Mittwoch, 17. Januar 2018

„Als ich mich selbst zu lieben begann!“ Zehn Impulse und Leitgedanken zum neuen Jahr



Zu Beginn eine Jahres macht es für mich Sinn, sich einen roten Faden zu suchen. Welche Gedanken könnten mich begleiten? Welche Wünsche trage ich im Herzen? Unter welchem Stern wird das neue Jahr für mich stehen?
Statt abnehmen oder pünktlicher kommen entscheide ich mich lieber für eine Idee, die tiefer greift. Wie wäre es damit, einfach der Liebe zu folgen? Es gibt ja den christlichen Grundsatz der drei Wege, die Liebe ins Leben zu bringen. Liebe Gott, der und die Nächste und dich selbst. Die Selbstliebe steht scheinbar auf dem dritten Platz und Gott an erster Stelle. Damit konstruieren wir unbewusst eine Hierarchie der Liebe. Allein das kann gar nicht im Sinn der Liebe sein. Hierarchische Abstufungen finden im Kopf statt. Der Verstand bewertet sofort. Gott ist wichtig und Selbstliebe ist egoistisch und das ist schlecht. Den Nächsten lieben ist wichtiger als auf sich selbst zu schauen. Und vor allem gehört Gott immer an die erste Stelle. So macht das unser Verstand.
Das Herz spricht eine andere Sprache. Es hört Liebe, es öffnet sich wie eine Blumenblüte und brennt. Das Herz schwingt wenn es fühlt und wenn es liebt. Dabei geht es um das Lieben an und für sich. Das Wesen des Herzens besteht darin, zu lieben. Ich liebe mit meinem Herzen und du mit deinem. Über meines verfüge ich und über deines nur du selbst!
Wenn ich mit dem Lieben beginne verlagere ich mein Bewusstsein vom Kopf in das Herz. Im Kopf entwickle ich meine Gedanken. Dort werte ich und wäge ab. Wenn ich mich mitten in das Herz hineinbewege bin ich verbunden mit allem was ist. Der Zustand des Liebens schließt nichts aus. Die Unterschiede verschwinden mehr und mehr ob ich Gott liebe, den Nächsten oder mich selbst. Ich werde zum Liebenden.
Ich kann nur an mir selbst testen, ob meine Liebesfähigkeit vorhanden ist oder nicht. Wenn ich mich selbst liebe kann ich die Auswirkungen bei mir selbst spüren. Ich entspanne mich. Ich fühle mich behaglich. Es wird mir warm. Die Gedanken kommen zur Ruhe. Je mehr ich liebe, desto stärker wirkt es sich körperlich, geistig und fühlend aus.
Ich kann also in meinem Tun eine Prise Liebe hineingeben und schon intensivieren sich meine Empfindungen und bekommen eine tiefere Qualität. Wenn ich mich selbst nicht lieben kann weiß ich gar nicht, was Liebe ist. Ich hätte vielleicht eine gedankliche Ahnung, weil viele darüber sprechen und weil ich Liebesromane zum Studium lesen könnte. Aber ich hätte keine Selbsterfahrung damit. Die Gottesliebe wäre nur eine Art moralisches Gebot, das ich mit erhobenem Zeigefinger erfüllen müsste.
Die Selbstliebe ist also so etwas wie die Voraussetzung dafür, dass ich Gott oder einen anderen Menschen lieben kann. Am Ende ergibt sich ein unendlicher Kreislauf. Gott liebt mich, so dass ich von seiner Liebe lebe und lieben kann. Ich schicke meine dankbare Liebe an Gott zurück und beziehe die ganze Schöpfung mit ein.
Es lohnt sich also, die Selbstliebe in den Blick zu nehmen. Doch wenn ich mich selbst liebe, wer ist dieses „m-ich“? Wen oder was liebe ich da eigentlich? Denjenigen, der so aus dem Bauch der Mutter kam und im Laufe der Jahre gewachsen ist mit Freud und Leid? Denjenigen, der sich hinter allen „Ich-Erfahrungen“ als etwas Göttliches verbirgt? Schließt es möglicherweise von mir nichts aus und beinhaltet alles? Eine intensive spirituelle und philosophische Frage!
Ich kann mich auf jeden Fall bewegen hin zu mehr Liebe zu mir selbst. An den Auswirkungen werde ich erkennen, ob ich diesem Ziel näher komme. Wenn ich die Art und Weise mich selbst zu lieben intensiviere, wird es auch Auswirkungen haben auf die Liebe zu meinem Nächsten.

