Dienstag, 30. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der achte Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Der praktische Teil, die zweite Übung

Lernen sie aus der jüdischen Philosophie und Spiritualität

Dort gibt es das Gebet des „Dajenu“. Dajenu ist hebräisch und heißt auf Deutsch „das Genügende“. Die Übung dazu geht so.
„Allein, dass ich heute aufstehen konnte wäre genug gewesen. Aber ich bin nicht nur aufgestanden. Ich hatte auch meinen Kaffee. Allein, dass ich meinen Kaffee heute am Morgen hatte wäre genug gewesen. Aber ich hatte nicht nur meinen Kaffee, ich hatte auch noch eine Scheibe Brot. Allein das wäre genug gewesen.“
Sie erkennen die Struktur und den Hintergedanken? Es geht um den Blick für die Kleinigkeiten. Sie gehen weg von den großen manchmal unerfüllten Lebensträumen und werden aufmerksam für das scheinbar Kleine und Unwichtige.


Montag, 29. Juni 2015

Meide Malaria!


Zum Finden der inneren Balance empfehle ich die Vermeidung von Malaria! Malaria kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt: "Schlechte Luft!" In früheren Zeiten glaubte man an eine Übertragung dieser Krankheit besonders in den Sümpfen durch schlechte Luft. Auch wenn dieser Weg inzwischen ausgeschlossen werden kann, hat "schlechte Luft" im übertragenen Sinn eine tiefe Bedeutung.
Wo gibt es in Ihrem Umfeld "Schlechte Luft", Malaria? Dort, wo Menschen unfreundlich sind, in Weltverschwörungszenarien, bei Konferenzen mit hohem Konfliktpotential, bei Klatsch und Tratsch, in ungelüfteten Räumen, auf öffentlichen Toiletten, im Straßenverkehr, beim Aufstehen mit schlechter Laune,...
Sorgen Sie also dafür, dass Sie in einem Umfeld atmen, wo die Luft sauerstoffreich und lebensbejahend ist.

matthias-koenning.de

Samstag, 27. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der siebte Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Die „Pflegeprodukte“ – Übungen zur inneren Balance

Ab heute möchte ich Ihnen ein paar „Pflegeprodukte“ vorstellen. Es geht mir dabei darum, das Bewusstsein zu stärken, dass Sie etwas „Gutes“ für sich tun. Dass Sie sich in die Lage versetzen, in einer guten Balance zu sein. Nicht am Ende von Stress, sondern bevor Sie überhaupt ins Tun kommen.

Einige „Pflegeprodukte“ werden Sie kennen und andere werden vielleicht neu für Sie sein. Ich möchte meinen „Ressourcenkoffer“  für Sie öffnen.
Manche Vorschläge sind Basics, manche wünschenswert und manche auch die hohe Kunst der Selbstfürsorge. In meinem Koffer befinden sich Übungen, Sätze und Visualisierungen.
Es gibt ja den christlichen Grundsatz: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Die meisten haben nur mitbekommen, dass man sich um den Nächsten kümmern muss nach dem Motto: Wenn die anderen glücklich sind, bin ich es auch! Der Satz meint jedoch: Du wirst dich um den Nächsten so kümmern, wie du dich um dich selbst kümmerst. Wenn du dich nicht um dich kümmerst bist du nicht gut im Kümmern um die anderen. Wenn du dich selbst gut im Blick hast, wirst du auch die andren gut im Blick haben. Lebe also nach dem Grundsatz: Sei gut zu dir, dann bist du auch gut zum Nächsten.

Dabei gibt es zwei Dimensionen, die ich mit Ihnen betrachten möchte. Zum einen geht es um den Blick nach außen in der Wahrnehmung meines Netzwerkes. Wenn ich ein soziales Netz und darin meinen Platz habe stärkt das meinen Standpunkt. Der zweite Blick wendet sich nach innen. Wenn ich mit mir selber in einem guten Kontakt bin, kann es auch eine innere Balance geben.

Der Blick nach innen

Zählen Sie Erbsen

Am Morgen stecken Sie drei Erbsen in die linke Hosentasche. Immer dann, wenn Sie etwas erlebt haben, was Sie erfreut hat, dann wandert die Erbse in die andere Hosentasche. Sie werden Ihre Augen mehr öffnen für das, was Ihnen gelingt. Sie wenden den Blick fort vom halb leeren Glas hin zum halb vollen. 

Morgen kommt die zweite Übung

Freitag, 26. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der sechste Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Erinnern Sie sich noch an den zweiten Satz? Der heißt:

„Wenn es mir gut geht, kann ich für viele Probleme eine Lösung finden.“

Sie haben sich jetzt in einen Zustand versetzt in dem Sie Lösungen finden können. Eigentlich ist das doch ganz einfach, oder?
Wenn Sie gut drauf sind, geht alles von allein. Sie sind im Flow. Wenn Sie nicht gut drauf sind  werden Sie von Ihren Problemen erdrückt und alles wird zur Qual.

Dann machen wir oft den entscheidenden Fehler: Wir fangen an, die Probleme abzuarbeiten.

Sie erdrücken uns ja schließlich.
Die Alternative heißt: Ich packe nicht ein einziges Problem an, egal wie es auch drückt. Sinnvoller wäre es, erst einmal etwas dafür zu tun, wieder arbeits- oder lebensfähig zu werden.
Die Balance geht vor!

Sie sorgen als ersten Schritt für eine Balance. Erst wenn Sie sich in einer emotionalen Balance befinden, können Sie die Aufgaben bewältigen. Seltsamerweise werden Sie feststellen, dass Sie das Wort Problem erst in den Mund nehmen, wenn Sie in der Dysbalance sind. Im Balancebewusstsein werden Sie Probleme eher als Aufgaben wahrnehmen. Da gibt es eine Aufgabe, die Sie erfüllen möchten und nicht: Da gibt es ein Problem, das Sie lösen müssen.

Es macht also Sinn, sich sehr viel Zeit dafür zu nehmen, wie ich denn ich eine gute Balance komme.

Beim Zähneputzen wissen Sie, was Sie tun müssen, damit Sie Ihre Zähne pflegen. Da wissen Sie, was Ihren Zähnen gut tut. Sie haben dafür Übungen entwickelt und Strategien. Die helfen Ihnen. Sie machen es zwei, drei oder viermal am Tag. Sie bevorzugen bestimmte Bürsten und Härtegrade. Mechanisch oder elektrisch! Sie gehen zum Zahnarzt ihres Vertrauens und machen sogar eine Zahnpropyhlaxe d.h. eine professionelle Reinigung. Sie besitzen möglicherweise Spezialbürstchen und benutzen Zahnseide. Sie haben vielleicht auch noch ganz persönliche Kniffe und Tricks, die sie für sich behalten oder anderen verraten. Sie sind ein Profi ihrer Zähne und Sie haben die Verantwortung übernommen. Und Sie sorgen grundsätzlich und immer für Ihre Zähne. Jeden Tag, jedes Jahr, ein ganzes Leben.

Und dieses Wort möchte ich Ihnen ins Herz schreiben. Sie haben für Ihre Zähne Verantwortung übernommen! Sie sind der Verantwortliche Ihrer Zähne nicht der Zahnarzt, nicht die Zahnbürstenindustrie und nicht die Zahnpasten Hersteller. Sie haben die Verantwortung. Als Kind haben Ihre Eltern für Sie gesorgt. Jetzt sind Sie selber für Ihre Zähne zuständig.

