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Samstag, 31. Juli 2021

Ich treffe mich mal mit mir selbst!



Wenn ich am Morgen meine Beine aus dem Bett hebe bleibe ich für einen Moment auf der Bettkante sitzen und besinne mich: Was wünsche ich mir für den heutigen Tag?

Wenn ich beim Frühstück in mein Brot beiße, mache ich eine kurze Pause. Was esse ich hier eigentlich?
Wenn ich unterwegs bin, mache ich eine kurze Pause. Lasse die Welt für einen Augenblick still stehen. Wenn ich die Zeitung lese, mache ich beim Lesen eine kurze Pause. "Was habe ich da gerade gelesen?" Wenn ich mit jemandem spreche unterbreche ich meine eigene Rede und mache eine kurze Pause.
Mit jeder Unterbrechung werde ich mir meiner selbst gewahr. Ich steige aus aus dem Alltagsgeschäft aus und spüre mich selbst.
Wenn ich anfange wahrzunehmen komme ich in den Genuss des Hier und Jetzt
Ich wünsche mir den Genuss des Augenblicks, wo ich mich unterbreche um mir selbst zu begegnen.

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Freitag, 30. Juli 2021

Urlaub ist wenn man auch Sonntag lange wach bleiben kann.

eine interessante Denke haben wir Menschen heute. Wir denken von der Arbeit her. Am Montag fängt die Arbeitswoche an und endet am Freitag. Dann haben wir das Wochenende um dann wieder arbeiten zu müssen. Der Sonntag ist für die Erholung da, damit wir das Leben dann meistern können. Eigentlich denken wir immer noch wie Sklaven und teilen ein in Arbeit und Freizeit.
Besser wäre doch aus meiner Sicht ein ganzheitliches Denken. Ich bin grundsätzlich frei in meinen Entscheidungen und ich mache das, womit ich ganz einverstanden bin. Ich lebe nicht nur am Sonntag sondern jeden Tag, auch am Montag oder Dienstag. Im Urlaub geben wir uns dann die großen Erlaubnisse. Am Sonntag lange wach zu bleiben. Außerhalb müssen wir früh ins Bett damit wir am Montag fit sind. Im Urlaub gönnen wir uns die Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben. Für ca. 30 Tage im Jahr. Auch wenn die Urlaubstage begrenzt sind - in Gedanken kannst du jeden Tag Urlaub machen. Du gehst zwar am Montag zur Arbeit aber gedanklich könntest du im Urlaubsmodus sein. Niemand zwingt dich, mit deinen ganzen Gefühlen und mit all deinem Denken und Handeln dich in den sklavischen Arbeitsmodus zu bewegen. du darfst dir die innere Freiheit bewahren. Wer könnte dich daran hindern? Nur deine inneren Glaubenssätze! Urlaub ist, wenn du innerlich frei bist.
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Donnerstag, 29. Juli 2021

Im Urlaub lebe ich nach dem Motto: Hier kennt mich eh keiner!

Dort, wo du wohnst verhältst du dich so, dass alle gut von dir denken. Du hast ein bestimmtes Bild von dir bezüglich deiner Kleidung, deiner Essgewohnheiten, deine Art, wie du mit dir und den Menschen kommunizierst. Du möchtest für dich und die Welt zuverlässig sein. Wenn dich jeder kennt passt du auf, dass du dich nicht daneben benimmst, oder?
Aber was ist, wenn dich niemand kennt. Was würdest du dann tun? Wenn man dich nicht ablehnen wird oder die Ablehnung irrelevant ist? Im Urlaub erlauben wir uns ja manchmal Dinge, die wir im Alltag nie machen würden. Du trägst vielleicht Schlabberlook oder isst als Vegetarier doch einmal ein Schnitzel. Du trinkst ein Glas Wein zu viel oder auch zwei. Du lässt dich auf mehr Nähe zu dir fremden Menschen ein ;-) oder nimmst dir sonst eine Freiheit. Nur, weil und wenn dich niemand kennt. Sonst passt du auf. Oder lebst angepasst. Du brauchst ja die Menschen um dich herum und ihr Wohlwollen - denkst du!
Aber stimmt das? Wie wäre es, wenn wir alle viel buntere Paradiesvögel wären. Natürlich mit Rücksicht aufeinander und mit dem Wunsch, dass es Platz für alle gibt. Das Leben könnte farbenfroher werden. Was würdest du tun, wenn dich niemand kennen würde. Was wolltest du immer schon einmal machen und du hast es nicht gemacht, weil du um deinen Ruf fürchtest?
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Mittwoch, 28. Juli 2021

Bin im Urlaub! Komme vielleicht wieder zurück.

Du fährst in den Urlaub und - kommst nicht wieder zurück. Du bleibst dort oder reist dann weiter. Aber du kommst nicht zurück. Du lässt deine Wohnung hinter dir, deinen Arbeitsplatz und alle Sozialkontakte. Du brichst auf und kehrst nie wieder zurück. Welch eine Vorstellung!
Macht dir das Angst oder setzt diese Vorstellung dich frei? Irgendwann wirst du verreisen und nicht wieder zurückkehren können. Dann, wenn du stirbst. Deine letzte Urlaubsreise wird das sein. Heraus aus deinem Körper und hinein in das, was danach kommt.
Bin im Urlaub! Komme vielleicht wieder zurück. "Vielleicht" - vielleicht aber auch nicht. Ich behalte mir die Freiheit. Und darum geht es! Den Freiraum zu spüren. Ich muss nicht - ich darf. Ich könnte wenn ich wollte. Der Arbeitsalltag lässt uns ja denken, dass es ewig bis zur Rente so weiter geht. Die Familie bleibt bis zum Ende meiner Tage zusammen. Aber das stimmt ja nicht. Dein Leben ist eher wie Sand. Es zerrinnt zwischen deinen Fingern. Du wirst ihn auf die Dauer nicht festhalten können.
Du bist im Urlaub und kommst vielleicht zurück. Wenn ich im Urlaub bin, dann sitze ich manchmal am Flughafen und warte auf den Aufruf. Dann gibt es einen Moment wo ich denke: "Ich steige einfach nicht ein! Dann geht der Flieger ohne mich!" Nur für einen Augenblick! Und in diesem Augenblick übe ich für meinen letzten Tag. Gehe in den Urlaub und komme nicht zurück.
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Dienstag, 27. Juli 2021

Urlaub? Endlich Zeit für Grippe!

Kaum hast du Urlaub - kommt die Erkältung. Pünktlich und dann, wenn du es dir leisten kannst. Im Arbeitsalltag musst du deine Frau oder deinen Mann stehen. Dann kommt nach langer Arbeit das Wochenende und schon kommt die Erkältung. Sie weiß halt, was sich gehört und dass du so verantwortungsvoll bist.
Wenn schon krank dann nur im Urlaub! Deine Kollegen machen das ganz anders. Ständig krank und dann auch noch Urlaub machen. Sie haben gar keinen Grund sich zu erholen, denn sie arbeiten ja nicht. Die machen ja ständig krank. Feiern krank!
Aber Grippe im Urlaub ist gar nicht so schlecht. Dann kümmerst du dich endlich mal auch um dich selbst. Du gibst dir die Erlaubnis im Bett zu bleiben, leckere Tees zu trinken und dich verwöhnen zu lassen. Du machst es dir kuschelig warm und alle Arbeitsvorstellungen fallen von dir ab.
Wie sähe denn die Alternative aus, wenn du ehrlich bist? Du hast Urlaub und streichst endlich den Zaun und reparierst den Mixer. Da ist Grippe doch besser! Die Grippe kommt und sagt dir: "Willst du schon wieder arbeiten? Mit mir nicht! Ich lasse dich einfach nicht! Ich zwinge dich zum Erholungsglück. Du könntest es leichter haben wenn du pfleglicher mit dir umgehen würdest." Urlaub? Endlich Zeit für die Grippe! Oder endlich Zeit für sich selbst!
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Montag, 26. Juli 2021

Die Welt ist zu groß um nur an einem Ort zu bleiben!

Ja, du kannst dich in deine Wohnung verkriechen und dort in nur einem Zimmer und dort versteckst du dich unter die Bettdecke. Dort ist dein Ort wo du dich eingräbst. Wäre aber doch schade, oder?
Die Welt ist zu groß um nur an einem Ort zu bleiben! Früher waren die Menschen gebunden an ihr Dorf. Sie hatten keine schnellen Reisemöglichkeiten wie wir heute. Meine Großeltern haben nie ihre engste Umgebung verlassen. Ihre Welt war sehr klein. Wir leben heute in der Zeit der tausend Möglichkeiten.
Mir wird bewusst, dass das Leben ja eigentlich ein Abenteuer ist. Unsere Neugier bekommt viele Möglichkeiten, etwas zu entdecken. Und zugleich habe ich den Gedanken, dass in jedem von uns noch eine Steinzeitidentität lebt. Bist du Siedler oder Nomade? Welche genetischen Marker sind in dir aktiver? Als Siedler reicht dir dein Haus und dein Bett. Aber wenn du nomadische Anteile in dir hast, kannst du sie in dieser Zeit unglaublich nutzen. Mal eben ins Internet und die Welt ins Haus holen. Mal eben schnell einen Flug buchen oder sich ins Auto setzen. Kurz nach Wien fliegen und eine Sachertorte kaufen und am Nachmittag schon auf dem eigenen Balkon Kaffee trinken mit originalem Kuchen original von dir importiert aus Wien.
Manchen macht die große Welt und das Wissen darum aber auch Angst. Mein Gott, was alles weltweit jeden Tag passiert. Revolutionen, Kriege, Morde, Unterdrückung, Hunger, Klimakatastrophen... Da bleibst du lieber in deinem Haus und hängst dir schöne Bilder an die Wand. Du kannst dich entscheiden: Museum oder doch lieber Abenteuer!
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Samstag, 24. Juli 2021

Der Ursprung vom Urlaub


Ich erlaube mir etwas!
Ich spreche mir selbst eine Erlaubnis aus!
Ich darf!
Ich bin heute gerne freundlich zu mir!

