Sonntag, 9. Dezember 2018

Der 9. Tag im Advent: Tag und Nacht


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Der 9. Tag im Advent: Tag und Nacht

Du sitzt auf der Bettkante und schaust mit deinem inneren Auge auf eine etwas größere Dimension. Da gibt es den „Gott“ des Tages. Er hat dir eine Zeitspanne zur Verfügung gestellt. Er hat das Licht angeknipst und du konntest dich orientieren und dem Tag eine Gestalt geben von Arbeit, Freizeit, Essen und Ausruhen. Dieser „Gott“ des Tages gibt jetzt seine Macht ab weil er das Licht nicht mehr halten kann und weil seine Möglichkeiten sich für diesen Tag einfach erschöpfen. Der Tag ist leer geworden. Du sitzt auf der Bettkante und lässt wie in einem Film die Ereignisse passieren. Nicht langsam, sondern ganz schnell.
Die „Göttin“ der Nacht wartet schon auf dich und möchte dich in Empfang nehmen. Gleich wirst du in ihre Welt eintauchen. Sie arbeitet nicht mit dem Licht und der Möglichkeit, dass du die Kontrolle behältst. Ihr Reich funktioniert nach anderen Gesetzen. Sie sind dir über viele Jahre vertraut, aber im „Tagesbewusstsein“ nicht bewusst. Du kannst jetzt auf der Bettkante nicht viel davon erzählen. Wie es sich nachts im Körper anfühlt. Wohin dein Bewusstsein geht und was es so macht in der Nacht. Du verlässt gleich das eine Reich und betrittst das andere. Du auf der Bettkante bist die Grenze. Wenn du sitzen bleibst wird die Nacht ohne dich stattfinden. Leg deine Hand auf dein Herz und verneige dich vor dem Tag. Danke damit für deine Geschenke und gib der Nacht die Ehre, dass du bereit bist.
Am Morgen wachst du auf und setzt dich wieder auf die Bettkante. Jetzt kommst du aus dem Reich der Nacht. Du hattest nichts kontrolliert. Vielleicht bist du zwischendurch aufgewacht und der „Tag“ hatte dich für ein paar Momente wieder. Du warst Zeuge vom Kampf der beiden Reiche miteinander. Aber jetzt sitzt du auf der Bettkante und wie hast du die Zeit empfunden? War es lang oder kurz oder kannst du gar nichts dazu sagen. Im Reich der Nacht existiert die Zeit nicht. Du warst dort zeitlos. Die Zeit gehört dem Tag. Aber wie fühlt sich dieser Zustand an? Was nimmst du daraus mit in das Tagesbewusstsein? Du sitzt auf der Bettkante und dir wird bewusst, dass es den Augenblick geben wird, wo du nicht zur Bettkante zurückkehrst. Wo du im Reich der Nacht bleiben wirst um von dort aus weiterzuwandern. Aber jetzt bist du zurückgekehrt. Die Nacht hat dich freigegeben und der Tag heißt dich willkommen.
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Samstag, 8. Dezember 2018

Der 8. Tag im Advent: Wachend und schlafend


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Der 8. Tag im Advent: Wachend und schlafend

Und wieder sitzt du auf der Bettkante und dir wird klar, dass du jetzt noch wach bist. Dein Verstand funktioniert noch gut und zugleich werden die Gehirnwellen langsamer. Wie fühlt sich wach sein eigentlich an? Der Atem geht zügig. Du spürst deinen Herzschlag? Gleich kommt der Atem ein wenig verzögert. Vor dem nächsten Atemzug machst du eine kleine Pause. Da geschieht nichts. Noch bist du mit dem Einatmen wach. In der Wachheit gibt dein Verstand noch mal alles. „Habe ich an alles gedacht?“ „Bin ich für morgen vorbereitet?“ Kann ich es mir erlauben, jetzt loszulassen?“ Dein Verstand möchte jeden Augenblick ausnutzen. Jeden Moment, indem die Augen noch geöffnet sind und Impulse in dir hereinlassen können. Du sitzt auf deiner Bettkante und schließt jetzt die Augen im Sitzen. Und schon bist du nicht mehr ganz so wach. Von Sekunde zu Sekunde wirst du schlafender. Im nächsten Augenblick, wenn du liegst, wird der Zustand kippen. Immer weniger wachend und immer mehr schlafend.
Wie erlebst du diesen Wechsel? Sehnst du dem Schlaf entgegen und nimmst ihn freudig an? Oder wehrst du dich? Du bleibst lieber wach und behältst die Kontrolle! Lege deine Hand auf dein Herz und spüre, wie wachsam es ist. Es wird über dich wachen, auch wenn du schläfst.
Und am Morgen, wenn du aufwachst, bleib noch für einen kleinen Moment liegen und nimm den Bewusstseinszustand der letzten Atemzüge des Schlafes mit. Die Traumfetzen oder was immer es ist. Bewahre dir den „Rest“ des Schlafes und setze dich auf die Bettkante. Du bist nicht mehr schlafend und auch noch nicht ganz wach. Wo zieht es dich jetzt hin? Zurück zum Schlaf oder hin zu mehr Wach sein. Was ist unterschiedlich am Übergang vom Wachsein zum Schlaf und vom Schlaf zum Wachsein? Und wie verbindet sich das wieder miteinander. Du sitzt also am Morgen auf der Bettkante und wirst dir bewusst, dass du zu mindestens zwei Welten gehörst. Der wachen und der schlafenden!
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Freitag, 7. Dezember 2018