Ich möchte dich einladen, dies mit der Unterstützung eines Textes (1996) der Autorin Kim McMillen zu tun. Ein Charlie Chaplin Fan hat sie dann ihm in den Mund gelegt und mit dem 70igsten Geburtstag verknüpft. Eine schöne Idee, die sehr erfolgreich wurde. Und hier zunächst der ganze Text, wie er mir vorliegt. Die Struktur der Sätze ist immer gleich. Wenn ich anfange, mich selbst zu lieben, dann gibt es Veränderungen oder Auswirkungen wie Respekt, Reife oder Selbstvertrauen.

Als ich mich selbst zu lieben begann

Als ich anfing mich selbst zu lieben, konnte ich erkennen, dass Angst und
emotionales Leiden nur Warnzeichen sind, dass ich gegen meine eigene Wahrheit lebe.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, wie sehr es jemanden beeinträchtigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzuzwingen, auch wenn ich eigentlich weiß, dass der Zeitpunkt nicht stimmt und dieser Mensch nicht dazu bereit ist – und das gilt auch, wenn dieser Mensch ich selber bin. Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen
Menschen zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung
zum Wachsen ist. Heute weiß ich: Das nennt man REIFE.

Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich immer und unter allen Umständen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin.  Und dass alles zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man SELBSTVERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich es sein lassen, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, große Zukunftsprojekte zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht, Dinge, die ich gerne tue und die mein Herz zum Lachen bringen - und ich tue sie auf meine Weise und in meinem Rhythmus.
Heute weiß ich: Das nennt man EINFACHHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem selbst befreit, was nicht
gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich
immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das »Gesunden Egoismus«, aber heute weiß ich: Das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: Das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit
zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet. So lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig
und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der
Verstand einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen aufeinander und es
entstehen neue Welten. Heute weiß ich: Das ist LEBEN.
(Nach Kim McMillen)

Die erste Auswirkung: Ich werde authentischer

„Als ich anfing mich selbst zu lieben, konnte ich erkennen, dass Angst und
emotionales Leiden nur Warnzeichen sind, dass ich gegen meine eigene Wahrheit lebe.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.“

Manche sehen die Wahrheit als etwas Absolutes an. Es gibt eine objektive endgültige und ewig geltende Wahrheit. Das mag so sein. Aber als Mensch habe ich immer meine subjektive Brille auf. Ich kann sie nicht einfach ablegen. In mir gibt es eine innere Wahrheit, die zu mir selbst gehört. Ich nehme die Wirklichkeit wahr, so wie sie für mich ist. Ich finde einen Menschen schön. Das Meer großartig. Die Berge überwältigend. Jemand anders lebt eine andere Wahrheit und eine andere Wirklichkeit. Aber nicht jeder traut sich zu, seine Wahrheit auch ganz und gar zu leben.
Wenn ich mir sicher bin mit mir selbst frage ich einen anderen trotzdem: „Wie siehst du das? Was meinst du?“ Ich kann den anderen fragen, weil mich seine Wahrheit interessiert und ich mich mit diesem Menschen verbinden möchte. Ich kann aber auch fragen, weil ich mir selbst in meiner Wahrnehmung unsicher bin. Ich traue meiner Wahrheit nicht.
Wenn ich aber von einem göttlichen Ursprung her komme müsste ich es eigentlich besser wissen. Das Göttliche in mir weist mich hin auf etwas ewig und absolut Wahres in mir. Halte ich meine Wahrheit etwa für falsch weil ich immer noch die Stimme meiner Eltern höre? „Du lügst! Du hast Unrecht! Du bist dumm!“
Die alltägliche Wirklichkeit sieht leider so aus, dass wir oft Momente der Angst und Unsicherheit erleben. Dass wir die Balance verlieren und leiden, weil andere Menschen uns negativ bewerten. Damit wir beliebt bleiben oder werden verbiegen wir uns. Wir möchten dazugehören. Nicht ausgeschlossen sein. Sich verlassen zu fühlen und isoliert zu sein ist schlimmer als die eigene Wahrheit nicht zu leben. Was nützt mir meine Wahrheit, wenn ich einsam bin!
Wenn ich aber anfange, mich selbst zu lieben verändert sich meine Wahrnehmung. Ich sage Ja zu meiner eigenen Wahrnehmung der Wirklichkeit. Ich mache mich unabhängig von den Werturteilen meiner Umgebung. Ich riskiere es, verlassen zu werden in dem Wissen, dass ich mit mir auf jeden Fall gut auskommen werde. Wenn ich mich liebe, ist ja Liebe da. Liebe im Innen! Zugleich werde ich feststellen, dass die anderen mich nicht verlassen werden nur weil ich meine eigene Wahrheit lebe! Auch dieses ist nur eine Vorstellung in meinem Kopf und eine Erinnerung an meine Kindheit. Als ich klein war, lachten mich die Erwachsenen aus für meine beschränkte kindliche Weltsicht.
Es ist bestimmt heilsam, dieses kleine Kind in mir zu lieben, das eine ganz eigene kindliche Sicht der Wahrheit hatte. Das Gegenteil von Wahrheit ist für mich übrigens auch nicht die Lüge sondern eher die Unwahrhaftigkeit. Es geht darum, dass ich zu mir selber stehe und mich darin authentisch und echt fühle.  Und mehr davon – das wünsche ich dir und mir.