Wortaufdröselung von "Urlaub"
Ur und laub.
Ur wie Ursprung, Anfang, Grundsatz.
Laub wie Erlaubnis
Urlaub übersetzt heißt dann: "Der Ursprung von Erlaubnis"
Da, wo die Erlaubnis herkommt.
Wo sie entsteht.
Urlaub ist also die Zeit, wo ich wahrnehme, dass ich mich mit der Erlaubnis verbinde.
Sie existiert von Anfang an.
Vom Ursprung meiner Existenz her.
Ich erinnere mich einmal im Jahr daran, dass ich die Erlaubnis besitze, da zu sein auf dieser Erde. Diese Erlaubnis brauche ich von niemandem.
Ich bin Urlaub!
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Freitag, 23. Juli 2021

Was urlaubst du dir?

Was urlaubst du dir da eigentlich?
Fährst einfach so weg und nistest dich in fremden Betten ein.
Nimmst mit, wen du magst. Oder fährst einfach allein.
Gibst sinnlos Geld aus für überflüssige Dinge.
Gehst essen und könntest Geld sparen, indem du selber kochst.

Was urlaubst du dir da?
Verstopfst die Straßen mit deinem Auto und verpestest die Luft.
Nur weil du mal was anderes sehen willst.
Verscheuchst die Menschen, die an deinem Urlaubsort leben.
Hast besondere Ansprüche an dein Hotel nur weil es ein paar Sterne hat.

Was urlaubst du dir da so?
Sonst bist doch auch sparsam und ordentlich.
Du gehst zur Arbeit und bist sozial verträglich.
Du fährst mit dem Fahrrad oder mit der Bahn.
Du kaufst deine Lebensmittel in Bio oder im Supermarkt.
Du bist so wunderbar angepasst, dass du auf keinen Fall auffällst.

Was urlaubst dir?
Belegst plötzlich mit deinem Handtuch fremde Liegen.
Meckerst in Hotels am Essen herum.
Beschwerst dich über Schlangen am Flugschalter.
Gehst deiner Famillie auf die Nerven durch deine Nörgelei.

Du urlaubst dir da ganz schön was zusammen.
Könntest du dir sparen.
Mach es doch wie immer und bleib an deinem Platz und in deinem regulären Leben.
Was, um Himmels willen, urlaubst du dir!

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Donnerstag, 22. Juli 2021

Mach mal Urlaub in deinem Herzen! Da ist es noch nicht überfüllt.

Suchst du noch ein Hotel für die Urlaubszeit? Hast du alle Planungen abgeschlossen? Suchst du noch einen Platz an der Sonne, der nicht überfüllt ist? Wo du dich nicht mit deinem Handtuch neben laute Familien quetschen musst? Suchst du noch nach dem Ort, wo du etwas zu essen bekommst ohne lange warten zu müssen?
Mach doch mal Urlaub in deinem Herzen! Da ist es noch nicht überfüllt. Dort bist du die Herrin oder der Herr. Dort ist unendlich viel Platz für dich. Dort scheint die Sonne und es ist super bequem. Du musst dafür nicht einmal lange reisen. Du bist im Bruchteil einer Sekunde dort. Es kostet dir kein Geld. Nur etwas Zeit. Aber die hast du ja in deinem Urlaub. Da will niemand etwas von dir. Die Zeit gehört nicht deinem Arbeitgeber.
Wenn du in deinem Herzen Urlaub machst brauchst du dich nicht ärgern über schmutzige Hotelzimmer und Dosenfutter. Es wird weder verregnet sein noch wird es unerträgliche Sonne geben. In deinem Herzensurlaub entscheidest alles du. Ausschließlich und niemand sonst. Du kannst dort die Zeit mit dir allein verbringen oder jemanden einladen. Wenn du unbedingt willst kannst du auch ein Hotel aus Mallorca darin deponieren. Wenn du Angst hast, dass es dir langweilig wird. Aber ich empfehle dir eine kleine Weile mit dir selbst. Du schließt die Augen, damit du nicht abgelenkt wirst und damit sich da nicht etwas einschleicht in dein Herz, was du nicht haben möchtest. Du schließt also die Augen und bist einfach mit dir in deinem Herzen. Zuerst wird es sehr unruhig dort sein. Du wirst eine Zeit brauchen, bis der Alltag und alle Sorgen sich verabschieden können. Dann könnte es dir für einen Moment unheimlich werden. Weil du die Stille nicht erträgst. Aber irgendwann bist du dadurch. Dann wird es still und frei und du kannst genießen. Den Urlaub in deinem Herzen kannst du auch außerhalb deiner Urlaubszeit machen. Jetzt in diesem Augenblick. Sogar an deinem Arbeitsplatz mitten im Stress. In deinem Herzen ist es nicht überfüllt. Da gibt es Freiraum und Platz!
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Mittwoch, 21. Juli 2021

Urlaubsreif?

So denken wir oft, nicht wahr? Viele Wochen und Monate gearbeitet und jetzt urlaubsreif. Du kannst einfach nicht mehr weiter. Keine Stunde Arbeit mehr. Es ist genug. Nur noch hinlegen und ausruhen. Urlaubsreif eben!
Wie wäre es mit urlaubsreif einmal anders. Bist du schon reif genug mit Urlaub umgehen zu können? Immerhin hast du davon ja nur ca. 30 Tage im Jahr. Wie viele Jahre musst du üben um das gut händeln zu können? Arbeiten kannst du gut. Das machst du an mehr wie 200 Tagen. Aber reif zu werden zur Gestaltung eines ordentlichen Urlaubs ist eine andere Hausnummer. Hast du dir überlegt, ob du wirklich ein Verreisetyp bist? Oder ob du dich nicht viel besser auf deinem Balkon aussannen kannst? Zwei Wochen Balkon oder Garten und jeden Tag einen anderen Partyservice bestellen? Die Infrastruktur im Umkreis von zwei Kilometern nutzen nach dem Motto: Ich verwandle meine Wohnung in ein Hotel? Bist du also schon reif genug, einen ordentlichen Urlaub hinzubekommen?
Oder noch anders! Obst schmeckt am besten, wenn es schön reif ist. Genug Sonnenenergie abbekommen hat. Dann kannst du Obst sehr genießen. Was könntest du im positiven Sinne machen, damit sich dein Urlaub schön reif anfühlt. Was braucht es für Sonnenenergie, damit du eine genussvolle Zeit hast? Vielleicht könntest du schon Urlaub vor deinem Urlaub machen. Damit der Unterschied nicht so krass ist. Einen sanften Übergang von einer Woche. Eine Woche Urlaub vor dem Urlaub und eine Woche Urlaub nach dem Urlaub. Wegen der angenehmen Urlaubsreife. Du legst deinen Urlaub eine Woche in die Sonne, genießt deine freie Zeit und verdaust anschließend für eine Woche.  Wer urlaubsreif ist macht mehr aus seinem Urlaub! ;-)
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Dienstag, 20. Juli 2021

Urlaub ist die Zeit, wo man zum Ausspannen eingespannt wird.

Du planst deinen Urlaub, weil du ausspannen möchtest? Klar! Du bist angespannt durch die privaten und beruflichen Herausforderungen. Du musst an so viele Dinge denken, die du erledigen musst. Ständig planen und organisieren. Dann auch noch die Vorwürfe, dass du das alles nicht richtig machst. Du schaust in den Terminkalender und fragst dich, wie du das alles hinbekommen sollst. Du fällst am Abend tot ins Bett und verkürzt deine Nachtruhe damit du am Tag ein bis zwei Stunden mehr zur Verfügung hast. Du lebst in einer Daueranspannung und hoffst auf den Samstag oder Sonntag für eine kleine Verschnaufpause. Mal eben kurz entspannen.
Du freust dich auf den Urlaub und auf eine wunderbare Reise. Aber um verreisen zu können musst du zuerst viele Dinge zu hause erledigen damit du "entspannt" losfahren kannst. Du hast also doppelte Arbeit! Die Reise vorbereiten und den Alltag meistern. Du solltest also den Urlaub abschaffen. Er verschafft dir die doppelte Menge an Arbeit. Urlaub ist die Zeit, wo man zum Ausspannen eingespannt wird. Wenn es nur nach dir gehen würde, dann würdest du einfach losfahren. Ohne Ziel und ohne Plan. Ein paar Sachen in den Koffer werfen und los. Aber du lebst nicht allein. Jeder in deiner Familie hat eine eigene Vorstellung von der Reise. Dir würde ein Hemd zum Wechseln reichen, aber der Rest will den ganzen Haushalt mitnehmen und du bist damit beschäftigt, den Reisehaufen wieder kleiner zu bekommen. Und - du bleibst in der Anspannung! Angespannt sitzt du im Auto, angespannt kommst du an und packst aus. Du wirst eingespannt, damit der Rest der Familie einen schönen Urlaub hat. Ist das so?
In diesem Jahr machst du alles anders. Du lässt dich nicht mehr einspannen! Du machst Urlaub nach dem Motto: "Es gibt nichts zu tun!" Du bist dann mal weg und kommst in drei Wochen wieder. Du stehst nicht zur Verfügung. Entweder fährst du mit oder du bleibst da. Du lässt dich einfach nicht einspannen. Du kannst ruhig an der einen oder anderen Stelle ein wenig mit anpacken. Mit dem Gefühl wie im Fitnesscenter. Du tust ein bisschen für deine Gesundheit. Aber nur, wenn es passt. Bloß nicht einspannen lassen, auch gedanklich nicht. Suche dir einen Platz im Zuschauerraum und schaue deiner Familie beim Reisespektakel zu. Es ist jetzt deine Zeit. Nur für dich! Morgen stehst du wieder zur Verfügung. Aber jetzt nicht!
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Montag, 19. Juli 2021

Ich habe Meerweh!

