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Mittwoch, 24. Februar 2021

Das Vorübergehende geht vorüber und bleibt nicht!



Vorübergehend ist das Büro nicht besetzt. Vorübergehend haben wir diesen Menschen als Ersatz eingestellt. Vorübergehend findet die Beratung an einem anderen Tag statt. Vorübergehend bin ich hier nicht erreichbar.
Die Menschen wünschen sich eher Sicherheit. In der Regel oder immer ist das Büro besetzt. In der Regel oder immer ist der oder die dafür zuständig. In der Regel oder immer findet die Beratung an einem Montag statt. In der Regel oder immer bin ich hier erreichbar.
Wenn du genauer hinschaust ist jedoch nichts „immer“ sondern alles irgendwie vorübergehend. Vorübergehend lebst du in einer Familie und denkst, es sei für ewig. Vorübergehend hast du diese Stelle, zwar für dreißig Jahre, aber angesichts der Ewigkeit vorübergehend. Vorübergehend liebst du diesen Mann und diese Frau. Alles vorübergehend...
Und nun nimm das Wort wörtlich: Es geht vorüber. Du kannst es nicht festhalten. Du genießt und nutzt es zwar für einen Augenblick, du gehst eine Zeitlang damit, aber es bleibt nicht stehen. Es geht vorüber und ist vorübergehend.
Sei du selbst auch eher ein Vorübergehender als ein Festhalter. Um ein Vorübergehender zu werden musst du deine Lektionen lernen. Eine Lektion heißt: Immer wieder loslassen. 

Dienstag, 23. Februar 2021

Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere. (Jean-Paul Sartre)


Gab es in deinem Leben schönere Zeiten als jetzt? Warst du einmal glücklicher? Sehnst du dich nach diesen Zeiten zurück? Trauerst du ihnen noch hinterher?
Träumst du von einer glücklicheren Zukunft? Wenn das und das erst einmal geschieht - dann werde ich das und das tun und mich so und so fühlen?
Wie ist das mit Anspruch überhaupt nach einer "schönen" Zeit. Was muss passieren, dass dein Erlebnis den Stempel "schön" bekommt? Einfach so nach Gefühl oder mit bestimmten Kriterien? Wenn es "schön" sein soll, dann braucht es deine Bewertung. Du musst festlegen, ob und wann etwas "schön" ist. Wie jedoch sieht dein Leben aus, wenn es nicht mehr "schön" sein muss? Wenn du darauf verzichtest. Wenn der Anspruch wegfällt. Wenn du aufhörst mit dem Vergleichen!
Du wirst dir bewusst, dass es "jetzt" ist. Und einen Augenblick später ist es wieder "jetzt". Der Psychotherapeut Christian Meyer lädt ein zu einer Partnerübung, wo du deinen Partner fragst: "Und wessen bist du dir jetzt bewusst." Du sagst dann, wessen du dir gerade bewusst bist. Dein Partner stellt immer wieder die gleiche Frage: "Und wessen bist du dir jetzt bewusst." Diese Übung "zwingt" dich dazu, nicht in Gedanken abzudriften in die Vergangenheit oder Zukunft. Das Bewerten hört auf und du bist im Hier und Jetzt. Wenn du im Hier und Jetzt bist erlebst du dich völlig präsent und hast den Eindruck als ob du von einer Hypnose aufwachst. Probier es mal aus. Du kannst es auch für dich selber machen. "Wessen bin ich mir jetzt gerade bewusst." Antworten. "Und wessen bin ich mir jetzt gerade bewusst?" Antworten...
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Montag, 22. Februar 2021

Immer nur die erste Liga - oder vom Umgang mit den Sackgassen

"Street One" kann ich verschieden verstehen.
Es könnte sich um die beste und großartigste Straße im Vergleich zu allen anderen Straßen handeln. Die First Class Straße. Eine, auf die ich mich unbedingt bewegen möchte. Sehen und gesehen werden. Wer diese Kleidung trägt, der kann mithalten auf den Einlaufsmeilen dieser Welt. Der spielt in der ersten Liga. Immer die Nr. 1 sein!

Die zweite Lesart für mich lautet: Wer nur "eine Straße" kennt, landet schnell in der Sackgasse. Virginia Satir empfiehlt bei der Suche nach Lösungen, wenn du ein Problem hast, folgendes:
Ein Weg führt in die Sackgasse. (Street One)
Zwei Wege führen in ein Dilemma. (Street Two)
Ab dem dritten Weg beginnt die Freiheit. (Three and more streets)
Das ist genug Stoff zum Nachdenken, nicht wahr? Wo befindest du dich heute wie in einer Sackgasse? Wo musst du dich zwischen A und B entscheiden und kannst das nicht? Welches wäre jetzt dein dritter und/oder vierter Weg?
Vielleicht wird es Zeit für eine Marke: "Many streets".
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Samstag, 20. Februar 2021

Auch mal nichts machen!


Sei nicht so passiv!
Werde doch mal aktiver!
Du sitzt da nur herum!
Ich habe dir das doch schon so oft gesagt!
Tu endlich mal etwas!
Du bringst mich zur Weißglut!

Du machst mich ganz verrückt!
Wenn ich dich schon sehe, wie du da herumsitzt!
Ist dir denn alles egal?
Muss erste die Welt untergehen, bevor du tätig wirst?
Nur ein mal!
Nur ein mal möchte ich erleben, dass du was machst!
Und nicht nur so herumsitzt!
Wenn jeder das täte!
Wenn alle nur so passiv wären!
Wie würde die Welt dann aussehen!

Ich weiß schon nicht mehr was ich sagen soll!
Ich habe alles versucht!
Ich kann nicht mehr!
Ich gebe auf!
Ich setze mich jetzt hin und komm erst mal zur Ruhe!

So stark verbal würde ich zwar nicht reagieren, aber im Kopf manchmal so oder so ähnlich denken.

Vor einigen Tagen sagte mir jemand: "Ich pflege meine Passivität." Das hat angesichts des aufgeregten Aktionismus durchaus etwas für sich. Manche Dinge erledigen sich von selbst. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Du bleibst in einem erholsamen Entspannungszustand und sparst Adrenalin und Cortisol. Du kannst mehrmals tief durchatmen... und dann noch einmal durchatmen. Und du kannst denken: "Angesichts der Ewigkeit ist dieses Problem doch sehr gering!"

Die Person am Aktionismus-pol provoziert geradezu eine totale Passivität beim Gegenüber. Und jemand in totaler Passivität provoziert umgekehrt den Aktionismus. Interessanterweise sprechen wir aber vom Aktion -"ismus" und nicht vom Passiv-"ismus". "Ismen" haben immer etwas negatives. Sie übertreiben. "Alkoholismus" und "Individualismus" gehören z.B. dazu. Das Wort "passiv" wird nicht mit "ismus" verbunden sondern mit "Ivität". Bei "Ivität" fällt mir ein "Objektivität" oder "Konstruktivität". Vom Wortspiel scheint "Passivität" mit der innewohnenden "Ivität" eher wertschätzend zu klingen. Nun denn, ich pflege jetzt mal die Passivität und beende diesen Text.
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Freitag, 19. Februar 2021

Der wahrhaft große Mensch ist der, der niemanden beherrscht und der von niemandem beherrscht wird. (Khalil Gibran)


Niemanden beherrschen und von niemandem beherrscht werden! Wie machen wir Menschen Kommunikation. Wie schaffen wir Verbindung?
"Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du meine Wünsche mir von den Augen ablesen." "Warum fragst du mich nicht wie es mir geht, wo wir doch befreundet sind. Du interessierst dich ja gar nicht für mich." "Sie sollten Ihre Arbeitszeiten ernst nehmen sonst muss ich an Ihren Arbeitswillen zweifeln." "Na, kommst du auch noch?"
Mir fallen Tausende vor Fragen und Sätze ein, die scheinbar eine Verbindung herstellen. Aber eine, die Herrschaft zum Ausdruck bringt. Über Ermahnung, Erpressung, Bemutterung, Bevaterung, Aufforderung. Wie kann ich fühlen, denken und sprechen, dass ich meine Würde und die Würde des anderen bewahre? Bei mir spüre ich es, wenn da ein Raum der Freiheit im Herzen wächst. Es wird einfach weiter. Wenn ein Druck entsteht, ein negatives Gefühl, dann weiß ich, dass es im Moment um Herrschaft und Macht geht.
Wenn ich bedürftig bin und einen Mangel an etwas habe, dann hoffe ich, das Fehlende beim anderen zu finden. Ich kann freundlich bitten und ein Nein akzeptieren. Ich kann aber auch mit Nachdruck fordern. Manche Menschen bitten zwar äußerlich, aber üben dennoch Druck aus. "Unbedingte Bitten!" Khalil Gibran erkennt das als Größe an, wenn ein Mensch niemanden beherrscht und von niemandem beherrscht wird. Wie kann ich diese Größe erreichen? Ich denke, es geht dadurch, dass ich ständig an mir arbeite. Dass ich wach und bewusst durchs Leben gehe. Dass ich meine Bedürfnisse und meinen Mangel kenne. Dass ich mich mehr und mehr versöhne mit meiner Geschichte. Dass ich meine Traumata erlöse. Dass ich das alles wirklich möchte. Immer, wenn da dieser Druck auftaucht, dieses erdrückende Gefühl, bekomme ich die Chance, mich weiterzuentwickeln. Ich halte inne und unterbreche mich in meinen automatisierten Abläufen. Ach ja! Da ist wieder dieser Druck. Diese Angst. Diese Traurigkeit. Ich bleibe mit meiner Aufmerksamkeit für einen Moment dabei und mache nichts. Außer beobachten und spüren. Warten, bis sich der Nebel senkt. Bis die Begierde vorbeigeht. Bis der Machtwunsch dahinfließt. Bis der Freiraum sich öffnet.
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Donnerstag, 18. Februar 2021