Die zweite Auswirkung: Ich respektiere mehr

„Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, wie sehr es jemanden beeinträchtigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzuzwingen, auch wenn ich eigentlich weiß, dass der Zeitpunkt nicht stimmt und dieser Mensch nicht dazu bereit ist – und das gilt auch, wenn dieser Mensch ich selber bin. Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.“

Manchmal möchte ich, dass der andere etwas für mich macht. Ich selbst habe keine Zeit oder ich kann es einfach nicht. Ich wünsche mir, dass mir jemand hilft und wenn ich diesen Wunsch nicht ausspreche, kann er sich auch nicht erfüllen. Meine Wünsche stehen nicht auf meiner Stirn geschrieben. Sich etwas von jemandem zu wünschen in aller Offenheit finde ich sehr hilfreich und verbindend. Da ist nichts dran auszusetzen.
Es geht darum, jemandem Wünsche aufzuzwingen. Dieser Zwang begegnet mir im Leben eigentlich nicht. Wenn jemand etwas von mir wünscht dann spüre ich die Freiheit, ob ich den Wunsch erfüllen mag und kann. Wenn sich ein bedrückendes Gefühl breit macht weiß ich, dass da etwas nicht stimmt.
Neben der offensiven Art, Druck und Zwang auszuüben, gibt es die verborgenen manipulativen Ansätze, die ich viel gefährlicher finde. Ansätze, die ich gar nicht so richtig bemerke. „Du weißt doch, dass ich nicht kochen kann. Und wir treffen uns doch nächste Woche und ich fühle mich total überfordert.“ Und dann folgt kein ausgesprochener Wunsch, keine Bitte. Ich höre den Appell: „Koch du für mich! Sonst bist du Schuld, dass ich mich blamiere.“ Und schon stehe ich am Herd. „Wenn du nicht willst, dass ich nass werde, dann müsstest du mich eben wegbringen. Du hast ja, wie ich sehe, auch nicht etwas Wichtiges vor bei dem ich stören könnte. Das würde ich auf keinen Fall tun. Ich respektiere deine freie Zeit.“ Natürlich will ich nicht, dass mein Partner nass wird und selbstverständlich habe ich nicht ständig wichtiges vor! Außerdem möchte ich den Beziehungsfrieden gerne bewahren.
Zugleich nagt der Manipulationsversuch aber an meinem Herzen. Es fühlt sich nicht gut an, zu manipulieren oder manipuliert zu werden.
Wenn ich mich selbst liebe, dann höre ich mit solchen Spielen auf. Dann frage ich klar und direkt. Dann respektiere ich die Freiheit des anderen und nehme eine Absage aufrecht entgegen. Ohne Groll und ohne Kränkung. Ich habe kein Recht, auf das Leben des anderen einzuwirken und ihn für mich auszunutzen. Zu keiner Zeit! Liebe kennt keinen Zwang, denn dann verlässt sie sich selbst und ihre Grundsätze. Wenn ich meine eigenen Manipulationsweisen durchschaue mit „selbstliebenden“ Augen werde ich anders denken und sprechen – respektvoller! Und mehr davon – das wünsche ich dir und mir.


