Donnerstag, 31. März 2016

Jetzt ist es zu spät...



Heute und in den kommenden Tagen geht es um Sätze aus der tiefsten Seele. Sätze aus dem Abgrund verbunden mit dem Wunsch. Wie komme ich da jetzt raus? Wenn aus quälenden Gedanken wieder quellende und pulsierende Lebensimpulse werden, kann das zu einer österlichen Erfahrung werden.
 
Eigentlich wolltest du dich entschuldigen bei deiner Freundin, bei deinem Freund. Dir war klar, dass du dich nicht richtig verhalten hast. Dein enttäuschtes Gegenüber wartet und du bekommst die Kurve nicht. Du schämst dich. Du findest scheinbar nie den richtigen Zeitpunkt. Bis du es doch mal eines Tages hinbekommst. Du hast dich überwunden. Deine eigenen Kränkungen aus dem Weg geräumt. Du stammelst deine Entschuldigung und bekommst die Antwort: „Jetzt ist es zu spät...“ Du hast zu lange gewartet und den Zeitpunkt verpasst wo noch etwas möglich gewesen wäre.
Da gibt es so ein merkwürdiges Ziehen im Bauch und/oder im Brustraum. Ein Teil von dir weiß es. Ein Teil weiß, dass du handeln musst. Ein anderer Teil in dir ist rebellisch. Der Verstand gibt dir klare Botschaften und der Bauch leistet rebellischen Widerstand. Du spürst das Ringen und du spürst den Druck. Eigentlich müsstest du jetzt aktiv werden. Aber es geht nicht.  Du magst es mit Angst bezeichnen oder mit Unsicherheit. Oder mit Widerwillen oder Rebellion. Am Ende zählt das Ergebnis. „Jetzt ist es zu spät...“ Dein innerer Kampf hat zu lange gedauert. Du hast verloren! Wirklich?
Vielleicht hat dein Bauch sich am Ende einfach nur durchgesetzt. Er wollte nicht. Er hat sich stur geweigert und erst nachgegeben, als es eh zu spät war. Der Kopf hatte vielleicht gute Argumente, aber die Gefühle wollten das nicht akzeptieren.
Wann ist etwas zu spät? Manchmal geschieht es einfach durch Zufall. Dann kannst du eh nichts dafür. Es kommt wie es kommt. Du bist ein Spielball der Kräfte. Manchmal jedoch liegt es nur daran, dass du mit dir nicht in Übereinstimmung bist. Kopf und Herz schwingen nicht synchron. Dann ist es deine Aufgabe, wieder mit dir selbst in Übereinstimmung zu kommen.
Wie könnte eine österliche Umkehrung aussehen? Für diese konkrete Situation ist es zu spät. Aber es ist nicht zu spät mit dem was jetzt da ist, etwas zu machen. Du kannst beschließen, demnächst nicht so lange zu warten. Du ziehst die Konsequenzen. Du kannst trotz der verpassten Möglichkeiten mit deinen Freunden und Freundinnen in Verbindung bleiben. Wenn durch das „Zu spät“ sich ein Mensch von dir trennt kannst du von deiner Seite her die Verbindung aufrecht halten so gut es geht. Auch wenn es einseitig ist.
Vielleicht folgst du auch nur einem alten Glaubenssatz, den du über Bord werfen darfst. Der „Jetzt ist es zu spät...“ kann leicht in eine Depression führen.  „Es ist nie zu spät...“  Das gilt genauso. Du bist zu spät dran für einen bestimmten Zug, der jetzt weg ist. Dafür ist es noch Zeit für einen Kaffee am Bahnhof und ein Schwätzchen mit einem anderen Reisenden am Bahnsteig. Vielleicht findest du da die Grundlage für eine neue Lebensfreundschaft. Außerdem glaube ich, dass du auf jeden Fall rechtzeitig in der jenseitigen Welt ankommen wirst. „Zeit“ ist lediglich eine irdische Erscheinung.
Der österliche Umkehrsatz könnte heißen: „Es ist weder zu spät noch zu früh. Es ist Jetzt! Und da bin ich – im Jetzt!“

Mittwoch, 30. März 2016

Hätte ich doch was gesagt...



Heute und in den kommenden Tagen geht es um Sätze aus der tiefsten Seele. Sätze aus dem Abgrund verbunden mit dem Wunsch. Wie komme ich da jetzt raus? Wenn aus quälenden Gedanken wieder quellende und pulsierende Lebensimpulse werden, kann das zu einer österlichen Erfahrung werden.
 
„Ja genau! Hätte ich doch bei der letzten Dienstbesprechung was gesagt. Ich habe genau gewusst, dass es nicht funktioniert. Aber alle anderen haben so stark argumentiert, dass ich nichts mehr sagen mochte. Jetzt ist es zu spät und ich muss eine Sache mit ausbaden, die ich gar nicht so wollte.“
„Hätte ich doch was gesagt als mein Mann sich dieses Auto gekauft hatte. Ich habe gleich gewusst, dass es für uns als Familie nicht geeignet ist. Kein Platz für Gepäck. Das habe ich sofort gesehen. Aber mein Mann wollte unbedingt diesen Wagen. Ich habe mich nicht getraut. Mein Mann hätte mich bestimmt platt geredet. Jetzt ist es zu spät und wir müssen mit diesem Wagen irgendwie klarkommen.“
Kennst du solche oder ähnliche Situationen? Eine Stimme in dir spricht: „Sag was! Das geht so nicht!“ Aber du schweigst. Du scharrst mit den Füßen. Du schaust unruhig hin und her und zugleich fühlst du dich gehemmt. „Soll ich es sagen? Wie stehe ich denn da, wenn ich nicht recht habe?“ Du wirst vielleicht wieder als Spaßbremse abgestempelt. „Schon wieder die mit ihren ewigen Bedenken!“
Wenn du bereit wärest, die Folgen einer Fehlentscheidung zu tragen, wäre ja alles in Ordnung. Aber du bist gar nicht bereit. Du hättest nur etwas sagen müssen! Dann ärgerst du dich doppelt. Du findest die Entscheidung falsch und du hast nichts gesagt. Du ärgerst dich über dich selbst. Über deine Feigheit. Über deine Angst. Über dein mangelndes Selbstvertrauen. Und dann klebst du am „hättest“ fest. Stundenlang zerfleischst du dich in Gedanken und möchtest die Uhr zurückdrehen. „Hätte ich doch...“
Hast du aber nicht! Du hast nichts gesagt! Du wirst damit leben müssen. Du kannst es dir dabei leicht machen oder schwer. Du kannst dich tagelang geißeln und deine geschwollene Zunge pflegen auf die du gebissen hast um nichts zu sagen. Du kannst aber auch sagen: „Nicht noch einmal! Das nächste Mal rede ich! Ich überwinde alle Hindernisse und sage, was ich denke!“
Die österliche Umkehr heißt: „Ich spreche aus was ich denke und bin bereit, jeden möglichen schiefen Blick zu tragen. Mein Gedanke ist genauso wichtig wie jeder andere. Auch ich trage etwas dazu bei, dass es zu einer gemeinsamen Entscheidung kommt, an der ich meinen Anteil haben darf.“

Dienstag, 29. März 2016

Wenn ich das gewusst hätte...



Heute und in den kommenden Tagen geht es um Sätze aus der tiefsten Seele. Sätze aus dem Abgrund verbunden mit dem Wunsch. Wie komme ich da jetzt raus? Wenn aus quälenden Gedanken wieder quellende und pulsierende Lebensimpulse werden, kann das zu einer österlichen Erfahrung werden.
 
„Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich völlig anders entschieden. Ich bin von völlig anderen Tatsachen ausgegangen.“ „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich nie das Haus gekauft. Jetzt hocke ich da mit den Schulden, die ich nicht mehr bezahlen kann.“ „Wenn ich das gewusst hätte, dass du ein so depressiv veranlagter Mensch bist, hätte ich mit dir nie eine Beziehung aufgenommen.“ „Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nie auf die Welt gekommen. Da ist so viel Unfrieden und Zerstörung. Mehr als ich ertragen kann.“
So viel „Wenn ich das gewusst hätte...“ Gehörst du auch zu den Menschen, die möglichst viel wissen möchten, damit sie eine Entscheidung treffen können? Das hat ja auch eine gewisse Logik. Wenn ich viel über etwas weiß, kann ich auch eine gute Entscheidung treffen. Ich kann abwägen und die beste aller Möglichkeiten herausfinden.
Wenn du so denkst, dann bist du doch ein sehr verantwortungsvoller Mensch. Dir kann man wirklich vertrauen. Du triffst keine Entscheidungen ins Blaue hinein. Einfach so aus dem Bauch! Du überlegst gründlich. Du beherzigst die Worte deiner Eltern und Lehrer die dir einmal sagten: „Denk doch mal nach!“
Vielleicht hast du darum auch Angst vor einer Fehlentscheidung. Wenn du das gewusst hättest, dann hättest du dich nicht „falsch“ entschieden. Leider können wir immer nur eine Entscheidung treffen mit dem Wissen zu dem Zeitpunkt, wo wir uns entscheiden müssen. Wenn du es gewusst hättest, hättest du eine noch bessere Entscheidung treffen können.
Es kann aber auch passieren, dass du gar keine Entscheidung triffst. Du wartest und wartest und informierst dich hier und dort. Du denkst, dass du bestimmt was übersehen hast und dass irgendjemand noch mehr weiß. Dann geschieht es, dass du auf einmal zu spät bist. Die Zeit ist abgelaufen. Die Geschichte hat sich ohne dich weiterentwickelt. Ein anderer Interessent hat die Ferienwohnung gemietet auf die du spekuliert hast. Dir fehlten noch ein paar ganz wichtige „Details“.  Dinge, die nicht in der Internetbeschreibung waren wie: Wo gibt es den nächsten Bäcker? Wann gibt es die stärkste Sonneneinstrahlung auf der Terrasse? Wie stark ist der Strahl, der aus der Dusche kommt? Wenn du gewusst hättest, dass jemand anders sich auch für die Wohnung interessiert, hättest du schneller zugegriffen.
„Wenn du das gewusst hättest“ kann auch ein Ausdruck deiner Angst sein. Die Angst überhaupt vor Entscheidungen. Deine Überzeugung, dass du nichts falsch machen darfst. Deine Sorge, von anderen dafür kritisiert zu werden. Die Stimme deines inneren Kritikers der da sagt: „Mach bloß nichts unüberlegt!“ – „Nachher wirst du es bitter bereuen!“
Die österliche Umwandlung aus meiner Sicht könnte heißen: „Du bist begrenzt. Du wirst nie alles wissen. Du wirst nie wirklich genug wissen und du kannst dich auch entscheiden mit einem begrenzten Wissen. Du kannst viele Dinge im Laufe des Weges noch korrigieren. Und vielleicht entsteht aus dem scheinbar Negativen auch etwas Positives. Das Leben hält noch Überraschungen für dich bereit und du kannst üben nur so ungefähr perfekt zu sein.“ Der dazugehörige Umkehrsatz heißt: „Das, was ich weiß wird ausreichen für meine Entscheidung. Und zugleich vertraue ich auf meinen Bauch, der mehr und anders „weiß“ als mein Kopf.“ 

Montag, 28. März 2016

Wie lange muss ich das noch aushalten...



Heute und in den kommenden Tagen geht es um Sätze aus der tiefsten Seele. Sätze aus dem Abgrund verbunden mit dem Wunsch. Wie komme ich da jetzt raus? Wenn aus quälenden Gedanken wieder quellende und pulsierende Lebensimpulse werden, kann das zu einer österlichen Erfahrung werden. 
Du kannst wirklich in ausweglose Situationen geraten. Du leidest einfach! Du musst einen Menschen ertragen, der dich ablehnt und du kannst nicht weg von ihm. Du bist konfrontiert mit einer Erkrankung, die dich unglaublich schmerzt. Du musst eine Arbeit verrichten, die dir gar nicht liegt und mit der du dich überhaupt nicht identifizieren kannst. Du bist in eine Phase gekommen, wo du es eigentlich nicht mehr ertragen kannst, aber dennoch aushältst.
Es bleibt dir nichts anderes übrig? Du siehst keine Alternativen? Du steckst fest? Du hast keine Kraft und Energie mehr für einen Neubeginn? Du schleppst dich so gerade durch von Tag zu Tag?
„Wie lange muss ich das noch aushalten!“ Dieser quälende Schrei scheint eingebrannt zu sein in deinem ganzen Körper und in deiner Seele. Wenn das so ist, dann gebe ich dir gerne die Bestätigung und das Feed back : „Ja, das ist einfach zu viel!“
Das Unerträgliche wird eben irgendwann „untragbar“. Du kannst es nicht mehr tragen! Es ist zu viel geworden und du musstest es über einen zu langen Zeitraum tragen. Vielleicht hast du bei bestimmten Dingen irgendwann einmal eine vorläufige Erlaubnis gegeben. Du kümmerst dich zum Beispiel um deine alten Eltern. Aber du hattest nicht daran gedacht, dass das Jahre dauern könnte. Du hast mit ein paar Wochen gerechnet. Das wäre gegangen. Aber Monate oder sogar Jahre? Du übernimmst vielleicht eine schwere Aufgabe für den Augenblick aber nicht für einen unübersehbar langen Zeitraum. Dein Ja galt nur für eine kleine Strecke, für eine kurze Zeit.
„Ich muss das alles tragen! Wer soll das sonst machen? Es ist doch niemand da! Freiwillig mache ich das auch nicht!“ Solche Sätze höre ich dann und das macht mich mit hilflos. Manchmal scheint es nur so etwas zu geben wie einen Trostsatz: „Ich wünsche dir, dass es bald aufhört. Vielleicht geschieht ja auch mal ein Wunder!“
Hinter dem „Wie lange noch“ steht es ein „Eigentlich kann ich gar nicht mehr“. Du bist schon jenseits deiner Kräfte angekommen. Sogar so weit, dass du nicht einmal mehr die Lasten aus deinen Händen legen kannst. Sie kleben an dir fest!
Gibt es einen österlichen Impuls? Ich gehöre zu den unerschütterlichen Vertretern, die trotzdem nach einer Lösung suchen jenseits des „Wie lange noch ertragen!“ Vielleicht magst du jemanden bitten: „Hilfst du mir beim Tragen?“ Wenn da schon eine Last ist, die zur übermäßigen Belastung geworden ist dann gibt es doch auch oft die Bereitschaft anderer Menschen, etwas mitzutragen. Ein wenig Entlastung! Ein wenig Freiraum! Als belasteter Mensch musst du allerdings die Bereitschaft haben, jemanden zu fragen und das Angebot auch zu würdigen. Du wirst nicht alles loswerden. Was du ja eigentlich möchtest. Aber die Entlastung wäre der erste Schritt hin zu einer Veränderung. Ein erster kleiner, aber hilfreicher Schritt. Einen kleinen Teil der Lasten jemand anderes zu übergeben. Vielleicht trägst du ja auch Teile, die gehören dir gar nicht. Da hat jemand dir etwas aufgeladen und du hast es einfach behalten. Jetzt musst du es eben zurückgeben. Vielleicht kannst du auch hier und da eine kleine Pause einlegen und dir Ruhezeiten erlauben und Abladeplätze finden. Mein österlicher Satz heißt: „Ich trage eine Last, die mir zu groß geworden ist. Kannst du mir helfen? Zugleich erlaube ich mir Zeiten und Orte der Entlastung!“ 

Samstag, 26. März 2016

Ich habe mich so bemüht...



Heute und in den kommenden Tagen geht es um Sätze aus der tiefsten Seele. Sätze aus dem Abgrund verbunden mit dem Wunsch. Wie komme ich da jetzt raus? Wenn aus quälenden Gedanken wieder quellende und pulsierende Lebensimpulse werden, kann das zu einer österlichen Erfahrung werden.