Hast du eher Heimweh im Urlaub oder Fernweh, wenn du zu hause bist? Zieht es dich ans Meer oder in die Berge? Kennst du dieses Gefühl von "Weh" als ob da etwas im Außen dich zieht?
Irgendetwas kann das Gefühl von "Weh" auslösen. Bilder vom Meer oder von den Bergen. Die Sehnsucht nach der Geliebten oder dem Geliebten wenn er fort ist. Weh kann auch entstehen wenn du am Meer bist und in die Ferne schaust. Oder wenn du den Berggipfel erreicht hast und das Panorama um dich herum genießt.
Da entsteht eine Art Ziehen in der Herzgegend. Eine Kraft, die dir sagt: "Komm her zu mir! Ich möchte dich ganz nah wissen! Du gehörst zu mir!" Zugleich kannst du dem Ruf nicht folgen. Du würdest im Meer ja ertrinken oder dich vom Berg herabstürzen. Dein Geliebter in der Ferne ist unerreichbar. Das erzeugt dann dieses Weh. Du möchtest und du kannst nicht. Was machst du dann? Du seufzt. "Warte nur! Eines Tages werde ich kommen!"
Was geschieht da in uns Menschen auf tieferer Ebene, wenn da das Weh auftaucht? Manche Menschen können es gar nicht ertragen und wenden sich schnell ab. Sie schütteln sich und denken, es ist nur gerade meine Phantasie. Kinder erleben diesen Schmerz fern von zu hause oft als unerträglich. Sie müssen sofort zu Mama und zum Hunde. Mama und Hund sind ja so alleine. Dabei fühlen sich die Kinder selbst alleingelassen.
Geht es darum auch bei uns Erwachsenen? Du stehst am Meer und schaust in die Ferne - und fühlst dich allein und verlassen. Zugleich weißt du, dass in der Ferne etwas ist, zu dem du gehörst. Das "Weh" ist ein sehr kostbarer spiritueller Moment. In dir wird die Erinnerung an Heimat wach. Es gibt einen Ort, wo du ursprünglich herkommst. Die göttliche Quelle in dir wird wach und erinnert dich daran, dass du nur zu Gast auf dieser Erde bist. Du wohnst in der Fremde. "Unruhig ist unser Herz, bis dass es ruht in dir." sagte Augustinus.
Darum ist die Urlaubszeit nicht unbedingt nur eine Erholung. Verborgen spürst du die Ewigkeit, die an dir kratzt und viel Weh auslösen kann. Genieße diese Herausforderung und atme und seufze tief durch. "Ach! Ich gehöre wo hin und werde eines Tages wieder dort sein!"
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Samstag, 17. Juli 2021

Der Mensch lasse zuerst sich selbst, dann hat er alles gelassen. (Meister Eckhart 1260 - 1327)

Ich schaue oft auf das Außen und mache mich da fest. Wenn mein Arbeitgeber sich verändert, dann geht es mir gut. Wenn das Wetter besser wäre würde ich spazieren gehen. Wenn ich mehr Geld hätte, dann könnte ich mir mehr kaufen und wäre dann glücklicher. Wenn mein Lebenspartner besser zuhören könnte wäre ich mit meiner Ehe zufrieden. Immer muss dann im Außen etwas geschehen.
Stelle dir vor, dass du von dir nach außen hin Fäden knüpfst. Du bist auf der einen Seite und am anderen Ende deines Fadens befindet sich eine "Außenstation". Was dort geschieht kannst du nur schwer beeinflussen. Dort geschieht, was immer geschieht. Du kannst wünschen, bitten, befehlen. Aber am Ende macht der andere Pol deines Fadens das, was dort geschieht.
Das andere Ende des Fadens liegt aber in deiner Hand und in deinem Herzen. Wenn du an dieser Stelle einen Faden loslässt, bist du wieder frei. Dann kann dein Gegenüber machen, was es will. Wenn ich alle Fäden loslasse dann muss ich nichts mehr halten. Nicht mehr ziehen. Keine Kraft mehr vergeuden.
Meister Eckhart geht noch einen Schritt weiter. Er spricht nicht von den "Fäden" im Inneren, die du loslassen sollst, sondern vom Menschen, der zuerst sich selbst lasse. Ich lasse mich los. Mich in meiner Tiefe. Ich gebe mich selber frei. Ich will nichts mehr. Ich halte gar nichts mehr fest. Ich wechsel das Betriebssytem. Mache eine Radikalkur. Ich werde zum Gast auf dieser Erde. Ich darf viel und muss nichts mehr. Ich lasse. Wenn ich also wieder etwas will, und unbedingt will, dann lasse ich als einen ersten Schritt. Ich lasse los, damit ich gar nicht erst festhalte. Ich fange mit dem Festhalten gar nicht erst an. Es macht ja schließlich keinen Sinn. Dann kann das Gewünschte sich ereignen, muss es aber nicht. "Der Mensch lasse zerst sich selbst, dann hat er alles gelassen." Es geht um eine Grundhaltung. Eine Grundhaltung, die grundsätzlich alles verändert. Eine herausfordernde tägliche Übung. Es ist nicht mit einem Beschluss getan. Tägliches Einüben in die Gelassenheit!
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Freitag, 16. Juli 2021

Fünf Sonnenminuten im Alltag können mehr bedeuten als ein Sonnentag im Urlaub.

Ich wünsche dir einen Urlaub mit ganz viel Sonne.
Überfüllige Freude.
Ein hüpfendes Herz.
Sprudelndes Leben.
Wenn das nicht möglich ist warum auch immer,
dann wünsche ich dir fünf Sonnenminuten im Alltag.

Wie kannst du das hinbekommen?
Indem du deine Aufmerksamkeit dahinlenkst und dich dafür entscheidest,
dass das jetzt eine Sonnenminute ist.
Du siehst einen Menschen, der sich freut und du lässt dich anstecken.
Du genießt etwas, was du gerne isst - süß oder pikant.
Du erinnerst dich an ein Ereignis, das dich mit einem Wohlgefühl erfüllt.
Du denkst an einen Menschen, den du gerne hast.
Du nimmst dir eine kleine Aufgabe vor, auf die du Lust hast.
Du pflückst eine Blume.
Du setzt dich hin und atmest bewusst.

Fünf Sonnenminuten im Alltag können mehr bedeuten als ein Sonnentag im Urlaub. Den Urlaub musst du nutzen, denkst du. Du hast ja nur begrenzt Zeit. Wehe, wenn du die Gelegenheiten nicht nutzt. Zwei verregnete Wochen und du bist enttäuscht. Aber fünf Sonnenminuten im Alltag kannst du dir schaffen. Das kannst du jeden Tag machen. Auch außerhalb der begrenzten Urlaubstage. Dann kann dein Urlaub "verregnet" sein. Das macht nichts. Du hast ja noch den Alltag. Die Chance auf fünf Sonnenminuten. 100 Prozent sicherer als ein Lottogewinn!
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Donnerstag, 15. Juli 2021

Liest du noch die Speisekarte oder isst du schon!


Auf den ersten Blick klingt dieser Satz vielleicht eigenartig. Darum will ich ein paar Sätze dazu schreiben.
Stell dir vor, du gehst mit Freunden in ein Restaurant. Der Kellner heißt euch willkommen und zeigt euch einen Platz, wo ihr sitzen könnt. Ihr setzt euch und der Kellner bringt die Speisekarte. Er überreicht dir sehr freundlich diese Karte und empfiehlt dir auch eine von den Speisen. "Suchen sie vegetarisch? Das finden Sie hier! Und auf dieser Seite stehen die Tagesgerichte! Der Fisch ist heute besonders zu empfehlen!"
Du bedankst dich beim Kellner und dann lest ihr alle die Speisekarte rauf und runter. Ihr tauscht euch aus. "Was nimmst du?" "Ja wie toll, das klingt auch ganz lecker!" Vor deinem geistigen Auge siehst du die toll angerichteten Speisen. Dein Magen ruft: "Hurra!" in seiner unnachahmlichen Art. Dann kommt der Kellner wieder und es geschieht etwas merkwürdiges. Du gibst dem Kellner die Speisekarte zurück und deine Freunde machen es ebenso. Ihr bedankt euch bei dem freundlichen Mann für das Austeilen der Karten, entrichtet eine kleine Leihgebühr und verlasst das Lokal.
"Hä!" wirst du jetzt denken, oder? Das ist doch völlig schräg! Man geht doch in ein Lokal um zu essen. Du liest zwar die Speisekarte, aber das Ziel ist doch das Essen. In meiner Geschichte gibt es aber keine Bewusstheit vom Essen, sondern nur die Bewusstheit einer Speisekarte. Dort werden die Speisen gelesen, aber nicht konsumiert. In meiner Geschichte ist das völlig in Ordnung so. Meine Besucher kennen es nicht anders. Sie gehen in eine Lokal um Speisekarten zu lesen.
Du würdest jetzt vielleicht mit deinem erweiterten Bewusstsein sagen: "Wie schräg ist denn das! Das Eigentliche haben die Gäste doch verpasst. Das Wesentliche kommt erst nach der Bestellung. Es geht um das Essen, das Genießen und das Sattwerden. Vom Lesen wirst du nicht satt!"
Jetzt wirst du vielleicht fragen warum ich diesen Gedanken mit dir teile. Ich möchte dich einladen, diese Geschichte auf dein Leben zu übertragen. Wo liest du noch die Speisekarte und merkst nicht, dass du eigentlich essen dürftest?
Ich wage einmal eine Übertragung. In der Kirche erzählt dir der Pfarrer im Rahmen seiner Predigt etwas über Gott. Er erzählt, dass er gütig ist und dass man ihm vertrauen kann. Er liest dir vor, was in der Bibel steht und erklärt dir, wie du das verstehen kannst. Mit meinen Worten. Er liest eine Speisekarte vor. Aber isst du auch? Du hörst vielleicht etwas über Gott, aber du isst ihn nicht. Du spürst ihn nicht in dir und hast keine Gespür dafür in ihm zu leben. Du bekommst selten eine Anleitung zum "Gott spüren". Gerade in spirituellen Fragen habe ich oft den Eindruck, dass wir alle Speisekarten lesen und gar nicht wissen, dass es ums Essen geht.
Stell dir doch einmal vor, dass die Predigt ausfällt. Der Pfarrer würde sagen: "Herzlich willkommen! Schließe deine Augen und achte auf deinen Atem wie er kommt und geht. Nimm wahr, welche Bilder in dir auftauchen und welche Gedanken entstehen. Hörst du die Stimme Gottes? Was sagt er gerade. Was nimmst du wahr?" Dann - Stille. Zeit zum Wirken! Nach einer Weile lädt der Pfarrer ein zum Teilen: "Wer möchte erzählen, was geschehen ist?"
Auf einmal gäbe es eine Demokratisierung von Religion. Alle würden von den kostbaren Speisen erzählen, die sie gerade gegessen haben. Alle würden merken, dass sie den Sprung geschafft haben vom Lesen der Speisekarte hin zum Genießen der Speisen.
Die Gotteserfahrung ist meine Herzensangelegenheit. Ich weiß nicht, ob dir mein Bild etwas sagt. Vielleicht lässt es sich auch auf andere Situationen übertragen. Du hörst von Musik aber in dir gibt es keine Melodie. Dir erzählt jemand von Farben aber deine Welt ist schwarz und weiß. Du hörst, dass es die Liebe gibt, aber dein Herz bleibt bei der Sehnsucht stehen. Darum noch einmal meine Frage: Liest du noch die Speisekarte oder isst du schon?
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Mittwoch, 14. Juli 2021

Vom Seiltänzer lernen!


