Samstag, 9. Februar 2019

Wo fängt der Friede an?

In Dortmund kam ich an einem Haus vorbei, wo im Fenster ein Bild angebracht war. Zwei Frauen reichen sich die Hand und spannen damit den Rahmen für die Darstellung auf. Ein Tor aus Gitterstäben öffnet sich. Hände sind zum Friedenszeichen erhoben. Einige davon in dunkler Hautfarbe. Ein Wort in großen Schriftzeichen deutet die Botschaft an: Friede.
Interessanterweise hängt das Bild selbst an einem Gitter. Dieses Gitter ist fest im Mauerwerk verankert. Ich kann zwar das Fenster öffnen, aber niemand kann dort einbrechen. Das Bild selsbst verstärkt sozusagen noch das Gitter. Hier kann niemand mehr durch. Verriegelt und verrammelt. Direkt hinter dem Gitter sieht man noch ein zusätzliches Brett. Sichtschutz, damit niemand hineinschauen kann.
Ich sehe also ein Bild mit einer Botschaft von einem Wunsch nach Frieden. Ich sehe das Bild mit dem Wunsch nach mehr Offenheit an einer Stelle, die sehr verschlossen wirkt. Da gibt es die großen Worte im Leben: Friede, Liebe, Hoffnung, Menschenrechte. Damit lassen sich großartige Reden schwingen.
Überprüfe die Wörter, Sätze und Bilder. Magst du sie glauben? Was steckt dahinter? Manchmal musst du genauer hinsehen! Ach ja! Da redet so ein Verschlossener über Offenheit. Da spricht ein Politiker mit der geschlossenen Faust über den Frieden.
Eine Konsequenz? Einfach nur mehr Aufmerksamkeit. Hinterfrage, was du hörst und siehst. Manchmal gibt es mehr Wunsch und Schein als Realität.
www.matthias-koenning.de

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