Und für Ihr psychischen Wohlbefinden? Wer ist da verantwortlich? Und welche Mittel und Strategien haben Sie entwickelt, gut für sich zu sorgen?

Nun, irgendetwas machen Sie richtig! Davon bin ich überzeugt. Sonst wären Sie schon längst gestorben. Vielleicht machen Sie schon ganz viel richtig. Wenn es Ihnen gut geht, wenn sie zufrieden sind und das Leben genießen, machen Sie wahrscheinlich schon ganz viel richtig. Machen Sie das mit Absicht, mit Bewusstheit, wissen Sie, wie Sie das machen und was genau Sie machen, dass sie in Balance sind?

Vielleicht sind Sie wie selbstverständlich in einer Balance. Nur, Sie haben keine Ahnung, wie es Ihnen gelingt.
Heute können Sie die Gelegenheit nutzen, einmal zu schauen, welche Pflegeprodukte für die Psyche und welche Instrumentarien hilfreich sein könnten. Was Sie einsetzen oder bewusst gestalten können, damit Sie noch ausbalancierter sind.

Der Markt ist voll von Ratgeberbüchern aus der Psychoecke, des Coaching oder Trainings. Sie können nur etwas unterstützen, was im Wesentlichen in Ihnen liegt. Kein Buch und kein Tipp nimmt Ihnen die Verantwortung ab, der Coach Ihres eigenen Lebens zu sein. 

Morgen kommt die erste Einladung zum Einüben!

Donnerstag, 25. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der fünfte Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Ich habe Ihnen gestern gesagt, dass es mir um zwei Sätze geht. Den einen haben Sie nun gehört:

„ Wenn ich alle meine Probleme gelöst habe, dann geht es mir gut.“

Okay? Jetzt kommt der zweite Satz:

„Wenn es mir gut geht finde ich für alle meine Probleme Lösungen.“

Auch diesen Satz wiederhole ich noch einmal und bitte Sie, diesen Satz auf sich wirken zu lassen. „Wenn es mir gut geht, dann finde ich für alle meine Probleme Lösungen.“

Sie hören den Unterschied? Wenn dieser Satz für Sie stimmt, dann müssten wir jetzt noch einmal von vorne beginnen. Ich habe Sie in Ihre Probleme hineinbegleitet und Sie haben sich mit Ihren Problemen beschäftigt. Vergessen Sie mal für einen Augenblick alle Ihre Sorgen. Da ist eine Fee aufgetaucht, die hat alles weggepustet. Sie dürfen von Punkt Null neu beginnen.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie würden vor der Beschäftigung mit irgendeiner Aufgabe zunächst einmal etwas für sich tun. Etwas, was Ihnen gut tut. Sie bringen sich in eine Verfassung, in der Sie viel besser Ihre Aufgaben bewältigen können. Bislang haben Sie eher nach dem Grundsatz gelebt: Wie kann ich meinen Stress bewältigen? Wie kann ich da vorbeugen? Wie kann ich ihn vermeiden. Sie haben vom Stress und von den Problemen her gedacht. Ich möchte Sie einladen einmal von der anderen Seite her zu denken.
Wenn Sie einen Marathon laufen, wie gehen Sie da vor? Könnten Sie jetzt in diesem Augenblick aufstehen und loslaufen und dann nach ein paar Stunden an Ihr Ziel ankomme?
Nein! Sie müssten sich vorbereiten und Sie müssten Ihren Körper trainieren und Sie müssten das über einen längeren Zeitraum machen. Sie müssten Ihren Körper fit halten und Sie würden das selbstverständlich tun. Sie würden gar nicht mit mir jetzt mitlaufen. Sie hätten ein Bewusstsein davon. Wenn ich Sie zu einem Marathon einladen würde, dann würden Sie zunächst sagen, dass das so ohne Vorbereitung nicht geht. Bei Ihrem Körper scheint Ihnen das selbstverständlich zu sein.
Aber wenn Sie an Ihre Psyche oder an Ihren Geist denken, wie machen Sie es da? Ich gebe Ihnen eine Aufgabe und noch eine Aufgabe und noch eine Aufgabe. Wo ist die Grenze? Was könnten Sie noch vertragen?

So, wie Sie eine gute körperliche Verfassung brauchen, um einen Marathon zu laufen, benötigen Sie auch eine gute psychische Konstitution um durch das Leben gehen zu können. In welcher inneren Verfassung befinden Sie sich jetzt gerade? Sind Sie noch aufmerksam? Sind Sie noch bei mir? Sorgen Sie gerade gut für sich? Stelle ich Fragen, die Sie gar nicht mehr mit bedenken wollen? Oder geht es Ihnen gerade gut? Sind sie entspannt? Müssen Sie eigentlich auf die Toilette oder einen Schluck Wasser trinken? Wenn ja, warum tun sie es nicht?

Stellen Sie sich doch einmal vor, dass es Ihnen gut geht! Woran würden Sie das merken? Wie würde Ihre Familie das sehen und erkennen? Wie würde ich das hier und jetzt merken, dass es Ihnen so richtig gut geht?

Sind Sie fröhlich, zufrieden, ausgeglichen? Sie fühlen sich wohl in Ihrer Haut? Ihnen schmeckt das Essen? Sie können entspannt schlafen? Sie haben Lust auf Hobby auf Menschen? Sie freuen sich, dass die Sonne scheint, Sie genießen den Regen? Sie genießen überhaupt? Sie genießen relativ viele Stunden am Tag? Können Sie den ganzen Tag genießen?
Wie viele Stunden am Tag haben Sie den Eindruck, dass Sie ganz in Übereinstimmung sind mit sich selbst! Die Arbeit geht Ihnen von der Hand. Sie fühlen sich wohl in Ihrer Kleidung, die Raumtemperatur stimmt. Sie sitzen angenehm. Die Zeit verrinnt wie im Flug. Sie genießen die Pausen.
Wenn ich jetzt so spreche, was löst das in Ihnen aus? Denken Sie doch einmal an Ihr Lieblingsrestaurant. Sie suchen sich ein Essen auf der Speisekarte aus und das Wasser läuft Ihnen im Munde zusammen. Jetzt dürfen Sie sich ausruhen und sättigen mit einem Essen, dass Sie total mögen. Sie stärken sich!
Sie können auch an den Menschen denken, den Sie besonders gerne haben. Vielleicht sind Sie frisch verliebt oder gerade Vater oder Mutter geworden oder Sie hatten eine Sternstunde in Ihrer Liebe. Können Sie sich mit diesem Gefühl verbinden? Was taucht da jetzt auf? 
Und morgen kommt wieder die Fortsetzung!

Mittwoch, 24. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der vierte Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Das Geheimnis der inneren Balance
Vom Problemlösungsdrang hin zur Wohlfühlbalance


Ich möchte Ihnen zwei Sätzen sagen und Sie beobachten einmal, was in Ihnen vorgeht, wenn Sie diese beiden Sätze hören. Der erste Satz heißt:

„Wenn ich alle meine Probleme gelöst habe dann geht es mir gut.“
Ich wiederhole noch einmal: Wenn ich alle meine Probleme gelöst habe dann geht es mir gut.

