Dienstag, 31. Januar 2017

Ich kann. Ich will. Ich werde.

Manchmal habe ich ein Projekt vor der Nase oder ich bekomme eine Aufgabe gestellt. Dazu gibt es ein erstes Gefühl. Das kann positiv sein und es gibt ein klares Ja. Es kann aber auch so eine Mischung entstehen. So ein "eigentlich". Eigentlich bekomme ich es hin.
Dann stellt sich mir das erste Hindernis in den Weg. Die Zeit reicht nicht aus. Ich brauche länger. Ich habe zu viele andere Aufgaben. Na gut. Ich sortiere und schiebe und finde die Zeit. Dann taucht das nächste Hindernis auf. Ich kann das gar nicht. Nicht wirklich. Mir fehlen die Bausteine, es richtig gut zu machen. Na gut. Dann mache ich mich schlau und schiebe am Zeithindernis noch mal herum.
Dann taucht das dritte Hindernis auf. Ein Familienmitglied wird krank. Na gut. Das Projekt wird verschoben und die Zeit wird noch mal eingeteilt. Es tauchen noch mehr Hindernisse auf mit den Überschriften: "Ich kann nicht mehr - mir fehlt die Kraft!" "Ich will nicht mehr - das sind zu viele Hindernisse" "Ich werde es nicht machen - wie viele Hindernisse kommen da noch?"
Dann merke ich, dass ich in einem "Unmöglichkeitskarussell" feststecke. Da kann es helfen, sich einfach mal zu schütteln und einen "Jetzt erst recht!" oder ein "Nichts hält mich auf!" - Satz zu finden. Jetzt spüre ich meine Aufgaben und lese den Spruch: "Ich kann. Ich will. Ich werde." Ich schaue auf die Punkte am Ende der kurzen Sätze. Kein Fragezeichen. Auch kein übertriebenes Ausrufezeichen. Aber eine Klarheit. Und in einem Team, in einer Gruppe freue ich mich immer, wenn bei einer Lethargie sich ein Mitglied aufrichtet. Alle anschaut und klar sagt: "Ich mache!"
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Montag, 30. Januar 2017

Schräge Gedanken von Marilyn Monroe

Manche Sätze und Gedanken hören sich für mich einfach schräg an. Auch, wenn sie von einem berühmten Menschen stammen. Sie enthalten einen Teil, den ich nachvollziehen kann und einen Teil, bei dem ich zum Fragezeichen werde.
Auf meiner Postkarte finde ich einen Spruch von Marilyn Monroe: "Unvollkommenheit ist Schönheit. Verrücktheit ist Genialität. Und es ist besser, sich völlig lächerlich zu machen, als total langweilig zu sein."
Ich kann nachvollziehen, dass Unvollkommenes schöne Anteile an und das Schönes unvollkommen sein darf. Aber warum eine Gleichsetzung? Schönheit ist Schönheit und Unvollkommenheit was anderes.
Die Grenzen von Genialität und Verrücktheit sind bestimmt fließend, aber auch hier eine Gleichsetzung? Verrückte Menschen sind genial? Oder geniale Menschen sind verrückt? Marilyn erzählt uns von zwei Polen. Ich kann auf der einen Seite unvollkommen und verrückt sein und auf der anderen Seite schön und genial. Besser ist vermutlich schön und genial. Aber - nicht um den Preis, langweilig zu sein. Lieber bin ich also interessant! Immer muss ich interessant sein!
Kennst du solche Menschen, die immer interessant sein möchten? Ausgefallene Kleidung, verrückte Ideen, "besonderes" Verhalten, immer wieder Veränderungen und immer wieder im Mittelpunkt stehen?
Vielleicht ist es wirklich so: Wenn ich es schaffen möchte, im Mittelpunkt zu stehen, dann schaffe ich es nur, wenn ich auch bereit bin, unvollkommen und verrückt zu sein. Ein Aspekt daran gefällt mir. Es gibt ja Menschen die nie im Mittelpunkt stehen möchten. Sie wollen sich auf keinen Fall blamieren. Der Auftritt muss perfekt und genial sein. Aber wann ist das mal so? Manche trauen sich nur in die Öffentlichkeit, wenn sie wissen, dass ihre Gedanken super durchdacht sind. Hieb und stichfest. Nicht hinterfragbar. Sonst schweigen sie - und wirken vielleicht dadurch langweilig oder unsichtbar.
Ich glaube schon, dass es gut ist, sichtbar zu sein. Sich auszudrücken. Seine Meinung zu sagen. In den Kontakt zu gehen. Auch wenn die Gefahr droht, sich mal zu blamieren. So schräg ist der Gedanke von Marilyn also nicht. Und? Wo traust du dich? Und wann bleibst du unsichtbar?
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Samstag, 28. Januar 2017

Liebe für alle!


Vor einigen Tag saß ich im Auto und las an der Ampel den Aufkleber eines Autos vor mir: "Liebe für Alle, Hass für Keinen."
"Liebe für Alle" erschien mir ganz sinnvoll. Aber wieso "Hass für Keinen"? Bei der Recherche stieß ich darauf, dass es sich hier um einen Slogan handelt einer muslimischen Bewegung, die sich Ahmadiyya nennt und sich für den Frieden einsetzt.
"Liebe für alle" gefällt mir! Du achtest jedes Lebewesen auf dieser Welt. Du bist erfüllt von Respekt und lebst in tiefer Verbundenheit mit allen Geschöpfen auf der Erde. Du begegnest mit großem Wohlwollen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Nationalität und Religion. Alle zu lieben ist ein total ausfüllendes Lebensprogramm und beinhaltet, sich mit den eigenen Schattenseiten auseinanderzusetzen, damit Liebe nicht nur ein Wort bleibt sondern auch fließt.
Aber warum "Hass für Keinen"? Wenn ich alle liebe, dann ist doch dieser Satz überflüssig! Er irritiert eher. Zu lieben beinhaltet doch schon alles. Energetisch steht da auf einmal das Wort "Hass" auf der Heckscheibe dieses Autos. Diesen Teil finde ich überflüssig und er erweckt sogleich Hass-Assoziationen nach dem Motto: Das "nicht" denken geht nicht. Das bekannte Beispiel: "Denk mal nicht an einen Elefanten." Das funktioniert auch nicht. Meine Bestätigung fand ich im Internet. es gibt eine Plattform, wo man den anderen Aufkleber bestellen kann. "Hass für alle, Liebe für keinen." Im Denken und Aussprechen des Hasses wird ein Wort in die Welt gesetzt. Sätze und Slogans können schnell umgedreht werden. Vielleicht ist ein solcher Spruch markig, aber nicht immer hilfreich.
Mir fällt da übrigens auch ein Spruch zu ein. Vielleicht gefällt er dir: "Liebe für Alle und Alle für die Liebe!" Es grüßen die drei Musketiere mit viel Energie! Bei einer solchen Bewegung würde ich übrigens sofort mitmachen, ohne Bedenken."Liebe für Alle und Alle für die Liebe!"
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p.s. Musketiere haben nichts mit "Muskeln" und "Tiere" zu tun, sondern kommt aus dem Französischen. Der mit der Muskete ist ein Musketier.

Freitag, 27. Januar 2017

Spring doch mal einfach über deinen Schatten!

Das sagt sich so leicht: "Spring doch mal über deinen Schatten!" Mach einmal etwas, was du sonst nicht tust. Es entspricht nicht deinen Gewohnheiten. Du schämst dich, wenn du es tätest. Es geht dir gegen den Strich. Es spricht gegen deine Glaubensüberzeugungen.
Du willst z.B. gerecht sein. Gerechtigkeit ist eines deiner höchsten Werte. Wenn du etwas tun müsstest was ungerecht wäre, würdest du es nie machen. Du müsstest da über deinen Schatten springen.
Genau betrachtet funktioniert das eigentlich gar nicht. Kein Mensch kann über seinen Schatten springen. Wenn du springst springt dein Schatten immer mit. Der lässt sich nicht austrixen. Dein Schatten gehört zu dir. Du kannst ihm nicht ausweichen. Du kannst dich wegdrehen und ihn nicht sehen. Aber er bleibt da. Und du weißt es. Schatten haben es an sich, in der Regel nicht gemocht zu werden. Darum führen sie ja auch ein Schattendasein. Der Schatten beinhaltet die Eigenschaften, die wir an uns gar nicht mögen. Wir verleugnen sie sogar. Wir sehen sie beim Gegenüber und regen uns fürchterlich darüber auf. Aber dass diese bestimmte Eigenschaft des anderen auch zu uns gehört würden wir strikt ablehnen. Wir Menschen sind häufig Künstler darin, unseren Schatten so zu verbergen, dass wir ihn selber nicht mehr sehen oder wahrnehmen können.
Aber auch wenn wir ihn nicht sehen, bleibt er uns erhalten und geht jeden Schritt mit uns. Tag und Nacht. Er beeinflusst unser Leben und unsere Entscheidungen. Je mehr wir ihn verleugnen, desto wirksamer setzt er sich in Szene.
Es gibt jedoch eine Möglichkeit, den Schatten zu verändern. Wenn Licht dahin fällt. Wenn Licht auf den Schatten fällt, dann verschwindet er. Das gilt im bildlichen und auch im übertragenen Sinn.
Wenn du Licht auf die Eigenschaften richtest, die du nicht magst und liebevoll damit umzugehen lernst, wird der Schatten immer kürzer. Der lange Schatten verkürzt sich und kommt auf dich zu. In dieser Phase lernst du dein "Geister" und "Gespenster" so richtig kennen.
Bei einem ganz bestimmten Sonnenstand verschwindet der Schatten fast gänzlich. Du lässt zu, dass überall Licht einfallen darf auf deine Schattenseiten. So geht der Prozess der Erleuchtung! Du entscheidest dich für  einen Friedens- und Versöhnungsprozess, den Schatten zu integrieren und als einen Teil deiner selbst anzunehmen.
Leider musst du diese Übungen täglich machen. Solange wir Menschen existieren wird es auch die Neigung zum Schatten geben. Er gehört zu uns dazu. Mal mehr und mal weniger. Wann bist du das letzte mal über deinen Schatten gesprungen und wie ist es dir bekommen? Wie hast du das geschafft?
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Donnerstag, 26. Januar 2017

