Samstag, 9. Dezember 2017

Adventliches Abenteuer Nr. 9: Wenn kleine Schritte sich wunderbar anfühlen



Einige Tage vor dem Beginn der Adventszeit fiel mir ein, dass Advent und Adventure doch sehr ähnlich klingen. Advent heißt Ankunft und Adventure Abenteuer. Hat Advent etwas mit Abenteuer zu tun? Die meisten Menschen wünschen sich eher eine beschauliche Zeit mit Kerzenschein und Kaminwärme. Mal nicht hetzen. Zeit für sich haben. Nachdenken. Zur Ruhe kommen.

All das verspricht der Advent nicht. Er verspricht das Abenteuer. Er lädt dich ein, die Herausfoderung anzunehmen und die Comfortzone zu verlassen. Hast du Lust auf ein Abenteuer? Ich lade dich ein!

Abenteuer Nr. 9 Wenn kleine Schritte sich wunderbar anfühlen

In einem Gebt von Antoine de Saint-Exuperéry heißt es:

Die Kunst der kleinen Schritte
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mach mich sicher in der rechten Zeiteinteilung.
Schenk’ mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.
Schenk’ mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.
Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick’ mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat,
die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleihe mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Ich kenne Menschen, die stecken sich große Ziele. Vor einiger Zeit erzählte mir eine Frau, dass sie jetzt ernsthaft abnehmen will. Fünfzehn Kilo sind ihr Ziel. Sie hatte es schon so oft versucht und stets war sie gescheitert. So hat sie im Laufe der Jahre sich gut kennengelernt mit ihren Hürden und Hindernissen. "Das Ziel war zu schwer!" "Der Weg war so lang!" "Ich habe mich überfordert!" "Ich konnte nicht durchhalten!" "Ich wusste nicht, was da wirklich auf mich zu kam!" 
Wenn du ein großes Ziel hast, dann siehst du auch die möglichen Hindernisse auf diesem Weg. Das könnte dazu führen, dass du gar nicht erst los läufst. Du schaffst es ja eh nicht. Warum erst anfangen! Du siehst, dass du wirklich einen langen Atem brauchst und viel Geduld. Du musst mit Rückschlägen klar kommen. Es kann sein, dass der Weg gar nicht richtig für dich ist. Dein Ziel ist gepflastert mit Wenns und Abers. 
Was bewirkt da die Kunst der kleinen Schritte? Wenn du dich auf den jetzigen Schritt konzentrierst und diesem Schritt deine volle Aufmerksamkeit schenkst, kannst du diesen Schritt gehen. Nur diesen Schritt, nicht mehr! Du schaust nicht auf das Ziel und hast auch nicht mehr die Hürden und Hindernisse im Blick. Jedes Abnehmen beginnt mit dem ersten Gramm. Es kommt also jetzt und in diesem Augenblick auf das eine Gramm an. Auf nicht mehr und nicht weniger. Du beschäftigst dich nur mit diesem einen Gramm. 
Erst dann und wirklich erst dann, wenn du das erste Gramm geschafft hast, beschäftigst du dich mit dem zweiten Gramm. Nicht früher! Am zweiten Gramm könnte nämlich eine unüberwindliche Hürde kleben. 
Die Kunst der kleinen Schritte ist wirklich eine Kunst. Die Kunst heißt: Im Hier und Jetzt sein! Das Kleine wertschätzen! Im Augenblick leben! Das Leben auskosten! 
Bislang hatte die Frau, die abnehmen wollte, immer von den großen Zielen gelebt. Die konnte sie leider nie erreichen. Dann fiel ihr ein, dass das mit dem Abnehmen für ihr ganzes Leben stand. Sie konnte sich nicht von ihrer schrecklichen Freundin trennen. Sie konnte ihren verstorbenen Vater nicht loslassen. Dann stellte sie fest, dass sie ihrer schrecklichen Freundin heute eine Absage geben konnte. Sie war gerade jetzt frei von Trauer um ihren Vater. Sie merkte, das ging eigentlich ganz leicht. Der kleine Schritt geht leicht, wenn man sich darauf einlässt und sich vom Großen und Ganzen verabschieden mag. 
Der kleine Schritt geht schwer, wenn man alle Wenns und Abers und Konsequenzen daran fest klebt. Wie gut und beruhigend, dass ein Schritt so klein ist, dass du locker wieder zurück gehen kannst, wenn es nicht passt.
www.matthias-koenning.de 

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