Donnerstag, 31. Mai 2018

Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schliesslich groß genug. (Jean Paul Sartre)

Eigentlich möchte ich doch Dummheiten vermeiden. Wer möchte schon dumm aussehen? Ich bin doch klug. Ich kenne mich doch aus! Ich habe schließlich Erfahrung. Dann mache ich da manchmal diesen dummen Fehler. Ich fahre zu schnell und werde geblitzt. Ich kann doch wirklich besser aufpassen. Ich habe zu viel Waschpulver in die Maschine getan. Wie dumm! Ich wusste es doch. Aber einmal kann ich mir noch verzeihen. Jeder macht mal einen Fehler, nicht wahr? Aber wenn ich die gleiche Dummheit noch einmal begehe? Wir dann die Peinlichkeit nicht noch größer? Vor allem, weil es ja eine Dummheit ist. Etwas, was ich eigentlich wissen müsste. Beim ersten mal habe ich mich schon geschämt. Aber jetzt? Könnte ich im Boden versinken! Wie peinlich. Nichts dazu gelernt.
Und jetzt?
Sartre empfiehlt, es doch mal mit anderen Dummheiten auszuprobieren. Die Auswahlmöglichkeiten sind ja groß genug. Wozu ist diese Empfehlung hilfreich? Ich könnte ein entspannteres Verhältnis bekommen zu meinen Dummheiten. Dummheiten gehören zum Leben dazu. Wer was macht, macht auch was Dummes. Na und? Wer nichts macht ist auch schon so gut wie tot. Wie vermehren sich Dummheiten? Durch Anstrengung! Wenn ich mich anstrenge und besonders aufpasse, wächst die Gefahr, dass ich die gleiche Dummheit wiederhole. Sartre empfiehlt uns also, dass wir uns einfach mal entspannen. Lass los! Nimm dich nicht so wichtig!
www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 30. Mai 2018

Möge das Leben dich lehren dir selbst ein guter Freund zu sein. (Irischer Segensspruch)


Bist du dir selbst ein guter Freund/ eine gute Freundin? Ich kenne viele Menschen, mich eingeschlossen, die sich selber oftmals sehr kritisch betrachten. Du bist nicht klug genug, du hast diese oder jene Aufgabe nicht optimal erfüllt. Du bist keine wunderbare Ehefrau oder kein aufmerksamer Ehemann. Du fährst mit deinem Wagen zu langsam oder zu schnell. Du beachtest alle Verkehrsregeln supergenau und nahezu penetrant oder du hältst die Regeln alle nur so ungefähr ein. Du schaust dir deine Schulzeugnisse über die Jahre an und erinnerst dich an all die Fächer, in denen du besser hättest abschneiden können, wenn du nur genug geübt hättest. Dir kommen all die Tests vor Augen, die du nicht wichtig genommen hast und überlegst, wo du stehen würdest, wenn du immer die optimale Lösung gefunden hättest auf deinem Weg.
Du gehst zurück in die Vergangenheit und betrachtest deine Gegenwart. Beim Einkauf hast du das Salz vergessen. Die Kartoffeln haben heute fünf Minuten zu lange gekocht, du hast dir beim Essen ein paar Saucenspritzer auf dein frisch gewaschenes Hemd eingehandelt. Du hast dem einen  nicht aufmerksam zugehört und jemand anderem bist du auf die Nerven gegangen.
Du ärgerst dich über deine Schusseligkeit und dein Unvermögen. Kannst du dir trotzdem ein guter Freund, eine gute Freundin sein? Wie oft erlebe ich es, dass ein Freund mir sein Unvermögen beichtet: „Ich habe vergessen dich anzurufen.“ „Ich muss dir doch noch dein Buch zurückgeben, das du mir geliehen hast.“ Dann antworte ich: „Ist doch nicht so schlimm!“
 Kann ich mir das auch selber sagen? Ist doch nicht so schlimm? In wie viele Fallen musst doch noch tappen. Wie viele Dinge müssen dir noch misslingen bis du anfängst, dich dafür zu verurteilen? Möge das Leben dich lehren, dir selbst ein guter Freund zu sein. 
 

Dienstag, 29. Mai 2018

Der wahrhaft große Mensch ist der, der niemanden beherrscht und der von niemandem beherrscht wird. (Khalil Gibran)


Niemanden beherrschen und von niemandem beherrscht werden! Wie machen wir Menschen Kommunikation. Wie schaffen wir Verbindung?
"Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du meine Wünsche mir von den Augen ablesen." "Warum fragst du mich nicht wie es mir geht, wo wir doch befreundet sind. Du interessierst dich ja gar nicht für mich." "Sie sollten Ihre Arbeitszeiten ernst nehmen sonst muss ich an Ihren Arbeitswillen zweifeln." "Na, kommst du auch noch?"
Mir fallen Tausende vor Fragen und Sätze ein, die scheinbar eine Verbindung herstellen. Aber eine, die Herrschaft zum Ausdruck bringt. Über Ermahnung, Erpressung, Bemutterung, Bevaterung, Aufforderung. Wie kann ich fühlen, denken und sprechen, dass ich meine Würde und die Würde des anderen bewahre? Bei mir spüre ich es, wenn da ein Raum der Freiheit im Herzen wächst. Es wird einfach weiter. Wenn ein Druck entsteht, ein negatives Gefühl, dann weiß ich, dass es im Moment um Herrschaft und Macht geht.
Wenn ich bedürftig bin und einen Mangel an etwas habe, dann hoffe ich, das Fehlende beim anderen zu finden. Ich kann freundlich bitten und ein Nein akzeptieren. Ich kann aber auch mit Nachdruck fordern. Manche Menschen bitten zwar äußerlich, aber üben dennoch Druck aus. "Unbedingte Bitten!" Khalil Gibran erkennt das als Größe an, wenn ein Mensch niemanden beherrscht und von niemandem beherrscht wird. Wie kann ich diese Größe erreichen? Ich denke, es geht dadurch, dass ich ständig an mir arbeite. Dass ich wach und bewusst durchs Leben gehe. Dass ich meine Bedürfnisse und meinen Mangel kenne. Dass ich mich mehr und mehr versöhne mit meiner Geschichte. Dass ich meine Traumata erlöse. Dass ich das alles wirklich möchte. Immer, wenn da dieser Druck auftaucht, dieses erdrückende Gefühl, bekomme ich die Chance, mich weiterzuentwickeln. Ich halte inne und unterbreche mich in meinen automatisierten Abläufen. Ach ja! Da ist wieder dieser Druck. Diese Angst. Diese Traurigkeit. Ich bleibe mit meiner Aufmerksamkeit für einen Moment dabei und mache nichts. Außer beobachten und spüren. Warten, bis sich der Nebel senkt. Bis die Begierde vorbeigeht. Bis der Machtwunsch dahinfließt. Bis der Freiraum sich öffnet.
www.matthias-koenning.de

Montag, 28. Mai 2018

Die Schönheit liegt nicht im Antlitz. Die Schönheit ist ein Licht im Herzen. (Khalil Gibran)


Teilst du mit mir diese Erfahrung? Du triffst einen dir unbekannten Menschen. Du schaust ihn an und es trifft dich mitten ins Herz. Du bist angerührt und fragst dich, wie das sein kann. Beim näheren Hinsehen entspricht das Gesicht keinem Schönheitsideal. Du verliebst dich also nicht in das Gesicht. Es kommt dir aber vor, als ob von innen her etwas hochkommt.
Du schaust diesem Menschen in die Augen und er dich. Du spürst so einen Stich im Herzen und hast das Bedürfnis, einen Seufzer zu machen. In diesem Augenblick wirst du berührt von der Schönheit des Lichtes im Herzen deines Gegenübers.
Mir kommt das manchmal so vor, als ob dieser Mensch etwas mit unsichtbarer Tinte auf ein Blatt Papier schreibt, mir zuschickt und ich es ohne Mühe lesen kann. Als ob in diesem Licht aus dem Herzen eine ganze Lebensgeschichte aufgeschrieben ist. "Du auch?" "Ach ja, das kenne ich! Danke, dass ich das mit dir teilen darf."
Wenn du der Schönheit des anderen begegnest, welches aus dem Licht im Herzen kommt, erkennst du dich selber in diesem Menschen wieder. Du fühlst dich verbunden und in dir wird die Erinnerung wach, dass du mit diesem Menschen gemeinsam aus dem Göttlichen kommst.
Leider geht dieser Impuls schnell verloren weil er so flüchtig ist. Aber du kannst deine Aufmerksamkeit darauf ausrichten. Genieße diese Augenblicke, wo dich das Licht im Herzen trifft.
www.matthias-koenning.de

Samstag, 26. Mai 2018

Das Vorübergehende geht vorüber und bleibt nicht!



Vorübergehend ist das Büro nicht besetzt. Vorübergehend haben wir diesen Menschen als Ersatz eingestellt. Vorübergehend findet die Beratung an einem anderen Tag statt. Vorübergehend bin ich hier nicht erreichbar.
Die Menschen wünschen sich eher Sicherheit. In der Regel oder immer ist das Büro besetzt. In der Regel oder immer ist der oder die dafür zuständig. In der Regel oder immer findet die Beratung an einem Montag statt. In der Regel oder immer bin ich hier erreichbar.
Wenn du genauer hinschaust ist jedoch nichts „immer“ sondern alles irgendwie vorübergehend. Vorübergehend lebst du in einer Familie und denkst, es sei für ewig. Vorübergehend hast du diese Stelle, zwar für dreißig Jahre, aber angesichts der Ewigkeit vorübergehend. Vorübergehend liebst du diesen Mann und diese Frau. Alles vorübergehend...
Und nun nimm das Wort wörtlich: Es geht vorüber. Du kannst es nicht festhalten. Du genießt und nutzt es zwar für einen Augenblick, du gehst eine Zeitlang damit, aber es bleibt nicht stehen. Es geht vorüber und ist vorübergehend.
Sei du selbst auch eher ein Vorübergehender als ein Festhalter. Um ein Vorübergehender zu werden musst du deine Lektionen lernen. Eine Lektion heißt: Immer wieder loslassen. 

Freitag, 25. Mai 2018

Auswege aus den "never ending storys"!

Never Endig Story - Eine kurze Zusammenfassung für Erfahrungen, die bestimmt jeder kennt.
Da gibt es in Konferenzen die immer gleichen Themen ohne eine für befriedigende Lösung. Sie tauchen in regelmäßigen Abständen in der Tagesordnung auf und verursachen ein Aufstöhnen: "Nicht schon wieder!"
Du hast den Mitgliedern deiner Familie mühsam beigebracht, dass eine verschlossene Zahnpastatube dich sehr viel glücklicher macht. Eine Woche lang geht alles gut und du kommst ins Bad: Die Zahnpastatube ist offen und du musst dir das Scheitern deiner Erziehungsmaßnahmen eingestehen.
Deine alte Mutter ruft an und erzählt dir sehr gefühlvoll und betroffen von der neuesten Erkrankung der schrecklichen Nachbarin. Du kennst dieses Thema schon. Diese dir fremde Nachbarin ist ständig präsent mit ihrem Gesundheitszustand. "Hilfe! Nicht schon wieder! Wann stirbt sie endlich!"
Im Laufe der letzten Jahre sind mir so manche Konferenzen auf den Keks gegangen. Immer die gleichen Geschichten und Themen ohne handfeste Ergebnisse und Beschlüsse. Du kannst nicht ausweichen.
Welche Themen verfolgen dich? In welchen "Never Ending Storys" bist du verwickelt? Wo grüßt dich ständig das Murmeltier? Wie viele Lösungen hast du schon ausprobiert und wie hoch ist noch deine Fähigkeit, das ewig Gleich auszuhalten?
Manchen Storys kannst du kaum ausweichen. Wenn du Teil einer Firma mit Konferenzen bist wird erwartet, dass du teilnimmst. Die Mitglieder deiner Familie kannst du ja auch nicht erschießen, nur weil sie nicht die Zahnpastatube zudrehen. Da sind andere Lösungen gefragt. Hier kommen meine Vorschläge zum Umgang mit "Never Ending Storys":
1. Kapituliere! Füge dich in das Schicksal und ertrage es einfach! Du hörst auf zu kämpfen und kannst die freigewordene Energie gut nutzen.
2. Steige innerlich aus diese Szene aus und schalte deinen Beobachter ein: "Das kenne ich doch! Ich bin mal gespannt auf die heutige Variante! Vielleicht gibt es ja etwas Neues!"
3. Suche Lösungen auf einer völlig neuen und unerwarteten Ebene. Wie meine ich das? "Ewigkeitsthemen" bei Konferenzen dürfen nur noch im Stehen auf einem Bein verhandelt werden. Zahnpasta kaufst du als Spendenbox mit Selbstverschluss. Deine Mutter fragst du beim Erzählen ihrer Krankheitsgeschichten treu und immer, was sie sich denn nun zum Geburtstag wünscht.
4. Du wiederholst beim Auftauchen jeder Story laut den folgenden Satz: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!" Glaube mir, irgendwann geht allen das Licht auf, dass sie in einer "Murmeltiergeschichte" gefangen sind.
5. Betreibe Bewusstseinsarbeit, indem du deine "Never Ending Storys" als solche enttarnst, entlarvst, aufdeckst und benennst. Es geht dann nicht mehr um eine Zahnpastatube sondern nur eine "Never Endig Story". Du kannst dann neu entscheiden, ob du dabei mitmachst oder nicht. Du kannst dich auch entscheiden, eine Runde auszusetzen.
6. Du gestehst dir ein, dass du diese Dinge auch lieben kannst wie die tägliche Tasse Kaffee und ein frisches Brötchen. Dir wird die Möglichkeit geschenkt Dampf abzulassen und deine Aggressionen auszudrücken. Du darfst dich in Geduld üben und freust dich über die Erleichterung, wenn das Thema für einen Moment gegessen ist. Gefühle der Erleichterung sind wirklich schön!
7. Wegen der Heiligen Zahl 7 müsste ich noch eine weitere Lösung anbieten. Da fällt mir noch die spirituelle Variante ein. Ich wünsche mir auch für mein und für dein Leben ganz persönlich eine "Never Ending Story", auch über den Tod hinaus.
www.matthias-koenning.de
 

Donnerstag, 24. Mai 2018

Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere. (Jean-Paul Sartre)


Gab es in deinem Leben schönere Zeiten als jetzt? Warst du einmal glücklicher? Sehnst du dich nach diesen Zeiten zurück? Trauerst du ihnen noch hinterher?
Träumst du von einer glücklicheren Zukunft? Wenn das und das erst einmal geschieht - dann werde ich das und das tun und mich so und so fühlen?
Wie ist das mit Anspruch überhaupt nach einer "schönen" Zeit. Was muss passieren, dass dein Erlebnis den Stempel "schön" bekommt? Einfach so nach Gefühl oder mit bestimmten Kriterien? Wenn es "schön" sein soll, dann braucht es deine Bewertung. Du musst festlegen, ob und wann etwas "schön" ist. Wie jedoch sieht dein Leben aus, wenn es nicht mehr "schön" sein muss? Wenn du darauf verzichtest. Wenn der Anspruch wegfällt. Wenn du aufhörst mit dem Vergleichen!
Du wirst dir bewusst, dass es "jetzt" ist. Und einen Augenblick später ist es wieder "jetzt". Der Psychotherapeut Christian Meyer lädt ein zu einer Partnerübung, wo du deinen Partner fragst: "Und wessen bist du dir jetzt bewusst." Du sagst dann, wessen du dir gerade bewusst bist. Dein Partner stellt immer wieder die gleiche Frage: "Und wessen bist du dir jetzt bewusst." Diese Übung "zwingt" dich dazu, nicht in Gedanken abzudriften in die Vergangenheit oder Zukunft. Das Bewerten hört auf und du bist im Hier und Jetzt. Wenn du im Hier und Jetzt bist erlebst du dich völlig präsent und hast den Eindruck als ob du von einer Hypnose aufwachst. Probier es mal aus. Du kannst es auch für dich selber machen. "Wessen bin ich mir jetzt gerade bewusst." Antworten. "Und wessen bin ich mir jetzt gerade bewusst?" Antworten...
www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 23. Mai 2018

Die "Einfach so!" - Philosophie

Mir gefällt der Satz. Einfach so! Beim recherchieren stelle ich überrascht fest, dass es in den USA einen Feiertag gibt der so heißt: der "Just Because Day", der "Einfach So Tag" wird am 27. August begangen. Dafür gibt es verschiedene Gründungslegenden, die mich hier nicht so interessieren.
Spannend finde ich, dass mir der Satz gefällt, und dass es bislang ohne mein Wissen dazu einen Feiertag in den USA gibt.
Stell dir vor: Jemand schenkt dir eine Blume. Was denkst du dann? Wenn es dein Geburtstag ist, brauchst du nichts zu fragen. Der Grund des Schenkens ist klar. Wenn dir kein Grund einfällt warum dir jemand eine Blume schenkt fragst du: "Wieso?" - "Warum?" - "Gibt es etwas besonderes?" Meistens gibt es einen Grund dafür, dass wir etwas tun. Weil die Blumen kein Wasser haben, gieße ich sie. Weil ich etwas bestellt habe erhalte ich eine Rechnung und bezahle sie auch. Unser Verstand sucht nach guten Gründen für unser Handeln. Er möchte das sortieren und einordnen können. Es muss zum Weltbild und zu unseren Glaubenssätzen passen. Wenn ich den Grund für die geschenkte Blumen kenne, kann ich es einordnen. War das Geschenk berechtigt? Habe ich es mir verdient? Gab es einen Anlass? Muss ich mir das merken und irgendwann etwas zurückschenken? Erst wenn alle Fragen beantwortet sind können die Gedanken in der Schublade landen.
Auf die Dauer ist ein solches Leben sehr berechenbar und ohne Überraschungen oder große Freude. Logik und klare Abläufe geben zwar Sicherheit, aber da fehlt dann schnell mal das "erfrischende" Gefühl.
Die "Einfach so!" Philosophie folgt da einem anderen Weg. Probiere es mal aus und sage: "Einfach so!" Geh durch die Fußgängerzone und begrüße für eine halbe Stunde jeden Menschen mit den Worten: "Schön, dass Sie da sind!"  Geh in eine Bäckerei und sage der Verkäuferin: "Heute scheint die Sonne, auch für Sie!" Du nimmst zehn Geldstücke im Werte von jeweils einem Euro in die Hand und verschenkst das Geld. Du legst einen Euro auf die Theke eines Metzgers, strahlst die Verkäuferin an und sagst: "Einfach so!" Du gibst deine Geldstücke Menschen, die es nicht brauchen oder nicht damit rechnen und überlässt dich dabei deiner Intuition und sagst: "Einfach so!"
Die "Einfach so!" Philosophie führt den Verstand an der Nase herum und ist zugleich voller Lebensfreude. Sie ist wie das kleine Kind an der Hand der Mutter und hüpft mit einem Lutscher durch die Welt. Sie lächelt verschmitzt wie ein alter weiser Greis, der sich dessen bewusst ist, dass keiner seiner Gedanken so besonders wichtig ist zum Erhalt für die Nachwelt. "Einfach so!" heißt: "Was du denkst ist richtig und das Gegenteil auch!" Es bringt dein System durcheinander und - holt dich direkt in die Gegenwart. Einfach so!
matthias-koenning.de

Dienstag, 22. Mai 2018

Auf Schleichwegen ins Herz!


Die Stadt Lyon ist durchzogen von Schleichwegen. Auf diesen Wegen kommst du schneller ans Ziel. Auf dem Weg siehst du die Rückseite der Dinge. Das, was nicht für das Repräsentieren gedacht war. Sozusagen die Schattenseiten. Das Verborgene.
Wenn ich in einer Stadt Freunde besuche gehen wir auch manchmal Schleichwege. "Lass uns hier entlang gehen. Das ist ein Schleichweg! Da kürzen wir zehn Minuten ab." Ein verschwörerischer Blick: "Ich kenne mich aus. Nicht verraten! Wir teilen ein Geheimnis."
Daneben gibt es die offiziellen Wege von A nach B. Du findest sie im Stadtplan und kannst dich daran orientieren. Aber mich interessieren die Schleichwege. Die offiziellen Weg führen dich vorbei an dem, was die Leute nach außen zeigen wollen. Du siehst die Fassaden oder das, was du sehen darfst. Du siehst die Illusionen.
Jetzt stell dir vor, dass es auch einen Weg in dein Herz gibt. Einen offiziellen Weg. Der Weg, dem du jedem Menschen erzählen magst. Das hört sich dann folgendermaßen an: "Ich bin ein Mensch, der..." Wenn jemand so spricht, dann zeigt er dir die Wegbeschreibung in sein Herz so, wie er sich selbst sieht oder gesehen werden möchte.
Daneben gibt es aber auch einen Schleichweg in dein Herz. Er liegt jenseits aller ausgebauten Schokoladenwege. Er führt vorbei an Kränkungen und liebenswürdigen Schamanteilen. Er führt über Angstbrücken und durch Schmerzabgründe. Und obwohl sich das anstrengend und langwierig anfühlt bist du sofort am Ziel. Der Schleichweg ins Herz geht über das Fühlen. Der offizielle Weg führt über den Verstand.
www.matthias-koenning.de

Montag, 21. Mai 2018

Es ist besser das zu überschlafen, was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast. (Igbo)




Bevor du eine Entscheidung triffst, von der Glück oder Unglück anderer Menschen abhängt, schlaf mal eine Nacht drüber. Nicht alles muss sofort entschieden werden. Bedenke alles, wiege es hin und her und dann lass es wieder los. Schiebe es in den kosmischen Brutkasten und belass es dort für eine Weile.
Wenn du zu schnell handelst und dabei Menschen verletzt oder kränkst, nur weil du es zu eilig hattest, musst du den Preis der schlaflosen Nächte zahlen.
Die Art deiner Nächte kann ein wichtiger Hinweis sein, wie gelassen du mit deinem Leben umgehst. Kannst du gut loslassen? Deine Gedanken, deine Pläne, dein möglicherweise schlechtes Gewissen?

Es ist besser, das zu überschlafen, was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast.

www.matthias-koenning.de

Samstag, 19. Mai 2018

Auch mal nichts machen!


Sei nicht so passiv!
Werde doch mal aktiver!
Du sitzt da nur herum!
Ich habe dir das doch schon so oft gesagt!
Tu endlich mal etwas!
Du bringst mich zur Weißglut!

Du machst mich ganz verrückt!
Wenn ich dich schon sehe, wie du da herumsitzt!
Ist dir denn alles egal?
Muss erste die Welt untergehen, bevor du tätig wirst?
Nur ein mal!
Nur ein mal möchte ich erleben, dass du was machst!
Und nicht nur so herumsitzt!
Wenn jeder das täte!
Wenn alle nur so passiv wären!
Wie würde die Welt dann aussehen!

Ich weiß schon nicht mehr was ich sagen soll!
Ich habe alles versucht!
Ich kann nicht mehr!
Ich gebe auf!
Ich setze mich jetzt hin und komm erst mal zur Ruhe!

So stark verbal würde ich zwar nicht reagieren, aber im Kopf manchmal so oder so ähnlich denken.

Vor einigen Tagen sagte mir jemand: "Ich pflege meine Passivität." Das hat angesichts des aufgeregten Aktionismus durchaus etwas für sich. Manche Dinge erledigen sich von selbst. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Du bleibst in einem erholsamen Entspannungszustand und sparst Adrenalin und Cortisol. Du kannst mehrmals tief durchatmen... und dann noch einmal durchatmen. Und du kannst denken: "Angesichts der Ewigkeit ist dieses Problem doch sehr gering!"

Die Person am Aktionismus-pol provoziert geradezu eine totale Passivität beim Gegenüber. Und jemand in totaler Passivität provoziert umgekehrt den Aktionismus. Interessanterweise sprechen wir aber vom Aktion -"ismus" und nicht vom Passiv-"ismus". "Ismen" haben immer etwas negatives. Sie übertreiben. "Alkoholismus" und "Individualismus" gehören z.B. dazu. Das Wort "passiv" wird nicht mit "ismus" verbunden sondern mit "Ivität". Bei "Ivität" fällt mir ein "Objektivität" oder "Konstruktivität". Vom Wortspiel scheint "Passivität" mit der innewohnenden "Ivität" eher wertschätzend zu klingen. Nun denn, ich pflege jetzt mal die Passivität und beende diesen Text.
www.matthias-koenning.de

Freitag, 18. Mai 2018

Was du brauchst!

Das Leben könnte doch so einfach sein, nicht wahr? Brot, Käse und Liebe! Du sitzt auf einer Wiese mit einem lieben Menschen an deiner Seite. Dein Herz pocht! Du fühlst dich lebendig! Die Wolken winken dir zu und du bist mit dir und mit allem, was ist, verbunden.
Du bist erfüllt von guten Mächten, die wohlwollend auf dich herabschauen und sich daran erfreuen, wie du dich freust. Ein Wechselbad der Freude!
Wenn du Lebensmittel hast, dann kannst du leben! So lange du in einem Körper zu Hause bist, brauchst du Mittel zum Leben. Dinge für den Körper. Gedanken für den Geist und Gefühle für das Herz. Wie einfach, wenn du nur drei Dinge zum Leben benötigst. Brot, Käse und Liebe.
Welche drei Lebensmittel brauchst du? Wären das zum Beispiel Freundschaft, Anerkennung und Liebe? Was würde dann dein Körper sagen? Also, welche drei Lebensmittel, "Mittel zum Leben" brauchst du? Ich bin nur froh, dass wir in der Fülle leben! Du brauchst dich nicht auf drei Dinge beschränken. Aber bestimmt gibt es etwas, was für dich besonders kostbar und wichtig ist. Viel Freude beim Genießen!
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 17. Mai 2018

Immer nur die erste Liga - oder vom Umgang mit den Sackgassen

"Street One" kann ich verschieden verstehen.
Es könnte sich um die beste und großartigste Straße im Vergleich zu allen anderen Straßen handeln. Die First Class Straße. Eine, auf die ich mich unbedingt bewegen möchte. Sehen und gesehen werden. Wer diese Kleidung trägt, der kann mithalten auf den Einlaufsmeilen dieser Welt. Der spielt in der ersten Liga. Immer die Nr. 1 sein!

Die zweite Lesart für mich lautet: Wer nur "eine Straße" kennt, landet schnell in der Sackgasse. Virginia Satir empfiehlt bei der Suche nach Lösungen, wenn du ein Problem hast, folgendes:
Ein Weg führt in die Sackgasse. (Street One)
Zwei Wege führen in ein Dilemma. (Street Two)
Ab dem dritten Weg beginnt die Freiheit. (Three and more streets)
Das ist genug Stoff zum Nachdenken, nicht wahr? Wo befindest du dich heute wie in einer Sackgasse? Wo musst du dich zwischen A und B entscheiden und kannst das nicht? Welches wäre jetzt dein dritter und/oder vierter Weg?
Vielleicht wird es Zeit für eine Marke: "Many streets".
www.matthias-koenning.de

Mittwoch, 16. Mai 2018

Glück ist wenn die Katastrophe eine Pause macht!

Glück ist, wenn die Katastrophe eine Pause macht. Ich kenne Menschen, die geraten von die eine in die nächste Katastrophe. Immer ist etwas los. Der erste Sohn verliert seinen Job. Der andere Sohn verliert seinen Führerschein durch zu schnelles Fahren. Der Mann geht fremd und die Tochter macht, was sie will. Die "Klangende" selbst leidet unter unerträglichen Rückenschmerzen. Alle Ereignisse verteilen sich nicht auf mehrere Monate sondern sind das Ergebnis von einer Woche.
Nach einer solchen Katastrophenwoche gibt es keine Pause. Es folgen die nächsten Hiobsbotschaften in dichter Folge. Ich frage mich dann, wie Menschen es schaffen, ständig Katastrophen an sich zu ziehen. Wie machen die das nur? Die Postkarte gibt mir eine mögliche Antwort. Wenn die Katastrophen mal kurz eine Pause machen, dann fühlt sich das Leben gleich wie ein unbeschreibliches Glücksgefühl an. Glück nicht als ein an sich positiver Wert sondern als Abwesenheit von Pech. Als Ruhephase in den Schicksalsschlägen. Ich habe eine Frau vor Augen, die mir häufiger von diesen Katastrophen erzählt. Merkwürdigerweise wirkt sie darin sehr lebendig und zugleich "lustvoll". Katastrophen als Droge? Bei uns ist wenigstens was los! Da schleicht sich bei mir ein Verdacht ein, dass manche Familienmitglieder solche Situationen geradezu gestalten, damit Mutti keine Langeweile bekommt.
Zugleich beruhigt es mich, dass selbst Katastrophen hin und wieder eine Pause brauchen, bevor sie wieder in Erscheinung treten. Es wäre doch schön, wenn auch die Medien "katastrophenfreie" Tage einrichten würden. Am Sonntag möchte ich einmal nur schöne Nachrichten hören. Da gibt es doch bestimmt genug von, die man erzählen könnte.
www.matthias-koenning.de


Dienstag, 15. Mai 2018

Wartest du noch auf ein Wunder oder passiert es gerade jetzt!

Wartest du auf ein Wunder? Das Wunder, dass du einmal ganz reich und einmal ganz glücklich sein wirst? Eines Tages? Wartest du auf das Wunder, dass dein Traumprinz vor dir steht und schon eine Ewigkeit auf dich gewartet hat? Wartest du auf das Wunder, dem du nachspürst, wenn du du dich in einen Roman vertiefst und verlierst?
Pearl S. Buck meint sagt: "Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen." Wenn du die Erfüllung eines Wunders in der Zukunft siehst, dann bist du nicht mehr da in deinem Körper und deinem Geist. Dann bist du schon aus dir ausgewandert in das Land deiner Phantasie. So kann es geschehen, dass das kleine Wunder um Hier und Jetzt gar keine Chance hat, dich zu erreichen. Da gibt es den Vogel draußen auf dem Baum, der dich mit seiner Lebensfreude anstecken kann. Da gibt es den Sonnenstrahl, der deine Haut gerade jetzt erwärmt. Da genießt du die erste Tasse heißen Kaffee am frühen Morgen. Dir wird bewusst, dass du ein Dach über dem Kopf und eine warme Stube hast. Es gibt so viele Alltäglichkeiten, die das Wunder bergen. Wohin lenkst du deine Aufmerksamkeit? In die ferne Zukunft oder in die Gegenwart? Bist du noch da? Wo bist du gerade? Was nimmst du jetzt in diesem Augenblick wahr, wo du diese Zeilen liest.
Ich gestehe dir, manchmal versinke ich auch in meine großen Zukunftswunder. Doch jetzt, in diesem Augenblick bin ich bei dir. Du liest meine Zeilen und mein Herz wird weit.

www.matthias-koenning.de

Montag, 14. Mai 2018

Wertschätzung auf Augenhöhe!





Wir sollten öfter loben. Das wird so leicht dahin gesagt. Manche mögen kein Lob und auch kein Lob erteilen. Im Lob steckt eine Wertung: "Das hast du gut gemacht." Welch eine Anmaßung. Als ob ich bewerten könnte, ob jemand etwas gut gemacht hat. Wenn ich werte, werde ich zum Maßstab. Beim Loben gibt es einen Lobenden und einen Gelobten, bzw. einen getadelten, wenn die Leistung nicht gut ist. Es gibt eben kein "Gut" ohne "Schlecht". Loben schafft ein Oben und Unten. Oben ist der Lobende und unten befindet sich der Gelobte. Lob schafft einen Rangunterschied. Darin liegt ein Stück Entwürdigung.

Wertschätzung dagegen beinhaltet ähnliches aber zugleich völlig verschiedenes. Wertschätzung geschieht auf Augenhöhe. Da heißt es auch nicht mehr: "Das hast du gut gemacht." Sondern: "Das, was du gemacht hast, findet meine Anerkennung." "Du hast dich eingebracht." "Das gefällt mir." "Das mag ich!" "Hast du das für mich gemacht?" "Da hast du ganz schön viel Arbeit drin gesteckt." Wertschätzung hat etwas zu tun mit Würdigung, mit Respekt. Sogar, wenn etwas in meinen Augen nicht gelungen ist, kann ich es wertschätzen. Ich mag die Entschlüsse der Regierung nicht gut heißen, aber ich kann würdigen, dass sie sich intensiv mit den Fragen auseinandergesetzt haben. Ich kann mit den Zeugnisses meines Kindes nicht einverstanden sein, aber ich kann wertschätzen, wie viel Arbeit und Mühe dahinter steckte. Die Wertschätzung gibt uns einen inneren Anschub, mehr von dem zu zeigen, was gewürdigt wird. So wünsche ich dir ein waches Herz für jedes Engagement.

www.matthias-koenning.de

Samstag, 12. Mai 2018

Wo ich bin!

Wenn ich kleine Kinder sehe verstecke ich mich. Ich verberge das Gesicht in meine Hände und schaue kurz zwischen meine Finger hindurch und ganz schnell wieder weg. Ich spiele mit dem Kind verstecken. Kinder mögen das sehr und fangen an zu lachen. Sie haben Vergnügen am Verstecken und wiederentdecken. "Kuckuck, wo bin ich?" könnte das Spiel heißen.
Als Erwachsener suchst du die Aufmerksamkeit des Kindes. Du hoffst, dass du das Kind in deinen Bann ziehen kannst. Du wünschst dir vielleicht, dass du es sogar schaffst, ein Kind vom Quengeln oder von Tränen abzulenken.
Das erinnert mich an Runden unter Erwachsenen, wo mir das nicht gelingt. Ich komme nicht dazwischen. Immer reden andere! Sobald ich ansetzen möchte buhlt wenigstens einer um das nächste Wort. Manchmal gehe ich hinein in den Kampf und denke: "Jetzt bin ich aber dran!" Oft ist jemand anders schneller als ich. Irgendwann gebe ich auf! Die Themen haben gewechselt. Meine Lust ist verschwunden und mein Selbstvertrauen sinkt gleich mit. Dann denke ich daran, dass ich bei einem kleinen Kind nichts sagen muss. Hände vor das Gesicht. Ein wenig zwischen den Fingern hindurchschauen. Die Hände fallen lassen. Lachen und wieder verstecken. Ich muss nichts sagen. Nicht kämpfen. Und wenn das Kind schon sprechen kann wird es vielleicht sagen: "Noch einmal! Noch einmal!"
Ich stelle mir vor, in einer Runde von Erwachsenen zu sitzen. Wir sprechen über ein Thema und plötzlich wachen alle auf. Da sitzt jemand, der hat auch etwas zu sagen. Wir müssen nur einen Moment innehalten und schweigen. Uns gegenseitig anschauen und durch ein kurzes Nicken ermutigen. "Kuckuck, da bin ich!" Ich glaube nicht, dass die Erwachsenen in einem Gespräch immer wissen, wo sie sind! So viele kluge Worte! So weit weg vom Leben! Manchmal so unwichtig! Aber zugleich sooo wichtig!
Dann wechsle ich die Perspektive. Ich bin das Kind. Da macht ein Erwachsener einen Spaß mit mir. Versteckt sich hinter seinen Händen. Blinzelt durch eine Fingerritze. Lächelt mir zu! Grinst mich an! "Kuckuck, wo bin ich?" Hinter den Fingern? Oder mit dem Herzen ganz nah bei mir!
www.matthias-koenning.de

Freitag, 11. Mai 2018

Schau der Furcht in die Augen und sie wird zwinkern. (aus Russland)

Wovor fürchtest du dich? Vor Spinnen, vor Enge, vor Menschen, vor Kritik, vor Arbeitslosigkeit, vor Armut? Die meisten Menschen haben vor irgendetwas Furcht. Wobei für mich da im Moment kein großer Unterschied besteht zwischen Furcht und Angst. Die Angst ist das Grundgefühl und die Furcht bezieht sich auf etwas Reales.
Hinzu kommt in der Regel oft die Angst davor, dass die Angst auftaucht, sozusagen eine Potenzierung dieses Gefühles. Die Furcht erscheint uns wie ein Gespenst, dem wir aus dem Weg gehen. Es wirkt bedrohlich und unsere Angst kann ins Unermessliche wachsen. Sie kann sogar lebensbedrohlich werden. Hinter den meisten Ängsten steckt die Frage nach dem Tod. Die Spinne kann beißen und ich werde vergiftet. In der Enge schnürt es mir die Luft ab und ich werde sterben. Ich werde arbeitslos, habe kein Geld mehr und muss verhungern. Menschen können mir Gewalt antun und mich töten.
Das Entscheidende dabei ist: Alles findet in meiner Phantasie statt. Ich entwickle Bilder davon. Nur selten ist die Bedrohung real. Wenn meine Furcht "nur" ein Gespenst ist, dann kann ich es mir doch einmal anschauen. Wenn du deiner Angst in die Augen schaust, was geschieht dann? Das russische Weisheitswort meint: Sie wird zwinkern! Als Kinder haben wir uns im Umgang mit dem Schrecken eingeübt. Wir haben uns versteckt und die Erwachsenen haben uns gesucht. Wenn sie uns gefunden haben, dann haben sie "Buh" gemacht, wie ein Gespenst. Als Kinder haben wir das Erschrecken gespielt und vor Furcht gejuchzt. "Schau der Furcht in die Augen und sie wird zwinkern." In der Beratung lade ich oft ein, in die Angst hineinzugehen, sie anzuschauen, sich mit ihr vertraut zu machen. Das "Zwinkern" siehst du erst, wenn du dich vertraut gemacht hast, wenn du dich traust, genau hinzuschauen.
Mir erzählte eine Freundin von der Erfahrung im Hochseilgarten. Da gab es einen Abschnitt, da musste man springen. Sie musste die Angst vor dem Abgrund überwinden. Ihr half die Einstellung: "Ich springe und wenn ich sterbe dann wars das eben. Mein Leben war schön!"
Leider gibt es keine dauerhafte Befriedung der Angst. Sie kommt auf einem anderen Weg wieder zu dir. Sie bleibt ein Teil von dir solange du lebst, eben so lange du lebst.
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 10. Mai 2018

Mögest du bei jedem Erwachen eine Stimme hören, die zu dir spricht: Heute wird dir was gutes widerfahren. (irischer Segen)


Du wachst auf und dir wird bewusst, dass heute dein Geburtstag ist. Du wirst Anrufe bekommen von Menschen, die dir Glück wünschen. Du wirst in der Post schöne Karten und Briefe finden von Menschen, die an dich gedacht haben. Es wird im Laufe des Tages mehrfach an der Tür klingeln und Freunde werden dich besuchen mit einem Geschenk in der Hand und Freude in den Augen. Du wachst also auf in dem klaren Wissen: Irgendjemand denkt heute an dich und schenkt dir seine Aufmerksamkeit und Liebe. Wenn du Geburtstag hast gehst du davon aus, dass das geschehen wird.
Es ist ein ganz normaler Tag. Du hast keinen Geburtstag und nichts Besonderes liegt an. Kein Jubiläum, kein Fest, ganz normaler Alltag. Wie viele dieser Tage gibt es in deinem Leben? Tage, an denen nichts geschieht außer eben Alltag? Du wachst am Morgen auf und gehst einfach hinein in deinen Tag ohne Wünsche oder positive Erwartungen. Du stehst auf weil der Wecker klingelt und deine Arbeit dich ruft. Die Tiere wachen auch auf, wenn der Tag beginnt und gehen schlafen, wenn er endet – je nach tierischer Eigenart.
Jetzt stell dir vor, dass du am Morgen eine Stimme hörst, die zu dir spricht: „Heute wird dir was gutes widerfahren.“  Wie wirst du aufstehen? Wie stehst du auf im Unterschied zu den anderen Morgen? Was wird dieser Satz in dir auslösen? Freudige Erwartung? Ungeahnte Kraft und Energie? Frohe Beschwingtheit? Stell dir also vor, dass du diese Stimme hörst. Du wirst die Augen aufmachen, dein Herz öffnen, hinhören und aufmerksam sein. Während des Tages geht deine Aufmerksamkeit hin zu der Erfüllung dieses Versprechens: „Ah, da widerfährt mir etwas gutes!“ Du weißt ja nicht, was geschehen wird. Alles kann für dich gut sein! Der Bus, der pünktlich kommt und der freie Sitzplatz für dich! Der geschenkte Freiraum bei der Arbeit, weil ein Termin abgesagt wurde! Das Sonderangebot in der Modeboutique oder was auch immer.
Die Stimme spricht nicht von vielleicht oder möglicherweise. Sie ist klar und präzise: „Heute wird...“
Jetzt magst du sagen: „Ich habe leider noch nie eine solche Stimme gehört am frühen Morgen.“ „Woher sollte diese Stimme kommen?“ Ich bin schon froh, wenn ich die Augen öffnen kann und alles so einigermaßen seinen geordneten Weg geht.
Wenn du auf die Stimme von außen wartest wirst du wahrscheinlich lange warten müssen. Was hindert dich daran, selber diese Stimme zu sein? Morgen also wachst du auf und sagst dir: „So schlimm kann gar kein Tag sein, als dass da nicht zwischendurch auch einmal ein kleines Wunder geschieht. Heute entscheide ich mich dafür, alle möglichen schlimmen Ereignisse zu übersehen und mich voll und ganz auf das Wunder zu konzentrieren, das heute auf mich wartet.“

Mittwoch, 9. Mai 2018

Bist du ein Problemjunkie?


Du wünschst dir eine Leben ohne Probleme? Na klar, ich glaube, das wünschen sich die meisten Menschen! Du möchtest glücklich sein? Deine Arbeit soll dich erfüllen? Du möchtest leben wie im Paradies? Das ist verständlich!
Probleme höchstens ab und zu. Ausnahmsweise! Immer glücklich sein ist vielleicht auch gar nicht so schön! Ein kleines Problemchen hier und da zur Abwechslung wäre hilfreich für den Unterschied. Wenn du dein Problem gelöst hast, bist du wieder glücklich. Und zugleich bist du glücklich, dass du wieder glücklich sein darfst.
Wenn du viele Probleme hast, dann wird es dir mit der Zeit immer besser gelingen, diese zu lösen. Du kannst zu einem Meister in Lösen von Problemen werden. Psychotherapeuten sind wie geschaffen dafür. Polizisten und Rechtsanwälte auch. Es gibt ganze Gruppen von "Problemlösungshelfern".
So weit so gut! Mich interessiert jetzt in diesem Augenblick allerdings eine ganz andere Seite dieses Themas. Alle "professionellen Problemlöser" wären arbeitslos, wenn es nicht die Problemfinder gäbe.
Stell dir einen Menschen vor, der zu dir kommt und dir sagt: "Kannst du mir helfen? Ich habe ein Problem!" Du hilfst natürlich gerne weiter, in dem Maße, wie du kannst. Wenn nicht, schaltest du einen Profi ein je nach Thema. Das Problem wird also gelöst. Wunderbar! Du hast einen Menschen glücklich gemacht.
Nach kurzer Zeit kommt dieser gleiche Mensch wieder zu dir und sagt: "Du, ich hab da noch ein Problem. Kannst du mir noch einmal helfen? Das hat ja beim letzten Mal so gut geklappt!" Also hilfst du freundlicherweise noch einmal, mit oder ohne Profi.
Jetzt kommt dieser Mensch zum dritten Mal zu dir. Nun gehen deine ersten Alarmzeichen an. "Der hat doch bestimmt wieder ein Problem!" Deine Alarmzeichen geben dir Recht.  Ein neues Problem ist aufgetaucht. Du bekommst einen Verdacht. Du bist einem Menschen begegnet, der ständig Probleme hat. Kaum hat er eine Schwierigkeit überwunden, tut sich die nächste Baustelle auf. Oft muss dieser Mensch mehrere Probleme gleichtzeitig lösen. Wahrscheinlich bist du nur einer von vielen Problemlösungshelfern in seinem Bekanntenkreis.
Ich kenne Familien, die mit Arbeitslosigkeit, Suchtproblemen und Erziehungsfragen eine ganze Batterie von "Helfern" am Laufen halten. Angefangen von Familie, Nachbarn und Freunden über Sozialamt, Jugendamt, Therapeuten und Caritasstationen beschäftigen sie so viele Menschen, dass man sie als Unternehmer bezeichnen könnte.
Ein solches Unternehmen muss laufen! Aber wie? Denn, wenn alle Probleme gelöst wären, würde sich das "Helferunternehmen" auflösen und arbeitslos werden. Was ist also die beste Lösung im Umgang mit Problemen? Klar! Man findet neue Probleme!
Und das ist die Kunst! Darauf will ich hinaus! Ich selber gehöre eher zu den Genügsamen, die sich schwer tun, etwas als Problem anzusehen. Aber ich bewundere Menschen, die es schaffen, ein Problem nach dem anderen zu finden. Sie sind Weltmeister im Anziehen von Problemen! Sie werden überfallen. Sie stürzen da hinein! Sie finden einfach Probleme wie Pilze im Wald. Sie haben halt einen Blick dafür. Es gibt Menschen, denen wird es unheimlich, wenn sie einfach glücklich sind. Das kann nicht einfach nicht sein!
Ein Leben mit Problemen kann einfach auch vertraut sein. Wenn du immer Probleme hast, hast du auch immer etwas zu tun. Das gibt ein vertrautes Gefühl. Von außen betrachtet mag das zwar unangenehm sein, aber für "Problemkünstler" ganz selbstverständlich.
Wenn du die meiste Zeit glücklich bist kennst du gar nicht mehr den Unterschied von "Problem" und "problemfreiem" Leben. Ein Problemkünstler empfindet vielleicht wie ein Junkie. Er genießt den Zeitpunkt und den Augenblick, wenn das Problem gerade gelöst wird. Dieses "Lösungsgefühl" möchte er immer wieder erleben. Erleichterung! Entlastung! Entspannung! Ein starkes Gefühl!
Vielleicht machen uns "Promlemfindekünstler" auf etwas Wichtiges aufmerksam: Hierfür sind wir Menschen auf dieser Welt! Wir sammeln Erfahrungen. Wir erleben etwas. Das geht schief! Es gibt ein Problem! Wir lösen es! Na denn...
www.matthias-koenning.de

Dienstag, 8. Mai 2018

Ich werde Schattenküsser!

Es gibt Eingschaften und Fähigkeiten, die du an dir magst.  Die Seite in uns, die wir nicht anschauen mögen, die wir verleugnen, verdrängen oder bekämpfen nennen wir Schatten.
Wir schauen auf unseren dicken Bauch und mögen uns so unförmig nicht leiden. Wir wären gerne schlanker. Damit wir den dicken Bauch nicht ansehen müssen tun wir so, als sei er gar nicht vorhanden.
Du ärgerst dich über deine Unpünktlichkeit und deine Unfähigkeit, deinen Tag ordentlich zu strukturieren und zu planen. Diese Seite an deiner Persönlichkeit magst du überhaupt nicht und wenn dich jemand auf deine Unpünktlichkeit hinweist, dann gehst du hoch wie eine Rakete.
Welche deiner Schattenseiten sind dir vertraut? Wenn du Vorsätze für das neue Jahr gefasst hast, dann beschäftigst du dich gerade mit einem Teil deiner Schattenseiten. In diesem Augenblick sind sie dir schon bewusst geworden und aus dem Schatten in das Licht getreten. Sie sind dir zwar bewusst, aber du magst sie nicht. Du magst nicht deinen dicken Bauch und und magst nicht deine Unpünktlichkeit.
Aber, diese Seiten sind dir jetzt bewusst. Sie sind im Licht und nicht mehr im Schatten. Wenn du deine Vorsätze nicht erfüllst dann kann das ein Zeichen sein, dass du deinen Schatten wieder aktiviert hast. Darum meine Idee für den Umgang mit dem Schatten: Küsse ihn!
Den Schatten magst du nicht, aber er gehört zu dir. Es ist ein Teil deiner Persönlichkeit. Du wünschst dir ja auch sonst von allen deinen Freunden und Freundinnen und deiner Familie, dass sie dich so annehmen, wie du bist. "Liebe mich doch so, wie ich bin!" Die Schattenseiten gehören zu dir wie alle anderen Seiten, die du magst.
Wie wird mit den "schwarzen Schafen" in deiner Familie umgegangen? Werden sie ignoriert, ausgegrenzt oder beschimpft? So, wie du mit den "schwarzen Schafen" im Außen umgehst, wirst du vermutlich auch mit den "inneren schwarzen Schafen" umgehen. Die "inneren schwarzen Schafe" gehören zu dir, sie sind ein Teil von dir. Wenn du sie gut behandelst, behandelst du dich insgesamt gut.
Den Schatten zu küssen ist mehr, als ihn nur anzunehmen. Im "Annehmen" kommt eher zum Ausdruck, dass du mit Anstrengung und ein wenig Widerwillen dich dazu durchringst, endlich nach einem langen abwehrenden Weg anzufangen, mit dem Schatten einverstanden zu sein. Den Schatten zu küssen heißt, den Sprung ins kalte Wasser wagen, etwas völlig Ungewöhnliches zu tun, eine wirklich neue Erfahrung zu machen, den Kopf umzukrempeln und die Wirklichkeit neu zu erfinden.
Also, viel Freude beim Küssen des Schattens und der Erfindung einer neuen Wirklichkeit!

www.matthias-koenning.de

Montag, 7. Mai 2018

Deine urmenschlichen Qualitäten!




Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten
Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.
Hast du schon mal afrikanische Frauen gesehen, wie anmutig sie ihr Gepäck auf dem Kopf tragen? Welch eine Eleganz und Ausstrahlung!
Oder wie manche ein Gefühl für das Kneten von Hefeteig haben oder ein unglaublich gleichmäßiges Strickmuster hinbekommen. Wunderbare körperliche und handwerkliche Fähigkeiten.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, welche Qualitäten die Menschen so auf die Welt bringen, die nie beachtet werden? Fähigkeiten, die jeder von uns mehr oder weniger besitzt und wie selbstverständlich einbringt. Fähigkeiten, die uns als Menschen auszeichnen und uns Würde geben. Ich möchte dich in diesem Newsletter gerne würdigen! Magst du hören?
Du Herzensgestalter!
Du kannst dein Herz formen und deinem  Herzen Gestalt geben. Schließe deine Augen und denke an eine Situation, die dich traurig macht. Beobachte dein Herz. Verändert es sich? Meines wird kleiner und eher wässrig und salzig. Ich sehe es wie durch einen Tränenschleier. Wenn ich die Tränen wegwische gewinnt es wieder seine Alltagsform.
Jetzt denke an eine Situation, die dir unendlich viel Freude bereitet. Was geschieht nun? Mein Herz wächst und wächst. Es dehnt sich aus und das gesamte Universum findet darin Platz. Mein Herz wird zum Herzen der Welt.
Das alles geschieht nur mit Hilfe meiner Gedanken und meiner inneren Bilder. Und ich spüre dabei mein Herz klopfen. Mal regelmäßig und mal auch ganz aufgeregt. Normalerweise schlägt es so vor sich hin den ganzen Tag. Es arbeitet völlig autonom. Aber es lässt sich von mir gestalten. Wie Ton. Ich knete ihn in meiner Hand oder ich singe meinen Herzensraum groß. Du und ich – wir sind Herzgestalter. Wir haben diese Begabung, weil wir Menschen sind. Wenn du und ich uns diese Welt voller Liebe und Größe denken und befühlen – was wird wohl geschehen mit Hilfe unserer Schöpferkraft?
Ich lade dich ein! Richte in deinem Herzen die Schöpferkraft auf den Frieden in dir, mit deiner Familie, deiner Arbeitswelt und in der großen Politik. Schaue nicht Nachrichten über den Krieg und lass dein Herz dabei klein werden und verkümmern. Nutze die Kraft in dir und erschaffe dort mehr Frieden. Du wunderbare Herzensgestalterin und du schöpferischer Herzensgestalter!
Du Erfahrungsteiler!
Ich teile mit dir meine Erfahrungen. Manchmal gibt es eine Resonanz. Dann nickst du mir zu und gibst mir zu verstehen: „Ja, das kenne ich auch. Schön, dass du das mit mir teilst. Ich dachte immer, ich sei der  einzige!“
Wenn jemand mit mir seine Erfahrung teilt berührt es mich und weitet meinen Raum. Es gibt so viele schöne Momente, die ich teilen darf. Im Urlaub wurden in unserer Ferienwohnung vier Zilpzalps flügge. Sie flatterten aufgeregt hin und her, rutschten an Gartenstühlen herunter und plötzlich saß so ein Vögelchen vor meinen Füßen. Ich traute mich kaum zu atmen. „Du bist so kleine und hilflos. Ich werde mich nicht bewegen, damit du nicht erschrickst. Ich tu so, als sei ich ein Baum – mit Augen.“ Diese Hilflosigkeit hat mein Herz berührt. Aber auch der Mut – einfach herumzuflattern und sich ins Leben zu wagen. Das geschützte Blätterdach des Baumes verlassen. Sichtbar werden für neue Freunde und mögliche Feinde. Ich fühlte meine eigene Hilflosigkeit in so manchen Situationen. Ich bin dieser kleine Vogel, der gerade anfängt. Und ich bin schon ein alter Hase.  Als alter Hase sehe ich dann manchmal andere noch ältere Hasen und Häsinnen. Ich sehe sie an und denke: „Ach, du bist ja auch noch so ein kleines Vögelchen voller kleiner Ängste – so wie ich!“
Wenn du Erfahrungen teilen kannst, so dass andere berührt sind, besitzt du eine wunderbare Gabe! Du erzählst von deinem Reichtum und wirst dir dessen mehr und mehr bewusst. Und du vermehrst den Reichtum mit den anderen durch dein Teilen. Du kostbare Erfahrungsteilerin und du tieffühlender Erfahrungsteiler!

Du Verständniserzeuger!
Ich habe ein ganz großes Verständnis für dich. Du erzählst mir deine Geschichte. Ich fühle mit. Es schwingt hin und her. Was ist jetzt passiert? Und dann? Und wie hast du dich dabei gefühlt? Und danach – wie hat sich das verändert? Was hast du da gedacht. Was hast du gemacht und was hättest du viel lieber gemacht.
Dann gleiche ich die Bilder ab mit meinen Vorerfahrungen. Mit meinen potentiellen Ängsten und Freuden. Es gibt eine Wiedererkennung: „Das kenne ich auch! Ich bin nicht allein!“ Du erzählst mir dein Erlebnis und während du erzählst erzeugst du bei mir Verständnis. Du besitzt diese Gabe, mein Verständnis zu vergrößern. Dadurch weitest du mein Herz. Auch das Erzählen deines Leides macht mich nicht kleiner. Es weitet mein Verständnis. Ich werde größer. Eigenartig, nicht?
Manche erzählen mir etwas und in mir spüre ich kein Verständnis. So sehr ich mich auch anstrenge. Ich empfinde kein Verständnis. Ich bekomme auch noch ein schlechtes Gewissen. Der erzählt mir von seinem Leid und ich fühle mich distanziert und kalt. Was geschieht da wohl nur? Wenn mir jemand von seinem Leben erzählt und ich spüre kein Verständniswachstum, dann grabe ich so ein Loch unter der Geschichte. Ich gehe in meine eigene Verständnislosigkeit und stecke in einem Gedanken. „Ach so ist das! Wenn ich es fühlen würde, dann würde es sich ja total schrecklich anfühlen. Schmerzhafte Gefühle sind wirklich schmerzhaft.“ Und plötzlich springt mein Verständnis an! Da gibt es etwas unter der harten Schicht des Verstandes. Und weißt du, es ist so wunderbar, dieses Geschenk zu entdecken bei sich selbst und auch bei dir – du prächtige Verständniserzeugerin und du begabter Verständniserzeuger!

Du Genesungsbegleiter!
Ich habe von den Genesungsbegleitern gelesen. Ehemalige Psychiatrieklienten mit überstandener Krise begleiten akut Betroffene auf ihrem Heilungsweg. Sie sind den Weg selber gegangen und Betroffene. Ärzte sprechen als Experten und die Genesungsbegleiter sprechen als Selbsterfahrene. Mir gefällt das Wort und mir gefällt die Idee, die dahintersteckt.
Stell dir vor, dass du zum Arzt gehst und auf dem Praxisschild steht: „Genesungshelfer“. Das steht auch vor der Praxis des Psychotherapeuten und der Logopädin. Es steht auf dem Schild der Eheberatung und der Erziehungsberatungsstelle.
Und stell dir vor, dass du auch so jemand bist. Du bist von deinem Wesen her ein Genesungsbegleiter. Der Mensch, mit dem du unterwegs bist, glaubt an sich selbst. Ist für sich selbst verantwortlich und entscheidet sich für das Leben. Und du unterstützt mit einem freundlichen Wort, einer ermunternden Geste, einem liebevollen Blick. Wir sind ja alle mehr oder wenig traumatisiert. Wir kommen mit heilen Anteilen auf die Welt und mit Anteilen, die genesungsbedürftig sind. Wie wohltuend, wenn ich das nicht ganz allein machen muss. Klar, da gibt es die vielen berufenen und bezahlten Profis mit ihren Doktortiteln und Diplomen.
Daneben aber gibt es dich und mich. Du kannst dich sogar selber in deiner eigenen Genesung begleiten. Der gesunde Anteil in dir begleitet den bedürftigen. Eine Umschreibung dafür, dass du liebevoll und zugewandt mit dir selber umgehst. Du weißt ja schließlich am besten, was deine Seele vermisst und was sie braucht, um sich zu entfalten.
Hast du diesen Anteil in dir schon entdeckt? Magst du ihn zum Erblühen bringen? Ich sehe dich vor mir mit deinen warmen Augen, deinen behutsamen Händen und deiner einfühlsamen Liebe. Was bist du nur für eine begabte Genesungsbegleiterin. Ich sehe in dir einen unglaublich reifen Genesungsbegleiter!

Du Gesundheitsförderer!
Wir sind umgeben von  Dingen, die uns krank machen. Pestizidrückstände auf Nahrungsmittel, Feinstaub und Abgase in der Luft, allergieauslösende Stoffe in den Nahrungsmitteln, Handystrahlen, Kriegspropaganda in den Medien, schlechte Laune, Überforderung bei der Arbeit, familiäre Dauerkrisen und vieles mehr. Manchmal wundere ich mich, dass die Menschheit noch nicht ausgestorben ist. Eigentlich müssten wir schon tot sein. Wir sind es aber nicht. Viele von uns leben noch.
Wir sind ja auch umgeben von Dinge, die uns gesund erhalten. Nahrungsmittel im natürlichen Zustand, heilsame Kräuter, frischer Sauerstoff, liebevolle Zuwendung von Familienmitgliedern, Wertschätzung für geleistete Arbeit, Vertrauen in sich selbst und in eine wohlmeinende Welt.
Du kannst krankmachende Zustände verstärken durch dein Denken, Fühlen und Handeln. Und manchmal machst du das auch, so wie ich. Zugleich sehe ich dich und mich aber viel lieber als Gesundheitsförderer. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf dich und mich und sehe diese vielen Anteile, die gesundheitsförderlich sind. Du förderst und unterstützt mich in meinen gesundheitlichen Bestrebungen. Du gibst mir Hinweise und Tipps, wie ich mich besser ernähren kann. Welches Wasser ich trinken soll. Wo ich gut einkaufen kann. Ich profitiere von deiner Kompetenz und staune, was du alles weißt. Was du gelesen und selber ausprobiert hast. Vor allem spüre ich, dass ich dir wichtig bin. Du förderst meine Gesundheit damit ich nicht vorzeitig sterbe. Du möchtest noch lange mit mir zusammen sein. Durch dein Fördern sagst du mir durch die Blume: „Du, ich mag dich. Du bist mir kostbar und wichtig. Ich möchte noch lange mit dir zusammen sein und dich gesund zu erleben tut mir selber gut!“ Und ich selber denke und fühle genauso. Als Gesundheitsförderer sorge ich dafür, dass es von der Liebe mehr gibt. Ich komme in meine Schöpferkraft! Je länger ich an dich denke und dich mit meinem geistigen Auge anschaue, desto mehr entdecke ich bei dir diese Qualitäten – du intensive Gesundheitsförderin und du so wohltuender Gesundheitsförderer.

Du Heilsamwirker!
Wie stellst du das nur an, dass ich mich in deiner Nähe so wohl fühle. Wie machst du das nur? Manchmal bin ich mit Menschen zusammen, da hoffe ich, dass sie schnell wieder gehen. Sie tun mir nichts. Sie behandeln mich nicht schlecht. Sie schauen mich auch freundlich an und sind mir bestimmt wohlgesonnen. Dennoch möchte ich nach kurzer Zeit gehen.
Aber bei dir ist das anders. Ich freue mich schon auf dich, bevor du da bist. Du musst geheimnisvolle Heilkräfte in dir tragen. Du verdienst dein Geld nicht einmal als Heiler. Du breitest keine Hände aus und kennst energetische Heilverfahren. Du hast nichts mit Esoterik am Hut und hast kein einziges Ratgeberbuch gelesen.
Aber schon, wenn ich an dich denke läuft mir ein warmer Schauer über den Rücken. Und wenn ich in deiner Nähe bin gehen alle Körperzellen in eine tiefe Entspannung. Bei dir kann ich so was von loslassen. Du bist einfach wirksam, ohne dass du etwas gemacht hast. Ist das bei dir eine natürliche Begabung? Bist du dir dessen überhaupt bewusst?
Du bist einfach unglaublich wirksam. Sogar auf großer Entfernung!
Ohne dich und alle anderen Heilsamwirker sähe unsere Welt viel dunkler aus. Sie ist es aber nicht, Gott sei Dank! Deine Liebe und Anerkennung und Aufmerksamkeit gibt mir heute Kraft und Zuversicht – du wunderwirkende Heilsamwirkerin und du vertrauender Heilsamwirker!

Du Raumgeber!
Ich kenne ein paar Menschen, die rücken mir immer näher, wenn ich mit ihnen zusammenstehe. Da kommt der Kopf näher und näher und ich weiche instinktiv zurück. Das hilft aber nicht. Diese Menschen haben ein völlig anderes Nähe- oder Distanzgefühl. Sie mögen den „Hautkontakt“. Wange an Wange! Bei solchen Menschen freue ich mich über den Tisch, den ich dazwischenschieben kann.
Und dann gibt es Menschen, die vom ersten Moment an von sich etwas erzählen. Sie haben gerade heute noch etwas Unglaubliches erlebt. Das erinnert sie an etwas anderes Unglaubliches, das sie auch noch erzählen müssen mit den vielen unglaublichen Gefühlen und Folgen, die dann folgten. Ich schaue auf die Uhr und dieser Mensch spricht schon zwanzig Minuten. Ich richte mich ein in meiner Ecke und warte noch ein Weilchen auf die Chance, auch meine Unglaublichkeiten erzählen zu dürfen. Aber ich komme nicht dran. Keine Chance! Manchmal erschrecke ich mich über mich, wenn ich dieser „Raumeinnehmer“ bin.
Diese Worte waren aber nur die Vorbereitung für das, was ich dir wirklich sagen möchte. Ich komme zu dir und du bist so erfrischend anders. Du hast genau im Gespür, wie nahe du kommen kannst. Nicht zu weit weg und nah genug. Du achtest darauf, dass ich für mich genug Raum habe. Und du passt auch auf, dass niemand anders mir meinen Raum stiehlt. Bei einer Party drehst du dich dann so, dass ich gut beschützt bin und du meinen Raum verteidigst. Mit deiner Körperhaltung und deiner Mimik machst du allen anderen klar, dass du meinen Raum respektierst und das von den anderen auch erwartest. Weißt du um diese Fähigkeit? Bist du dir dessen bewusst? Und zugleich darf ich bei dir entspannt erzählen. Du räumst mir den Platz ein und hebst nicht sofort die Hand um auch erzählen zu können. Oder stoppst mich, indem du mir ins Wort fällst. Du schaust mich an und deine Augen sagen: „Erzähl! Wie interessant!“ Und zugleich spüre ich, dass du selber gut auf einen Raum achtest. Du gibst mir Raum, ohne dass dein Raum enger wird. Wie machst du das nur du geheimnisvolle Raumgeberin. Du kraftvoller Raumgeber!

Du Willkommenheißer!
Die Menschen sind so unterschiedlich! Ich komme in eine Gruppe und manche Menschen sind einfach mit sich selbst beschäftigt. Sie schauen auf ihr Handy, erledigen irgendetwas oder sind in Gedanken versunken. Manche sind auch nur körperlich da. Ich glaube, dass ich manchmal auch so bin und wirke und ich finde das ganz in Ordnung.
Dann kenne ich aber auch Menschen, die schaue ich an und sie schauen mich an und das Gesicht drückt so viel Wärme, Nähe und Freude aus. Es sagt: „Herzlich willkommen!“  Dafür braucht es nicht mal Worte. Ich spüre eine unmittelbare körperliche Auswirkung. Alles in mir entspannt sich. Ich kann loslassen. Ich bin willkommen. Ich darf hier sein. Da freut sich jemand auf mich.
Wenn ich eingeladen werde zu einem Fest, dann gehe ich ja davon aus, dass ich willkommen bin. Manche Feste jedoch finden statt, ich bin da, und trotzdem komme ich nicht in diesen wunderbaren Bejahungszustand. Ich darf essen und trinken und es ist reichlich da. Auch die Musik stimmt und es gibt nichts zu meckern. Und trotzdem fehlt dieses Willkommensgefühl. Das auszudrücken kann wohl nicht jeder. Bei manchen merke ich eine gewisse Form von Bemühen und Anstrengen und ich kann das gut würdigen.
Aber manche haben da einfach eine Begabung. Sie verkörpern es mit ihrem ganzen Dasein! Und das finde ich so wunderbar! Und jetzt erinnere ich mich an meine Besuche bei dir. Wie ich geklingelt habe und du hast mir die Tür geöffnet. Du hast nicht einfach nur höflich gelächelt.  Deine Augen haben gestrahlt und ich fühlte mich sehr eingeladen. Danke dafür! Du begnadete Willkommenheißerin und du hinreißender Willkommenheißer.

Du Gedankensortierer!
Manchmal gehen meine Gedanken völlig durcheinander. Da gibt es so viele Aufgaben, die ich gleichzeitig erledigen muss. An so vieles soll ich denken. So viele Abläufe gibt es zu planen. Ich darf auch nichts vergessen. Wenn es zu viel wird verliere ich einfach den Überblick. Ich kann nicht mehr unterscheiden, was wichtig ist und was ich auch hinten anstellen könnte. Wenn ich gut drauf bin, dann schwimme ich in tausend guten Gedanken. Wenn ich schlecht drauf bin dann versinke ich in einem Meer von Grübeleien. Hilfe! Wer zieht mich aus meinem Gedankenkarussell wieder heraus?
Dann begegne ich dir und erzähle dir von meinem aufregenden Leben und den vielen Überlegungen in mir. Den positiven und auch den bedrückenden. Und du? Du stellst mir ein paar einfache Fragen. Du gibst einen kurzen Kommentar. Du hältst für einen Augenblick meinen Arm fest und schaust mich freundlich an. Und wie von Zauberhand lichtet es sich in meinem Kopf. Es gibt auf einmal eine Überschrift. Eine Sortierung. Eine Wichtigkeit. Ein Abfalleimer. Ein Abstellregal. Es wird klar! Und ich wundere mich, warum ich darauf nicht von selber gekommen bin. Du hast eigentlich nur gefragt: „Matthias, und was davon ist jetzt wirklich wichtig?“ Zuerst wollte ich energisch: „Alles!“ sagen. Aber du hattest „wirklich“ gesagt, nicht wahr? Dein „wirklich“ hat mir geholfen beim Sortieren. Es war eben nicht alles wirklich wichtig.
Wie machst du das nur? Kannst du das bei dir selbst auch? Kannst du deine eigenen Gedanken auch so gut sortieren? Oder brauchst du dafür manchmal Menschen wie mich? Es ist gut, wenn wir uns da gegenseitig unterstützen können, nicht wahr? Wenn ich an dich denke kehrt Ruhe ein in meinem Verstand. Es muss einfach an dir liegen du fantastische Gedankensortiererin und du klarer Gedankensortierer.

Samstag, 5. Mai 2018

Weniger ist mehr!



Manchmal verkomplizieren wir die Dinge statt sie zu vereinfachen. Da schrauben wir dann Sätze,  die so klingen wie: "Jetzt wo ich dich sehe wollte ich dir noch sagen von gestern her als ich beim Einkaufen war und mir wieder einmal bei  meiner Vergesslichkeit nicht einfiel..." Du kennst sicherlich auch Menschen, die so reden. Oder, du überlegst dir eine Mahlzeit und du möchtest es besonders gut machen für deine Lieben. Je komplizierter das Rezept, desto größer deine Liebe. Das Ergebnis sieht dann so aus: Die Herrlichkeit ist in wenigen Minuten nahezu kommentarlos verputzt.

Schalte mal bewusst einen Einfachtag ein. Heute keine komplizierten Saucen, sondern gebratene Kartoffeln mit Gemüse in der Pfanne, alles naturbelassen. Sage, was du zu sagen hast klar heraus in einfachen Sätzen und ohne Umschweife. Heute könnte dein "Weniger" zu einem "Mehr" werden. Genieße den Freiraum, der dir dadurch entsteht. Ich wünsche dir einen Tag voller Klarheit und Geradlinigkeit.

www.matthias-koenning.de 

Freitag, 4. Mai 2018

Du Gedankensortierer! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


 
Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Gedankensortierer

Manchmal gehen meine Gedanken völlig durcheinander. Da gibt es so viele Aufgaben, die ich gleichzeitig erledigen muss. An so vieles soll ich denken. So viele Abläufe gibt es zu planen. Ich darf auch nichts vergessen. Wenn es zu viel wird verliere ich einfach den Überblick. Ich kann nicht mehr unterscheiden, was wichtig ist und was ich auch hinten anstellen könnte. Wenn ich gut drauf bin, dann schwimme ich in tausend guten Gedanken. Wenn ich schlecht drauf bin dann versinke ich in einem Meer von Grübeleien. Hilfe! Wer zieht mich aus meinem Gedankenkarussell wieder heraus?

Dann begegne ich dir und erzähle dir von meinem aufregenden Leben und den vielen Überlegungen in mir. Den positiven und auch den bedrückenden. Und du? Du stellst mir ein paar einfache Fragen. Du gibst einen kurzen Kommentar. Du hältst für einen Augenblick meinen Arm fest und schaust mich freundlich an. Und wie von Zauberhand lichtet es sich in meinem Kopf. Es gibt auf einmal eine Überschrift. Eine Sortierung. Eine Wichtigkeit. Ein Abfalleimer. Ein Abstellregal. Es wird klar! Und ich wundere mich, warum ich darauf nicht von selber gekommen bin. Du hast eigentlich nur gefragt: „Matthias, und was davon ist jetzt wirklich wichtig?“ Zuerst wollte ich energisch: „Alles!“ sagen. Aber du hattest „wirklich“ gesagt, nicht wahr? Dein „wirklich“ hat mir geholfen beim Sortieren. Es war eben nicht alles wirklich wichtig.

Wie machst du das nur? Kannst du das bei dir selbst auch? Kannst du deine eigenen Gedanken auch so gut sortieren? Oder brauchst du dafür manchmal Menschen wie mich? Es ist gut, wenn wir uns da gegenseitig unterstützen können, nicht wahr? Wenn ich an dich denke kehrt Ruhe ein in meinem Verstand. Es muss einfach an dir liegen du fantastische Gedankensortiererin und du klarer Gedankensortierer. 

Donnerstag, 3. Mai 2018

Du Willkommenheißer! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Willkommenheißer!

Die Menschen sind so unterschiedlich! Ich komme in eine Gruppe und manche Menschen sind einfach mit sich selbst beschäftigt. Sie schauen auf ihr Handy, erledigen irgendetwas oder sind in Gedanken versunken. Manche sind auch nur körperlich da. Ich glaube, dass ich manchmal auch so bin und wirke und ich finde das ganz in Ordnung.

Dann kenne ich aber auch Menschen, die schaue ich an und sie schauen mich an und das Gesicht drückt so viel Wärme, Nähe und Freude aus. Es sagt: „Herzlich willkommen!“  Dafür braucht es nicht mal Worte. Ich spüre eine unmittelbare körperliche Auswirkung. Alles in mir entspannt sich. Ich kann loslassen. Ich bin willkommen. Ich darf hier sein. Da freut sich jemand auf mich.

Wenn ich eingeladen werde zu einem Fest, dann gehe ich ja davon aus, dass ich willkommen bin. Manche Feste jedoch finden statt, ich bin da, und trotzdem komme ich nicht in diesen wunderbaren Bejahungszustand. Ich darf essen und trinken und es ist reichlich da. Auch die Musik stimmt und es gibt nichts zu meckern. Und trotzdem fehlt dieses Willkommensgefühl. Das auszudrücken kann wohl nicht jeder. Bei manchen merke ich eine gewisse Form von Bemühen und Anstrengen und ich kann das gut würdigen.
Aber manche haben da einfach eine Begabung. Sie verkörpern es mit ihrem ganzen Dasein! Und das finde ich so wunderbar! Und jetzt erinnere ich mich an meine Besuche bei dir. Wie ich geklingelt habe und du hast mir die Tür geöffnet. Du hast nicht einfach nur höflich gelächelt.  Deine Augen haben gestrahlt und ich fühlte mich sehr eingeladen. Danke dafür! Du begnadete Willkommenheißerin und du hinreißender Willkommenheißer.
www.matthias-koenning.de 

Mittwoch, 2. Mai 2018

Du Raumgeber! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Raumgeber

Ich kenne ein paar Menschen, die rücken mir immer näher, wenn ich mit ihnen zusammenstehe. Da kommt der Kopf näher und näher und ich weiche instinktiv zurück. Das hilft aber nicht. Diese Menschen haben ein völlig anderes Nähe- oder Distanzgefühl. Sie mögen den „Hautkontakt“. Wange an Wange! Bei solchen Menschen freue ich mich über den Tisch, den ich dazwischenschieben kann.
Und dann gibt es Menschen, die vom ersten Moment an von sich etwas erzählen. Sie haben gerade heute noch etwas Unglaubliches erlebt. Das erinnert sie an etwas anderes Unglaubliches, das sie auch noch erzählen müssen mit den vielen unglaublichen Gefühlen und Folgen, die dann folgten. Ich schaue auf die Uhr und dieser Mensch spricht schon zwanzig Minuten. Ich richte mich ein in meiner Ecke und warte noch ein Weilchen auf die Chance, auch meine Unglaublichkeiten erzählen zu dürfen. Aber ich komme nicht dran. Keine Chance! Manchmal erschrecke ich mich über mich, wenn ich dieser „Raumeinnehmer“ bin.
Diese Worte waren aber nur die Vorbereitung für das, was ich dir wirklich sagen möchte. Ich komme zu dir und du bist so erfrischend anders. Du hast genau im Gespür, wie nahe du kommen kannst. Nicht zu weit weg und nah genug. Du achtest darauf, dass ich für mich genug Raum habe. Und du passt auch auf, dass niemand anders mir meinen Raum stiehlt. Bei einer Party drehst du dich dann so, dass ich gut beschützt bin und du meinen Raum verteidigst. Mit deiner Körperhaltung und deiner Mimik machst du allen anderen klar, dass du meinen Raum respektierst und das von den anderen auch erwartest. Weißt du um diese Fähigkeit? Bist du dir dessen bewusst? Und zugleich darf ich bei dir entspannt erzählen. Du räumst mir den Platz ein und hebst nicht sofort die Hand um auch erzählen zu können. Oder stoppst mich, indem du mir ins Wort fällst. Du schaust mich an und deine Augen sagen: „Erzähl! Wie interessant!“ Und zugleich spüre ich, dass du selber gut auf einen Raum achtest. Du gibst mir Raum, ohne dass dein Raum enger wird. Wie machst du das nur du geheimnisvolle Raumgeberin. Du kraftvoller Raumgeber!
www.matthias-koenning.de