Der 7. Tag im Advent: Angezogen und nackt


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Der 7. Tag im Advent: Angezogen und nackt

Du sitzt auf der Bettkarte und warst eben noch angezogen. Im Winter bestimmt angezogener als im Sommer. Wenn du dich ausgezogen hast könntest du dich für einen Moment nackt auf die Bettkante setzen und diese Nacktheit spüren. Das bist du ohne Kleidung. So fühlt es sich an! Werde dir des Unterschiedes bewusst. Angezogen und jetzt nackt. Ist es unangenehm oder befreiend. Wie schnell taucht der Wunsch auf, etwas anzuziehen und unter die Decke zu kriechen. Wer könnte dich jetzt nackt sehen und dich betrachten und welche Gedanken würden dann bei dir auftauchen.
Wenn du angezogen bist, dann kannst du Stellen deines Körpers verbergen, die du nicht so magst. Du kannst dich „schöner“ machen. Der Blick deiner Mitmenschen richtet sich auf deine schöne Kleidung. So fühlst du dich sicherer. Du bist also ganz „schön“ angezogen und sicher und jetzt bist du nackt. Du hast jetzt die Möglichkeit deine nackte Hand auf deine nackte Brust zu halten und in den direkten Körperkontakt zu gehen mit dir. Kein Stück Stoff, der dich hindert, „schön“ mit dir zu sein.
Du sitzt auf der Bettkante und sitzt dort nackt oder wirst gleich deine Nachtwäsche ablegen. Nackt warst du im Bauch deiner Mutter. Nackt bist du auf die Welt gekommen. Angezogen verbringst du die meiste Zeit deines Lebens. Nackt bist du ursprünglich. Mit dem Ursprung verbunden. Du könntest den Tag nackt beginnen. Nur für diesen Moment bewusst auf der Bettkante. Du kehrst am Anfang des Tages zu deinem Ursprung zurück.
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Donnerstag, 6. Dezember 2018

Der 6. Tag im Advent: Sich geborgen fühlen und einsam sein


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Der 6. Tag im Advent: Sich geborgen fühlen und einsam sein

Du sitzt auf deiner Bettkante in deinem Nachtoutfit und spürst ein wenig Kälte in dir und um dich herum. Jetzt einen wärmenden Körper an deiner Seite! Einen Menschen, an dem du dich anschmiegen kannst. Gibt es da ein Bedürfnis? Eines, das tagsüber gar nicht so auftaucht, weil du gut beschäftigt bist. Vielleicht bist du ja auch satt an Geborgenheit, weil es genug Nähe gab. Vielleicht bist du aber auch gar nicht so bedürftig und sitzt auf deiner Bettkante in einer Art von Neutralität. Du sitzt auf deiner Bettkante und spürst dem einfach mal nach. Dein Körper könnte sich erinnern an die Zeiten, wo du ein Baby warst. Deine Mutter hat dich zur Nacht weggelegt. Die Wärme ihres Körpers eingetauscht gegen die hoffentlich warme Decke der Nacht. Fühlst du dich geborgen oder eher unbehaust? Wenn du dich hinlegst wirst du möglicherweise in ein Alleinsein mit dir abtauchen. Wird es dir das Einschlafen erschweren? Oder kannst du dir vorstellen, dass das Alleinsein ein „mit allem Einssein“ werden kann!  Wenn du die Hand auf dein Herz legst erschaffst du dir einen Moment der Geborgenheit. Deine Hand mit deinem Herzen.
Und am Morgen wirst du wieder auf der Bettkante sitzen. Die Wärme deiner Decke spürst du noch auf deiner Haut. Dann nimmt diese Wärme ab und der kalte Raum umgibt dich. Wie fühlt es sich jetzt in dir an? Geborgen oder doch eher einsam? Was sagt der Verstand und was dein Körper? Gibt es eine Ambivalenz? Ein sowohl als auch? Gibt es einen Unterschied zum Abend davor, als du das letzte mal auf der Bettkante saßest. Wie satt bist du jetzt oder wie bedürftig? Verbinde dich mit dir und halte deine Hand auf dein Herz. 
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Mittwoch, 5. Dezember 2018

Der 5. Tag im Advent: Von Dunkel und Licht


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Der 5. Tag im Advent: Von Dunkel und Licht

Du sitzt auf deiner Bettkante und nimmst die letzten Strahlen des elektrischen Lichtes wahr. Gleich, wenn du liegst, wirst du das Licht löschen und die Augen schließen. Die Welt um dich herum wird dunkel und du verstärkst das Gefühl durch das Schließen deiner Augen. Aber jetzt sitzt du da und siehst. Schau dich für einen Moment um. Aber nicht zu lange. Sonst wirst du dir zu viele Gedanken machen. Das Auge sieht etwas. Der Verstand sucht etwas und fängt gleich an zu arbeiten. Der Verstand braucht am Abend eine reizarme Umgebung. Sonst kann er nicht abschalten. Die Dunkelheit gibt dem Verstand die Erlaubnis, ruhiger zu werden.
Du sitzt auf der Bettkannte und nimmst Licht und Dunkel war. Auch das elektrische Licht kann nicht verhindern, dass es dunkle Bereiche im Schlafzimmer gibt. Wie lichtempfindlich bist du? Welche Gefühle tauchen auf, wenn du ins Dunkel abtauchst? Denke nicht darüber nach sondern lass die beiden Erfahrungen für einen Moment auf dich einwirken. Du wirst dich gleich hinlegen und ins Dunkel abtauchen. Und morgen früh machst du die umgekehrte Erfahrung. Du tauchst aus dem Dunkel auf und hinein in das Licht. Nimm wahr, ob deine Augen den Wechsel mögen. Endlich Tag? Oder schade vorbei mit der Nacht? 
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Dienstag, 4. Dezember 2018