Lassen Sie diesen Satz für einen Moment auf sich wirken. (kurze Pause)

Gehen wir ins Detail und wenden uns dem diesem ersten Satz zu:
„Wenn ich alle meine Probleme gelöst habe dann geht es mir gut.“

Jetzt stellen Sie sich doch bitte einmal alle Ihre Aufgaben vor. Die Alltäglichen, die Aufgeschobenen, die Dringenden, die Unerledigten, die Großen, die Kleinen, die Überflüssigen, die Eigenen, die der Anderen!  

Stellen Sie sich diesen Berg vor! Was müssen Sie da gerade bewältigen?

Jetzt geht es darum, dass Sie sich alle Probleme vor Augen halten. Dafür suchen Sie Lösungen und anschließend geht es Ihnen besser oder sogar gut. Machen wir das einmal praktisch mit dem folgenden Aufgabenblatt.


Sie haben eine Liste vor sich liegen und ich darf Sie bitten, hinter jeder Aussage eine Zahl zu schreiben.  Sie haben für die Auswertung eine innere Skala von 1-10.
1 - heißt: Es gibt nichts zu tun.  Mein Leben befindet sich im grünen Bereich.
10 - heißt:  Eine dicke Baustelle. Da muss ich echt dran arbeiten. Das werde ich nie schaffen!

Wahrscheinlich werden Sie bei vielen Aussagen irgendwo dazwischen liegen.

Ich hoffe, Sie können mir noch folgen und sind jetzt nicht beeindruckt, abgelenkt und vereinnahmt durch Ihre vielen Aufgaben, Sorgen und Problemen

Da gibt es ja Aufgaben, die lösen keinen Stress aus, sondern Freude. Sie möchten z.B. Ihren Urlaub planen. Denken Sie doch jetzt mal an Ihren Urlaub.

Was müssen Sie da noch alles für tun? Und? Macht es Freude oder bekommen Sie Beklemmungen? Der erste Urlaubstag rückt näher und Sie haben noch keine Unterkunft. Außerdem haben Sie sich mit der Familie noch nicht wirklich geeinigt, wohin Sie reisen möchten. Ihre Ehefrau und Sie können sich wohl einigen, aber ihre Kinder, die wollen wo ganz anders hin. Die wollen vielleicht schon gar nicht mehr mit! Vielleicht haben Sie gar keine Lust mehr auf Urlaub! Und außerdem wartet da noch eine ganze Menge Arbeit auf Sie. Werden Sie alle Aufgaben noch vor dem Urlaub erledigt haben? Ist da nicht noch ein kleiner Konflikt mit dem Chef? Und außerdem die Sorge um Ihre Gesundheit? Da gibt es doch seit Wochen schon dieses Kratzen im Hals. Vor kurzem haben Sie einen Artikel in der Zeitung gelesen, dass man Körpersymptome beachten sollte, weil sie sich chronifizieren könnten und die Auswirkungen und Folgen dann?

Das sind jetzt meine für Sie fantasierten Probleme. Sie können noch einmal auf Ihr Arbeitsblatt schauen und meine Gedanken dazu nehmen. Ich bitte Sie also jetzt, dass Sie in sich gehen, nachdenken und sich noch einmal einfühlen. Können Sie sich vielleicht noch ein wenig mehr da hereinsteigern?

Noch einmal der erste Satz:
„Wenn ich alle meine Probleme gelöst habe, dann geht es mir gut.“

Das klingt doch sehr logisch oder? Jetzt habe ich Sie darin unterstützt, ein Bewusstsein für alle Ihr Sorgen und Nöte zu entwickeln oder zu vertiefen. Vielleicht ist es mir auch nicht gelungen, weil ich nicht gut genug war, oder weil Sie gut in den Widerstand gegangen sind.
Wenn ich könnte, würde ich in kurzer Zeit Ihnen allen ein schlechtes Gewissen machen und am Ende hätten Sie Probleme, von denen Sie im Augenblick noch gar keine Ahnung von Anwesenheit haben. Ein kleiner Versuch?
Wann haben Sie Ihrer Frau, Ihrem Mann zuletzt ein wirklich liebevolles Wort gesagt? Wann waren Sie wirklich und ich meine wirklich zum letzten Mal mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit bei Ihr oder bei Ihm? Mit welcher Lebensfrage beschäftigt sich Ihr Partner gerade besonders? Wissen Sie das wirklich?
Wenn Sie jetzt feststellen, dass Sie das nicht wissen, wie nah empfinden Sie Ihre Beziehung jetzt in diesem Augenblick bei einer Skala von 1-10? Alles noch gut? Oder ist Ihre Beziehung gefährdet? Haben Sie jetzt ein Problem, von dem Sie vorher keine Ahnung hatten?
Ein Problem wird ja erst zu einem Problem, wenn eine ganz normal zu bewältigende Aufgabe schwer wiegt oder  sich schwierig anfühlt. Wenn eine Sorge in meinem Kopf kreist und mir schlaflose Nächte bereitet. Wenn ich unglücklich oder unzufrieden bin. Ein Problem entsteht erst, wenn ich es als Problem empfinde. Ich wähle ein Beispiel:
Der Eine redet nicht mehr mit seiner Frau hat aber kein Problem, weil ihn das nicht stört. Seine Ehefrau hingegen kann ein großes Problem damit haben, weil sie an ihrer Beziehung zweifelt.
Es kann sein, dass Sie viele Aufgaben zu bewältigen haben aber kein Problem darin sehen. Und es kann sein, dass sie viele Aufgaben zu bewältigen haben aber lauter Probleme darin entdecken. Je nachdem können Sie mit vielen Aufgaben total unglücklich oder äußerst zufrieden sein. 
Morgen geht es weiter mit dem zweiten Satz!

Dienstag, 23. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der dritte Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Von der Vermeidungsbalance zur Wohlfühlbalance.

Sie merken den Unterschied? Klar! Was haben die Zähne mit unserem Thema der inneren Balance zu tun fragen Sie vielleicht. Beide Typen stehen am Ende da mit gepflegten Zähnen. Das Ergebnis zählt!

Unser Thema heißt jedoch:  Innere Balance!

Ich darf Sie wieder einladen, sich ein Bild vorzustellen. Stellen Sie sich eine Waage vor. Eine Waage hat zwei Hälften. Je nachdem, kann sie sich zu der einen oder zu der anderen Seite neigen. Wenn beide Teile auf gleicher Höhe sind sprechen wir von einem ausgewogenen Verhältnis. Auf ihr Zahnputzverhalten haben Sie Ihr Denken vielleicht bislang folgendermaßen angewendet:

Nicht - Putzen führt zu schlechten Zähnen und die Gesundheit befindet sich nicht in Balance.
Zähneputzen - Ja führt zu gesunden Zähnen und die Gesundheit befindet sich in Balance.

