ich. Diese Zusage erfahre ich von Gott."
Das ist für mich ein äußerst beglückender "Vorsatz". Da "müsste" und "sollte" ich nichts mehr tun. Alles, was ich tun werde, wird sich aus dieser unerschöpflichen Quelle speisen.

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Sonntag, 12. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Hingabe an das Glück





Wenn wir uns im neuen Jahr zum ersten Mal begegnen wünschen uns in der Regel etwas Segensreiches. „Ein frohes neues Jahr!“ „Alles Gute!“ „Ein schönes oder gutes neues Jahr!“ Jeder pflegt da seine eigene gut durchdachte Lieblingsvariation.

Mir gefällt es, dir in diesem Brief ein glückseliges neues Jahr zu wünschen. Beim ersten Hören klingt es möglicherweise ein wenig antiquiert. In meinem Heimatort war das jedoch der Standardgruß am Neujahrstag, in der Regel sogar in Plattdeutsch, was ich hier schriftlich gar nicht wiedergeben kann. „Glückseliges neues Jahr!“ wünscht dir jemand. Der Angesprochene antwortet dann: „Das gebe Gott und werde wahr!“ 

Bei dem Gruß ist also noch ein deutlicher religiöser Bezug vorhanden. Das Glück im Leben ist ein Geschenk, das einen göttlichen Ursprung hat. Du kannst es nicht machen und du verdienst es dir nicht. Zugleich bedeutet das Glück nicht nur ein Gefühl, sondern es soll „wahr“ werden, d.h. es möge sich wirksam und real im Leben umsetzen. 

An welchen Zeichen würdest du merken, dass dein Jahr einen glücklichen Verlauf nimmt? Und woran werden es die Menschen in deinem Umfeld an deinem Verhalten merken, dass du im Glückszustand bist? Wird es einen Unterschied geben zwischen 2013 und 2014? Wünschst du dir das gleiche Quantum Glück oder vielleicht noch eine Schaufel mehr? 

Jetzt wird es schon fast philosophisch. Zahlreiche Wissenschaftler beschäftigen sich mit dem Thema Glück, angefangen von der Hirnforschung in der Medizin und der Psychologie bis hin zur Theologie. Es gibt inzwischen eine regelrechte „Glücksforschung“ mit der Suche nach „Glücksformeln“. Dabei geht um die Ausschüttung von Hormonen, die Flüchtigkeit von Gefühlsempfindungen und anderen Phänomenen mehr. 

Angesichts des „glückseligen Jahres“ drehen sich meine Gedanken heute um die Kombination der Wörter „Glück“ und „Seligkeit“. In einem Blog im Internet fand ich den interessanten Hinweis, dass „selig“ nichts mit „Seele“ zu tun hat. Die Seele hat einen Bezug zu unserem Innenleben. Der Ursprung von „selig“ liegt im untergegangenen Wort „sal“. Erhalten ist es noch in den Worten Müh-sal und Schick-sal. „Sal“ bedeutet: Gabe, Hingabe, Preisgabe oder auch Wohl. Wirtschafswaren im Ausverkauf mit der Überschrift „Sale“ werden also hingegeben, weggegeben und losgelassen.

„Glückselig“ hieße dann: „Sich dem Glück hingeben.“ So bekommt der Neujahrsgruß eine interessante Färbung. „Ich wünsche dir, dass du dich in diesem neuen Jahr dem Glück hingeben kannst.“ Oder auch: „Ich wünsche dir, dass das neue Jahr mit dem Glück dir zum Wohle wird.“
Du mögest dich also dem Glück hingeben. 
Um das Glück in vollen Zügen erleben zu können, braucht es so etwas wie eine Grundeinstellung. Wenn du vom Leben Schlechtes erwartest und innerlich darauf ausgerichtet bist, kann dein Jahr nicht glücklich werden. Es ist vergleichbar wie mit einem fruchtbaren Ackerboden. Wenn der Boden nährstoffreich ist, kann dort vieles leicht und wie von selbst wachsen. Aber wenn der Boden vergiftet ist, haben Saatkörner keine Chance. 
Übertragen auf die Hingabe an das Glück heißt es also, dass du deinen inneren Ackerboden zubereitest wie der Bauer sein Feld im Frühjahr. Welche Grundhaltung jedoch braucht es, damit das Glück gerne bei dir verweilen möchte? Ist es die Zuversicht? Hilft positives Denken? Hoffnung und Vertrauen oder das Urvertrauen schlechthin? Der Glaube an das Gute? Vielleicht besteht der fruchtbare innere Ackerboden der Hingabe in einer guten Mischung von allem. Für mich gehört zu den Zutaten der Hingabe die Aufmerksamkeit für den Augenblick, sich zu fokussieren und sich nicht gedanklich ablenken zu lassen. Dabei musst du nicht aktiv irgendetwas tun. Die Hingabe an das Glück besteht in der passivsten Form von Aktivität oder der aktivsten Form von Passivität. 