Über die Kunst, eine Treppe anzuheben


Wir wohnen in einem Haus mit einer alten Holztreppe. Zwischen den Stufen gibt es Ritzen und es zieht vom Keller her in die ganze Wohnung. Im Laufe der Jahre hat sich die ganze Konstruktion wohl abgesenkt. Um ein paar Zentimeter.
Ich dachte immer, dass ich damit wohl leben muss. Mit den Ritzen und dem Knarren und dem Luftzug. Jetzt hat uns ein Handwerker gesagt, dass man eine Treppe anheben kann. So, dass sie wieder in ihre alte Position kommt. Die Vorstellung finde ich genial und zugleich will sie nicht in meinen Kopf.
Treppen sind starr und fest. Die kann man nicht bewegen. Die muss man abreißen und neu konstruieren. Einfach mal so anheben - das ganze Element? Wirklich verwegen! Mir kommen die Menschen in den Sinn, die mich aufsuchen mit ihrem dicken Paket von Problemen. "Da kann man nichts machen! Das ist ein unlösbares, dickes und fettes Problem." Sie wollen an einer Stelle etwas machen und stoßen auf Widerstand. Egal, was sie tun, es ist aussichtslos. Wo ist die Idee jenseits der üblichen Ideen und Vorstellungen. Wie komme ich an eine Lösung, an die mein Verstand nicht denken kann, weil er nur das Bekannte denkt? Dass ich eine ganze Treppe bewegen kann verblüfft mich. Ich weiß nicht, ob es einfach ist, aber man hat mir gesagt dass es möglich ist.
Wenn du mal ein Problem hast, das du nicht lösen kannst, dann könntest du daran denken, dass es an deinem Verstand liegt, der keine Lösung weiß. Er denkt nur in bekannte Bahnen. Er kann nicht das "ganz Andere" denken. Die Lösung liegt nicht auf der Ebene, auf der dein Verstand denkt und zu Hause ist. Manchmal hilft ein Anstoß von außen. Manchmal hilft es, einen Schritt zurückzutreten. Und manchmal hilft es auch, nicht das Problem zu lösen, sondern sich von dem Gedanken zu lösen, dass man ein Problem hätte.Vielleicht ist es leichter, einfach nur den problematischen Gedanken loszulassen.
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Mittwoch, 25. Januar 2017

Du hast zwar Recht aber ich finde meine Meinung besser.

Manchmal bin ich so schlau! Ich weiß so viele Dinge! Ich kann zu vielen Dingen viel sagen. Ich bin also ein Klugscheißer!
Manchmal begegne ich einem Menschen, der so viele Dinge weiß! Der zu so vielen Dingen so viel sagen kann. Viel mehr als ich! Ein noch größerer Klugscheißer!
Dann bin ich echt genervt. Warum muss es so große Klugscheißer geben?! "Halt die Klappe," sagt eine innere Stimme. "Du bist selbst einer!"
Wenn ich mich so fühle und dann diese Postkarte lese wo steht: "Du hast zwar Recht aber ich finde meine Meinung besser." Dann fühlt sich das an wie Balsam. Endlich jemand, der mich versteht. Es geht nicht darum, Recht zu haben. Es geht darum, eine Meinung zu haben, die sich gut anfühlt! Die Meinung, dass Radfahrer rücksichtslos sind mag zwar falsch sein, aber es fühlt sich gut an, wenn da einer vor meinem Auto herwackelt und ich diese Meinung haben darf. Besser ist, ich habe diese Meinung als dass ich ihn überfahre.
So ist das doch, oder? Meine Meinungen sind bestimmt oft falsch, subjektiv, stimmen nicht, sind übertrieben. Aber sie bewirken in mir ein Wohlgefühl, so dass ich mit mir selber verträglicher werde und auch mit meiner Umwelt. Der neue US Präsident Trump könnte jetzt viele eigenartige Meinungen haben zu den Ereignissen dieser Welt. Ich weiß ja, dass es nur eine Meinung ist, nicht mehr. Eine Meinung, mit der er sich besser fühlt. Es ist gut, wenn er sich gut fühlt. Ein Mensch, der sich gut fühlt, denkt nicht an Krieg. Er darf also ruhig etwas meinen solange klar ist, dass er damit nicht unbedingt Recht hat.
In der Familie lässt man die Nörgler ja auch manchmal einfach so reden und gibt keinen Widerspruch. Der Nörgler möchte einfach sein Herz erleichtern. Besser ist, ich lasse ihn. - Und halte mich da auf, wo die Sonne scheint!
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Dienstag, 24. Januar 2017

Hier sehen Sie den Menschen, der für Ihr Leben verantwortlich ist!

Wer ist für mein Leben verantwortlich?
Meine Eltern, denn die haben dafür gesorgt, dass es mich gibt.
Meine Lehrer, denn die haben dafür gesorgt, dass ich etwas lernen konnte.
Meine Pfarrer, denn die haben sich darum gekümmert, dass ich die Religion bekam.
Mein Arbeitgeber, denn er muss dafür sorgen, dass ich jeden Monat mein Gehalt bekomme.
Mein Arzt, der ist zuständig, dass ich gesund bleibe oder wenigstens gesund werde.

Meine Eltern tragen die Verantwortung, meine Lehrer, Ärzte, die Polizei, das Gericht, die Regierung, der Papst.
Wenn die alle ihre Verantwortung ordentlich warhnehmen würden, dann würde es mir prächtig gehen. Mir geht es schlecht, weil alle versagt haben. Ich könnte eine lange Liste des Versagens schreiben. Anschließend würde ich mich zurücklehnen und vorwurfsvoll in die Runde schauen: "Da seht ihr nun, was ihr angerichtet habt. Jetzt seht mal zu, wie ihr das wieder hinbekommt. Vorher stehe ich hier nicht auf!"
Ich bin ein armes Opfer. Ein Opfer meiner Eltern. Ein Opfer meiner Ärzte. Ein Opfer meiner Pfarrer. Darum bin ich so verkorkst. Aus mir konnte nur dieses Wrack werden, das jetzt diese Zeilen schreibt.
STOPP!
Ich gehe auf die Toilette und sehe einen Zettel am Spiegel hängen. "Hier sehen Sie den Mensche, der für Ihr Leben verantwortlich ist!" Ich protestiere! "Ich bin verantwortlich? Ich? Nicht meine Eltern und das ganze Gefolge?" Unerbittlich hängt dort der Zettel und sagt mir, dass ich in den Spiegel schauen soll. "Du trägst die Verantwortung für dein Leben!"
Ja, es gibt Vorgaben. Die Eltern geben etwas vor, die Lehrer, die Ärzte und die ganze Liste der Menschen, die etwas zu meinem Leben beigetragen haben. Und dann kommt der Denkfehler. Ich denke dann: "Aha, das ist das Ergebnis. So bin ich jetzt und in Ewigkeit."
Ich denke um. Ich schaue in den Spiegel und nehme wahr, was ich alles im Leben erlebt habe. Und dann komme ich! Ich mache etwas mit dem Material, das vor dem Spiegel steht. Ich kann mich dazu verhalten. Ich kann etwas gut oder schlecht finden. Ich kann meinen Eltern danken oder mich davon distanzieren. Ich kann zur Arbeit gehen oder wegbleiben. Ich kann mich verhalten zu dem, was ich da im Spiegel sehe. Ich stehe also vor dem Spiegel und übernehme die Verantwortung für den Menschen, den ich dort sehe. Es ist mein Leben und nicht das Leben meiner Eltern oder meiner Lehrer oder meiner Pfarrer. Die Liste meiner "Förderer" und "Behinderer" existiert zwar. Aber ich mache etwas damit - oder auch nicht.
Ich gehe auf die Toilette und lasse dort etwas los. Den Müll und die einschränkenden Bilder und Vorstellungen. Ich wasche meine Hände und übernehme die Verantwortung. In Ordnung! Jetzt bin ich dran!
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Montag, 23. Januar 2017

Viel Vergnügen beim Essen ... ich hoffe, es hat Ihnen gefallen.