Ich musste einmal einen Vortrag im Kindergarten halten über religiöse Erziehung im Kleinkindalter und habe dafür viele Bücher gelesen. Ich habe mich hineingewühlt in Religionspädagogik und kindgerechter Gebetspraxis. Ich habe Ideen gesammelt für einen spirituellen und zugleich modernen Weg, heute als Familie religiös zu leben. Gemalte Folien gehörten selbstverständlich dazu und ein Hand out für die Teilnehmer.
Nach fünf Minuten schon wurde ich unterbrochen durch einen Vater, der endlich seine ganzen Enttäuschungen über die Kirche abladen konnte. Das war das Einfallstor für einen Abend  voller Kirchenkritik.
Dabei hatte ich mich so bemüht, ein anderes Bild von Kirche abzugeben. Ich hatte so viel vorbereitet und so gute Ideen. Ich hatte mich auf alle Eltern gefreut und gehofft, ihnen hilfreiche Ideen an die Hand geben zu können. All meine Mühe war vergebens. So lautete die Quintessenz des Abends.
„Ich habe mich so bemüht...“ Wie oft kommt es vor, dass du dir wirklich ganz viel Mühe gegeben hast. Du hattest ein Rezept ausgesucht und dementsprechend eingekauft. Du hattest dich hingestellt, liebevoll vorbereitet und gekocht. Dir hatte es selbst geschmeckt und du warst stolz auf deine Leistung. Dann sitzt deine Familie beim Essen und du tischst auf. Dein wunderbares Gericht! Alle probieren und - verziehen die Gesichter zur Ekelgrimmasse. Sie wollen deine Kochexperimente nicht! Lieber Pizza und Pommes. Du hast ihnen keinen Gefallen getan. Dabei hast du dir solche Mühe gegeben!
„Ich habe mich so bemüht...“ Oft geht es darum, dass uns eine Arbeit Zeit und Energie gekostet hat. Wir haben echt investiert, so wie es ein gutes Unternehmen macht zur Verbesserung der Produktpalette. Und dann dieses Enttäuschung. Es ist mir nicht gelungen oder es wird nicht gewürdigt.
Erinnerst du dich an Kommentare deiner Lehrer aus Kindertagen? „Er hat sich sehr viel Mühe gegeben!“ Du hast nicht gehört, wie fleißig du warst, sondern dass du es einfach nicht drauf hast. Du bist zu blöd! „Ich habe mich so bemüht...“ das kratzt an dein Selbstwertgefühl. Da musst du echt stark sein und zu dir stehen können.
Wie könnte da ein österlicher Impuls aussehen? Bei dem Satz „Ich habe mich so bemüht...“ folgt ja ein gedachtes „Aber“. Das „Aber“ bringt die Einschränkung und die Vernichtung der Bemühungen. Dieses „Aber“ denkst du mit und machst dich damit klein. „Ich habe mich so bemüht, aber es hat nicht geklappt. Aber ich war nicht gut genug. Aber die anderen haben mich nicht gesehen.“  - Streiche diese „Aber-Gedanken“ aus deinem Bewusstsein.
Vielleicht kannst du auch das Wort Mühe streichen. „Ja, ich habe alles gegeben!“ Du hast ganz viel Energie von dir hineingegeben. Auch wenn niemand anders das würdigt, so kannst du es selber würdigen. Du kannst dich selbst anerkennen für deine Leistung und Hingabe. Du tust es zunächst einmal für dich! Wenn die anderen das toll finden, auch gut! Die österliche Umformulierung heißt für mich: „Ja, ich habe alles gegeben und freue mich über mein Werk!“ 

Freitag, 25. März 2016

Das habe ich nicht gewollt...



Heute und in den kommenden Tagen geht es um Sätze aus der tiefsten Seele. Sätze aus dem Abgrund verbunden mit dem Wunsch. Wie komme ich da jetzt raus? Wenn aus quälenden Gedanken wieder quellende und pulsierende Lebensimpulse werden, kann das zu einer österlichen Erfahrung werden.

 
Stell dir vor, dass du ganz in Übereinstimmung bist mit deinen Zielen. Du hast aus voller Überzeugung und mit ganzem Herzen etwas in die Tat umgesetzt. Vielleicht hattest du bei deiner Entscheidung ein etwas mulmiges Gefühl, aber dennoch war es abgewogen und in Ordnung.
Nach dem Tun kommt dann jemand auf dich zu und beschwert sich über die Auswirkungen. Deine Entscheidung hat bewirkt, dass jemand anders gekränkt ist oder sich beschädigt fühlt. Es kann sogar sein, dass du sprachlos bist über die Auswirkungen deiner Entscheidungen. „Das habe ich nicht gewollt...“  - magst du sagen und denken. Du hast etwas anderes gewollt. Du musstest eine Entscheidung treffen und bist jetzt erschrocken, dass du einem Menschen „Schaden“ zugefügt hast. Das ist nicht nur unangenehm. Du fühlst dich im ersten Moment schuldig. Du machst dir Vorwürfe, dass du manche Aspekte gar nicht bedacht hast. Du hättest bei etwas längerem Nachdenken doch eine bessere Entscheidung treffen können.
Ich stelle mir da all die Politiker vor, die ständig Entscheidungen treffen und die Auswirkungen nicht wirklich bedenken. Oder du hast dein Kind erzogen nach bestimmten Grundsätzen. Vielleicht waren deine Eltern total sparsam und du wolltest jetzt deinen Kindern gegenüber großzügig sein. Du warst es und hast verschwenderische Kinder erzogen, die mit ihrem Geld nie auskommen und dich ständig anpumpen. „Das hast du nicht gewollt...“  Du wolltest etwas Gutes! Du wolltest zu einer besseren Welt beitragen in deinem Bereich. Du wolltest vor allem ein gutes Gefühl haben für das, was du tust. Du wolltest „Ja“ zu deinem Leben sagen. Und dann kommt alles anders. Es kann sogar sein, dass dein Weltbild dadurch zusammenbricht. Auch das „hast du nicht gewollt.“
So oft geschehen Dinge, die wir eigentlich nicht wollen. Du stößt etwas an und das „Etwas“ nimmt seinen von dir unabhängigen Verlauf. Nur begrenzt kannst du es noch beeinflussen. Jesus hat auch nicht „gewollt“, dass sein Weg am Kreuz endet. Das hätte auch gut eines seiner letzten Worte gewesen sein. „Das habe ich nicht gewollt...“ Vielleicht hätte er gewollte, dass auch seine „Gegner“ sich für einen Weg der Vergebung entschieden hätten. Haben manche aber nicht gemacht.
Wie gehe ich aber jetzt um mit dem „Das habe ich nicht gewollt...“?
Mir hilft die Vorstellung, dass das letzte Wort dazu noch nicht gesprochen ist. Du weißt nicht, ob es am Ende doch zu etwas Gutem führt. Du bist ein wichtiges Rädchen im Weltgetriebe, weil das wirkt, was du tust. Gott sei Dank. Sonst wäre alles egal! Aber du bist nur ein relativ kleines Rädchen in der langen Menschheitsgeschichte. Da gibt es neben dir viele andere Räder, die auch etwas bewirken. Sie verstärken dich oder arbeiten gegen dich.
Der andere Impuls der mir kommt heißt: Dann übernimm doch einfach die Verantwortung dafür. Steh zu deiner Entscheidung. Steh zu deinen Fehlern. Bezahl den Preis und geh den nächsten Schritt. „Das habe ich nicht gewollt...“ führt schnell in eine Ohnmacht. Wichtig ist es, aus dieser Ohnmacht herauszukommen. Einen Schritt machen. Fast egal, welchen! „Entschuldigung, kann ich nach jetzt nach dem Fehlgriff etwas für dich tun?“ „Was brauchst du jetzt, wo das passiert ist, was ich mit verursacht habe?“ „Kann ich noch eine Korrektur versuchen?“ Zur Übernahme der Verantwortung gehört auch, die Augen aufzumachen und einzugestehen, dass alle meine Handlungen etwas bewirken. Wenn ich Gedanken an den Weltfrieden hege, trage ich etwas zum Frieden bei.  Wenn ich meinen Arbeitskollegen gering schätze, dann trage ich etwas zum schlechten Betriebsklima bei. Es reicht, wenn ich es denke. Ich muss nicht einmal etwas tun.
Der österlich verändernde Impuls zu „Das habe ich nicht gewollt...“ heißt für mich: „Ich muss nicht stehen bleiben. Auch damit kann ich etwas machen. Ich kann eingestehen, Verantwortung übernehmen, Korrekturen einleiten und das Vertrauen auf einen möglichen positiven Ausweg weiter im Auge behalten.“   

Donnerstag, 24. März 2016

Im Abgrund der Todesbedrohung und weit jenseits davon – Wege zu österlichen Befreiungen



