Translate

Freitag, 22. Mai 2026

Wir haben eine Regel, nach der sich nie alle immer richten.


Vor ein paar Tagen erschien mir im Traum ein Freund. Er sprach vom Zusammenleben in seiner Familie. Mit folgendem Satz bin ich aufgewacht: "Wir haben eine Regel nach der sich nie alle immer halten."
Nie, alle und immer schwirrte in meinem Kopf herum. Im Aufwachen verstand ich den Sinn dieses Satzes überhaupt nicht. Menschen leben zusammen und entwickeln Regeln. Das gibt jedem in der Gruppe Halt und Orientierung. Regeln verhindern das Chaos. Jedes Mitglied in der Gruppe versucht so gut es geht, sich daran zu halten und dafür zu sorgen, dass alle das Bedürfnis nach Sicherheit und Zusammenhalt wahrnehmen und respektieren. Manchmal entstehen die Regeln demokratisch und manchmal auch nach der Vorstellung der Eltern oder sonstiger Autoritäten.
In meinem Traum nun gab es eine Regel nach der sie nie alle immer halten. Ging es dabei um ein bestimmtes Thema oder galt das grundsätzlich? Ich habe es so verstanden, dass es in der Familie meines Freundes die Erlaubnis gab, dass immer jemand von der Regel befreit war. Niemand erwartet, dass sich alle immer nach dieser Regel richten. In meinem Wachbewusstsein gehe ich davon aus, dass eigentlich sich alle an die Regeln halten. Wie selbstverständlich. Ausnahmen sind Ausnahmen.
Wenn eine Gruppe es sich erlauben kann, dass immer Mitglieder sich befreien dürfen dann entsteht doch ein größerer Freiraum, oder? Es bringt zum Ausdruck, dass es nicht um das Einhalten von Regeln geht sondern um einen guten sozialen Zusammenhalt.
Wir Menschen haben alle unterschiedliche Bedürfnisse zu unterschiedlichen Zeiten. Ich habe das Bedürfnis nach Gemeinschaft, aber auch nach Autonomie. Manchmal scheinen sich die Bedürfnisse zu beißen. "Wir haben eine Regel, nach der sich nie alle immer richten." Den Satz übersetze ich so: "Wir achten darauf, dass möglichst viele Bedürfnisse unserer Gruppenmitglieder erfüllt werden. Dabei stellen wir Regeln eher hinten an."
Wie streng bist du mit deinen Regeln? Am Arbeitsplatz oder in der Familie oder in deinen sonstigen sozialen Gruppen? Wer nimmt sich da mehr Freiheiten heraus und wie händelst du es? Gibt es eine Regel, die für dich absolut gilt? Ich wünsche dir ein Quäntchen mehr Freiraum.
matthias-koenning.de

Montag, 18. Mai 2026

Einfach mal mitschwingen!

Vielleicht lebst du nicht allein, sondern mit anderen Menschen zusammen. Das ist häufig sehr beglückend und schön, manchmal aber auch voller Spannungen. Eine der Ursachen liegt aus meiner Sicht in einem Mangel an Synchronizität. Wir schwingen alle unterschiedlich.
Zwei Menschen gehen aus und der Eine hat in Windeseile Schuhe und Mantel an und der Andere benötigt gefühlte ewige Zeiten. Ich will dabei die Rolle nicht auf Mann und Frau festlegen. Oder beim Essen ist der eine viel früher fertig als der andere. Du stellst einfach fest, dass jeder Mensch so seine ganz eigenen Zeitabläufe hat. Dein Tag kann sich zäh und langsam anfühlen oder rasch und voll. Die Uhr zeigt allen die gleiche Zeit an. Der Tag behält seine 24 Stunden. Die gefühlte Zeit unterscheidet sich jedoch mächtig von den gemessenen Stunden.
Beim Meditieren erlebe ich es häufig, dass für Einige die halbe Stunde schnell verfliegt und andere schon nach zehn Minuten unruhig werden. Diese unterschiedlichen Zeitgefühlt können im Zusammenleben manchmal zu Konflikten führen.
Der erste Schritt für dich könnte heißen: Werde dir bewusst, wie du selbst deine Zeiten und Abläufe empfindest und gestaltest.
Der zweite Schritt heißt: Beobachte, wie deine Umgebung das erlebt im Unterschied zu dir.
Der dritte Schritt heißt: Überlege, ob du hin und wieder dich dem Zeittempo der anderen angleichen könntest. Führt das zu mehr Harmonie und Ausgewogenheit?
Es kann sein, dass dein Gegenüber dankbar dafür ist, dass du mit Ihm oder Ihr stärker synchron schwingst!

www.matthias-koenning.de


Freitag, 15. Mai 2026

Einfach mal was abhängen

In einem Bekleidungsgeschäft sehe ich einen Ständer, wo ich meine anprobierte Ware abhängen darf. Ich muss sie nicht zurückbringen. Ich darf die Sachen einfach abhängen. Eine Verkäuferin ist zwischendurch damit beschäftigt, die Sachen wieder ordentlich auf den Bügel zu hängen und an den vorgesehenen Platz zurückzubringen.
In meinem Alltag hole ich Teller aus dem Schrank und räume sie nach dem Spülen zurück. Ich packe aus und packe wieder ein. Ich übernehme Verantwortung für die Dinge, für meine Aufgaben und für mein Leben. Ich besitze ein Fahrrad und habe wenigstens ein schlechtes Gewissen, wenn ich es nicht putze. Im Hintergrund sagt mir die innere Stimme: "Das ist dein Fahrrad. Willst du lange etwas davon haben, dann musst du es pflegen!"
Da komme ich in diesen Laden und darf meine Sachen einfach abhängen. Kennst du auch dieses Gefühl von Erleichterung, dass du etwas abhängen darfst. Du musst keine Verantwortung übernehmen. Du denkst nicht weiter nach und lässt los. Ich denke gerade an all die, die so viel Verantwortung tragen müssen. Die sich so viele Sorgen machen um ihre Kinder, die alten Eltern, die kranken Ehepartner. So viele Lasten!
Wenn es dir so geht, dann wünsche ich dir einen Kleiderständer mit der Einladung, einfach mal was abzuhängen. Du glaubst vielleicht, dass Sorgen nur innerlich sind. Sie gehören zu dir und es gibt dafür keinen Ständer. Aber gedanklich könntest du es einfach mal so machen. Da gibt es einen Sorgenständer in deiner Nähe und du hängst deine Sorgen da hin wie Kleider. Für einen Moment. Du kannst sie ja jederzeit wieder zu dir nehmen und anziehen. Aber du hast die Erlaubnis, einfach mal da was hinzuhängen. Dafür ist der Kleiderständer da und dort hängt auch ein Erlaubnisschild.
Wenn du jetzt gerade eine große Last zu tragen hast dann kannst du dir die Erlaubnis geben, für einen Moment loszulassen. Für einen Augenblick eine Pause einzulegen. Es bleibt dir noch genug. Die Verantwortung bleibt und du wirst weitertragen. Es geht nur um den kleinen Moment, mal einfach loszulassen. Der Augenblick der Erleichterung.
Ich freue mich, wenn ich in einem solchen Laden die Sachen nicht zurückbringen muss. Wo gehörten die noch mal hin? Ich darf sie einfach mal da abhängen und meine Gedanken und mein "schlechtes Gewissen" hänge ich gleich mit dazu.
www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 13. Mai 2026

Hier siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist!



An erster Stelle fallen mir mein Eltern ein. Sie haben dafür gesorgt, dass es mich gibt. Sie haben sich geliebt und ich bin das Ergebnis. So wünsche ich es mir jedenfalls. Aber gefragt wurde ich natürlich nicht. Ohne sie wäre ich wohl nicht. Meine Gene speisen sich aus ihrem Pool und aus den Linien vieler Vorfahren.
An zweiter Stelle fallen mir meine Lehrer ein, denn die haben dafür gesorgt, dass ich etwas lernen konnte. Ich mochte meine Grundschullehrerin. Wenn sie zu streng gewesen wäre, dann wäre aus mir vielleicht ein sehr ängstlicher Mensch geworden mit einem geringen Selbstwertgefühl. Die Jahre in der Realschule und dem Gymnasium erlebte ich aber eher als eine Heißmangel. Wie ein Stück Tuch wurde ich in der Schule durchgewalkt. Auf meinen Zeugnissen konnte ich das Endergebnis lesen. In Physik nur mäßig aber gut in Religion.
Mir fallen auch meine Pfarrer und Religionslehrer ein, denn die haben sich darum gekümmert, dass mein Glaube Konturen bekam. Manchmal war es wirklich interessant und herausfordernd. Und weite Strecken einfach nur langweilig. Am Schluss blieb auch ein wenig Angst und Respekt kleben.
Wer trägt noch die Verantwortung für mein Leben? Mein Hausarzt hat mich ins Krankenhaus gesteckt mit einer Blinddarmentzündung. Musste das sein? Jetzt habe ich vielleicht eine traumatische Erfahrung von Verlassenheit. Ein kleiner Junge so allein im Krankenhaus.
Mein Arbeitgeber trägt auch Verantwortung, denn er muss dafür sorgen, dass ich jeden Monat mein Gehalt bekomme. Zum Glück ist er zuverlässig und das Gesetz schützt mich.
Ich könnte noch ein paar Menschen zusammenrechnen, die Verantwortung für mein Leben tragen. Die Politik sollte ordentliche Gesetze machen und die Banken die Zinsen nicht zu hoch. Ich schaue am Ende des Monats auf mein Gehalt und sehe, welche Behörden und Versicherungen etwas von mir haben möchte. Vor allem die Krankenversicherung lässt sich ihren Anteil an Verantwortung gut bezahlen.
Jetzt könnte ich die Hände in den Schoß legen und sagen: „Wenn es mir so geht, wie es mir geht, dann ist das kein Wunder! Ich werde einen Schuldigen finden an meinem emotionalen Zustand.“ Vor allem meine Eltern müssen bis zum Ende ihres Lebens meinen Ärger spüren für all das, was sie nicht ordentlich hinbekommen haben. Meine Eltern sind verantwortlich dafür, ob aus mir ein sozial verträglicher Mensch geworden ist.
Ich könnte meinen Religionslehrern und Pfarrern jeden Tag einen Vortrag halten, was sie aus meiner Seele gemacht haben. Wie habe sie es nur geschafft, dass in mir ein strafender Gott Platz nehmen durfte. Ich wundere mich, dass ich trotz und mit all meinen Ängsten überleben konnte.
Ja, wenn alle ihre Verantwortung ordentlich wahrgenommen hätten, dann würde es mir prächtig gehen. Ich wäre heil und gesund. Ich wäre liebenswert und voller Selbstvertrauen. Ich fühlte mich wie auf Händen getragen und könnte die Erde glatt mit dem Paradies verwechseln. Ich hätte eine große Familie, äußerst liebevoll und fürsorglich. Ich wäre reich und würde alle Fähigkeiten und Begabungen entdecken und ohne einschränkende Glaubenssätze entfalten. Ich wüsste nicht einmal, was ein schlechtes Gewissen wäre, weil meine Straße mit Vertrauen und Wohlwollen gepflastert wäre. Wenn alle, aber wirklich alle ordentlich ihre Verantwortung wahrgenommen hätten. Haben sie aber nicht! Bei dir?
Mir geht es schlecht, weil alle versagt haben. Ich könnte eine lange Liste des Versagens und der Anklagen schreiben. Anschließend würde ich mich zurücklehnen und vorwurfsvoll in die Runde schauen: "Da seht ihr nun, was ihr angerichtet habt. Jetzt seht mal zu, wie ihr das wieder hinbekommt. Vorher stehe ich hier nicht auf!"
Ich bin ein armes Opfer. Ein Opfer meiner Eltern. Ein Opfer meiner Ärzte. Ein Opfer meiner Pfarrer. Darum bin ich so verkorkst. Aus mir konnte nur dieses Wrack werden, das jetzt diese Zeilen schreibt.
STOPP!
Bei einer Weiterbildung gehe ich auf die Toilette und sehe einen Zettel am Spiegel hängen. Darauf steht:  "Hier sehen Sie den Menschen, der für Ihr Leben verantwortlich ist!" Ich protestiere! "Ich bin verantwortlich? Ich? Nicht meine Eltern und das ganze Gefolge?" Unerbittlich hängt dort der Zettel und sagt mir, dass ich in den Spiegel schauen soll. "Du trägst die Verantwortung für dein Leben!"
Ja, es gibt Vorgaben. Die Eltern geben etwas vor, die Lehrer, die Ärzte und die ganze Liste der Menschen, die etwas zu meinem Leben beigetragen haben. Und dann kommt der Denkfehler. Ich denke dann: "Aha, das ist das Ergebnis. So bin ich jetzt und in Ewigkeit."
Ich denke um. Ich schaue in den Spiegel und nehme wahr, was ich alles im Leben erlebt habe. Das waren die Vorgaben. Die Geschenke! Und dann aber komme ich! Ich mache etwas mit dem Material, das vor dem Spiegel steht. Ich kann mich dazu verhalten. Ich kann etwas gut oder schlecht finden. Ich kann meinen Eltern danken oder mich davon distanzieren. Ich kann zur Arbeit gehen oder wegbleiben. Ich kann mich verhalten zu dem, was ich da im Spiegel sehe. Ich stehe also vor dem Spiegel und übernehme die Verantwortung für den Menschen, den ich dort sehe. Es ist mein Leben und nicht das Leben meiner Eltern oder meiner Lehrer oder meiner Pfarrer. Die Liste meiner "Förderer" und "Behinderer" existiert zwar. Aber ich mache etwas damit - oder auch nicht.
Ich gehe auf die Toilette und lasse dort etwas los. Ich übernehme die Verantwortung für mein „Geschäft“. Die Exkremente außen und die einschränkenden Bilder und Vorstellungen innen. Ich wasche meine Hände und übernehme die Verantwortung. Ich nicke mir freundlich zu und bestätige mich. In Ordnung! Jetzt bin ich dran!
www.matthias-koenning.de 