Stell dir vor, dass du ein Restaurant besuchst und bekommst den ersten Gang serviert. Die Servicekraft stellt den Teller vor dich hin und sagt: "Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen." Würde dich das irritieren? Wenn du fertig bist mit deinem Gang kommt die Servicekraft wieder mit dem Kommentar: "Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen." Wärst du dann noch einmal irritiert?
Eine Freundin erzählte mir von einem solchen Feinschmecker-Restaurant in Hamburg. Dort wünscht man nicht "Guten Appetit" vor dem Essen und "Hat es Ihnen geschmeckt?" nach dem Essen. Dort wünscht man wirklich Vergnügen beim Essen und hofft, dass es dem Gast gefällt.
Wenn ich das Essen reduziere auf die Nahrungsaufnahme dann geht es um Geschmack und Menge. Dann liegt der Fokus der Aufmerksamkeit auf die Qualität des Essens, auf die Menge, die Temperatur, die Frische usw. Dann ist die logische Konsequenz, dass ich am Ende frage, ob es geschmeckt hat.
So kenne ich das auch, wenn ich Gäste einlade. Ich wünsche mir, dass es schmeckt und dass alle einen gesegnete Appetit haben. Ich wünsche also kein Vergnügen und frage nach Gefallen. Offensichtlich folgt dieses Restaurant einem anderen Konzept. Bei einer Theateraufführung frage ich nach Vergnügen und Gefallen. Ich vergnüge mich bei einer Tanzveranstaltung, einer Party oder sonst einem "vergnüglichen" Ereignis. In dem Hamburger Restaurant geht es also nicht nur um den Geschmack der Nahrung sondern darum, dass der ganze Abend vergnüglich sein möge und gefällt. In diesem Restaurant geht es also auch darum, wie die Atmosphäre ist, die Bedienung, das Ambiente, das Geschirr, die Musik, der Duft. Essen nicht als Nahrungsaufnahme sondern als ein Kulturereignis.

Das verändert und erweitert die Perspektive. Einen Restaurantbesuch mit Vergnügen und Gefallen zu verbinden erweitert die Möglichkeiten. Ein Restaurant ist eben keine Imbissbude oder irgendein Stand wo man schnell seinen Hunger stillt. Die Nahrungsaufnahme wird zum Abenteuer, zum Erlebnis, zu einem Kulturereignis.
Das bringt mich auf die Frage, wo wir sonst im Leben die Dinge reduzieren und fest definieren. Muss ein Bekleidungsgeschäft zwangsläufig nur Kleidung verkaufen oder könnte es auch eine Wohfühloase sein? Betrachtet man im Zoo Tiere oder gibt es dort vielfältige Möglichkeiten, mit Tieren zusammen zu sein. Immerhin verkaufen Kaffeeläden schon seit vielen Jahren Artikel des täglichen Bedarfs und Seifenläden erweitern sich zum Duftparadies.
Wir Menschen lieben das Gewohnte und Zuverlässige. Dass es beim Bäcker Brot und in einem Restaurant Gerichte gibt. Aber wir sind auch neugierig und wünschen uns das Neue und Andere. So wünsche ich dir einen tiefen und weiten Tag. Ich wünsche dir ein herz- und verstanderweiterndes Jahr. Ich wünsche dir Begegnungen, die deiner Nase gut tun und Menschen, die deinen Hunger nach Schönheit sättigen. Ich wünsche dir Autofahrten mit dem Impuls, dass sich so das Paradies anfühlen muss und Gespräche, von denen du noch Jahre schwärmen wirst. Viel Vergnügen und ich hoffe, dass es gefällt!
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Samstag, 21. Januar 2017

Du bist du und noch viel mehr! ... einfach ganz besonders.

Du bist wunderbar! Wie wunderbar!
Hat dir jemand mal gesagt, dass du wunderbar bist? Dein Kind, deine Eltern, dein Mann oder deine Frau, deine Freundin oder dein Freund? Also, du bist wunderbar! Du bist wirklich einfach ganz besonders. Du bist toll! Du bist außergewöhnlich! Du bist großartig!
Hältst du es noch aus oder hörst du auf zu lesen. Kommt bei dir jetzt ein "Ja"! "Ich bin wunderbar! Wie schön!" Oder kommt eher eine Reaktion wie: "Na ja, vielleicht manchmal! Eher aber nicht! Das ist doch übertrieben! Da kommen mir gleich meine Fehler und Einschränkungen in den Sinn. Das meinst du doch nicht wirklich. Außerdem kennst du mich ja gar nicht. Du weißt nicht, wer hier diesen Text liest. Wenn du mich wirklich kennen würdest. Wenn du wüsstest, wie schlecht gelaunt ich oft bin. Wenn du wüsstest, wie oft ich meine Freundinnen und Freunde vernachlässige! Wenn du wüsstest, wie oft ich eine Maske trage um meine Traurigkeit zu verbergen. Wenn du das wüsstest und noch viel mehr, dann könntest du das nicht mehr sagen."
Ein Teil in dir wünscht sich dennoch diese Bestätigung. Du bist wunderbar! Davon lebst du, Das richtet dich auf und macht dich ein paar Zentimeter größer. Und ein anderer Teil will es nicht hören. Kann es kaum aushalten. Ist es nicht gewöhnt. Im Alltag hörst du eher deine Defizite. Das hast du nicht richtig gemacht. Dies könntest du noch verbessern. Trotzdem: Du bist wunderbar!
In einem Seminar hatte eine Teilnehmerin eine Differenz mit dem Seminarleiter. Da kam ein Gefühl von Ärger hoch. Der Ärger bewirkte zunächst eine Trennung. "Der Seminarleiter ist blöd. Der ist ja sooo klug! Dieser Besserwisser! Ich fand ihn mal richtig gut und ich mochte ihn. Jetzt zeigt er aber sein wahres Gesicht. Er kann nichts anderes neben sich gelten lassen. Ist halt ein Sonnenkönig! Ein Superguru!" Daraufhin sprach der Seminarleiter diese Teilnehmerin an so ungefähr mit den Worten: "Da merke ich jetzt Ärger. Ich bin trotzdem mit dir in Verbindung. Spürst du das? Merkst du, dass ich bei dir bin und dich mag ganz unabhängig davon, ob da jetzt eine Meinungsdifferenz da ist oder ein Ärger! Spür einmal nach!" Da wachte die Teilnehmerin auf und ihr wurde klar, dass das Gefühl von Trennung nicht nötig ist. Sie konnte wieder in Verbindung gehen. Mir hat das sehr gefallen. Denn es hat einen Unterschied gemacht zu sonstigen Erfahrungen.
Wenn wir uns über jemanden ärgern gehen wir in der Regel in die Trennung. Wir wollen mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Wir wenden uns ab. Kannst du dir vorstellen, dass du zugleich den Ärger spürst, aber dich nicht trennst sondern in Verbindung bleibst? "Ich ärgere mich jetzt. Aber du wirst es nicht schaffen, dass ich mich von dir trenne. Ich kann immer noch das Wunderbare in dir wahrnehmen und freue mich, dass ich etwas davon bekomme!"
Also noch einmal. Du bist wunderbar! Trotz und jenseits aller Defizite und Mängel. Du bist einfach ganz besonders. Dafür musst du nichts tun! Gar nichts!
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Freitag, 20. Januar 2017

Eisbären sind schwarz, oder?


Seit meiner Kindheit lebe ich mit der Vorstellung: Ein Eisbär ist weiß! Oder vielleicht cremefarben! Jetzt höre ich im Radio: Die Haut des Eisbären ist tief schwarz. Wenn wir also den Eisbären rasieren würden, dann hätten wir einen tiefschwarzen Bären.
All die Jahre hat der Eisbär mich an der Nase herumgeführt. Er hat mir suggeriert, wie schön weiß er ist und wie er sich der Schneelandschaft anpasst. Filme, Photos, Postkarten, Knut, Zoobesuche: Alle sagen mir: Eisbären sind weiß! Weiß! WEISS!
Meine Augen haben mich getäuscht. Ich kann mir auch keinen schwarzen Eisbären vorstellen. Dann wäre es ja ein Schwarzbär. Es kann nicht sein, oder? Eisbären sind nicht wirklich schwarz. Das ist eine Erfindung! Wie mit der Yuccapalme! Da werden auch Geschichten erzählt, die ich glauben soll. Ich denke da an dieser Geschichte mit der Frau und ihrem Hund im chinesischen Restaurant. Wo die Frau auf den Hund zeigt, dass der auch etwas zu fressen bekommen soll. Und wie der Kellner mit dem Hund in die Küche geht, dann die Frau bedient und als die Frau das Essen bezahlen und den Hund wieder mitnehmen möchte erfährt, dass sie den Hund doch soeben aufgegessen hat. Das war bestimmt auch so eine Yuccapalmengeschichte. Das mit dem Eisbären ist so ähnlich gestrickt.
Nein, ich schau der Tatsache ins Auge! Eigentlich hatte ich mich schon immer gewundert warum das Weiß des Eisbären manchmal so schmutzig auf mich wirkt. Jetzt habe ich endlich eine Erklärung. Mein Unterbewusstsein hat es immer schon gewusst. Unter dem weißen Kleid verbirgt sich ein Geheimnis.
Hast du im Leben schon öfter mal solche Erfahrungen gemacht. Du warst felsenfest von etwas überzeugt. Es kam dir gar nicht anders in den Sinn und plötzlich erzählt dir jemand was vom Pferd, so sagen wir dann ja leichthin: "Erzähl mich doch nichts vom Pferd!" Dir prägen sich feste Bilder und Vorstellungen in deinem Hirn ein und du hältst diese Wahrheit für unumstößlich. Wenn du im Laufe des Lebens viele solcher unumstößlichen Wahrheiten gesammelt hast nennen die Leute das Altersstarrsinn. Egal was kommt, du hältst deine Wirklichkeitskonstruktion fest.
Jetzt stell dir einmal vor, das ganze Leben ist so wie mit dem Eisbären. Du siehst weiß und dahinter verbirgt sich schwarz. Deine Wahrnehmungen sind nur optische Täuschungen. Die Wirklichkeit ist anders. Früher hielten die Menschen die Erde für eine Scheibe und die Sterne waren in unerreichbarere Höhe an eine Decke geklebt.
Wir halten uns heute für aufgeklärt. Aber sind wir das? Was berechtigt uns zu dieser Hoffnung, dass wir anders gestrickt sind als unsere Vorfahren. Welche Geheimnisse verbergen sich hinter dem Sichtbaren? Du kannst davon ausgehen, dass wir mindestens so blind sind wie unsere Vorfahren. Nur die Themen haben sich geändert.
Lieber Eisbär, danke, dass meine Augen heute ein wenig geöffnet wurden und ich verzichte auf den Beweis, dich mit schwarzer Haut zu sehen. Lass es dir gut gehen in deinem weißen dichten Fell mit dem du es gut aushalten kannst in der polaren Luft. Und - einen Teil meines Lebens möchte ich damit verbringen hinter die Dinge zu schauen und meine Wirklichkeitskonstruktionen zu überprüfen.
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Donnerstag, 19. Januar 2017

Einfach mal rumsitzen?