Manchmal wird dir das Leben schwer. Du schaust hinein in einen Abgrund. In deinen Abgrund. Du erkennst deine Fehler, dein Versagen und vor allem – dein Unglück. Da gibt es Momente des Erschreckens und zugleich des Aufwachens. Die Überraschung: Ach ja, das bin ja ich. Das ist mir passiert! Das habe ich bewirkt! Das ist geschehen mit meiner Schöpferkraft.
Wenn du in den Abgrund hineinschaust mag es sich wie ein heilsames Erschrecken anfühlen. Ich bin noch nicht da drin. Ich kann einen anderen Weg einschlagen. Aber wenn du im Abgrund deiner Verstrickungen hockst und erst einmal keinen Ausweg siehst, braucht es vielleicht den einen oder anderen Impuls. Vielleicht ist der Abgrund gar nicht so tief, wie du dachtest. Vielleicht lösen sich von einem Rand ein paar Steine und es entsteht eine Rampe. Oder du besitzt verborgenes Werkzeug, dass dir beim Herausklettern helfen könnte. Nur du hast es noch nicht wahrgenommen oder kennst dich nicht aus mit dem Gebrauch. Bestenfalls entpuppt sich der Abgrund als kleines Loch, den du nur so „abgrundtief“ wahrnimmst. Dann musst du nur aufstehen und weitergehen. Mehr ist nicht zu tun.
Ich möchte mit dir gerne durch den einen oder anderen „Abgrundsatz“ gehen. Was meine ich mit Sätzen aus der Tiefe der Scham oder des Schmerzes? „Das habe ich nicht gewollt...“ oder „Wie lange muss ich das noch aushalten...“ sind für mich ganz typische Worte der Verzweiflung. Ich glaube, dass es heilsam und wichtig ist, etwas Licht in diese Erlebnisse und Erfahrungen zu bringen. Du kannst im Abgrund fest steckenbleiben oder daran wachsen und reifen. Wachsen und reifen gefällt mir besser. Wenn es im Schmerz Tröstendes gibt, kann sich etwas lösen und ein „österlicher“ Verwandlungsprozess kann beginnen. In diesem Sinne wünsche ich dir eine mutige Begegnung mit dir selbst. Deinem Licht und deinem Schatten.  

Mittwoch, 23. März 2016

Sei unabhängig vom Wetter!


Hallo Wetter, du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich werde jetzt zu dir rauskommen, egal wie viel Regen du mir schickst! Egal wie kalt der Wind um meine Ohren pfeifen wird! Ich werde jetzt aufstehen von meiner bequemen Couch. Ich werde dieses warme Zimmer verlassen und meinen Kaffee austrinken. Ich werde mir keine neue Tasse einschütten und das Buch, das ich lese, werde ich nicht fortsetzen. Ich lese nur noch diesen Abschnitt zu Ende und dann stehe ich auf.
Du Wetter, wirst es nicht schaffen, dass ich sitzen bleibe. Du musst dir keine Mühe geben und mir einen Sonnenstrahl schicken, damit ich nach draußen komme. Das ist nicht nötig. Du musst es mir nicht leicht machen. Ich schaffe es auch ohne dich. Ich habe Regenkleidung und feste Schuhe. Du kannst mir nichts anhaben. Du wirst es nicht einmal schaffen, mit aller Regenintensität bis zu meiner Haut durchzudringen. Ehe schafft es mein Schweiß. Und es wird dir auch nicht gelingen, dass ich sitzen bleibe, weil ich an meinen Schweiß denke. Wenn ich jetzt aufstehe und mich dick einpacke und zu dir nach draußen komme und ein paar Schritte laufe. Und so schnell laufe, dass ich gleich schwitzen werde. Was mir dann unangenehm ist. Ich werde trotzdem kommen.
Ich bin gleich mit diesem Abschnitt in meinem Buch fertig. Ich werde gleich den letzten Schluck aus meiner Tasse trinken. Ich werde nur noch einen kurzen Blick auf meine App werfen, wie du dich in den nächsten Stunden verhalten wirst. Aber das wird meine Entscheidung nicht beeinflussen. Ich habe nämlich schon heute früh beschlossen, dass ich zu dir kommen werde. Egal, wie sich der Tag entwickelt. Ich habe mit mir sogar schon heimlich eine Uhrzeit ausgemacht. Weil ich mich kenne. Weil ich weiß, dass das Buch spannend sein wird. Dass der Kaffee köstlich ist. Dass mir die warme Stube gefällt. Dass ich die Bequemlichkeit über alles liebe.
Weil ich das alles weiß, werde ich mich selbst überlisten. Ich gebe dir, Wetter, nicht die Möglichkeit, über mein Leben zu entscheiden. Wenn ich nicht zu dir komme, dann wegen meiner eigenen Bequemlichkeit. Nicht, weil du so regnerisch drauf bist. Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben.
Siehst du, jetzt stehe ich auf. Ich klappe das Buch zu und stelle die Tasse in die Spüle. Ich drehe die Heizung herunter und ziehe mir Jacke, Schal und Schuhe an. Du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich öffne die Tür. Ich stecke meine Nase heraus! Ja, du bist kalt! Ja, du bist regnerisch! Ja, das gefällt mir gar nicht! Und? Ich komme trotzdem. Ich stehe zu meinem Wort. Da kannst du machen, was du willst. Ich stehe so sehr dazu, dass ich bereit bin zu sterben! Aber das wäre übertrieben. Das musste ich nur denken, damit ich jetzt wirklich zu dir komme.
Und wo ich jetzt schon mal bei dir bin: So schlecht ist es gar nicht bei dir! Ein wenig unbequem und kalt und regnerisch... aber für die nächsten Minuten bleibe ich. Das steht jetzt mal fest.
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Dienstag, 22. März 2016

Danke, dass ich bei dir eine Zicke sein darf und du mich trotzdem behandelst wie eine Königin!!!


Ich bekomme dazu sofort ein Bild. Vor mir sehe die Paare, wo es manchmal zickig zugeht. Leider wird die Zickigkeit oft den Frauen zugesprochen. Auch  auf dieser Spruchkarte. "Zicke" und "Köningin" und nicht "Ziegenbock" und "König". Der andere Spruch würde genauso zutreffen. "Danke, dass ich bei dir bockig sein darf und du mich trotzdem behandelst wie einen König!"
Machmal sind wir bockig und zickig! Wenn ich das bei einem fremden Paar wahrnehme geht mir durch den Kopf: "Man, muss das sein in aller Öffentlichkeit? Sind die kleinlich! Nervig! Es geht doch um gar nichts! Wie die kleinen Kinder!" Dann erwische ich mich dabei, wie ich auch in solchen Dialogen lande, die von außen betrachtet zickig und bockig wirken. "Schon wieder hast du das Licht angelassen!" - "Das stimmt ja gar nicht." - "Doch, nie erfüllst du meine Wünsche. Immer bin ich für dich wie Luft." - "Du übertreibst jetzt völlig!" - "Ich übertreibe?" - "Heute morgen hast du übertrieben als du dich über die Brötchen beschwert hast. Totalt verkohlt! Dabei war nur an einem Brötchen eine kleine dunkle Stelle! Nicht der Rede wert. Aber du mit deinem Brötchenzwang!" - "So wie du mit deinem Sauberkeitsfimmel! Schau doch mal unseren Wäscheberg an. Vielmehr dein Wäscheberg! Kein Teil ist schmutzig!"
Ich könnte diesen Dialog jetzt endlos vortsetzen. Irgendwann entsteht so ein Gedanke, dass sich eine solche Art der Beziehung nicht lohnt. Verbindend und zugewandt sollte es doch sein. Viel schöner, nicht wahr? Wenn du als Mann oder Frau nur nicht so bockig oder so zickig wärest. Wie schnell fühlen wir uns angegriffen und in unserer Ehre gekränkt. Wie schnell geschieht Bewertung und Entwertung!
Und wie schön ist es, wenn mitten in unserer Bockigkeit und Zickigkeit die Idee aufkommt, dass wir uns gegenseitig wie König und Königin behandeln. Wenn diese Köngiswürde immer wieder aufleuchtet in der Beziehung. Dass zickige und bockige Momente einfach mal kommen, aber nicht eine so hohe Bedeutung haben. Ich kenne so ein paar Paare, die sich ständig anzicken. Von außen betrachtet wäre eine Scheidung total heilsam. Aber von innen betrachtet gibt es ein verborgenes Paargeheimnis das da heißt: "Ich zicke zwar hier rum, aber ich weiß, dass ich deine Köngin bin." - "Ich bin zwar ziemlich bockig, vor allem, wenn du mich oft verbesserst. Aber im Stillen weiß ich, dass ich dein König bin." Möge diese Dimension immer wieder in deiner Beziehung aufleuchten.
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Montag, 21. März 2016

Bevor ich mich jetzt aufrege isses mir lieber egal!