Gehen wir jetzt einmal in die praktische Anwendung der „Hingabe an das Glück“. Du wachst am Morgen auf und es kommt dein erster Gedanke. Was denkst du in der Regel?  „Hilfe, was muss ich heute alles tun. Schaffe ich das!“ „Werde ich diesen Tag überstehen?“ „Hoffentlich geht es meiner Familie gut!“ Kommen dir eher die sorgenvollen Gedanken, die dich plagen oder wachst du auf und empfindest ein Gefühl von tiefer Dankbarkeit. „Wie schön! Gleich gibt es eine heiße Dusche und ein wunderbares Frühstück! Gut, dass ich nicht allein auf der Welt bin und dass so viele Menschen mit mir verbunden sind!“ 
Kannst du dich dann einfach fallenlassen? Und wenn du dein Tagewerk beginnst tust du es ohne Anstrengung und Mühe? Wenn du das so erlebst bist du vielleicht angekommen im „glückseligen neuen Jahr“. Ich wünsche es dir auf jeden Fall von Herzen.

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Samstag, 11. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Die Ruhe bewahren

Das wünschen sich viele Menschen im Alltag: Momente Ruhe um für einen Augenblick in sich zu gehen.Oft lassen wir uns antreiben durch den inneren Antreiber. Der sitzt uns ständig im Nacken und spricht zu uns: "Hast du schon dieses erledigt? Hast du daran gedacht? Du kannst dich jetzt nicht ausruhen, das kannst du dir nicht leisten! Wenn du dich jetzt hinsetzt werde ich dich pausenlos bombardieren mit allen unerledigten Aufgaben. Also, mach voran, dann kannst du dich verdient ausruhen!"
Ist dir diese Stimme vertraut? Kennst du den Antreiber, der pausenlos auf dich einredet? Wahrscheinlich kennst du ihn nur allzu gut. Bislang konnte er ohne Rücksicht sein Antreibergeschäft bei dir betreiben. Aber ab heute ist Schluss! Du hast ihn erkannt! Du bist ihm auf die Schliche gekommen! Du kannst ihm ab heute gezielt sagen: "Danke für deinen Hinweis. Ich werde ihn gerne beachten und umsetzen. Du kannst dich darauf verlassen. Aber jetzt, in diesem Augenblick, komme ich zur Ruhe und sammle meine Kräfte. Ich bitte dich herzlich mich darin zu unterstützen, indem du auch eine Pause einlegst, mein geliebter Antreiber!"

Ein ägyptisches Wort sagt: Wer sich abhetzt, wird nie Vollkommenheit erlangen. Dazu gehören Ruhe und Stille.

Also, wenn du wirklich vollkommen werden willst, höre auf, auf deinen Antreiber zu hören, sondern bewahre die Ruhe! Ruhe bewahren ist nicht nur ein Akt der Besänftigung wenn es laut wird. Damit die Ruhe ihre Wirkung entfalten kann, muss sie "bewahrt", "behütet" werden. So, wie du deinen kostbaren Schmuck auf - "bewahrst", bewahre auch deine Ruhe!


