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Freitag, 30. November 2018

Advent auf der Bettkante


Jeden Abend, bevor ich ins Bett gehe, sitze ich für einen Moment auf der Bettkante. Ich halte nur für einen Moment inne. Ich wechsle gleich den Modus. Von aktiv auf passiv. Gleich überlasse ich meinen Körper und meinen Geist dem Nichtstun und der Dunkelheit.
Und jeden Morgen, bevor ich aufstehe, sitze ich wieder für einen Moment auf der Bettkante. Wieder halte ich nur für einen Moment inne. Ich schalte von passiv auf aktiv und gehe bewusst und geplant in den Tag.
Ich möchte dich einladen, in den Tagen des Adventes auf der Bettkante zu verweilen. Nur für ein paar wenige Atemzüge. Du schließt die Augen. Atmest ein und aus und nimmst dabei einen Impuls in dich auf. Werde dir dieses kostbaren Momentes bewusst. Genieße dieses außergewöhnliche Geschenk. Dein Leben im Übergang. Die Weichenstellungen und Wechselphasen. Wir Menschen mögen nicht so gerne die Veränderungen. Wir lieben die Sicherheit und die gleichen Abläufe. Auf der Bettkante kann dir deutlich werden, dass du dich permanent veränderst. Regelmäßiger Wandel am Morgen und am Abend.
Schon, wenn du auf der Bettkante sitzt, je nach Bettenmodell, spürst du die Unterschiede. Die weiche Matratze, die harte Holzkante und der freie Raum, in dem du deine Füße abgestellt hast. Drei verschiedene Zonen, zwischen denen du dich bewegst. Und immer nur für einen winzigen Augenblick. Im Hauch des Vergänglichen. Auf diesen Bereich möchte ich deine Aufmerksamkeit lenken.
Du liest diesen Impuls jetzt und nimmst ihn gedanklich mit zur Bettkante. Du sitzt und lässt das jetzt Gelesene wieder in dir wach werden. Nach der Nachtruhe wachst du auf und nimmst auf der Bettkante wahr, was in der Nacht geschehen ist. Du wirst Unterschiede wahrnehmen am Morgen und am Abend.
Ich werde dir 24 kleine Gedankenimpulse mit auf den Weg geben für deinen ganz persönlichen Advent. Du liest meinen Gedanken jetzt und überlässt dich dann deinem Unterbewusstsein und bittest es, dass es in der Nacht für dich wirkt. Wie ein Medikament. Du musst nur sehr wenig machen. Diesen kleinen Impuls lesen und dich auf der Bettkante daran erinnern und hineinspüren in deinen Körper.
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Mittwoch, 28. November 2018

Nahrung für die Seele!




