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Montag, 31. Juli 2017

Der Ursprung vom Urlaub


Ich erlaube mir etwas!
Ich spreche mir selbst eine Erlaubnis aus!
Ich darf!
Ich bin heute gerne freundlich zu mir!

Wortaufdröselung von "Urlaub"
Ur und laub.
Ur wie Ursprung, Anfang, Grundsatz.
Laub wie Erlaubnis
Urlaub übersetzt heißt dann: "Der Ursprung von Erlaubnis"
Da, wo die Erlaubnis herkommt.
Wo sie entsteht.
Urlaub ist also die Zeit, wo ich wahrnehme, dass ich mich mit der Erlaubnis verbinde.
Sie existiert von Anfang an.
Vom Ursprung meiner Existenz her.
Ich erinnere mich einmal im Jahr daran, dass ich die Erlaubnis besitze, da zu sein auf dieser Erde. Diese Erlaubnis brauche ich von niemandem.
Ich bin Urlaub!
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Freitag, 28. Juli 2017

Vielseitig unbegabt!


Urlaubszeit! Raus aus der Alltagsfalle und den vielen Ansprüchen! Der Kabarettist Christian Ehring schenkt mir einen Urlaubsimpuls: "Ich bin vielseitig unbegabt." Da klingt der gängige Spruch gleich mit. "Er ist nur einseitig begabt." Das fängt ja in der Schule schon an. Bist du eher sprachlich oder eher mathematisch begabt. Die einseitigen Naturwissenschaftler und die einseitigen Künstler. Wer einseitig begabt ist, muss sein Talent auch ordentlich kultivieren. So wirst du Schauspieler oder Physikprofessor. Das Leben ist ab der Grundschule schon vorgebahnt.
Dann gibt es noch die Menschen, die vielseitig begabt sind. Die echten Wunderkinder. Sie können alles. Denen fällt dann auch die Entscheidung manchmal schwer. Was mache nur mit meinem Leben? Schauspieler oder Professor? Oder Professor mit guten Schauspielqualitäten?
Ich gehöre wohl zu der Gruppe, die viele Dinge so ungefähr können. Nirgendwo ganz oben und nirgendwo ganz unten. Guter Durschnitt eben. Das hat den Vorteil, dass ich nicht so unter Leistungsdruck stehe.
Solange ich aber irgendetwas kann gibt es auch einen Anspruch. Den Anspruch, die Talente ordentlich auszubauen und zu nutzen. Etwas aus sich zu machen. Wie befreiend hört sich da doch der Satz von Christian Ehring an: "Ich bin vielseitig unbegabt." Das unterscheidet sich doch sehr von: "Ich kann nichts!" Erinnerst du dich an Zeugnisse, wo es eine sechs gab? Ungenügend? Hilfe! Mit einer solchen Note hätte ich mich nicht nach Hause getraut. Ungenügend und das Selbstbewusstsein im Keller. Wie erfrischend, wenn ich sage: "Ich bin vielseitig unbegabt." Ich habe keine Begabung, bin darin aber vielseitig. Vielseitig klingt positiv. Ein Vielseitiger ist für viele Dinge gut. Er kann nichts, davon aber viel und mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen.
Ich erinnere mich an manche Kinder im Ferienlager, die nicht begabt waren. Sie konnten nicht schön malen, nicht schnell rennen und vieles andere auch nicht. Aber in ihrem "Nichtkönnen" waren sie unglaublich glücklich. Mitleid war völlig fehl am Platz. Eher Neid. Wie kann man so glücklich sein, ohne etwas zu können?!
Unser Ego bestimmt sehr stark unser Leben. Etwas können. Dazu gehören. Etwas darstellen. Jemand sein. Der vielseitig Unbegabte spiegelt sich in der klassischen Rolle des Clowns. Er macht alles und macht es so verkehrt, dass alle über ihn lachen und er über sich selbst auch. Der Clown sieht das Leben als ein Spiel. Mehr nicht! Und damit hält er mir den Spiegel hin. Ich bin der unwichtigste Mensch in der Welt und darf darüber total glücklich sein.
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Dienstag, 25. Juli 2017

Urlaub im eigenen Garten!


Wie haben die Menschen früher Urlaub gemacht? Gar nicht! Sie haben gearbeitet und hatten ein wenig freie Zeit. Sie ruhten sich aus am Abend vor dem Schlafengehen und am Sonntag nach dem Kirchgang. Zwischendurch ein zusätzlicher Feiertag.
Haben die Menschen früher etwas vermisst? Vermutlich nicht! Das Wort Urlaub war ja unbekannt. Die Menschen setzten sich bei schönem Wetter vor dem Haus und unterhielten sich. Vielleicht spürten sie die Erschöpfung in den Knochen. Sprachen über das Wetter und die Ernteaussichten. Erzählten sich Ereignisse aus der direkten Nachbarschaft und gingen zeitig ins Bett.
Die Bank vor dem Haus existiert nicht mehr oder ist verwaist. Wir packen die Koffer und verreisen. Luftveränderung. Raus aus den vier Wänden. Mal etwas anderes sehen. Abschalten vom Alltag. Also wird ein Urlaubsort ausgesucht. Die Reise planen. Packen, verreisen, ankommen ... und dann? Vor der Ferienwohnung auf einer Bank sitzen und über die Wetteraussichten spekulieren. Dann ca. 10 Tage ausruhen und wieder Sachen packen, zurückreisen, auspacken und ankommen. Sich erholen von der Reise. So kommen wir dann auf 10 Tage Erholung und mindestens vier Tage für Reisedurchführung.
Das können wir uns doch eigentlich sparen oder? Ich stelle mir für dieses Jahr vor, dass ich Urlaub mache. Ich setze mich am Samstag in mein Auto und fahre einmal um die Stadt herum zu meinem Urlaubsdomizil. Ich komme wieder zu Hause an und stelle mir vor, dass es meine Ferienwohnung ist. Ich steige aus und freue mich! Eine Ferienwohnung mit Waschmaschine. Eine Küche, die nach meinen Bedürfnissen eingerichtet ist. Es gibt schon Vorräte! Gemütliche Betten und Kleidung für jedes Wetter - genau in meiner Größe und meinem Geschmack! Ich mache Urlaub in der schönsten Ferienwohnung, die ich mir vorstellen kann.
Ich habe zwar den Eindruck, dass ich die Umgebung irgendwie kenne. Aber ich stelle fest, dass es zum Glück nicht so voller Touristen ist. Ich mache Urlaub unter Einheimischen. Keine Massen, die die Restaurants bevölkern und auf meinen Wanderwegen den Müll hinterlassen. Kein Geschrei und überflüssige nächtliche Diskotheken draußen. Ich gehe spazieren und nehme Kontakt mit den Einheimischen auf. Hier wohnen nette Menschen. Da könnte ich mich mit befreunden. Es ist schön hier und nichts los. Was kann es Besseres geben im Urlaub.
Die Anfahrt war wichtig! Ohne Anfahrt rund um das Dorf würde ich denken, dass das mein zu Hause ist. Dort, wo ich im Garten arbeiten muss. Dort wo in der Wohnung ständig eine Reparatur lauert. "Jetzt, wo wir Zeit haben, könnten wir ja mal..." Aber zum Glück bin ich ja nicht in meiner Wohnung. Ich bin verreist. Einmal um das Dorf herum. Ich bin erstaunt, wo man überall Urlaub machen kann!
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Montag, 24. Juli 2017

Mal ganz einfach im Urlaub!