Sei nicht so passiv!
Werde doch mal aktiver!
Du sitzt da nur herum!
Ich habe dir das doch schon so oft gesagt!
Tu endlich mal etwas!
Du bringst mich zur Weißglut!

Du machst mich ganz verrückt!
Wenn ich dich schon sehe, wie du da herumsitzt!
Ist dir denn alles egal?
Muss erste die Welt untergehen, bevor du tätig wirst?
Nur ein mal!
Nur ein mal möchte ich erleben, dass du was machst!
Und nicht nur so herumsitzt!
Wenn jeder das täte!
Wenn alle nur so passiv wären!
Wie würde die Welt dann aussehen!

Ich weiß schon nicht mehr was ich sagen soll!
Ich habe alles versucht!
Ich kann nicht mehr!
Ich gebe auf!
Ich setze mich jetzt hin und komm erst mal zur Ruhe!

So stark verbal würde ich zwar nicht reagieren, aber im Kopf manchmal so oder so ähnlich denken.

Vor einigen Tagen sagte mir jemand: "Ich pflege meine Passivität." Das hat angesichts des aufgeregten Aktionismus durchaus etwas für sich. Manche Dinge erledigen sich von selbst. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Du bleibst in einem erholsamen Entspannungszustand und sparst Adrenalin und Cortisol. Du kannst mehrmals tief durchatmen... und dann noch einmal durchatmen. Und du kannst denken: "Angesichts der Ewigkeit ist dieses Problem doch sehr gering!"

Die Person am Aktionismus-pol provoziert geradezu eine totale Passivität beim Gegenüber. Und jemand in totaler Passivität provoziert umgekehrt den Aktionismus. Interessanterweise sprechen wir aber vom Aktion -"ismus" und nicht vom Passiv-"ismus". "Ismen" haben immer etwas negatives. Sie übertreiben. "Alkoholismus" und "Individualismus" gehören z.B. dazu. Das Wort "passiv" wird nicht mit "ismus" verbunden sondern mit "Ivität". Bei "Ivität" fällt mir ein "Objektivität" oder "Konstruktivität". Vom Wortspiel scheint "Passivität" mit der innewohnenden "Ivität" eher wertschätzend zu klingen. Nun denn, ich pflege jetzt mal die Passivität und beende diesen Text.
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Mittwoch, 18. Januar 2017

Wenn ihr mich sucht ihr findet mich im Zwiespalt

Manchmal begegne ich einer Freundin.
Ich grüße ganz freundlich und bin zugewandt.
Dann bin ich ganz da und das fühlt sich ganz schön an.

Manchmal begegne ich einer Freundin.
Ich grüße ganz freundlich und merke eine Mühe.
Ich bemühe mich, ganz da zu sein.
Und schaffe es nicht, weil ein Teil von mir woanders ist.

Ich bin bei der Arbeit, die vor mir liegt.
Ich klebe an einem Problem, das ich nicht lösen kann.
Ich bin gerade in einer Kränkung.
Ich fühle mich einfach so nicht wohl - ohne Grund.

Dann befindet sich wohl ein Teil von mir in einer Spalte.
Ich bin abgetaucht und nicht so ganz da.
Wenn ich so in einem "Zwiespalt" bin.
Dann freue ich mich, wenn mich jemand sucht und dort besucht.

Das ist dann leichter, diesen "Zwiespalt" zu verlassen.
Den Weg aus der Spalte zu finden und wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Wieder handlungsfähig zu sein und die Verantwortung zu übernehmen.

In der "Zwiespalte" stecke ich fest, wenn ich mich zwischen zwei Dingen entscheiden muss.
Mache ich A oder doch besser B.
Je länger ich dort stehe, desto mehr tut sich der Spalt auf.

Und? Wie lange brauchst du an der Stelle zwischen A und B bis sich der Spalt auftut?
Oder bekommst du immer noch früh genug die Kurve und bleibst handlungsfähig?

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Dienstag, 17. Januar 2017

Werde beliebt und beliebe!


Wirst du beliebt? Merkwürdige Frage, oder? Normalerweise reden wir ja davon, dass wir geliebt werden oder beliebt sind. Ich werde also geliebt. Und das ist ein wunderbares Geschenk. Das Geschenk überhaupt. Lieben und geliebt werden und in der Liebe sein.

Dennoch geht mir die Idee nicht aus dem Kopf, dass es Sinn macht, vom "belieben" zu sprechen. Wenn ich jemanden beliebe so meint das den Vorgang, Liebe auszuüben. Ich beliebe also jemanden, indem ich diesen Menschen streichle oder nette Worte sage und "bewünsche", d.h. Wünsche zufliegen lasse.

Wenn ich beliebe dann bin ich nicht nur in dem Gefühl -oder Seinszustand, sondern im aktiven Tun. Ich könnte auch lieben sagen. Das wäre das Gleiche. Aber ich behänge den Weihnachtsbaum, ich befülle eine Flasche, ich behandle einen Kranken. Das "be" drückt aus, dass ich aktiv etwas tue. Und ich finde, dass sich das ganz schön anfühlt, wenn ich beliebt werde. Ich könnte zum Beispiel auf die Straße gehen und aktiv die Menschen belieben. Ich schicke ihnen nette Gedanken. Ich strahle sie an und finde sie wunderbar. Ich stelle mir vor, wie ich gedankliche Blumen verteile aus meinem unendlichen Phantasievorrat. Ich beliebe die Welt und mache damit deutlich, wie reich die Schöpfung ist.

Gott erschuf die Welt durch das Wort. Bekannt ist der Urlaut OM. Durch das Wort wurde das Nichts beliebt und ins Dasein gerufen. Du kannst durch dein "Belieben" der Schöpfung etwas in die Welt bringen. Durch das "Belieben" schöpfst du mit. Ich kannte eine Ordensschwester, die sprach mit den Pflanzen im Haus. Sie war davon überzeugt, dass es ihnen gefällt und das Wachstum unterstützt. Sie hat mit ihren Worten die Pflanzen "beliebt". Und? Was könntest du heute mal ein wenig belieben?
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Montag, 16. Januar 2017

Glück ist wie Pupsen...

Ich lese auf meiner Postkarte den Spruch: "Glück ist wie pupsen, wenn man es erzwingt, wird es Scheiße."
Ich erinnere mich an diese Geschichte von dem chinesischen Bauern, der Samen aussäte. Als die kleinen Pflänzchen kamen dachte er, er könnte sie unterstützen, indem er ein wenig daran zog. Am Ende starben sie.
Ich kann im Leben nichts erzwingen. Weder das Glück noch das Wachstum. Dabei lese ich aber häufig auf der Stirn der Menschen: "Ich möche so gerne glücklich sein." Steht das auch auf deiner Stirn geschrieben? Was mindert dein Glück und was verstärkt es. Kannst du es beeinflussen? Kannst du zum Bäcker gehen und den Duft dort einatmen und merkst, wie du auf einmal glücklich bist?
Oder kannst du in einer schwierigen Lebenssituation dich draußen auf die Bank setzen und die Sonne auf dich einstrahlen lassen und so langsam alles wieder in Glück verwandeln?
Wie groß und stark muss es sich anfühlen dass du es "Glück" nennst? Ist es für dich schon Glück, wenn du einen Unfall vermeiden konntest? Wartest du noch auf das ganz große "Glück"? Die Liebe deines Lebens? Oder bist du sogar ein Junkie, ständig auf der Suche nach dem, was dich glücklich machen könnte?
Ich stelle mir vor, dass ich mich unabhängig davon mache. Wenn ich unbedingt glücklich sein muss, dann kommt scheinbar nichts dabei heraus. Im Mangelgefühl lechze ich nach diesem Glück und muss erleben, dass es sich einfach nicht einstellt. Wenn ich nichts erwarte sondern einfach lebe und erlebe, was da so kommt, was verändert sich dadurch? Vielleicht werde ich unabhängig vom Gefühl des Glückes oder Unglückes. Oder ich nehme es einfach an als Geschenk; das, was mich unglücklich macht und was in mir Glücksgefühle auslöst. Jetzt schließe ich die Augen und stelle mir vor, dass ich den Frühling rieche mitten im Winter... Wichtig scheint mir zu sein, nichts zu erzwingen. Sei also freundlich zu dir!
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Samstag, 14. Januar 2017

Ein Kuschelgutschein für dich oder von dir!

Ein Kuschelgutschein!
Wem magst du so etwas schenken?
Von wem möchtest du einmal einen solchen geschenkt bekommen?

Hilfe, bloß nicht von Der oder von Dem!
Och, von Der oder Dem schon! Ganz leicht!
Von dir ja, ganz ganz gerne, aber -  traust du dich?
Ich dir einen Kuschelgutschein? Eigentlich ja, aber ich trau mich nicht!
Der Gutschein an sich ist ja ganz nett, aber die Umsetzung...
Ich werde jetzt schon ganz rot!
Ein "Nein" könnte ich nur schwer ertragen!
Wenn du mir schon die Hand geben würdest, wäre das auch in Ordnung!
Ein bisschen über den Arm wäre auch schön!
Muss nicht sein! Von einem Buch hab ich mehr!
In meiner Familie wurde nicht gekuschelt, ich weiß gar nicht wie das geht!
Ist das eine Anmache? Ich steh aber nicht auf dich!
Ist doch ganz natürlich, auch Schweine liegen gerne beieinander.