Die Schönheit liegt nicht im Antlitz. Die Schönheit ist ein Licht im Herzen. (Khalil Gibran)


Teilst du mit mir diese Erfahrung? Du triffst einen dir unbekannten Menschen. Du schaust ihn an und es trifft dich mitten ins Herz. Du bist angerührt und fragst dich, wie das sein kann. Beim näheren Hinsehen entspricht das Gesicht keinem Schönheitsideal. Du verliebst dich also nicht in das Gesicht. Es kommt dir aber vor, als ob von innen her etwas hochkommt.
Du schaust diesem Menschen in die Augen und er dich. Du spürst so einen Stich im Herzen und hast das Bedürfnis, einen Seufzer zu machen. In diesem Augenblick wirst du berührt von der Schönheit des Lichtes im Herzen deines Gegenübers.
Mir kommt das manchmal so vor, als ob dieser Mensch etwas mit unsichtbarer Tinte auf ein Blatt Papier schreibt, mir zuschickt und ich es ohne Mühe lesen kann. Als ob in diesem Licht aus dem Herzen eine ganze Lebensgeschichte aufgeschrieben ist. "Du auch?" "Ach ja, das kenne ich! Danke, dass ich das mit dir teilen darf."
Wenn du der Schönheit des anderen begegnest, welches aus dem Licht im Herzen kommt, erkennst du dich selber in diesem Menschen wieder. Du fühlst dich verbunden und in dir wird die Erinnerung wach, dass du mit diesem Menschen gemeinsam aus dem Göttlichen kommst.
Leider geht dieser Impuls schnell verloren weil er so flüchtig ist. Aber du kannst deine Aufmerksamkeit darauf ausrichten. Genieße diese Augenblicke, wo dich das Licht im Herzen trifft.
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Mittwoch, 17. Februar 2021

Von Grenzen und von der Freiheit

Stell dir vor, dass du einen kleinen Spaziergang machst. Du befindest dich in einer Oase und läufst los hinein in die Wüste. Eben ein kleiner Spaziergang. Du gehst ein paar Minuten und fühlst dich frisch und kräftig. Du schaust in die Weite und lässt die Oase immer mehr hinter dir. Dann stellst du dich hin und drehst dich um deine eigene Achse. Wo immer du auch hinschaust siehst du freien Raum. Keine Begrenzung. Kein Zaun, der dich aufhält. Kein Meer, das du überqueren müsstest. Kein Weg, an dem du dich halten musst. Du befindest dich in der Grenzenlosigkeit. Bis zum Horizont - keine einzige Einschränkung.
Und? Verlockt dich diese Vorstellung? Wenn ja, wie lange? Hältst du es aus, diese Grenzenlosigkeit? Die Unendlichkeit von Möglichkeiten, deinen Weg fortzusetzen? Oder beschleicht dich irgendwann ein leises Unbehagen? Ich bin allein. Wo soll ich hin. Was erwartet mich, wenn ich weiterlaufe. Sorge, Angst, Todesangst, Panik?
Wenn du jetzt mal an deinen Alltag denkst mit all den Verantwortungen, denen du nachkommen musst. Familie, Beruf, Gesundheit, Finanzen. Deine Landschaft ist voll besetzt. Kaum Freiraum! Jetzt stellt dir vor, dass du ab jetzt keine einzige Verpflichtung mehr hast. Totaler innerer Freiraum - die Leere der Wüste und die Weite des Ozeans! Verlockend?
Mir hilft es, da einen Unterschied zu machen. Ich lebe in der Polarität von Begrenzung und Freiheit. Ich habe mich für dieses Leben entschieden. Für meine Arbeit, für meine Beziehungen, für meine Hobbys. Das erfüllt mich. Darum bin ich auch kein Sklave und erlebe das nicht als Begrenzung. Zugleich erfüllt mich der Wunsch nach Freiheit, nach Entgrenzung, nach neuen Möglichkeiten. Immer, wenn es mir zu viel wird, dann wird der Wunsch nach Entgrenzung mächtig. Wie bekomme ich diese widersprüchliche Polarität zusammen?
Ich entscheide mich für den einen Weg, den ich jetzt gerade gehe. Ich lasse mich ein auf die Menschen, denen ich gerade begegne. Ich lebe aufmerksam im Hier und Jetzt. Ich achte darauf, dass immer auch ein kleiner Freiraum bleibt. Ein Raum, in dem ich genug atmen kann. Ich lasse in meinem Bewusstsein zu, dass ich die völlige Grenzenlosigkeit denken kann. Wenn ich wirklich will, kann ich jetzt meine Oase verlassen und mich der Wüste und dem Meer aussetzen. Ich kann, aber ich muss es nicht. Ich kann es im Geiste und auch mal für ein paar Tage im Urlaub.
Der Unterschied heißt: Es gibt kein "Entweder/Oder" sondern ein "Sowohl/als auch". Begrenzung und Freiheit sind nur scheinbare Widersprüche. Ich erlebe beides zur gleichen Zeit. Ich kann mich wie ein Ausgelieferter erleben oder wie ein Gestalter und Schöpfer. Ich kann "gezwungenermaßen" zur Arbeit gehen und erlebe die Begrenzung. Ich kann aber auch "völlig frei" zur Arbeit gehen und erlebe die vielen Möglichkeiten.
Wie bekommst du das auf die Reihe? Schmerzen dich eher die Grenzen oder eher die vielen Möglichkeiten und deine Unmöglichkeit, dich entscheiden zu können? Wann ist es leicht und wann ist es besonders schwer?
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Dienstag, 16. Februar 2021

