Samstag, 13. Januar 2018

Die achte Auswirkung wenn ich mich selbst liebe: Ich werde bewusster


 
„Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit
zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet. So lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.“

Manchmal kann ich die Vergangenheit nicht loslassen. Ich denke zurück an meine Kindheit, die Schule und meine früheren Berufsjahre. Wenn ich mich auf die positiven Ereignisse konzentriere dann steigen sie mir mit Mühe in meine Erinnerung auf. Die negativen Erlebnisse haben aber eine viel größere Macht. Alte Kränkungen und Verletzungen können plötzlich auftauchen und mein Gefühlsleben von jetzt auf gleich überfluten. Was ich gedanklich zu bewältigt geglaubt habe kommt von hinten herum im Gefühl mit einer heftigen Welle wieder. Wozu ist das gut? Ich lebe doch gar nicht mehr in der Vergangenheit. Diese Ereignisse sind vorbei. Manchmal gebe ich mich diesen Kränkungsgefühlen hin und manchmal sage ich auch „Stopp!“ Bis hier her und nicht weiter. Es ist überflüssiges und altes Zeug, das ich da wieder und wieder aufwärme!
Wenn ich in die Zukunft gehe dann könnte ich ja denken: „Wie wunderbar! Ich habe Arbeit, ein Dach über dem Kopf und lebe in einer tragfähigen Beziehung. Danke!“ Aber stattdessen tauchen da plötzlich Krisenszenarien auf. Bilder von Arbeitslosigkeit und Überlebenskampf unter einer Brücke. Ich stelle mir ein leeres Bankkonto vor und schon spüre ich die Angst. Das ist doch verrückt, oder? Im Moment habe ich noch genug Geld um die nächsten Monate davon zu leben. Aber der Zukunftsangst reicht diese Vorstellung nicht aus. Sie möchte mehr Sicherheit.
Ich mache mir bewusst, dass ich meine Sorgen und Ängste ständig nähre. Ich gehe in die Vergangenheit und ich gehe in die Zukunft. Ich hole mir dort alle selbstzerstörerischen Gedanken und Gefühle ab. Ich muss das nicht machen! Wenn ich in das Hier und Jetzt gehe verschwindet der Spuk auf der Stelle. Es war nur ein Gespenst, nicht mehr!
Was hat das mit der Selbstliebe zu tun? Wenn ich mich selbst liebe, dann kann ich das nur in jedem Augenblick. Nur im Jetzt kann ich aktiv lieben. Wenn ich das mache, dann befinde ich mich im Zustand der Verbindung mit mir selbst. Ich bin da mit mir und spüre meinen Körper, meinen Atem und meinen Herzschlag. Ich spüre, dass ich jetzt lebendig bin. Und ich mache mir das bewusst. Ich atme nicht nur automatisch, sondern ich bin mir bewusst, dass ich jetzt in diesem Augenblick atme. Wenn ich Angst habe, vergesse ich zu atmen und es ist mir nicht bewusst. Wenn ich Angst habe und es registriere, dass ich gerade Angst habe und nicht atme – dann kann ich mich entscheiden, wieder tiefer und bewusster zu atmen. Wenn ich liebend mit mir im Hier und jetzt bin, kann ich gut für mich sorgen und meinen Körper mit Entscheidung beatmen. „Aha, da ist gerade diese Enge in meiner Brust, weil mir jemand etwas Unangenehmes gesagt hat. Es wäre jetzt gut für mich, das Atmen nicht zu vergessen, sondern ganz tief mehrmals ein- und auszuatmen.“ Dafür braucht es Bewusstheit, sonst übernimmt ausschließlich das Unbewusste das Ruder und ich lebe nicht, sondern werde gelebt und fühle mich fremdgesteuert. Mit mehr Bewusstheit kann ich auch mehr Verantwortung übernehmen. Mehr davon – das wünsche ich dir und mir. 
www.matthias-koenning.de 

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