Urlaubszeit! Du hast deine Reisepläne abgeschlossen und beginnst schon damit, in Gedanken deine Koffer zu packen. Was nimmst du mit? Wie komfortabel wird dein Ferienort sein? Gehörst du zu den Menschen, die eher irgendwo ihr Zelt aufschlagen, bist du ein Rundumverwöhner im Hotelzimmer mit Vollpension oder liebst du den Komfort und die Freiheit einer Ferienwohnung? Egal für welche Unterbringungsart du dich entscheidest, du musst deine Koffer packen und – dich beschränken. Du wirst nicht deinen kompletten Kleiderschrank und alle Küchenutensilien ausräumen. Das ist schlicht und einfach nicht möglich, wenn du auf Reisen gehst. Du musst auswählen! In diesem Moment wird der Urlaub schnell zur Tortur. Benötigst du eher Sachen für kalte oder für warme Tage? Wählst nach dem Zwiebelprinzip oder nach dem „Wir gehen abends gerne aus“ Modus? Planst du eine Waschmaschine vor Ort ein oder lieber eine waschfreie Zeit? Was ist mit Lebensmitteln und Dingen, die es im Urlaub nicht gibt, die du aber ganz unbedingt brauchst! Packst du deinen Föhn und das Bügeleisen auch ein?
Du nimmst Dinge in die Hand und packst sie in den Koffer. Du nimmst manches wieder heraus und packst es zurück in den Schrank. So geht es hin und her. Irgendwann bist du froh, den Koffer schließen zu können. Der Tag deiner Abreise beginnt. Es kommt der Augenblick, wo du im Auto sitzt. Die Angst kriecht hoch und  treibt dir noch einmal die Schweißperlen ins Gesicht. Hast du auch nichts vergessen? Ausweis, Geld, Versicherungskarte und Autopapiere? Dir fällt nichts mehr ein und dein Urlaub beginnt. Egal, ob du alles dabei hast, jetzt kannst du nichts mehr ändern! Du musst mit dem auskommen, was du eingepackt hast.
Am Urlaubsort angekommen richtest du dich ein. Das Meiste hast du eingesteckt, aber irgendetwas fehlt auch. 

Dem Fehlenden trauerst du dann etwas nach. Doch irgendwann nach ein paar Tagen stellt sich das Gefühl von Zeitlosigkeit und Gleichgültigkeit ein. Die Hemden reichen aus, alles ist halb so schlimm und du hast immer noch die Fähigkeit zur Improvisation. Das Gefühl vor der Abreise wird zu einer Erinnerung, die du gerne verdrängen möchtest. Auf einmal wird das Leben einfach! Du musst keine Kleidung vorführen und dein Hemd trägst du auch noch einen Tag länger. Ein bunter Salat macht dich glücklich. Du genießt die Sonne mit einem spannenden Buch am Strand oder eine Wanderung mit einem entspannten Gespräch und – alles ist gut. Das Leben kann so einfach sein! Du brauchst nur wenig zum Leben.
Im Lukasevangelium schickt Jesus einmal seine Jünger los. Sie sollen unabhängig von ihm Kranke heilen und das Reich Gottes verkünden. Und das ohne einen Geldbeutel, ohne Vorräte und ohne Schuhe! Sie sollen auf alle Sicherheiten verzichten und sich ganz auf das Wirken ihrer Persönlichkeit und die Kraft Gottes verlassen. Jesus preist die Schönheit der Lilien auf dem Feld und lädt uns ein, von den alltäglichen Sorgen Abstand zu nehmen. Es ist für dich gesorgt! Nimm einen Gang raus! Vertrau dem Heute und dem, was hier und jetzt da ist.
Stell dir vor, du würdest dich dazu entscheiden, dass dein Leben von jetzt ab immer so sein soll. Einfach, unkompliziert, verbunden, mit innerer tiefer Freude und in Übereinstimmung mit dir, mit Gott und der Welt. Auch, wenn dir das nicht durchgängig gelingt, gibt es doch immer wieder auch im Alltag solche Momente, wo alles einfach und klar wird. Das sind Augenblicke, wo du alles loslassen kannst und nichts festhalten musst.
Diese kostbaren Erfahrungen wünsche ich dir zu Hause oder im Urlaub.

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Freitag, 21. Juli 2017

Botschaft auf der Zuckerdose

Wir besitzen eine Zuckerdose von "Blond Amsterdam" mit dem Bild einer Torte und den Worten "bla bla bla". Erinnerungen steigen in mir auf.
Ich sitze draußen gemütlich mit der Familie vor einem Café. Wir plaudern über dieses und das. Nichts Weltbewegendes. Wer ist gestorben? Wer hat sich gerade wo etwas gekauft? Wer ist krank und wieder gesund? Da taucht vor meinem inneren Auge die Zuckerdose von "Blond Amsterdam" auf: Bla, bla, bla.
So ist das doch oft im Leben, nicht wahr? Du machst Konversation. Smalltalk. Bla bla bla - Gespräche. Es geht um nichts. Trotzdem führst du solche Gespräche - am Frühstückstisch, im Café, während der Autofahrt und in den Pausen am Arbeitsplatz. Bla, bla, bla...
Ich lese diese Worte auf dieser Zuckerdose. Regt sich bei dir gerade ein Widerstand? Ein Protest? Nach dem Motto: "Ich führe auch oft solche Gespräche, aber die sind auch wichtig. Es ist wichtig, über das Leben, die Ereignisse und die Gefühle zu sprechen. Sich austauschen und auf dem Laufenden sein!"
Ich lese wieder die Worte auf der Zuckerdose: Bla, bla, bla. Zuerst habe ich auch die Entwertung gelesen. Da verurteilt jemand die Haltung von lockeren Gesprächen bei einer Tasse Kaffee. Doch schnell legt sich mein eigener innerer Widerstand und ich bekomme eine Zustimmung. Bei "Bla bla bla" Gesprächen geht es nicht in erster Linie um den Inhalt, sondern um die Herstellung von Verbindung. Ich mache Beziehungsarbeit. Ich pflege Kontakte. Ich vergewissere mich, dass meine Familie mich noch mag und dass ich mich auf Freundin und Freund verlassen kann. Hauptsache reden, was auch immer. Und zwischendurch sich freundlich anschauen. Einen Augenblick schweigen. Sich zunicken und die Bestätigung bekommen: "Ja, ich bin dir immer noch gut. Unsere Beziehung hält!" Um das zu erreichen benötigst du mindestens ein Pfund "bla, bla, bla" - oder so viel Zucker, wie in diese Dose passt.
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Mittwoch, 19. Juli 2017