Es ist mir ein Fest



Ich hörte ein längeres sehr unterhaltsames und anregendes Radiointerview. Die Fragen waren interessant. Die Antworten waren lebendig. Da war eine Menge Resonanz zwischen den Interviewpartnern zu spüren. Normalerweise endet jedes Gespräch am Radio ähnlich. „Vielen Dank für die Zeit.“ Antwort: „Gerne!“ oder „Danke ebenfalls!“ Dieses Interview endete mit dem Satz des weiblichen Gastes: „Es war mir ein Fest!“
Als sie das sagte wurde es mir ganz warm ums Herz. Es war ihr ein Fest. Es war keine Arbeit. Keine Anstrengung. Keine Pflichterfüllung. Es war ihr ein Fest. Es war auch nicht „wie“ ein Fest. Also vergleichbar! Es war ihr ein Fest.
Jetzt sitze ich und schreibe und denke und fühle: Ach, wie schön! Ich schreibe hier für dich und es ist mir ein Fest. Als hätte ich gekocht, den Tisch schön gedeckt und würde dich willkommen heißen und dir einen Platz anbieten. Als würden wir gemeinsam sitzen und uns über die Begegnung freuen. Als würden wir gemeinsam essen und uns austauschen. Und du würdest spüren, wie sehr du das genießt. Wie sehr du es magst, gemeint zu sein.
Dann sitze ich und mache mir Gedanken und schreibe und stelle mir vor, dass ich nicht so eine Art „Pflichtbrief“ schreibe, sondern ein Fest feiere mit dir. Es ist mir ein Fest, etwas mit dir zu teilen, was in meinem Inneren gerade geschieht, oder was mir begegnet ist. Oder worüber ich gerade so nachdenke.
Ich sitze an meinem Schreibtisch und schaue auf meine Ablage, auf meine Stifte und auf diverse Kleinigkeiten. Normalerweise ignoriere ich sie. Ich nutze sie, wenn ich sie brauche. Sie haben keine große emotionale Bedeutung. Jetzt aber stelle ich mir vor: „Es ist mir ein Fest!“ Ich sitze an meinem Schreibtisch und sage zu meinen Stiften: „Es ist mir ein Fest.“ Plötzlich entsteht eine Beziehung zwischen den Gegenständen und mir. Als würde ich durch diesen Gedanken alles in meinem Umfeld beleben. Das Arbeitszimmer wird zu einem Festsaal.
In der ersten Februarwoche musste ich bei Schneefall zur Arbeit. Alle Autos fuhren vorsichtig und ich brauchte viel länger als sonst. Ich fuhr in einer langen Kolonne mit vielen langsam fahrenden Autos. „Normalerweise“ mache ich mir dann Druck. „Kann das nicht etwas schneller gehen!“ „Ich komme nicht rechtzeitig und muss dann nacharbeiten!“ „Hoffentlich passiert nichts!“ Normalerweise!
An diesem Februarmorgen aber fuhr ich in der Kolonne und hatte noch das Wort im Ohr: „Es war mir ein Fest.“ Und plötzlich verschwand der Druck völlig. Ich wurde heiter und gelassen. Gedanklich nickte ich allen in meiner Kolonne und im Gegenverkehr zu. „Es ist mir ein Fest!“ „Ich bin einer von euch. Wir sind eine große Schar gemeinsam unterwegs zu verschiedenen Zielen. Wir verbinden uns und schaukeln hier diesen Schnee. Wir lassen uns nicht beeindrucken von dem Wetter. Wir genießen gemeinsam diese weiße Landschaft. Und es ist mir ein Fest, einer von euch zu sein.“
Was geht jetzt in dir vor, wo du das liest und mit dem inneren Ohr hörst? „Jetzt übertreibt der aber!“ „Das ist aber ein bisschen abwegig!“ „Ja doch, das hat was!“ „Ich habe ganz andere Situationen, wann es mir ein Fest ist.“ „Da muss schon wirklich was Außergewöhnliches passieren, dass ich so einen Satz sagen würde.“  In welchen Situationen bekommst du das Gefühl, dass dir etwas wie ein Fest wird? Kommt es dabei auf äußerliche Umstände an wie ein Geburtstag oder eine Hochzeit?
Als ich in diesem Interview aufhorchte bei diesem Satz, wurde ich auf einmal sehr lebendig. Auch mir war es ein Fest. Ich war bei diesem Interview dabei. Das wurde mir erst bei diesem Satz bewusst. Ja, ich war der Teil eines Festes dieses Studiogastes. Ich war ein Gast.
Dieser Satz lädt mich ein, damit noch ein wenig tiefer zu gehen. Ich komme als Baby auf diese Welt und erlebe etwas. Den engen Geburtskanal, die Kälte und das grelle Licht draußen. Die fremden Stimmen und ungemütliche Positionen. Ich erlebe Liebe und Zuwendung. Ich muss aber auch schwierige Situationen meistern. Ich werde älter und älter und drücke dem Leben folgenden Stempel auf: „Leben, dich muss ich meistern. Ich muss bestehen. Es ist eine Anstrengung. Es ist oft schön und zugleich auch herausfordernd. Ich schwanke zwischen Gelassenheit und Anspannung. Hallo Leben, du bist nicht ohne!“
Ich kann aber auch auf die Welt kommen durch den engen Geburtskanal und das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Ich kann zwar noch nicht gut bewusst denken und klare Sätze formulieren mit meinen Babywerkzeugen. Aber ich kann rückwirkend mir vorstellen, wie ich in das Leben trete und sage: „Es ist mir ein Fest.“ Damit erschaffe ich mir gleich ein Lebensprogramm. Es würde sich so anfühlen, als sei ich ein König der auf einem roten Läufer den Festsaal betritt. „Es ist mir ein Fest!“ in dieses Leben einzutreten und zu einem Teil davon zu werden.
Wenn du das Leben eher wie eine Bürde oder eine Pflichtveranstaltung wahrnimmst könnte dieser Satz eine hilfreiche Intervention sein. Gedanklich und mit deinen inneren Bildern gehst du zum Anfang zurück. Du drehst den Film deines Lebens einfach noch einmal neu. Jetzt aber nicht mehr unbewusst mit den Babywerkzeugen, sondern klar, bewusst und entschieden. Du als erwachsener Mensch nimmst dein inneres Baby mit in dein Herz. Du rutscht voller Vergnügen mit deinem Baby durch den Geburtskanal und betrittst diese Welt. Du nimmst wahr, wie du von der Welt empfangen wirst. Alle strahlen dich an und heißen dich willkommen. Ein wohliger Schauer durchflutet deinen erwachsenen Körper. Dein inneres Baby wird dabei überflutet von Glückshormonen. In der Welt angekommen genießt du diesen Augenblick und hältst inne: „Es ist mir ein Fest!“
Letztlich geht es darum, dass du dir deiner eigenen Würde bewusst wirst. Du bist nicht zufällig da. Du bist nicht einfach dem Schicksal des Lebens ausgeliefert. Du bist bewusst und entschieden hier. Du nimmst nicht nur deinen Platz in Anspruch als ob du kämpfen müsstest. „Auch ich darf mal mitmachen.“ Wenn du dir deiner Königswürde bewusst wirst musst du nicht mehr kämpfen oder dich rechtfertigen. Es wird dir zum Fest. Das Leben wird dir zum Vergnügen. Und jetzt ist es mir ein Fest, meine Augen zu schließen und in die Stille abzutauchen. Dich zu meinen und mit dir zusammen zu sein und das Gemeinsame zu genießen. Du und ich, wir schön zusammen!

Montag, 15. Februar 2021

Je weniger ich von dem war, was ich war, desto besser habe ich mich gefühlt. (Leonard Cohen)

Über viele Jahre meines Lebens hinweg habe ich mich angestrengt, vor mir bestehen zu können. Da gibt es ja die Vorstellung meiner Eltern, meiner Lehrer und der Kirche von einem sinnvollen und guten Leben. Ich wollte ja dazugehören. Teil des Ganzen sein. Meine Eltern fanden Fleiß, Zuverlässigkeit, Ordnung und Höflichkeit sehr wichtig. Ich wusste: Wenn ich mich darum eifrig bemühe, werde ich vor ihnen bestehen und dazugehören dürfen. So hat sich über viele Jahre ein "Ich" gebildet, von dem ich denke, dass das "Ich" bin.
Jetzt, als Erwachsener gibt es immer wieder Situationen, wo ich nach meinem anerzogenen Ich etwas machen müsste, das in mir einen Widerstand hervorruft. Will ich das wirklich oder spricht da im Hintergrund die Stimme meines Vaters? Es kommt mir manchmal so vor, als ob um mich herum sich eine Kruste gebildet hat, wie eine Art zweites "Ich". Wenn ich erkenne, dass das die Stimme meiner Eltern war, dann überprüfe ich, ob ich das loslassen kann. Ich kann Cohen gut verstehen, wie sich das anfühlt, wenn ein Teil der Kruste abspringt. Das, was ich als zu mir gehörig empfinde, ist womöglich gar nicht meins. Es gehört jemand anderem. Ich lasse also ein kleines Stück "falsche" Kruste los und spüre, dass ich auch ohne weiterleben kann und dass es sich ganz gut anfühlt.
Ich erlebe viele Menschen im "mittleren" Alter, die langsam aufwachen und überprüfen, welche Stimmen da im Inneren sind und wo sie hingehören. Das kann ganz schön verwirren, wenn man damit erst einmal anfängt. Stell dir vor, dass du mit einem Rucksack unterwegs bist. So nach und nach ist immer etwas dazugekommen und dein Körper hat sich an die Last gewöhnt. Du weißt gar nicht mehr, wie ein Leben ohne Last sich anfühlen könnte. Jetzt aber ist die Zeit reif, dass du deinen Rucksack öffnest und aussortierst. Was gehört dir oder möchtest du behalten und was kannst du loslassen? Es kann sein, dass es sich am Ende besser anfühlt! Ein wenig leichter und Platz für Neues.
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Samstag, 13. Februar 2021

Merkwürdig, wie wir die andern beurteilen und nicht merken, wie elend unsere Geringschätzung ist - bis sie uns fehlen, bis man sie uns wegnimmt. Carlos Ruiz Zafon


