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Donnerstag, 2. November 2023
Bei allem, was du sagst, achte auf den rechten Augenblick. Reden zur unpassenden Zeit sind nicht beliebt. (Ägypten)
Dein Sohn hat den Tisch nicht abgeräumt und als Vater oder Mutter ärgerst du dich darüber. In deinem spontanen Ärger weist du deinen Sohn zurecht, er möge doch Absprachen und Familienregeln einhalten. Der Ärger in deiner Stimme ist deutlich spürbar. Und wie reagiert dein Sohn?
Er wird bockig, er widerspricht, er legt sich mit dir an. Er spiegelt deinen Ärger zurück und dicke Luft ist im Raum.
Immer wieder erlebe ich Paare, die mit "aller Gewalt" versuchen, ihre Konflikt zu klären, wenn sie im Gefühl des Ärgers und der Wut sind. "Ich muss jetzt mit dir reden!" "Das müssen wir hier und jetzt klären!" "So geht das nicht weiter!" "Immer machst du das, nur um mich zu ärgern!" Kennst du diese oder ähnliche Sätze? In der Regel steht am Ende kein Ergebnis wo alle zufrieden sind. Am Ende resigniert einer oder beide sind erschöpft.
Der ägyptische Spruch erinnert dich an den "rechten Augenblick". Auch bei Konflikten gibt es einen rechten Augenblick. Wenn du dich mitten im Gefühl des Ärgers und der Kränkung befindest, ist es sehr schwer, mit deinem Konfliktgegner in einer guten Verbindung zu sein. Er ist eben dein Gegner und nicht mehr dein Partner. Du hast den Eindruck, du musst kämpfen. Du willst dein Recht, du willst gesehen werden, du vermisst das Verständnis und dein Gegenüber empfindet genauso wie du.
Beruhige erst einmal deinen Geist, geh auf Abstand, schlaf eine Nacht drüber, atme ein paar tiefe Atemzüger und triff eine Vereinbarung, wann du reden möchtest, eben... Suche mit deinem "Konfliktgegner" den rechten Augenblick, damit er/sie zu einem Konfliktpartner wird.
Stell dir dabei vor, dass ihr euch nicht gegenübersteht wie Kontrahenten, sondern ihr setzt euch nebeneinander auf eine Bank und schaut in die gleiche Richtung. Ihr schaut gemeinsam auf einen Baum oder eine Blume. Dieser Baum oder diese Blume steht als Symbol da für eure Partnerschaft oder eure Freundschaft. Gemeinsam schaut ihr den Baum an und fragt: "Wie geht es gerade der Ehe, der Freundschaft, der Partnerschaft? Was braucht sie von dir und dem anderen? Was hat gefehlt und wer kann was dafür tun, dass das Fehlende ergänzt wird."
Der richtige Augenblick ist dann, wenn in deinem Herzen wieder mehr Weite als Enge zu spüren ist.
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Mittwoch, 1. November 2023
Freiraum!
Keine Zeitung heute
Kein Facebook heute
Kein Internet heute
Kein Smartphone heute
Kein Anruf heute
Keine Zeitschrift heute
Alles offline
Online mit mir!
Dienstag, 31. Oktober 2023
Im Wunderwerk!
In Oldenburg sah ich ein Ladenlokal mit dem Hinweis am Türrahmen: "Wunderwerk" Das war doch mal eine Einladung. Ich betrete einen Raum, in dem ich ein Wunderwerk sehen darf. Ich betrat also den Raum und sah - edel ausschauende Modeartikel! Als studierter Theologe erwarte ich mehr von einem Wunder. Ein Wunder befindet sich jenseits von meinen Erwartungen und Vorstellungen. Ein Wunder verzaubert und verändert mich. Vorher gab es einen Mangel und dann kommt die Fülle. Und dann gibt es da noch das Staunen.
Das Wunderwerk in Oldenburg konnte dieses Versprechen leider für mich nicht einhalten. Aber ich bin ja auch ein Mann und nicht so an Mode interessiert. Vielleicht ist dieses Geschäft aber ein Wunderwerk für einen bestimmten Frauentyp.