Natürlich suchen Sie eine gute Balance. Sie glauben also, wenn sie gut für Ihre Zähne sorgen befinden Sie sich auf diesem Gebiet in einer Balance. Sie pflegen ja ihre Zähne und gehen regelmäßig zum Zahnarzt. Einen Teil machen Sie also selbst, den anderen Teil überlassen Sie dem Profi.
Und dennoch gibt es einen Unterschied, der einen Unterschied ausmacht. Ihre Balance ist möglicherweise nur scheinbar! Sie gaukeln sie sich vielleicht nur  vor. Lassen Sie mich diesen ungewöhnlichen Gedanken erklären.

Sie können die  Balance suchen aus der  Angst heraus vor schlechten Zähnen. Sie vermeiden also schlechte Zähne! 

Oder sie suchen und finden die Balance, weil Sie Ihre wundervollen Zähne lieben.

Sie entscheiden sich für eine Vermeidungsbalance oder für eine  Im-Flow-Balance.
Von Außen betrachtet scheint es keinen Unterschied zu geben. Die Zähne sind gepflegt.  Aber von innen betrachtet gibt es einen enormen Unterschied.

Es geht um ein grundsätzlicheres Lebensgefühl und um eine andere Art des „in der Welt Seins“.  
Wie Sind Sie  da in der Welt? Mit welcher inneren Lebenseinstellung gehen Sie an Ihre Aufgaben heran? Welche Grundsätze leiten Sie?
So möchte ich jetzt mit Ihnen einen Schritt weitergehen. Weg von den Zähnen und hin zum Rest Ihres Körpers, Ihres Geistes und Ihren Gefühlen. 

Morgen geht das Thema weiter!

Montag, 22. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der zweite Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Die mentalen Voraussetzungen für ein Leben in Balance

Die erste Szene: Handeln aus Angst

Ich möchte Sie einladen, in folgende Gedanken mit einzusteigen. Vielleicht sind Ihnen diese Gedanken vertraut. Beobachten Sie sich einmal dabei. Kennen Sie das?

Sie putzen sich Ihre Zähne. Sie wollen Karies vermeiden. Sie haben Angst vor dem Zahnarzt und seiner Kritik, dass Sie Ihre Zähne nicht ordentlich pflegen. Sie möchten dieses Angstgefühl auf jeden Fall verhindern. Sie möchten außerdem nicht schlecht aus dem Mund riechen. Allein die Vorstellung finden Sie ekelig. Sie möchten nicht abgelehnt werden von Ihren Arbeitskollegen oder der Geliebten. Wer küsst schon gerne einen Menschen mit einem schlechten Mundgeruch?

Gehören Sie zu den Menschen, die sich die Zähne putzen, weil sie noch die Worte Ihrer Eltern im Kopf haben: „Wenn Du deine Zähne nicht putzt, dann wirst du es später bitter bereuen!“?

Verstehen Sie, worauf ich hinaus will? Wie gehen Sie mit sich um? Mit welchen Voraussetzungen und Glaubenssätzen gehen Sie in Ihre Handlungen?

Sie handeln aus Angst und Sorge, mit einem schlechten Gewissen, mit inneren Vorwürfen. Sie reagieren vielleicht auf Ihre inneren Zwänge und/oder Antreiber! Die Eltern, der Zahnarzt und sonst wer sitzt Ihnen im Nacken. Immerhin bekommen Sie für den Preis von Angst und schlechtem Gewissen gesunde Zähne.


Die zweite Szene: Handeln aus einer lebensbejahenden Grundstimmung

Jetzt möchte ich Sie einladen, sich wieder von der ersten Szene zu verabschieden und mit mir in das zweite Bild zu gehen. Das unterscheidet sich zunächst einmal gar nicht. Zumindest nicht von außen.

Sie putzen sich Ihre Zähne. Sie lieben Ihre Zähne! Sie stehen vor dem Spiegel und grinsen sich an! Ja, Sie haben einfach tolle Zähne. Nicht alle sind gerade. Aber auch die etwas schiefen mögen Sie. Vor allem mögen Sie den Geschmack von Frische in Ihrem Mund. Sie pflegen Ihre Zähne gerne, weil sie achtsam sind. Sie haben den Wunsch und die Absicht, dass Sie Ihren Zähnen einfach etwas Gutes tun.  
Sie begegnen Ihren Zähnen mit Wohlwollen und Aufmerksamkeit.
Sie kaufen Bürsten und Pasten, die ihr Herz erfreuen und wenden sich jedem Zahn mit Liebe und Aufmerksamkeit zu. Jeder Zahn ist für Sie wie ein kleines Kind in Ihrem Mund und Sie reagieren fürsorglich, wenn sich mal einer von denen schmerzhaft meldet.

Merken Sie den Unterschied zur ersten Szene?  In beiden Szenen putzen Sie sich die Zähne. In beiden Szenen sind Ihre Zähne gepflegt. Dennoch gibt es einen Unterschied. In der zweiten Szene handeln Sie aus Fürsorge, Freude und mit einem guten Gefühl. Sie kämpfen nicht für oder gegen Ihre Zähne sondern Sie befinden sich in Übereinstimmung mit ihnen. Sie und Ihre Zähne sind einfach ein gutes Team. 

Morgen geht das Thema weiter!

Sonntag, 21. Juni 2015

Zähneputzen für die Seele - Leben und Arbeiten in Balance - Der erste Teil


Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen zu einem kleinen Onlinekurs mit dem Thema: Leben und Arbeiten in Balance. Manche Menschen fahren zu Einkehrtagen ins Kloster oder nehmen sich eine Auszeit in der südlichen Sonne. 
Das ist sehr hilfreich und gut, wenn das Leben dir eine solche Möglichkeit gibt. Ich möchte dich aber einladen, deinen Alltag zu überprüfen und je nach Umständen, die Weichen wieder neu zu stellen. Es wird also in den kommenden Tagen einen Gedanken geben, den ich weiterspinnen werde wie das Netz einer Spinne. Du wirst dann den ganzen Tag Zeit haben, den jeweiligen Abschnitt auf dich einwirken zu lassen. In diesem Sinne wünsch ich dir eine stärkenden Begegnung mit dir selbst und viel Erfolg beim Finden deiner Balance.


Sorgen begleiten uns ständig. Sie beeinträchtigen unser Denken, nehmen unsere Aufmerksamkeit in Anspruch und beeinflussen das gesamte Wohlbefinden.

So, wie du deine Zähne pflegst, übernimm Verantwortung für dein Wohlbefinden.

 Einleitung – „Es ergibt sich so“ oder „Ich gestalte!“

In einem ersten Schritt möchte ich Ihre Aufmerksamkeit lenken auf Ihr Denken, auf Ihr Bewusstsein und auf Ihre Grundhaltung.

Was gehört für Sie zu einer guten Balance?
Sind Sie glücklich?
Oder sind Sie eher zufrieden?
Gehört dazu nur ein gutes Gefühl oder können Sie das irgendwie messen?
Geschieht es einfach so, dass Sie in einer Balance sind oder können Sie aktiv etwas dafür tun? (Denken Sie mal einen kurzen Augenblick nach.)

Viele Menschen erleben sich selbst in bestimmten Lebenssituationen wie ohnmächtig, wenn ein Unglück sie z.B. überfällt. Niemand kann sich letztlich zu 100 Prozent schützen vor Unfällen, Trennungen, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod.