Die dritte Auswirkung: Ich werde reifer

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen
Menschen zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung
zum Wachsen ist. Heute weiß ich: Das nennt man REIFE.“

Alles um mich herum ist eine Aufforderung zum Wachsen! Ich darf wachsen. Ich erinnere mich an so manche Situationen in meinem Elternhaus wo es darum ging, bloß nicht so zu werden wie die Nachbarskinder. Das eine Kind stotterte. Das andere Kind war faul. Wieder ein anderes Kind war dumm oder war zu aggressiv oder ungehorsam gegenüber den Eltern.
Ständig verglich meine Mutter uns mit irgendwelchen anderen Kindern. Konnten wir in der Schar der Nachbarskinder bestehen?
So fing ich an mich zu vergleichen. Was konnte ich besser und was konnte ich schlechter? Meine Mutter schaute auf die Moral und ich als kleiner Junge schaute auf das, was andere Jungen praktischerweise besser konnten als ich. Ich konnte nicht Fußball, keine Hütten bauen, keinen Flitzebogen erstellen und keine flugfähigen Drachen bauen. Andere Jungen konnten dafür nicht hüpfen, singen und Geschichten erzählen. Das konnte ich wiederum, aber ich hätte gerne wenigstens einmal gut Fußball spielen wollen.
Wenn die Sehnsucht dahin geht, das gut zu tun, was andere können, dann gehe ich weg von mir. Ich bin nicht mehr bei mir sondern beim anderen. Doch es fühlt sich so an, als stünde ich am Bahnsteig und der Zug fährt ohne mich ab. Ich stehe am Rand des Fußballfeldes und das Spiel findet ohne mich statt. Ich würde ja so gerne, aber ich kann nicht! Während dieser Zeit des sehnsuchtsvollen Zuschauens versäume ich es, mich um mein eigenes Wachsen zu kümmern. Es hat mir niemand beigebracht, dass ich mich unterscheiden darf. Dass ich ganz einmalig bin! Ich dachte oft, dass ich kein echter Junge wäre. Nur ein so ungefährer!
Ich habe etwas falsch verstanden. Ich dachte, ich müsste so werden wie die anderen Jungen ohne darauf zu achten, dass ich das gar nicht bin.
Wenn ich anfange, mich zu lieben, dann höre ich auf, nach außen zu schauen. Dann nehme ich das Außen nur wahr als einen wunderbaren parallelen Wachstumsprozess zu meinem eigenen. Alles wächst auf je eigene Weise – warum nicht auch ich? Während der Nachbarsjunge zu einem tollen Fußballspieler heranwächst fange ich an zu singen. Ich singe aus vollem Herzen meine Melodien und Lieder. Denn das bin ich! Der Sänger und nicht der Fußballspieler. Ich höre auf, meine Zeit zu vergeuden und lebe das eigene Leben!
Wenn ich anfange, mich zu lieben, dann liebe ich eben meine Stimme, meine Stimmungen und meine Lieder. Das ist mein Beitrag zur Welt! Je mehr ich singe, desto voller und ausdrucksstärker wird meine Melodie. Einwilligen in den eigenen Reifungsprozess! Davon mehr – das wünsche ich dir und mir. 



Die vierte Auswirkung von Liebe:  Ich entwickle mehr Selbstvertrauen

„Als ich anfing, mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich immer und unter allen Umständen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin.  Und dass alles zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man SELBSTVERTRAUEN.“


Da wo ich bin, bin ich am richtigen Ort. Jetzt und immer. Und es ist immer richtig. Immer! Es ist nie falsch! Nie! Meine Gedanken gehen oft in eine andere Richtung. Bin ich zu früh? Bin ich zu spät? Darf ich hereinkommen? Bin ich willkommen? Habe ich etwas Falsches gesagt? Habe ich mich gut genug ausgedrückt? Bin ich Schuld, dass jetzt dieses oder jenes passiert? Je mehr ich diese Gedanken zulasse, desto vorsichtiger werde ich. Und desto nachdenklicher und zurückhaltender. Ich bewege mich wie in einem emotionalen Porzellanladen. Immer in der Angst, irgendetwas nicht richtig zu machen und für die Folgen einstehen zu müssen.
Ich passe einmal nicht auf und schon geht etwas kaputt. Alle schauen auf mich und lachen mich aus oder beschimpfen mich. Ich schäme mich und fühle mich schuldig. Ich fange an, mich durch das Leben zu schleichen in der Hoffnung, dass mich niemand in meiner Schwäche sieht.
Wie anders fühlt es sich an, wenn mir bewusst wird, dass es nur ein dummer Gedanke ist, der mich da einschränkt. Eine Konstruktion in meinem Kopf! Ich bin immer richtig. Am richtigen Ort und zur richtigen Zeit. Wenn mir das bewusst wird kann ich loslassen. Kann ich mich fallen lassen in den Ort und in das Dasein und in das Sein. Und wenn ich mich fallenlassen kann muss ich nicht mehr aufpassen. Ich bewege mich jenseits und außerhalb von richtig und falsch. Dann lebe ich im Vertrauen und traue meinem Selbst immer mehr zu. Und mehr davon – das wünsche ich dir und mir!