Ich teile diese Beobachtung. Da gibt es Menschen in meinem Umfeld, die es schaffen, in mir ein negatives Gefühl zu erzeugen. Das geschieht, wenn jemand zu laut spricht. Wenn mir jemand so einen befehlerischen Ton in seiner Sprache hat. Wenn mich jemand ungefragt auf meine Fehler hinweist. Die Besserwisser. Die Ratschlaggeber, die Rat geben, ohne dass sie gefragt werden. Menschen, die den Tisch nicht abwischen und verkrümelt hinterlassen. Menschen, die nicht grüßen, wenn sie kommen.
Ich spüre, wie mein Ärgerpegel schnell steigt. Wenn jemand das ein einziges mal macht, dann vergesse ich es schnell. Aber bei Wiederholungen prägt sich in mir das Bild von einem Menschen, der mir auf die Nerven geht und den ich immer mehr geringschätze. Ich spüre mein Ärgergefühl aber habe nicht das Bewusstsein davon, dass ich diesem Menschen jetzt einen absoluten Stempel aufgedrückt habe. Das ist jetzt für immer der Lautsprecher oder der Befehler oder der Besserwisser. Und an diesem Menschen kann ich so wunderbar meine Ärgergefühle auslassen. Er wird zum Blitzableiter all meiner Ärgergefühle.
Wenn jetzt dieser "Blitzableiter" aus meinem Leben verschwindet, dann habe ich keinen anderen über den ich mich ärgern kann. Mir fehlt der Blitzableiter. Ich muss dann in mich selber hineinschauen. Die anderen Menschen bilden so etwas wie mein "soziales Ich im Außen". Was ich in mir nicht haben möchte, verlagere ich nach außen. Dann bin ich viel erträglicher mit mir selbst. Sonst müsste ich ja zugeben, dass ich selbst ein Lautsprecher, ein Befehler oder Besserwisser bin.
Wie soll ich es dann mit mir selber aushalten? Besser allerdings wäre es! Ich hätte die Chance, mich weiter zu entwickeln. "Merkwürdig, wie wir die andern beurteilen und nicht merken, wie elend unsere Geringschätzung ist - bis sie uns fehlen, bis man sie uns wegnimmt." Das Wegnehmen und Fehlen führt uns in ein Loch und bewirkt, dass wir uns mit uns selbst konfrontieren können. Dieser andere, den ich geringschätze, bin ja ich!
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Freitag, 12. Februar 2021

Jerusalema, der Weg der Sehnsucht


 

Hast du das Lied inzwischen gehört? Vielleicht schon einmal mitgetanzt? Im Netz geht es viral um. Krankenhäuser, Klöster, Betriebe, Feuerwehren und Polizeistationen tanzen sich Corona konform im Rhythmus von Jerusalema. Es tanzt sich ganz einfach. Gut zuschauen, ein paar Mal üben und schon kannst du mitmachen. Die Bewegungen sind so choreografiert, dass du ein quadratisches Feld abtanzt, während einer Sequenz in jede Himmelsrichtung schaust und nach vier Phasen wieder am Ausgangspunkt stehst und von vorne beginnst.

Als Theologe werde ich natürlich hellhörig, wenn ich das Wort Jerusalem höre. Mir ist das neue geistliche Lied vertraut: „In deinen Toren werd ich stehen du freie Stadt Jerusalem, in deinen Toren kann ich atmen, erwacht mein Lied.“ Die jüdische Feier des Sederabends endet mit dem Wunsch: „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ Der wird auch ausgesprochen von den Menschen, die in Jerusalem wohnen. Jerusalem heißt übersetzt: Stadt des Friedens. Im hebräischen Wort „Jerushalayim“ klingt noch das Wort für Frieden „Shalom“.

 

Das virale Jerusalema kommt aus Südafrika und der Text auf Deutsch heißt:

 

„Jerusalem ist meine Heimat.
Schütze mich.
Begleite mich.
Lass mich hier nicht zurück.

Mein Platz ist nicht hier.
Mein Königreich ist nicht hier.
Lass mich hier nicht zurück.“

Text: Kgaogelo Moagi, Nomcebo Zikode

Jerusalem, ein wunderbarer Ort und die Hauptstadt Israels. Heimat des Christentums. Heiligtum und Zentrum von drei Weltreligionen. Emotional und spirituell schwer beladen. Löst Gefühle aus und weckt die Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gott. Weckt die Bedürfnisse nach Sicherheit, Freiheit und Frieden. Diese Tradition findet sich auch im südafrikanischen Text wieder. In einem Interview habe ich gelesen, dass der Texter sich von seiner eigenen Musik inspirieren ließ, und die Worte aus dem Herzen flossen. Da, wo ich gerade bin, ist nicht meine Heimat. Hier fühle ich mich nicht wohl. Hier bin ich verlassen und allein. Bitte nimm mich mit auf den Weg nach Jerusalem und begleite mich. Alleine schaffe ich das nicht. Lass mich hier nicht zurück.

Die Musik und der Rhythmus laden ein, diese Lethargie hinter sich zu lassen. Ich klebe nicht fest in meiner Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ich fange an mit dem ersten Schritt nach vorne im Tanz. Ich erobere mir ein quadratisches Feld. Ein Stück Boden, der für den Augenblick mir gehört. Mein Stück Land von Israel.

Jerusalema tanzen Gruppen, die gerade besonders belastet sind. Krankenschwestern und Polizeistationen. Menschen, die sich um Menschen kümmern, die nicht gut für sich selbst sorgen können.

Spürst du auch, wie der Virus dich mit der Zeit zermürbt? Noch stehst du aufrecht. Immer wieder reißt du dich zusammen und folgst den neuen Regeln. Aber der Appell an deine Einsicht und Unterstützung findet immer mühsamer den Weg in dein Herz. Mir kommen auf einmal Psalm Verse näher die so beginnen: „Wie lange noch…“ Genau! Wie lange müssen wir noch Masken tragen? Wie lange noch dürfen wir uns nicht umarmen? Wie lange noch darf ich nicht dahin reisen, wo ich möchte? Wie lange noch wird der Virus unseren Alltag beeinflussen?

Jerusalem rückt immer weiter weg. Dein Paradies, in dem du bislang glücklich warst, entzieht sich dir mehr und mehr. Glückliche Tage verblassen, an denen du zu Festen eingeladen wurdest oder wo du dich in der Sauna entspannen konntest. Wie fühlte sich das an, wenn du Teil einer großen Gemeinschaft warst im Fußballstadion, in der Kirche, bei einem Volksfest oder beim Stromern durch eine bunte und belebte Fußgängerzone.

Du hast dich vielleicht schon eingerichtet in deinen Rückzug und in deiner Höhle. Da ist es ja auch nicht schlecht. Du hast Nahrung, Wärme und hoffentlich noch einen Menschen, den du umarmen kannst. Du versuchst, das Beste aus der Situation zu machen. Der Flieger in den Urlaub verspätet sich um ein paar Stunden und du packst dein Butterbrot aus, liest in deinem Buch und gehst den Gang auf und ab und versuchst, dich vom duty-free Shop nicht verführen zu lassen. Leben auf kleinem Raum.

Jetzt tanzt du Jerusalema auch auf engem Raum. Du tanzt auf einem Platz eng um einen virtuellen Stuhl herum. Du bringst dich in Bewegung, damit du beim Aufbruch nach Jerusalem nicht eingerostet bist. Du willst ja dabei sein, wenn du die Masken wieder ablegen darfst, im Strom der vielen Menschen mitzulaufen und alle zu umarmen, die du umarmen möchtest. Vor allem braucht deine Sehnsucht Nahrung. Das Leben jetzt ist nicht das normale Leben. Es ist ein Leben in einem krisenhaften Zustand. Du tanzt und du seufzt und du lässt den Wunsch in dir wach werden, dass schon morgen das erste Zeichen auftaucht, dass alles wieder gut wird.

Die letzten Worte des jüdischen Sederabends holen eine wichtige Erkenntnis ins Bewusstsein: „Dieses Jahr sind wir Sklaven. Nächstes Jahr werden wir frei sein… Nächstes Jahr in Jerusalem.“ Bis heute ist das Volk Israel nicht angekommen. Das Erreichen des Ortes reicht nicht aus. Es geht vor allem um den inneren Weg in die Freiheit.

Wenn wir sehnsuchtsvoll Jerusalema singen und tanzen, dann machen wir das im Bewusstsein und im Gefühl von Gefangenen. Natürlich machen wir alles irgendwie freiwillig mit. Wir wollen schließlich sozial sein, die Gesundheit nicht gefährden und alle Bemühungen unterstützen, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Das ändert nichts daran, dass es wichtig ist, dass wir unser Gemüt überprüfen. Empfindest du dich als freier Mensch oder eher wie eine Gefangene, ein Gefangener? Wie hoch sind die Anteile verteilt in dir, wenn du es in Prozent ausdrücken müsstest.

