Samstag, 27. Juni 2020

Viele Probleme bleiben ungelöst, weil wir die Lösungen fürchten.


Wer diesen Satz gesagt hat konnte ich nicht herausfinden. In der Beratung frage ich manchmal was die Leute machen würden, wenn das Problem nicht mehr wäre.
Ein Beispiel? Jemand leidet unter schweren Depressionen. Darum bekommt er jede Woche ein Therapiegespräch. Wäre es gut, wenn der Therapeut es schaffen würde, den Klienten von seinen Depressionen zu befreien? Nicht unbedingt! Wenn der Klient keine andere sozialen Kontakte hätte würde er ja in ein tiefes Loch fallen wenn er den Therapeuten nicht mehr bräuchte! Für ihn wäre es also besser sein Problem zu behalten damit er weiterhin Therapie machen kann. Also wegen eines wichtigen sozialen Kontaktes.
Ich sollte also das eine oder andere Problem behalten, weil es eigentlich beim näheren Hinsehen eine Lösung ist. Die Alternative wäre ein noch größeres Problem. Probier es doch einfach mal aus! Welches Problem beschäftigt dich schon über einen längeren Zeitraum. Stelle dir alle möglichen Lösungen vor und überlege die Folgen. Ist das, was folgt, besser für dich? Wenn nicht, solltest du dein Problem auf jeden Fall behalten. Besser ein kleineres schlimmes Problem als ein großes noch schlimmeres Problem.
Vielleicht kommt aber dennoch eine andere Lösung in Frage. Du fürchtest ja nur die Lösung. Die Lösung an sich ist also nicht schlecht. Schlecht ist nur deine Furcht davor. Die Angst vor den Konsequenzen. Die meisten lösen ihr Problem nicht, weil sie sich fürchten. Dann wäre es doch mal an der Zeit, sich mit der Furcht und der Angst zu beschäftigen. Wenn du dich vor der Umsetzung einer Lösung nicht mehr so fürchtest, hättest du mehr Möglichkeiten. Das Lösen von Problemen scheitert also oft nur an meiner Angst.
www.matthias-koenning.de

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