In einem Bericht über technische Veränderungen am Arbeitsplatz lese ich einen interessanten Gedanken. Arbeitsabläufe, die früher mit Händen und Muskelkraft mühsam bewältigt wurden, werden heute von Maschinen erledigt. Für eine solche Arbeit braucht es dann eher Köpfchen als Händchen. Im Laufe der Jahre entstanden in klugen Köpfen Maschinen in klein und groß bis überwältigend für alle erdenklichen Arbeitsabläufe. Dabei werden die Techniken immer detaillierter und ausgereifter. Viele empfinden es als eine große Erleichterung, weniger körperlich belastet zu sein. Allerdings steigt damit auch die Erwartung an den Kopf. Technik will bedient werden. Wenn ich entscheiden müsste eine Kiste von A nach B zu tragen, würde ich mich auch für den Gabelstapler entscheiden.
Im Baumarkt stehe ich staunend vor all den vielen Geräten und Werkzeugen. Für jede erdenkliche Arbeit existiert ein spezielles Werkzeugteil. Dahinter steckt letztlich ein unglaublicher Erfindergeist und Präzisionsarbeit über viele Jahrzehnte bis zu Jahrhunderten.
Jetzt mache ich einfach einen Sprung und betrachte ich meine Seele. Wurde für die Seele inzwischen auch ein Gabelstapler erfunden, der das Leben erleichtert? Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir unsere Seele immer noch mit den Steinzeitwerkzeugen bearbeiten. Meistens ignorieren wir sie. Wir hoffen, dass sie uns im Alltag nicht in die Quere kommt und die Stimmung vermasselt. Was stellen wir mit unserer Seele alles unbewusst und unbemerkt so an?
Wir spüren nicht, wenn wir zu stark belastet sind in unseren Beziehungen und unserer Arbeit und machen einfach weiter so.
Wir streifen unsere Bedürfnisse nach Geborgenheit und Streicheleinheiten ab wie eine nicht nötige Haut und denken, wir müssten den Alltag bewältigen.
Wir nehmen uns Zeit zum Putzen der Zähne und verschieben das Seelenpflegen auf die wenigen Urlaubstage im Jahr. Dabei verwechseln wir auch noch körperliches Ausruhen mit aktiver Seelenpflege.
Was braucht die Seele denn eigentlich zum Leben? Im übertragenen Sinn kann ich fragen: Wenn der Körper zur Entlastung einen Gabelstapler braucht, was braucht da die Seele?
Die erste Antwort, die mir dazu einfällt heißt: Nimm sie erst einmal wahr! Beachte sie! Schenke ihr deine Aufmerksamkeit! Befrage sie doch einmal: „Was brauchst du, dass es dir gut geht?“ Vielleicht wird deine Seele erst zaghaft und zögerlich hervorkommen und Schwierigkeiten haben, sich auszudrücken.  Sie braucht Zeit.  Sie ist unglaublich schnell und zugleich braucht sie Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich empfehle dir folgende Übung.
Du gehst zum Bäcker und schaust auf die Auslagen. Du schaust nicht mit den Gedanken im  Kopf: „Was fehlt in meinem Haushalt, was ist gesund? Wie teuer ist das?“ Du fragst stattdessen deine Seele: „Worauf hast du Lust! Was lacht dich an! Was erfreut dein Herz!“ Es kann sein, dass du am Ende ganz unvernünftig bist und irgendein Sahneteilchen kaufst. Dein Kopf wird Bedenken äußern, aber deine Seele frohlockt. Mir geht es bei diesem Beispiel nur das Einüben. Zugleich geht es darum, dass du den Unterschied spürst, ob du im Kopf bist oder mit der Seele arbeitest. Auf die Dauer sollten Kopf und Seele natürlich besser zusammenarbeiten.
Deine Seele benötigt eigentlich keinen Gabelstapler. Deine Seele ist schöpferisch und kann jeder Zeit etwas neu erfinden und hervorrufen. Sie erzählt Geschichten, schenkt dir Freude im Alltag, hüpft um dich herum wie ein kleines Kind, schenkt dir spontan tiefe Erkenntnis und Weisheit, ist unberechenbar und total zuverlässig an deiner Seite.
Zugleich ist sie flüchtig und versteckt sich, wenn du für sie nicht aufmerksam bist. Wie Was für Gewichte der Gabelstapler, ist die Achtsamkeit für die Seele. Wenn du weißt, dass deine Zähne tägliche Pflege brauchen um gesund zu bleiben, dann schenke deiner Seele ein Vielfaches denn mit ihr reist du in das neue Leben. 

Dienstag, 27. November 2018

Bist du depressiv oder umgeben von Menschen, die dir nicht gut tun?

Wenn du dir selbst Depressionen oder einen Minderwertigkeitskomplex diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht einfach nur von Arschlöchern umgeben bist.

Zu mir kam eine Frau mit der ärztlichen Diagnose einer Depression.
Sie war ratlos. Sie kam sich so ohnmächtig und hilflos vor.
Dann haben wir uns unterhalten über das Leben und die Arbeit und die Familie.
Sie erzählte von ihrem Mann.
Der war auch nicht zufrieden mit ihr. Sie würde nichts für sich tun. Sich nicht mehr schick machen. Die Figur vernachlässigen. So schlecht gelaunt sein.
Ihr Mann würde ständig Vorschläge machen und Veränderungen einfordern. Und es sei so schwer, ihn zufriedenzustellen.
Aber jetzt hatte sie ja eine Diagnose: Depression! Ich kam wirklich auf eine völlig andere Idee. Wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte, der mich ständig kritisieren würde und das über Jahre. Wie würde es mir dann gehen?
Ich habe nicht gefragt, aber ich hätte fragen sollen: "Leben Sie mit einem Arschloch zusammen?" Gedacht hatte ich es.
Allein die Vorstellung, dass ich von lauter Arschlöchern umgeben bin befreit mich schlagartig von jeder Depression. Bei einer Depression bestrafe ich mich letztlich selbst und hocke da in meinem Abgrund. Wenn ich sauer bin auf die Welt um mich herum, dann komme ich in die Tat.
Wenn du also so einen Anflug von Depression hast, dann schau doch mal, ob da nicht gerade ein kleines Arschloch in der Nähe ist. ;-)
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Montag, 26. November 2018

Über Männer und Frauen

Ich sitze im Kreis meiner Kolleginnen.
Als einziger Mann.
Dann fangen sie an und reden über ihre Männer.