Sonntag, 10. Mai 2026

Sei wie du bist. Irgendwann kommt es sowieso raus.


Manchmal strenge ich mich an und zeige mich in einer neuen Gruppe von meiner Schokoladenseite her. Ich gehe auf die Menschen zu. Ich lache oder lächle zumindest. Ich nehme Augenkontakt auf. Ich spreche Komplimente aus und versuche, mich interessant zu machen.
Und das ist anstrengend. In mir gibt es einen Teil der sagt: "Was mach ich hier eigentlich. So bin ich doch gar nicht. Ich bin eher schüchtern und zurückhaltend. Ich bin eher jemand, auf den man zugehen muss und nicht jemand, der auf andere zustürmt."
Der Schüchterne in mir bekommt also gar keine Chance. Der wird plattgebügelt und übergangen. Das mag der Schüchterne in mir überhaupt nicht. Der sagt dann zu mir: "Nie wieder! Nie wieder komme ich mit in eine mir unbekannte Gruppe von Menschen!"
"Sei wie du bist. Irgendwann kommt es sowieso raus." In dir gibt es viele verschiedene Persönlichkeitsanteile, die zu dir gehören. Manche magst du und manche nicht. Und von manchen glaubst du, dass die anderen das nicht mögen werden. Wenn du bestimmte Anteile in dir nicht magst, wie sollen die anderen dann das mögen? Wird in der Regel nicht funktionieren.
Wenn ich das nächste Mal in eine Gruppe komme, wo ich niemanden kenne, werde ich es anders machen. Ich schaue, wer denn vertrauensvoll wirkt. Auf diesen Menschen gehe ich zu und sage: "Entschuldigung wenn ich Sie anspreche. Aber ich bin sehr schüchtern und fühle mich hier gerade sehr unsicher. Darf ich einen Augenblick bei Ihnen stehen? Sie wirken auf mich so vertrauenswürdig." Wenn ich mir vorstelle, dass ich das so machen werde, dann nehme ich den Schüchternen schon mal mit, so dass es leichter wird. Allein die Vorstellung, dass ich es machen könnte, reicht aus.
www.matthias-koenning.de

Dienstag, 19. November 2024

Diamanten mit Mehrwert

In einem Geschäft kann ich essbare Diamanten kaufen. Lustig! Diamanten sind nicht essbar. Wenn sie essbar sind, sind sie keine Diamanten. Diamanten sind äußerst hart und nicht geeignet für den Prozess der Verdauung. Es wird unten wieder herauskommen wie oben eingeführt.

Ich könnte es mir doch trotzdem einmal vorstellen. Essbare Diamanten. Wäre das vergleichbar mit Kaviar? Nur noch teurer? Ein Genussmittel für die Superreichen? Da, wo ganz oben noch einmal sich die Reichen trennen? Kaviar für die Reichen und essbare Diamanten für die Superreichen. Eine Handvoll Diamanten essen und ein Vermögen ist dahin. Eine Mahlzeit im Wert von einer Villa!

Ein Mensch braucht weder Kaviar noch essbare Diamanten. Brot macht alle satt. Brot mit Beigabe wie Butter und Käse wäre für das Vergnügen. Wenn Menschen auf Kaviar verzichten könnten gäbe es Butter und Käse für jeden. Jeder hätte Vergnügen. Die Reichen und die Superreichen müssten sich vorstellen können, mit Brot und Käse auskommen zu können. Mit Brot und Käse auch noch Vergnügen zu haben. Wer genug hat kann ver"gnueg"t sein!

