Freitag, 26. Juni 2020

Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann. Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799)


Es ist vorbei. Was immer auch ist, jetzt ist es vorbei. Und dann fängst du an, darüber nachzudenken. In der Situation, wo alles vorbei ist. "Hätte ich doch!" "Wäre ich doch!" Du weißt ganz genau, wie sinnlos das ist. Du kannst es nicht ungeschehen machen. Das Furchtbare ist jetzt Teil deiner Geschichte. Ja, es stimmt, du hättest etwas anders tun können. Es wäre wirklich möglich gewesen. Und du kannst dich jetzt ordentlich dafür verurteilen. Und es hätte nicht passieren dürfen.
Aber diese nachträglichen Gedanken sind noch übler als die Fehlentscheidung von damals. Dieses Nachtreten und dieses Wiederhervorholen. Und noch mal! Und noch mal!
Kennst du diesen Zwang, nicht Ruhe geben zu können? Lichtenberg hat recht wenn er sagt, dass das das Übelste ist, was du tun kannst. In der Kette der Übelkeiten ist das "Hätte" die größte Übelkeit. Was nun? Auf jeden Fall vermeiden, ständig diese Verurteilungsgedanken zu wiederholen bis zum Erbrechen. Lieber etwas kochen. Einmal um den Block laufen. Sich ablenken. Fernsehen. In die Sauna gehen. Einen Kinofilm anschauen. Sich mit Freunden treffen. Ich empfehle dir ein gedankliches Schwert. Sollte dieser üble "Hätte" Gedanke auftauchen spieß ihn auf! Leg ihn auf den Rost. Brate ihn durch und wirf ihn weg! Du kannst nichts mehr damit anfangen. Übel ist Übel! Vorbei ist vorbei!
www.matthias-koenning.de

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