Die fünfte Auswirkung: Ich werde einfacher

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich es sein lassen, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, große Zukunftsprojekte zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht, Dinge, die ich gerne tue und die mein Herz zum Lachen bringen - und ich tue sie auf meine Weise und in meinem Rhythmus.
Heute weiß ich: Das nennt man EINFACHHEIT.“

Für ein paar Jahre bezog ich eine Zeitschrift, die es sich zum Thema machte, Dinge zu vereinfachen. Vereinfache dein Leben! Ich war ganz fasziniert davon, wie ich komplizierte Dinge vereinfachen konnte. Zeit, Geld und Energie sparen. Auch das kann schnell zu einer zeitaufwändigen Ideologie werden. Vereinfachen um jeden Preis. Da schlägt das Herz der Sparfüchse! Ich habe das Abo schon lange abbestellt und alles entsorgt. Das hat mein Leben unglaublich vereinfacht. Keine Vereinfachungsregeln mehr beachten vereinfacht auch!

Wenn es schwer ist, etwas zu vereinfachen, dann ist es nicht mehr leicht und somit überflüssig. Mir gefällt es, wenn ich nur wenige Dinge beachten muss. Am liebsten als halbautomatische Abläufe! Ich mag es, wenn ich etwas mit Freude tun kann und wenn es mein Herz zum Lachen bringt. Ich habe mich davon verabschiedet ein Rezeptbuch zu schreiben. Ich wasche meinen Feldsalat. Schneide Tomaten und eine Avocado. Dazu ein wunderbares Dressing mit Salz, Pfeffer, Ahornsirup, Essig und Olivenöl. Es wird mir schmecken. Und morgen würde es mir noch einmal schmecken. Und auch das ganze Jahr! Das Brot wird mir auch schmecken! Ich liebe Brot! Ich könnte auch nur von Wasser und Brot leben. Einfach und köstlich!
Wenn ich beginne, mich zu lieben, höre ich auf, kompliziert zu denken. Das Herz möchte nicht Monate und Jahre auf irgendetwas warten. Das Herz lebt im Jetzt. Der Verstand mag die komplizierten Dinge. Verschraubte Gedanken! Je verschraubter, desto weiter jedoch entferne ich mich von mir! Wenn ich beginne, mich zu lieben, finde ich auch meinen eigenen Rhythmus. Den Rhythmus meines Herzens. Dann hört der Stress sofort auf. Ich muss nicht mehr im Tempo eines fremden Menschen leben. Ich lebe in dem, was zu mir gehört.
Nah an meinem Herzen braucht es wenig. Und mehr davon – das wünsche ich mir für dich und mich.



Die sechste Auswirkung: Von der Selbstliebe entwickle ich immer mehr

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem selbst befreit, was nicht
gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich
immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das »Gesunden Egoismus«, aber heute weiß ich: Das ist SELBSTLIEBE.“

Liebe ist einfach da – und manchmal nur ein Wort, das schön klingt und ein positives Gefühl bewirkt. Es bringt mich in einen sehnsuchtsvollen Zustand und entlarvt meinen Mangel. Ich erlebe zum Beispiel zu wenig Zuwendung und kompensiere durch Süßigkeiten.
Damit Liebe wirklich „ist“ braucht sie Konkretisierung. Was von den Dingen, die ich praktiziere, tut mir nicht gut auf die Dauer und in der Tiefe? Oft meine ich nur, dass mir etwas gut tut, es ist aber nur eine Illusion, eine Einbildung! Es entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein Ersatz für die Liebe. Ich finde mich nicht schön also kaufe ich extravagante Kleidung und schminke mich. Nichts gegen tolle Kleidung! Extravagante Kleidung und Schminke kann natürlich ein Ausdruck reiner Lebensfreude sein! Je nach Motivation. Darum ist die Frage wichtig: „Was möchte ich mit dem, was ich denke und mache, ausdrücken.“
Schöne Kleidung wird darum keine Selbstliebe bewirken. Ich kann sie also damit nicht herstellen. Wenn ich mich nicht gut fühle und mich dann schick mache, werde ich mich für einen Moment besser fühlen, aber nur aufgrund der Kleidung. Ich bin dann abhängig von schönen Kleidern. Wenn ich mich aber grundsätzlich schön fühle brauche ich nicht wirklich irgendwelche Kleider. Ich kann sie mögen und genießen, aber ich bin nicht davon abhängig.
Wenn ich mich selbst liebe, werde ich unabhängig von den materiellen Dingen im Leben. Speisen, Menschen und Dinge verlieren ihre Macht. Ich kann sie haben, muss es aber nicht. Und darin liegt der Unterschied, der einen Unterschied macht.
Wenn ich mich selbst liebe, dann besser nicht nur einmal am Tag oder ab und zu. Sondern grundsätzlich und überhaupt! Es kann so schnell passieren, dass dich etwas herunterzieht. Ein abweisender Blick. Schlechtes Wetter. Unerledigte Aufgaben. Dann hast du das Gefühl, dass du dich durch das Leben schleppst. Alles wird schwerer und schwerer. Kennst du die Trigger, die solche Zustände bei dir bewirken? Alles fühlt sich zu Beginn leicht und wunderbar an und plötzlich sagt jemand zu dir einen Satz und bevor dir klar wird, was da geschieht, fühlst du dich schlecht. Wie auf Knopfdruck! Begrüße ab jetzt diese Momente! Da fängt nämlich die Herausforderung gerade an. Entlarve den Trigger und bleibe schön bei dir. Beobachte, wie das geschehen konnte und entscheide dich, wieder in die Liebe zu gehen. Wenn du dich schlecht fühlst, gehst du auch schlecht mit dir selbst um. Niemand gewinnt etwas durch dein schlechtes Gefühl. Du zahlst selbst den Preis. Du kannst dich in jeder Sekunde für die Liebe entscheiden. Es ist ein Training!
Der Egoismus trainiert das Ego – dein so menschlich gewordenes Ich. Dahinter, dazwischen und mitten drin existiert aber dein Höheres Selbst. Wenn du dich selbst liebst, trainierst du diesen ursprünglichen Teil von dir. Mehr davon – das wünsche ich dir und mir.

Die siebte Auswirkung: Ich werde demütiger

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: Das nennt man DEMUT.“

Ich gebe es nicht gerne zu. Ich habe gerne recht. Es fuchst mich, wenn ich einmal nicht recht habe. Dann werde ich entlarvt als dummer Junge. Als Unwissender! Ich hätte doch besser recherchieren können! Ich hätte das Gelesene besser behalten können! Wer recht hat, besitzt die Macht und steht höher, oder?
Ich habe festgestellt, dass recht haben isoliert. Es macht einsam. Warum? Wenn ich anderen Menschen zuhöre dann höre ich mit einem bestimmten Ohr. Ich kann zuhören mit anteilnehmender Offenheit und mit wohlwollendem Interesse. Ich kann aber auch zuhören mit der Fehlersuche: „Das ist falsch und ich weiß es richtig!“ Das Aufdecken der Fehler macht mich selbst stark und den anderen schwach. Wenn ich das mache und ständig mache, dann trenne ich mich vom anderen. Ich stelle ihn hin als Dummkopf. Am Ende ist die ganze Welt dumm und ich bin der einzige Mensch mit Durchblick. Ich werde zum Gott und zum einzigen Gott! Du bemerkst die Hybris?
Wenn ich mich selbst liebe dann entscheide ich mich für ein anderes Lebensprinzip. Ich verzichte auf das Recht. Das Rechtsprinzip wird benötigt, wenn die Liebe nicht mehr fließt oder solange man noch Angst vor dem Egoismus der Menschen haben muss. Das Recht lebt davon, dass wir uns ohne dieses die Köpfe einschlagen würden. Es verhindert den Krieg.
Wenn ich mich selbst liebe, dann verzichte ich erst einmal auf das Recht. Ich verzichte darauf, alles zu überprüfen nach Richtigkeit. Ich überprüfe also nicht mehr. Ich höre zu, wenn jemand etwas sagt und nehme seine Wahrheit mit Dankbarkeit an. Wenn ich nicht mehr recht haben möchte, dann irre ich mich selbst auch weniger. Ich bestehe ja nicht mehr auf etwas. Manchmal sage ich etwas und jemand anders korrigiert mich. Manchmal gehe ich nicht in den Widerspruch, sondern ich sage: „Danke, du hast recht!“ Wenn ich das mache entsteht ein eigenartiges Loch. Mein Gegenüber befindet sich inzwischen in einer ordentlichen Kampfstimmung und hat sich schon ein neues Argument zurechtgelegt. Wenn ich meinem Gegenüber recht gebe, gibt es keine Nahrung mehr für den Kampf und es entsteht eine Pause. Es kann sich ein neuer Raum öffnen, ein Freiraum, in dem neues geschehen kann. Die Haltung dazu könnte ich mit Demut bezeichnen. Den Mut, den Kampf zu beenden. Die tiefe Erkenntnis zu bekommen, dass ich „nur“ meine eigene Wahrheit sehe und leben kann. Und dass die göttliche allertiefste Wahrheit mir entzogen ist. Ich verlasse also meine falsche Göttlichkeit im recht haben wollen hin zu einer dienmütigen Haltung des Nichtwissens dem absolut Göttlichen gegenüber. Mehr davon – das wünsche ich dir und mir.