Aber als ich vorbeiging fiel mein Blick auf das Wort "Wunderwerk". Und ich finde, dass die Welt voller Wunderwerke ist. Das Eichhörnchen in unserem Garten. Die Meisen, die flügge geworden sind. Die Tomaten, die jetzt alle reif werden. Der Badesee, in dem ich mich abkühlen darf. Die Eiswunder in unserer Eisdiele. Meine Freundinnen und Freunde. Du und ich! Die Welt ist voller Wunderwerke und wartet darauf, von mir bewusst wahrgenommen zu werden.
www.matthias-koenning.de
Das Wunderwerk in Oldenburg konnte dieses Versprechen leider für mich nicht einhalten. Aber ich bin ja auch ein Mann und nicht so an Mode interessiert. Vielleicht ist dieses Geschäft aber ein Wunderwerk für einen bestimmten Frauentyp.
Aber als ich vorbeiging fiel mein Blick auf das Wort "Wunderwerk". Und ich finde, dass die Welt voller Wunderwerke ist. Das Eichhörnchen in unserem Garten. Die Meisen, die flügge geworden sind. Die Tomaten, die jetzt alle reif werden. Der Badesee, in dem ich mich abkühlen darf. Die Eiswunder in unserer Eisdiele. Meine Freundinnen und Freunde. Du und ich! Die Welt ist voller Wunderwerke und wartet darauf, von mir bewusst wahrgenommen zu werden.
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Montag, 30. Oktober 2023
"Ich will singen wie die Vögel singen, ohne mich zu zu sorgen, wer zuhört oder was sie denken." (Rumi)
Manchmal gehe ich in eine Kirche und singe dort Obertöne wenn es eine gute Akustik gibt. Ich mag es, wenn die Kirche leer ist und ich den Raum ganz für mich allein habe. Wenn ich den Raum ganz für mich habe und singe öffnet sich die Tür und es kommt jemand neu dazu.
In diesem Augenblick hört meine Unbefangenheit auf. Ich singe zwar weiter aber es gibt ein kleines Unbehagen. Was denkt dieser Mensch jetzt, der da hereinkommt. "Was ist das für ein merkwürdiger Ton?" "Soll das Obertonsingen sein? Habe ich schon besser gehört!" "Eigentlich wollte ich Stille. Kann der da nicht wenigstens hier in der Kirche Respekt haben vor meinen Bedürfnissen?"
Ich könnte ja auch denken, dass ich nicht nur mir Freude bereite sondern auch diesem neuen Kirchenbesucher. Meine Gedanken gehen aber in die andere Richtung. Mein Herz klopft und ich spüre, wie ich rot werde. Das ist jetzt aber voll peinlich. Dann fühle ich mich abgetrennt von meiner Musik und von meinem Gesang und vom Kirchenraum. Ich singe und es breitet sich die Stille von Einsamkeit um mich herum aus.
Aber ich will wie die Vögel singen, ohne mich zu sorgen, wer zuhört oder was sie denken. Das gefällt mir, was Rumi da sagt. Wir haben immer bestimmte Annahmen im Kopf, wie der andere denkt oder fühlt. Und je nachdem, was wir annehmen, richten wir unser eigenes Denken und Fühlen danach aus. Ich wünsche mir diese innere Unabhängigkeit und Freiheit. Unbefangen zu singen und unbefangen das zu sagen, was ich wirklich denke und fühle. Die Vögel singen einfach so. Sie singen, wenn es für sie dran ist. Es geht darum, in Übereinstimmung mit sich selbst zu sein. Das zu denken, zu fühlen und zu tun, was mir entspricht. Es kann ja durchaus in Respekt und Wertschätzung dem anderen gegenüber sein.
