In
einem Bekleidungsgeschäft sehe ich einen Ständer, wo ich meine
anprobierte Ware abhängen darf. Ich muss sie nicht zurückbringen. Ich
darf die Sachen einfach abhängen. Eine Verkäuferin ist zwischendurch
damit beschäftigt, die Sachen wieder ordentlich auf den Bügel zu hängen
und an den vorgesehenen Platz zurückzubringen.
In meinem Alltag
hole ich Teller aus dem Schrank und räume sie nach dem Spülen zurück.
Ich packe aus und packe wieder ein. Ich übernehme Verantwortung für die
Dinge, für meine Aufgaben und für mein Leben. Ich besitze ein Fahrrad
und habe wenigstens ein schlechtes Gewissen, wenn ich es nicht putze. Im
Hintergrund sagt mir die innere Stimme: "Das ist dein Fahrrad. Willst
du lange etwas davon haben, dann musst du es pflegen!"
Da komme
ich in diesen Laden und darf meine Sachen einfach abhängen. Kennst du
auch dieses Gefühl von Erleichterung, dass du etwas abhängen darfst. Du
musst keine Verantwortung übernehmen. Du denkst nicht weiter nach und
lässt los. Ich denke gerade an all die, die so viel Verantwortung tragen
müssen. Die sich so viele Sorgen machen um ihre Kinder, die alten
Eltern, die kranken Ehepartner. So viele Lasten!
Wenn es dir so
geht, dann wünsche ich dir einen Kleiderständer mit der Einladung,
einfach mal was abzuhängen. Du glaubst vielleicht, dass Sorgen nur
innerlich sind. Sie gehören zu dir und es gibt dafür keinen Ständer.
Aber gedanklich könntest du es einfach mal so machen. Da gibt es einen
Sorgenständer in deiner Nähe und du hängst deine Sorgen da hin wie
Kleider. Für einen Moment. Du kannst sie ja jederzeit wieder zu dir
nehmen und anziehen. Aber du hast die Erlaubnis, einfach mal da was
hinzuhängen. Dafür ist der Kleiderständer da und dort hängt auch ein
Erlaubnisschild.
Wenn du jetzt gerade eine große Last zu tragen
hast dann kannst du dir die Erlaubnis geben, für einen Moment
loszulassen. Für einen Augenblick eine Pause einzulegen. Es bleibt dir
noch genug. Die Verantwortung bleibt und du wirst weitertragen. Es geht
nur um den kleinen Moment, mal einfach loszulassen. Der Augenblick der
Erleichterung.
Ich freue mich, wenn ich in einem solchen Laden die
Sachen nicht zurückbringen muss. Wo gehörten die noch mal hin? Ich darf
sie einfach mal da abhängen und meine Gedanken und mein "schlechtes
Gewissen" hänge ich gleich mit dazu.
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seelsorge und therapie
Impulse zu Lebensfragen
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Freitag, 15. Mai 2026
Mittwoch, 13. Mai 2026
Hier siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist!
An erster Stelle fallen mir mein Eltern ein. Sie haben dafür gesorgt, dass es mich gibt. Sie haben sich geliebt und ich bin das Ergebnis. So wünsche ich es mir jedenfalls. Aber gefragt wurde ich natürlich nicht. Ohne sie wäre ich wohl nicht. Meine Gene speisen sich aus ihrem Pool und aus den Linien vieler Vorfahren.
An zweiter Stelle fallen mir meine
Lehrer ein, denn die haben dafür gesorgt, dass ich etwas lernen konnte. Ich
mochte meine Grundschullehrerin. Wenn sie zu streng gewesen wäre, dann wäre aus
mir vielleicht ein sehr ängstlicher Mensch geworden mit einem geringen
Selbstwertgefühl. Die Jahre in der Realschule und dem Gymnasium erlebte ich
aber eher als eine Heißmangel. Wie ein Stück Tuch wurde ich in der Schule
durchgewalkt. Auf meinen Zeugnissen konnte ich das Endergebnis lesen. In Physik
nur mäßig aber gut in Religion.
Mir fallen auch meine Pfarrer und
Religionslehrer ein, denn die haben sich darum gekümmert, dass mein Glaube
Konturen bekam. Manchmal war es wirklich interessant und herausfordernd. Und
weite Strecken einfach nur langweilig. Am Schluss blieb auch ein wenig Angst
und Respekt kleben.