Ich bewundere die Menschen, die es schaffen, sich nicht aufzuregen. Wenn mir etwas wirklich nicht passt, dann rege ich mich auf! Das kommt nicht oft vor. Meine Frustrationstoleranz ist unglaublich hoch. Während die Menschen um mich herum toben kann ich noch ganz gelassen bleiben. "Was regst du dich auf? Ist doch gar nicht so schlimm!"
Dann kommt aber der Moment, wo mein Vulkan explodiert. Mit aller Macht! Es ist ein stiller Vulkan. Einer, der einfach macht. Der die Konsequenzen zieht. Ich kann mich so aufregen, dass die Veränderung sofort kommt. Ein Beispiel gefällig? Ich würde ein Kind plärren lassen, stundenlang. Voller Verständnis. Voller Mitgefühl. Da scheint was untröstlich zu sein. Doch irgendwann würde ich den Gegenstand des Geplärres wegnehmen. Wortlos und in der Mülltonne entsorgen. Ohne Zwischenschritte. Und? Bist du jetzt erschrocken?
Wenn ja, dann gehörst du vielleicht zu den Menschen, die nach dem Spruch auf der Karte leben. "Bevor ich mich jetzt aufrege isses mir lieber egal!" Die Egalität verhindert, dass du etwas zerstörst oder machst, was du später bereust. Es kann aber auch passieren, dass du über deine Gefühle hinweggehst.
Mir kommt eine Alternative in den Sinn. Angemessen reagieren! Was ist angemessen? Das es dir total egal ist? Das du dich wahnsinnig reinsteigerst und aufregst? Oder das du dich fragst, was denn jetzt angemessen ist! Mein Beispiel dem Kind gegenüber ist bestimmt nicht angemessen. Es würde mich gar nicht verstehen. Ich würde noch dafür sorgen, dass es zu einem lebenslangen Trauma käme.
Wir reagieren als Menschen leider oft zu früh oder zu spät. Zu lasch oder und zu heftig. Wir tragen halt alle unsere alten Muster aus der Kindheit mit herum. Das Positive für mich heißt: So lange ich mich noch aufregen kann, scheine ich auch noch lebendig zu sein. Die Aufregung kann zum Motor der Veränderung werden.
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Samstag, 19. März 2016

Immer schön Kopf hoch, damit das Krönchen nicht fällt!

Jawohl, immer schön Kopf hoch! Sich nicht gehen lassen! Haltung bewahren! Sich nicht unterkriegen lassen! Das Leben geht weiter! Das stimmt total! Und es ist total bescheuert!

1. Variation: Es stimmt nicht! Du liegst am Boden, weil du enttäuscht bist. Du hast keine Lust mehr. Es ist viel zu anstrengend. Du bist in einer Krise und weißt keinen Ausweg. Du kannst einfach nicht mehr. Punkt. Und fertig. Es muss auch mal erlaubt sein, liegenzubleiben! Wenn es halt einfach nicht mehr geht. Ohne Diskussion und ohne weiteres Gelaber! Ohne Aufmunterungen, weil sie dir auf die Nerven gehen! Immer diese Schönredner. Die sind noch nie im Sumpf gewesen! Jedes ihrer "schönen" Worte treibt dich noch mehr in die Depression. Die Krone, die gefallen ist, rutscht in immer weiterer Ferne. Außerdem ist es ganz gut, sich manchmal in seinem Elend zu suhlen. Nicht wahr?

2. Variation: Es stimmt! Du bist verantwortlich für dein Leben! Niemand sonst. Auf wen wartest du? Wer soll dich jetzt schon wieder retten? Es ist schlimm, aber nicht so schlimm als das du nicht wieder aufstehen könntest. Etwas geht noch. Wenn nicht jetzt, dann aber bestimmt in ein paar Mintuten. Oder in ein paar Stunden oder in ein paar Tagen. Irgend etwas wird irgendwann wieder gehen. Niemand schafft es, so lange am Boden liegen zu bleiben bis der Tod eintritt. Irgendwann stehst du auf. Du bist fertig mit deinen Elendsgefühlen. Du bist erschöpft vom Heulen. Du findest jede Alternative besser als liegen zu bleiben. Durch eine Krise musst du nur hindurch. Das ist der Sinn. Nicht drin stecken bleiben.

3. Variation: Es stimmt und es stimmt nicht! Und es stimmt beides zugleich! Alles zu seiner Zeit! Und jeder ist da anders! Wenn du aufhörst zu werten darf alles so kommen, wie es kommt. Du fällst und bist fertig. Dann ist das so. Oder du stehst auf, weil du ein Aufsteher bist. Dann ist das auch so. Es ist dein Leben und du entscheidest, wie du es machst, oder?

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Bitte hängen sie hier Ihre anprobierte Ware ab.

Du gehst in eine Boutique und probierst ein Kleidungsstück an. Wenn es nicht gefällt oder passt, was machst du dann? Du hängst es an einen Ständer direkt an der Umkleide. Dieses Prozedere musste ich erst einmal verstehen. Mir ist das bislang nie aufgefallen.
Ja, ich habe an der Umkleide mal einen Ständer gesehen mit lauter Anziehsachen. Meistens in einem Durcheinander. Aber erst dieses Schild hat mich aufgeklärt. "Bitte hängen Sie hier Ihre anbrobierte Ware ab."
Bisher habe ich meine Waren immer sorgfältig gefaltet und dahin zurückgebracht, wo ich es hergenommen habe. Die Verkäufer machen das auch so. Sie falten und bringen zurück. Für mich war das einfach selbstverständlich. Ich habe es dort weggenommen, also bringe ich es dorthin zurück. Ich mache das wie in meinem Haushalt. Ich benutze das Geschirr. Wasche es ab und stelle es zurück an den Ort, wo es hingehört.
Das gibt mir Halt und Sicherheit. Alle Dinge haben ihren Platz. Dort gehören sie hin. Da finde ich sie wieder und sie stehen dort, bis sie von mir gebraucht werden. Da gibt es so viele Diener in meinem Leben. Teller und Tassen, Lappen und Eimer, Hosen und Hemden, Konservendosen und Tüten. Hunderte von Dingen bleiben geduldig an ihrem Platz bis ich sie greife.
Wenn ich meine anprobierten Waren an diesen "Ständer" hänge - wann werden sie wohl an ihrem Platz zurück gebracht? Vielleicht sucht ein Kunde gerade nach einem Teil, das an diesem Ständer hängt. Es hängt dort und findet nicht den Weg zum Kunden. Ich werde auch in Zukunft meine Pullover, Hemden und Hosen wieder an ihren Platz zurückbringen. Nicht, um die Verkäufer zu entlasten. Die stehen sowieso oft nur herum. Ich tue das für mich und für die Sachen, die ich anprbiere. Und ich erinnere mich daran, dass ich selber auch einen Platz brauche, wo ich sein darf. Ein Platz, den mir niemand streitig macht. Ich möchte auch nicht entsorgt werden und an einem Ort landen, den ich mir nicht ausgesucht habe. Und? Hast du deinen Platz schon gefunden?
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Freitag, 18. März 2016

Laut und Leise Wasser

Vor einiger Zeit war in ich in Hamburg zu einem Seminar. Dort gab es lautes und leises Wasser. Ein interessanter Werbegag.
So kann ich fragen: "Möchtest du ein leises oder ein lautes Wasser," statt: "Möchtest du ein stilles oder eines mit Kohlensäure." Ich habe dennoch kurz gestockt und mich gefragt, ob Wasser leise sein kann. In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, ob Wasser still sein kann. In anderen Ländern heißt dieses Wasser "naturel". Das kommt der Art des Wassers für mich deutlich näher. Wasser in seinem natürlichen Zustand.
Die beiden Wassersorten weisen aber auf etwas wichtiges hin. Sie leben von der Polarität. Leises Wasser kann nicht ohne lautes Wasser und umgekehrt auch nicht. Ich sage in einer Gesprächsrunde ja auch: "Seid einmal leise!" oder "Seid bitte still!" Auch da gibt es einen Unterschied. "Leise" liegt auf einer Skala zwischen "still" und "laut". Wohl eher Richtung "leise".
Für mich ist Wasser weder laut noch still oder leise. Ich mag es in seiner natürlichen Form. Aus der Quelle, aus dem Brunnen, aus dem Bach. Ohne Schnickschnack. Dabei "tönt" das Wasser schon - immer, wenn es sich bewegt. Es gluckert, es pocht, es plätschert, es rauscht, es strömt, es prasselt. Still ist es nur, wenn es ruht. Aber auch dann "spricht" es. Setz dich einmal für eine Zeit an einen Teich und hör dem Wasser zu. Weil du selber zu einem großen Teil aus Wasser bestehst, kannst du die "Wassersprache" verstehen.
Das Wasser erzählt dir, dass du selber "natürlich" bist. Du bist ein Geschöpf. Bist nackt auf diese Welt gekommen. Als Junge oder Mädchen. Nichts musste daran verändert werden. Bis heute muss nichts an dir verändert werden. In deinem Zustand bist du goldrichtig!
Die Industriegesellschaft lebt davon dir einzureden, dass du an dir etwas verändern musst. Es ist noch nicht richtig. Da fehlt etwas. Die Kleidung, Schmuck, Kosmetik. Viele Dinge, die den natürlichen Zustand "verbessern". So wie die Kohlensäure im Wasser. Ich genieße auch den Wohlstand und freue mich über Kleidung, die wärmt und über Menschen, die sich hübsch machen. Manchmal jedoch setzte ich mich ans Wasser und kehre in mich ein. Wenn ich das mache, dann braucht es nichts weiter. So, wie ich bin, war ich immer schon richtig und werde es immer sein!
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Donnerstag, 17. März 2016

