Dienstag, 30. Juni 2020

Wenn die Vergangenheit anruft, geh nicht ran. Sie hat dir nichts Neues zu sagen.


Ruft die Vergangenheit dich auch manchmal an? Du sitzt da still für dich und trinkst eine Tasse Kaffee? Auf einmal werden Erinnerungen in dir wach. Eine Begegnung, die dich gekränkt hat. Eine Beziehung, die in die Brüche gegangen ist. Ein Freund, der sich seltsam dir gegenüber benommen hat. Dann nimmst du diese Erinnerung auf und kaust das Erlebte noch einmal durch.
Wie oft hast du es schon durchgekaut? Wie viele neue Aspekte gibt es dieses mal? Ist eine neue Erkenntnis dabei? Eine Erkenntnis mit dem Effekt, dass du jetzt loslassen kannst? Oder hältst du ständig ausgelutschte und alte Teebeutel immer wieder in deine Tasse?
Die Vergangenheit ruft immer wieder mal an. Besonders in stillen Stunden. Dann, wenn du es dir erlauben kannst. Und du gehst immer ran, oder? Oder kannst du beim Anruf sagen: "Nein, jetzt nicht! Ich trinke gerade meinen Kaffee und gönne mir eine Pause." Stell dir dabei einen alten vergammelten Teebeutel vor, der dir den Kaffee versauen will. Er will unbedingt in deine Tasse. Und du sagst: "Nein! Heute nicht!"
Das Vergangene drängt sich einfach auf! Weißt du warum? Sie hat dir nichts Neues zu sagen. Es gibt keine neuen Aspekte. Aber es gibt manchmal etwas nachzuholen. Etwas, was du versäumt hast. Du hast wahrscheinlich versäumt, das dazugehörige Gefühl zu fühlen. Da ist noch ein Ärger. Eine Angst. Ein Schmerz. Wenn also die Vergangenheit anruft, dann geh nicht mit dem Kopf dran. Mit deiner Stimme. Aber mit dem Herzen. Fühle mal deine ganze Geschichte in Ruhe durch, oder auch in Aufregung. Einfach nur durchfühlen. Bis es sich auflöst.

www.matthias-koenning.de

1 Kommentar:

  1. Danke, ich habe Gänsehaut :-)

    Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen!
    Julia Bender

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