Ich brauche weder Kaviar noch Diamanten. Die wesentliche Dinge kann ich mir sowieso nicht kaufen. Dir mir wesentlichen Dinge! Ob mir jemand Achtung entgegenbringt ist ein Geschenk. Wenn ich geliebt und geschätzt werde, dann weil jemand das freiwillig macht. Ich werde beschenkt! Jeden Tag! Hallo Sonne, schön dass du da bist! Hallo Blume, wunderbar, dass dein Anblick mich erfreut! Hallo Leserin und Leser, danke dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst. Hallo Mensch an meiner Seite: Wie schön, dass ich nicht allein gehen muss!

Welchen Wert haben essbare Diamanten? Das braucht kein Mensch! Aber einen Menschen an meiner Seite, das hat einen wirklichen Mehrwert!
www.matthias-koenning.de

Samstag, 16. November 2024

Heute ist wieder mal alles so Trallala

Wie geht es dir?
"So Trallala".

An manchen Tagen geht es mir einfach gut. Es passt alles. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Alles ist stimmig. Die Menschen sind nett zu mir und ich kann auch sehr nett sein. Solche Tage gibt es wirklich. Leider nicht kontinuierlich und es dürften auch ein paar mehr sein.

An manchen Tagen geht es mir einfach schlecht. Es passt nichts. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Nichts ist stimmig. Die Menschen sind nicht nett zu mir und ich kann auch nicht nett sein. Auch solche Tage gibt es. Zum Glück nicht zu oft. Aber es dürften noch weniger sein

An den meisten Tagen habe ich so eine Mischung. Etwas hier von und etwas da von. Es gibt eben Tage, da ist alles so "Trallala". Mir gefällt der Begriff. Diese Uneindeutigkeit. Diese Mischung, die ich nicht benennen kann.
Wenn dich jemand fragt: "Wie geht es dir?" Dann antwortest du oft, dass es dir gut geht. Dass es dir schlecht geht, sagst du eher nicht. Da würdest du große Betroffenheit auslösen. Aber eigentlich geht es dir ja eher so "ungefähr", eben so "Trallala".

Besitzt "Trallala" eine eigene Qualität? Ich finde, ja. Mit Trallala fülle ich Melodien, wo ich keinen Text für finde. Höre dir die Schlager an. Ein wenig Text und ganz viel "Oh" und "Ah",  "Mm" und "jäh". Trallala eben. Bei Trallala legst du nicht den Wert auf einen Inhalt, auf einen Gedanken, sondern eher auf ein Gefühl. Trallala meint ein Gefühl. Ein Mischgefühl. Ein Eintopf. Manchmal kommen viele Gefühle zusammen und ergeben ein eigenartiges Gemenge. Du bist nicht glücklich, aber auch nicht unglücklich. Sogar neutral wäre das falsche Wort. Es gibt kein Wort, dass das inhaltlich trifft. Statt Trallala könntest du auch einfach schnauben und antworten: "Ich weiß nicht."
Wenn die Mehrzahl deiner Tage aber "Trallala" sind, wäre es gut, wenn du damit einverstanden sein könntest. Begrüße jeden "Trallala" - Tag mit einem herzlich Willkommen und nimm ihn an, wie er da ist. Wird schon! Ist auch in Ordnung! Muss ja! Geht jetzt nicht anders! Iss so! Eben - Trallala. Oder auch - so la la.
www.matthias-koenning.de

Freitag, 15. November 2024

Ich wurde gut erzogen, keine Ahnung, was dann passiert ist.

Meine Eltern legten Wert auf eine gute Erziehung. Danke sagen. Der Junge macht eine Verbeugung und das Mädchen einen Knicks. Bescheiden sein und Fragen eines Erwachsenen beantworten.
Verwandte und Nachbarn sollten einen guten Eindruck bekommen. Gut erzogene Kinder weisen hin auf erziehungsfähige Eltern.
Eltern müssen früh genug mit der Erziehung anfangen, damit auch möglichst früh ein funktionierender Erwachsener dabei herauskommt. Es kommt ja darauf an, sich so in die Gesellschaft einzufügen, dass du nicht auffällst. Oder dass du einen guten Eindruck hinterlässt. Dass niemand dir etwas vorwerfen kann. Dass du gut durch das Leben kommst. Moralisch perfekt und mit einem guten Zeugnis für den Eintritt durch die Himmelspforte.
Die Eltern meinen es gut. Sie wollen, dass das Leben der Kinder glückt. Sonst würden sie wohl nicht erziehen. Beim Erziehen wird halt viel gezogen. Vielleicht gut für die Konformität und die Anpassung. Aber schlecht für die individuelle Entfaltung. Auf meiner Spruchkarte steht: "Ich wurde gut erzogen, keine Ahnung, was dann passierte."
Ich habe eine Ahnung, was dann passierte. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo trotz aller Erziehung der Mensch erwacht zu sich selbst. Er sagt sich: "Die Erziehung, das war nicht ich. Das waren meine Eltern. Zu mir gehört ein anderes Leben." Ich erlebe das wie eine Vertiefung oder Neuauflage der Pubertät.
Wenn du alt genug bist, gehst du noch einmal wichtige pubertäre Schritte. Du streifst dein anerzogenes Kind-Ich ab und wirst erwachsen. Findest dein Eigenes. Das, was zu deiner Persönlichkeit passt und zu dir gehört. Und ich glaube, dass das auch passieren muss. Irgendwann. Bis du den Verstand verlierst oder die Augen für immer zu machst kannst du aufwachen aus deinem Kindheitstraum(a). Es ist gut für dich, wenn dann etwas passiert. Wenn du aufwachst und tief erkennst: "Wie schön! Das bin ja ich!"
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 14. November 2024

Bist du depressiv oder umgeben von Menschen, die dir nicht gut tun?

Wenn du dir selbst Depressionen oder einen Minderwertigkeitskomplex diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht einfach nur von Arschlöchern umgeben bist.