Wenn ich meinen Kuschelgutschein verschenke
steck ich ihn in einen Umschlag und klebe ihn gut zu.
Dann übergebe ich ihn ein wenig verschämt und sage beiläufig:
"Muss nicht sein, aber freuen täte ich mich!"

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Freitag, 13. Januar 2017

Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen. (Japan)



Wenn ich mich selber beobachte stelle ich fest, dass ich oft auf den Boden schaue, wenn ich traurig bin. Dann sehe ich nur die wenigen Quadratmeter um mich herum. So eng, wie es sich in meinem Herzen anfühlt, so eng sieht dann meine Umgebung aus.
Wenn ich mit der Trauer und Enge im Herzen mich aufrichte und mein Blickfeld ausweite geschieht fast sofort eine Verwandlung. Die Veränderung des „Augenblicks“ bewirkt eine Gefühlsveränderung. Wenn es im Außen weit wird, wird es auch im Innen weit.
Oft erleben wir unser Leben begrenzt. In der Trauer werden die Grenzen enger abgesteckt. Wir wollen für uns sein. Wir möchten uns schützen. Wir fühlen uns getrennt von den anderen Menschen und von der Welt.
Wenn wir uns jedoch freuen wird der Raum weiter, die engen Grenzen werden gesprengt. Du richtest dich so weit auf, dass du den Horizont siehst. Da kommt der Punkt, wo die Erde aufhört und der Himmel beginnt. Zunächst scheint da noch ein Unterschied zu bestehen. Hier die Erde, dann der Himmel. Wenn am Horizont der tiefen Freude jedoch Himmel und Erde ineinander übergehen, veränderst du noch einmal deinen Blick. Du fixierst nicht mehr den Übergang, sondern siehst das Ganze. Das Ganze zu sehen und wahrzunehmen macht dich zugleich innerlich Ganz, „Ganzheitlich“ und verbunden. Hebe also deinen Blick und die Grenzen verschwinden. 

Donnerstag, 12. Januar 2017

Braucht den Tag noch jemand ... oder kann der weg?

Beim letzten Umzug tauchte ständig die Frage auf: "Brauchst du das noch oder kann das weg?" Ich habe festgestellt, dass ich viel mehr Dinge nicht mehr brauche als Dinge, die ich brauche. Mehrere Wagenladungen gingen weg - ab ins soziale Kaufhaus.
Nach unserem Umzug schaue ich mich um und muss zugeben, dass ich nicht mutig genug war. Ich konnte mich nicht von meinen Büchern trennen. Brauchen tue ich sie eigentlich nicht mehr. Ich entscheide mich in der Regel immer für die neuen noch ungelesenen Bücher. Davon sind immer genug da, so dass die gelesenen Bücher im Regal verstauben.
Für die Wohnlichkeit reicht auch eine schöne Tapete, eine Blume oder ein Bild. Das ist doch ein Gesetz, oder? Was nicht mehr gebraucht wird kann weg! Kurz vor Mitternacht muss sich ja auch der Tag verabschieden. Er wird nicht mehr gebraucht. Eine Sekunde nach Mitternacht ist der vorherige Tag völlig überflüssig. Der neue Tag ist da und los geht es.
Obwohl - es gibt Tage, da denke ich schon beim Frühstück, dass ich den Tag nicht möchte. Da liegt so viel Unangenehmes vor mir. Oder es könnte langweilig oder stressig werden. Wenn ich den Tag dann ablegen könnte wie ein Kleidungsstück oder wegwerfen könnte in die Mülltonne - dann könnte ich es mir doch leichter machen. Kann ich aber nicht! Ich kann den Tag nicht wegmachen. Unerbittlich sagt er mir: Sekunde für Sekunde!
Ist der Tag also der Herr über mein Leben und ich bin sein Sklave? Ich glaube nicht. Wenn ich an die unangenehmen Dinge denke, die heute vor mir liegen, kann ich meine Einstellung dazu ändern. Wenn ich Angst vor Langeweile habe dann kann ich mir spannende Ausflüge ausdenken oder in einen Hochseilgarten gehen. Ich bin mal zum Empfang auf eine Hochzeit gegangen wozu ich nicht eingeladen war und wo ich niemanden kannte. Das war überhaupt nicht langweilig!
Braucht den Tag noch jemand ... oder kann der weg? Auch wenn du ihn nicht mehr brauchst, er kann nicht weg. Selbst wenn er wollte. Wenn der Tag reden könnte würde er sagen: "Carpe diem!"
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Mittwoch, 11. Januar 2017

Einfach mal mitschwingen!

Vielleicht lebst du nicht allein, sondern mit anderen Menschen zusammen. Das ist häufig sehr beglückend und schön, manchmal aber auch voller Spannungen. Eine der Ursachen liegt aus meiner Sicht in einem Mangel an Synchronizität. Wir schwingen alle unterschiedlich.
Zwei Menschen gehen aus und der Eine hat in Windeseile Schuhe und Mantel an und der Andere benötigt gefühlte ewige Zeiten. Ich will dabei die Rolle nicht auf Mann und Frau festlegen. Oder beim Essen ist der eine viel früher fertig als der andere. Du stellst einfach fest, dass jeder Mensch so seine ganz eigenen Zeitabläufe hat. Dein Tag kann sich zäh und langsam anfühlen oder rasch und voll. Die Uhr zeigt allen die gleiche Zeit an. Der Tag behält seine 24 Stunden. Die gefühlte Zeit unterscheidet sich jedoch mächtig von den gemessenen Stunden.
Beim Meditieren erlebe ich es häufig, dass für Einige die halbe Stunde schnell verfliegt und andere schon nach zehn Minuten unruhig werden. Diese unterschiedlichen Zeitgefühlt können im Zusammenleben manchmal zu Konflikten führen.
Der erste Schritt für dich könnte heißen: Werde dir bewusst, wie du selbst deine Zeiten und Abläufe empfindest und gestaltest.
Der zweite Schritt heißt: Beobachte, wie deine Umgebung das erlebt im Unterschied zu dir.
Der dritte Schritt heißt: Überlege, ob du hin und wieder dich dem Zeittempo der anderen angleichen könntest. Führt das zu mehr Harmonie und Ausgewogenheit?
Es kann sein, dass dein Gegenüber dankbar dafür ist, dass du mit Ihm oder Ihr stärker synchron schwingst!

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Dienstag, 10. Januar 2017

Ich würde mich ja gern entschuldigen, aber es tut mir einfach nicht leid.

Das höre ich öfter mal. "Der hat sich nicht einmal entschuldigt! Ich habe ihm gesagt, dass er mir das nicht antun durfte und das mich das total gekränkt hat. Bis heute warte ich auf eine Entschuldigung. Wenn er das täte, dann könnte ich raus aus meiner Kränkung. Aber solange der sich nicht entschuldigt, rede ich kein Wort mehr mit ihm."
Dieser andere ist sich vielleicht gar keiner Schuld bewusst. Oder er wollte bewusst kränken, weil er zuvor gekränkt wurde. Kränkung und Gegenkränkung. Aber das stimmt schon. Wenn ich sage: "Es tut mir leid!" dann heißt das übersetzt vom Wort "leidtun": "Ich leide darunter, dass ich dir das jetzt angetan habe. Ich habe dir Leid zugefügt und so für Unfrieden gesorgt." Das Gespür für Leid ist die Voraussetzung für den Frieden verbunden mit dem Wunsch, das Leiden zu lindern oder zu beseitigen. Wenn ich mich entschuldige, dann wünsche ich mir, dass die für alle Beteiligten leidvolle Situation beendet wird. Ich beseitige das entstandene "Schuld-" oder "Leidenspaket". Ich räume auf. Ich kann es nicht ungeschehen machen. Es bleiben Narben zurück. Aber ich kann als Mitverursacher Salbe auf die Wunde streichen und dafür sorgen, dass das Leid gemildert wird.
Eine Entschuldigung ohne diese innere Versöhnungsarbeit entspricht zwar den Konventionen, ist aber nicht sehr wertvoll, wenn das Herz nicht mitschwingt. Vielleicht kennst du auch das Gefühl bei dir, wenn sich jemand entschuldigt, aber da kommt nichts bei dir an. Da kann es geschehen, dass du dich danach noch gekränkter fühlst. Also noch "kränker" als vor der Kränkung. Und wenn der andere sich nicht entschuldigen möchte dann auch, weil dieser das intuitiv weiß. "Wenn ich mich jetzt pro forma entschuldige, wird es nicht ankommen und verstärke das Leid. Also sage ich lieber nichts und schweige und hoffe, dass es irgendwann weitergeht."
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Montag, 9. Januar 2017

Ich bin der Boss... Na wenigstens ein Bösschen

Manchmal bin ich froh, kein Chef zu sein. Ich lehne mich entspannt zurück und mache meine Arbeit. Aber ich muss nicht die Verantwortung tragen für das Ganze. Ich mache meinen Teil und dann bin ich fertig. Das ist überschaubar.
Manchmal aber wäre ich gerne Chef. Wenn es gar nicht so läuft, wie ich es gerne hätte. Manchmal weiß ich es auch einfach besser und muss zusehen, wie das Schiff auf ein Riff läuft. Wenn ich aber kein Chef bin, dann muss ich es ertragen, dass ich nicht den Kurs bestimmen kann.
Oder ist Chefsein nicht doch besser. Ich stehe ein wenig höher. Dort gibt es mehr Platz und mehr Luft. Wie bei einer Pyramide. Unten tummelt sich dichtgedrängt das Volk und oben gibt es niemanden mehr der einen verdrängen kann. Chefbüros sind in der Regel ja auch größer und komfortabler. Klar, mehr Verantwortung und Stress. Dafür auch mehr Geld und Ansehen.
Mein Ausweg: Ich bin wenigstens ein Bösschen. Für mich in meinem Auto. In meinem Bett. Mit meiner Tasse Kaffee. Über meinen Kleiderschrank und mein Bankkonto. Und ich bin auch ein Bösschen über manche Stunden des Tages. Und dieses "bösschen" reicht doch völlig aus, oder nicht?
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Samstag, 7. Januar 2017

Deine königlichen Gaben...