Da gibt es ja die Männer, die nicht zuhören.
Die keine Zeit haben.
Die nicht über Gefühle reden.
Die nicht auf ihre Ehefrauen eingehen können.
Die so eigenbrötlerisch sind.
So eigensinnig.
So unbelehrbar und uneinsichtig.
Wo Hopfen und Malz verloren ist.

Ich sitze und höre zu.
Ich bin ein Mann.
Hoffentlich bin ich nicht so!
Hoffentlich spricht meine Frau mit ihren Freundinnen nicht so über mich.
Das wäre mir doch sehr unangenehm.

Ich sitze und höre zu.
Dann hört das Jammern auf und alle schauen sich an.
Es fällt das erlösende Wort: "Eigentlich lieben wir Männer."

Ich sitze im Kreis von Männern.
Wir reden über unseren Beruf.
Über tolle Computerprogramme.
Über schöne Urlaubsorte.
Über die amerikanische Politik und über Geld.
Wir reden über die Leistungsfähgkeit von Kaminen
und über die Kosten eines neuen Parkettbodens.

Wir reden aber nicht über die Frauen.
Wenn wir ausnahmsweise mal drüber reden...
... sind wir froh, dass sie da sind.
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Freitag, 23. November 2018

Wir hinterlassen Spuren... aber nicht immer!


Manchmal verschwindet etwas spurlos. Socken verschwinden in der Waschmaschine und Pullover befinden sich plötzlich nicht mehr im Schrank. Du bist dir sicher, wo du deine Sachen abgelegt hast und auf einmal sind sie nicht mehr da. Spurlos verschwunden. Ich vermisse meinen Personalausweis. Er ist spurlos verschwunden. Ich habe alle Schubladen abgesucht und alle Jacken- und Hosentaschen gefilzt. Ich habe an jeden auch nur erdenklichen Ort nachgeschaut und jetzt blicke ich der Tatsache ins Auge. Mein Peronalausweis ist unauffindbar. Dabei steht doch darauf, wer ich bin. Mein Name, meine Anschrift, die Körperlänge und die Farbe meiner Augen. Merkwürdig, nicht wahr? Zur gleichen Zeit befinde ich mich in einer Identitätskrise. Vor zwei Jahren wusste ich noch, wer ich war. Das weiß ich im Moment nicht mehr. Ist es da nicht folgerichtig, dass sich der Personalausweis auch auflöst? Wie im Inneren so auch im Äußeren. Ich versuche, eine Weile ohne Identität auszukommen und probiere es auch mit meinem Ausweis. Wenn ich hoffentlich irgendeine Identität wiedergefunden habe wird sich auch der Ausweis einfinden.
Spurlos verschwinden Dinge und auch Menschen. Hast du schon erlebt, wie Menschen in deinem Leben spurlos verschwunden sind? Sie haben sich nicht verabschiedet und du hast auch nicht selbst Abschied genommen. Ihr habt euch nicht gestritten und nicht bewusst getrennt. Aber wenn du genau hinspürst, dann ist es doch stimmig. Es ist nicht grundlos, dass diese Menschen aus deinem Leben verschwunden sind.
In einer Achtsamkeitsübung habe ich gelesen, dass ich für eine Woche einen Raum in meiner Wohnung nur so benutze, dass nach der Aktion keine Spuren sichtbar sind. Ich räume also meine Küche so auf, dass ein Fremder denkt, die wird gar nicht benutzt. 
Manchmal ist es gut, wenn die Dinge oder Menschen verschwinden. Wir können eh nichts festhalten. Alles im Leben ist wie Sand und zerrinnt zwischen den Fingern. Wenn etwas spurlos verschwindet gibt dir das Leben die Möglichkeit, eine Lektion zu lernen. Lasse los!