Der 4. Tag im Advent: Von Wärme und Kälte


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Der 4. Tag im Advent: Von Wärme und Kälte

Bevor du dich auf deine Bettkante setzt ziehst du dich um. Du ziehst deine Alltagskleidung aus und hast für einen Moment weniger an. Vielleicht bist du auch nackt für eine Zeit. Und je nach Jahreszeit spürst du den Wechsel von Wärme und Kälte. Die Kleidung des Tages hat dich gewärmt und nun spürst du vielleicht die Kälte auf deiner Haut. Dir fröstelt womöglich. Gleich wirst du dich hinlegen und mit deinem Körper dein Bett wärmen und auf Temperatur bringen. Für ein paar Minuten gibt es einen Unterschied. Du erlebst im schnellen Wechsel Wärme und Kälte. Was findest du angenehmer? Wenn du auf deiner Bettkante sitzt dann spüre mal deinen Körper in diese Richtung ab. Wo ist es warm und wo ist es kalt? Ist es angenehm für dich oder eher unangenehm?
Du kannst dich verbinden mit allem, was dich wärmt und was dir erfrischende Kühle gibt. Du kannst dich verbinden damit, dass du ein abhängiges Wesen bist. Du brauchst Kleidung und körperliche Nähe. Und wenn du am Morgen aufwachst erlebst du wieder diesen Temperaturunterschied. Setz dich am Morgen auf die Bettkante und spüre nach, wie du bettwarm die Kühle des Schlafzimmers spürst. Gleich ziehst du dich wieder aus und bist nackt und dann ziehst du dich wieder an. Lege die Hand auf dein Herz und spüre die Wärme deiner Hand auf der Haut. Du kannst dich selber wärmen und für dich sorgen. 
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Montag, 3. Dezember 2018

Der 3. Tag im Advent: Mein Lieblingsmensch


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Der 3. Tag im Advent: Mein Lieblingsmensch

Wenn ich dich nach deinem Lieblingsmenschen frage wirst du schnell auf deine Lebenspartnerin oder deinen Partner kommen oder auf deine Kinder oder deine Eltern oder einen Freund. Heute möchte ich dich einladen, dass du dir vorstellst, dass du dein Lieblingsmensch bist. Lege einen Handspiegel auf dein Nachttischschränkchen und wenn du auf der Bettkante sitzt schau in den Spiegel. Dort siehst du deinen Lieblingsmenschen. Schau ihn voller Zärtlichkeit an und sei gut mit ihm. Sag ihm einfach nur: „Du bist mein Lieblingsmensch.“ Spüre in dich hinein, was dann in dir geschieht. Fühlst du dich wohl dabei? Ist das ungewohnt? Wirst du dich vielleicht scheuen, das wirklich zu machen? Vor allem, wenn du dein Zimmer mit einem anderen Menschen teilst? Noch liest du ja diesen Text und du sitzt nicht auf der Bettkante. Du bereitest dich auf diesen Moment jetzt gedanklich vor. Heute Abend wirst du dort sitzen und dich selber treffen.
Und am nächsten Morgen schaust du wieder in deinen Handspiegel. Vielleicht siehst du dich sonst im Bad an und magst dich nicht leiden, weil du so verknautscht und zerzaust aussiehst. Morgen aber wirst du in den Spiegel schauen und triffst wieder deinen Lieblingsmenschen. Werde dir bewusst, dass dieser Mensch dich den nächsten Tag begleiten wird. Lächle ihm freundlich zu: „Hey, du bist mein Lieblingsmensch!“ Dann legst du die Hand aufs Herz und nickst dir freundlich zu. 
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Sonntag, 2. Dezember 2018

Der 2. Tag im Advent: Das spüre ich jetzt


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Der 2. Tag im Advent: Das spüre ich jetzt

Heute möchte ich dich einladen, dass du dich vor dem Einschlafen auf die Bettkante setzt und in deinen Körper hineinspürst. Fühlst du Leichte oder Schwere? Erschöpfung oder Vitalität? Signalisiert dein Körper irgendwo Unbehagen, Druck oder gar Schmerz? Sei mit deiner ganzen Aufmerksamkeit bei deinem Körper und gib ihm deine liebevolle Aufmerksamkeit. Leg deine Hand an die Stellen, wo dein Körper eine Berührung mag. Sei nur dabei und überlass dich deinem Körper.
Am Morgen setzt du dich wieder auf die Bettkante und spürst in deinen Körper hinein. Fühlt es sich ausgeruht an? Sind alle Körperteile entspannt? Was sagen deine inneren Organe? Fühl dich einfach hinein. Schenke dir einen Moment des Daseins mit deinem erwachenden Körper. Stehst du sonst vielleicht zu plötzlich und schnell auf und dein Körper signalisiert Protest? Fühlt sich dein Körper am Morgen mit dir wohl? Auf der Bettkante wirst du schnell herausbekommen. Lege deine Hand auf dein Herz und bedanke dich.
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Samstag, 1. Dezember 2018