Die Gaben der Weisen aus dem Morgenland für das Jesuskind bestanden aus Gold, Weihrauch und Myrrhe. So erzählt es uns das Matthäusevangelium. Dazu gibt es natürlich die entsprechenden spirituellen Deutungen. Gold steht für die Königswürde von Jesus, Weihrauch für sein Priestertum und Myrrhe für seine Heilfähigkeiten.  
Die Geschichte der Magier, Weisen oder Könige mit ihren wunderbaren Geschenken inspiriert mich zum Nachdenken. Diese Gaben unterscheiden sich von den üblichen Geschenken. Ich möchte mit dir mal einen Vergleich anstellen. Wenn du selber einem Freund oder einem Familienmitglied zum Geburtstag etwas schenkst suchst du ein Präsent aus? Aber nach welchen Kriterien? Schaust du in erster Linie, worüber sich jemand freuen würde? Oder fragst du dich, ob ihm etwas fehlt oder nützlich wäre. Überlegst du, was zu diesem Menschen passen könnte? Vielleicht verschenkst du auch etwas, was diese Person so noch nicht besitzt. Ein Buch, Blumen, ein Bild oder irgendeinen anderen Gegenstand. Oder eine Einladung zu einem Ereignis oder einen Gutschein. Durch dein Geschenk machst du das Leben des Beschenkten reicher. Du fügst also in der Regel etwas hinzu.
Wie war das bei den Königen aus dem Morgenland? Haben sie auch etwas zum Kind hinzugefügt? Etwas, was das Kind reicher machte? Wenn ich die Armut im Stall betrachte könnte es so sein.
Mich beschäftigt aber ein anderer Gedanke. Sie haben kein Geschenk im traditionellen Sinne mitgebracht. Sie wollten nicht das Leben von Jesus bereichern sondern eher etwas verdeutlichen. Sie haben etwas sichtbar gemacht, was bislang unsichtbar oder verborgen war. Sie haben durch ihre Gabe deutlich gemacht, wie sie dieses Kind wahrnehmen oder sehen. Sie sehen nicht mit ihren leiblichen Augen das arme Kind in der Krippe sondern mit dem Herzen und ihrer Weisheit den König, den Priester und den Heiler. Sie sagen also nicht: „Wie niedlich dieser Kleine! Ach welch ein süßes Kind!“ Sie sehen vorweg, was in diesem Kind steckt und wohin es sich entwickeln wird.  
Und diesen Gedanken finde ich interessant. Es kommt nicht auf die materielle Qualität der Gaben an. Nicht einmal der symbolische Wert ist wichtig. Es kommt darauf an, was die Weisen in diesem Kind Jesus sehen.
Spannend wird jetzt die Übersetzung auf dein und mein Leben. Stell dich doch einmal vor einen Spiegel und betrachte dich darin. Was oder wen siehst du? Welche Qualitäten nimmst du bei dir wahr. Kannst du so weit gehen, dass du in dir eine Königin, eine Priesterin oder einen Heiler siehst?
Oder siehst du einfach nur einen Mann oder eine Frau in einem bestimmten Alter mit mehr oder weniger Falten und grauen oder sonstigen Haaren. Siehst du die Spuren deiner Lebensgeschichte oder deine derzeitige psychische Verfassung?
Oder kannst du in den Spiegel schauen und entdeckst dort deine ganz ureigene Qualität. „Ich bin ein Zuhörer, eine Zuhörerin.“ „Ich bin ein Tröster, eine Trösterin.“ „Ich spiele mein Leben mit Leidenschaft und genieße alles was ist.“
Worin liegt also deine Qualität jenseits von Bewertung von richtig und falsch oder gut und schlecht. Was gehört so richtig zu dir. Ordnest du die Welt? Erfindest du? Machst du Beziehungen? Gestaltest du etwas mit Materialien oder besitzt du eine grüne Hand? Oder bist du vielleicht sogar ähnlich „gestrickt“ wie Jesus? Du blickst in den Spiegel und siehst erneut und jetzt noch aufmerksamer hin. Königin? Heilerin? Zuhörer? Tröster? Göttin? Findest du es vermessen, so über dich zu denken?
Was hat Jesus wohl bei sich wahrgenommen, wenn er sich gespürt hat. Sah er in sich auch den König, den Priester und den Heiler? Oder war er angewiesen auf das, was andere in ihm sahen oder über ihn sagten?
Ich vermute, dass es eher ein Wechselspiel ist. Wir brauchen ein Gegenüber, dass uns etwas widerspiegelt. Deine Freundin oder dein Freund sagt dir: „Du bist ein guter Zuhörer. Das schätze ich.“ Dann nimmst du den Gedanken auf und prüfst ihn. „Ja, wo du das sagst, kann ich dem zustimmen. Das könnte gut sein.“ Danach achtest du darauf und stellst mehr und mehr fest, dass du wirklich gut zuhören kannst. Und so baust du diese Qualität aus allein durch deine Aufmerksamkeit.
Wie viele Qualitäten und Fähigkeiten mögen in uns schlummern, die noch nicht zum Leben erweckt wurden. Du selber bist blind für dich, weil du nur die Runzeln und Macken siehst. Und die anderen haben es bei dir noch nicht gesehen oder dir nie gesagt. Oder du warst nie in einer Lebenssituation, wo diese Qualität gefragt war.
Haben deine Eltern früher deine Qualitäten gesehen und diese gefördert? Wunderbar, wenn ja! Oder wurde nur nach den Notwendigkeiten gefragt wie: „Mach ordentlich deine Schule! Sei aufmerksam. Sei höflich! Fall nicht auf!“ Wer hat dich im Leben außerhalb des Elternhauses sonst auf deine Gaben aufmerksam gemacht? Wer waren deine Förderer und Entwicklungshelfer?
Vielleicht möchtest du die Chance in diesem Jahr nutzen und dich weiterentwickeln. Du könntest ja mal vertraute oder auch fremde Menschen fragen: „Welche Qualitäten siehst du in mir? Was nimmst du bei mir wahr?“ Es braucht allerdings ein wenig Mut, solche ungewöhnlichen Fragen zu stellen.
Vielleicht könnte umgekehrt dein nächstes Geschenk für einen Menschen auch eine königliche Gabe wie bei den Weisen des Morgenlandes sein. Du gibst also kein „materielles“ Geschenk sondern eher ein Symbol. Verschenke z.B. eine Schachtel Streichhölzer mit dem Satz: „Wenn ich mit dir zusammen bin, dann gibt es immer sehr zündende Ideen, weil du so lebendig bist. Danke für diese Gabe, an der ich Anteil haben darf.“ Oder du schenkst eine Kerze mit den Worten: „Wenn ich bei dir bin, dann strahlst du immer eine so willkommene Wärme aus, die mir gut tut.“
Du überlegst also, welche Qualitäten sehe ich bei meinem Gegenüber. Wie kann ich das, was ich sehe ausdrücken mit einem Symbol und mit entsprechenden Worten.
Je mehr du deine eigenen Gaben kennst, desto bewusster kannst du sie einsetzen und damit arbeiten. Es wäre doch schade, wenn du am Ende des Lebens für immer deine Augen schließt und in der Anderswelt aufwachst. Von dort aus siehst du auf einmal das Potential, dass in dir zu Lebzeiten schlummerte und nie geweckt wurde. Du würdest denken: „Wenn ich das gewusst hätte, wäre mein Leben anders verlaufen.“
Ich möchte dich zu Beginn des neuen Jahres einladen zu einer Entdeckungsreise. Finde deine eigenen königlichen oder göttlichen Gaben. Da werden die kritischen Stimmen auftauchen wie: „Sei nicht überheblich! Das ist aber ganz schön nazistisch! Eigenlob stinkt!“ Du wirst deine eigenen Hindernisgedanken und Sätze bestimmt kennen. Lass dich davon nicht beeindrucken. Diese Sätze stehen wie Wächter vor einer Schatzhöhle und verhindern, dass du deine Gaben entdeckst.
Sei gewiss: Sie sind auf jeden Fall da. Ohne jeden Zweifel! Du bist voller königlicher Qualitäten! Du kannst dir beim Entdecken nur selbst im Wege sein. Stell dich vor den Spiegel und bitte darum, dass du deine inneren Qualitäten wahrnehmen darfst. Bitte deine selbstzerstörerischen „Dämonen“ darum, für einen Moment mal Pause zu machen und zur Seite zu treten. Sieh die Schönheit deiner Augen und die Würde deiner Lebensgeschichte. Blicke in deine Fähigkeiten, grenzenlos zu lieben. Schau dich an oder spüre in dich hinein und wisse, dass du mit der göttlichen Quelle verbunden bist.
Stelle dir vor, dass jede Träne, die du vor Freude oder auch vor Trauer weinst ihren Ursprung in Gott hat. Mit diesen Tränen spülst du deine Qualitäten frei, so dass sie wie ein Diamant sichtbar werden. Du strahlst dich im Spiegel an und verstärkst damit die Idee, dass diese Erde in Wirklichkeit ein Paradies ist.
Die alten irischen Segen haben oft zum Inhalt, dass du die Welt und dich selbst wohlwollend wahrnimmst. Sei selbst wie ein alter irischer Segen voller Geschichte und Kraft. So brauchst du kein Segenswort von außen. Du bist selbst ein fleischgewordener Segen. Für dich, für deine Umgebung und für die Welt.  