Die achte Auswirkung: Ich werde bewusster

„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit
zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet. So lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.“

Manchmal kann ich die Vergangenheit nicht loslassen. Ich denke zurück an meine Kindheit, die Schule und meine früheren Berufsjahre. Wenn ich mich auf die positiven Ereignisse konzentriere dann steigen sie mir mit Mühe in meine Erinnerung auf. Die negativen Erlebnisse haben aber eine viel größere Macht. Alte Kränkungen und Verletzungen können plötzlich auftauchen und mein Gefühlsleben von jetzt auf gleich überfluten. Was ich gedanklich zu bewältigt geglaubt habe kommt von hinten herum im Gefühl mit einer heftigen Welle wieder. Wozu ist das gut? Ich lebe doch gar nicht mehr in der Vergangenheit. Diese Ereignisse sind vorbei. Manchmal gebe ich mich diesen Kränkungsgefühlen hin und manchmal sage ich auch „Stopp!“ Bis hier her und nicht weiter. Es ist überflüssiges und altes Zeug, das ich da wieder und wieder aufwärme!
Wenn ich in die Zukunft gehe dann könnte ich ja denken: „Wie wunderbar! Ich habe Arbeit, ein Dach über dem Kopf und lebe in einer tragfähigen Beziehung. Danke!“ Aber stattdessen tauchen da plötzlich Krisenszenarien auf. Bilder von Arbeitslosigkeit und Überlebenskampf unter einer Brücke. Ich stelle mir ein leeres Bankkonto vor und schon spüre ich die Angst. Das ist doch verrückt, oder? Im Moment habe ich noch genug Geld um die nächsten Monate davon zu leben. Aber der Zukunftsangst reicht diese Vorstellung nicht aus. Sie möchte mehr Sicherheit.
Ich mache mir bewusst, dass ich meine Sorgen und Ängste ständig nähre. Ich gehe in die Vergangenheit und ich gehe in die Zukunft. Ich hole mir dort alle selbstzerstörerischen Gedanken und Gefühle ab. Ich muss das nicht machen! Wenn ich in das Hier und Jetzt gehe verschwindet der Spuk auf der Stelle. Es war nur ein Gespenst, nicht mehr!
Was hat das mit der Selbstliebe zu tun? Wenn ich mich selbst liebe, dann kann ich das nur in jedem Augenblick. Nur im Jetzt kann ich aktiv lieben. Wenn ich das mache, dann befinde ich mich im Zustand der Verbindung mit mir selbst. Ich bin da mit mir und spüre meinen Körper, meinen Atem und meinen Herzschlag. Ich spüre, dass ich jetzt lebendig bin. Und ich mache mir das bewusst. Ich atme nicht nur automatisch, sondern ich bin mir bewusst, dass ich jetzt in diesem Augenblick atme. Wenn ich Angst habe, vergesse ich zu atmen und es ist mir nicht bewusst. Wenn ich Angst habe und es registriere, dass ich gerade Angst habe und nicht atme – dann kann ich mich entscheiden, wieder tiefer und bewusster zu atmen. Wenn ich liebend mit mir im Hier und jetzt bin, kann ich gut für mich sorgen und meinen Körper mit Entscheidung beatmen. „Aha, da ist gerade diese Enge in meiner Brust, weil mir jemand etwas Unangenehmes gesagt hat. Es wäre jetzt gut für mich, das Atmen nicht zu vergessen, sondern ganz tief mehrmals ein- und auszuatmen.“ Dafür braucht es Bewusstheit, sonst übernimmt ausschließlich das Unbewusste das Ruder und ich lebe nicht, sondern werde gelebt und fühle mich fremdgesteuert. Mit mehr Bewusstheit kann ich auch mehr Verantwortung übernehmen. Mehr davon – das wünsche ich dir und mir.