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Donnerstag, 22. November 2018

Die Kunst, den Atem zu überlisten


Im Rahmen meiner Klangtranceausbildung habe ich gelernt, das Didgeridoo zu spielen. Einen Ton zu erzeugen auf dem Instrument der australischen Ureinwohner ist nicht so schwer. Wenn es aber darum geht, einen Dauerton zu erzeugen, der quasi nie mehr aufhört, dann muss das Gehirn überlistet werden.
Dein Geist und dein Körper sagen dir: du kannst nur entweder einatmen oder ausatmen. Beides zusammen geht nicht! Du kannst nicht zugleich einatmen und ausatmen. Immer schön im Wechsel! Und du kannst nur so viel Luft ausatmen, wie du eingeatmet hast. Von der ersten Stunde deines Lebens an befolgst du diese Regel. Niemand hat dir dieses Gesetz beigebracht. Du bist auf die Welt gekommen und hast ein- und wieder ausgeatmet.
Wenn du dir jetzt wieder das Didgeridoo vorstellst. Du holst Atem und bläst in das Rohr hinein. Dann hast du ausgeatmet und atmest wieder ein. Während du einatmest muss dein Instrument ja logischerweise stoppen. Es braucht deinen Ausatem zum Ton erzeugen. Dein Gehirn weiß das ja von Geburt an. Dein ganzer Körper ist darauf eingerichtet. Und dennoch ist es möglich, einen Dauerton zu erzeugen, der nicht mehr aufhört. Du atmest ein und spielst in das Didgeridoo. Du behältst dir aber ein kleines Reservoir im Mund. Während du dieses Reservoir hinausbläst, eben nicht aus der Lunge, sondern aus der Reserve, kannst du einen tiefen Atemzug nehmen und die eingeatmete Luft dem Reservoir zufügen. Im Prinzip spielst du ständig auf Reserve. Immer auf kontinuierlichen Nachschub.
Wenn du dein System einmal überlistet hast, dann geht es wie von selbst. Aber der Weg dahin ist von besonderer Qualität. Es gibt Übungen dafür mit Strohalm und Luftballon, wie du deine Glaubenssätze überwinden kannst. Dein Gehirn muss es zulassen können und dein Atemsystem muss sich darauf einlassen. Die Trainingsmethoden haben mir persönlich leider wenig geholfen.
Ich habe mir vorgestellt, dass ich in der australischen Wüste im Kreis der Ureinwohner sitze und mit allen dort gemeinsam das Didgeridoo spiele. Irgendwann war ich ganz aus dem Kopf. Ich hörte auf zu denken und zu konstruieren. Ich wurde zum Didgeridoo und die Ureinwohner nahmen mich mit. Dieses Erlebnis war äußerst eindrucksvoll.
Zugleich ergibt sich für mich daraus eine Art Lebensweisheit. Im Leben folgen wir häufig den Gesetzen der Logik und der Erfahrung. Ein Apfel fällt immer vom Baum. Es folgt den Gesetzen der Schwerkraft. Wenn die Sonne scheint ist es hell und wenn sie verschwindet ist es dunkel. Eins und eins ist zwei. Jeder Mensch hat einen biologischen Vater und eine biologische Mutter.
Manche Vorstellungen und "Logiken" sind so in unsere Zellen eingebrannt, dass wir nichts anderes für vorstellbar halten. Schade! Mein Didge sagt mir: Du kannst im Geist nach Australien reisen und dort lernen, wie du mich spielen kannst. Mit meinem Bewusstsein kann ich dich jetzt in diesem Augenblick besuchen und dir Frieden für deine Seele wünschen. Wer die Kunst lernt, den Atem zu überlisten, erfährt einen "Aha"-Effekt. Das Leben ist überraschend! Es folgt allen Gesetzen und setzt sie zugleich außer Kraft.
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Mittwoch, 21. November 2018

Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen. (Japan)