Der 1. Tag im Advent: Meine Übergänge

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Der 1. Tag im Advent: Meine Übergänge

Wenn du auf der Bettkante sitzt wird dir vielleicht bewusst, dass es ein Übergang ist. Du sitzt dort nicht stundenlang herum. Du wirst aufstehen oder dich hinlegen. Du sitzt jetzt nicht wie auf einem Stuhl um in dieser Haltung etwas zu erledigen. Du verabschiedest dich vom Tag und begibst dich in die Vorbereitung für die Nacht. Du wechselst den Modus. Dein Betriebssystem. Du gibst deinem ganzen Körper das Signal, dass es gleich so weit ist. Normalerweise denkst du gar nicht darüber nach. Du machst es einfach.
Heute wirst du auf der Bettkante sitzen und bewusst den Tag hinter dir lassen und dich auf die Nacht einstimmen. Du dankst deinen Körperzellen und deinen Kreislaufsystemen für den Dienst, den sie dir erwiesen haben und verabschiedest dich. Du bittest deinen Körper, jetzt wirklich loszulassen, damit dein Körper die Ruhe genießen kann. Auch dein Geist darf sich ausruhen. Der tut sich manchmal schwer damit. Er will unbedingt noch ein Problem bedenken und wehrt sich gerne gegen den Schlaf und die Gedankenstille. Bitte ihn freundlich um deine Unterstützung. Sage ihm, dass du ihm morgen gerne wieder zuhören wirst.
Am Morgen wenn du aufwachst machst du den Prozess wieder. Nur dieses mal umgekehrt. Du dankst für die Ruhe der Nacht. Für die Unterstützung deines Verstandes und bittest den Körper um Unterstützung für den Tag. Du könntest für diese beiden „Bettkantensitzungen“ ein Ritual verwenden indem du eine Hand auf dein Herz legst und dich leicht verneigst. Danke! 
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Freitag, 30. November 2018

Advent auf der Bettkante


Jeden Abend, bevor ich ins Bett gehe, sitze ich für einen Moment auf der Bettkante. Ich halte nur für einen Moment inne. Ich wechsle gleich den Modus. Von aktiv auf passiv. Gleich überlasse ich meinen Körper und meinen Geist dem Nichtstun und der Dunkelheit.
Und jeden Morgen, bevor ich aufstehe, sitze ich wieder für einen Moment auf der Bettkante. Wieder halte ich nur für einen Moment inne. Ich schalte von passiv auf aktiv und gehe bewusst und geplant in den Tag.
Ich möchte dich einladen, in den Tagen des Adventes auf der Bettkante zu verweilen. Nur für ein paar wenige Atemzüge. Du schließt die Augen. Atmest ein und aus und nimmst dabei einen Impuls in dich auf. Werde dir dieses kostbaren Momentes bewusst. Genieße dieses außergewöhnliche Geschenk. Dein Leben im Übergang. Die Weichenstellungen und Wechselphasen. Wir Menschen mögen nicht so gerne die Veränderungen. Wir lieben die Sicherheit und die gleichen Abläufe. Auf der Bettkante kann dir deutlich werden, dass du dich permanent veränderst. Regelmäßiger Wandel am Morgen und am Abend.
Schon, wenn du auf der Bettkante sitzt, je nach Bettenmodell, spürst du die Unterschiede. Die weiche Matratze, die harte Holzkante und der freie Raum, in dem du deine Füße abgestellt hast. Drei verschiedene Zonen, zwischen denen du dich bewegst. Und immer nur für einen winzigen Augenblick. Im Hauch des Vergänglichen. Auf diesen Bereich möchte ich deine Aufmerksamkeit lenken.
Du liest diesen Impuls jetzt und nimmst ihn gedanklich mit zur Bettkante. Du sitzt und lässt das jetzt Gelesene wieder in dir wach werden. Nach der Nachtruhe wachst du auf und nimmst auf der Bettkante wahr, was in der Nacht geschehen ist. Du wirst Unterschiede wahrnehmen am Morgen und am Abend.
Ich werde dir 24 kleine Gedankenimpulse mit auf den Weg geben für deinen ganz persönlichen Advent. Du liest meinen Gedanken jetzt und überlässt dich dann deinem Unterbewusstsein und bittest es, dass es in der Nacht für dich wirkt. Wie ein Medikament. Du musst nur sehr wenig machen. Diesen kleinen Impuls lesen und dich auf der Bettkante daran erinnern und hineinspüren in deinen Körper.
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Donnerstag, 29. November 2018

Meine Entscheidungen und meine Fehler! Nicht deine!

