Sonntag, 6. Juli 2014

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Johann Wolfgang von Goethe)



In Beraterkreisen nennt man so etwas heute Resilienz, Word erkennt das Wort zwar noch nicht, aber es meint „wachsen trotzt Widerstände.“ Da gibt es die eindrucksvolle Geschichte von dem arabischen Scheich, der aus Boshaftigkeit in einer Oase einer kleinen und jungen Palme einen Stein in die Krone legt, in der Hoffnung, dass der Baum daran zugrunde geht. Nach vielen Jahren kommt er wieder und muss entdecken, dass der Stein die Palme nicht zerstörte, sondern alle Widerstandkräfte mobilisierte. Aus dem gehandicapten Pflänzchen wurde ein stattlicher Baum.
Mir war neu, dass diese Erkenntnis nicht modern ist, sondern schon dem Dichter Goethe bekannt war. „Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Er geht sogar noch einen Schritt weiter als in der Geschichte. Das, was ich als negativ betrachte verwandle ich in etwas Nützlichem. Dahinter verbirgt sich die Idee der Umdeutung. Ein Geiziger ist nicht geizig, sondern fähig, lange mit dem Geld auszukommen. Ein Fauler ist nicht faul, sondern besitzt die Fähigkeit, Mußestunden als ein Geschenk des Lebens für sich zu nutzen. Ein Schreihals trainiert erfolgreich seine Stimmbänder und ein ADHS Kind leidet nicht an körperlicher Trägheit.
Wenn du deinen Weg gehst, gehört alles zu dem Weg, was dir begegnet. Es gibt keinen steinlosen Weg im Leben. Alles hilft deiner Weiterentwicklung und erzählt dir eine Geschichte. Streichle mal die Steine auf deinem Weg und wende dich ihnen liebevoll zu.
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen