Mittwoch, 26. Juni 2013

All in one

"All in one" als PC,  "all in one" als Drucker, "all in one" als Fitness Studio, "all in one" als Name einer Band, "all in one" einer Süßwarenfirma, "all in one" Gebäudedienstleistungen, "all in one" Versicherungen. Noch mehr "all in one" erwünscht? Reisen "all in one" gibt es auch schon neben Smartphone, Küchenmaschine und Kaffevollautomat.
"Alles in einem" auf Deutsch gibt es bei Google eher als Vorschlag für Übersetzungen in einer anderen Sprache oder als Suchanfrage für Synonyme. "All in one" Eigentlich ist das doch eine gute Idee und eine Vereinfachung. Ich benötige nicht mehr viele verschiedene Geräte, sondern ich habe ein Gerät für alles. Das wäre noch schöner. Ein Gerät für wirklich alles! "All in one" ist nicht wirklich "All in one". Es ist bestenfalls "many in one". "Many in one" wird jedoch schnell zu "too much for one". "All in one" wäre wahrscheinlich wirklich "too much for one".
"All in one" ist durchaus auch eine spirituelle Frage. Paulus sagt im ersten Korintherbrief der Bibel, dass Gott alles in allem sei. In Gott ist die Fülle. Von ihm kommt "Alles" und in ihm kehrt "Alles" zurück. Wir Menschen haben Anteil an seiner Fülle.
Als Mensch bist du auch ein "All in one". Du bist vollkommen ein Mensch ohne jeden Abstrich. Auch wenn dir ein Finger fehlen würde, wärest du immer noch ein Mensch. Du bist unglaublich reich an Gefühlen in einer riesigen Bandbreite. Die hast Millionen von Körperfunktionen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Du hast Fähigkeiten, Ressourcen, kannst denken, planen und mit deinen Händen etwas schaffen. Du kannst gleichzeitig denken, mit den Händen arbeiten, lachen und dich unterhalten. Währenddessen arbeitet der Blutkreislauf in dir und die Verdauungsorgane. Du siehst zur gleichen Zeit, was in deiner Peripherie geschieht und hörst die Vögel zwitschern. Bei all den vielen Gleichzeitigkeit bist du "one", du bist "ein Mensch".
Es wird nie etwas von Menschen geschaffenes geben, das wirklich "all in one" ist. Du aber, auch mit allen "Fehlfunktionen" bist ein wunderbares "Allinone"!

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Samstag, 15. Juni 2013

Frauen suchen Verständnis...

...Männer bieten Lösungen. Frauen erzählen ihren Männern ihre Probleme. Das können große oder kleine Probleme und Sorgen sein. Wobei groß oder klein schon eine typisch männliche Definition ist. Ein Mann tut gut daran, für jede Sorge und jedes Anliegen ein guter Zuhörer zu sein. Verständnis aufbringen, Nähe zeigen, trösten, in den Arm nehmen, nachfragen - das sind die angemessenen Reaktionen. Das vor allem es wirklich ehrlich meinen. Auch das spürt eine Frau sofort, ob  das Verständnis nur so aufgesetzt oder tief empfunden wird.
Was machen wir Männer da häufig? Die Frauen erzählen von ihren Sorgen und wir haben eine Lösung. Meine Spezialität ist es, wenigstens drei Lösungen anzubieten. Das sind drei Lösungen zu viel. Ein erfahrener Ehetherapeut hat es mir ins Gesicht gesagt. Matthias, so wird das nichts! Du bist schon auf der Lösungsebene, wo Verständnis gefragt ist!
Ich verstehe, weil es darum geht, einen Weg zu finden. Die Lösung heißt also, keine Lösung anzubieten. Das Problem findet eine Lösung durch Zuhören. Ich habe verstanden. Allerdings fällt es mir schwer, nicht die wunderbare Welt der vielen Lösungswege zu bestreiten. Das innere Drama könnte durch eine geeignete Lösung doch so schnell beendet werden. Warum bis in Ewigkeit diese Dinge mit sich herumschleppen, wenn die Lösung, die "Erlösung" doch so nahe ist! Ich werde mich bremsen und mich im Zuhören, Verstehen und "Nichtlösen" üben.
Ich wünschte mir manchmal allerdings auch die Würdigung der wunderbaren Welt der praktischen Lösungen. Manchmal sind die nämlich tatsächlich gefragt. Hier ein handwerklicher Einsatz und da ein praktischer Tipp. Darum geht es tatsächlich auch, aber erst dann, wenn es dran ist.
Es ist gut, was Frauen von Männern und Männer von Frauen lernen können. Und wenn "man" es einmal verstanden hat? Es gibt mit Sicherheit die nächste Falle! Das Eingeständnis, dass ein Mann das Verstehen und Einfühlen ohne Lösungen nie so weiblich hinbekommen wird wie eine Frau, ist auch entlastend. Tu dein Bestes, aber bleib gelassen dabei! Bleib und werde du "Du selbst" als Mann oder Frau!

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Mittwoch, 12. Juni 2013

Da kann man nichts machen!

                                                                                              
Das Kind bekommt ein schlechtes Zeugnis und wird nicht versetzt in die nächste Klasse. Da kann man nichts machen!
Das Paar hat sich heillos zerstritten und reicht die Scheidung ein. Da kann man nichts machen.
Der Kranke liegt im Sterben und der Tod wartet vor der Tür. Da kann man nichts machen.

Klingt wie Resignation, nicht wahr. Manchmal müssen wir uns dem "Schicksal" ergeben. Das Kind hat sich alle Mühe gegeben und dennoch die erforderlichen Noten nicht geschafft. Das Ehepaar war sogar in einer Beratung und der Kranke hat lange gekämpft. Da kann man nichts machen. Es mag sein, dass das Kind nicht versetzt wird, das Paar sich trennt und der Kranke stirbt. In jeder Situation "kann man dann dennoch etwas machen".
Das Kind kann daraus eine Lektion für die Zukunft lernen und andere Wege gehen. Das Paar findet in der Krise vielleicht einen neuen Anfang. Der Kranke kann noch vor dem Tod seinen Angehörigen seine Liebe zeigen.
Die Situationen können wir manchmal nicht verändern, aber unsere innere Einstellungen. Jedes Ereignis, das uns herausfordert, gibt uns die Gelegenheit zum inneren Wachsen.

Du kannst dein Leben bejahen mit allen Facetten. Es gibt nichts zu tun.
Du kannst Ja sagen auch  zu deinen Fehlern. Dann gibt es nichts zu tun.
Du kannst dich mit dir selber aussöhnen. Dann gibt es nichts zu tun.

Da kann man nichts machen - Resignation.
Es gibt nichts zu tun - einfach im Sein sein!

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Dienstag, 11. Juni 2013

Kinder, die was wollen...

 Ich dachte, der Spruch sei ausgestorben. "Kinder, die was wollen, kriegen was auf die Bollen." Wie so häufig, mache ich interessante Erfahrungen im Supermarkt. Dort sagte ein kleiner Junge zu seiner Mutter: "Mama, ich will ein Eis!" Doch Mama hatte den Spruch drauf. Kinder, die was wollen,... Wunderbar! Das erspart jede weitere Diskussion. Eis gibt es nicht! Fertig! Mama hatte keine Lust auf weitere Diskussionen und Wünsche. Sie war genervt. Vielleicht hatte der Junge ja schon vorher andere Wünsche geäußert, die ich nicht mitbekommen hatte. Ich hörte nur den Spruch: Kinder, die was wollen...
Ich hätte mich gefreut, wenn Mama gesagt hätte: "Junge, ich sehe deinen Wunsch zwar, aber heute bekommst du kein Eis. Ich möchte mich jetzt um unsere Einkäufe kümmern. Morgen kannst du noch mal fragen. Aber jetzt in diesem Augenblick nicht!" Der Spruch mit den Bollen greift tiefer als man denkt. Es spricht den Kinder ab, einen Willen zu haben. Der Wille ist wichtig, die Wünsche und Bedürfnis, die damit verbunden sind, auch. Ich bin mit diesem Spruch groß geworden. Kinder hatten nichts zu wollen und zu wünschen sondern dankbar zu sein für das, was da war. Die Eltern bestimmten, was für uns Kinder gut und richtig war. Wir waren als Kinder unmündig. Das wir damals noch nicht so erfahren waren wie Erwachsene, das kann ich teilen. Aber das mit dem Absprechen meines Willens, das kann ich nicht teilen.
Zunächst geht es doch darum, die Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken in der Hoffnung, einfach zunächst mal gehört zu werden. Wie sollen Erwachsene ihre Bedürfnisse kennen, wenn diese als Kinder schon im Keim erstickt wurden. Nicht jeder Wunsch muss sofort erfüllt werden! Aber da sein dürfen!
Das bekannte Sprichwort steigert die vorhandenWünsche auch noch mit einer Strafandrohung. Hör auf zu wollen, sonst sind die Oberschenkel dran! Warum wohl die "Bollen?" Wegen des Reimes? Wenn ich auf die Hinterseite der Oberschenkel schlage, geht der Mensch in die Knie. Geht es also doch um die Brechung des Willens?
Willenlose Menschen sind leichter zu händeln, aber nur auf den ersten Blick. Willenlose Menschen haben es schwerer, im Leben zurecht zu kommen. Solange sie klein sind, können die Eltern ja die Konsequenzen ihrer Erziehung tragen und das Wünschen und Wollen übernehmen. Aber wehe, aus den Kindern werden Erwachsene. Es dauert, bis der verschüttete Wille aus der Kindheit wieder auftauchen darf! Ich möchte den Spruch verändern in: "Kinder mit einem starken Willen sind besser in der Lage, für ihre eigenen Bedürfnisse zu sorgen."

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Samstag, 8. Juni 2013

Steh auf!

Jesus befindet sich in guter Gesellschaft mit Marius Müller-Westernhagen, Bushido, Culcha Candela, Betontod und den Toten Hosen. Sie alle und noch einige Künstler mehr sangen oder sprachen diese Aufforderung aus: „Steh auf!“ 
Das sind energische Worte! „Steh auf!“ Mit Ausrufezeichen! Jesus richtet diese Worte an den verstorbenen Sohn einer Witwe. Dieser wird gerade auf der Bahre liegend weggetragen. „Steh auf!“ ruft Jesus in einem eindeutigen Befehlston. Man stelle sich einmal vor, er würde folgendes sagen: „Junger Mann, es wäre doch schön für deine traurige Mutter und für alle anderen Verwandten, wenn du es dir mit dem Sterben noch einmal überlegen würdest. Die ganze Zukunft liegt noch vor dir! Willst du das alles wegwerfen? Ist deine Zeit denn wirklich schon gekommen?“ Das wären zwar sehr einfühlsame Worte gewesen und sicherlich angemessen für einen Toten und zugleich tröstlich für die Mutter. Hätten solche Worte jedoch ausgereicht, einen Toten aufzuwecken? Jesus entscheidet sich für die harte Tour. „Steh auf!“ 
Die Band Betontod singt in ihrem Lied: „Ich will Dich nie wieder am Boden sehen, es ist Zeit aufzustehen und nach vorne zu sehen! Ich will Dich nie wieder am Boden sehen, steh auf!“ Interessant, dass sowohl „Betontod“ als auch die „Toten Hosen“ das Wort „Tod“ im Namen tragen. Musiker mit solchen Namen werden so zu Verkündern des Evangeliums vom Aufstehen! „Am Boden liegen – und aufstehen“ – darüber möchte ich gerne noch ein wenig intensiver nachdenken. Als kleines Kind bin ich mit meinen Eltern und Geschwistern am Sonntag spazieren gegangen. Mein Vater erzählt mir heute manchmal, dass ich mich einfach zwischendurch auf die Straße setzte und nicht wieder aufstand. Alle seine Bitten und Appelle halfen nichts. Ich blieb da einfach sitzen und die ganze Familie wartete, bis ich von selbst wieder aufstand. Aus der Perspektive des am Boden liegenden zeigt sich: Der muss auch aufstehen wollen. Die Aufforderung muss das Ziel zuerst einmal erreichen. 
Wir Menschen können nicht früh genug damit beginnen, das wieder Aufstehen einzuüben. Wir alle haben irgendwann gelernt, das erste Mal auf eigenen Füßen zu stehen und bewegten uns haltsuchend und wackelig auf den Beinen an den Objekten im Wohnzimmer entlang. Dann gingen wir freihändig ohne „Objektschutz“ zwischen Mama und Papa hin und her, strahlten über die ersten wirklich freien Schritte und … wir fielen! Das Fallen gehört zum Laufen lernen dazu. 

Dienstag, 4. Juni 2013

Psyche und Seele



(Ein Gastartikel von der Heilpraktikerschule-hpp24 mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung auf meinem blog)

Immer wieder tauchen bei uns im Unterricht Diskussionen auf zu dem Thema, was die Psyche denn eigentlich sei? 