Von einem Seiltänzer hörte ich die Worte, die er Kindern beibringt, wenn sie auf das Seil wollen. "Schau dahin wo du hin willst! Wenn du auf den Boden schaust - willst du da hin!"
Den Gedanken fand ich interessant. Wenn ich mich auf das Seil stelle, dann muss ich das Ziel vor mir ins Auge fassen und mich darauf konzentrieren. Dann schleicht die Angst hoch und der Gedanke kommt: "Ich könnte fallen!" Ich schaue nach unten. Ich sehe den Abgrund und  - ich falle. Ich lenke also meine Gedanken vom Ziel vor mir um hin zum Ziel unter mir.
Auch, wenn ich mir sage, dass ich zum Boden nicht hin will - das Unterbewusstsein kann "nicht" ja nicht denken. Es denkt immer positiv. Wenn ich zum Boden schaue und nicht fallen will, programmiere ich mich auf das Fallen. Automatisch!
Der Seiltänzer ist also mit seiner ganzen Aufmerksamkeit auf das Ziel ausgerichtet, das vor ihm liegt. Wie gehst du um mit deinen Zielen? Bist du auf dein Ziel auch ausgerichtet? Mit wie viel Prozent deiner Energie und deiner Achtsamkeit? Lässt du es zu, dass sich "Absturzgedanken" einschleichen? Wenn du das zulässt, hast du schon verloren. Du verkrampfst auf dem Seil deines Lebens und du hörst auf zu tanzen.
Dein Leben gleicht einem ständigen Tanz. Du tanzt und unter dir lauert der Abgrund. Der Abgrund ist da, auch wenn du kein professioneller Seiltänzer bist. Du setzt dich ins Auto und fährst los. Du bewegst dich unter den vielen Autos auf der Autobahn. Kommt dir der Gedanke, dass du sterben könntest? Dass Autofahren total gefährlich ist? Dass du ein unglaubliches Risiko eingehst?
Und wenn du dein Gemüse isst? Weißt du zu hundert Prozent, dass es keine Pestizide enthält? Und wenn du liebst oder in einer Beziehung lebst. Kannst du dich wirklich und total darauf verlassen, dass deine Liebe erwidert wird?
Du tanzt und unter deinen Füßen lauert der Abgrund der Angst. Die Angst sagt dir ständig, dass das Leben nicht sicher ist. Überhaupt nicht! Und? Gehst du mit meinen Gedanken mit oder hast du "STOPP!" gemacht! Bist du bei deinem Ziel geblieben? Der Abgrund ist da. Das Ziel auch. Und du, du tanzt!
Da taucht in mir das Bild auf von einem Menschen, der wie auf heißen Kohlen tanzt. Er möchte sich nicht verbrennen und springt ständig hin und her um sein Leben zu schonen. Du kannst auch so auf dem Seil des Lebens tanzen. Immer mit der Bedrohung im Herzen - da sind die glühenden Kohlen.
Oder du entspannst dich, wirst gelassen und gehst in die Freude des Tanzens. "Schau da hin, wo du hinwillst. Wenn du auf den Boden schaust - dann willst du da hin!"
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Dienstag, 13. Juli 2021

Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende. (persische Weisheit)

Ist doch logisch oder? Das weiß jedes Kind, dass jede dunkle Nacht ein helles Ende hat. Nach jeder Nacht kommt ein neuer Morgen. Diese Erfahrung macht jeder Mensch seit Beginn des Lebens. Diese Erfahrung teilt die ganze Menschheit. Vielleicht bildet eine Sonnenfinsternis und ein Vulkanausbruch eine Ausnahme. Aber generell gilt dieser Satz.
Eigentlich geht es bei dieser persischen Weisheit um die Erfahrung, dass auch in einer ausweglosen Situation immer noch etwas möglich ist. Oder in einer Lebenskrise immer noch ein Fünkchen Hoffnung sein kann. Der Mensch in der Dunkelheit und mitten in der Krise kann leider das Licht nicht mehr wahrnehmen. Für ihn ist es ewige Nacht. Es gibt keinen neuen Morgen.
Für diesen Menschen hilft dann die Erinnerung. "Erinnerst du dich daran? Es war mal besser und es wird auch wieder besser werden." Aber Vorsicht mit einer solchen Ermutigung. Das kann schnell nach rückwärts gehen. Die dunkle Nacht muss man schon auch mal aushalten. Zugleich möchte ich noch die Perspektive erweitern. Dass es hell wird steht außer Frage, es ist nur die Frage wann. Wenn du in der Krise bist kannst du sagen: "Das ist das Ende!" Du kannst aber auch sagen: "Diese Dunkelheit ist der Anfang von etwas, das ins Helle führt!" Du entscheidest, welche Perspektive du einnimmst. Machst du dich fest in der Dunkelheit oder schaust du auf das, was neu kommt.
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Montag, 12. Juli 2021

Auch sind ja alle Dinge so oder anders nachdem wir sie so oder anders betrachten. (Wilhelm Heinrich Wackenroder)


Die Dinge ändern sich, je nachdem, wie ich sie betrachte. Probiere doch mal folgendes aus: Schaue dir einen Baum an und suche nach den Stellen, die dir nicht gefallen. Was findest du hässlich? Steht er nicht doch irgendwie am falschen Platz? Wie sind die Äste ausgerichtet? Die Baumrinde! Die Blätter. Suche die kranken Stellen. Hat fast jeder Baum. Schaue dir diesen Baum an und stelle fest, wie elendig er aussieht.
Dann suchst du dir einen Baum aus, der auf den ersten Blick ganz prima ist. Auch dort fängst du an und suchst nach dem, was dir nicht gefällt.
Dann gehst du zum ersten Baum zurück und stellst dir vor, dass das der schönste Baum der Welt ist. Bislang ist das noch niemandem aufgefallen. Dieser Baum hat wunderbare Teile. Er ist originell. Ein Unikat! Den zweiten Baum betrachtest auch auch wieder wie ein Weltwunder.
Du schaust dir die gleichen Bäume an und kommst zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ich bin der Betrachter und ich entscheide, wie etwas auf mich wirkt.
Was für Bäume gilt, gilt auch für Menschen. Ich kann meine eigenen Kinder sehr verschieden anschauen. Probe gefällig? "Mein Sohn ist verhaltensauffällig. Er räumt nie auf und kann nicht am Tisch sitzen bleiben. Konzentrieren geht nur für ein paar Minuten und außerdem streitet er sich jeden Tag mit seiner Schwester. Ich bin inzwischen fix und fertig mit den Nerven."
Oder: "Ich liebe meinen Sohn! Wenn ich ihn anschaue geht mir das Herz auf. Allein wie er sich freuen kann wenn er etwas sieht, was ihm gefällt! Er ist so lebendig. Er sprüht vor lauter Energie. Wie wunderbar!"
Wie wäre es, sich im Betrachten der Wirklichkeit einzuüben? Was möchte ich sehen? Auch sind ja alle Dinge so oder anders nachdem wir sie so oder anders betrachten.

Samstag, 10. Juli 2021

Einen Reichtum an Freundschaft für dich!


Ein Freund ist jemand, 
dem man den ganzen Inhalt des Herzens
reichen kann, weil man weiß,
dass er ihn mit zärtlicher Hand
annehmen und sichten wird.

(aus Arabien)

Mögest du reich gesegnet sein mit solchen Freundinnen und Freunden.
Möge dein Herz voller Dankbarkeit für dieses Geschenk sein.
Mögest du selbst eine Freundin und ein Freund sein mit einer zärtlichen Hand.
Möge dein Sichten voller Friede und Zuwendung sein!