Das Volk Israel eroberte sich die Freiheit mit dem Aufbruch aus Ägypten. Auf hebräisch heißt Ägypten: „Mizrajim“, was so viel bedeutet wie Grenze, Einschränkungen und Hindernisse. Wie fühlst du dich gerade? Eher Mizrajim oder Jerushalayim?

Es ist nicht gesund, sich allzu sehr an Mizrajim zu gewöhnen. Da gibt es die Geschichte von den zwei Fröschen. Wenn man einen Frosch in heißes Wasser wirft, springt er schnell wieder heraus. Er spürt den Schmerz und möchte nicht verbrennen. Wenn man einen Frosch ins Wasser setzt und dieses langsam erhitzt dann gewöhnt er sich daran und stirbt, weil er den Zeitpunkt des Springens verpasst. Darum ist es wichtig, Jerusalema zu tanzen. Sich nicht gewöhnen an den Zustand von Krise. Was kannst du dafür tun, dich besser zu fühlen?

Wenn du also noch in Ägypten bist dann könntest du jetzt schon deine Sachen packen! Bereite dich vor für den Sommer. Recherchiere nach Baggerseen, die du noch nicht kennst. Suche Museen aus, die verborgen um eine Ecke schon lange auf dich warten. Verabrede dich mit deiner verlorenen Jugendfreundin für den 5. September. Finde heraus, wie du im Wohnzimmer in diesem Jahr Tomaten züchten kannst und suche im Keller nach den Materialien dafür.

Zwischendurch darfst du gerne Jerusalema tanzen, damit du an deine Freiheit erinnert wirst. Suche dir eine Freundin oder einen Freund, den du anrufen kannst. Du verabredest eine Zeit, in der du lauthals dein Leid herausrufen darfst. Du kotzt dich so richtig aus und es ist verboten, etwas zu beschwichtigen oder richtig zu stellen. Nur das Elend herauslassen. In Gegenseitigkeit. Verdrücke dir deine guten Ratschläge oder deine ideologischen Einstellungen zum Corona Virus oder Verschwörungstheorien. Es geht nur ums Dampfablassen. Der jüdische Beter tat das mit vorformulierten Klagepsalmen. Du hast aber bestimmt genug eigene Worte für dein Elend.

Anschließend tanzt du wieder Jerusalema, damit du nicht nur mit der Stimme was machst, sondern mit dem ganzen Körper. Das ganze Sklavengift muss raus! Mit Sklavengift meine ich die Ansammlung von Adrenalin, Kortisol und den Rest der verwandten stressbedingten Hormone.

Wenn du dich im Tanzen gereinigt und ausgeschwitzt hast stellst du in deine Tanzfläche einen Stuhl und setzt dich da drauf. Du schließt die Augen und atmest tief ein und aus. Du verbindest dich mit deinem Zorn, deiner Sehnsucht und Erschöpfung, deinen Wünschen und Bedürfnissen, deiner Erschöpfung und deiner Hoffnung und lässt für einen Moment Ruhe einkehren. Jetzt auf deinem Stuhl passiert nichts. Du bist mit dir da und die Welt um dich herum lässt du für einen Moment los. Du wirst wieder aufstehen und mitmachen. Aber jetzt machst du eine Pause und bist ganz bei dir. Da geschieht vielleicht so etwas wie ein Wunder. In all dem Gewirr und Gefühlschaos nimmst du die Zeichen der Freiheit wahr und entscheidest dich dafür, diesen zu folgen.

Jerusalema ist letztlich ein Prozess. Jeder Mensch lebt diesen Prozess ständig und ein Leben lang.  Du nimmst etwas auf, hältst es für eine Weile fest und musst es wieder loslassen. Deine Arbeit, deine Gesundheit, dein Geld, deine Nahrung, deine Lieblingsmenschen, deine Glaubenssätze. Manche nehmen lieber auf, manche halten gerne fest und andere lassen ständig los. Das Gesetz des Lebens sagt dir: Alle drei Phasen laufen ständig ab in deiner Zeit. Mit oder ohne deine Erlaubnis und deinem Segen. Wehre dich nicht dagegen, sondern gestalte es lieber. Ich denke mir manchmal, dass wir viel Kraft und Zeit vergeuden, uns diesem Prozess zu verweigern. Es ist ja auch so verlockend, den Gewinn zu halten und nicht hergeben zu müssen. Aber die Musik von Jerusalema läuft weiter und lädt dich ein. Nächstes Jahr…   

 

Donnerstag, 11. Februar 2021

Deine urmenschlichen Qualitäten!




Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten
Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.
Hast du schon mal afrikanische Frauen gesehen, wie anmutig sie ihr Gepäck auf dem Kopf tragen? Welch eine Eleganz und Ausstrahlung!
Oder wie manche ein Gefühl für das Kneten von Hefeteig haben oder ein unglaublich gleichmäßiges Strickmuster hinbekommen. Wunderbare körperliche und handwerkliche Fähigkeiten.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, welche Qualitäten die Menschen so auf die Welt bringen, die nie beachtet werden? Fähigkeiten, die jeder von uns mehr oder weniger besitzt und wie selbstverständlich einbringt. Fähigkeiten, die uns als Menschen auszeichnen und uns Würde geben. Ich möchte dich in diesem Newsletter gerne würdigen! Magst du hören?
Du Herzensgestalter!
Du kannst dein Herz formen und deinem  Herzen Gestalt geben. Schließe deine Augen und denke an eine Situation, die dich traurig macht. Beobachte dein Herz. Verändert es sich? Meines wird kleiner und eher wässrig und salzig. Ich sehe es wie durch einen Tränenschleier. Wenn ich die Tränen wegwische gewinnt es wieder seine Alltagsform.
Jetzt denke an eine Situation, die dir unendlich viel Freude bereitet. Was geschieht nun? Mein Herz wächst und wächst. Es dehnt sich aus und das gesamte Universum findet darin Platz. Mein Herz wird zum Herzen der Welt.
Das alles geschieht nur mit Hilfe meiner Gedanken und meiner inneren Bilder. Und ich spüre dabei mein Herz klopfen. Mal regelmäßig und mal auch ganz aufgeregt. Normalerweise schlägt es so vor sich hin den ganzen Tag. Es arbeitet völlig autonom. Aber es lässt sich von mir gestalten. Wie Ton. Ich knete ihn in meiner Hand oder ich singe meinen Herzensraum groß. Du und ich – wir sind Herzgestalter. Wir haben diese Begabung, weil wir Menschen sind. Wenn du und ich uns diese Welt voller Liebe und Größe denken und befühlen – was wird wohl geschehen mit Hilfe unserer Schöpferkraft?
Ich lade dich ein! Richte in deinem Herzen die Schöpferkraft auf den Frieden in dir, mit deiner Familie, deiner Arbeitswelt und in der großen Politik. Schaue nicht Nachrichten über den Krieg und lass dein Herz dabei klein werden und verkümmern. Nutze die Kraft in dir und erschaffe dort mehr Frieden. Du wunderbare Herzensgestalterin und du schöpferischer Herzensgestalter!
Du Erfahrungsteiler!
Ich teile mit dir meine Erfahrungen. Manchmal gibt es eine Resonanz. Dann nickst du mir zu und gibst mir zu verstehen: „Ja, das kenne ich auch. Schön, dass du das mit mir teilst. Ich dachte immer, ich sei der  einzige!“
Wenn jemand mit mir seine Erfahrung teilt berührt es mich und weitet meinen Raum. Es gibt so viele schöne Momente, die ich teilen darf. Im Urlaub wurden in unserer Ferienwohnung vier Zilpzalps flügge. Sie flatterten aufgeregt hin und her, rutschten an Gartenstühlen herunter und plötzlich saß so ein Vögelchen vor meinen Füßen. Ich traute mich kaum zu atmen. „Du bist so kleine und hilflos. Ich werde mich nicht bewegen, damit du nicht erschrickst. Ich tu so, als sei ich ein Baum – mit Augen.“ Diese Hilflosigkeit hat mein Herz berührt. Aber auch der Mut – einfach herumzuflattern und sich ins Leben zu wagen. Das geschützte Blätterdach des Baumes verlassen. Sichtbar werden für neue Freunde und mögliche Feinde. Ich fühlte meine eigene Hilflosigkeit in so manchen Situationen. Ich bin dieser kleine Vogel, der gerade anfängt. Und ich bin schon ein alter Hase.  Als alter Hase sehe ich dann manchmal andere noch ältere Hasen und Häsinnen. Ich sehe sie an und denke: „Ach, du bist ja auch noch so ein kleines Vögelchen voller kleiner Ängste – so wie ich!“
Wenn du Erfahrungen teilen kannst, so dass andere berührt sind, besitzt du eine wunderbare Gabe! Du erzählst von deinem Reichtum und wirst dir dessen mehr und mehr bewusst. Und du vermehrst den Reichtum mit den anderen durch dein Teilen. Du kostbare Erfahrungsteilerin und du tieffühlender Erfahrungsteiler!