Wer trägt noch die Verantwortung
für mein Leben? Mein Hausarzt hat mich ins Krankenhaus gesteckt mit einer Blinddarmentzündung.
Musste das sein? Jetzt habe ich vielleicht eine traumatische Erfahrung von
Verlassenheit. Ein kleiner Junge so allein im Krankenhaus.
Mein Arbeitgeber trägt auch
Verantwortung, denn er muss dafür sorgen, dass ich jeden Monat mein Gehalt
bekomme. Zum Glück ist er zuverlässig und das Gesetz schützt mich.
Ich könnte noch ein paar Menschen
zusammenrechnen, die Verantwortung für mein Leben tragen. Die Politik sollte
ordentliche Gesetze machen und die Banken die Zinsen nicht zu hoch. Ich schaue
am Ende des Monats auf mein Gehalt und sehe, welche Behörden und Versicherungen
etwas von mir haben möchte. Vor allem die Krankenversicherung lässt sich ihren
Anteil an Verantwortung gut bezahlen.
Jetzt könnte ich die Hände in den
Schoß legen und sagen: „Wenn es mir so geht, wie es mir geht, dann ist das kein
Wunder! Ich werde einen Schuldigen finden an meinem emotionalen Zustand.“ Vor
allem meine Eltern müssen bis zum Ende ihres Lebens meinen Ärger spüren für all
das, was sie nicht ordentlich hinbekommen haben. Meine Eltern sind
verantwortlich dafür, ob aus mir ein sozial verträglicher Mensch geworden ist.
Ich könnte meinen Religionslehrern
und Pfarrern jeden Tag einen Vortrag halten, was sie aus meiner Seele gemacht
haben. Wie habe sie es nur geschafft, dass in mir ein strafender Gott Platz
nehmen durfte. Ich wundere mich, dass ich trotz und mit all meinen Ängsten
überleben konnte.
Ja, wenn alle ihre Verantwortung
ordentlich wahrgenommen hätten, dann würde es mir prächtig gehen. Ich wäre heil
und gesund. Ich wäre liebenswert und voller Selbstvertrauen. Ich fühlte mich
wie auf Händen getragen und könnte die Erde glatt mit dem Paradies verwechseln.
Ich hätte eine große Familie, äußerst liebevoll und fürsorglich. Ich wäre reich
und würde alle Fähigkeiten und Begabungen entdecken und ohne einschränkende
Glaubenssätze entfalten. Ich wüsste nicht einmal, was ein schlechtes Gewissen
wäre, weil meine Straße mit Vertrauen und Wohlwollen gepflastert wäre. Wenn
alle, aber wirklich alle ordentlich ihre Verantwortung wahrgenommen hätten.
Haben sie aber nicht! Bei dir?
Mir geht es schlecht, weil alle
versagt haben. Ich könnte eine lange Liste des Versagens und der Anklagen schreiben.
Anschließend würde ich mich zurücklehnen und vorwurfsvoll in die Runde schauen:
"Da seht ihr nun, was ihr angerichtet habt. Jetzt seht mal zu, wie ihr das
wieder hinbekommt. Vorher stehe ich hier nicht auf!"
Ich bin ein armes Opfer. Ein Opfer
meiner Eltern. Ein Opfer meiner Ärzte. Ein Opfer meiner Pfarrer. Darum bin ich
so verkorkst. Aus mir konnte nur dieses Wrack werden, das jetzt diese Zeilen
schreibt.
STOPP!
Bei einer Weiterbildung gehe ich auf
die Toilette und sehe einen Zettel am Spiegel hängen. Darauf steht: "Hier sehen Sie den Menschen, der für Ihr
Leben verantwortlich ist!" Ich protestiere! "Ich bin verantwortlich?
Ich? Nicht meine Eltern und das ganze Gefolge?" Unerbittlich hängt dort
der Zettel und sagt mir, dass ich in den Spiegel schauen soll. "Du trägst
die Verantwortung für dein Leben!"