Zu mir kam eine Frau mit der ärztlichen Diagnose einer Depression.
Sie war ratlos. Sie kam sich so ohnmächtig und hilflos vor.
Dann haben wir uns unterhalten über das Leben und die Arbeit und die Familie.
Sie erzählte von ihrem Mann.
Der war auch nicht zufrieden mit ihr. Sie würde nichts für sich tun. Sich nicht mehr schick machen. Die Figur vernachlässigen. So schlecht gelaunt sein.
Ihr Mann würde ständig Vorschläge machen und Veränderungen einfordern. Und es sei so schwer, ihn zufriedenzustellen.
Aber jetzt hatte sie ja eine Diagnose: Depression! Ich kam wirklich auf eine völlig andere Idee. Wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte, der mich ständig kritisieren würde und das über Jahre. Wie würde es mir dann gehen?
Ich habe nicht gefragt, aber ich hätte fragen sollen: "Leben Sie mit einem Arschloch zusammen?" Gedacht hatte ich es.
Allein die Vorstellung, dass ich von lauter Arschlöchern umgeben bin befreit mich schlagartig von jeder Depression. Bei einer Depression bestrafe ich mich letztlich selbst und hocke da in meinem Abgrund. Wenn ich sauer bin auf die Welt um mich herum, dann komme ich in die Tat.
Wenn du also so einen Anflug von Depression hast, dann schau doch mal, ob da nicht gerade ein kleines Arschloch in der Nähe ist. ;-)
www.matthias-koenning.de

Samstag, 9. November 2024

Good Morning. Let the stress begin!

Du stehst am Morgen auf und wagst einen Blick in den Tag. Du siehst deine Termine im Kalender. Du stellst dir vor, wie du deine Aufgaben anpackst und bewältigen wirst. Du bist voller Zuversicht und Kraft.
Dann tauchen Bilder auf von Einschränkungen und Widerständen. Da ist doch dieser Kollege, der immer meckert. Da gibt es doch das Hindernis, das du gestern schon nicht überwunden hast. So nach und nach entwickelst du eine Kampfhaltung und bevor du die erste Aktion anpackst fühlst du dich schon im Stress. Du bist vollgepumpt mit Adrenalin und Cortisol. Vielleicht notwendig, damit du deine Dinge auch schaffst.
Mir gefällt die Vorstellung, dass ich nach dem Aufstehen, nach dem Blick in den Kalender, nach den Vorstellungen von allen möglichen und unmöglichen Hindernissen und nach der adrenalingestärkten Kämpferhaltung ich mir das Geschenk gönne, mich noch einmal zu sammeln. Ich setze mich hin und trinke in Ruhe meinen Kaffee. Während die Schlacht gedanklich schon um mich herum begonnen hat, mache ich noch nicht mit. Ich sammle mich und stehe auf, wenn ich wirklich so weit bin. Aber dann: "Good morning. Let the stress beginn!"
In der Sammlung wird es mir nichts ausmachen. Ich bin zentriert und ganz bei mir. Hallo Leben, ich komme!
www.matthias-koenning.de

Freitag, 8. November 2024

Ich wurde gut erzogen, keine Ahnung, was dann passiert ist.

Meine Eltern legten Wert auf eine gute Erziehung. Danke sagen. Der Junge macht eine Verbeugung und das Mädchen einen Knicks. Bescheiden sein und Fragen eines Erwachsenen beantworten.
Verwandte und Nachbarn sollten einen guten Eindruck bekommen. Gut erzogene Kinder weisen hin auf erziehungsfähige Eltern.
Eltern müssen früh genug mit der Erziehung anfangen, damit auch möglichst früh ein funktionierender Erwachsener dabei herauskommt. Es kommt ja darauf an, sich so in die Gesellschaft einzufügen, dass du nicht auffällst. Oder dass du einen guten Eindruck hinterlässt. Dass niemand dir etwas vorwerfen kann. Dass du gut durch das Leben kommst. Moralisch perfekt und mit einem guten Zeugnis für den Eintritt durch die Himmelspforte.
Die Eltern meinen es gut. Sie wollen, dass das Leben der Kinder glückt. Sonst würden sie wohl nicht erziehen. Beim Erziehen wird halt viel gezogen. Vielleicht gut für die Konformität und die Anpassung. Aber schlecht für die individuelle Entfaltung. Auf meiner Spruchkarte steht: "Ich wurde gut erzogen, keine Ahnung, was dann passierte."
Ich habe eine Ahnung, was dann passierte. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo trotz aller Erziehung der Mensch erwacht zu sich selbst. Er sagt sich: "Die Erziehung, das war nicht ich. Das waren meine Eltern. Zu mir gehört ein anderes Leben." Ich erlebe das wie eine Vertiefung oder Neuauflage der Pubertät.
Wenn du alt genug bist, gehst du noch einmal wichtige pubertäre Schritte. Du streifst dein anerzogenes Kind-Ich ab und wirst erwachsen. Findest dein Eigenes. Das, was zu deiner Persönlichkeit passt und zu dir gehört. Und ich glaube, dass das auch passieren muss. Irgendwann. Bis du den Verstand verlierst oder die Augen für immer zu machst kannst du aufwachen aus deinem Kindheitstraum(a). Es ist gut für dich, wenn dann etwas passiert. Wenn du aufwachst und tief erkennst: "Wie schön! Das bin ja ich!"
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 7. November 2024

Über Gefühle reden!

Manche Menschen können total leicht über ihre Gefühle sprechen.
Im Kontakt mit den meisten Frauen erlebe ich, dass sie das echt gut können.
Hut ab!

In der Beratung erlebe ich die Männer da vor allem eher stumm.
Sie können über Ereignisse sprechen. Sie wissen Lösungen für viele Probleme.
Aber sie können in der Regel nicht so gut über ihre Gefühle sprechen.
Oft wissen sie nicht einmal, wie fühlen geht.
Sie haben es nicht gelernt. Es hat ihnen niemand beigebracht.
Vielleicht haben sie als kleine Jungen mal gefühlt, aber niemand hat sich dafür interessiert.
Interessiern sich Mütter mehr für die Gefühle ihrer Töchter als für die ihrer Söhne?