Du Verständniserzeuger!
Ich habe ein ganz großes Verständnis für dich. Du erzählst mir deine Geschichte. Ich fühle mit. Es schwingt hin und her. Was ist jetzt passiert? Und dann? Und wie hast du dich dabei gefühlt? Und danach – wie hat sich das verändert? Was hast du da gedacht. Was hast du gemacht und was hättest du viel lieber gemacht.
Dann gleiche ich die Bilder ab mit meinen Vorerfahrungen. Mit meinen potentiellen Ängsten und Freuden. Es gibt eine Wiedererkennung: „Das kenne ich auch! Ich bin nicht allein!“ Du erzählst mir dein Erlebnis und während du erzählst erzeugst du bei mir Verständnis. Du besitzt diese Gabe, mein Verständnis zu vergrößern. Dadurch weitest du mein Herz. Auch das Erzählen deines Leides macht mich nicht kleiner. Es weitet mein Verständnis. Ich werde größer. Eigenartig, nicht?
Manche erzählen mir etwas und in mir spüre ich kein Verständnis. So sehr ich mich auch anstrenge. Ich empfinde kein Verständnis. Ich bekomme auch noch ein schlechtes Gewissen. Der erzählt mir von seinem Leid und ich fühle mich distanziert und kalt. Was geschieht da wohl nur? Wenn mir jemand von seinem Leben erzählt und ich spüre kein Verständniswachstum, dann grabe ich so ein Loch unter der Geschichte. Ich gehe in meine eigene Verständnislosigkeit und stecke in einem Gedanken. „Ach so ist das! Wenn ich es fühlen würde, dann würde es sich ja total schrecklich anfühlen. Schmerzhafte Gefühle sind wirklich schmerzhaft.“ Und plötzlich springt mein Verständnis an! Da gibt es etwas unter der harten Schicht des Verstandes. Und weißt du, es ist so wunderbar, dieses Geschenk zu entdecken bei sich selbst und auch bei dir – du prächtige Verständniserzeugerin und du begabter Verständniserzeuger!

Du Genesungsbegleiter!
Ich habe von den Genesungsbegleitern gelesen. Ehemalige Psychiatrieklienten mit überstandener Krise begleiten akut Betroffene auf ihrem Heilungsweg. Sie sind den Weg selber gegangen und Betroffene. Ärzte sprechen als Experten und die Genesungsbegleiter sprechen als Selbsterfahrene. Mir gefällt das Wort und mir gefällt die Idee, die dahintersteckt.
Stell dir vor, dass du zum Arzt gehst und auf dem Praxisschild steht: „Genesungshelfer“. Das steht auch vor der Praxis des Psychotherapeuten und der Logopädin. Es steht auf dem Schild der Eheberatung und der Erziehungsberatungsstelle.
Und stell dir vor, dass du auch so jemand bist. Du bist von deinem Wesen her ein Genesungsbegleiter. Der Mensch, mit dem du unterwegs bist, glaubt an sich selbst. Ist für sich selbst verantwortlich und entscheidet sich für das Leben. Und du unterstützt mit einem freundlichen Wort, einer ermunternden Geste, einem liebevollen Blick. Wir sind ja alle mehr oder wenig traumatisiert. Wir kommen mit heilen Anteilen auf die Welt und mit Anteilen, die genesungsbedürftig sind. Wie wohltuend, wenn ich das nicht ganz allein machen muss. Klar, da gibt es die vielen berufenen und bezahlten Profis mit ihren Doktortiteln und Diplomen.
Daneben aber gibt es dich und mich. Du kannst dich sogar selber in deiner eigenen Genesung begleiten. Der gesunde Anteil in dir begleitet den bedürftigen. Eine Umschreibung dafür, dass du liebevoll und zugewandt mit dir selber umgehst. Du weißt ja schließlich am besten, was deine Seele vermisst und was sie braucht, um sich zu entfalten.
Hast du diesen Anteil in dir schon entdeckt? Magst du ihn zum Erblühen bringen? Ich sehe dich vor mir mit deinen warmen Augen, deinen behutsamen Händen und deiner einfühlsamen Liebe. Was bist du nur für eine begabte Genesungsbegleiterin. Ich sehe in dir einen unglaublich reifen Genesungsbegleiter!

Du Gesundheitsförderer!
Wir sind umgeben von  Dingen, die uns krank machen. Pestizidrückstände auf Nahrungsmittel, Feinstaub und Abgase in der Luft, allergieauslösende Stoffe in den Nahrungsmitteln, Handystrahlen, Kriegspropaganda in den Medien, schlechte Laune, Überforderung bei der Arbeit, familiäre Dauerkrisen und vieles mehr. Manchmal wundere ich mich, dass die Menschheit noch nicht ausgestorben ist. Eigentlich müssten wir schon tot sein. Wir sind es aber nicht. Viele von uns leben noch.
Wir sind ja auch umgeben von Dinge, die uns gesund erhalten. Nahrungsmittel im natürlichen Zustand, heilsame Kräuter, frischer Sauerstoff, liebevolle Zuwendung von Familienmitgliedern, Wertschätzung für geleistete Arbeit, Vertrauen in sich selbst und in eine wohlmeinende Welt.
Du kannst krankmachende Zustände verstärken durch dein Denken, Fühlen und Handeln. Und manchmal machst du das auch, so wie ich. Zugleich sehe ich dich und mich aber viel lieber als Gesundheitsförderer. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf dich und mich und sehe diese vielen Anteile, die gesundheitsförderlich sind. Du förderst und unterstützt mich in meinen gesundheitlichen Bestrebungen. Du gibst mir Hinweise und Tipps, wie ich mich besser ernähren kann. Welches Wasser ich trinken soll. Wo ich gut einkaufen kann. Ich profitiere von deiner Kompetenz und staune, was du alles weißt. Was du gelesen und selber ausprobiert hast. Vor allem spüre ich, dass ich dir wichtig bin. Du förderst meine Gesundheit damit ich nicht vorzeitig sterbe. Du möchtest noch lange mit mir zusammen sein. Durch dein Fördern sagst du mir durch die Blume: „Du, ich mag dich. Du bist mir kostbar und wichtig. Ich möchte noch lange mit dir zusammen sein und dich gesund zu erleben tut mir selber gut!“ Und ich selber denke und fühle genauso. Als Gesundheitsförderer sorge ich dafür, dass es von der Liebe mehr gibt. Ich komme in meine Schöpferkraft! Je länger ich an dich denke und dich mit meinem geistigen Auge anschaue, desto mehr entdecke ich bei dir diese Qualitäten – du intensive Gesundheitsförderin und du so wohltuender Gesundheitsförderer.

Du Heilsamwirker!
Wie stellst du das nur an, dass ich mich in deiner Nähe so wohl fühle. Wie machst du das nur? Manchmal bin ich mit Menschen zusammen, da hoffe ich, dass sie schnell wieder gehen. Sie tun mir nichts. Sie behandeln mich nicht schlecht. Sie schauen mich auch freundlich an und sind mir bestimmt wohlgesonnen. Dennoch möchte ich nach kurzer Zeit gehen.
Aber bei dir ist das anders. Ich freue mich schon auf dich, bevor du da bist. Du musst geheimnisvolle Heilkräfte in dir tragen. Du verdienst dein Geld nicht einmal als Heiler. Du breitest keine Hände aus und kennst energetische Heilverfahren. Du hast nichts mit Esoterik am Hut und hast kein einziges Ratgeberbuch gelesen.
Aber schon, wenn ich an dich denke läuft mir ein warmer Schauer über den Rücken. Und wenn ich in deiner Nähe bin gehen alle Körperzellen in eine tiefe Entspannung. Bei dir kann ich so was von loslassen. Du bist einfach wirksam, ohne dass du etwas gemacht hast. Ist das bei dir eine natürliche Begabung? Bist du dir dessen überhaupt bewusst?
Du bist einfach unglaublich wirksam. Sogar auf großer Entfernung!
Ohne dich und alle anderen Heilsamwirker sähe unsere Welt viel dunkler aus. Sie ist es aber nicht, Gott sei Dank! Deine Liebe und Anerkennung und Aufmerksamkeit gibt mir heute Kraft und Zuversicht – du wunderwirkende Heilsamwirkerin und du vertrauender Heilsamwirker!