Wenn ich mich selber beobachte stelle ich fest, dass ich oft auf den Boden schaue, wenn ich traurig bin. Dann sehe ich nur die wenigen Quadratmeter um mich herum. So eng, wie es sich in meinem Herzen anfühlt, so eng sieht dann meine Umgebung aus.
Wenn ich mit der Trauer und Enge im Herzen mich aufrichte und mein Blickfeld ausweite geschieht fast sofort eine Verwandlung. Die Veränderung des „Augenblicks“ bewirkt eine Gefühlsveränderung. Wenn es im Außen weit wird, wird es auch im Innen weit.
Oft erleben wir unser Leben begrenzt. In der Trauer werden die Grenzen enger abgesteckt. Wir wollen für uns sein. Wir möchten uns schützen. Wir fühlen uns getrennt von den anderen Menschen und von der Welt.
Wenn wir uns jedoch freuen wird der Raum weiter, die engen Grenzen werden gesprengt. Du richtest dich so weit auf, dass du den Horizont siehst. Da kommt der Punkt, wo die Erde aufhört und der Himmel beginnt. Zunächst scheint da noch ein Unterschied zu bestehen. Hier die Erde, dann der Himmel. Wenn am Horizont der tiefen Freude jedoch Himmel und Erde ineinander übergehen, veränderst du noch einmal deinen Blick. Du fixierst nicht mehr den Übergang, sondern siehst das Ganze. Das Ganze zu sehen und wahrzunehmen macht dich zugleich innerlich Ganz, „Ganzheitlich“ und verbunden. Hebe also deinen Blick und die Grenzen verschwinden. 

Montag, 19. November 2018

Du bist der Farbklex in meinem Leben

Da sind sie wieder, die grauen Tage. Der Himmel ist bewölkt. Die Temperaturen sinken. Immer weniger Licht und immer mehr von dem Grau.
Wei im Außen, so im Innen. Auch manche Arbeitstage erlebst du vielleicht farbarm. Weder schwarz deprimierend noch weiß und hell. Irgendwo dazwischen. Du weißt nicht so richtig, was du kochen sollst und die Gespräche am Frühstückstisch werden zäh. Du möchtest es nicht wahrhaben und dennoch kannst du es nicht leugnen. Grau breitet sich aus. Es kriecht in alle Ecken deiner Wohnung und dir selbst unter die Haut und in alle Körperzellen.
Du überlegst, ob du jetzt eine Depression hast oder nur einen Herbstblues erlebst. In der Gefühlspalette des Lebens gehören solche Tage einfach dazu. Stell dir vor: Mitten im Grau des Alltags und der Gleichförmigkeit der Menschenmassen fällt dir ein Mensch ein, der herausragt. Ein Mensch, der auffällt. Ein Mensch, der anders ist. Einer, der dir Farbe ins Leben bringt. Zu diesem Menschen sagst du: "Du bist der Farbklex in meinem Leben." Wie schön, nicht wahr?
Und jetzt stell dir noch einmal das graue Leben vor. Du nimmst einen Farbeimer und machst hier und da einen Klex. Du bist mein Farbklex und du, und du und du... Jedes Grau wartet darauf, dass du deinen Farbklex hinzufügst. Viel Vergnügen!
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Freitag, 9. November 2018

Das Wort, das aus der Seele kommt, das setzt sich ganz bestimmt ins Herz! (Rumi)

Es gibt Worte, die aus dem Kopf kommen und Worte aus der Seele. Manchmal höre ich einem Menschen zu und es bewegt sich in mir nichts. Ja, ich denke was. Aber es rührt sich nichts. Worte, die keine Schwingungen erzeugen.
Manchmal kann ich auch Vorträge halten und bin ganz im Kopf. Es soll richtig sein, was ich da sage. Wissenschaftlich gut abgesichert. Ich sehe die Menschen, die kritisch zuhören. Sie sollen keine Angriffsfläche haben bei dem, was ich sage.
Doch wenn ich aus meiner Seele spreche ist mir das völlig egal. Es ist egal ob meine Worte richtig sind. Ob sie wissenschaftlich bestehen können. Ich spüre meine Leidenschaft. Es blutet mein Herz! Wenn ich einen Menschen höre, der aus seiner Seele zu mir spricht kann ich gar nicht anders als mein Herz zu öffnen. Diese Worte setzen sich dort fest. Sie wirken! Sie bewegen mich!
Die Worte für den Verstand habe ich ein paar Sekunden später wieder vergessen. Wie war das noch mal? Was hat er da gerade gesagt? Wenn jemand in der Beratung mir von seiner Not erzählt dann kann ich nicht "kalt" bleiben. "Mach es doch so!" - Das geht nicht. Wenn ich die Not höre, dann brauche ich Zeit zum spüren. Dann rumort es im Herzen. Dann wallt es auf! Das fühlt sich nicht immer schön an, ist aber heilsam und wichtig! Und mal ehrlich: Von welchen Worten leben wir? Von den Worten für den Verstand oder denen fürs Herz? Ich lebe von den Worten, die sich in meinem Herzen festsetzen.
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Donnerstag, 8. November 2018