Pipi und AA

In Oberhausen sah ich dieses Hinweisschild: "PiPi und AA"! Da geht es zur Toilette. Ich musste lachen und fühlte mich zurückversetzt in meine Kindheit. "Mama ich muss AA!" Wenn ich das Thema google bekomme ich Hinweise zu Lautmalerei oder Kindersprache. Ich lasse von Mama die beiden "m" weg und es bleiben zwei "A" übrig.
Irgendwann fängt es an, dass wir für die komplette Verrichtung unserer Notdurft niemanden mehr brauchen. Wir können es ganz eigenständig. Ich weiß gar nicht mehr wie lange es gedauert hat, bis ich es ganz ohne Hilfe konnte. Vor einigen Jahren war ich im Porzellanwarengeschäft meines Dorfes. Die Verkäuferin an der Kasse sah mich und strahlte mich an. "Weißt du noch, wie ich dir im Kindergarten den Hintern abgeputzt habe? Ich war die Einzige, die das durfte. Nicht einmal die Erzieherinnen!" Und das rief sie laut vor allen anderen Kunden im Laden. Ich hatte keine Erinnerung und ich erkannte die Verkäuferin nicht einmal wieder.
Diese Begegnung löste in mir ein Gefühlsgemisch aus von Scham, Neugier und Hilflosigkeit. Das ist doch intim! Das sagt man doch nicht laut in der Öffentlichkeit! Aber so ist das! Wir sprechen nicht über die Geschichte, wie wir trocken wurden. Mit welchen Etappen und mit welchen Gefühlen. Ab wann fand ich es unerträglich, dass meine Eltern sich einmischten in mein intimes Leben?
In Oberhausen sah ich dieses Hinweisschild: "Pipi und AA!" Kein WC oder Toilette. Da stehen die Kindheitsworte laut und öffentlich. Die Erinnerungen werden wach und mein Herz klopft. Dann beruhige ich mich aber ganz schnell wieder. Alles ist gut!
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Dienstag, 18. Juli 2017

Bist du da?


Manchmal kommt jemand zu mir in die Beratung und spricht fast ohne Punkt und Komma eine gefühlt ewige Zeit über sein Leben. Und hier! Und da! Und das auch noch! Und das muss ich unbedingt auch noch sagen! Und dieser Mensch redet sich so hinein in sein Thema, dass etwas eigenartiges geschieht.
Dieser Mensch verschwindet. Da ist auf einmal niemand mehr da. Du kannst z.B. mit den Händen wedeln und diese Person reagiert gar nicht. Der Körper sitzt vor dir und du hörst auch die Stimme. Die Sätze sind sinnvoll und die Geschichte ist wirklich dramatisch. Dennoch sitzt dir niemand mehr gegenüber. Da ist etwas verschwunden. Genau das ist in diesem Satz ausgedrückt:

"Ich bin nicht da! Bin mich suchen gegangen. Wenn ich wieder da bin, bevor ich zurückkomme, sage mir: ich soll auf mich warten."

In uns gibt es verschiedene Persönlichkeitsanteile. Ein Teil von dir kann jetzt auf eine schöne Insel verreisen und ein anderer Teil sitzt körperlich am Schreibtisch. Ein "Ich" ist am Körper gebunden und ein anderes "Ich" verschwindet einfach so! Im Traum machst du es auch so, oder? Ein Teil von dir liegt im Bett und ein anderer Teil ist unterwegs in irgendwelchen Traumgeschichten.

Wann geschieht es, dass alle deine Teile einmal ungeteilt versammelt sind? Wie fühlt sich das für dich an? Was ist dann anders? Kennst du das auch, dass du im Zug sitzt, und die Landschaft an dir vorüberzieht. Irgendwann steigst du mit deinen Gedanken aus und bist in der Vergangenheit oder in der Zukunft oder du mäanderst hin und her. Dann ruft der Zugführer: "Wir erreichen Köln in wenigen Minuten." Ein Schauer geht durch deinen Körper und du erwachst. In wenigen Momenten hast du die Erinnerung an deine Traumbilder verloren und das "Traum-Ich" ist verschwunden.

Wie bekommst du es hin, dass alle deine "Ichs" gemeinsam da sind? In dem Augenlick, wo du ganz in der Gegenwart bist, ganz im Hier und Jetzt. Genau dann! Wenn dir jemand beim nächsten Gespräch das Ohr vollredet und du gar nicht mehr zuhören magst oder kannst, dann weißt du vielleicht: Am anderen Ende ist im Moment niemand mehr da. Dann sprichst du diesen Menschen mit Namen an. Du wiederholst den Namen. Du machst es so lange, bis er dich anschaut. Wenn dieser Mensch dich anschaut fragst du: "Bist du da?" Und du wirst merken, dass sich etwas verändert. Dieser Mensch ist auf einmal anders da und du auch. Es kommt zu einer Begegnung. Auge in Auge und Wort an Wort!
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Montag, 17. Juli 2017

Lange drücken

Auf einer Toilette in einem Museum fand ich diesen Hinweis: "Die Druckspülung bitte lange gedrückt halten!" "lange gedrückt" in roter Signalfarbe mit Ausrufezeichen. Da wollte ich doch mal die Druckspülung testen. Ich habe draufgedrückt und es kam Wasser. Kurz reichte aus. So fand ich. Länger drücken ginge auch. Aber lange drücken? Wie lange? Eine Stunde? Fünf Minuten?
Drei Erkenntnisse nehme ich mit. Lang oder kurz drückt eher eine Gefühlsqualität aus. Da hat jeder Mensch ein anderes Maß. Wenn ich es eilig habe, dann sind fünf Minuten für mich sehr lang. Wenn ich ein spannendes Buch lese sind zwei Stunden für mich sehr kurz.
Die zweite Erkenntnis: Manchmal gibt es keine schnellen Ergebnisse. Ich muss etwas lange genug machen. Lange genug den Topf putzen bis er sauber ist. Lange genug schreiben bis der Gedanke fertig gedacht ist. Lange genug Geduld haben mit einem Handwerker, den ich beauftragt habe. Lange genug warten, bis der Kaffee durchgelaufen ist. Lange genug den Kuchen im Ofen lassen bis er gar ist. Zugleich kann es auch zu lange sein. Dann bin ich über einen gewissen Punkt hinausgegangen. Habe den richtigen Zeitpunkt verpasst. Ich stelle mir einen Zeitstrahl vor. Auf diesem Zeitstrahl gibt es eine erste Markierung mit dem Hinweis: "lange genug" und einen zweiten Hinweis "zu lange". Dazwischen gibt es die Momente, die richtig sind.
Wohin tendierst du, wenn du dein Leben betrachtest? Bist du geduldig und lässt dir lange genug Zeit? Oder gehörst du zu denen, die den Kuchen kurz vor fertig herausnehmen. Kurz vor fertig die Arbeit beenden? Oder verpasst du den Augenblick und bist kurz nach "zu lange". Das Sonderangebot ist nicht mehr da! Der Kuchen etwas angekokelt. Der Bus vor deiner Nase weggefahren? Wo befindet sich dein "Lieblingszeitpunkt"?
Die dritte Erkenntnis: Manchmal muss ich drücken! Es tut sich nicht von allein. Ich kann vor der Kloschüssel warten und es kommt kein Wasser - es sei denn, es gibt eine Lichtschranke. Ich muss den Knopf drücken. An der Waschmaschine, am PC, am Kaffeeautomaten. Ich muss selber etwas machen. Ohne mein Signal geht es nicht los. Den Knopf an der Waschmaschine drücke ich in der Regel sofort. Ich kenne die Programme und es läuft. Aber am Fahrkartenautomaten fällt es mir schwer den richtigen Knopf zu drücken. Den Knopf, wenn es darum geht, das Geld zu bezahlen. Habe ich den richtigen Tarif? Den günstigsten? Wenn ich fahren will muss ich drücken. Es ist hilfreich, dabei nicht zu viel nachzudenken. Sich entscheiden bevor die Bedenken kommen. Wenn die Bedenken kommen und mächtig werden drücke ich die Knöpfe nicht mehr. Ich drücke nicht und es bleibt ein unbefriedigendes Gefühl übrig. Wer drückt bringt was in Bewegung!
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Samstag, 15. Juli 2017

Bist du ein Verschwender?