Ja, es gibt Vorgaben. Die Eltern
geben etwas vor, die Lehrer, die Ärzte und die ganze Liste der Menschen, die
etwas zu meinem Leben beigetragen haben. Und dann kommt der Denkfehler. Ich
denke dann: "Aha, das ist das Ergebnis. So bin ich jetzt und in
Ewigkeit."
Ich denke um. Ich schaue in den Spiegel
und nehme wahr, was ich alles im Leben erlebt habe. Das waren die Vorgaben. Die
Geschenke! Und dann aber komme ich! Ich mache etwas mit dem Material, das vor
dem Spiegel steht. Ich kann mich dazu verhalten. Ich kann etwas gut oder
schlecht finden. Ich kann meinen Eltern danken oder mich davon distanzieren.
Ich kann zur Arbeit gehen oder wegbleiben. Ich kann mich verhalten zu dem, was
ich da im Spiegel sehe. Ich stehe also vor dem Spiegel und übernehme die
Verantwortung für den Menschen, den ich dort sehe. Es ist mein Leben und nicht
das Leben meiner Eltern oder meiner Lehrer oder meiner Pfarrer. Die Liste
meiner "Förderer" und "Behinderer" existiert zwar. Aber ich
mache etwas damit - oder auch nicht.
Ich gehe auf die Toilette und
lasse dort etwas los. Ich übernehme die Verantwortung für mein „Geschäft“. Die
Exkremente außen und die einschränkenden Bilder und Vorstellungen innen. Ich
wasche meine Hände und übernehme die Verantwortung. Ich nicke mir freundlich zu
und bestätige mich. In Ordnung! Jetzt bin ich dran!
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Sonntag, 10. Mai 2026
Sei wie du bist. Irgendwann kommt es sowieso raus.
Manchmal strenge ich mich an und zeige mich in einer neuen Gruppe von meiner Schokoladenseite her. Ich gehe auf die Menschen zu. Ich lache oder lächle zumindest. Ich nehme Augenkontakt auf. Ich spreche Komplimente aus und versuche, mich interessant zu machen.
Und das ist anstrengend. In mir gibt es einen Teil der sagt: "Was mach ich hier eigentlich. So bin ich doch gar nicht. Ich bin eher schüchtern und zurückhaltend. Ich bin eher jemand, auf den man zugehen muss und nicht jemand, der auf andere zustürmt."
Der Schüchterne in mir bekommt also gar keine Chance. Der wird plattgebügelt und übergangen. Das mag der Schüchterne in mir überhaupt nicht. Der sagt dann zu mir: "Nie wieder! Nie wieder komme ich mit in eine mir unbekannte Gruppe von Menschen!"
"Sei wie du bist. Irgendwann kommt es sowieso raus." In dir gibt es viele verschiedene Persönlichkeitsanteile, die zu dir gehören. Manche magst du und manche nicht. Und von manchen glaubst du, dass die anderen das nicht mögen werden. Wenn du bestimmte Anteile in dir nicht magst, wie sollen die anderen dann das mögen? Wird in der Regel nicht funktionieren.
Wenn ich das nächste Mal in eine Gruppe komme, wo ich niemanden kenne, werde ich es anders machen. Ich schaue, wer denn vertrauensvoll wirkt. Auf diesen Menschen gehe ich zu und sage: "Entschuldigung wenn ich Sie anspreche. Aber ich bin sehr schüchtern und fühle mich hier gerade sehr unsicher. Darf ich einen Augenblick bei Ihnen stehen? Sie wirken auf mich so vertrauenswürdig." Wenn ich mir vorstelle, dass ich das so machen werde, dann nehme ich den Schüchternen schon mal mit, so dass es leichter wird. Allein die Vorstellung, dass ich es machen könnte, reicht aus.
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Dienstag, 19. November 2024
Diamanten mit Mehrwert
In
einem Geschäft kann ich essbare Diamanten kaufen. Lustig! Diamanten
sind nicht essbar. Wenn sie essbar sind, sind sie keine Diamanten.
Diamanten sind äußerst hart und nicht geeignet für den Prozess der
Verdauung. Es wird unten wieder herauskommen wie oben eingeführt.