Wie sähe die Welt aus, wenn wir es den Vögeln gleich täten? Wir würden durch die Fußgängerzone laufen und singen. Wir würden in Konferenzen teilen, was wir gerade fühlen und denken. Wir wären einfach lebendiger.
www.matthias-koenning.de
In diesem Augenblick hört meine Unbefangenheit auf. Ich singe zwar weiter aber es gibt ein kleines Unbehagen. Was denkt dieser Mensch jetzt, der da hereinkommt. "Was ist das für ein merkwürdiger Ton?" "Soll das Obertonsingen sein? Habe ich schon besser gehört!" "Eigentlich wollte ich Stille. Kann der da nicht wenigstens hier in der Kirche Respekt haben vor meinen Bedürfnissen?"
Ich könnte ja auch denken, dass ich nicht nur mir Freude bereite sondern auch diesem neuen Kirchenbesucher. Meine Gedanken gehen aber in die andere Richtung. Mein Herz klopft und ich spüre, wie ich rot werde. Das ist jetzt aber voll peinlich. Dann fühle ich mich abgetrennt von meiner Musik und von meinem Gesang und vom Kirchenraum. Ich singe und es breitet sich die Stille von Einsamkeit um mich herum aus.
Aber ich will wie die Vögel singen, ohne mich zu sorgen, wer zuhört oder was sie denken. Das gefällt mir, was Rumi da sagt. Wir haben immer bestimmte Annahmen im Kopf, wie der andere denkt oder fühlt. Und je nachdem, was wir annehmen, richten wir unser eigenes Denken und Fühlen danach aus. Ich wünsche mir diese innere Unabhängigkeit und Freiheit. Unbefangen zu singen und unbefangen das zu sagen, was ich wirklich denke und fühle. Die Vögel singen einfach so. Sie singen, wenn es für sie dran ist. Es geht darum, in Übereinstimmung mit sich selbst zu sein. Das zu denken, zu fühlen und zu tun, was mir entspricht. Es kann ja durchaus in Respekt und Wertschätzung dem anderen gegenüber sein.
Wie sähe die Welt aus, wenn wir es den Vögeln gleich täten? Wir würden durch die Fußgängerzone laufen und singen. Wir würden in Konferenzen teilen, was wir gerade fühlen und denken. Wir wären einfach lebendiger.
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Samstag, 28. Oktober 2023
Küss mich mal!
Vor einem Schaufenster bleibe ich stehen: "Merry Kisses" lese ich dort. Ach wie schön! Gibt es dort im Laden fröhliche Küsse? Sollte ich mal hineingehen und nachfragen? Ich hätte gerne ein paar fröhliche Küsse! Was kosten sie? Und von wem bekomme ich sie?
Hinter dem Fenster stehen Schaufensterpuppen. Bekomme ich also Küsse von einer Puppe? Ewig jugendlich strahlend aber kalt? Solche Küsse würden mich nicht froh machen. Außerdem müsste ich ja dann küssen und würde nicht geküsst.
Ja, ich wünsche mir fröhliche Küsse. Die Idee gefällt mir. Ein Winken! Ein Handkuss! Ein Küsschen auf die Stirn und jeweils rechts und links auf die Wangen. Fröhliche Küsse! Küsse, die fröhlich machen. Das Januarwetter ist grau und trübe. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, dass ganz viele Menschen mir fröhliche Küsse schenken und ich schenke fröhlich zurück! Eine Welt voller "Merry Kisses" - das wünsche ich dir. Und wenn nicht mit dem Mund - dann vor allem mit dem Herzen!
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Hinter dem Fenster stehen Schaufensterpuppen. Bekomme ich also Küsse von einer Puppe? Ewig jugendlich strahlend aber kalt? Solche Küsse würden mich nicht froh machen. Außerdem müsste ich ja dann küssen und würde nicht geküsst.
Ja, ich wünsche mir fröhliche Küsse. Die Idee gefällt mir. Ein Winken! Ein Handkuss! Ein Küsschen auf die Stirn und jeweils rechts und links auf die Wangen. Fröhliche Küsse! Küsse, die fröhlich machen. Das Januarwetter ist grau und trübe. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, dass ganz viele Menschen mir fröhliche Küsse schenken und ich schenke fröhlich zurück! Eine Welt voller "Merry Kisses" - das wünsche ich dir. Und wenn nicht mit dem Mund - dann vor allem mit dem Herzen!
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