Neue Kollektion Peace & Love

In einem Bekleidungsgeschäft fand ich den Hinweis auf eine neue Kollektion mit dem Titel "Peace & Love". Eine Kollektion von Kleidung, die Frieden und Liebe verspricht. Nicht mehr und nichr weniger! Hier sollten die Friedensaktivisten und Liebesbedürftigen zugreifen. Du trägst eine Hose, in der du dich liebenswert und friedlich fühlst. Nicht schlecht!
Dabei braucht die Menscheit heute genau das: eine neue Kollektion mit Frieden und Liebe. Diese Kollektion ist eigentlich uralt. Fast alle Religionen leben davon und haben es sich seit Jahrtausenden auf die Fahne geschrieben. "Mach mit! Bei uns erfärhst du Frieden und Liebe!"
Dass der Bekleidungsmarkt da mitschwingt ist doch interessant.Warum heute? Warum im Jahr 2016? Geht es vielleicht um Flüchtlinge? Darum, dass die Menschen sich zur Zeit unsicher und bedroht fühlen? Glaubt die Bekleidungsindustrie, dass sie mir da einen tollen Panzer aus Abwehrkleidern anbieten kann? Kampfkleidung? Dabei war Kleidung schon immer wichtig. Auf eine Demo gehe ich nicht im Abendkleid und zum einem Konzert ziehe ich nicht Sportsachen an. Welche Kleidung trägt jemand, der an Liebe und Frieden glaubt? Gandhi trug damals indische weiße Baumwolltracht und die Hippies liebten es bunt.
Leider habe ich nicht einmal genau hingeschaut, welche Farben denn in der neuen Kollektion vorherrschen. Gandhi mit Hippieeinsprengsel im Ethnolook? Interessant finde ich noch die Reihenfolge: nicht Love and Peace sondern umgekehrt. Peac and Love geht mir schwerer über die Lippen.
Dennoch bin ich total für diese neue Kollektion. Sie sollte jeden Monat wieder neu auftauchen als neue Kollektion bis alle es gehört haben. Love and Peace könnte zu einem Renner werden, der die Welt nachhaltig verändert.
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Mittwoch, 16. März 2016

Täume und lebe zugleich als wäre es dein letzter Tag!



So kann man den Satz lesen: Träume als würdest du ewig leben. Lebe als wäre heute dein letzter Tag.
Man kann den Satz auch so sagen: Lebe, als wäre heute dein erster Tag und begrabe nie deine Träume!
Oder so: Lebe deinen Traum und träume dein Leben und halte stets deinen Fuß dazwischen.
Oder: Du lebst ewig, das sagen dir deine Träume. Du lebst heute, das sagt dir der Tod.
Oder auch: Ob es dein letzer Tag ist oder dein erster - jetzt lebst du, oder träumst du noch?
Und zuletzt: Wenn du träumst bist du ein Teil der Ewigkeit. Nimm dieses Bewusstsein mit in den Tag und gib ihm deine Gestalt.

Dienstag, 15. März 2016

Ich bin nicht perfekt und ich arbeit auch nicht daran.

Kannst du diesen Spruch stehen lassen?
Regt sich in dir ein Widerspruch?

Möchtest du deine Arbeit nicht doch irgendwie ordentlich machen?
Ein wenig mehr als ordentlich!
So, dass du eigentlich zufrieden bist?
Dass alle anderen auch zufrieden sind?
Dass du dir selbst auf die Schutern klopfen kannst, wie gut du das gemacht hast?

Und gibt es dir nicht wenigstens einen winzig kleinen Stich im Herzen wenn du einen Fehler bemerkst?
So einen ganz kleinen nur!
Nicht so gewaltig, aber doch so, dass du noch ein wenig nachbesserst?
Es m u s s ja nicht perfekt sein, aber es d a r f perfekt sein.
Du bist ja nicht zwanghaft perfekt, aber wenn es wirklich gut geworden ist -
dann hast du auch ein gutes Gefühl!
Und willst du nicht ein gutes Gefühlt haben, weil du es so richtig gut gemacht hast?

Du magst zwar nicht perfekt sein wollen, aber dass du überhaupt nicht daran arbeitest, kann ich fast nicht glauben. Komm mal ein wenig näher, dann flüster ich es dir ins Ohr! Noch näher, es soll niemand hören!
"Ich bin nicht perfekt, überhaupt nicht! Aber heimlich arbeite ich daran, nur ein ganz kleines bisschen. So dass es niemand merkt. Das wäre mir nämlich peinlich, als Perfektionist enttarnt zu werden. Deshalb baue ich sogar manchmal einen Fehler ein. Einen ganz kleinen. Einen Fehler mit Absicht. Damit niemand in mir den Perfektionisten sieht. Aber das verrate ich nur dir."
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Montag, 14. März 2016

Street One

"Street One" kann ich verschieden verstehen.
Es könnte sich um die beste und großartigste Straße im Vergleich zu allen anderen Straßen handeln. Die First Class Straße. Eine, auf die ich mich unbedingt bewegen möchte. Sehen und gesehen werden. Wer diese Kleidung trägt, der kann mithalten auf den Einlaufsmeilen dieser Welt. Der spielt in der ersten Liga. Immer die Nr. 1 sein!

Die zweite Lesart für mich lautet: Wer nur "eine Straße" kennt, landet schnell in der Sackgasse. Virginia Satir empfiehlt bei der Suche nach Lösungen, wenn du ein Problem hast, folgendes:
Ein Weg führt in die Sackgasse. (Street One)
Zwei Wege führen in ein Dilemma. (Street Two)
Ab dem dritten Weg beginnt die Freiheit. (Three and more streets)
Das ist genug Stoff zum Nachdenken, nicht wahr? Wo befindest du dich heute wie in einer Sackgasse? Wo musst du dich zwischen A und B entscheiden und kannst das nicht? Welches wäre jetzt dein dritter und/oder vierter Weg?
Vielleicht wird es Zeit für eine Marke: "Many streets".
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Samstag, 12. März 2016

Bald ist alles wieder gut!

Wirst du als Erwachsener noch genug getröstet? Oder hast du es dir im Laufe deiner Jahre angewöhnt, mit deinem Traurig sein alleine klarzukommen.
Als Kinder sind wir zu unseren Eltern gerannt oder zu den netten Erzieherinnen im Kindergarten. Jemand hat uns verletzt. Wir haben geweint und wurden getröstet. Einmal auf den Arm und gestreichelt werden. Tränen abtrocken und sich schneuzen in ein großes Papataschentuch und "alles ist wieder gut". Als Kinder waren wir Profis in diesem herrlichen Selbstreinigungsprozess.
Doch dann wirst du älter und du gehst nirgendwo mehr hin. Vielleicht noch zur Freundin, zum Freund und der sagt dir dann in Erwachsenensprache: "Bald ist alles wieder gut!" Manche trauen sich auch noch zu, sich dabei in den Arm zu nehmen. Aber später? Als Erwachsener? Also so richtig Erwachsener? Wo kannst du da hingehen und einfach mal so richtig losheulen, bei einem Gegenüber, der das aushält und einfach nur hält!
In jedem von uns wohnt die Seele eines Kindes mit alten und neuen Kränkungen und Verletzungen. Du schaffst es nicht, ungekränkt durchs Leben zu gehen! Ich wünsche dir und mir, dass der innere Ozean der Tränen gute Abflüsse findet sprich - die Traute und einen guten Halt!
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Freitag, 11. März 2016

Sonne für die Seele


Sonne für die Seele! 

Von Rose Ausländer stammt folgendes Gedicht:

der garten
öffnet seine rosen

sie duften sich
sonnenworte zu

nur liebespaare
fangen sie auf
und grüssen zurück
in der rosensprache

rosen antworten rot
mit herzlichem duft

duftworte
die sich liebkosen

In einem anderen ihrer Gedichte heißt es so oder ähnlich:


Ich wohne in einer Stadt aus Sonne und Schnee
Der König ist ein Bettler.
Seine Nahrung ist Schnee.