Ich könnte es mir doch trotzdem einmal vorstellen. Essbare Diamanten. Wäre das vergleichbar mit Kaviar? Nur noch teurer? Ein Genussmittel für die Superreichen? Da, wo ganz oben noch einmal sich die Reichen trennen? Kaviar für die Reichen und essbare Diamanten für die Superreichen. Eine Handvoll Diamanten essen und ein Vermögen ist dahin. Eine Mahlzeit im Wert von einer Villa!
Ein Mensch braucht weder Kaviar noch essbare Diamanten. Brot macht alle satt. Brot mit Beigabe wie Butter und Käse wäre für das Vergnügen. Wenn Menschen auf Kaviar verzichten könnten gäbe es Butter und Käse für jeden. Jeder hätte Vergnügen. Die Reichen und die Superreichen müssten sich vorstellen können, mit Brot und Käse auskommen zu können. Mit Brot und Käse auch noch Vergnügen zu haben. Wer genug hat kann ver"gnueg"t sein!
Ich brauche weder Kaviar noch Diamanten. Die wesentliche Dinge kann ich mir sowieso nicht kaufen. Dir mir wesentlichen Dinge! Ob mir jemand Achtung entgegenbringt ist ein Geschenk. Wenn ich geliebt und geschätzt werde, dann weil jemand das freiwillig macht. Ich werde beschenkt! Jeden Tag! Hallo Sonne, schön dass du da bist! Hallo Blume, wunderbar, dass dein Anblick mich erfreut! Hallo Leserin und Leser, danke dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst. Hallo Mensch an meiner Seite: Wie schön, dass ich nicht allein gehen muss!
Welchen Wert haben essbare Diamanten? Das braucht kein Mensch! Aber einen Menschen an meiner Seite, das hat einen wirklichen Mehrwert!
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Ich könnte es mir doch trotzdem einmal vorstellen. Essbare Diamanten. Wäre das vergleichbar mit Kaviar? Nur noch teurer? Ein Genussmittel für die Superreichen? Da, wo ganz oben noch einmal sich die Reichen trennen? Kaviar für die Reichen und essbare Diamanten für die Superreichen. Eine Handvoll Diamanten essen und ein Vermögen ist dahin. Eine Mahlzeit im Wert von einer Villa!
Ein Mensch braucht weder Kaviar noch essbare Diamanten. Brot macht alle satt. Brot mit Beigabe wie Butter und Käse wäre für das Vergnügen. Wenn Menschen auf Kaviar verzichten könnten gäbe es Butter und Käse für jeden. Jeder hätte Vergnügen. Die Reichen und die Superreichen müssten sich vorstellen können, mit Brot und Käse auskommen zu können. Mit Brot und Käse auch noch Vergnügen zu haben. Wer genug hat kann ver"gnueg"t sein!
Ich brauche weder Kaviar noch Diamanten. Die wesentliche Dinge kann ich mir sowieso nicht kaufen. Dir mir wesentlichen Dinge! Ob mir jemand Achtung entgegenbringt ist ein Geschenk. Wenn ich geliebt und geschätzt werde, dann weil jemand das freiwillig macht. Ich werde beschenkt! Jeden Tag! Hallo Sonne, schön dass du da bist! Hallo Blume, wunderbar, dass dein Anblick mich erfreut! Hallo Leserin und Leser, danke dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst. Hallo Mensch an meiner Seite: Wie schön, dass ich nicht allein gehen muss!
Welchen Wert haben essbare Diamanten? Das braucht kein Mensch! Aber einen Menschen an meiner Seite, das hat einen wirklichen Mehrwert!
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Samstag, 16. November 2024
Heute ist wieder mal alles so Trallala
Wie geht es dir?
"So Trallala".
An manchen Tagen geht es mir einfach gut. Es passt alles. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Alles ist stimmig. Die Menschen sind nett zu mir und ich kann auch sehr nett sein. Solche Tage gibt es wirklich. Leider nicht kontinuierlich und es dürften auch ein paar mehr sein.
An manchen Tagen geht es mir einfach schlecht. Es passt nichts. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Nichts ist stimmig. Die Menschen sind nicht nett zu mir und ich kann auch nicht nett sein. Auch solche Tage gibt es. Zum Glück nicht zu oft. Aber es dürften noch weniger sein
An den meisten Tagen habe ich so eine Mischung. Etwas hier von und etwas da von. Es gibt eben Tage, da ist alles so "Trallala". Mir gefällt der Begriff. Diese Uneindeutigkeit. Diese Mischung, die ich nicht benennen kann.