In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da. (Rumi)


Stell dir vor, dass du dich eigentlich die ganze Zeit in einem Spiegelkabinett befindest. Du siehst vielleicht mit deinen körperlichen Augen Gegenstände, Tiere und Menschen. Aber wenn du dir die Augen reibst, dann bist du allein da. Ein interessanter Gedanke von Rumi, nicht wahr.
Worin liegt der Kern der Wahrheit? Du siehst einen Menschen, den du nicht magst. Er redet zu laut und zu viel und du ärgerst dich über ihn. Wenig später triffst du eine Freundin oder einen Freund und diese bittet dich, ein wenig leiser zu sprechen und dass sie auch mal zu Wort kommen möchte.
Erst da wird dir bewusst, dass du eine Eigenschaft hast, die du bislang gar nicht so wahrgenommen hast. Dir fällt eine korpulente Person auf, die dich damit konfrontiert, dass du selber Angst davor hast, zuzunehmen. Du möchtest nicht so werden wie deine Eltern und dein Partner sagt dir ins Gesicht, dass du gerade eben so wirst.
Immer dann, wenn deine Gefühle in der Begegnung mit einem Menschen wach werden siehst du dich selbst. Du gehst in Resonanz. Die Menschen um dich herum sind das Spiegelkabinett, in dem du dich spiegelst. Also hör auf, die anderen fertig zu machen. Am Ende beschimpfst du dich nur selbst. Schau lieber in dein "Spiegelkabinett" und nicke dir freundlich und wohlgesonnen zu. Du wirst feststellen, dass die Welt im außen dir dadurch auch gleich viel freundlicher erscheint.
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Mittwoch, 7. November 2018

Wer ich bin!


Ich bin nicht Christ, nicht Jude, nicht Parse, (...) nicht Muselmann. Ich bin nicht vom Osten, nicht vom Westen, nicht vom Land, nicht von der See. (...) Mein Ort ist das Ortlose, meine Spur ist das Spurlose; Es ist weder Leib noch Geist, denn ich gehöre der Seelen Seele, der allumfassenden Landschaft des Lichts. Die mit allem verschmolzen, sogar mit dem Nichts. (Rumi)

Ich gehöre der allumfassenden Landschaft des Lichts. Ich gehöre der Seelen Seele. Ich gehöre also zu einem größeren Ganzen. Wie verändert sich mein Denken, Fühlen und Handeln, wenn ich in diesem Bewusstsein lebe?

In der Regel identifizieren wir uns mit irgendetwas. Ich bin ein Mann und du vielleicht eine Frau. Ich bin Münsterländer und du vielleicht Hamburgerin. Ich kann mich mit meinem Beruf identifizieren, mit der Rolle als Vater, mit der der Macht oder damit, Vegetarier oder Pastaliebhaber zu sein. Ich kann wie ein Puzzle meine verschiedenen Aspekte zusammensetzen und erhalte ein buntes Mosaik. Das bin dann ich! Aber bin ich das wirklich? Oder brauche ich all das nur um mich als "mich selbst" zu fühlen. Wenn das alles nicht wäre, wäre ich nichts mehr. Ich würde in die Bedeutungslosigkeit versinken. 
Mit meinem Tod höre ich auf, so ein Mosaik zu sein. All das zählt nicht mehr. Ist nicht mehr wichtig. Aber wer bin ich dann? Rumi sagt nichts von "sein".Sondern er spricht von einem Ort, wo ich hingehöre, dem ich angehöre. Ich gehöre der Seelen Seele, der allumfassenden Landschaft des Lichts. Ich gehöre zu der Seele, die alle Seelen umfasst und beinhaltet und zugleich größer ist als diese. 