Ich hörte diesen Satz und klebte am "sch".
Verwendung und Ver - sch - wendung ist fast gleich. Es ist das "sch"!
Ver - sch - wendung reiht sich ein in all die Worte mit einem "ver", die eher negativ belastet sind wie
verunreinigen, verlassen, vermeiden, verurteilen, verlieren, verhören.
Ein Verschwender ist jemand, der dafür sorgt, dass die Dinge verschwinden. Aber zu schnell, zu viel, zu unkontrolliert. Ein Verwender der wendet nicht die Dinge auf eine falsche Art und Weise, sondern nutzt die Dinge bewusst. Ein Verschwender also bringt einen großen Salatkopf zum Verschwinden indem er ihn vergammeln lässt und dann in den Müll entsorgt. Ein Verwender würde einen kleineren Kopf kaufen und ausrechnen, wie viel er wann für wie viele Personen braucht.
Zwischen beiden Wörtern liegt nur ein "sch". Das ist nicht viel! Drei Buchstaben! Drei Buchstaben machen einen Verwender zum Verschwender. Das geht schnell! Ruckzuck hast zu viel eingekauft. Du weißt nicht wohin damit. Wenn du nicht Acht gibst, dann schleicht sich das "sch" ein! Echt "Sch..."

Ich habe einmal gehört, dass Gott ganz verschwenderisch in der Liebe ist. Darüber bin ich froh, dass er nicht einfach Liebe verwendet.  Dadurch habe ich keine Angst, dass ich zu kurz komme. Ich sehe ein Sonnenblumenfeld mit verschwenderisch vielen Blumen und das erfreut mein Herz. Die fruchtbare Erde steckt verschwenderisch voll von Regenwürmern, Mineralstoffen und Bakterien. Die Sonne verschwendet ihr Licht in einer unglaublichen Fülle. Ich stelle mir vor, dass sie es einteilt! Wie würde dann die Erde wohl aussehen?

Nach welchem Grundprinzip hast du dein Leben ausgerichtet? Bist du ein Verwender oder ein Verschwender? Oder mal so mal so? Wann das Eine und wann das Andere? Verwendung finde ich gut, es sei denn, dahinter versteckt sich eine Angst. Die Angst heißt: Es ist nicht genug für alle da! Darum halte ich alles fest und verteidige meinen Besitz.
Das Prinzip Verschwendung macht dich darauf aufmerksam, dass du aus der Fülle leben darfst. Du wirst es einfach nicht schaffen, in deinem Leben allen Sauerstoff der Welt einzuatmen. Auch alle Menschen zusammen werden es nicht schaffen! Du brauchst also beim Atmen nicht zu sparen! Wie wunderbar! Auch deine Liebe kannst du verschwenden! Einfach so! Wie wunderbar!
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Freitag, 14. Juli 2017

Schluss mit den ewigen Vorwürfen!


Stell dir vor, dass du am Morgen aufwachst. In der Nacht ist ein Wunder geschehen. Eine Fee kam und hat dieses Wunder bewirkt. Die Fee hat das Wunder bewirkt, dass niemand in deiner Familie dir mehr Vorwürfe macht. Es gibt keine Sätze wie: "Du hättest aber..." "Du solltest..." "Du müsstest..." "Hast du noch nicht..." Woran würdest du merken, dass dieses Wunder eingetreten ist? Was würden deine Familienmitglieder stattdessen sagen. Wie würden sie aussehen? Wie auf dich wirken?

Vielleicht kommt dir dein Heim freundlicher vor. Zugewandter? Wohlmeinender? Und wenn dir niemand einen Vorwurf mehr macht und alle sich gegenseitig ermutigen und bestätigen - wie würdest du dann reagieren? Was würde sich bei dir ändern? Welche Sätze würdest du sagen? Wie würdest du dich fühlen?

Jetzt stell dir vor: Du gehst morgen ins Bett und wachst am nächsten Morgen auf. Du stellst fest, dass die Fee tatsächlich in der Nacht dieses Wunder bewirkt. Du wirst am Morgen aufwachen und dieses Wunder an dir bemerken. Du wirst keine Vorwürfe mehr machen. Es ist geradezu unmöglich für dich, einen Vorwurf zu formulieren. Du bist voller Verständnis und Mitgefühl. "Wir alle brauchen jemanden, der uns keine Vorwürfe macht!" las ich auf einer Spruchkarte. Zunächst dachte ich an einen anderen Menschen, der uns so annimmt wie wir sind. Und einer, der uns keine Vorwürfe macht. Diesen Menschen zu finden ist nicht leicht. Ist eher ein Geschenk! Und wenn du keinen Menschen mit dieser Qualität hast? Gehst du in den Mangel?

Wenn die Fee kommt und das Wunder bewirkt, dass du morgen in dir keine Vorwürfe mehr hörst dann hast du einen Menschen gefunden, der dir keine Vorwürfe mehr macht. Du selbst! Du machst dir keine Vorwürfe mehr! Fängt nicht alles damit an, dass wir gnädig mit unserem inneren Kritiker umgehen? Wenn wir aufhören mit unseren Selbstvorwürfen wird das etwas verändern. Die anderen werden auch aufhören, uns Vorwürfe zu machen. Wir alle brauchen jemanden, der uns keine Vorwürfe macht! Fang doch einfach mit dir selber an!
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Mittwoch, 12. Juli 2017

Glückliche Gedanken?!

Kann ich mir glückliche Gedanken machen? Gedanken sind doch ohne Gefühle. Ein Gedanke kann ein Gefühl auslösen. Ich denke an die Sonne und fühle mich glücklich. Ich denke an einen Hai und fühle Angst. Der Gedanke ist ohne Gefühle.
Ich kann trotzdem auf meine Gedanken achten. Gedanken haben Folgen. Jeder Gedanke löst eine Kette aus. Ich denke an den Chef, der ständig kritisiert. Wenn ich den Gedanken denke, dass der Chef kritisiert wird das bei mir Ärger auslösen. Ich bekomme Bilder im Kopf. Ich bin unzulänglich. Der Chef ist ungerecht. In mir wachsen immer mehr Gefühle von Ärger. Vielleicht auch Ohnmacht, weil ich mich nicht wehren kann und meine Abhängigkeit mir bewusst wird. Ich spüre auch noch Angst, entlassen zu werden. Ich sehe mich arbeitslos und unter der Brücke liegend. Ich bin am Ende. Und nur, weil ich am Anfang den Gedanken gedacht habe, dass mein Chef mich kritisiert.