Auf meiner Spruchkarte heute lese ich: "Mein Leben, meine Entscheidungen, meine Fehler - nicht deine Sache"
Manchmal bekommst du ja einen gut gemeinten Rat. "Hast du dir das auch genau überlegt? Ich finde das ein wenig gewagt, was du da vorhast. Denke doch lieber noch mal drüber nach. Nachher tut es dir Leid und sagst mir: 'Warum hast du mich nicht gewarnt!' Das tue ich jetzt. Ich meine, du kannst ja tun und machen was du willst. Du bist ja schließlich erwachsen. Und ich will auf keinen Fall hineinreden. Du hast dir das ja auch bestimmt gut überlegt. So kenne ich dich auch. Aber dieses mal spüre ich in mir so eine kleine Unruhe. Heute sollte ich wirklich mal was sagen. Und das tue ich jetzt. Und danach halte ich auch schon wieder den Mund. Ich will dich ja nicht beunruhigen und dir alles madig machen. Aber jetzt ist es raus und ich kann mich wieder davon verabschieden."
Und? Wie geht es dir jetzt? Ich lese meine eigenen Zeilen und bekomme Ärger. Der steigt mir bis zum Hals. "Dieser blöde Sack! Kann der nicht seinen Mund halten? Dieses Gesülze!"
Manchmal hörst du solche Stimmen im außen und manchmal ertönt diese Stimme als die Deinige im Hintergrund. Da hilft wirklich ein solcher Satz wie auf der Karte: "Das ist mein Leben und ich treffe hier die Entscheidungen. Auch wenn ich einen Fehler dabei mache. Das ist mir egal! Ich habe ein Recht auf meine Erfolge und auf meine Fehler!"
Also! Geh in die Selbstermächtigung. Es ist dein Leben! Deine Entscheidungen! Und von mir aus auch deine Fehler! Wenn du Fehler allerdings vermeiden möchtest, wirst du anfällig sein für die Stimmen, die da säuseln: "Ich habe dich gewarnt..."
"Danke für deine Warnung und jetzt kümmere dich um deine eigenen Dinge. Und ich übernehme die Verantwortung für mich."
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Mittwoch, 28. November 2018

Nahrung für die Seele!




In einem Bericht über technische Veränderungen am Arbeitsplatz lese ich einen interessanten Gedanken. Arbeitsabläufe, die früher mit Händen und Muskelkraft mühsam bewältigt wurden, werden heute von Maschinen erledigt. Für eine solche Arbeit braucht es dann eher Köpfchen als Händchen. Im Laufe der Jahre entstanden in klugen Köpfen Maschinen in klein und groß bis überwältigend für alle erdenklichen Arbeitsabläufe. Dabei werden die Techniken immer detaillierter und ausgereifter. Viele empfinden es als eine große Erleichterung, weniger körperlich belastet zu sein. Allerdings steigt damit auch die Erwartung an den Kopf. Technik will bedient werden. Wenn ich entscheiden müsste eine Kiste von A nach B zu tragen, würde ich mich auch für den Gabelstapler entscheiden.
Im Baumarkt stehe ich staunend vor all den vielen Geräten und Werkzeugen. Für jede erdenkliche Arbeit existiert ein spezielles Werkzeugteil. Dahinter steckt letztlich ein unglaublicher Erfindergeist und Präzisionsarbeit über viele Jahrzehnte bis zu Jahrhunderten.
Jetzt mache ich einfach einen Sprung und betrachte ich meine Seele. Wurde für die Seele inzwischen auch ein Gabelstapler erfunden, der das Leben erleichtert? Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir unsere Seele immer noch mit den Steinzeitwerkzeugen bearbeiten. Meistens ignorieren wir sie. Wir hoffen, dass sie uns im Alltag nicht in die Quere kommt und die Stimmung vermasselt. Was stellen wir mit unserer Seele alles unbewusst und unbemerkt so an?
Wir spüren nicht, wenn wir zu stark belastet sind in unseren Beziehungen und unserer Arbeit und machen einfach weiter so.
Wir streifen unsere Bedürfnisse nach Geborgenheit und Streicheleinheiten ab wie eine nicht nötige Haut und denken, wir müssten den Alltag bewältigen.
Wir nehmen uns Zeit zum Putzen der Zähne und verschieben das Seelenpflegen auf die wenigen Urlaubstage im Jahr. Dabei verwechseln wir auch noch körperliches Ausruhen mit aktiver Seelenpflege.
Was braucht die Seele denn eigentlich zum Leben? Im übertragenen Sinn kann ich fragen: Wenn der Körper zur Entlastung einen Gabelstapler braucht, was braucht da die Seele?
Die erste Antwort, die mir dazu einfällt heißt: Nimm sie erst einmal wahr! Beachte sie! Schenke ihr deine Aufmerksamkeit! Befrage sie doch einmal: „Was brauchst du, dass es dir gut geht?“ Vielleicht wird deine Seele erst zaghaft und zögerlich hervorkommen und Schwierigkeiten haben, sich auszudrücken.  Sie braucht Zeit.  Sie ist unglaublich schnell und zugleich braucht sie Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich empfehle dir folgende Übung.
Du gehst zum Bäcker und schaust auf die Auslagen. Du schaust nicht mit den Gedanken im  Kopf: „Was fehlt in meinem Haushalt, was ist gesund? Wie teuer ist das?“ Du fragst stattdessen deine Seele: „Worauf hast du Lust! Was lacht dich an! Was erfreut dein Herz!“ Es kann sein, dass du am Ende ganz unvernünftig bist und irgendein Sahneteilchen kaufst. Dein Kopf wird Bedenken äußern, aber deine Seele frohlockt. Mir geht es bei diesem Beispiel nur das Einüben. Zugleich geht es darum, dass du den Unterschied spürst, ob du im Kopf bist oder mit der Seele arbeitest. Auf die Dauer sollten Kopf und Seele natürlich besser zusammenarbeiten.
Deine Seele benötigt eigentlich keinen Gabelstapler. Deine Seele ist schöpferisch und kann jeder Zeit etwas neu erfinden und hervorrufen. Sie erzählt Geschichten, schenkt dir Freude im Alltag, hüpft um dich herum wie ein kleines Kind, schenkt dir spontan tiefe Erkenntnis und Weisheit, ist unberechenbar und total zuverlässig an deiner Seite.
Zugleich ist sie flüchtig und versteckt sich, wenn du für sie nicht aufmerksam bist. Wie Was für Gewichte der Gabelstapler, ist die Achtsamkeit für die Seele. Wenn du weißt, dass deine Zähne tägliche Pflege brauchen um gesund zu bleiben, dann schenke deiner Seele ein Vielfaches denn mit ihr reist du in das neue Leben. 