Ich schenke ihm Sonnenworte
Vielleicht kann er sich Brot dafür kaufen.

Mir gefällt die Idee mit den Sonnenworten. Rosen duften sich Sonnenworte zu. Von Sonnenworten können Bettler leben.
Verschenkst du gerne Sonnenworte? Bekommst du viele Sonnenworte? Welche gefallen dir besonders gut? Du kannst sie gerne hier im Kommentar veröffentlichen. Einfach hier unten in das Feld reinschreiben. Ein paar schöne Sonnenworte für alle, die hier lesen.
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Donnerstag, 10. März 2016

Schaffe Ordnung in deiner Seele!

Im Spielwarengeschäft fand ich diese schöne Kulturtasche. So heißt sie glaube ich. Die muss für Mädchen gemacht worden sein. Ein Pferdekopf und eine Karotte. Und vor allem Taschen, in die man etwas hineinstecken kann. Ordnung schaffen im kindlichen Beautycase. Für alles gibt es einen Platz und alles lässt sich gut wiederfinden. Ordnung in einem schönen Täschchen.
Mein erster Impuls war ja: Wenn ich ein Mädchen wäre in einem bestimmten Alter, dann hätte ich mich für diese Tasche entschieden. Warum? Mein Herz und meine Seele haben gedacht: Wie schön!
Mein zweiter Impuls dann war: Kann man auch in seiner Seele Ordnung schaffen? Kann man, dachte ich. Manchmal ist da alles so durcheinander. Dieses Gefühlschaos, das da mitunter herrscht. Kaum hast du das eine Erlebnis so ungefähr verarbeitet, musst du dich schon wieder mit dem nächsten beschäftigen. Da rumoren dann in den Gedanken gleichzeitig viele Ereignisse. Das ist nicht gut für die Seele, weil sie dann ganz durcheinander kommt.
Wie könnte ein Ordnungssystem für die Seele aussehen? Ausatmen und loslassen. Mit jedem Atemzug etwas. Loslassen, was die Seele nicht länger haben möchte und ein virtuelles Fach im Herzen schaffen für das, wovon die Seele leben kann. Im Eintamen aufnehmen und im Ausatmen abgeben.
Hast du einmal in deinen Herzenskammern der Seele nachgeschaut, was sich da alles so befindet? Welche Dinge aus Kindertagen spuken da wohl so herum und bereiten dir bis heute Kummer? Aufräumen ist nicht leicht, weil die Dinge tief vergraben sind in fast unsichtbaren Taschen. Sie machen sich aber manchmal bemerkbar. Als latente Unzufriedenheit. Als Unglückspotential. Als Spass- und Lebensbremse.
Daneben gibt es die kostbaren Kleinodien. In so einer "Mädchentasche" gibt es die ja auch. Die kleinen Schätze, die das Herz erfreuen. Gibt es solche Dinge auch in deinem Herzen. Entdecke sie doch mal wieder neu für dich! :-)
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Mittwoch, 9. März 2016

Der Himmel ist in dir!

Wie schön, dass ich nicht weitersuchen muss. Der Himmel ist in mir! Der äußere Himmel ist über mir und der innere Himmel ist in mir.
Also könnte ich mich doch ein wenig anhimmeln. Das mit dem Himmel in mir gerät so schnell in Vergessenheit. Ich denke nicht so oft daran. Wenn der Alltag so alltäglich daherkommt mit all den Aufgaben und Dingen, die ich erledigen muss. Da bin ich so beschäftigt, dass ich keine Zeit habe, mal in mir zu schauen. Der Himmel ist in mir? Wenn er da tatsächlich ist, dann müsste ich das doch irgendwie merken, oder? Wie nehmen die Menschen wohl meinen inneren Himmel wahr?
Der Himmel ist in mir und das macht etwas mit mir! Ich fühle mich leicht wie ein Engel. Es ist blau, weit und sonnig. Vor allem gibt es ganz viel Raum. Freiraum! Wenn ich mir des Himmels in mir bewusst werde, dann werde ich meine alltägliche Aufgabe ganz leicht und voller Freude anpacken.
Und? Hast du heute etwas Himmel in dir? Wenn nicht, dann schenke ich dir jetzt in diesem Augenblick einen kleinen Lichtstrahl. Bin gespannt, ob er ankommt!
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Dienstag, 8. März 2016

Jeder braucht Lebensmittel!

Das Leben könnte doch so einfach sein, nicht wahr? Brot, Käse und Liebe! Du sitzt auf einer Wiese mit einem lieben Menschen an deiner Seite. Dein Herz pocht! Du fühlst dich lebendig! Die Wolken winken dir zu und du bist mit dir und mit allem, was ist, verbunden.
Du bist erfüllt von guten Mächten, die wohlwollend auf dich herabschauen und sich daran erfreuen, wie du dich freust. Ein Wechselbad der Freude!
Wenn du Lebensmittel hast, dann kannst du leben! So lange du in einem Körper zu Hause bist, brauchst du Mittel zum Leben. Dinge für den Körper. Gedanken für den Geist und Gefühle für das Herz. Wie einfach, wenn du nur drei Dinge zum Leben benötigst. Brot, Käse und Liebe.
Welche drei Lebensmittel brauchst du? Wären das zum Beispiel Freundschaft, Anerkennung und Liebe? Was würde dann dein Körper sagen? Also, welche drei Lebensmittel, "Mittel zum Leben" brauchst du? Ich bin nur froh, dass wir in der Fülle leben! Du brauchst dich nicht auf drei Dinge beschränken. Aber bestimmt gibt es etwas, was für dich besonders kostbar und wichtig ist. Viel Freude beim Genießen!
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Montag, 7. März 2016

Kuckuck, wo bin ich?

Wenn ich kleine Kinder sehe verstecke ich mich. Ich verberge das Gesicht in meine Hände und schaue kurz zwischen meine Finger hindurch und ganz schnell wieder weg. Ich spiele mit dem Kind verstecken. Kinder mögen das sehr und fangen an zu lachen. Sie haben Vergnügen am Verstecken und wiederentdecken. "Kuckuck, wo bin ich?" könnte das Spiel heißen.
Als Erwachsener suchst du die Aufmerksamkeit des Kindes. Du hoffst, dass du das Kind in deinen Bann ziehen kannst. Du wünschst dir vielleicht, dass du es sogar schaffst, ein Kind vom Quengeln oder von Tränen abzulenken.
Das erinnert mich an Runden unter Erwachsenen, wo mir das nicht gelingt. Ich komme nicht dazwischen. Immer reden andere! Sobald ich ansetzen möchte buhlt wenigstens einer um das nächste Wort. Manchmal gehe ich hinein in den Kampf und denke: "Jetzt bin ich aber dran!" Oft ist jemand anders schneller als ich. Irgendwann gebe ich auf! Die Themen haben gewechselt. Meine Lust ist verschwunden und mein Selbstvertrauen sinkt gleich mit. Dann denke ich daran, dass ich bei einem kleinen Kind nichts sagen muss. Hände vor das Gesicht. Ein wenig zwischen den Fingern hindurchschauen. Die Hände fallen lassen. Lachen und wieder verstecken. Ich muss nichts sagen. Nicht kämpfen. Und wenn das Kind schon sprechen kann wird es vielleicht sagen: "Noch einmal! Noch einmal!"
Ich stelle mir vor, in einer Runde von Erwachsenen zu sitzen. Wir sprechen über ein Thema und plötzlich wachen alle auf. Da sitzt jemand, der hat auch etwas zu sagen. Wir müssen nur einen Moment innehalten und schweigen. Uns gegenseitig anschauen und durch ein kurzes Nicken ermutigen. "Kuckuck, da bin ich!" Ich glaube nicht, dass die Erwachsenen in einem Gespräch immer wissen, wo sie sind! So viele kluge Worte! So weit weg vom Leben! Manchmal so unwichtig! Aber zugleich sooo wichtig!
Dann wechsle ich die Perspektive. Ich bin das Kind. Da macht ein Erwachsener einen Spaß mit mir. Versteckt sich hinter seinen Händen. Blinzelt durch eine Fingerritze. Lächelt mir zu! Grinst mich an! "Kuckuck, wo bin ich?" Hinter den Fingern? Oder mit dem Herzen ganz nah bei mir!
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Sonntag, 6. März 2016

Das kleine Glück genießen!