Ich kann auch den Gedanken denken, dass mir Pizza schmeckt. Dann stelle ich mir einen luftigen Hefeteig vor. Ich knete mit den Händen und reibe den Käse. Ich rieche den Duft aus dem Backofen und werde von Minute zu Minute glücklicher. Ich stelle mir vor, wie ich den ersten Biss zu mir nehme. Wie es mir schmeckt und wie ich satt werde. Und nur, weil ich am Anfang den Gedanken gedacht habe, dass ich Pizza essen werde.

Je sorgfältiger ich meine Gedanken denke, desto zufriedener werden die Ergebnisse. Ich kann zwar keine glücklichen Gedanken denken. Aber ich kann Gedanken denken und die die Folgen im Auge behalten. Und jetzt denke ich an Sonne, Radfahren, Eis, Freunde, Urlaub...
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Dienstag, 11. Juli 2017

Ferien vom Ich


Wie wäre es einmal mit „Ferien vom Ich?“ Immerhin steht die Urlaubszeit vor der Tür und die Urlaubsziele stehen hoffentlich fest. Den Alltag hinter sich lassen. Keinen Stress mehr! Keine Termine im Kalender! Super! Wirst du es genießen können? Bist du frei von Sorgen und Aufgabenpaketen? Fühlst du dich frei im Herzen? Oder wirst du deinen ganzen Gedankenmüll mit auf die Reise nehmen. Vielleicht möchtest du ja auch verreisen in der Hoffnung, am Urlaubsort dein Zeug loszuwerden. Der Nordseestrand sozusagen als Sammelplatz von Sorgenhaufen! ;-)
In meiner Erinnerung tauchte vor ein paar Tagen der Gedanke auf: „Ferien vom Ich“. Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass so der Titel eines Buches von Paul Keller heißt. Eine Idee daraus wurde dreimal verfilmt. Ein gesundheitlich lädierter Milliardär steigt aus seinem reichen Leben aus und macht anonym eine Art Reha. Pause von den lästigen Kakerlaken, die nur sein Geld wollen. Flucht vor denen, die sich in der Sonne seines Reichtums mit bescheinen lassen möchten.
„Ferien vom Ich!“ Geht das überhaupt? Und wenn ja – wie? Und vor allem: Was hätte ich davon, wenn ich es täte?
In dem Spielfilm gehört ja zur Identität des Milliardärs sein Geld. Er macht also mal Ferien von seinem Reichtum und taucht ein in die einfache bürgerliche Welt. Bis zur armen Hütte reicht es allerdings nicht. Er bleibt „gutbürgerlich“.
Wenn ich Ferien vom Ich machen wollte müsste ich zuerst wissen, was denn zu meinem „Ich“ so dazu gehört? Ist das ein Ganzes? Besteht es aus Teilen? Wenn ich mit meinem Namen gerufen werde, dann rufe ich: „Das bin ich!“ Und ich meine mich irgendwie ganz. Ein Namensvetter könnte sich zur gleichen melden mit dem gleichen Satz. „Das bin ich!“ Ich bin dann immer irritiert wenn ich nicht gemeint bin. Für den Bruchteil einer Sekunde versinke ich in die Existenzlosigkeit. Ich bin für einen Moment nicht mehr da. Ich wache auf und denke: Menschen mit meinem Namen gibt es also viele.
Zu meinem „Ich“ gehören zugleich viele Teile. Mein Aussehen und das Bild, das ich selbst von mir habe. Da gehören meine Familienangehörigen zu und meine Freunde. Meine Ausbildungen und mein Beruf. Meine guten und meine schwierigen Kindheitserlebnisse. Meine Fähigkeiten und Eigenschaften, Meine Werte und meine Persönlichkeit. Meine Wünsche, meine Träume und meine Scham. All dieses und noch viele Teile mehr würden ein buntes Mosaik ergeben. Ich könnte da die Überschrift hinsetzen und sagen: „Das bin Ich!“ Auch wenn es mehrere Menschen mit meinem Vornamen gibt unterscheide ich mich doch recht deutlich. Ich stelle mich vor den Spiegel und erkenne mich wieder. Da sehe ich niemanden, der so ähnlich ist wie ich. Ich sehe mich selbst.
Wenn ich mein Lebensmosaik betrachte könnte ich auf die Idee kommen, dass das Mosaik irgendwie willkürlich ist. Gebastelt. Könnte auch anders aussehen. Mehr davon oder sogar weniger? Ich könnte im Urlaub mal reduzieren. Ganz schön viel, was ich da vom „Ich“ mit herumschleppen muss. Ständig erwartet jemand etwas von mir. Und ich möchte zugleich meinem eigenen Bild entsprechen. Es gehört ja zu meinem Ich dazu. Ich gehe regelmäßig zur Arbeit. Ich möchte mich selber so sehen und auch, dass die anderen mich so wahrnehmen. Ich bleibe nicht einfach so zu Hause! Ich bin ein Freund und entscheide mich nicht, mal jeden zweiten Tag ein Feind von meinem Freund zu sein. Die vielen Puzzleteile meines „Ich“ stärken meine Identität und geben mir Halt und Sicherheit. Sie bilden einen Rahmen, so dass ich nicht auseinanderfalle. Wer wäre ich denn ohne all diese Teile meines Ich-Mosaikes?
In meinen Beratungen fällt mir auf, dass manche Menschen sich auf eine eigenartige Weise selbst beschreiben. Sie sagen zum Beispiel nicht direkt und einfach: „Ich mag gerne Milch.“ Oder „Ich komme oft zu spät.“ Sie sagen stattdessen: „Ich gehöre zu den Menschen, die immer noch Milch trinken.“ Sie fühlen sich einer Art Gruppe zugehörig. Die Gruppe der „Milchtrinker “ oder der „Zuspätkommer“. In einer Gruppe kann man gut abtauchen oder sich verstecken. Oder durch die „Gruppe“ fühlt sich der Mensch nicht mehr so allein und unverstanden. Zugleich klingt es wie eine Rechtfertigung oder Aufklärung. Ich selbst höre allerdings immer auch mit: „Ich gehöre zwar zu den Menschen, aber ich weiß nicht, ob das wirklich so stimmt. Und ich schäme mich ein wenig dafür!“ Ich höre also eine gewisse Unsicherheit mit. So jemand könnte ja auch mal diese Gruppe verlassen. „Ich gehöre zu den Menschen, die Milch trinken. Aber jetzt verlasse ich die Gruppe, weil es für mich nicht mehr so notwendig ist.“
Wenn ich mir mein „Ich-Mosaik“ betrachte komme ich zugleich auf die Idee, dass es da Teile gibt, die schon lange nicht mehr so richtig passen. Teile, die früher mein „Ich“ ausgemacht haben, die ich immer noch mit mir herumschleppe, obwohl ich es nicht mehr bin. Wenn ich meine Eltern besuche, dann bin ich immer noch „Sohn“. Ich fühle mich dann auch manchmal wie 10 oder 15 Jahre. Ich finde das nicht angemessen. Klar bin ich immer noch Sohn für meine Eltern, aber erwachsener Sohn und nicht kindlicher Sohn. Dieser hilflose „Ich“-Anteil ist aber immer noch lebendig und wartet auf einen angemesseneren Platz.