Auf meiner Spruchkarte gibt es die Einladung, die gefühlt eher an die Männer geht.
"Hol den Alkohol, wir müssen über Gefühle reden!"
Der Alkohol löst die Zunge, bringt die Gefühle ins Fließen. Leider sind das dann Gefühle unter Alkoholeinfluss. "Weinseelige" Gefühle. Flüchtige Gefühle, die schnell wieder verschwinden. Hilfreich, wenn Denken und Fühlen zusammenkommen. Wenn beides möglich ist und seine Wertschätzung bekommt. Und manche Männer könnten eine Nachhilfestunde vertragen im Fühlen und Erzählen von Gefühlen. Ruhig auch im nüchternen Zustand.
www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 6. November 2024

Wir lästern nicht, wir beobachten, analysieren und bewerten

Immer wieder kommt es vor, dass ich mit Menschen zusammenbin und plötzlich wird gelästert. Es lässt sich ja wunderbar lästern über Menschen, die gerade nicht da sind. Indem ich andere heruntermache, stelle ich indirekt heraus, dass ich ja irgendwie doch besser bin. Lästern erleichtert das Herz - aber mit einem schalen Beigeschmack.
Es verbessert nicht die Situation. Ich komme in eine negative Idee. Ich mache jemanden fertig, der sich nicht verteidigen kann. Irgendwann kommt die Selbsterkenntnis: So viel besser bin ich auch nicht. Ich könnte jetzt das Lästern schönreden. So wie auf der Spruchkarte. Ich beobachte ja nur, ich analysiere und gebe eine Wertung ab. Wenn ich das mache, dann nehme ich die Gefühle heraus und tue so, als bewege ich mich auf eine sachliche Ebene. Ich glaube nicht, dass das funktioniert.
Wenn ich lästere, dann bin ich wahrscheinlich in einem Gefühl der Kränkung. Meine Bedürfnisse wurden nicht gesehen oder ich habe nicht gut für mich gesorgt. Ich finde es hilfreicher, die eigenen Bedürfnisse wieder in den Blick zu nehmen und besser für sich zu sorgen. Du änderst nichts, wenn du lästerst. Du schaffst aber eine Grundlage für die nächsten Lästerungen. Wenn du gut für dich sorgst wird es keinen Grund mehr dafür geben.
Das Lästern funktioniert ja übrigens nur dort, wo mindestens zwei Personen da sind. Für sich selbst lästern macht keinen Sinn. Lästern geschieht im "wir". Es braucht einen Raum der Resonanz. Du bist gekränkt und suchst eine Bestätigung. Du bekommst eine für dich positive Rückmeldung und du fühlst dich besser. Und darum geht es dir ja eigentlich. Du möchtest dich besser fühlen. Probier es mal mit dem Einstehen für deine eigenen Bedürfnisse!
www.matthias-koenning.de

Dienstag, 5. November 2024

Schräge Gedanken von Marilyn Monroe

Manche Sätze und Gedanken hören sich für mich einfach schräg an. Auch, wenn sie von einem berühmten Menschen stammen. Sie enthalten einen Teil, den ich nachvollziehen kann und einen Teil, bei dem ich zum Fragezeichen werde.
Auf meiner Postkarte finde ich einen Spruch von Marilyn Monroe: "Unvollkommenheit ist Schönheit. Verrücktheit ist Genialität. Und es ist besser, sich völlig lächerlich zu machen, als total langweilig zu sein."
Ich kann nachvollziehen, dass Unvollkommenes schöne Anteile hat und das Schönes unvollkommen sein darf. Aber warum eine Gleichsetzung? Schönheit ist Schönheit und Unvollkommenheit ist was anderes. Birne ist Birne und Apfel ist Apfel. Die Grenzen von Genialität und Verrücktheit sind bestimmt fließend, aber auch hier eine Gleichsetzung? Verrückte Menschen sind genial? Oder geniale Menschen sind verrückt? Marilyn erzählt uns von zwei Polen. Ich kann auf der einen Seite unvollkommen und verrückt sein und auf der anderen Seite schön und genial. Besser ist vermutlich schön und genial. Aber - nicht um den Preis, langweilig zu sein. Lieber bin ich also interessant! Immer muss ich interessant sein!
Kennst du solche Menschen, die immer interessant sein möchten? Ausgefallene Kleidung, verrückte Ideen, "besonderes" Verhalten, immer wieder Veränderungen und immer wieder im Mittelpunkt stehen?
Vielleicht ist es wirklich so: Wenn ich es schaffen möchte, im Mittelpunkt zu stehen, dann schaffe ich es nur, wenn ich auch bereit bin, unvollkommen und verrückt zu sein. Ein Aspekt daran gefällt mir. Es gibt ja Menschen die nie im Mittelpunkt stehen möchten. Sie wollen sich auf keinen Fall blamieren. Der Auftritt muss perfekt und genial sein. Aber wann ist das mal so? Manche trauen sich nur in die Öffentlichkeit, wenn sie wissen, dass ihre Gedanken super durchdacht sind. Hieb- und stichfest. Nicht hinterfragbar. Sonst schweigen sie - und wirken vielleicht dadurch langweilig oder unsichtbar.
Ich glaube schon, dass es gut ist, sichtbar zu sein. Sich auszudrücken. Seine Meinung zu sagen. In den Kontakt zu gehen. Auch wenn die Gefahr droht, sich mal zu blamieren. So schräg ist der Gedanke von Marilyn also nicht. Und? Wo traust du dich? Und wann bleibst du unsichtbar?
www.matthias-koenning.de

Montag, 4. November 2024

Ich kann. Ich will. Ich werde.