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Freitag, 10. Januar 2014

Mit dem Blick aufs neue Jahr: Synchroner schwingen

Vielleicht lebst du nicht allein, sondern mit anderen Menschen zusammen. Das ist häufig sehr beglückend und schön, manchmal aber auch voller Spannungen. Eine der Ursachen liegt aus meiner Sicht in einem Mangel an Synchronizität. Wir schwingen alle unterschiedlich.
Zwei Menschen gehen aus und der Eine hat in Windeseile Schuhe und Mantel an und der Andere benötigt gefühlte ewige Zeiten. Ich will dabei die Rolle nicht auf Mann und Frau festlegen. Oder beim Essen ist der eine viel früher fertig als der andere. Du stellst einfach fest, dass jeder Mensch so seine ganz eigenen Zeitabläufe hat. Dein Tag kann sich zäh und langsam anfühlen oder rasch und voll. Die Uhr zeigt allen die gleiche Zeit an. Der Tag behält seine 24 Stunden. Die gefühlte Zeit unterscheidet sich jedoch mächtig von den gemessenen Stunden.
Beim Meditieren erlebe ich es häufig, dass für Einige die halbe Stunde schnell verfliegt und andere schon nach zehn Minuten unruhig werden. Diese unterschiedlichen Zeitgefühlt können im Zusammenleben manchmal zu Konflikten führen.
Der erste Schritt für dich könnte heißen: Werde dir bewusst, wie du selbst deine Zeiten und Abläufe empfindest und gestaltest.
Der zweite Schritt heißt: Beobachte, wie deine Umgebung das erlebt im Unterschied zu dir.
Der dritte Schritt heißt: Überlege, ob du hin und wieder dich dem Zeittempo der anderen angleichen könntest. Führt das zu mehr Harmonie und Ausgewogenheit?
Es kann sein, dass dein Gegenüber dankbar dafür ist, dass du mit Ihm oder Ihr stärker synchron schwingst!

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Donnerstag, 9. Januar 2014

Mit dem Blick auf das Neue Jahr: Mehr gestalten und weniger erledigen

Du schaust am Anfang der Woche auf deinen Kalender und hältst dir vor Augen, was alles auf dich zukommt. Am Morgen schaust du auf den Tag und überlegst, was du alles erledigen musst. Unter erledigen verstehe ich die Vorstellung, dass wir bestimmte Pflichtaufgaben haben. Von diesen so genannten Pflichten kommen einige zusammen. Essen zubereiten, einkaufen, putzen, aufräumen, waschen usw. Manchmal arbeitest du dich durch diese Aufgaben und hakst in Gedanken ab, was du geschafft hast. Das Wort "erledigen" drückt dabei eine Menge aus. Am Ende bist du erledigt und erschöpft von deinen Pflichten. Du freust dich auf deine freie Zeit und lebst in der Dualität, im Gegensatz von Arbeit und Vergnügen.
Wenn du das Wort "erledigen" nun ersetzt durch "gestalten" betonst du deine Freiheit und deine Kreativität. Du entscheidest, was du machst und wann du es machst. Du entscheidest auch, ob du es mit Liebe tust oder mit Widerwillen. Du kannst die Aufgaben so gestalten wie Kinder ihre Spiele spielen. Der Tag ist ein Geschenk und darfst ihn für dein Vergnügen mit Inhalt und Freude füllen.
In der Bibel wird die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erzählt. Vor dem "Sündenfall" mussten sie auch im Garten arbeiten, aber sie vergnügten sich. Nach dem "Sündenfall" verwandelte sich der Tag in Mühsal und Plage. Ob es Mühsal und Plage ist oder Freude, Siel und Vergnügen - diese Entscheidung findet in deinem Kopf und in deinem Herzen statt.
Je bewusster du den Beginn des Tages beginnst und in den Tag hineinmeditierst, desto eher hast du die Chance, die lebensfrohe Seite in den Blick zu nehmen. Vielleicht geht das nicht zu hundert Prozent, aber vom Grundsatz her ist eine Veränderung immer möglich.

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Mittwoch, 8. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Die Kunst des Entschleunigens





Vor mir im Supermarkt wollte eine Frau bezahlen. Sie öffnete ihre Geldbörse und suchte die "Taler" zusammen. Sie tat es in aller Seelenruhe. Sie ließ sich nicht ablenken. Die Kassiererin tippte nervös mit ihren Fingern auf der Kasse und die Schlange hinter mir wurde unruhig. Im Alter lässt die Beweglichkeit in den Fingern halt nach und die Augen wollen auch nicht mehr. Kleingeld zählen wird zu einer mühsamen Angelegenheit. Unbeirrt von der Unruhe in ihrem Umfeld sammelte die Frau Geldstück um Geldstück bis es passte. Ich spürte förmlich den Druck hinter mir. Wann geht es hier endlich weiter! Kann nicht nicht nächste Kasse geöffnet werden?