In meinem „Ichmosaik“ kommen manchmal Dinge hinzu und manchmal verschwindet auch was. Mein „Kirchen-Ich“ hat sich im Laufe der Zeit stark reduziert. Manchmal leuchtet er noch auf. Aber vor ein paar Jahren machte der noch einen ganz großen Teil meines Lebens aus. Mein „Ich“ ist also gar nicht so starr festgelegt. Ich dachte lange Zeit, dass ich alle diese Anteile brauchte. Sie gehören zu mir dazu. Ich brauche sie. Dann stellte ich fest, dass ich weiter existierte, auch wenn bestimmte Ich-Anteile verschwunden sind. Trotz weniger „Kirchen-Ich“ existiere ich noch. In die freigewordene Lücke findet sich schnell ein neuer Anteil. Mein Mosaik ist selten leer.
„Ferien vom Ich!“ Ich könnte mal anonym irgendwo Urlaub machen. Da könnte ich dann meine Geschichte verbergen, meinen Namen, meinen Beruf und meine sozialen Verbindungen. Wer wäre ich dann stattdessen? Was bliebe von mir noch übrig? Würde es mir damit gut gehen? Immerhin bekomme ich ja ganz viel Zuwendung für mein „Ich-Mosaik“. „Toll, dass du so ein schönes Haus hast!“ „Du hast ein tolles Brot gebacken. Schmeckt fantastisch!“ Der Zuspruch und die Anerkennung stärken mein „Ich!“ Wenn ich jetzt anonym in den Urlaub fahren würde, bekäme ich möglicherweise keine Anerkennung mehr. Mein Ich würde nach und nach verhungern. Demnach müsste ich dich warnen, Ferien vom Ich zu machen. Das wäre ein höchst riskantes Unternehmen. Du müsstest jemanden mitnehmen, der auf dich aufpasst!
Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die bewusst in die Einsamkeit, in die Wüste gehen. Da wird das „Ich“ entlarvt. Ausgehungert! Da zählt nicht mehr, was du kannst und wer du bist! Kannst du dir vorstellen, Ferien vom Ich zu machen? So wie Jesus – vierzig Tag ab in die Wüste?
Ich brauche also mein Ich. Es hält mich aufrecht, gibt mir Identität und stabilisiert mich. Nicht umsonst ist es schwer für einen Ehepartner, wenn nach vielen Jahren die „andere Hälfte“ geht. Wer ist die Frau ohne den Ehemann und umgekehrt? Bei der Trauer geht es nicht nur um den Abschied, sondern auch um die Aufgabe, sich wieder selbst zu finden. Wer bin ich ohne den anderen?
„Ferien vom Ich!“ Macht es nun Sinn? Unter bestimmten Voraussetzungen schon. Dann kann es sogar heilsam sein. Es kann ja passieren, dass ich mich einfach zu sehr in meine Arbeit vergraben habe nach dem Motto: „Arbeit ist alles!“ Dann kann ich mich in den Ferien für eine Auszeit entscheiden um wieder in einen Normalmodus schalten zu können. Oder ich hatte gedacht, dass zu meinem „Ich“ gehört, dass ich ständig mit vielen Leuten im Kontakt sein muss. Hier ein Anruf, da ein Treffen, noch ein Whatsapp. Ich mache Ferien von meinen Kontakten und ... stelle fest, dass ich vielleicht ein Junkie bin. Ich bin abhängig davon, dass das Leben um mich herum zirkuliert. Ich bin, weil die anderen sind. Ich könnte Ferien machen von diesem Teil meines Ich. Vielleicht wird es auf einmal still. Beängstigend still. Ich spüre die Leere. Halte das Schweigen aus. Überlebe es. Merke meine Abhängigkeiten. Mache einen ordentlichen Entzug und nehme mir die Zeit, wieder mich selber mehr zu spüren. Ich kann es mit mir aushalten, auch wenn nichts läuft.
Ab und zu einmal Teile meines Ich in die Ferien schicken. Um Platz zu schaffen für neue Impulse. Ich erlaube mir eine Weiterentwicklung. Gebe auf, was ich nicht mehr wirklich brauche und halte mal eine Lücke aus.
Wir müssen ständig Teile unseres Ich aufgeben. Eines Tages verabschieden wir uns vom Beruf, von den Kindern, von Freunden und Verwandten, von der Gesundheit, von Gepflogenheiten, von Häusern... Was bleibt von mir, wenn alle Ich-Anteile sich verabschieden? Breche ich zusammen? Löse ich mich auf? Gibt es etwas hinter allen „Ich-Anteilen“, was mit mir zu tun hat? Auf einer tieferen oder höheren Ebene? Verschwinden die Teile und es bleibt trotzdem das Ganze?
Wenn ich nach und nach meine Ich-Anteile loslassen kann werde ich vielleicht erfahren, dass ich mich nicht auflöse sondern auf einer tieferen Ebene mehr zu mir selbst komme. Zu meinem Selbst. Zu meinem Ursprung und Ziel, zu dem, was jenseits meiner Masken und der Materie liegt. Dort, wo ich „eigentlich“ bin. In meinem Eigenen.
„Ferien vom Ich?“ Eine interessante Ergänzung zu dem Satz „Ich mache Ferien!“ Wir legen ja viel Wert auf die „Ferien“. Wo fahre ich hin? Wie lange und mit wem? Viel weniger fragen wir: „Wer ist das Ich, das Ferien macht..“ oder „Welches Ich macht da jetzt Ferien?“ Da gibt es ja ein „Ich“, das sich ständig überlastet und gestresst fühlt. Dieses Ich braucht eine Pause. Aber das „Ich“ der Beziehungen hat das vielleicht gar nicht nötig. Das braucht keine Ferien. Das „Ich“ der Freundschaft findet Urlaub vielleicht völlig überflüssig oder sogar bedrohlich. Früher machten die Menschen auch keine Ferien und haben nichts vermisst. Vielleicht bekommst du jetzt eine Ahnung, warum reisen für dich unangenehm ist. Du hast es nur nie zugegeben oder zugelassen, weil alle Welt Urlaub toll findet. Dein „Geborgenheits-Sofa-Ich“ will nicht weg!
Für das „Ich“ der Beziehungen kann Urlaub ganz schädlich sein. So weit weg von den Menschen, die du liebst! Wir sollten nicht die Menschen bedauern, die nicht wegfahren. Die pflegen ihre anderen „Ich“-Anteile, welche auch immer das sind.
Ich besaß bislang übrigens kein „Garten–Ich“. In meiner Kindheit war das die Aufgabe meiner Eltern. Gartenarbeiten fand ich furchtbar. Später im Leben wohnte ich immer zur Miete ohne Garten. Jetzt entwickle ich seit ein paar Wochen ein Garten-Ich. Ich hätte nie gedacht, dass das zu einer Facette meines Lebens gehören würde. Noch schaue ich ein wenig irritiert dabei zu und schüttle den Kopf. Ich benutze lauter Geräte, zu denen ich bislang kein Verhältnis hatte.
Aber besteht nicht das Abenteuer des Lebens darin, ständig neue Ich-Anteile zu entdecken und zu entwickeln? Das bin ich und das bin ich auch. Das eine war ich einmal und das andere bin ich nicht mehr. Das könnte ich noch werden, muss es aber nicht. Und alle diese Anteile vom Ich sind nur vorläufig und keines davon ist endgültig. Und viele werden zusammengehalten von der Angst.
Die Angst, dass ich aufhören könnte zu existieren, wenn das „Ich“ nicht mehr da ist. Und das ist wohl die größte Herausforderung an mich.  
Und? Machst du Ferien? Möchtest du Ferien machen vom Ich? Von einem Teil davon? Oder ist dieser Gedanke für dich abwegig und fremd? Ich wünsche dir auf jeden Fall eine Ferienzeit, in der du gut mit dir sein kannst, mit welchen Anteilen oder welchem Ich auch immer. Die Fußballvereine nutzen die Zeit, ihre Mannschaft neu zu sortieren. Nach dem Sommer fängt eine neue Saison an. Wer wird dabei sein?  