Wenn ich da hin gehöre, dann kann ich mich ja auch von da her denken und empfinden. Schon jetzt. Dann kann ich nach und nach mein "Mosaik" hinter mir lassen und mich auf das besinnen, was ich vom Urgrund her immer schon war, bin und wieder sein werde. Ich kann mich erinnern daran und wieder daran anknüpfen. Das kann zu einer alltäglichen spirituellen Praxis werden. Eine Praxis, für die es nicht den Namen Christ, Muslim oder Hindu braucht. Immer dann, wenn ich mich quasi verbeiße in etwas, das scheinbar so unendlich wichtig ist halte ich mich innerlich an. Als Arbeitnehmer muss ich das jetzt regeln und für meine Aufgabe eine Lösung finden. Als angehörige Seele der allumfassenden Landschaft des Lichtes kann ich eine neue Qualität in meine Arbeit legen. Eine schöpferisch gestaltende. Ich engagiere mich, hafte aber nicht daran fest. Ich lasse zugleich wieder los. Ich bewege mich in einem inneren Raum von großer Freiheit. Ich darf mich in dieser Kunst einüben, zugleich ein körperliches Geschöpf dieser Erde zu sein mit den dazugehörigen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Und zugleich lebe ich das im Bewusstsein, wer ich noch und ureigentlich bin, wenn ich zur Landschaft des allumfassenden Lichtes gehöre. 
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Montag, 5. November 2018

Sei realistisch. Plane ein Wunder!


Wunder kann man nicht planen oder? Sie kommen einem zugeflogen! Sie haben nichts mit Realismus zu tun. Wenn ich mein Problem nicht lösen kann dann sprechen die Tatsachen dagegen. Es ist halt nichts möglich trotz meines intensiven Nachdenkens.
Sei realistisch. Es ist wie es ist. Nimm die Realität an. Dann hast du es leichter mit dir. Stell dich der Wirklichkeit. Wenn du Tatsachen akzeptieren kannst, geht es dir besser mit dir selbst. Du hörst auf mit unrealistischen Wünschen, die sich doch nicht erfüllen lassen. Die Wirklichkeit spricht dagegen.
Das stimmt so! Und zugleich lebst du dann in einer Wirklichkeit, die dich einschränkt.

Der Satz auf der Spruchkarte stimmt eben auch. Sei realistisch. Plane ein Wunder! Ja, du kannst ein Wunder planen! Du kannst einplanen, dass ein Wunder passieren darf. Du kannst dem Wunder dein Herz öffnen. Du kannst es für möglich halten. Du kannst dich auf das Wunder ausrichten, damit es zu dir kommen kann. Du kannst dem Wunder eine Erlaubnis erteilen. Und das ist sehr realistisch! Wenn du das machst verändert es deine Aufmerksamkeitsrichtung. Du richtest dich nicht mehr auf das Problem aus, sondern auf die Lösung. Du wirst lösungsbewusst. Du kommst weg von einem passiven Grundgefühl hin zu einem aktiven Handlungswillen. Du verlässt die Opferrolle und wirst zum Schöpfer. Und? Welches Wunder planst du gerade?
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Samstag, 3. November 2018

Streu ein wenig Freundlichkeit aus und schau, was geschieht!

Das höre ich häufig bei der Arbeit: "Dafür werde ich nicht bezahlt!" Du wirst nicht dafür bezahlt, jemanden freundlich zu grüßen. Du hältst die Tür auf für den Nachfolgenden. Du fragst, ob dein Gegenüber auch eine Tasse Kaffee möchte. Du erkundigst dich nach dem Gesundheitszustand einer kranken Mutter. Du gibst einen positiven Kommentar ab zu dem, was dir gerade gefällt. Du nimmst etwas auf, was ein anderer fallengelassen hat.
Für all das wirst du nicht bezahlt! Das steht nicht in deinem Arbeitsvertrag! Du hast völlig Recht, wenn du solche Aufgaben verweigerst! Nichts davon musst du tun! Jetzt stell dir einmal einen großen Produktionsbetrieb vor, in dem genau nach Arbeitsvertrag gearbeitet wird. Dem Recht wird völlig Genüge getan. Kein Grund zur Klage darum keine Gefahr für eine Abmahnung. Jetzt stell dir vor, ein solcher Betrieb macht das ein Jahr. Wie wird es dort nach dieser Zeit aussehen?
Scheinbar lebt ein Produktionsbetrieb vom Verkauf seiner Produkte. Aber nur scheinbar! Eigentlich lebt er von den Dingen, wofür niemand bezahlt wird und wofür niemand bezahlt werden kann. In einem guten Betriebsklima kann etwas wachsen und gedeihen. Ein freundliches Klima drückt sich darin aus, wo Menschen aufmerksam sind füreinander, sich gegenseitig wohlwollend begegnen und wo auf die Bedürfnisse der Einzelnen geachtet wird.
Für bestimmte Dinge wirst du nicht bezahlt, aber wenn du sie nicht tust, gräbst du dir auf die Dauer selber die Lebensqualität ab. Dahinter steckt das Gesetz der Resonanz. Wenn du der Welt freundlich begegnest kommt Freundlichkeit zu dir zurück. Wenn du die Umwelt als deinen Feind ansiehst, kommt Misstrauen zu dir zurück.