Du Raumgeber!
Ich kenne ein paar Menschen, die rücken mir immer näher, wenn ich mit ihnen zusammenstehe. Da kommt der Kopf näher und näher und ich weiche instinktiv zurück. Das hilft aber nicht. Diese Menschen haben ein völlig anderes Nähe- oder Distanzgefühl. Sie mögen den „Hautkontakt“. Wange an Wange! Bei solchen Menschen freue ich mich über den Tisch, den ich dazwischenschieben kann.
Und dann gibt es Menschen, die vom ersten Moment an von sich etwas erzählen. Sie haben gerade heute noch etwas Unglaubliches erlebt. Das erinnert sie an etwas anderes Unglaubliches, das sie auch noch erzählen müssen mit den vielen unglaublichen Gefühlen und Folgen, die dann folgten. Ich schaue auf die Uhr und dieser Mensch spricht schon zwanzig Minuten. Ich richte mich ein in meiner Ecke und warte noch ein Weilchen auf die Chance, auch meine Unglaublichkeiten erzählen zu dürfen. Aber ich komme nicht dran. Keine Chance! Manchmal erschrecke ich mich über mich, wenn ich dieser „Raumeinnehmer“ bin.
Diese Worte waren aber nur die Vorbereitung für das, was ich dir wirklich sagen möchte. Ich komme zu dir und du bist so erfrischend anders. Du hast genau im Gespür, wie nahe du kommen kannst. Nicht zu weit weg und nah genug. Du achtest darauf, dass ich für mich genug Raum habe. Und du passt auch auf, dass niemand anders mir meinen Raum stiehlt. Bei einer Party drehst du dich dann so, dass ich gut beschützt bin und du meinen Raum verteidigst. Mit deiner Körperhaltung und deiner Mimik machst du allen anderen klar, dass du meinen Raum respektierst und das von den anderen auch erwartest. Weißt du um diese Fähigkeit? Bist du dir dessen bewusst? Und zugleich darf ich bei dir entspannt erzählen. Du räumst mir den Platz ein und hebst nicht sofort die Hand um auch erzählen zu können. Oder stoppst mich, indem du mir ins Wort fällst. Du schaust mich an und deine Augen sagen: „Erzähl! Wie interessant!“ Und zugleich spüre ich, dass du selber gut auf einen Raum achtest. Du gibst mir Raum, ohne dass dein Raum enger wird. Wie machst du das nur du geheimnisvolle Raumgeberin. Du kraftvoller Raumgeber!

Du Willkommenheißer!
Die Menschen sind so unterschiedlich! Ich komme in eine Gruppe und manche Menschen sind einfach mit sich selbst beschäftigt. Sie schauen auf ihr Handy, erledigen irgendetwas oder sind in Gedanken versunken. Manche sind auch nur körperlich da. Ich glaube, dass ich manchmal auch so bin und wirke und ich finde das ganz in Ordnung.
Dann kenne ich aber auch Menschen, die schaue ich an und sie schauen mich an und das Gesicht drückt so viel Wärme, Nähe und Freude aus. Es sagt: „Herzlich willkommen!“  Dafür braucht es nicht mal Worte. Ich spüre eine unmittelbare körperliche Auswirkung. Alles in mir entspannt sich. Ich kann loslassen. Ich bin willkommen. Ich darf hier sein. Da freut sich jemand auf mich.
Wenn ich eingeladen werde zu einem Fest, dann gehe ich ja davon aus, dass ich willkommen bin. Manche Feste jedoch finden statt, ich bin da, und trotzdem komme ich nicht in diesen wunderbaren Bejahungszustand. Ich darf essen und trinken und es ist reichlich da. Auch die Musik stimmt und es gibt nichts zu meckern. Und trotzdem fehlt dieses Willkommensgefühl. Das auszudrücken kann wohl nicht jeder. Bei manchen merke ich eine gewisse Form von Bemühen und Anstrengen und ich kann das gut würdigen.
Aber manche haben da einfach eine Begabung. Sie verkörpern es mit ihrem ganzen Dasein! Und das finde ich so wunderbar! Und jetzt erinnere ich mich an meine Besuche bei dir. Wie ich geklingelt habe und du hast mir die Tür geöffnet. Du hast nicht einfach nur höflich gelächelt.  Deine Augen haben gestrahlt und ich fühlte mich sehr eingeladen. Danke dafür! Du begnadete Willkommenheißerin und du hinreißender Willkommenheißer.

Du Gedankensortierer!
Manchmal gehen meine Gedanken völlig durcheinander. Da gibt es so viele Aufgaben, die ich gleichzeitig erledigen muss. An so vieles soll ich denken. So viele Abläufe gibt es zu planen. Ich darf auch nichts vergessen. Wenn es zu viel wird verliere ich einfach den Überblick. Ich kann nicht mehr unterscheiden, was wichtig ist und was ich auch hinten anstellen könnte. Wenn ich gut drauf bin, dann schwimme ich in tausend guten Gedanken. Wenn ich schlecht drauf bin dann versinke ich in einem Meer von Grübeleien. Hilfe! Wer zieht mich aus meinem Gedankenkarussell wieder heraus?
Dann begegne ich dir und erzähle dir von meinem aufregenden Leben und den vielen Überlegungen in mir. Den positiven und auch den bedrückenden. Und du? Du stellst mir ein paar einfache Fragen. Du gibst einen kurzen Kommentar. Du hältst für einen Augenblick meinen Arm fest und schaust mich freundlich an. Und wie von Zauberhand lichtet es sich in meinem Kopf. Es gibt auf einmal eine Überschrift. Eine Sortierung. Eine Wichtigkeit. Ein Abfalleimer. Ein Abstellregal. Es wird klar! Und ich wundere mich, warum ich darauf nicht von selber gekommen bin. Du hast eigentlich nur gefragt: „Matthias, und was davon ist jetzt wirklich wichtig?“ Zuerst wollte ich energisch: „Alles!“ sagen. Aber du hattest „wirklich“ gesagt, nicht wahr? Dein „wirklich“ hat mir geholfen beim Sortieren. Es war eben nicht alles wirklich wichtig.
Wie machst du das nur? Kannst du das bei dir selbst auch? Kannst du deine eigenen Gedanken auch so gut sortieren? Oder brauchst du dafür manchmal Menschen wie mich? Es ist gut, wenn wir uns da gegenseitig unterstützen können, nicht wahr? Wenn ich an dich denke kehrt Ruhe ein in meinem Verstand. Es muss einfach an dir liegen du fantastische Gedankensortiererin und du klarer Gedankensortierer.

Mittwoch, 10. Februar 2021

Du Gedankensortierer! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


 
Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Gedankensortierer

Manchmal gehen meine Gedanken völlig durcheinander. Da gibt es so viele Aufgaben, die ich gleichzeitig erledigen muss. An so vieles soll ich denken. So viele Abläufe gibt es zu planen. Ich darf auch nichts vergessen. Wenn es zu viel wird verliere ich einfach den Überblick. Ich kann nicht mehr unterscheiden, was wichtig ist und was ich auch hinten anstellen könnte. Wenn ich gut drauf bin, dann schwimme ich in tausend guten Gedanken. Wenn ich schlecht drauf bin dann versinke ich in einem Meer von Grübeleien. Hilfe! Wer zieht mich aus meinem Gedankenkarussell wieder heraus?

Dann begegne ich dir und erzähle dir von meinem aufregenden Leben und den vielen Überlegungen in mir. Den positiven und auch den bedrückenden. Und du? Du stellst mir ein paar einfache Fragen. Du gibst einen kurzen Kommentar. Du hältst für einen Augenblick meinen Arm fest und schaust mich freundlich an. Und wie von Zauberhand lichtet es sich in meinem Kopf. Es gibt auf einmal eine Überschrift. Eine Sortierung. Eine Wichtigkeit. Ein Abfalleimer. Ein Abstellregal. Es wird klar! Und ich wundere mich, warum ich darauf nicht von selber gekommen bin. Du hast eigentlich nur gefragt: „Matthias, und was davon ist jetzt wirklich wichtig?“ Zuerst wollte ich energisch: „Alles!“ sagen. Aber du hattest „wirklich“ gesagt, nicht wahr? Dein „wirklich“ hat mir geholfen beim Sortieren. Es war eben nicht alles wirklich wichtig.

Wie machst du das nur? Kannst du das bei dir selbst auch? Kannst du deine eigenen Gedanken auch so gut sortieren? Oder brauchst du dafür manchmal Menschen wie mich? Es ist gut, wenn wir uns da gegenseitig unterstützen können, nicht wahr? Wenn ich an dich denke kehrt Ruhe ein in meinem Verstand. Es muss einfach an dir liegen du fantastische Gedankensortiererin und du klarer Gedankensortierer. 