Dienstag, 27. November 2018

Bist du depressiv oder umgeben von Menschen, die dir nicht gut tun?

Wenn du dir selbst Depressionen oder einen Minderwertigkeitskomplex diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht einfach nur von Arschlöchern umgeben bist.

Zu mir kam eine Frau mit der ärztlichen Diagnose einer Depression.
Sie war ratlos. Sie kam sich so ohnmächtig und hilflos vor.
Dann haben wir uns unterhalten über das Leben und die Arbeit und die Familie.
Sie erzählte von ihrem Mann.
Der war auch nicht zufrieden mit ihr. Sie würde nichts für sich tun. Sich nicht mehr schick machen. Die Figur vernachlässigen. So schlecht gelaunt sein.
Ihr Mann würde ständig Vorschläge machen und Veränderungen einfordern. Und es sei so schwer, ihn zufriedenzustellen.
Aber jetzt hatte sie ja eine Diagnose: Depression! Ich kam wirklich auf eine völlig andere Idee. Wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte, der mich ständig kritisieren würde und das über Jahre. Wie würde es mir dann gehen?
Ich habe nicht gefragt, aber ich hätte fragen sollen: "Leben Sie mit einem Arschloch zusammen?" Gedacht hatte ich es.
Allein die Vorstellung, dass ich von lauter Arschlöchern umgeben bin befreit mich schlagartig von jeder Depression. Bei einer Depression bestrafe ich mich letztlich selbst und hocke da in meinem Abgrund. Wenn ich sauer bin auf die Welt um mich herum, dann komme ich in die Tat.
Wenn du also so einen Anflug von Depression hast, dann schau doch mal, ob da nicht gerade ein kleines Arschloch in der Nähe ist. ;-)
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Montag, 26. November 2018

Über Männer und Frauen

Ich sitze im Kreis meiner Kolleginnen.
Als einziger Mann.
Dann fangen sie an und reden über ihre Männer.

Da gibt es ja die Männer, die nicht zuhören.
Die keine Zeit haben.
Die nicht über Gefühle reden.
Die nicht auf ihre Ehefrauen eingehen können.
Die so eigenbrötlerisch sind.
So eigensinnig.
So unbelehrbar und uneinsichtig.
Wo Hopfen und Malz verloren ist.

Ich sitze und höre zu.
Ich bin ein Mann.
Hoffentlich bin ich nicht so!
Hoffentlich spricht meine Frau mit ihren Freundinnen nicht so über mich.
Das wäre mir doch sehr unangenehm.

Ich sitze und höre zu.
Dann hört das Jammern auf und alle schauen sich an.
Es fällt das erlösende Wort: "Eigentlich lieben wir Männer."

Ich sitze im Kreis von Männern.
Wir reden über unseren Beruf.
Über tolle Computerprogramme.
Über schöne Urlaubsorte.
Über die amerikanische Politik und über Geld.
Wir reden über die Leistungsfähgkeit von Kaminen
und über die Kosten eines neuen Parkettbodens.

Wir reden aber nicht über die Frauen.
Wenn wir ausnahmsweise mal drüber reden...
... sind wir froh, dass sie da sind.
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Samstag, 24. November 2018

Die Kunst, zufrieden mit der Unzufriedenheit zu sein


Wir haben unsere inneren Abläufe und Mechanismen, die oft schon automatisch funktionieren. Du wachst zum Beispiel morgens mit einem "Unzufriedenheitsgefühl" auf. Dieses Gefühl ist einfach da. Kann ja auch gar nicht anders sein, bei dem Wetter draußen! Oder: "So, wie mich die Kinder schon anschauen kann der Tag nur schrecklich werden!" Oder: "So, wie mir das Essen heute schmeckt! Wenn das nicht ein schlechtes Zeichen ist.!" Oder: "Was meine Waage schon wieder anzeigt! Heute gibt es einen erzwungenen Fastentag!"
Ich finde immer einen Grund, warum meine Unzufriedenheit berechtigt ist. So schaffe ich es mit Leichtigkeit, diesen Gefühlszustand den ganzen Tag durchzutragen und den Abend mit Unzufriedenheit zu erreichen! Vielleicht aber geht dir ein solches Leben irgendwann auf die Nerven. Deine Familie sieht in dir einen Dauernörgler! Du verbreitest ständig schlechte Laune! Du leidest auch noch selber darunter! Du kannst alles so lassen oder es auch ändern. Aber wie?