Wenn dich jemand fragt: "Wie geht es dir?" Dann antwortest du oft, dass es dir gut geht. Dass es dir schlecht geht, sagst du eher nicht. Da würdest du große Betroffenheit auslösen. Aber eigentlich geht es dir ja eher so "ungefähr", eben so "Trallala".
Besitzt "Trallala" eine eigene Qualität? Ich finde, ja. Mit Trallala fülle ich Melodien, wo ich keinen Text für finde. Höre dir die Schlager an. Ein wenig Text und ganz viel "Oh" und "Ah", "Mm" und "jäh". Trallala eben. Bei Trallala legst du nicht den Wert auf einen Inhalt, auf einen Gedanken, sondern eher auf ein Gefühl. Trallala meint ein Gefühl. Ein Mischgefühl. Ein Eintopf. Manchmal kommen viele Gefühle zusammen und ergeben ein eigenartiges Gemenge. Du bist nicht glücklich, aber auch nicht unglücklich. Sogar neutral wäre das falsche Wort. Es gibt kein Wort, dass das inhaltlich trifft. Statt Trallala könntest du auch einfach schnauben und antworten: "Ich weiß nicht."
Wenn die Mehrzahl deiner Tage aber "Trallala" sind, wäre es gut, wenn du damit einverstanden sein könntest. Begrüße jeden "Trallala" - Tag mit einem herzlich Willkommen und nimm ihn an, wie er da ist. Wird schon! Ist auch in Ordnung! Muss ja! Geht jetzt nicht anders! Iss so! Eben - Trallala. Oder auch - so la la.
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An manchen Tagen geht es mir einfach gut. Es passt alles. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Alles ist stimmig. Die Menschen sind nett zu mir und ich kann auch sehr nett sein. Solche Tage gibt es wirklich. Leider nicht kontinuierlich und es dürften auch ein paar mehr sein.
An manchen Tagen geht es mir einfach schlecht. Es passt nichts. Das Wetter, die Laune, die Kleidung, das Essen. Nichts ist stimmig. Die Menschen sind nicht nett zu mir und ich kann auch nicht nett sein. Auch solche Tage gibt es. Zum Glück nicht zu oft. Aber es dürften noch weniger sein
An den meisten Tagen habe ich so eine Mischung. Etwas hier von und etwas da von. Es gibt eben Tage, da ist alles so "Trallala". Mir gefällt der Begriff. Diese Uneindeutigkeit. Diese Mischung, die ich nicht benennen kann.
Wenn dich jemand fragt: "Wie geht es dir?" Dann antwortest du oft, dass es dir gut geht. Dass es dir schlecht geht, sagst du eher nicht. Da würdest du große Betroffenheit auslösen. Aber eigentlich geht es dir ja eher so "ungefähr", eben so "Trallala".
Besitzt "Trallala" eine eigene Qualität? Ich finde, ja. Mit Trallala fülle ich Melodien, wo ich keinen Text für finde. Höre dir die Schlager an. Ein wenig Text und ganz viel "Oh" und "Ah", "Mm" und "jäh". Trallala eben. Bei Trallala legst du nicht den Wert auf einen Inhalt, auf einen Gedanken, sondern eher auf ein Gefühl. Trallala meint ein Gefühl. Ein Mischgefühl. Ein Eintopf. Manchmal kommen viele Gefühle zusammen und ergeben ein eigenartiges Gemenge. Du bist nicht glücklich, aber auch nicht unglücklich. Sogar neutral wäre das falsche Wort. Es gibt kein Wort, dass das inhaltlich trifft. Statt Trallala könntest du auch einfach schnauben und antworten: "Ich weiß nicht."
Wenn die Mehrzahl deiner Tage aber "Trallala" sind, wäre es gut, wenn du damit einverstanden sein könntest. Begrüße jeden "Trallala" - Tag mit einem herzlich Willkommen und nimm ihn an, wie er da ist. Wird schon! Ist auch in Ordnung! Muss ja! Geht jetzt nicht anders! Iss so! Eben - Trallala. Oder auch - so la la.
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