Dienstag, 9. Februar 2021

Du Willkommenheißer! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Willkommenheißer!

Die Menschen sind so unterschiedlich! Ich komme in eine Gruppe und manche Menschen sind einfach mit sich selbst beschäftigt. Sie schauen auf ihr Handy, erledigen irgendetwas oder sind in Gedanken versunken. Manche sind auch nur körperlich da. Ich glaube, dass ich manchmal auch so bin und wirke und ich finde das ganz in Ordnung.

Dann kenne ich aber auch Menschen, die schaue ich an und sie schauen mich an und das Gesicht drückt so viel Wärme, Nähe und Freude aus. Es sagt: „Herzlich willkommen!“  Dafür braucht es nicht mal Worte. Ich spüre eine unmittelbare körperliche Auswirkung. Alles in mir entspannt sich. Ich kann loslassen. Ich bin willkommen. Ich darf hier sein. Da freut sich jemand auf mich.

Wenn ich eingeladen werde zu einem Fest, dann gehe ich ja davon aus, dass ich willkommen bin. Manche Feste jedoch finden statt, ich bin da, und trotzdem komme ich nicht in diesen wunderbaren Bejahungszustand. Ich darf essen und trinken und es ist reichlich da. Auch die Musik stimmt und es gibt nichts zu meckern. Und trotzdem fehlt dieses Willkommensgefühl. Das auszudrücken kann wohl nicht jeder. Bei manchen merke ich eine gewisse Form von Bemühen und Anstrengen und ich kann das gut würdigen.
Aber manche haben da einfach eine Begabung. Sie verkörpern es mit ihrem ganzen Dasein! Und das finde ich so wunderbar! Und jetzt erinnere ich mich an meine Besuche bei dir. Wie ich geklingelt habe und du hast mir die Tür geöffnet. Du hast nicht einfach nur höflich gelächelt.  Deine Augen haben gestrahlt und ich fühlte mich sehr eingeladen. Danke dafür! Du begnadete Willkommenheißerin und du hinreißender Willkommenheißer.
www.matthias-koenning.de 

Mein neues Buch: Zähne putzen für die Seele

https://publish.bookmundo.de/shop/index.php/catalog/product/view/id/494031/s/zahne-putzen-fur-die-seele-uber-die-kunst-liebevoll-mit-sich-selbst-umzugehen-227618-publish-bookmundo-de/

Wir putzen täglich die Zähne und betreiben eine intensive Körperpflege. Wir betreiben Fitness und sorgen uns um unsere Gesundheit. Das ist auch sinnvoll und gut so.
Zugleich könnte die eigen Seele mehr Zuwendung und Pflege erfahren. Wie kann ein Mensch seine Seele pflegen? Welche Gedanken sind hilfreich? Und welche eher hinderlich? Wie kann jemand freundlich mit sich umgehen ohne gleich ein Narzisst zu sein?

Das Buch „Zähen putzen für die Seele“ widmet sich diesen Fragen. Es kommt eher leicht und heiter daher. Es fängt oft an mit einer Beobachtung im Alltag, in der Umwelt oder im eigenen Erleben und Handeln. Dann erfolgt eine Einladung, die Beobachtung zu vertiefen und für sich Rückschlüsse zu ziehen. „Ach, so kann ich das Leben ja auch mal betrachten.“ „Warum mache ich es mir so schwer, wo ich es auch mal leichter haben könnte.“

Die einzelnen Texte und Impulse besitzen eine christlich orientierte, jahreszeitliche Orientierung. Sie sind so geschrieben, dass der Autor in einen  inneren Dialog eintritt mit seinem Leser, seiner Leserin. Das Lesen soll sich anfühlen wie ein Spaziergang, wo es neben der Sonne und der frischen Luft auch den einen oder anderen Gedanken oder eine Erkenntnis gibt. Zugleich lässt der Autor teilhaben an seinen eigenen persönlichen Lebenserfahrungen, die vor allem aus einem seelsorglichen und beratenden Hintergrund kommen.


Und hier der Link zum Buch!  Zähne putzen für die Seele

Montag, 8. Februar 2021

Du Raumgeber! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Raumgeber

Ich kenne ein paar Menschen, die rücken mir immer näher, wenn ich mit ihnen zusammenstehe. Da kommt der Kopf näher und näher und ich weiche instinktiv zurück. Das hilft aber nicht. Diese Menschen haben ein völlig anderes Nähe- oder Distanzgefühl. Sie mögen den „Hautkontakt“. Wange an Wange! Bei solchen Menschen freue ich mich über den Tisch, den ich dazwischenschieben kann.
Und dann gibt es Menschen, die vom ersten Moment an von sich etwas erzählen. Sie haben gerade heute noch etwas Unglaubliches erlebt. Das erinnert sie an etwas anderes Unglaubliches, das sie auch noch erzählen müssen mit den vielen unglaublichen Gefühlen und Folgen, die dann folgten. Ich schaue auf die Uhr und dieser Mensch spricht schon zwanzig Minuten. Ich richte mich ein in meiner Ecke und warte noch ein Weilchen auf die Chance, auch meine Unglaublichkeiten erzählen zu dürfen. Aber ich komme nicht dran. Keine Chance! Manchmal erschrecke ich mich über mich, wenn ich dieser „Raumeinnehmer“ bin.
Diese Worte waren aber nur die Vorbereitung für das, was ich dir wirklich sagen möchte. Ich komme zu dir und du bist so erfrischend anders. Du hast genau im Gespür, wie nahe du kommen kannst. Nicht zu weit weg und nah genug. Du achtest darauf, dass ich für mich genug Raum habe. Und du passt auch auf, dass niemand anders mir meinen Raum stiehlt. Bei einer Party drehst du dich dann so, dass ich gut beschützt bin und du meinen Raum verteidigst. Mit deiner Körperhaltung und deiner Mimik machst du allen anderen klar, dass du meinen Raum respektierst und das von den anderen auch erwartest. Weißt du um diese Fähigkeit? Bist du dir dessen bewusst? Und zugleich darf ich bei dir entspannt erzählen. Du räumst mir den Platz ein und hebst nicht sofort die Hand um auch erzählen zu können. Oder stoppst mich, indem du mir ins Wort fällst. Du schaust mich an und deine Augen sagen: „Erzähl! Wie interessant!“ Und zugleich spüre ich, dass du selber gut auf einen Raum achtest. Du gibst mir Raum, ohne dass dein Raum enger wird. Wie machst du das nur du geheimnisvolle Raumgeberin. Du kraftvoller Raumgeber!
www.matthias-koenning.de 

Samstag, 6. Februar 2021

Du Heilsamwirker! - Deine urmenschlichen sichtbaren und verborgenen Qualitäten


 
Wer du immer schon warst, voll und ganz bist und wer du außerdem werden könntest.

Du Heilsamwirker!

Wie stellst du das nur an, dass ich mich in deiner Nähe so wohl fühle. Wie machst du das nur? Manchmal bin ich mit Menschen zusammen, da hoffe ich, dass sie schnell wieder gehen. Sie tun mir nichts. Sie behandeln mich nicht schlecht. Sie schauen mich auch freundlich an und sind mir bestimmt wohlgesonnen. Dennoch möchte ich nach kurzer Zeit gehen.
Aber bei dir ist das anders. Ich freue mich schon auf dich, bevor du da bist. Du musst geheimnisvolle Heilkräfte in dir tragen. Du verdienst dein Geld nicht einmal als Heiler. Du breitest keine Hände aus und kennst energetische Heilverfahren. Du hast nichts mit Esoterik am Hut und hast kein einziges Ratgeberbuch gelesen.
Aber schon, wenn ich an dich denke läuft mir ein warmer Schauer über den Rücken. Und wenn ich in deiner Nähe bin gehen alle Körperzellen in eine tiefe Entspannung. Bei dir kann ich so was von loslassen. Du bist einfach wirksam, ohne dass du etwas gemacht hast. Ist das bei dir eine natürliche Begabung? Bist du dir dessen überhaupt bewusst?
Du bist einfach unglaublich wirksam. Sogar auf großer Entfernung!
Ohne dich und alle anderen Heilsamwirker sähe unsere Welt viel dunkler aus. Sie ist es aber nicht, Gott sei Dank! Deine Liebe und Anerkennung und Aufmerksamkeit gibt mir heute Kraft und Zuversicht – du wunderwirkende Heilsamwirkerin und du vertrauender Heilsamwirker!