Freitag, 7. Juli 2017

Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis (Platon)


Alles hat einen Anfang! Auch die Erkenntnis fängt mit etwas an. Wie läuft ein Erkenntnisprozess? Ich werde zuerst mit einer Idee konfrontiert oder einem Ereignis. Das Erlebte verarbeite ich und ich denke darüber nach. Am Ende des Denkprozesses gibt es ein Ergebnis: Die Erkenntnis.
Jetzt hat Platon eine interessante Idee. Am Ende steht die Erkenntnis und am Anfang ist das Staunen. Das "Staunen" ist eine wunderbare Gabe für uns Menschen. Wann hast du das letzte Mal gestaunt? Kinder staunen ständig! Wenn du ihnen etwas erzählst, dann werden die Augen ganz groß und sie sperren den Mund auf. Sie sagen laut: "Oooooh!" und "Aaaaaah!" Sie sind ganz außer sich und völlig erfüllt von dem Erleben. Sie saugen das Gesehene oder Gehörte förmlich in sich auf. Sie erschaudern und sind tief bewegt. Sie wollen mehr davon. Sie wollen es tiefer erfassen.
Wir Erwachsenen sind da schon viel abgebrühter. Es muss schon ein Smartphone mit besonderen technischen Raffinessen sein, das uns staunen lässt. Wenn ich im Urlaub ans Meer fahre dann staune ich über die Weite! Wenn ich in die Berge fahre dann staune ich über die Erhabenheit! Wenn ich dann jeden Tag aufs Meer schaue verändert es sich schon. Das Staunen wird geringer, die Selbstverständlichkeit wächst. Wir tauschen das "Staunen" gegen die "Macht der Gewohnheit." Ja, die Gewohnheiten sind auf die Dauer mächtiger als das Staunen. Schade eigentlich! Wenn wir nicht mehr staunen können nach Platon, dann hören auch die Erkenntnisse auf. Wir nehmen ja nichts mehr wirklich wahr. Wir gehen daran vorbei.
Du kannst ja auch nicht immer ans Meer oder in die Berge fahren damit du mal staunen kannst. Manche Menschen brauchen immer den letzten Kick damit sie sich das Staunen erhalten können, und das "Ooooh"-Gefühl. Wenn ich heute wieder verstärkt staunen möchte dann braucht es mehr Aufmerksamkeit. Ich blicke in den Garten und schaue mir die Eibe an. Das mache ich über einen längeren Zeitraum. Ich beobachte die Meisen, die darin herumhüpfen und Beeren picken. Ich nehme die Schönheit des Baumes wahr und vertiefe mich in das immerwährende Grün. Ich merke, wie das Staunen sich so langsam im Körper ausbreitet. Ich lebe Seite an Seite mit einem Baum, der jeden Tag ganz zuverlässig an seinem Platz steht. Jahr für Jahr! Jeden Tag und ohne Ausnahme steht er da in seinem Grün und gibt mir Schatten und den Vögeln Nahrung.
Meine Aufmerksamkeit geht jetzt am Frühstückstisch zu meinem Lieblingsbäcker. Ich mag sein Brot. Ich kann es jeden Tag essen. Mir wird es nicht überdrüssig. Er backt es zuverlässig jeden Tag für mich. Ich staune über die Kontinuität. Kuchen kann ich nur ab und zu genießen. Frisches Brot mag ich jeden Tag. Und wiederum breitet sich ein langsames und stetiges Staunen aus.
"Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis." Das hieße für mich, bei jedem Anfang dem Staunen mehr Chancen zu geben, wenn sich in mir so ein Gewohnheitsgefühl breitgemacht hat. Ich lade dich ein zum Staunen über all die vielen Anfangssituationen, die dir geschenkt werden im Leben.
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Dienstag, 4. Juli 2017

Mein inneres Kind


Wenn ich aus dem Haus gehe dann nehme ich natürlich meine Schlüssel mit. Ich überprüfe auch, ob ich die Schlüssel wirklich dabei habe. Ich befühle die Schlüssel und bekomme ein Gefühl von Sicherheit. Erleichterung! Ich werde wieder hereinkommen wenn ich wiederkomme.
Wenn ich die Tür hinter mir zugezogen habe überprüfe ich es noch einmal. Ja, die Schlüssel sind immer noch da! Mein Verstand sagt mir, dass das völlig unnötig war. Ich hatte doch schon vorher geprüft. Damit erledigt sich dann auch das Prüfen. Noch einmal ist nicht notwendig. "Zwangsgedanken?" - "Krankhafter Wiederholungszwang?" Vielleicht. Vielleicht gehört das aber auch zu einer Geschichte, die weit zurückliegt. Ich habe mich irgendwann hingesetzt und bin dem Gefühl im Bauch von Angst nachgegangen. Ich habe mir vorgestellt, dass ich ohne Schlüssel losgehe. Schon war die Angst da. Im Bereich des Herzens. Da habe ich meine Hand hingelegt und einfach gewartet. Es tauchte ein Bild auf, wie ich als kleiner Junge nach dem Spielen an unersere Haustür schellte. Niemand öffnete. Meine Mutter war nicht da. Da stieg Panik in mir auf. Dann verschwand das Bild.
Seit diesem Tag weiß ich, dass da in mir ein kleines Kind wohnt. Mein "Kleiner". Immer, wenn da plötzlich eine Angst auftaucht, meldet er sich. Und ich kümmere mich um ihn. Ich lege meine Hand an diese Stelle und wende mich ihm zu. Ich flüster ganz leise und habe Verständnis. Dann kommen ein paar Wellen und ich warte geduldig, bis sie abebben. Jetzt nehme ich die Schlüssel und halte meine Hand auf mein Herz und der Kleine weiß Bescheid. Schlüssel dabei! Alles in Ordnung!
Hast du schon Kontakt aufgenommen mit deiner Kleinen? Deinem Kleinen! Falls du es noch nicht getan hast empfehle ich es dir sehr! Du wirst erstaunt sein, wie sich dein Leben verändern wird. Du wirst nicht weniger erleben als ein Wunder!
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Montag, 3. Juli 2017