Die neunte Auswirkung: Mehr Herzensweisheit

„Als ich mich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig
und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der
Verstand einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.“

Wenn ich in mir hineinschaue dann entdecke ich verschiedene Möglichkeiten, mit mir und mit der Welt zu kommunizieren. Ich kann Dinge erkennen und benennen. Ich kann meinen Verstand gebrauchen und vernünftige Dinge denken und sagen. Ich kann Pläne entwickeln und mich Schritt für Schritt daran abarbeiten. Ich funktioniere wie ein Uhrwerk darin, wenn ich alles sorgfältig durchdacht habe. Mein Verstand dient mir seit vielen Jahren und wurde trainiert in der Schule und in der Universität. Dafür bin ich sehr dankbar!
Jetzt stelle ich mir vor, dass ich mit einem anderen Menschen am Meeresstrand stehe und einen enthusiastischen Vortrag halte über Wassertemperaturen, über Winde, Wellen und angrenzende Länder. Dann könnte dieser Mensch an meiner Seite mich entgeistert anschauen weil er etwas ganz anderes wahrnimmt. Mein Gegenüber fühlt sich gerade großartig und genießt den Wind um die Ohren. Er riecht das Salzwasser und spürt, wie die Wellen seine Füße umspülen. Und er taucht ein mit seinem ganzen Sein in dieses grenzenlose Meer und fühlt sich verbunden mit allem, was ist. Und ich spreche von meinen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dann wird deutlich, dass wir in zwei Welten leben. Ich lebe in der Welt des Verstandes und mein Gegenüber im Gefühl.
Gibt es ein besser oder schlechter? Ein richtig oder falsch? Muss ich mehr fühlen und mein Gegenüber mehr denken? Und was geschieht, wenn ich anfange mich zu lieben? Die Liebe verbindet diese beiden Kraftquellen und scheinbar entgegengesetzten Pole. Sie macht deutlich, dass der Verstand für sich allein armselig ist und das Gefühl für sich allein keine Substanz hat. Die Verbindung von Herz und Weisheit führt zur Herzensweisheit, zu einem Weisheitsherz. Beide Fähigkeiten können sich auf diesem Weg wunderbar ergänzen und gegenseitig bereichern. Es braucht eine Instanz, die nicht bewertet und dieses Zusammenspiel fördert und unterstützt. Die Liebe wertet nicht. Sie kann stehen lassen und beiden Qualitäten Raum geben. Mehr davon – das wünsche ich dir und mir.

Die zehnte Auswirkung: Mehr leben

„Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen aufeinander und es
entstehen neue Welten. Heute weiß ich: Das ist LEBEN.“

Viele von uns leben nach einem unausgesprochenen und allgegenwärtigen absoluten Grundgefühl. Wir wünschen uns Glück und es möge uns gut gehen. Wir möchten positive Gedanken denken und wohlige Gefühle haben. Wir lieben die Freiheit und möchten zugleich geborgen sein. Wir lieben paradiesische Zustände und tun ganz viel dafür. Wir arbeiten, damit wir uns das Glück leisten können. Die Konsumindustrie weiß um unser Begehren und lebt davon. Am Silvestertag umgeben wir uns mit lauter Glückssymbolen und wünschen allen Menschen ein friedliches und erfülltes neues Jahr.
Wir wollen nichts hören von Krieg, Hunger und Zerstörung. Konflikte sind uns ein Dorn im Auge und wir vermeiden sie lieber. Wer setzt sich denn schon gerne auseinander und beschäftigt sich mit Problemen. Wir wünschen uns nicht solche zerstörerischen Zustände und wir tun ganz viel dafür, dass so etwas auf keinen Fall passiert.
Wenn ich aber auf mein Leben zurückblicke, dann sehe ich eine bunte Mischung. Ich sehe alles! Ich sehe meine kranken und meine gesunden Anteile. Ich nehme meine zerstörerischen und aufbauenden Gedanken wahr. Ich hatte manchmal Glück und immer wieder auch Pech. Mir wurde einmal meine Lieblingsgitarre gestohlen und ich bekam einfach so Geld geschenkt.
Das Geheimnis besteht für mich nicht darin, weniger vom Unglück abzubekommen. Ich übe mich darin ein, dass es mir immer weniger ausmacht. Dass ich immer einverstandener damit werde, weil das Leben auf diesem Planeten so gestrickt ist. Das Leben auf der Erde ist eine bunte Tüte – von allem und für jeden ist etwas dabei. Wenn ich ohne Abstriche mich selbst liebe, dann kann ich mich fallen lassen in ein großes und umfassendes Einverständnis. Und davon ruhig mehr – das wünsche ich dir und mir. 

Und hier den ganzen Text als pdf zum Herunterladen! 

www.matthias-koenning.de 


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