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Freitag, 2. November 2018

Hallo Wetter, ich komme!


Hallo Wetter, du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich werde jetzt zu dir rauskommen, egal wie viel Regen du mir schickst! Egal wie kalt der Wind um meine Ohren pfeifen wird! Ich werde jetzt aufstehen von meiner bequemen Couch. Ich werde dieses warme Zimmer verlassen und meinen Kaffee austrinken. Ich werde mir keine neue Tasse einschütten und das Buch, das ich lese, werde ich nicht fortsetzen. Ich lese nur noch diesen Abschnitt zu Ende und dann stehe ich auf.
Du Wetter, wirst es nicht schaffen, dass ich sitzen bleibe. Du musst dir keine Mühe geben und mir einen Sonnenstrahl schicken, damit ich nach draußen komme. Das ist nicht nötig. Du musst es mir nicht leicht machen. Ich schaffe es auch ohne dich. Ich habe Regenkleidung und feste Schuhe. Du kannst mir nichts anhaben. Du wirst es nicht einmal schaffen, mit aller Regenintensität bis zu meiner Haut durchzudringen. Ehe schafft es mein Schweiß. Und es wird dir auch nicht gelingen, dass ich sitzen bleibe, weil ich an meinen Schweiß denke. Wenn ich jetzt aufstehe und mich dick einpacke und zu dir nach draußen komme und ein paar Schritte laufe. Und so schnell laufe, dass ich gleich schwitzen werde. Was mir dann unangenehm ist. Ich werde trotzdem kommen.
Ich bin gleich mit diesem Abschnitt in meinem Buch fertig. Ich werde gleich den letzten Schluck aus meiner Tasse trinken. Ich werde nur noch einen kurzen Blick auf meine App werfen, wie du dich in den nächsten Stunden verhalten wirst. Aber das wird meine Entscheidung nicht beeinflussen. Ich habe nämlich schon heute früh beschlossen, dass ich zu dir kommen werde. Egal, wie sich der Tag entwickelt. Ich habe mit mir sogar schon heimlich eine Uhrzeit ausgemacht. Weil ich mich kenne. Weil ich weiß, dass das Buch spannend sein wird. Dass der Kaffee köstlich ist. Dass mir die warme Stube gefällt. Dass ich die Bequemlichkeit über alles liebe.
Weil ich das alles weiß, werde ich mich selbst überlisten. Ich gebe dir, Wetter, nicht die Möglichkeit, über mein Leben zu entscheiden. Wenn ich nicht zu dir komme, dann wegen meiner eigenen Bequemlichkeit. Nicht, weil du so regnerisch drauf bist. Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben.
Siehst du, jetzt stehe ich auf. Ich klappe das Buch zu und stelle die Tasse in die Spüle. Ich drehe die Heizung herunter und ziehe mir Jacke, Schal und Schuhe an. Du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich öffne die Tür. Ich stecke meine Nase heraus! Ja, du bist kalt! Ja, du bist regnerisch! Ja, das gefällt mir gar nicht! Und? Ich komme trotzdem. Ich stehe zu meinem Wort. Da kannst du machen, was du willst. Ich stehe so sehr dazu, dass ich bereit bin zu sterben! Aber das wäre übertrieben. Das musste ich nur denken, damit ich jetzt wirklich zu dir komme.
Und wo ich jetzt schon mal bei dir bin: So schlecht ist es gar nicht bei dir! Ein wenig unbequem und kalt und regnerisch... aber für die nächsten Minuten bleibe ich. Das steht jetzt mal fest.
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