Freitag, 9. Juli 2021

Was wirklich zählt! Teil 4: Du darfst dich angstfrei weiterentwickeln


 
„Ich tue das nie, nie wieder!“ In mir entsteht das Bild von mir als ich ein kleiner Junge war. Ich möchte einmal diese wunderbare bunte chinesische Tasse in der Hand halten und befühlen. Dabei werde ich erwischt und lasse vor Schreck die Tasse fallen. Mutter steht zornig und enttäuscht vor mir. Ich bekomme ihre ganze Wut und den Ärger ab. Die schöne chinesische Tasse von meiner Tante liegt nun in tausend Scherben da.
Ich bin ein Verbrecher. Man wird mich von meinen Eltern entfernen und ich lande im Heim. Unter lauter fremden Kindern. Ich werde alles verlieren. Meine Mutter wird mich nie wieder lieben und bei Vater werde ich auch keinen Trost finden. Ich bin schuldig. Die Scherben liegen da. Das Bild prägt sich ein wie das Brandmal bei einem Kalb. Die zerbrochene Tasse, die wütende und aufgelöste Mutter und ich hilflos und voller Angst. Nichts kann mich trösten oder beruhigen. Unauslöschlich gräbt sich das Erlebnis ein in jede Zelle meiner Haut.
Ich übertreibe? Ja, aus der Perspektive eines Erwachsenen. Du würdest es nivellieren. Es war schlimm und so schlimm auch wieder nicht. War ja nur ein Tasse. Die kann man ersetzen. In der Erwachsenenhaut gibt es das Erschrecken und das Beruhigen. Die Einsicht, dass ein Schaden entstanden ist. Ich entschuldige mich und bezahle die Rechnung. Ich vergewissere mich, dass die Beziehung nicht gelitten hat und dass wir uns wieder gut sind. Das Ganze dauert zehn Minuten.
Aber aus der Perspektive eines Kindes? Du hast keine Vorstellungen von Zeit, Kosten, Folgen oder Bewertungen. Du erschrickst, erstarrst und fühlst dich dem Tode nahe. Du bist nicht in der Lage, damit umzugehen. Du musst es erst noch lernen. Wenn du als Kind so hilflos und ohnmächtig dastehst wirst du alles dafür tun, dass dir das nie wieder geschieht.
„Ich tu das nie, nie wieder!“ So schnell wirst du keine Porzellantasse mehr in die Hand nehmen. Die Angst wird dich hindern. „Lass es stehen! Sonst lässt du es fallen und du weißt genau, was passieren wird. Willst du, dass die Welt zusammenbricht und alle geliebten Menschen sich von dir entfernen?“ Das willst du nicht, weil du ja alleingelassen sterben müsstest. Du bist angewiesen auf deine Eltern und auf ihr Wohlwollen!
Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Du kommst als Schöpfer, als Erfinder und Entdecker auf die Welt. Voller Lust und positiver Energie drückst du dich aus. Das Wort Angst kennst du nicht im Zusammenhang mit Menschen. Höchstens mit normalen Abläufen des Alltags wie bei den Tieren. Da kommt plötzlich und unerwartet etwas auf dich zu, das dich erschreckt. Die Nacht bricht herein und du siehst nichts mehr. Geräusche dringen an dein Ohr, die du nicht deuten kannst.
Direkt bei dir jedoch hast du Kontakt zu deinen Eltern. In ihrer Nähe fühlst du dich sicher und geborgen. So lernst du eine gesunde Mischung aus Vertrauen und den Umgang mit unbekannten Situationen. Die Nähe deiner Eltern verleiht dir den Mut, deine Komfortzone zu verlassen und Neues zu wagen.
Wie jedoch entwickelst du dich, wenn deine Eltern unsicher sind? Wenn Vater und Mutter in einer angespannten Beziehung leben? Wenn deine Mutter Angst um dich hat und dir nichts zutraut? Wenn sie dich permanent beschimpft und überfordert? Wenn du in einem Umfeld von Angst aufwachsen musst? Die ersten Jahre deines Lebens prägen dich. Und als Erwachsener musst du mit deiner Prägung das Leben bestehen.
Vielleicht erinnerst du dich gar nicht mehr an die einzelnen Ereignisse aus deiner Kindheit. Aber du wirst ein Grundgefühl entwickelt haben. Du wirst eher vertrauen und dir kraftvoll das Leben erobern oder dich zögerlich zurückhalten und dich eher verweigern.
Wenn du angstvoll aufgewachsen bist bleibt dir nichts anderes übrig, als damit zu leben. Du wirst in der Regel sehr vorsichtig sein. Du wirst dazu neigen, viele Versicherungen abzuschließen, Türen und Fenster in deiner Wohnung zu verriegeln und ständig zu überprüfen. Dir unbekannte Menschen werden erst einmal beweisen müssen, dass sie vertrauenswürdig sind. Dein Immunsystem wird stark herausgefordert sein und du wirst stärker zu Allergien neigen als andere. Du wirst oft das Für und Wider abwägen und dich nicht gut entscheiden können. Du wirst dazu neigen, die Schuld auf dich zu nehmen und lieber kein Nein zu riskieren. Du wirst Lebensmittel nicht essen wenn sie nicht absolut sicher sind. Du wirst das Gefühl haben als ob um dich herum eine Mauer aufgebaut ist, die du nur angestrengt überwinden kannst. Je größer die Angst, desto höher und dicker die Mauern und das Bemühen, dir Sicherheit zu verschaffen.
Und du machst die Erfahrung, dass es nie genug ist. Noch eine Versicherung zusätzlich, noch vorsichtiger sein, noch weniger wagen. Die Angst und die Angst vor der Angst lauern dir ständig auf.
Wenn du dich weiterentwickeln möchtest bleibt dir nichts anderes übrig, als zu lernen, mit der Angst umzugehen. Menschen, die relativ angstfrei aufwachsen können sich da nicht wirklich gut einfühlen. Welche Möglichkeiten hast du? Du kannst weitermachen und alles, was Angst macht, vermeiden. Du flüchtest! Oder du stellst dich mutig den Herausforderungen. Du durchlebst die Angst. Du lässt dich von ihr überfluten. Du setzt dich daneben. Du lernst, trotzdem zu atmen. Du entschließt dich dazu, der Angst nicht mehr so viel Raum zu geben, dass sie dein Leben verhindert. Du entschließt dich zu einer neuen Lebensphilosophie: „Ich habe Angst davor, also mache ich es.“ Mach dir keine Sorgen. Es wird noch genug Angst übrig bleiben. Aber du wirst dich weiterentwickeln.
Stell dir aber vor, dass es den großen Tag geben wird, wo du dich weiterentwickelst jenseits der Angst. Einfach nur weil du Freude hast. Tiefe Freude an dir, an den Menschen um dich herum und an den Dingen. Du kehrst zum Anfang deines Daseins zurück. Du erinnerst dich daran, dass du mit voller Energie und grenzenlosem Vertrauen ausprobieren und gestalten darfst. Du darfst wie ein Baby die Welt erobern und machst das mit einer Bewusstheit von absoluter Sicherheit.
Du kannst es lernen, den Raum der Angst zu überwinden und zu ersetzen durch das Wissen, dass du Teil eines göttlichen Ursprunges bist. Deine Angst verzerrt dir den Blick auf die Wirklichkeit. Mit deiner Angst wirst du in vielen Menschen einen Feind sehen, der dich ausbeuten, betrügen und übervorteilen wird. Jenseits der Angst jedoch wirst du in jedem Menschen einen Bruder oder eine Schwester sehen. Einen Spielkameraden, mit dem du die Welt erkunden darfst.
Wo befindest du dich gerade in deiner persönlichen Entwicklung? Hast du schon alle Urängste kennengelernt und überwunden? Lebst du schon in der Freiheit der Kinder Gottes? Ich merke immer wieder, dass meine Vergangenheit ihren Schatten über mich legt, aber die Macht verschwindet mehr und mehr und das fühlt sich gut an. Stell dir vor, dass du dich angstfrei weiterentwickelst. Stell dir vor, dass du das kannst und dass das ganz selbstverständlich ist. Lerne solche Menschen kennen und lass dich von ihnen anstecken. Spüre den Unterschied, der einen Unterschied macht. Du kannst lustvoll und neugierig die neuen Räume betreten oder vorsichtig und zurückhaltend. Sterben musst du sowieso. Aber es reicht, das am letzten Tag deines Lebens zu machen. Sonst stirbst du jeden Tag und hast gar nicht gelebt. 