Bild von © itiho - Fotolia.com

Deshalb habe ich mich mal gefragt, ob man Psyche mit Seele übersetzen kann?

In Wikipedia steht: Psyche käme aus dem Altgriechischen und stünde ursprünglich für Atem oder Hauch.

Ich finde, dies ist eine sehr interessante Ableitung. Denn normalerweise sprechen Menschen von der Psyche hauptsächlich in ihrer Bedeutung als Seelenleben oder Innenleben.

Im Unterricht sind wir auf dieses Thema gestoßen, weil wir die psychopathologischen Symptome besprochen haben und uns dann fragten, was dieser Ausdruck Psychopathologie denn eigentlich bedeute.

Kann denn eine Seele krank sein oder werden?

Meiner Ansicht nach nein.

Meiner Meinung nach ist unsere Seele unser ursprünglicher Kern. Sie ist der Anteil in uns, der zum Göttlichen gehört. So glaube ich, dass unsere Seele immer gesund ist. Das was erkranken kann sind die Hüllen, in die unsere Seele sich hier auf der Erde begibt.

So hat die Seele eine körperliche Hülle, eben unseren Körper, der erkranken kann und zu dieser körperlichen Hülle gehört auch der Geist, welcher ebenfalls erkranken kann.

Meines Erachtens sprechen wir von diesen Erkrankungen des Geistes, wenn wir von psychischen Erkrankungen sprechen.

Was meinst du dazu?

Doch wieso spricht man dann von der Seelsorge? Viele unserer Studentinnen wollen ja als Heilpraktiker für Psychotherapie tätig werden (http://heilpraktiker-psychotherapie-24.de/) und haben eben auch die Vorstellung Menschen und in diesem Bereich seelsorgerisch zu helfen.

Wem gilt dann ihre Sorge? Der Seele? Der Psyche oder gar dem Geist?

Eine spannende Überlegung, finde ich, die deutlich macht wie unterschiedlich doch unsere Vorstellungen zu den einzelnen Begriffen so sind.

Und wie leicht es dann auch zu Missverständnissen kommen kann.


Montag, 3. Juni 2013

Verlorene wiederfinden mit google

Wenn mich Wehmut nach alten und verlorenen Freunden überkommt, dann gehe ich in Gedanken in die Vergangenheit zurück. Ich suche nach Menschen, die mir einmal wichtig waren. Klassenkameraden von verschiedenen Schulen, Studenten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Arbeit, Seminarteilnehmer. Eine Menge Leute kommen da im Laufe der Jahre zusammen. Dabei gilt es, verschiedene Hürden zu überwinden. Welche Menschen waren mir da eigentlich wichtig? Wie hießen die noch? Du erschrickst darüber, dass dir so viele Namen nicht mehr einfallen. Du erinnerst dich an Gesichter und Geschichten, aber oft nicht an den Namen. Dann fällt er dir plötzlich ein, wenn du gar nicht dran denkst. Und dann kommt die große Stunde von Google.
Du setzt dich vor den PC und gibst den Namen ein. Ist diese Person im Netz zu finden? Wo lebt sie jetzt, was macht sie wohl, was erfährst du nach all den Jahren? Es ist ein wenig wie das Prinzip "Wundertüte". Du weißt nichts konkretes, aber du bist gespannt, was die Dateien so enthalten. Manchmal findest du nichts, aber oft taucht da auf einmal ein Gesicht auf! Ah, ist der alt geworden! Oh, die hat sich ja kaum verändert! Nein! Die wohnt ja gleich hier um die Ecke! Warum bist du ihr nicht mal über den Weg gelaufen! Du forscht weiter bei Facebook, bei Xing oder Twitter und dann knüpfst du ohne viel Federlesens an eine Geschichte an, die du längst für beendet geglaubt hast. Du klickst nur auf einen Button. Jetzt bist du wieder befreundet, bekannt und vernetzt. So manche Verlorene habe ich auf diesem Weg wiedergefunden. Wiedergefunden?
Nicht so ganz! Die Jahre des "Nichtkontaktes" lassen sich nicht einfach auslöschen. Es ist halt "nur" eine Facebookfreundschaft. Aber immerhin, die Möglichkeit besteht, den Faden wieder aufzunehmen und an einer gemeinsamen Geschichte weiterzuschreiben. Was wäre das für eine große Freude, wenn hier unter meinem Text im Kommentar erscheinen würde: "Hallo! Kennst du mich noch?"

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