Manchmal habe ich ein Projekt vor der Nase oder ich bekomme eine Aufgabe gestellt. Dazu gibt es ein erstes Gefühl. Das kann positiv sein und es gibt ein klares Ja. Es kann aber auch so eine Mischung entstehen. So ein "eigentlich". Eigentlich bekomme ich es hin.
Dann stellt sich mir das erste Hindernis in den Weg. Die Zeit reicht nicht aus. Ich brauche länger. Ich habe zu viele andere Aufgaben. Na gut. Ich sortiere und schiebe und finde die Zeit. Dann taucht das nächste Hindernis auf. Ich kann das gar nicht. Nicht wirklich. Mir fehlen die Bausteine, es richtig gut zu machen. Na gut. Dann mache ich mich schlau und schiebe am Zeithindernis noch mal herum.
Dann taucht das dritte Hindernis auf. Ein Familienmitglied wird krank. Na gut. Das Projekt wird verschoben und die Zeit wird noch mal eingeteilt. Es tauchen noch mehr Hindernisse auf mit den Überschriften: "Ich kann nicht mehr - mir fehlt die Kraft!" "Ich will nicht mehr - das sind zu viele Hindernisse" "Ich werde es nicht machen - wie viele Hindernisse kommen da noch?"
Dann merke ich, dass ich in einem "Unmöglichkeitskarussell" feststecke. Da kann es helfen, sich einfach mal zu schütteln und einen "Jetzt erst recht!" oder ein "Nichts hält mich auf!" - Satz zu finden. Jetzt spüre ich meine Aufgaben und lese den Spruch: "Ich kann. Ich will. Ich werde." Ich schaue auf die Punkte am Ende der kurzen Sätze. Kein Fragezeichen. Auch kein übertriebenes Ausrufezeichen. Aber eine Klarheit. Und in einem Team, in einer Gruppe freue ich mich immer, wenn bei einer Lethargie sich ein Mitglied aufrichtet. Alle anschaut und klar sagt: "Ich mache!"
www.matthias-koenning.de

Samstag, 2. November 2024

Nicht suchen, sondern finden!

Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet. So sagt es Pablo Picasso. Ein wunderbarer Satz. Nicht nur für die Kunst, sondern für das Leben überhaupt.
Wenn ich etwas suche, dann bin ich im Mangel. Ich benötige Zeit. Ich mache mich auf den Weg. Ich schaue hier und schaue dort. Ich bin genau fokussiert auf etwas. Ich suche vielleicht für mein Bild ein Motiv und schaue so lange, bis ich es gefunden habe. Der Schwerpunkt liegt beim Suchen. Ich suche Unterlagen, Rezepte, Ideen... Das ist sehr zeitaufwendig. Das ist meine Lebenszeit. Wenn ich suche, dann kann schon mal ein ganzer Tag dabei draufgehen. Ich kann an nichts anderes mehr denken, als ein bestimmtes Objekt zu suchen.
Es geht dabei um den Prozess des Suchens und den Gedanken und den Gefühlen, die sich dabei einstellen. Ich denke, dass ich es nicht finde. Ich mache mir Sorgen, ich bekomme Angst, ich verzweifle. Ich entferne mich immer mehr von meinem inneren kraftvollen und lebensbejahenden Kern.
Worin liegt der Unterschied, wenn ich finde und nicht mehr suche? Wenn ich finde, dann freue ich mich. Es geht eine Welt auf! Ich staune! Wenn ich finde, dann lehne ich mich entspannt zurück und denke, die Welt kommt zu mir. Ich werde dem begegnen, was ich brauche. Einfach so! Ohne diesen inneren Druck von Anstrengung und Verzweiflung. Ohne diesen Aspekt von "Hoffentlich!" Wer beim Suchen hofft, es zu finden ist eben bei der Hoffnung. Hoffnung kann sich erfüllen oder auch nicht. Beim Finden bin ich auf einer ganz anderen Straße. Ich habe die "Hoffnung" als Konzept hinter mich gelassen. Ich werde aufmerksam für das, was ist.
Als Künster "suche" ich vielleicht ein Motiv, dass ich malen kann. Ich suche einen Baum und finde keinen, der meinen Vorstellungen entspricht. Ich kann als Künstler aber auch den Blick auf das Ganze richten und dann sehe ich am Boden einen Stein, der meine ganze Aufmkersamkeit bekommt. Da ist etwas, das mich völlig anspricht - und wird zu meinem nächsten Motiv. Dieser Stein zeigt sich mir dann als das eigetliche Motiv, dass genau dem entspricht, was ich durch "Suchen" nicht gefunden hätte.
Wie erlebst du dein Leben? Suchst du oder findest du? Suchst du zum Beispiel Kleidung beim Einkaufen oder findest du einfach? Wie geht bei dir der Vorgang des Findens? Wie machst du das? Hast du die Liebe deines Lebens gesucht oder war das eher ein Finden? Wie fühlt sich für dich der Unterschied an?
www.matthias-koenning.de

Freitag, 1. November 2024

Hallo Leben, ich komme!

Du stehst am Morgen auf und wagst einen Blick in den Tag. Du siehst deine Termine im Kalender. Du stellst dir vor, wie du deine Aufgaben anpackst und bewältigen wirst. Du bist voller Zuversicht und Kraft.
Dann tauchen Bilder auf von Einschränkungen und Widerständen. Da ist doch dieser Kollege, der immer meckert. Da gibt es doch das Hindernis, das du gestern schon nicht überwunden hast. So nach und nach entwickelst du eine Kampfhaltung und bevor du die erste Aktion anpackst fühlst du dich schon im Stress. Du bist vollgepumpt mit Adrenalin und Cortisol. Vielleicht notwendig, damit du deine Dinge auch schaffst.
Mir gefällt die Vorstellung, dass ich nach dem Aufstehen, nach dem Blick in den Kalender, nach den Vorstellungen von allen möglichen und unmöglichen Hindernissen und nach der adrenalingestärkten Kämpferhaltung ich mir das Geschenk gönne, mich noch einmal zu sammeln. Ich setze mich hin und trinke in Ruhe meinen Kaffee. Während die Schlacht gedanklich schon um mich herum begonnen hat, mache ich noch nicht mit. Ich sammle mich und stehe auf, wenn ich wirklich so weit bin. Aber dann: "Good morning. Let the stress beginn!"
In der Sammlung wird es mir nichts ausmachen. Ich bin zentriert und ganz bei mir. Hallo Leben, ich komme!
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Dein alltägliches Wunder - heute!