Vielleicht war äußerlich noch nicht so viel zu sehen, aber innerlich war es deutlich spürbar. Überall stieg die Spannung. Dann kam ich an die Reihe mit meinen Waren. Ich wollte bezahlen. Ich bemerkte die Schwere meines Portemonnaies angesichts der vielen kleinen Münzen. Mir wurde bewusst, dass ich immer mit Scheinen zahle, damit alles an der Kasse im Fluss bleibt. Ich gebe stets dem Druck der Ungeduldigen in meiner Schlange nach. Ich beuge mich dem Tempo der Kassiererin.
Dieses mal öffnete ich meine Geldbörse und mich überkam plötzlich eine vollkommene innere Ruhe. Da sprang im Kopf ein Schalter um. Ich zählte Cent für Cent und Euromünze für Euromünze. Ich zögerte sogar manchmal mit dem Herausnehmen nur um das Gefühl auszudehnen, endlos Zeit zu haben.
Ich finde das auch im Nachhinein noch eine wunderbare Übung zur Entschleunigung. Lass dir Zeit! Renn dir nicht ständig innerlich davon! Bleib bei dem, was du tust! Auch das Bezahlen von Waren kannst du würdigen. Immerhin hast du dein Geld schwer verdient! Gib es mit Andacht aus, es ist ja schließlich ein Ergebnis deiner Arbeit! Und - wenn du Herz und Augen öffnest, lernst du jeden Tag eine neue Lektion fürs Leben.

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Dienstag, 7. Januar 2014

Mit dem Blick auf das neue Jahr: Mache Atempausen





Viele Therapeuten empfehlen es und ich auch. Wenn eine Panikattacke auftaucht, wenn du etwas schlimmes erlebt hast, wenn du dich erschrickst, wenn dich jemand beschimpft, wenn du ins Stocken gerätst, wenn du nicht mehr weiter weißt, wenn dir nichts mehr einfällt, wenn du warten musst auf eine möglicherweise unangenehme Nachricht:

Atme erst einmal durch! Atme tief durch! Nutze alle Atemräume aus und atme nicht mit dem Brustraum, sondern tief in den Bauch hinein, mit der so genannten Zwergfellatmung. In einer Krise vergessen wir einfach zu atmen. Die Welt steht still bzw. du erstarrst. Lass deinen Atem fließen. Wenn dein Atem wieder fließt, dann kommst du langsam in einen Zustand der Entspannung und im Zustand der Entspannung finden sich Lösungen für deine Sorgen.
Viele Menschen atmen flach und unregelmäßig. Das Atmen läuft ja auch in der Regel unbewusst ab. Wir atmen wie von selbst oder es atmet in uns. Wenn du auf deinen Atem achtest, merkst du vielleicht, wie du manchmal stockst, den Atem anhältst, schnell oder flach atmest. Beobachte mal deinen Atem. Das kannst du immer und zu jeder Zeit tun.
Wenn du in einer Gesprächsrunde dich aufregst, dann achte auf deinen Atem und atme für einen Moment lang bewusst. Spüre dann, wie sich deine Gedanken und Gefühle verändern und wie du besser zur Mitte kommst. Sich seines Atems bewusst werden dient der Vorbeugung vor Stress, der Stressauflösung, des inneren Ausgleichs und der Balance.
In der Schöpfungsgeschichte der Bibel wird erzählt, wie Gott dem Menschen den Atem einblies. Dieser Vorgang machte den Menschen zu einem lebendigen Wesen. Wir sind also lebendig aufgrund der schöpferischen Beatmung durch Gott. Die Wiederbelebung eines Ertrinkenden geschieht auch durch die Beatmung. Der Patient findet so den Weg vom Koma zum Leben. Im Vorgang und in der Aufmerksamkeit für den Atem wirst du dir inne, dass du ein Mensch bist mit der Atemqualität Gottes. Ausgestattet mit dieser Qualität darfst du dich zurücklehnen und dir sagen: Alles wird gut! Alles ist gut! Schon von Ewigkeit her.

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