Freitag, 6. Januar 2017

Gestalte dein Leben, jeden Tag!

Du schaust am Ende der Woche auf deinen Kalender und hältst dir vor Augen, was alles auf dich zukommt. Am Morgen schaust du auf den Tag und überlegst, was du alles erledigen musst. Unter erledigen verstehe ich die Vorstellung, dass wir bestimmte Pflichtaufgaben haben. Von diesen so genannten Pflichten kommen einige zusammen. Essen zubereiten, einkaufen, putzen, aufräumen, waschen usw. Manchmal arbeitest du dich durch diese Aufgaben und hakst in Gedanken ab, was du geschafft hast. Das Wort "erledigen" drückt dabei eine Menge aus. Am Ende bist du erledigt und erschöpft von deinen Pflichten. Du freust dich auf deine freie Zeit und lebst in der Dualität, im Gegensatz von Arbeit und Vergnügen.
Wenn du das Wort "erledigen" nun ersetzt durch "gestalten" betonst du deine Freiheit und deine Kreativität. Du entscheidest, was du machst und wann du es machst. Du entscheidest auch, ob du es mit Liebe tust oder mit Widerwillen. Du kannst die Aufgaben so gestalten wie Kinder ihre Spiele spielen. Der Tag ist ein Geschenk und darfst ihn für dein Vergnügen mit Inhalt und Freude füllen.
In der Bibel wird die Geschichte von Adam und Eva im Paradies erzählt. Vor dem "Sündenfall" mussten sie auch im Garten arbeiten, aber sie vergnügten sich. Nach dem "Sündenfall" verwandelte sich der Tag in Mühsal und Plage. Ob es Mühsal und Plage ist oder Freude, Siel und Vergnügen - diese Entscheidung findet in deinem Kopf und in deinem Herzen statt.
Je bewusster du den Beginn des Tages beginnst und in den Tag hineinmeditierst, desto eher hast du die Chance, die lebensfrohe Seite in den Blick zu nehmen. Vielleicht geht das nicht zu hundert Prozent, aber vom Grundsatz her ist eine Veränderung immer möglich.

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Donnerstag, 5. Januar 2017

Erst zentrieren und durchatmen, dann loslegen!



Hast du schon einmal bemerkt, dass du die gleiche Tätigkeit mal mit Energie und Kraft locker bewältigst und ein andermal nur mit großer Mühe und Anstrengung?
Also, du stehst in der Küche und bereitest das Essen zu. Voller Freude liest du dein Rezept. Du schaust in den Kühlschrank, ob alle Zutaten da sind. In deiner Phantasie entsteht das Bild eines wunderbaren Gerichtes auf einem schön gedeckten Tisch. Deine Familie oder die Gäste schauen erwartungsvoll auf das Wunder, das du gewirkt hast. Nach den ersten Gabeln vernimmst du ein Ah! und Oh! Mit diesem inneren Bild und dem beglückenden Gefühl stellst du dich an den Herd und zauberst fast ohne jede Anstrengung dein Essen.
Ein paar Tage später stehst du wieder in der Küche. Du liest dein Rezept, du schaust in den Kühlschrank ... und du merkst: Etwas fehlt! Du freust dich nicht. Du bekommst kein Bild vom Ergebnis. Die Familie erscheint dir als undankbar. Die Zutaten erfüllen nicht deine Erwartungen. Du kochst und hoffst, du bekommst alles noch irgendwie fertig. Mühselig und angestrengt vollziehst du jeden Arbeitsschritt. Das Essen kommt auf den Tisch und du bist nur froh, wenn du anschließend deine Ruhe hast.
Der Zuschauer deines Filmes sieht zwei fast identische Szenen. Aber wenn der Zuschauer in dein Inneres hineinblicken könnte, würde er einen großen Unterschied wahrnehmen. Die erste Szene wäre gefüllt von Leben und Freude und die zweite Szene trist und grau.
Mich erinnert das an die erste Geschichte in der Bibel. Die Menschen leben im Paradies und arbeiten in diesem Garten voller Liebe und in Verbundenheit mit dem Schöpfer. Nach dem Essen von der verbotenen Frucht verwandelt sich das Paradies in einen Ackerboden, der kaum zu bewältigen ist. Die hilfreichen Engel verschwinden und sie fühlen sich ausgestoßen und verloren in einer kalten Welt.
Manchmal sagst du vielleicht selber: „Ich bin nicht im Vollbesitz meiner Kräfte.“ Wenn dir die Kraft fehlt, wird das Leben zu einer Anstrengung. Wenn du in der Freude bist, wird jede Arbeit zum Spiel und du erlebst dich wie im Flow. Wenn die Anforderungen jedoch anwachsen kann es sein, dass du mehr und mehr den Bezug zu deiner Mitte verlierst.
Wenn dir das Kartoffelschälen keine Freude mehr bereitet und du lustlos mit dem Löffel in der Sauce rührst, wird es Zeit, dass du eine Pause einlegst. Tank erst mal wieder auf! Stell dich in deinen Sonnenraum! Suche einen Wohlfühlort auf und tu erst einmal – nichts! Dein Sonnenraum kann ein äußerer Ort sein wie die Bank vor der Tür, ein Sessel im Wohnzimmer oder ein Platz  unter einem Baum. Dein Sonnenraum braucht jedoch zugleich eine innere Entsprechung. Im Sessel deines Wohnzimmers schließt du die Augen und wendest dich nach innen. Du visualisierst Licht und Wärme. Die angestrengte und überforderte Person in dir bittest du, für einen Moment zur Seite zu treten. Du könntest sie in die Küche schicken und von deinem Sessel aus betrachten. Von deinem Sessel aus schaust du wohlwollend auf die Person in der Küche, die sich gerade abmüht und keine Kraft hat. Dieser Person in der Küche schickst du Aufmerksamkeit und Anerkennung. Du selbst in deinem Sessel weißt, dass alles sich zum Guten wenden wird, denn du bist ja weise. Wenn du die Mitte wieder gefunden hast in deinem Sonnenraum kannst du diesen Menschen in der Küche ja ein wenig unterstützen. 
Wie oft höre ich: „Das muss ich erst noch fertig machen, dann gönne ich mir eine Pause!“ Im Hintergrund klingt bei mir: „Ich muss mich erst noch fertigmachen, dann kann ich eh nicht mehr!“ Arbeiten bis zum Anschlag. Die Pause musst du dir verdienen. Dann kann ich nur sagen: Umgekehrt! Umgekehrt! Nur mit der Pausenstimmung kommst du gut in deine Arbeit. Ohne innere Anbindung an deinen Sonnenraum wird das Leben zum Krampf. Dann höre ich: „Aber ich muss doch ...“ Überprüf einmal deine Glaubenssätze. Von wem stammen diese Aussagen? Spricht da deine Mutter oder dein Vater?
In der Mitte deines Sonnenraumes bist du unangreifbar für das schlechte Gewissen und die ständige Pflichterfüllung. Da ist Platz für dich. Da tankst du auf. Da bist du einfach da!

Mittwoch, 4. Januar 2017

Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis (Platon)


Alles hat einen Anfang! Auch die Erkenntnis fängt mit etwas an. Wie läuft ein Erkenntnisprozess? Ich werde zuerst mit einer Idee konfrontiert oder einem Ereignis. Das Erlebte verarbeite ich und ich denke darüber nach. Am Ende des Denkprozesses gibt es ein Ergebnis: Die Erkenntnis.
Jetzt hat Platon eine interessante Idee. Am Ende steht die Erkenntnis und am Anfang ist das Staunen. Das "Staunen" ist eine wunderbare Gabe für uns Menschen. Wann hast du das letzte Mal gestaunt? Kinder staunen ständig! Wenn du ihnen etwas erzählst, dann werden die Augen ganz groß und sie sperren den Mund auf. Sie sagen laut: "Oooooh!" und "Aaaaaah!" Sie sind ganz außer sich und völlig erfüllt von dem Erleben. Sie saugen das Gesehene oder Gehörte förmlich in sich auf. Sie erschaudern und sind tief bewegt. Sie wollen mehr davon. Sie wollen es tiefer erfassen.
Wir Erwachsenen sind da schon viel abgebrühter. Es muss schon ein Smartphone mit besonderen technischen Raffinessen sein, das uns staunen lässt. Wenn ich im Urlaub ans Meer fahre dann staune ich über die Weite! Wenn ich in die Berge fahre dann staune ich über die Erhabenheit! Wenn ich dann jeden Tag aufs Meer schaue verändert es sich schon. Das Staunen wird geringer, die Selbstverständlichkeit wächst. Wir tauschen das "Staunen" gegen die "Macht der Gewohnheit." Ja, die Gewohnheiten sind auf die Dauer mächtiger als das Staunen. Schade eigentlich! Wenn wir nicht mehr staunen können nach Platon, dann hören auch die Erkenntnisse auf. Wir nehmen ja nichts mehr wirklich wahr. Wir gehen daran vorbei.
Du kannst ja auch nicht immer ans Meer oder in die Berge fahren damit du mal staunen kannst. Manche Menschen brauchen immer den letzten Kick damit sie sich das Staunen erhalten können, und das "Ooooh"-Gefühl. Wenn ich heute wieder verstärkt staunen möchte dann braucht es mehr Aufmerksamkeit. Ich blicke in den Garten und schaue mir die Eibe an. Das mache ich über einen längeren Zeitraum. Ich beobachte die Meisen, die darin herumhüpfen und Beeren picken. Ich nehme die Schönheit des Baumes wahr und vertiefe mich in das immerwährende Grün. Ich merke, wie das Staunen sich so langsam im Körper ausbreitet. Ich lebe Seite an Seite mit einem Baum, der jeden Tag ganz zuverlässig an seinem Platz steht. Jahr für Jahr! Jeden Tag und ohne Ausnahme steht er da in seinem Grün und gibt mir Schatten und den Vögeln Nahrung.
Meine Aufmerksamkeit geht jetzt am Frühstückstisch zu meinem Lieblingsbäcker. Ich mag sein Brot. Ich kann es jeden Tag essen. Mir wird es nicht überdrüssig. Er backt es zuverlässig jeden Tag für mich. Ich staune über die Kontinuität. Kuchen kann ich nur ab und zu genießen. Frischen Brot mag ich jeden Tag. Und wiederum breitet sich ein langsames und stetiges Staunen aus.
"Das Staunen ist der Anfang der Erkenntnis." Das hieße für mich, bei jedem Anfang dem Staunen mehr Chancen zu geben, wenn sich in mir so ein Gewohnheitsgefühl breitgemacht hat. Ich lade dich ein zum Staunen über all die vielen Anfangssituationen, die dir geschenkt werden im Leben.
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Dienstag, 3. Januar 2017