Donnerstag, 8. Juli 2021

Was wirklich zählt! Teil 3: Nimm wahr, dass du äußerst liebenswert bist



Du kannst es nicht leugnen. Du bist da auf dieser Welt. Du kannst es befühlen und du kannst dich im Spiegel anschauen. Du existierst! Und du bist dir dessen bewusst. Doch wie bist du dir deiner selbst bewusst?
Du warst einmal ein wunderbar süßes kleines Baby. Deine Mutter und dein Vater haben dich angestrahlt und ihr Herz für dich geöffnet. Und wenn der Vater fehlte und die Mutter nicht so herzlich war, dann gab es einen anderen Menschen. Am Anfang stand ein großes Willkommen über deinem Leben. Du hast als ein äußerst liebenswertes Wesen das Licht der Welt erblickt. Niemand hat etwas von dir erwartet. Du musstest nichts dafür leisten und du konntest es nicht bezahlen. „Sei bitte freundlich zu mir Mama, dann bekommst du einen Euro von mir.“ Allein eine solche Vorstellung wäre völlig absurd. Ohne dein Zutun wurdest du geliebt.
Irgendwann gab es den Augenblick, wo du nicht mehr ganz so hilflos warst. Du konntest etwas. Greifen, dich umdrehen, krabbeln, lächeln. Deine Eltern sahen, dass du dich entwickelst und freuten sich mit dir. Und sie freuten sich, dass sie nicht mehr alles für dich tun mussten. Dass wieder etwas Energie und Zeit für sie selber blieb. Nur ein paar Minuten zwar, aber immerhin. Etwas später, als du sprechen konntest, und deine Eltern etwas für dich tun wollten, hast du so einen Wiederstand entwickelt. Mit allem Zorn hast du deutlich gemacht: „Alleine!“ Ah, du wolltest es alleine machen. Ohne fremde Hilfe! Da wurde in dir das Bedürfnis nach Freiheit und Autonomie wach. Die befriedigende Erfahrung, nicht abhängig zu sein. Nicht warten zu müssen. Nicht mehr diese entwürdigende und hilflose Erfahrung machen zu müssen, auf jemanden angewiesen zu sein.
Und deine Eltern? Sie erlebten vielleicht so eine ambivalente Mischung von Stolz und Furcht. „Ich werde nicht mehr gebraucht? Ich bin überflüssig? Ich werde zurückgestoßen?“ Die erste echte Kränkung deiner Eltern. Und diese Geschichte wird sich fortsetzen. „Kind, können wir etwas für dich tun?“ „Nein, vielen Dank, das schaffe ich selbst.“ Auch deine Reaktion war ambivalent. „Darf ich das alleine? Kränke ich nicht jetzt meine Eltern?“ Und schon sehr früh in der Interaktion zwischen dir und deinen Eltern taucht irgendwann der Gedanke auf, dass du nicht in Ordnung bist. Du kannst immer noch nicht laufen, nicht richtig sprechen, haust andere Kinder, quengelst, willst Sachen, die aus der Sicht des Erwachsenen völlig daneben sind, und, und, und...
Diese Erfahrungen kannst du sammeln und zu einem erschreckenden Ergebnis kommen. Du bist überhaupt nicht in Ordnung. Du bist ein Monster! Du machst viel falsch und nur wenig richtig und du nimmst es sehr persönlich. Du kommst zu dem Ergebnis, nicht, dass du etwas falsch machst, sondern dass du völlig falsch bist.
Du wirst älter und älter und vergisst den Anfang deiner Lebensgeschichte: Dass du ein äußerst liebenswerter Mensch bist. Du triffst andere Menschen und wirst vorsichtig. Werden sie dich mögen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen? Wird sich das Drama im Elternhaus fortsetzen? Der Kampf um Anerkennung und Liebe?
Bitte keinen Vorwurf an deine Eltern! Sie sind wie sie sind und sie tragen nur einen kleinen Teil zu deiner Misere bei. Selbst, wenn sie dir alle ihre Liebe schenken, wirst du dahin kommen, wo alle Menschen heute sind. Im Zweifel, wirklich liebenswert zu sein. Einfacher ist es natürlich, wenn du einen Schuldigen findest. Weil meine Mutter mich nicht genug gestreichelt hat, bin ich jetzt so kühl. Weil mein  Vater mir nichts zugetraut hat, habe ich jetzt kein Selbstvertrauen. Ich kenne solche Schuldzuweisungen und sie stimmen auch. Aber es nutzt dir nichts. Du bist jetzt auf dieser Welt und darfst mit dem Erbe deiner Eltern leben. Ich kenne keinen Menschen, bei dem nicht ab und zu die Frage auftaucht, ob er liebenswert genug ist. Vielleicht war Jesus davon befreit oder der Dalai Lama. Aber sicher bin ich mir da nicht.
Fühlst du dich als ohnmächtiges Produkt deiner Lebensgeschichte? Nicht genug geliebt und unfähig zu lieben? Du bist äußerst liebenswert, weißt du das? Du bist so was von wunderbar und es ist toll, dass du mit mir auf dieser Welt bist. Ich meine das so und ich fühle das mit allen Fasern meines Körpers. Selbst, wenn ich dich gar nicht persönlich kenne. Ich schließe meine Augen und stelle mir vor, dass du da bist. Mein Herz geht auf und ich spüre die Liebe zu dir. Wow, welch ein wunderbares Wesen du bist!
Jetzt könnte ich von dir schwärmen und viele Worte für meine Freude finden. Aber was ist, wenn du mir nicht glaubst? Wenn du mich abweist. Wenn meine Worte dein Herz nicht erreichen können.
Viel entscheidender wäre es, wenn du selbst auf diese Idee kämest. Wenn du die Augen schließt und in dein Herz gehst und anfängst, über dich zu staunen. Wenn du sagen könntest: „Ja, ich bin total liebenswert! Wie wunderbar, dass ich da bin. Und dass ich da bin, genauso wie ich da bin!“ Dass du das zu dir selber sagst. Du könntest gedanklich zurückgehen zu deiner Geburt und noch weiter zurück zu deinem Dasein in der Höhle deiner Mutter, noch weiter zurückgehen zu dem Zeitpunkt, wo du gezeugt wurdest und noch weiter zurück, wo die Bausteine von Same und Zelle entstanden und noch weiter zurück zum Ursprung deines Bewusstseins. So weit zurück, bis du dich deiner göttlichen Quelle erinnerst und sie wieder verinnerlichst. Werde dir deines göttlichen Ursprunges bewusst. Trage es wie ein Siegel auf deinem Herzen. „Ich bin äußerst liebenswert.“
Dieses Bewusstsein will gepflegt werden, weil die Gefahr besteht, dass du es schnell wieder verlierst. Da nimmt dir jemand die Vorfahrt. Da übersieht dich jemand bei einer Begrüßung. Da bricht jemand den Kontakt zu dir ab. Mehrmals am Tag kannst du die Erfahrung machen, die dich abrutschen lässt in eine tiefe Verlorenheit. Erinnerst du dich daran? „Du bist äußerst liebenswert!“ Mach doch mal die Übung und zähle auf, was genau du an dir liebenswert findest. Insgesamt bist du liebenswert. Ja? Aber du kannst auch ins Detail gehen. Du bist ja eine Komposition aus vielen Elementen, ein buntes Mosaik von Liebenswertigkeit. Niemand kennt diese Zusammensetzung so wie du.
Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Menschen von außen dich ganz anders wahrnehmen als du dich selbst. Ich bin manchmal total erstaunt, was Menschen an mir liebenswert finden. So genau habe ich für mich noch gar nicht hingeschaut. Ich schaue, was andere Menschen als liebenswerte Wesen ausmacht und kann das schnell herausfinden. Warum gelingt mir das nicht mit mir selbst?
Fühlt sich das dann sofort an wie Eigenlob? Eigenlob stinkt? Bin ich ein Narzisst, wenn ich so denke und verführe ich dich zu einer sehr unchristlichen Haltung? Im Laufe des Lebens haben wir ja das Bewusstsein dafür verloren, wie kostbar und wertvoll wir sind. Wir haben uns daran gewöhnt, wie mangelhafte Wesen herumzulaufen. Ständig bewertet und kritisiert. Wir sind unser größter Feind und Kritiker. Wir erkennen unsere Fehler und Schwächen und schämen uns dafür und sind damit beschäftigt, sie zu vermeiden, unsichtbar zu machen, auszumerzen. Immer mit der Absicht, dadurch liebenswerter zu sein. Dabei wächst der Schmerz, weil es uns eigentlich gar nicht gelingt. Jedes Scheitern bestätigt unser chronisches Versagen.
Wie würde sich dein Leben anfühlen, wenn du diesen ablehnenden Teil deines Lebens einmal ruhen lassen würdest. Und stattdessen dich so anschaust, wie andere liebevolle Menschen dich anschauen. Sieh dich an mit dem Blick deiner Eltern und wenn du gläubig bist mit dem Blick Gottes. Erinnerst du dich daran? Du bist äußerst liebenswert! Ich erinnere dich und mich ständig daran. Sobald ich dich frage, was dich in deiner Kindheit traumatisiert, dich eingeschränkt oder gekränkt hat, werden die entsprechenden Bilder, Gefühle und Bewertungen wach. Schon hast du wieder vergessen, dass du äußerst liebenswert bist. Kränkungsbilder sind unglaublich mächtig. Du glaubst ihnen lieber als der anderen Wirklichkeit. Das geht sehr schnell: „Ach, ich bin ja doch nicht liebenswert. Ich habe es immer schon gewusst. Mein Gefühl täuscht mich nicht.“ Du musst um diese Wirkmechanismen wissen. Die Wirkmächtigkeit deiner lebenslangen Glaubenssätze.
Als kluger Mensch wirst du vielleicht denken, dass es stimmt, dass du äußerst liebenswert bist. Aber dieser Gedanke ist oft nicht stark genug. Da sagt dir ein Mensch: „Du hast mich total enttäuscht!“ Und schon fällt deine Selbstliebe wie ein Kartenhaus zusammen. Kannst du dir vorstellen, dass die Vorstellung, dass du äußerst liebenswert bist, zu einem neuen Leitwert in deinem Leben wird. Du kannst dich dafür entscheiden. Du gibst immer wieder dein Ja dort hinein. Wenn dieser Mensch dir sagt, wie sehr er enttäuscht ist, wirst du vielleicht für einen kurzen Moment diese Trauer oder den Ärger spüren und zugleich den Lichtschalter anmachen: „Auch wenn ich jetzt diesen Kloß im Hals habe, bin ich total liebenswert.“ Du trainierst es und die „böse Welt“ und die „ablehnenden Menschen“ werden zu deinen effektivsten Sparringspartnern. Übe an deinen „Feinden“, dass du ein äußerst liebenswerter Mensch bist. Jetzt schließ die Augen und lass in dir das Bild entstehen wie du selber als Baby in der Wiege lagst. Was für ein liebenswertes Wesen!   

Mittwoch, 7. Juli 2021

Was wirklich zählt! Teil 2: Verbinde dich lieber anstatt dich zu trennen



Du lebst in einer Welt in der alles voneinander getrennt ist. Zumindest kann ein solcher Eindruck entstehen. Du trennst Arbeit von Freizeit und hast für jeden Bereich unterschiedliche Ansprüche. Du möchtest in deiner Freizeit nicht gestört werden und in deiner Arbeit achtet dein Arbeitgeber darauf, dass du nichts Privates machst. Kinder werden von Erwachsenen getrennt. Die Welt von Kita und Schule für die Kinder, die Arbeitswelt für die Erwachsenen. Wir trennen die Grundstücke und errichten Grenzen. Hier wohne ich und dort wohnst du.
Deine Freundin macht dir einen Vorwurf, dass du ihr nicht zuhörst und du fühlst dich abgetrennt. Manche trennen sich von ihren Gefühlen und bleiben lieber im Kopf. Mit dem Kopf kannst du planen und kontrollieren. Deine Gefühle machen, was sie wollen. Sogar in deinem Verstand gibt es Trennung. Ein Teil von dir möchte sich ausruhen und ein anderer Teil möchte etwas erleben. Wieder ein anderer Teil möchte anerkannt werden und fühlt sich dennoch verurteilt.
Neben dir im Zug sitzt ein Mensch aus einem fremden Kulturkreis und du findest nichts, was dich mit ihm verbindet. Du kannst eine Brille aufsetzen mit der du alles was du siehst, trennst. Sogar bei einer Tasse mit Blumenmuster siehst du die Farben und Formen und denkst, dass rot ganz anders wirkt als blau. Beim Betrachten von blau bekommst du andere Gefühle als beim Betrachten von Rot. Die Tasse gefällt dir nicht und schon bist du von der Tasse getrennt. Außerdem besteht ihr Material aus Steingut und du bist aus Fleisch und Blut.
Du sitzt mit anderen Menschen zusammen und denkst, wie verschieden sie von dir sind. Deinen Nachbarn findest du zu leise, den nächsten zu laut, wieder jemand ist vom anderen Geschlecht, das du sowieso nie richtig verstehst. Einer hat die Macht und andere sind ohnmächtig.

Wenn du die Brille der Trennung aufsetzt kannst du dich in Trennungsgedanken hineinsteigern. Der Abstand zwischen dir und den Anderen wird immer größer und größer und plötzlich fühlst du dich allein. Du bist wie unter einer Glasglocke und du hast mit allem, was du siehst, nichts mehr zu tun. Wenn du es aushältst gibt es nichts zu tun. Es ist ja ein Teil der Wirklichkeit. Oder? Da bist du und da ist das Fremde gegenüber und du bist nicht das Fremde und das Fremde ist nicht du. Wahrscheinlich kannst du dich nicht mehr daran erinnern, wie du als Baby geschrien hast und niemand gekommen ist. Du warst allein mit deinem Bedürfnis und mit deinem Schmerz. Dabei lebte in dir noch die glasklare Gewissheit, dass du tief mit der Mutter verbunden bist. Du kamst doch aus ihrem Bauch. Du warst ein Teil von ihr. Nichts deutete darauf hin, dass du allein bist in dieser Welt. Du lagst dort in deinem Bettchen und konntest dir nicht helfen. Du konntest ja noch nicht aufstehen und deine Mutter suchen. Du musstest es aushalten und schreien und warten. Diese Erfahrung hat sich in dir eingebrannt. Die Mutter ist nicht zuverlässig da. Sie mutet dir den Schmerz der Trennung zu.
Wie mag sich das auf dich ausgewirkt haben. Hast du alles dafür getan, dass das nie wieder passierte? Hast du so lange geschrien, bis deine Mutter verstand, dass du immer bei ihr sein wolltest? Und heute klammerst du immer noch? An Menschen oder Dingen? Dein Klammern diente ja nur dem Ziel, bloß nicht getrennt zu werden. Aber eigentlich warst du da gefühlt schon getrennt. Verbunden mit der Mutter, aber in tiefer Angst vor Trennung.
Oder du hast schicksalsergeben geschwiegen und resigniert. Du schreist und niemand kommt und du musst das Schicksal annehmen. Ja, du bist getrennt und niemals wieder wird jemand kommen und dir etwas vormachen können. Wenn deine Mutter jetzt kommt wirst du denken, dass sie sowieso gleich wieder geht. Freude und Wohlbefinden lohnen sich nicht. Halte dich zurück, damit du nicht gleich wieder enttäuscht wirst. Und so wächst du auf mit der Idee, dass eigentlich alles von dir getrennt ist. Die andere Wirklichkeit möchtest du nicht mehr sehen und wahrnehmen.
Die andere Wirklichkeit darfst du wieder entdecken. Die Wirklichkeit, dass du mit allem was ist, verbunden bist. Im Bettchen als kleines Baby musstest du das Unerträgliche ertragen. Aber jetzt als Erwachsener kannst du laufen. Du kannst dich bewegen. Mit deinem Körper, mit deinen Gedanken und mit deinem Herzen. Du kannst dich zu jedem Zeitpunkt deines Lebens dafür entscheiden, dich wieder zu verbinden. Der Verbindungsfaden ist vorhanden. Du kannst im Kreis deiner Menschen sitzen und das Verbindende sehen. Da sitzen lauter Menschen so wie du. Da schaut dich jemand an und du schaust zurück und im Augenblick gibt es eine Verbindung über den Blick. Ist dir schon einmal bewusst geworden, welche Energie im gegenseitigen Anschauen liegt.
Du schaust jemanden an und dieser Mensch schaut zurück und ihr trefft euch mit den Augen. In diesem „Augenblick“ steht die Welt still und es gibt keine belastete Vergangenheit und keine beängstigende Zukunft. Nur du bist da und dein Gegenüber. Du kannst mit vielen Menschen zusammensitzen und lauter überflüssiges Zeug sprechen. Allein dieser „Augenblick“ löscht alles Widrige aus. Du lebst im Geschenk. Und davon gibt es unendlich viele. Jemand berührt dich mit der Hand. Ganz sanft und nur so eben und scheinbar so nebenbei. Spürst du die Elektrizität, die durch deinen Körper geht? Du bist gemeint! Da nimmt dich jemand wahr. Über diesen Hautkontakt gibt es eine Verbindung. Ganz kurz flammt im Unterbewusstsein die Erinnerung auf, dass es eine Nabelschnur gab. Darüber wurdest du versorgt. Neun Monate und ohne Unterbrechung. Dann berührt dich jemand und das ganze Programm der Versorgung wird wieder aktiv. Wow, du bist verbunden!
Im Mutterleib gab es zwar eine Verbindung ohne Unterbrechung. Aber es hatte auch ein „aber“. Aber du konntest nicht unabhängig dein Eigenes machen. Um dein Eigenes machen zu können, was ja sehr befriedigend ist, musst du dich kurzfristig trennen. Du trennst dich und verbindest dich mit etwas anderem. So ist das Spiel: sich trennen und verbinden. Um sich wieder zu trennen und wieder zu verbinden. Du wanderst quasi von Verbindung zu Verbindung und bist eigentlich nie wirklich getrennt. Es sei denn, du nimmst es so wahr. Trennung über Trennung! Niemand mag mich und bei niemandem halte ich es aus.
In deinem Geist und in deiner Seele kannst du eine bewusste Entscheidung treffen. Du spielst mit allen Menschen ein schöpferisches Spiel. Die ständig sich wiederholende Freude, in immer wieder neue Verbindungen zu gehen. Oder du bewegst dich in der ständigen Angst, alles zu verlieren. Dann lebst du in dieser Angst wie in einem Dauerzustand. Mal gefühlt, oft aber auch verdrängt. Im Bewusstsein der Trennung bist du auch abgeschnitten von allen Quellen, die dich speisen können. Umgekehrt leidest du keinen Mangel, wenn du Teil eines wundererfüllten Netzwerkes bist. Du empfängst und du gibst weiter.
Stell dir die Beziehung zu einem guten Freund oder einer guten Freundin vor. Es beglückt dich, dass jemand für dich da ist und auch umgekehrt. Jetzt sagt dieser Mensch etwas zu dir, das dich kränkt. Für einen Moment fühlst du dich verraten und zurückgestoßen. Wie kann dieser Mensch diese  Freundschaft so verraten und mit Füßen treten. Du steigerst dich herein und deine Phantasie geht mit dir durch. Dein Freund war immer schon unehrlich und du hast dich ausnutzen lassen. Du wurdest belogen und betrogen und dieser Mensch hat deine  Freundschaft nicht verdient. Du selbst merkst nicht, wie du immer mehr in einen abgetrennten Zustand gerätst. Du kannst gar nicht mehr überprüfen, ob deine Gedanken wirklich wahr sind oder nur Produkte deiner Phantasie. In dieser Abtrennung fühlst du dich verraten und zugleich immer trauriger wütender und ängstlicher. Du bestrafst dich damit selbst, indem du dich in diesen schrecklichen Zustand hineinversetzt. Du erlebst den Kern dessen, was die christliche Höllenvorstellung ausmacht. Scheinbar angestoßen durch den Verrat des Freundes katapultierst du dich in deinen inneren Höllenzustand. Je öfter du das erlebst, desto schneller funktioniert dieser Mechanismus.
Was setzt du dieser zerstörerischen Energie entgegen? Wir Menschen haben einen starken Geist. Du kannst diese Gedanken stoppen und dich daran erinnern, dass es diese wunderbare Freundschaft gab. Du kannst die Frage in dir zulassen, ob es möglich ist, dass diese Freundschaft auch jetzt noch besteht. Eher im Pausenmodus, aber latent vorhanden. Du kannst dich an alle freundschaftlichen Begegnungen und Ereignisse erinnern und diesen Bedeutung und Kraft geben. Du kannst die Augen schließen, dich in dein Herz hineinbewegen und das Gefühl der Trennung fühlen und zugleich zulassen, dass dieser Zustand gefüllt wird mit Erinnerungen an diese Liebe. Je mehr dieses Bewusstsein von Liebe in dein Herz strömt, desto mehr besänftigt sich der innere Aufruhr. Ja, du spürst die Kränkung und ja, du spürst auch die Liebe. Indem du dich dafür entscheidest, die Verbundenheitsgefühle und Gedanken zuzulassen verändert sich deine innere Landschaft. Und du kannst dich dafür entscheiden, das fortlaufend zu trainieren. Die Welt mit all den Trennungsmöglichkeiten ist dein Sparringspartner deiner persönlichen Entwicklung. Jedes Auto, das dir entgegenkommt, jeder Regentropfen und jede Begegnung mit einem Menschen können in dir Höllenzustände oder himmlische Gefühle auslösen. Du selbst sitzt in deinem Herzen an der Weichenstellung und entscheidest, wohin es geht.
Ohne Zweifel magst du denken, dass es Menschen gibt, die es leichter haben. Sie haben mehr Verbundenheitsanteile geschenkt bekommen als Trennungsmöglichkeiten. Sie sind scheinbar vom Glück geküsst worden. Das ist bestimmt so. Aber du hast dein eigenes Leben und deine eigenen Herausforderungen. Und wenn du dich mit anderen Menschen vergleichst, bist du gleich wieder in der Hölle. „Die anderen haben Glück und ich? Ich muss im Elend aushalten.“ Nicht das Glück der anderen macht dich elendig, sondern der Vergleich, den du anstellst und bewertest.
Bleibe lieber bei deiner inneren Herzensweiche und entscheide dich für dein eigenes Leben. Du kannst die Hölle verstärken oder den Himmel. Es gibt keinen Tag, wo du nicht diese Herausforderung hast. Darin liegt zugleich das Geschenk. Du hast jeden Tag die Möglichkeiten zu wählen. Verbindest du dich oder trennst du?  

Dienstag, 6. Juli 2021

Was wirklich zählt! (Teil 1)


 
Hast du auch manchmal das Gefühl und den Eindruck, dass du dich wie in einem Dschungel befindest? Was meine ich damit? Ständig bin ich umgeben von vielen Menschen. Ich werde konfrontiert mit tausenden von Produkten im Supermarkt und ich muss mich jeden Tag und immer wieder für irgendetwas entscheiden. Ich werde gefragt, ob ich mitmache bei Facebook, WhatsApp oder sonst einer Plattform und stündlich soll ich etwas hoch Wichtiges oder Interessantes lesen oder bewerten. Im beruflichen Alltag sprechen alle vom Wandel und von Veränderungen und von der Bedeutung der digitalen Welt und der Aufforderung, entweder dabei zu sein oder gleich in Rente zu gehen.

Es bleibt immer weniger Zeit für Muße, für das stille Nachdenken und für die Langeweile. Ständig möchte jemand etwas von dir und darum fühlst du dich wie in einem Dschungel. Du stehst da mit deinen „Waffen“ und bist umgeben von einem unübersichtlichen und undurchdringlichen Wald von Einladungen, Verführungen, Manipulationen, Aufforderungen und Appellen. Es gibt keine Nische oder Höhle mehr, wo du dich zurückziehen kannst. Durch das ständige Beschallen verlierst du mehr und mehr den Kontakt zu dir selbst. Wer bist du jenseits des Dschungels? Was zählt wirklich? Was zählt vor allem für dich! Wenn du so etwas hättest wie einen inneren Leitfaden oder Wegweiser, wie sähe dein Leben dann aus? Was würde sich dann verändern.
Vielleicht könntest du dich im Dschungel heiter und gelassen bewegen, weil du einen besseren Zugang hast zu deinen Ressourcen. Dass alle Einladungen und Verführungen dich gar nicht mehr tangieren oder in Unruhe versetzen. Du bist nicht gemeint. Oder du schaffst es sogar, wie auf einer Welle zu surfen. Der Ozean kann dich nicht mehr verschlingen. Schleichst du angespannt und ängstlich durch die Dschungelwelt oder bist du Tarzan oder Jane? Wenn du für dich definieren kannst, was wirklich zählt, kannst du alles andere Überflüssige hinter dir lassen.
Mir sind ein paar Aspekte eingefallen, dir mir selber helfen, im Meer der Möglichkeiten nicht unterzugehen, sondern darauf zu surfen. Ich lade dich ein, diesen Gedanken zu folgen und zu überprüfen, ob das auch für dich hilfreich ist. Möchtest du einen Rettungsring oder lieber ein Surfbrett? Der Rettungsring ist das Werkzeug der Angst vor dem Untergang. Das Surfbrett das Werkzeug, sich in das Abenteuer Leben zu stürzen.