Wartest du auf ein Wunder? Das Wunder, dass du einmal ganz reich und einmal ganz glücklich sein wirst? Eines Tages? Wartest du auf das Wunder, dass dein Traumprinz vor dir steht und schon eine Ewigkeit auf dich gewartet hat? Wartest du auf das Wunder, dem du nachspürst, wenn du du dich in einen Roman vertiefst und verlierst?
Pearl S. Buck sagt: "Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen." Wenn du die Erfüllung eines Wunders in der Zukunft siehst, dann bist du nicht mehr da in deinem Körper und deinem Geist. Dann bist du schon aus dir ausgewandert in das Land deiner Phantasie. So kann es geschehen, dass das kleine Wunder im Hier und Jetzt gar keine Chance hat, dich zu erreichen. Da gibt es den Vogel draußen auf dem Baum, der dich mit seiner Lebensfreude anstecken kann. Da gibt es den Sonnenstrahl, der deine Haut gerade jetzt erwärmt. Da genießt du die erste Tasse heißen Kaffee am frühen Morgen. Dir wird bewusst, dass du ein Dach über dem Kopf und eine warme Stube hast. Es gibt so viele Alltäglichkeiten, die das Wunder bergen. Wohin lenkst du deine Aufmerksamkeit? In die ferne Zukunft oder in die Gegenwart? Bist du noch da? Wo bist du gerade? Was nimmst du jetzt in diesem Augenblick wahr, wo du diese Zeilen liest.
Ich gestehe dir, manchmal versinke ich auch in meine großen Zukunftswunder. Doch jetzt, in diesem Augenblick bin ich bei dir. Du liest meine Zeilen und mein Herz wird weit.

www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Man hört immer von Leuten, die vor lauter Liebe den Verstand verloren haben. Aber es gibt auch viele, die vor lauter Verstand die Liebe verloren haben. (Jean Paul)


Vielleicht bist du am Anfang deiner Beziehung so verliebt, dass du den Verstand verlierst. Du siehst mit deiner rosaroten Brille eine Prinzessin. Eine Königin. Einen Menschen ohne Schwächen. Oder wenn, dann mit äußerst liebevollen Schwächen. Der Schatten ist weit weggerückt. Wenn schon nicht mit dem Kopf, dann doch im Gefühl. Und das ist am Anfang einer Beziehung auch ganz normal.

Jean Paul kehrt diesen Satz mit Bedacht um. Es gibt auch viele, die vor lauter Verstand die Liebe verloren haben. Ich kenne solche, die von der Liebe enttäuscht sind. Sie prüfen jeden Menschen jetzt kritisch. Welche Fehler kann ich entdecken? Ist dieser neue Mensch kompatibel mit meinen Erwartungen und Werten? Wird dieser Mensch mich auch verlassen? Der Verstand bekommt eine Menge Aufgaben. Er soll prüfen, ob sich die Liebe lohnt.

Oder du lebst schon lange mit deinem geliebten Menschen zusammen. Dein Blick und deine Gedanken werden von Jahr zu Jahr kritischer. Lohnt es sich noch? Ist das Leben nicht doch zu anstrengend. Wirst du genug gesehen mit deinen Bedürfnissen? Bekommst du genug oder gibst du nur? Auch da bist du im Verstand. Du denkst ständig nach. Darüber kann das Fühlen verloren gehen. Das Fühlen der Verbundenheit. Dieser Prozess kann schleichend sein. Du denkst ständig kritisch über diesen Menschen, mit dem du zusammenlebst und irgendwann ist die Liebe weg. Du wachst auf und stellst dir plötzlich die Frage, wer denn dieser Mensch ist, mit dem du da zusammenlebst. Was findest du noch liebenswert? Und du fragst wieder mit dem Verstand und fühlst nicht.

Gibt es eine Lösung? Wünsche dir einfach, wieder in Verbindung zu kommen. Sieh diesen Menschen an deiner Seite an und lass das Herz sprechen. Da sitzt jemand, der auf jeden Fall liebenswert ist. Ohne jeden Zweifel. Es liegt nicht an diesen Menschen an deiner Seite. Es liegt an deiner Sichtweise und deinen verqueren Gedanken.

www.matthias-koenning.de

Samstag, 26. Oktober 2024

Wieso positives Denken so nicht funktioniert!


Positives Denken funktioniert nicht wirklich. Das behaupte ich mal einfach. Die Bücher darüber verkaufen sich zwar toll. Allein die Vorstellung, dass das Lesen eines solchen Buches über positives Denken dir hilft, beflügelt dich.
Aber mal ehrlich. Hilft positives Denken wirklich? Ich erlebe eher, dass die Menschen, die es versucht haben, daran scheiterten und am Ende noch enttäuschter waren.
Positives Denken kann auch nicht helfen, weil es die Programme im Unterbewusstsein nicht berücksichtigt. Wenn du kein grundsätzliches Vertrauen ins Leben hast vom Bauch und vom Herzen her, dann helfen keine noch so klugen Sprüche. Deine einschränkenden und negativen Glaubenssätze machen dir das alles in Windeseile kaputt.
Da lese ich diese Spruchkarte und empfange eine interessante Botschaft. Positives Denken ist nutzlos. Und "immer" ist sowieso eine Überforderung. Wenn da in diesem O auf der Spruchkarte nicht ein Smiley wäre. Da grinst mich in diesem Buchstaben das Gesicht an und löst ein Gefühl aus. Das trifft mich ins Herz. Das freundliche Gesicht erweitert die Perspektive über das Kopfspektrum hinaus auf den Herzensbereich. Alles wird gut!
Es kommt also nicht auf das positive Denken an sonder auf die "Arbeit" mit den tieferliegenden Schichten in dir. Wenn du entspannt und gelöst bist brauchst du nicht mehr positiv Denken. Du bist ja im Vertrauen. Du bist! Mehr braucht es nicht!
www.matthias-koenning.de