Jenseits aller Anfänge!


Im Flur meiner Eltern hängt seit meiner Kindheit der Teil eines Gedichtes zum neuen Jahr von Eduard Mörike. Dort heißt es im Schlussvers: 

Herr, dir in die Hände
sei Anfang und Ende,
sei alles gelegt!

Jedes Leben hat einen Anfang und ein Ende. Alles Irdische ist dadurch gekennzeichnet, dass es begrenzt ist. Auch sehr stabile Häuser fallen irgendwann zusammen. Zwar stehen die Pyramiden in Ägypten schon seit einigen Tausend Jahren, aber irgendwann standen sie noch nicht und der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich daran. Es mag noch viele viele Jahrtausende dauern, bis sie wieder zerfallen. Aber sie werden zerfallen. Mir fällt nichts ein auf dieser Welt, das keinen Anfang und kein Ende hat.
Eudard Mörike schafft in seinem Gedicht jedoch eine Erweiterung: Anfang und Ende legt er in die Hände Gottes. Damit deutet er an, dass es noch etwas gibt, das über den Anfang und das Ende hinausgeht.
Anfang und Ende gehören zu den begrenzenden Zeiterfahrungen der irdischen Existenz. Leben geschieht immer in einem Zeitraum von Anfang bis Ende. Das sind die Grenzmarkierungen. Aber es gibt eine Dimension, die nicht dieser Beschränkung unterliegt. Unser Bewusstsein kann "Zeitempfindungen" überwinden. Ich kann mich jenseits von Zeit und Raum denken. Menschen mit einer Nahtoderfahrung erzählen davon, wie im Bruchteil einer Sekunde das ganze Leben wie ein Film noch einmal abläuft.
Wir Menschen sind in unserem zeitlichen Empfinden von Begrenzungen, Tod und Ende noch einmal aufgehoben in etwas jenseits von Zeit. Darin liegt eine sehr befreiende Botschaft. Auch und jenseits von Tod und Ende bekommst du noch neue Möglichkeiten. Du bist bildlich gesprochen ein begrenzter Teil in Gottes unbegrenzter Hand.
Wir denken uns "anfänglich" und "endlich" und zugleich können wir uns "ewig" denken. Wie verändert sich dein Leben wenn du das praktisch umsetzt? Wie verändert sich dadurch dein Denken und deine Haltung?
Wenn du dich zeitlich begrenzt erlebst dann bist du im ständigen Mangel alles hier und jetzt noch erleben zu müssen. Die Zeit ist knapp und du hast noch viel zu tun. Wenn du im "Ewigkeitsbewusstsein" bist, dann hört die Hektik auf! Du kannst, aber du musst nicht mehr! Eduard Mörike noch einmal zur Erinnerung: "Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt." Es geht also neben dem Bedenken von Zeit und Ewigkeit noch darum etwas zu tun. Das "Ablegen"! Es geht darum loszulassen, nicht festzuhalten! Wenn ich dem Ewigen das gebe, was ihm eh gehört, dann hört der Kampf auf, unbedingt etwas festzuhalten, was du sowieso nicht festhalten kannst. Kannst du deinen Mann festhalten? Deine Kinder? Deine Gesundheit? Dein Geld? Halte mal mit deinen Händen über einen Zeitraum viele Dinge fest. Du wirst verkrampfen, die Kraft wird dich verlassen und vor allem - du wirst die Dinge nicht mehr genießen können. Wenn du den Geliebten festhältst und nicht loslässt verwandelt er sich in ein Monstrum oder eine Schaufensterpuppe. Im Loslassen der Dinge gewinnst du die Freiheit, damit Erfahrungen zu machen und danach "Danke" zu sagen.
Ob wir "Ja" sagen können zu unserem Leben hängt genau davon ab, ob wir loslassen können. Ohne Angst zu verlieren; nur im Vertrauen, dass schon gut für mich gesorgt ist. In der Übereinstimmung von Atem holen und Atem lassen. In diesem Sinne wünsche ich dir einen ausgewogenen Rhythmus!
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Montag, 2. Januar 2017

Wo immer das Glück sich aufhält... (irischer Segen)




Wo immer das Glück sich aufhält,
hoffe, ebenfalls dort zu sein.

Wo immer jemand freundlich lächelt,
hoffe, dass sein Lächeln dir gilt.

Wo immer die Sonne aus den Wolken hervorbricht,
hoffe, dass sie besonders für dich scheint.

Damit jeder Tag deines Lebens so hell wie nur möglich ist.

Du kannst dort stehen, wo Menschen unglücklich sind. Du kannst dich auch dort aufhalten, wo Menschen unfreundlich sind. Und du kannst dich dort aufhalten, wo der Himmel bedeckt ist.

Unglück, Unfreundlichkeit und einen trüben Himmel kannst du auf die Dauer nur schwer ertragen. Das kann dich ganz schön herunterziehen und deine Stimmung trüben.

Suche also die Gesellschaft von glücklichen Menschen. Sei dort, wo Menschen freundlich zu dir sind und gehe so weit, bis die Sonne auf deine Haut scheint. Dann findest du gute Voraussetzungen, dass davon etwas auf dich abfärbt und dein Leben positiv beeinflusst. Ich wünsche dir für dieses neue Jahr die Kraft und den Willen, selbst etwas dafür zu tun. Nicht zu warten, dass das Glück hoffentlich mal zu dir kommt, sondern dass du es mit beeinflussen kannst. Ich wünsche dir die Kraft, unfreundliche Menschen zu verlassen und dich denen zuzuwenden, die dir wohlgesonnen sind. Und ich wünsche dir die Kraft, Wege zu finden, wo die Sonne für dich scheint - im Außen wie im Innen.

Sonntag, 1. Januar 2017

Geh deinen Weg



Geh deinen Weg

Irischer Segen aus dem Jahre 1692, auch für das neue Jahr
Geh deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast,
und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.

Steh mit allen auf gutem Fuße, wenn es geht,
aber gib dich selber nicht auf dabei.

Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar
und hör die anderen auch an,
selbst die Unwissenden, Dummen - sie haben auch ihre Geschichte.

Laute und zänkische Menschen meide.
Sie sind eine Plage für dein Gemüt.

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst,
wisse, dass Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten.
Denn es wird immer größere und geringere Menschen geben als dich.

Freu dich an deinen Erfolgen und Plänen.
Strebe wohl danach weiterzukommen, doch bleibe bescheiden.
Das ist ein guter Besitz im wechselnden Glück des Lebens.

Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften.
Die Welt ist voll Tricks und Betrug.
Aber werde nicht blind für das, was dir an Tugend begegnet.

Sei du selber - vor allem:
heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst.
Doch denke nicht verächtlich von der Liebe, wo sie sich wieder regt.
Sie erfährt soviel Entzauberung, erträgt soviel Dürre
und wächst doch voller Ausdauer, immer neu, wie das Gras.

Nimm den Ratschluss deiner Jahre mit Freundlichkeit an.
Und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.

Pflege die Kräfte deines Gemüts,
damit es dich schützen kann, wenn Unglück dich trifft,
aber überfordere dich nicht durch Wunschträume.
Viele Ängste entstehen durch Enttäuschung und Verlorenheit.



Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir.
Im Übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst.

Du bist ein Kind der Schöpfung,
nicht weniger wie die Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht darauf, hier zu sein.
Und ob du es merkst oder nicht -
ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so, wie sie es soll.

Lebe in Frieden mit Gott, wie du ihn jetzt für dich begreifst.
Und was auch immer deine Mühen und Träume sind
in der lärmenden Verwirrung des Lebens -
halte Frieden mit deiner eigenen Seele.

Mit all ihrem Trug, ihrer Plackerei und ihren zerronnenen Träumen -
die Welt ist immer noch schön!


gefunden bei Hermann Multhaupt

Alle guten Wünsche für das Jahr 2017!