Es gibt Erlebnisse, die wir gestalten und beeinflussen können und es gibt Dinge, die auf uns einstürmen. Auch, wenn wir die Ereignisse selbst nicht verändern können:

Wir können uns zu den Dingen verhalten. Wir können resignieren, in den Widerstand gehen, kämpfen, es annehmen oder einfach verdrängen.

Für den einen Menschen bricht bei einer Trennung die Welt zusammen. Der andere kommt einigermaßen heil durch diese Situation hindurch. Wie macht der das? Hat er geübt? Kommt er aus einem intakten Elternhaus. Hat er einfach gute Gene oder besondere Fähigkeiten?
Ich möchte Sie letztlich einladen, dass Sie Ihr eigenes Programm entwickeln, Tag für Tag dafür zu sorgen, dass Sie emotional stabiler werden. Dass Sie Ihre eigenen Strategien entwickeln, die zu Ihnen passen. Es geht mir darum, dass Sie herausfinden, was Sie für sich selbst tun können, um in einer guten Balance zu sein.

Sie bekommen Futter für Kopf geben.

Sie werden die Möglichkeit erhalten, Ihre eigene Balance zu überprüfen.

Sie erhalten den einen oder anderen Tipp, wie Sie Ihre Balance stärken können.  

Am Montag geht es für zwei Wochen weiter mit dem kleinen Onlinekurs zum Theam "Balance".

www.matthias-koenning.de  

Freitag, 19. Juni 2015

In der Tiefe der Geduld ist der Himmel. (aus Afrika)



Das Volk der Kanuri lebt in der zentralen Zone des Sudan und am Tschadsee. Ich habe keine Ahnung, warum sie der Geduld eine solche Aufmerksamkeit schenken. In einer Wüstenzone braucht es aber sicherlich Geduld, die nächste Oase zu erreichen. Der Weisheitsspruch der Kanuri hat es in sich: „In der Tiefe der Geduld ist der Himmel.“
In der Regel möchte ich in kurzer Zeit meine Ziele erreichen. Ich bin ein flotter und effektiver Arbeiter in allen Bereichen des Lebens, in der Küche, beim Einkaufen, im Garten ja, und leider auch manchmal in der Beratung von Menschen. Die Sache ist doch klar, schon auf den ersten Blick. Mach zuerst A, dann B und zum Schluss mach C.
Wenn ich mir die Pflanzen im Garten betrachte, dann brauchen sie die Zeit, die sie brauchen zum Wachsen. Sie wachsen so wie sie wachsen. Sie wachsen so, wie es ihnen entspricht, ihrem Wesen nach.
Wenn ich Geduld habe, „dulde“ ich, gestehe ich zu, dass alles den Raum braucht, den es braucht. Auf einmal hört der Druck auf, dass etwas geschehen muss. Der Stress löst sich auf. Alles darf und nichts muss sein. Ich überlasse mich dem Lauf der Dinge, dem Gang des Lebens.
Im großen Bogen der Evolution ist meine momentane Sorge, dass sich etwas weiterentwickelt schier unbedeutend. Wenn mein Freund heute nicht kommt, kommt er vielleicht morgen, vielleicht sehe ich ihn auch erst im nächsten Jahre und vielleicht auch in einer veränderten atomaren Zusammensetzung in der Ewigkeit.
„In der Tiefe der Geduld ist der Himmel.“ Jetzt gehe ich doch einfach mal in meine eigene innere Tiefe, in die Mitte meines Herzens und sage Ja zu dem, was ist. Was will ich mehr? Das Ja zu allem was ist, ist doch Himmel, oder?

Donnerstag, 18. Juni 2015

Die Kunst, auf Stelzen zu laufen


Eines muss ich gestehen. Ich konnte noch nie Stelzen laufen. Ich habe als kleiner Junge immer die Mädchen bewundert, die so leichtfüßig auf Stelzen laufen konnten. Ich konnte weder das Gleichgewicht halten, noch die Stelzen bewegen. Irgendwie hatte ich immer den Eindruck, dass ich am Boden festklebte.
Aber bis heute lässt mich die Vorstellung nicht los, dass hinter dem Stelzenlaufen mehr steckt als du auf dem ersten Blick siehst. Als Mensch stehst du ja auf deinen zwei Beinen und bist von deiner Körperhöhe so lang wie du lang bist. Die Stelzen sagen dir: "Ich kann über mich hinauswachsen." Du bist also größer als du glaubst. Wenn ich mich auf einen Stuhl stelle, dann verändert sich auch die Perspektive. Mein Vorgesetzter wird kleiner und ich verliere die Angst vor ihm. Ein Bischof trägt eigentlich auch Stelzen, nur der Bequemlichkeit halber lieber auf dem Kopf. Seine Mütze macht ihn auch größer als er in Wirklichkeit ist.
Die Stelzen sagen dir zusätzlich: "Das Leben ist wackelig." Du kannst nichts festhalten. Heute glückt dein Leben und wie es im nächsten Augenblick oder morgen aussieht weißt du nicht.
Die Stelzen sagen dir auch: "Sei achtsam!" Wenn du nicht achtgibst, fällst du sofort herunter. Du musst wach sein für den Augenblick. Du musst auf deinen Weg achten und auf deinen Körper. Du musst viele Dinge gleichzeitig beachten und das geht nur, wenn du nicht träumst. Da kannst du fürs Leben lernen. Auch dort kommt es darauf an, dass du aufmerksam bist für den Moment. Denn nur der zählt. Da lebst du nämlich gerade.
Und die Stelzen sagen dir auch: "Manchmal brauchst du eine Krücke!" Wenn es dir nicht gut geht brauchst du einen Menschen, der dich vorübergehend unterstützt. Du kannst lernen, Hilfe anzunehmen. Für das, was du selber nicht kannst, suchst du dir eine Ergänzung.
Eine kleine Einschränkung möchte ich machen in meinem Lobgesang auf mein phantasiertes Kunstverständnis. Stelzen laufen wirkt auf mich immer ein wenig steif. Das ist die Kehrseite. Eine Stelze bleibt eine Krücke, eine geniale zwar, aber eine Krücke. Du bist so groß wie du bist. Dein Leben bleibt wackelig auch auf deinen originalen Füßen. Und über dich hinauswachsen kannst du auch ohne. Entfalte einfach dein Potential. Da geht noch was!
Dennoch: Wer Stelzen laufen kann ist dabei, sein Potential zu entdecken und weiter zu entwickeln. Vielleicht lerne ich ja doch noch mal diese Kunst. Ohne Hilfe wird das aber wohl nichts! ;-)
matthias-koenning.de

Mittwoch, 17. Juni 2015

Die Kunst, es sich bei einem schlechten Leben gut gehen zu lassen


Beim Loseverkauf für einen guten Zweck kauft mir eine Frau ein Los ab. Sie erzählt mir, dass sie eigentlich kein Geld übrig habe. Sie würde sich gerne einmal Spargel kaufen, aber es reiche nur für Möhren. Aber von Möhren könne man auch satt werden und so führe sie kein schlechtes Leben.