Es gibt Momente im Leben, da weißt du gar nicht, wie dir geschieht! Da lacht dich ein geflügeltes Herz an. Die Uhr hört auf, mit ihren Einschränkungen zu drohen. Dir selber wachsen Flügel und du genießt den Duft einer Blume. Dein Leben fühlt sich leicht an, einfach nur leicht. Wie kostbar sind solche Augenblicke!
An dieser Stelle könnte ich einfach schon Schluss machen mit meinem Brief und dich einladen. Werde aufmerksam für das, was jetzt gerade in diesem Augenblick geschieht. Was hörst du? Was nimmst du wahr mit deiner Nase oder deinen Augen? Sitzt du gerade bei einer Tasse Kaffee oder Tee und liest diese Zeilen? Freust du dich an dem Engel auf dem Bild oder genießt du noch etwas ganz anderes.
Gedanklich bin ich bei dem Satz auf der Postkarte hängen geblieben. Konkret bei der Vorstellung von einem kleinen und/oder großen Glück. Das große Glück erscheint doch sehr verlockend! Romane erzählen und leben von der ganz großen Liebe und wie sie im Laufe von vielen Seiten Wirklichkeit wird.
 Das große Glück erzählt von komfortablen Eigenheimen in eleganter Wohngegend, tollen Reisen, wunderbaren Kindern und einen erfüllenden Beruf ganz im Sinne einer Berufung des Herzens. Aber wann stellt sich dieses ganz große Glück ein? Hat es sich schon in deinem Leben erfüllt? Oder gehörst du auch zu den Wartenden?
Vielleicht gehörst du wirklich zu den ganz Glücklichen, die vor Jahren schon die große Liebe gefunden haben und die das Glück nie verlassen hat. Vielleicht schmunzelst du jetzt und kannst dieses Gefühl sofort in dir aktivieren.
Vielleicht jedoch gehörst du zu denen, die das ganz große Glück eher nur flüchtig kennen. Es ist „geflüchtet.“ Ja, du bist zufrieden mit deinem Leben. Zufrieden mit den Kindern, mit der Beziehung und dem Beruf. Du bist zufrieden mit allem, was du erreicht hast. Ist das schon das große Glück? War’s das schon? Oder sparst du nicht doch für ein großartiges „Etwas“, das du dir demnächst leisten wirst, weil das große Glück dich verlockt und einlädt. Bist du noch verführbar?
Das „ganz große Glück“ ist ein wirklich „ganz großes Thema“. Das brennt wie eine Sehnsucht in uns Menschen und kann uns ganz schön süchtig machen. Ich kenne junge Menschen, die noch voller Energie darauf ausgerichtet sind. Ich kenne ältere Menschen, die nach einem langen Weg voller Enttäuschungen einfach resignieren. Ich kenne Menschen, die ihre ganze Lebenskraft für das ganz große Glück investieren. Sie setzen darauf, dass sie eines Tages zu den „Glücksmillionären“ gehören werden. Ich will das auch gar nicht kleinreden. Wir leben schließlich alle von dieser Sehnsucht, die uns antreibt.
Der Spruch auf der Karte will uns das auch nicht ausreden. Es erweitert lediglich die Perspektive. Du hast genug Zeit, auf das große Glück zu warten! Aber bis es kommt, kannst du die Zeit besser nutzen, als darauf zu warten.
Genieße das kleine Glück! In der Fastenzeit kannst du dich einüben in den Verzicht. Das kannst du machen. Du kannst auch auf das große Glück der österlichen Auferstehung warten. Die ereignet sich Gott sei Dank sowieso. Aber wie ist das mit dem kleinen Glück? Was passiert da eigentlich? Warum ist das so wichtig? Und wie verändert das mein Leben, wenn ich da meine Aufmerksamkeit hin lenke?
Das große Glück findet in den Gedanken statt. Ich stelle mir vor, wie mein Leben aussehen würde, wenn es denn käme. Ich wache aber immer wieder auf und sehe den Mangel. Ich sehe das, was ich nicht habe. Ich fühle mich unglücklich und unzufrieden. Ich produziere vielleicht Stresshormone und muss irgendwie mein Unglück kompensieren, ständig! Ich esse vielleicht zu viel. Ich nörgele herum. Ich sehe immer das, was nicht gelungen ist bei mir oder bei anderen. Ich trete ein in eine Spirale von Unzufriedenheit, die sich ständig erweitert und größer wird. Je länger ich auf das große Glück warten muss, desto unzufriedener fühlt sich mein ganzes Lebenssystem an.
Wenn du dich jedoch auf das kleine Glück besinnst veränderst du etwas. Du wachst am Morgen auf und atmest bewusst ein paar Züge ein und aus. Du freust dich über die geschenkte Zeit der Erholung und darüber, dass du jetzt gleich unter die Dusche springen darfst. Ganz achtsam stellst du dich unter den Strahl der Dusche und spürst, wie das Leben in deinen Körper zurückkehrt. Du bist gerüstet für den Tag und sagst dir: „Hallo Tag! Ich bin bereit! Was hast du mit mir vor!“
Du freust dich, dass dein Brot noch frisch ist nach einem Tag. Du nimmst den Duft von Kaffee in deine Nase auf und lauschst nach draußen, welche Vögel dir ein Morgenlied singen. Du wunderst dich über die scheinbar tausend Kleinigkeiten, die deinen Alltag verschönern. Ständig gibst du deinem Körper Impulse von Wohlbefinden. Dein Gehirn stößt Glückshormone aus und diese lassen dir Flügel wachsen. Allein durch deine Achtsamkeit für den Augenblick kannst du das beeinflussen. Die Aufmerksamkeit für das kleine Glück lässt dich jetzt leben. Nicht morgen oder übermorgen.
Wenn du auf das große Glück wartest, ohne das kleine Glück zu genießen, könntest du schlicht emotional verhungern. Mit dem Blick auf die kleinen Dinge kannst du also aktiv deinen Hormonhaushalt beeinflussen. Du verminderst die Stressaktivitäten in deinem Gehirn und wirst gelassener. Je tiefer du in dein kleines Glück eintauchst, desto weniger bist du angewiesen auf das große Glück.
Du wohnst zur Miete und wünschst dir ein eigenes Haus? Mach es dir auf deinem Sofa in der Mietwohnung bequem. Schau aus deinem Fenster und genieße den Blick in den Himmel.  So anders wird über deinem eigenen Haus nicht aussehen. Genieße deinen Kaffee und wisse, dass du keine ganze Kaffeerösterei dafür benötigst.
Die Idee vom kleinen Glück hat einen zutiefst spirituellen Hintergrund. Du stellst dir Gott oft vor als den ganz Großen und ganz Anderen. Mit seiner unendlichen Schöpferqualität. Er, der in einer ganz anderen Liga spielt. Der unsere bekannten Dimensionen überschreitet und jenseits von allem Irdischen ist. Wenn du so denkst, dann entspricht das der Qualität des „großen Glückes“. Dieser Teil ist auch in dir angelegt, denn du bist Gottes Ebenbild. So ist auch dieser göttliche Aspekt in dir vorhanden.
Dieser Wunsch nach „Ewigkeit“ und „Absolutheit“ kann jedoch so mächtig werden, dass du aus deinen „irdischen Schuhen“ herausfällst. Du möchtest nicht den Schweiß, die Tränen, die Schwere, die Mühsal. Lieber gleich ab in das ewige Glücksgefühl. Auferstehung und Ostern sofort und in vollem Umfang!
Wenn du an diesem „Extrembild“ festklebst dann geht dir leider viel verloren. Du bist ein Geschöpf dieser Erde. Mit ihrer Schönheit. Mit ihrer Schlichtheit. Mit den kleinen und großen Wundern. Mit der Vielfalt. Mit der Körperlichkeit. Mit den kleinen und großen Gefühlen. Mit all den Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung. Mit den Chancen zum Wachsen und Reifen. Mit der Erlaubnis, scheitern zu dürfen und neu anzufangen. Aber auch mit den Einschränkungen, Mängeln und mit der Fehlerhaftigkeit.
Darin liegen die vielen kleinen Glücksmomente verborgen. Wie versteckte Diamanten in einem lehmigen Acker. Und immer nur für den Augenblick. Nicht auf Vorrat. Deine Glückshormone bekommst du auch nur im Jetzt. Dein Glück von gestern ist längst vergangen und dein mögliches Glück von morgen wird sich vielleicht gar nicht oder völlig anders ereignen. Also: Viel Freude beim Genießen des kleinen Glückes! 
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