Mein innerer Totengräber


Ich bin ein Sammler. Ich sammle vor allem Gedanken. Und ich sammle Kränkungen. Gesammelte Kränkungen machen mich krank. Das ist nicht gut für meinen Körper und für mein Wohlbefinden. Es fühlt sich sehr vergiftet an.
Manche Kränkungen kann ich schnell vergessen. Vor allem die kleinen Kränkungen im Alltag. Aber wie ist das mit den großen Kränkungen wie die Brüche von langen Freundschaften. Ich kann mich jetzt zurückerinnern an eine Freundschaft, die bis vor zwanzig Jahren noch sehr schön war. Dann kam der Bruch und wochenlang Schmerzen, Frust, Trauer, Wut und Enttäuschung. Die Gefühle wurden im Laufe der Jahre schwächer. Aber ich kann mich ganz schnell da wieder reinsteigern. Und plötzlich ist es wie vor zwanzig Jahren. Ein Ereignis, das Jahre zurückliegt, wird wieder aktiv. Wie eingelagerte Viren, die nur auf den richtigen Augenblick warten.
Ich koche mir einen Tee und trinke ihn. Dann hänge ich diesen gleichen Teebeutel wieder in die nächste Tasse, weil der Tee so gut geschmeckt hat. Ich hänge diesen Teebeutel wieder und wieder in die Tasse und bin nicht bereit, den Teebeutel wegzuwerfen. Wie eine Sucht! Wie ein Zwang! Mein ehemaliger Freund würde jetzt bestimmt sagen: "Das wünsche ich dir. So wie du mich behandelt hast..."
Jetzt habe ich vor ein paar Tagen gehört, dass Fußballfans friedlicher werden, wenn sie vor dem Spiel an einem Friedhof vorbeifahren müssen. Der Friedhof mit dem Thema Tod führt die Menschen zur Besinnung. Das brachte mich auf eine schöne Idee. Der Totengräber begräbt die Toten. Er entsorgt die Leichen in ein Grab, damit sie nicht überirdisch ihren Gestank verbreiten.
Kränkungen stinken auch. Sie hören nicht einfach so auf! Ich muss aktiv etwas machen. Erst, wenn ich die Kränkungen zu Grabe trage, kann Frieden einkehren. Dann habe ich meine Augen geschlossen und in mir geforscht, ob es dort einen Totengräber gibt. Da stand doch tatsächlich so ein Kerl da rum und lehnte sich entspannt auf seinen Spaten. Ich fragte ihn, ob er nichts zu tun hätte. Da sagte er zu mir: "Zu tun hätte ich schon genug. Aber du willst ja deine stinkenden Kränkungen lieber behalten. Seit Jahren stehe ich hier herum und habe einen total sauberen Spaten. Ich habe nichts zu tun. Aber es stinkt gewaltig. Du müsstest mir nur einen Auftrag erteilen und dann würde ich sofort loslegen." Super, dachte ich! Weg mit dieser zwanzig Jahre alten Kränkung!
Zugleich merkte ich aber auch, dass ich diese Kränkung gar nicht wirklich loswerden wollte. Ich hatte mich so gewöhnt an dieses Scheißgefühl. Da konnte ich mich so richtig drin eingraben und meinen Weltschmerzgefühl aufrecht halten. Dieser Freund hatte doch meine Ansicht bestätigt, dass es in der Welt nur Verrat gäbe. Sollte ich wirklich dieses Gefühl loslassen und dem inneren Totengräber sagen: "Prima! Vielen Dank! Vergrabe diese stinkende Kränkungsbrühe!"
Ich habe mich entschieden! Weg damit! Das war echt eine Entscheidung! Da ist auf einmal ein Loch. Was mache ich jetzt, wo das Kränkungsgefühl weg ist. Das hat doch mein Überleben gesichert. Es hat mich zwar vergiftet, aber es war sicher. Jetzt ist mein Leben unsicher. Mein Totengräber will es aber nicht wieder ausbuddeln, das Kränkungsgefühl. Er hat mir gesagt, dass er dafür nicht zuständig sei. Er buddelt nur ein. Ich solle einfach ein paar Wochen warten, dann verwandelt sich die stinkende Brühe in wunderbarem Humus.
Wow! Meine Kränkung soll zu Humus werden. Völlig neue Perspektiven! Jetzt warte ich mal ab und vertrau dem Meister der Verwesung! Und? Wie sauber ist die Schüppe deines inneren Totengräbers?
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Samstag, 1. Juli 2017

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder. (Dante Alighieri)



Dante erinnert mit seinem Vers an einen himmlischen Urzustand. Wir kommen alle aus dem Paradies. Dort sind unsere Wurzeln, dort ist unsere Heimat. Vielleicht ist es auch nur ein Wort der Sehnsucht. Wir werden erinnert an die ersten Menschen, die nach dem Essen vom Baum von Gott vertrieben wurden aus dem Paradies.
Im übertragenen Sinne gleicht unsere erste Bewusstseinsstufe als Embryo im Bauch unserer Mutter diesem paradiesischen Urzustand. Du bist eins mit der Mutter, eins mit der Göttlichkeit. Es gibt kein Du im gegenüber und kein Ichbewusstsein. Du schwimmst in der Einheitssuppe und dir geht es einfach nur gut.
Dann wächst du im Bauch deiner Mutter heran und irgendwann wird dein Paradies getrübt. Deine Mutter erschrickt sich. Sie hat Angst vor irgendetwas. Sie isst etwas, was ihr nicht bekommt. Und du - du bekommst immer etwas davon ab. Dein Paradiesgefühl geht schneller verloren als du denkst.
Du kommst auf die Welt und die erweist sich als hell, grell und laut.
Aber dir bleibt die Erinnerung an einen heilen Anfangszustand. Den möchtest du wiederhaben. Dieses Urgefühl, dass du mit Allem verbunden bist. Dein Leben gleicht mit der Geburt einem Abenteuer, das du bestehen musst. Du läufst und fällst. Du lallst bis du sprichst. Du machst in die Hose bis du Kontrolle über deine Körperfunktionen erlangst. Du wirst irgendwann erwachsen.
Die Sehnsucht nach dem heilen Urgefühlszustand bleibt. Zwischen den mühseligen Schritten, dein Leben zu bewältigen weht das Paradies wie ein Geschenk manchmal zu dir herüber. Du siehst den phantastischen Sternenhimmel über dir und du bekommst eine Ahnung von der Größe Gottes und der Großartigkeit deines Lebens. Du atmest den Duft der Blumen ein und das Leben erscheint dir göttlich.
Oder du blickst in die Augen der Kinder. Auf einmal gibt es Frieden im Herzen. Du musst dich nicht mehr anstrengen. Es geht alles ohne Mühe. Deine Augen treffen die Augen des Kindes und in dir wird es ruhig. Du kommst zu der Erkenntnis: Das Paradies gab es, gibt es aktuell und du gehst zugleich darauf zu, bist manchmal mitten drinnen und weißt, dass deine Sehnsucht nicht vergeblich ist.
Mein Impuls für den Tag: Sterne, Blumen und die Augen der Kinder waren die drei Elemente aus Dantes Paradies. Was ist dir geblieben aus deinem Paradies? Wo geht dein Herz auf?
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