Immer wieder beobachte ich Menschen, die ein tolles Leben führen. Sie besitzen ein großes Haus. Die Kinder sind prächtig geraten. Es gibt ein großes Familienauto und einen Kleinwagen für die Fahrten so nebenbei. Dann höre ich sie so reden: "Es geht bergab mit der Wirtschaft. Überall wirst du ausgenutzt. Das Geld ziehen sie dir aus der Tasche und im Supermarkt bekommst du keine nahrhaften Lebensmittel mehr. Die Kinder werden in der Schule ja nur noch gemobbt und die Lehrer haben ihr Studium im Lotto gewonnen."
Dann beobachte ich Menschen wie diese Frau auf dem Markt. Abgetragene Kleidung. Der Speiseplan besteht aus Kartoffeln, Gemüse und Brot vom zweiten Tag. Lücken im Gebiss. Jeden Tag genau rechnen und jeden Cent umdrehen. Dann höre ich ihnen zu: "Ich lebe. Ich habe zu essen. Die Sonne scheint. Was will man mehr."
So unterschiedlich kann es sein. Ich möchte von der Kunst sprechen es sich bei einem schlechten Leben gut gehen zu lassen. In unseren Köpfen existiert ja irgendwie die Vorstellung, dass du dir deinen Lebensunterhalt hart erarbeiten musst. Jeden Braten hast du dir ordentlich verdient. Für ein Auto musst du lange sparen. Ein Haus zahlst du dein Leben lang ab. Es wird dir nichts geschenkt. Dabei trägt all dein Besitz relativ wenig zum Glücksgefühl bei.
Du gehst wandern und setzt dich auf einen Stein. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und es gibt nichts zu tun. Das darfst du genießen. Es ist dir geschenkt. Es ist jedem Menschen geschenkt. Egal, wie gut oder schlecht dein Leben sonst auch ist. Die Sonne ist für dich. Dein Körper gehört dir. Du hast deine Gedanken. Du darfst wahrnehmen mit deinen Sinnen. Allein damit kannst du es dir gut gehen lassen, egal wie schlecht auch dein Leben ist. Bist du noch aufmerksam dafür?
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Dienstag, 16. Juni 2015

Einfach mal mitschwingen!

Vielleicht lebst du nicht allein, sondern mit anderen Menschen zusammen. Das ist häufig sehr beglückend und schön, manchmal aber auch voller Spannungen. Eine der Ursachen liegt aus meiner Sicht in einem Mangel an Synchronizität. Wir schwingen alle unterschiedlich.
Zwei Menschen gehen aus und der Eine hat in Windeseile Schuhe und Mantel an und der Andere benötigt gefühlte ewige Zeiten. Ich will dabei die Rolle nicht auf Mann und Frau festlegen. Oder beim Essen ist der eine viel früher fertig als der andere. Du stellst einfach fest, dass jeder Mensch so seine ganz eigenen Zeitabläufe hat. Dein Tag kann sich zäh und langsam anfühlen oder rasch und voll. Die Uhr zeigt allen die gleiche Zeit an. Der Tag behält seine 24 Stunden. Die gefühlte Zeit unterscheidet sich jedoch mächtig von den gemessenen Stunden.
Beim Meditieren erlebe ich es häufig, dass für Einige die halbe Stunde schnell verfliegt und andere schon nach zehn Minuten unruhig werden. Diese unterschiedlichen Zeitgefühlt können im Zusammenleben manchmal zu Konflikten führen.
Der erste Schritt für dich könnte heißen: Werde dir bewusst, wie du selbst deine Zeiten und Abläufe empfindest und gestaltest.
Der zweite Schritt heißt: Beobachte, wie deine Umgebung das erlebt im Unterschied zu dir.
Der dritte Schritt heißt: Überlege, ob du hin und wieder dich dem Zeittempo der anderen angleichen könntest. Führt das zu mehr Harmonie und Ausgewogenheit?
Es kann sein, dass dein Gegenüber dankbar dafür ist, dass du mit Ihm oder Ihr stärker synchron schwingst!

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Montag, 15. Juni 2015

Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt.

Wieder mal ein afrikanischer Spruch aus meinem Kalender.
Ich kenne viele Menschen, die das Gefühl haben, nicht bei sich angekommen zu sein. Immer gibt es einen Mangel. Nie ist etwas so ganz richtig. "Jetzt mache ich mehr Sport, das hat mir früher schon gut getan, aber irgendwann habe ich damit aufgehört. Vielleicht hilft es mir ja weiter." Dann kommt der Sport und es fühlt sich wieder nicht so ganz richtig an.
Manche Menschen sagen von sich, dass sie viele Umwege machen. Da ist die erste Liebe, die nicht funktioniert, dann kommt die zweite Liebe und manchmal ist die dritte Liebe dann die richtige.
Manche erlernen einen Beruf und stellen schnell fest, dass er nicht den eigenen Fähigkeiten und dem Herzenswunsch entspricht. Aber sie üben ihn aus über viele Jahre bis hin zur großen Sinnkrise.
Bei all diesen Geschichten und Erfahrungen kommt dann vielleicht der Gedanke: Wozu das alles? Warum diese ständigen Umwege? Wann komme ich endlich an mein Ziel? Wann wird alles so sein, dass ich rundum zufrieden bin?

Da sagt das afrikanische Sprichwort: Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt. Das ist doch beruhigend, nicht wahr? Ich darf Umwege machen, so viele ich will. Es ist nicht einmal ein Umweg. Das Wort "Umweg" ist nur meine persönliche Deutung. Es ist halt mein Weg, der Weg, den ich gerade gehe. Ich kann mehrmals um die ganze Erde reisen und innerlich durch tausend Welten wandern, es geht gar nicht anders, als das ich ans Ziel gelange. Ein Misslingen ist damit quasi ausgeschlossen. Egal wie lange du unterwegs bist und wohin du dich auch wendest: Du kommst irgendwann nach Hause, entweder am Ende deines Lebens, zwischendurch oder auch heute. Diese Erkenntnis schenkt dir eine unmittelbare Gelassenheit und klare Gewissheit. Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt.   
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Samstag, 13. Juni 2015

Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen. (Japan)



Wenn ich mich selber beobachte stelle ich fest, dass ich oft auf den Boden schaue, wenn ich traurig bin. Dann sehe ich nur die wenigen Quadratmeter um mich herum. So eng, wie es sich in meinem Herzen anfühlt, so eng sieht dann meine Umgebung aus.
Wenn ich mit der Trauer und Enge im Herzen mich aufrichte und mein Blickfeld ausweite geschieht fast sofort eine Verwandlung. Die Veränderung des „Augenblicks“ bewirkt eine Gefühlsveränderung. Wenn es im Außen weit wird, wird es auch im Innen weit.
Oft erleben wir unser Leben begrenzt. In der Trauer werden die Grenzen enger abgesteckt. Wir wollen für uns sein. Wir möchten uns schützen. Wir fühlen uns getrennt von den anderen Menschen und von der Welt.
Wenn wir uns jedoch freuen wird der Raum weiter, die engen Grenzen werden gesprengt. Du richtest dich so weit auf, dass du den Horizont siehst. Da kommt der Punkt, wo die Erde aufhört und der Himmel beginnt. Zunächst scheint da noch ein Unterschied zu bestehen. Hier die Erde, dann der Himmel. Wenn am Horizont der tiefen Freude jedoch Himmel und Erde ineinander übergehen, veränderst du noch einmal deinen Blick. Du fixierst nicht mehr den Übergang, sondern siehst das Ganze. Das Ganze zu sehen und wahrzunehmen macht dich zugleich innerlich Ganz, „Ganzheitlich“ und verbunden. Hebe also deinen Blick und die Grenzen verschwinden. 