Wenn dein Leben als kleines Kind sehr bedroht war, wirst du dich eher für Rettungsringe interessieren. Es sei denn, du hast einen Teil der Ängste schon bewältigt. Oder du bist als Kind auf die Welt gekommen mit einem absoluten Willkommen. Dann interessierst du dich vielleicht eher für das Surfbrett. Für mich kommt es nicht darauf an, ob du schon ein Meister bist. Es reicht aus, wenn du dich entscheidest, dich weiterzuentwickeln. Zu wachsen und dein Leben zu entfalten mit allem, was in dir ist. Du bist ja nicht nur ein sterbliches und abhängiges Geschöpf sondern zugleich göttliche Schöpferin und Schöpfer. Verlasse für einen Moment den Dschungel oder das tosende Meer und suche dir einen sicheren und neutralen Platz, an dem du dich zurückziehen kannst. Wenn du deine Augen schließt bist du schon bei dir. Dann verschwindet die Welt um dich herum und so nach und nach wird es auch still in deinem Verstand. In der Dunkelheit hat er erst einmal nichts zu tun.
Vorher liest du die Überschrift des Kapitels und dann schließt du deine Augen. Welche Resonanz löst die Überschrift in dir aus? Welche Gedanken tauchen auf? Was fühlst und spürst du? Verweile eine Zeit mit dir selbst und dann öffnest du die Augen wieder und liest.  Vielleicht wirst du überrascht sein, dass du zu ähnlichen Ergebnissen kommst. Vielleicht entsteht aber aus deinen ursprünglichen Gedanken und meinen Überlegungen ein innerer Dialog. Dein innerer Dialog ist die eigentliche Basis deiner Entwicklung. Nur,  das, was du durchdenkst, durchfühlst oder durchkaust kann zur Nahrung für dich werden. Sonst liest du nur einen Gedanken und er wirkt wie ein Duft. Ein intensiver Moment, der sich schnell verflüchtigt und es bleibt nur eine Erinnerung ob es angenehm oder unangenehm war. 

Montag, 5. Juli 2021

Nach dem Sinn meiner Lieder habe ich nie gefragt. Ich habe sie für mich selbst geschrieben. (Leonard Cohen)

Stell dir vor, dass du alles, was du machst, aus dir heraus machst. Weil es tief in dir verankert ist. Du machst einfach deine Dinge. Es fühlt sich richtig an. Du kannst es gedanklich nachvollziehen und du setzt es praktisch um.
Oft entsteht da eine Idee in dir. Du findest ein Rezept. Du hast einen interessanten Gedanken. Du möchtest ein Gedicht oder ein Lied schreiben und dann setzen die Gedanken ein. Mögen die anderen das auch? Ist es gut genug für die Öffentlichkeit? Blamiere ich mich damit? Wird es schmecken oder überhaupt gelingen?
Stell dir vor, dass du ein Gedicht schreibst und in einem Blog veröffentlichst. Du machst es einfach. Voller Glück und Zufriedenheit liest du dein eigenes Gedicht und bist stimmig mit dir. Du hast es für dich geschrieben. Die anderen dürfen teilhaben. Aber das ist nicht so wichtig. Du bist unabhängig von deren Urteil. Es ist deine Art, wie du dein Leben ausdrückst. Du bist darin Schöpferin und Schöpfer. Fragt das Gänseblümchen dich, ob es dir gefällt? Es ist da und wächst. Mehr nicht. Auch du bist als Mensch da und hast eine Berechtigung, da zu sein. Und dein Eigenes zu finden und in die Welt zu bringen. Manchmal ist es nicht gut, nach dem Sinn von etwas zu fragen. Wenn du keine Antwort findest, könnte es schnell sinnlos sein. Wenn du dir die Frage nach dem Sinn stellst, bist du schon weg von dem, was du machst. Fragen Kinder nach dem Sinn von Verstecken spielen? Sie spielen einfach und hören auf, wenn sie keine Lust mehr haben. Es regelt sich von selbst. Einfach von innen heraus. Diese Kompetenz, die du als Kind hattest, kannst du wieder zum Leben erwecken. Spiel doch mal in deiner Fantasie einfach wieder verstecken. Wie fühlt sich das Leben jetzt an? Nimm es mit für deine nächste schöpferische Aktion.
www.matthias-koenning.de

Samstag, 3. Juli 2021

Es gibt nur zwei Tag im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist gestern, der andere morgen. (Dalai Lama)

Gestern ist vorbei und morgen ist noch nicht. Gestern hätte ich weniger arbeiten können und war wohl zu lange unterwegs und hatte zu viel zu tun und hätte mir mehr freie Zeit nehmen können. Ich habe es leider nicht gemacht und heute bereue ich es. Ich habe nicht gut auf mich aufgepasst. Jetzt ist heute und muss die Auswirkungen von gestern ertragen. Gestern schwappt nach heute über. Hätte ich doch gestern meinen Terminkalender nicht so vollgestopft. Wenn ich daran denke fehlt mir für heute die Kraft.
Und der Tag morgen macht mir Angst. Ich habe da so einen unangenehmen Beratungsauftrag. Hilflose und empörte Ehefrauen machen mich als männlichen Berater vorsichtig. Also beschäftige ich mich mit dieser Frau, die morgen kommt, heute schon. Ich lege mir einen Panzer zu und passe auf, dass sie weder mich noch alle anderen Männer beschimpfen kann. Die Beratung fängt heute schon an und ich werde wieder nur eine Stunde berechnen. Dabei ist morgen erst morgen und noch nicht jetzt.
Gestern ist vorbei und morgen ist noch nicht. Warum tue ich mir das an? Ich meine nicht die viele Arbeit und die unangenehmen Beratungen. Ich meine diese Gedanken, die mich von gestern und morgen ins Heute überfallen und mein Jetzt blockieren. Mein Verstand ist völlig undiszipliniert und macht, was er will. Wenn ich an gestern und heute denke, dann kann ich jetzt nichts mehr machen und auch nicht im Jetzt sein. Ja, ich kann nicht einmal Ich selber sein. Ich bin dann das Ich von gestern oder das Ich von morgen. Aber ein solches Ich ist gar nicht. Das Ich ist jetzt gerade da, wo ich diese Zeilen schreibe. Und wenn ich mich auf das Schreiben konzentriere und die Buchstaben anschaue, die ich gerade schreibe, dann verschwinden die Gedanken vom gestrigen Tag und die Angst vor morgen.
Ich werde mir also dessen bewusst, dass meine Gedanken einen Spuk erzeugen und ich schüttle sie ab wie Regentropfen. Ich lege meine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf das, was ich jetzt mache. Was ich jetzt wahrnehme und - spüre, dass da ein Ich ist, das sich wahrnimmt. Yes, mehr davon!
www.matthias-koenning.de

Freitag, 2. Juli 2021

Herzliches Wunschglück!

Mögen deine Wünsche dich glücklich machen.
Mögen deine Gedanken über dein Wünschen reich sein und dich erfüllen.
Möge dein Wünschen lebendig und leicht sein.
Möge dein Wünschen eine Spur von Loslassen haben.

Mögen deine Wünsche ihren Ursprung in deinem Herzen haben.
Möge dein Glück viele Quellen haben.
Möge dein Glück auch Unglück wohlwollen begrüßen können.
Möge dein Glück auch das Unglück umfassen.

Mögest du Glück haben mit dem richtigen Wünschen.
Mögest du glücklich bleiben, wenn deine Wünsche nur Wünsche bleiben.
Mögest du unabhängig vom Wünschen sein und zugleich dafür empfänglich.
Mögest du von nichst abhängig sein und in deinem Herzen geborgen.

Ich wünsche dir herzliches Wunschglück!

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Donnerstag, 1. Juli 2021

Jeder Mensch ist Kunst ... gezeichnet vom Leben.

Jeder Mensch ist Kunst! Du bist ein Kunstwerk! Du bist so wunderschön und so äußerst liebenswert. Das meine ich wirklich so. Und du auch und du auch wenn ich in die Runde schaue von allen Menschen, die das jetzt lesen. Du bist ein wunderbar liebenswerter und schöner Mensch. Kein Künstler hätte dich wunderbarer gestalten können. Du bist das perfekte und wunderbare Kunstwerk überhaupt. Erlebst du dich selber auch so? Oder denkst du, dass ich übertreibe. Schaust du in den Spiegel und siehst deine Falten? Deine grauen Haare und deine Speckröllchen? All die Dinge, die im Laufe der Jahre dazugekommen sind? Erinnerst du dich noch an die früheren Zeiten, wo alle dich als Kind so süß fanden? Als die Erwachsenen sich über deinen Kinderwagen beugten und sich nicht satt konnten an deiner Süße und Schönheit. Was warst du für ein Wunderwerk der Schöpfung!
Und heute? Du bist immer noch ein Wunderwerk... nur gezeichnet vom Leben. Du bist ein Wunder mit Spuren! Deine Geschichte ist eingeschrieben in dein Gesicht, in deine Augen, in deine Haut und in deine Organe. In deine Muskulatur und in deinem Knochengerüst. Keine Zone deines Wesens ist geschichtslos. Alles in dir erzählt davon, wie du als wunderbares Kunstwerk das Leben gemeistert hast.
Das größte Wunder jedoch wird sich noch ereignen. Wenn du aufhörst zu hadern mit dir und mit den Zeichen an deinem Körper. Wenn du einverstanden mit dir bist und loslassen kannst. Dann verwandeln sich die "Zeichen" in einen Ausdruck deiner einmaligen Persönlichkeit. Dann ist es nicht mehr wichtig, dass du wie alle Babys nur süß warst. Sondern dein Wesen bekommt die wunderbare Süße einer eindrucksvollen Lebensgeschichte. Manchmal schaue ich in das Gesicht von älteren Menschen und bin voller Bewunderung über deren Ausstrahlung. Ich kann mich nicht satt sehen und freue mich total über das, was ich wahrnehmen darf. Ich bekomme das Geschenk von bajahtem Leben in Höhen und Tiefen mit allem, was die Erde uns anbieten kann. Und ich wünsche mir, dass ich das genauso könnte. Und dass ich vor dem Spiegel stehe mit allen Blessuren und Falten und gerade darin die Kunst und die Schönheit entdecken darf.
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