Donnerstag, 11. Juni 2015

Freiraum

Keine Zeitung heute

Kein Facebook heute

Kein Internet heute

Kein smartphone heute

Kein Anruf heute

Keine Zeitschrift heute

Alles offline

Online mit mir!

Mittwoch, 10. Juni 2015

Besuch

Heute besuche ich mich.

Ich mache es mir schön.

Ich setze mich hin.

Ich mache es mir bequem.

Ich lege ein Buch auf den Tisch.

Ich stelle ein Glas Wasser daneben.

Dann sitze ich...

...mal schauen!

Dienstag, 9. Juni 2015

Überflüssig

Überflüssige Wörter - Heute spare ich.

Überflüssige Gedanken - Heute wird es keinen geben.

Überflüssiges Essen - Heute gibt es Brot.

Überflüssige Zeit - Nur mehr davon!

Überflüssige Bilder - Ich lass mich nicht ablenken

Überflüssige Freunde - Wenn sie Energieräuber sind!

Leben im Überfluss? - Gerne!

Montag, 8. Juni 2015

Die Kunst, Wörter zu verstecken


Du wartest auf ein Wort? Ja, du wartest auf ein Wort! Auf ein ganz bestimmtes Wort! Du denkst, dass dieses Wort jetzt kommen müsste!
Du lernst einen Menschen kennen, der dir sagt, dass du ein tolles Outfit an hast. Dann macht er dir noch mehr Komplimente. Du bist beglückt und freust dich über so viel Aufmerksamkeit. Dann hoffst du auf mehr! Auf noch ein Wort mehr! Und kommt es? Weißt du, welches Wort ich meine? Nein? Kannst du es dir nicht denken?
Du hast dich verabredet. Deine Verabredung kommt zu spät. Deine Verabredung erklärt dir, dass die Garage zugeparkt war, dass sie noch tanken musste und dass es viel Verkehr gab. Du runzelst die Stirn. Du bemühst dich um Verständnis. Zugleich hoffst du auf ein anderes Wort! Ein ganz bestimmtes Wort! Es kommt aber nicht. Es steckt fest im Herzen deiner Verabredung. Weißt du, welches Wort ich meine?
Dir erzählt jemand eine Geschichte, die er erlebt hat. Dann dreht er eine Schleife. "Kennst du den?" "Nein?" "Dann muss ich dir zuerst etwas über den sagen, sonst verstehst du ja meine Geschichte gar nicht!" So beginnt in der ersten Geschichte eine zweite Geschichte. Dann kommt in der zweiten Geschichte eine dritte Geschichte und hoffentlich dann wieder ein Teil der ersten Geschichte. Und du? Du wartest! Du sitzt auf heißen Kohlen! Wann kommt endlich die Pointe?! Was will er mir sagen? Na was? Was?
Hast du schon mal zu jemandem gesagt: "Du spannst mich ganz schön auf die Folter?" Wenn du diese Erfahrung gemacht hast, dann bist du jemandem begegnet, der die Kunst versteht, Wörter zu verstecken.
Ich komme mit Wörterversteckern nicht wirklich gut klar. Ich kann auch nicht warten! Ich bin ungeduldig! Dann falle ich ins Wort und presse es gleichsam meinem Gegenüber aus dem Mund. Aus dem Herzen pressen, das kann ich noch nicht. Da ist das Wort mir noch zu unbekannt. Aber wenn es im Mund angekommen ist, dann kann ich mich nicht mehr halten. Dann hat es ja auch schon das Versteck verlassen!
Jeder gute Geschichtenerzähler ist eigentlich zugleich ein Wörterverstecker. Wenn er es schafft, über ein ganzes Buch einen einzigen Satz zu verstecken, dann ziehe ich meinen Hut. "Sie hat lange gewartet auf den Mann ihrer Träume. Dann ist er da! Aber vergeben! An die Falsche! Die Schlange! Die Konkurrentin! Aber er gibt ein Zeichen von Interesse! Dann verschwindet er! Sie denkt an ihn! Viele Jahre! Dann taucht er auf! Nur für einen kurzen Augenblick! Er schaut sie nur an! Dann nichts mehr! Wieder gehen die Jahre dahin - zwei Buchbände - . Dann taucht er wieder auf! Sie lernen sich kennen. Ihre Ahnung bekommt Nahrung! Da taucht die Konkurrentin von früher wieder auf! Das allzu zarte Pflänzchen droht zu ersticken! Viele Verwicklungen! Bis zur letzten Seite! Dann der allerletzte Satz! "Ich brauche es dir eigentlich nicht mehr sagen. Du weißt es ja schon!" Schweigen! Na gut, wir müssen damit leben. Das letzte Wort bleibt im Versteck.
So ist das Leben überhaupt, nicht wahr? Das letzte Wort über unser Leben wartet im Versteck darauf, dass wir es entdecken.
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Sonntag, 7. Juni 2015

Vom Rückwärtslesen oder die Kunst des Wiederkäuens



Eine Freundin erzählte mir von einer faszinierenden Erfahrung. Sie las ein sehr spannendes und interessantes Buch. Als sie mit dem Buch fertig war, las sie das letzte Kapitel noch einmal. Das Buch war einfach so toll! Und weil es so schön war, las sie das zweitletzte Kapitel anschließend auch noch! Und  das davor auch und davor auch und zum Schluss las sie das erste Kapitel noch einmal. So hatte sie das Buch wirklich von vorne nach hinten und von hinten nach vorne gelesen.
Ein anderer Freund erzählte mir, dass er sich den Kinofilm "Wie im Himmel" bestimmt zwanzig Mal angeschaut hat. Bestimmte Stellen berührten ihn immer wieder und andere Details hatte er vorher gar nicht bemerkt. Es stellte sich nie der Eindruck ein: "Das kenne ich schon! Wie langweilig!"
Oder eine eigene Erfahrung: Wenn ich mit Kindern „Flugzeug“ spiele und sie durch die Luft wirbele, dann jauchzen sie wieder und wieder auf mit dem Kommentar: „Noch einmal! Und noch einmal!“ Es kann nie genug sein.
Von bestimmten Dingen können wir nicht genug bekommen. Wir werden nicht satt. Oder wir werden nur vorläufig satt. In einem österlichen Evangelium fragt Jesus den Petrus: „Liebst du mich?“ Petrus beantwortet die Frage mit „Ja!“ Aber Jesus stellt noch zwei Mal die gleiche Frage. Er hört ein dreifaches „JA!“ Vielleicht braucht auch er ganz viel „Ja“ und kann nicht genug davon bekommen.
Doch kehren wir noch einmal zu der Buchgeschichte zurück. Die Freundin hätte ja sagen können: „Einmal reicht! Ich weiß ja jetzt, was drin steht.“ Beim Rückwärtslesen kann es also nicht in erster Linie darum gehen, wirklich etwas Neues zu lesen. Es ist vielleicht ähnlich wie das Anschauen von Urlaubsfotos. Im Anschauen erlebst du den Urlaub noch einmal. Du freust dich und Erinnerungen werden lebendig. Urlaubsfarben tauchen auf. Der Duft nach Sonne wird spürbar. Das Gehirn schaltet auf Entspannung und Erholung. Beim Rückwärtslesen entsteht möglicherweise der Eindruck: „Was waren das für schöne Gedanken, Bilder, Wörter und Sätze. Wie habe ich mich darüber gefreut!“ Vielleicht werden zugleich noch ein paar Details deutlicher. Das, was du übersehen oder überlesen hast, bekommt in der Wiederholung noch mehr Kontur. Im „Wiederkäuen“ geschieht eine Vertiefung. Das Erlebte kann sich noch einmal intensiver entfalten und verdeutlichen.
Zugleich kommt mir da aber noch ein anderer Gedanke. Manchmal funktioniert das „Wiederkäuen“ nicht. Ein Teebeutel verliert an Geschmack, je öfter du ihn in frisches Wasser tauchst. Die erste Fahrt in deinem neuen Auto empfindest du noch fantastisch. Aber wenn du dann jeden Tag wieder einsteigst, verliert sich nach und nach das Gefühl von Aufregung und Neugier. Von hundert Büchern landen neunundneunzig zum Verstauben ins Regal.
Bei vielen Ehen und Freundschaften entsteht im Laufe der Jahre auch der Eindruck, dass das „Wiederkäuen“ sich nicht lohnt. Der Geschmack geht verloren! Es wird langweilig! Gewöhnung, Alltag! So manche Paare wirken auf mich gewohnheitsverheiratet und nicht lustverheiratet. Und mir fallen auch alle Freundschaften ein, die ich nicht wiederkäuen mochte oder konnte.
Als meine Freundin vom Rückwärtslesen erzählte, leuchteten ihre Augen. Allein das Erleben, dass ein Buch sie so faszinieren konnte. Dass sie es noch einmal rückwärts las reaktivierte diese Freude erneut. Sich freuen darüber, dass man sich so freuen kann. Und sich freuen, dass man sich nach so langer Zeit jetzt immer noch so freuen kann. Eine selbstansteckende Freude!
Wie kommt es, dass wir auf der einen Seite bestimmte Bilder, Bücher, Menschen, Landschaften, Gedichte und Worte immer wieder in unsere Nähe haben möchten und uns daran erfreuen fast wie am ersten Tag? Und wie kommt es, dass wir auf der anderen Seite so schnell gelangweilt sind von neuen Autos, Werbesprüchen, Arbeitsabläufen und auch Büchern oder Menschen?
Manche lesen einen Bibeltext oder hören ihn in der Kirche und schalten nach zwei Sätzen ab. Andere hören den gleichen Bibeltext, je nach Alter, zum hundertsten Mal und es schwingt immer noch. Ich stelle für mich nach vielen Jahren fest, dass ein vertrauter Bibeltext bei jedem Lesen etwas anderes in mir auslöst. Ich bekomme neue Bilder, Gedanken und Gefühle. Ich dachte, ich hätte den Text schon verstanden und stelle dann fest, dass er überraschend neue Seiten für mich bereit hält.
Wie kommt es, dass ich mir bestimmte Bilder immer wieder anschauen kann und andere auch wunderbare und künstlerisch wertvolle Bilder langweilen mich schon beim zweiten Anblick. Der eine Mensch löst in mir auch nach vielen Jahren noch Neugier und Freude aus und einem anderen Menschen begegne ich gerade einmal mit Höflichkeit?
Meine Idee dazu: Es liegt nicht an dem Buch oder an dem Menschen oder an dem Bild selbst.  Du kannst es auch nicht einfach machen, indem du dich zwingst, diesen oder jenen Menschen auch noch nach Jahren mit Freude begegnen zu wollen.
Schauen wir einmal näher da hin. Im ersten Schritt komm es zu einer Begegnung.  Du siehst, hörst, liest oder schmeckst. Da macht es dann irgendwo in dir „Ping“! Ich nenne es einfach mal so! Dieser „Knopf“ kann im Bauch, im Herzen oder auch im Kopf sitzen. Es geschieht einfach! Es macht „Ping!“ Ein Mensch, eine Geschichte, ein Bild wird zu einem Türöffner deiner inneren Erlebniswelt. Und du bekommst Nahrung! In Form von Gedankenimpulsen, Bestätigung, Wohlgefühl, Freude, Energie. Davon lebst du!
Denn du bist ja ständig auf „Nahrungssuche“ für deinen Körper, deinen Geist und deine Seele. Deine Augen, deine Ohren, deine Nase, ja alle deine Sinnesorgane suchen Impulse, sind neugierig, möchten etwas erleben und erfahren. Darin unterscheidest du dich nicht vom Steinzeitmenschen auf der Pirsch mit seiner fortwährenden Suche nach Nahrung.
Deine Aufmerksamkeit wird belohnt! Wenn du deine Antennen ausfährst, findest du immer und überall etwas, das Herz und Geist erfreut. Da gibt es also ein Gegenüber und es kommt zu einer Begegnung. Das löst in deinem Inneren etwas aus und öffnet einen Raum. So gibt es halt Menschen oder Gegenstände, die das bei dir besonders gut bewirken können. Manche Bücher schaffen es, dass du dich jahrelang davon geistig nähren kannst. Manche Menschen schaffen es jahrzehntelang, dass sie dein Herz mit Wohlwollen erfreuen. Du gehst in Resonanz. Dafür musst du dich nicht anstrengen. Es geschieht wie von selbst.
Gibt es eine Möglichkeit, das „Wiederkäuen“ oder „Rückwärtslesen“ zu lernen? Ich glaube ja! Es ist eine Frage der Bewusstheit. Finden die Menschen dich oder findest du die Menschen? Treffen die Bücher auf dich oder triffst du eher die Bücher? Wenn dir ein Buch begegnet bist du zunächst wahrscheinlich eher passiv und das Buch fällt dir irgendwie zu. Oder du triffst einen Menschen, der dein Herz erwärmt, weil er dein Nachbar oder dein Arbeitskollege ist. Die Dinge sind einfach da, weil sie gerade da sind.
Du kannst aber auch gezielt mit deinem Bewusstsein in die Welt hineingehen. Du läufst mit einem wachen Geist durch das Leben und wirst zu einem aktiven Finder mit Hilfe deiner Aufmerksamkeit. Wenn du einem Menschen begegnen möchtest, der dich nährt, kannst du passiv warten, bis da jemand kommt.  Oder du richtest dich aktiv aus. Du wirst wach, aufmerksam, gestaltend und schöpferisch formend. Du wirst das Wort Jesu auf einer tieferen Ebene verstehen wenn er sagt: „Das Reich Gottes in dir“.
Und noch zum Schluss: Im Rückwärtslesen und Wiederkäuen wirst du dir des Schatzes bewusst, den du gefunden hast. Du springst nicht hastig von dem einen zum nächsten Ereignis in der Sorge, ja nichts zu verpassen. Du wirst zum Genießer. Du kostest aus! Du musst nicht mehr alles und jedes  Neue erleben. Dein Leben folgt dem Gesetz des „Genügens“ des „Vergnügens“.  In diesem Sinne „ein genüssliches Wiederkäuen!“