Jetzt kommt der "Trick" 
Wenn du dir morgens beim Aufwachen noch im Bett die folg1ende Frage stellst: "Wie werde ich es schaffen, dass ich  den heutigen Tag unzufrieden beende!" denkst du über deine typischen Unzufriedenheitsgründe nach. Sie werden dir bewusst und es wird nicht mehr so leicht sein, den Abend mit völliger Unzufriedenheit anzusteuern. Es könnte ja zur Abwechslung auch mal der Wunsch nach Zufriedenheit auftauchen, gleich zu Beginn des Tages! Du kommst zu der Erkenntnis: Du willst ein zufriedener Mensch sein und richtest deine Aufmerksamkeit auf alles, was schön ist und was dir gelingt. Dann hat dir die Unzufriedenheit geholfen, ein zufriedenerer Mensch zu werden.
In diesem Sinne! Ein waches Bewusstsein!

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Freitag, 23. November 2018

Wir hinterlassen Spuren... aber nicht immer!


Manchmal verschwindet etwas spurlos. Socken verschwinden in der Waschmaschine und Pullover befinden sich plötzlich nicht mehr im Schrank. Du bist dir sicher, wo du deine Sachen abgelegt hast und auf einmal sind sie nicht mehr da. Spurlos verschwunden. Ich vermisse meinen Personalausweis. Er ist spurlos verschwunden. Ich habe alle Schubladen abgesucht und alle Jacken- und Hosentaschen gefilzt. Ich habe an jeden auch nur erdenklichen Ort nachgeschaut und jetzt blicke ich der Tatsache ins Auge. Mein Peronalausweis ist unauffindbar. Dabei steht doch darauf, wer ich bin. Mein Name, meine Anschrift, die Körperlänge und die Farbe meiner Augen. Merkwürdig, nicht wahr? Zur gleichen Zeit befinde ich mich in einer Identitätskrise. Vor zwei Jahren wusste ich noch, wer ich war. Das weiß ich im Moment nicht mehr. Ist es da nicht folgerichtig, dass sich der Personalausweis auch auflöst? Wie im Inneren so auch im Äußeren. Ich versuche, eine Weile ohne Identität auszukommen und probiere es auch mit meinem Ausweis. Wenn ich hoffentlich irgendeine Identität wiedergefunden habe wird sich auch der Ausweis einfinden.
Spurlos verschwinden Dinge und auch Menschen. Hast du schon erlebt, wie Menschen in deinem Leben spurlos verschwunden sind? Sie haben sich nicht verabschiedet und du hast auch nicht selbst Abschied genommen. Ihr habt euch nicht gestritten und nicht bewusst getrennt. Aber wenn du genau hinspürst, dann ist es doch stimmig. Es ist nicht grundlos, dass diese Menschen aus deinem Leben verschwunden sind.
In einer Achtsamkeitsübung habe ich gelesen, dass ich für eine Woche einen Raum in meiner Wohnung nur so benutze, dass nach der Aktion keine Spuren sichtbar sind. Ich räume also meine Küche so auf, dass ein Fremder denkt, die wird gar nicht benutzt. 
Manchmal ist es gut, wenn die Dinge oder Menschen verschwinden. Wir können eh nichts festhalten. Alles im Leben ist wie Sand und zerrinnt zwischen den Fingern. Wenn etwas spurlos verschwindet gibt dir das Leben die Möglichkeit, eine Lektion zu lernen. Lasse los!

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Donnerstag, 22. November 2018

Die Kunst, den Atem zu überlisten


Im Rahmen meiner Klangtranceausbildung habe ich gelernt, das Didgeridoo zu spielen. Einen Ton zu erzeugen auf dem Instrument der australischen Ureinwohner ist nicht so schwer. Wenn es aber darum geht, einen Dauerton zu erzeugen, der quasi nie mehr aufhört, dann muss das Gehirn überlistet werden.
Dein Geist und dein Körper sagen dir: du kannst nur entweder einatmen oder ausatmen. Beides zusammen geht nicht! Du kannst nicht zugleich einatmen und ausatmen. Immer schön im Wechsel! Und du kannst nur so viel Luft ausatmen, wie du eingeatmet hast. Von der ersten Stunde deines Lebens an befolgst du diese Regel. Niemand hat dir dieses Gesetz beigebracht. Du bist auf die Welt gekommen und hast ein- und wieder ausgeatmet.
Wenn du dir jetzt wieder das Didgeridoo vorstellst. Du holst Atem und bläst in das Rohr hinein. Dann hast du ausgeatmet und atmest wieder ein. Während du einatmest muss dein Instrument ja logischerweise stoppen. Es braucht deinen Ausatem zum Ton erzeugen. Dein Gehirn weiß das ja von Geburt an. Dein ganzer Körper ist darauf eingerichtet. Und dennoch ist es möglich, einen Dauerton zu erzeugen, der nicht mehr aufhört. Du atmest ein und spielst in das Didgeridoo. Du behältst dir aber ein kleines Reservoir im Mund. Während du dieses Reservoir hinausbläst, eben nicht aus der Lunge, sondern aus der Reserve, kannst du einen tiefen Atemzug nehmen und die eingeatmete Luft dem Reservoir zufügen. Im Prinzip spielst du ständig auf Reserve. Immer auf kontinuierlichen Nachschub.
Wenn du dein System einmal überlistet hast, dann geht es wie von selbst. Aber der Weg dahin ist von besonderer Qualität. Es gibt Übungen dafür mit Strohalm und Luftballon, wie du deine Glaubenssätze überwinden kannst. Dein Gehirn muss es zulassen können und dein Atemsystem muss sich darauf einlassen. Die Trainingsmethoden haben mir persönlich leider wenig geholfen.
Ich habe mir vorgestellt, dass ich in der australischen Wüste im Kreis der Ureinwohner sitze und mit allen dort gemeinsam das Didgeridoo spiele. Irgendwann war ich ganz aus dem Kopf. Ich hörte auf zu denken und zu konstruieren. Ich wurde zum Didgeridoo und die Ureinwohner nahmen mich mit. Dieses Erlebnis war äußerst eindrucksvoll.
Zugleich ergibt sich für mich daraus eine Art Lebensweisheit. Im Leben folgen wir häufig den Gesetzen der Logik und der Erfahrung. Ein Apfel fällt immer vom Baum. Es folgt den Gesetzen der Schwerkraft. Wenn die Sonne scheint ist es hell und wenn sie verschwindet ist es dunkel. Eins und eins ist zwei. Jeder Mensch hat einen biologischen Vater und eine biologische Mutter.
Manche Vorstellungen und "Logiken" sind so in unsere Zellen eingebrannt, dass wir nichts anderes für vorstellbar halten. Schade! Mein Didge sagt mir: Du kannst im Geist nach Australien reisen und dort lernen, wie du mich spielen kannst. Mit meinem Bewusstsein kann ich dich jetzt in diesem Augenblick besuchen und dir Frieden für deine Seele wünschen. Wer die Kunst lernt, den Atem zu überlisten, erfährt einen "Aha"-Effekt. Das Leben ist überraschend! Es folgt allen Gesetzen und setzt sie zugleich außer Kraft.
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Mittwoch, 21. November 2018

Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen. (Japan)



Wenn ich mich selber beobachte stelle ich fest, dass ich oft auf den Boden schaue, wenn ich traurig bin. Dann sehe ich nur die wenigen Quadratmeter um mich herum. So eng, wie es sich in meinem Herzen anfühlt, so eng sieht dann meine Umgebung aus.
Wenn ich mit der Trauer und Enge im Herzen mich aufrichte und mein Blickfeld ausweite geschieht fast sofort eine Verwandlung. Die Veränderung des „Augenblicks“ bewirkt eine Gefühlsveränderung. Wenn es im Außen weit wird, wird es auch im Innen weit.
Oft erleben wir unser Leben begrenzt. In der Trauer werden die Grenzen enger abgesteckt. Wir wollen für uns sein. Wir möchten uns schützen. Wir fühlen uns getrennt von den anderen Menschen und von der Welt.
Wenn wir uns jedoch freuen wird der Raum weiter, die engen Grenzen werden gesprengt. Du richtest dich so weit auf, dass du den Horizont siehst. Da kommt der Punkt, wo die Erde aufhört und der Himmel beginnt. Zunächst scheint da noch ein Unterschied zu bestehen. Hier die Erde, dann der Himmel. Wenn am Horizont der tiefen Freude jedoch Himmel und Erde ineinander übergehen, veränderst du noch einmal deinen Blick. Du fixierst nicht mehr den Übergang, sondern siehst das Ganze. Das Ganze zu sehen und wahrzunehmen macht dich zugleich innerlich Ganz, „Ganzheitlich“ und verbunden. Hebe also deinen Blick und die Grenzen verschwinden. 

Dienstag, 20. November 2018

Himmlische Schwestern

Eine "Schwester" sitzt entspannt auf ihrem Stuhl und schaut sich freundlich um. Eine andere andere "Schwester" zeigt in den Himmel nach dem Motto: "Von da komme ich her!" oder "Schau, da geht es hin!" oder "Schau mal da hoch!"
Ich schaue die "himmlischen Schwestern" an und ich freue mich. Herrlich! Wie sie so einfach nur da sind. Freu dich einfach! Die Flügel weisen darauf hin, dass da an der Tradition der Engel angeknüpft wird. Immerhin sind die Flügel aus Gold. Der Rest jedoch ist bunt und die Wangen leuchten rot.
Vielleicht sind diese Figuren die "himmlischen Schwestern" der Engel und der Menschen zugleich.
Ich wünsche dir eine "himmlische Schwester" an deiner Seite, die strahlt, die mit den Füßen wippt und die Leichtigkeit in dein Leben bringt. Eine himmlisch-irdische Schwester mit dem Herzen am richtigen Platz, mit hoher Sternenqualität im Sinne von Anbindung an die "obere Welt".
So eine Pippi Langstrumpf a la widde widde wit! Ein wenig Nonsens! Ein wenig Ausbrechen und Querdenken! Ein wenig so, dass nichts zusammenpasst, aber total stimmig ist. In dir selber steckt ein kleines Kind, ein Junge oder/und ein Mädchen, das diese Qualitäten besitzt.
Dieses Kind wurde dir im Laufe der Entwicklung zum Erwachsenen abtrainiert.  Oder springst du heute noch in Pfützen, isst Eis bis du Bauchweh bekommst. Grinst fremde Menschen auf der Straße an und bohrst in der Nase, wenn dir danach ist... Welche dieser Qualitäten schlummern noch in dir.
Ich stelle mich vor diesen "himmlischen Schwestern" hin und spüre den Schalk im Nacken. Diese Engel stehen in einer Buchhandlung und flüstern mir ins Ohr: "Nimm ein Buch aus dem Regal und mach einfach ein Eselsohr dran! Nimm ein Notitzblatt und schreibe darauf: Du bist ein Schatz. Dann legst du diesen Zettel in irgendein Buch und freust dich einen Ast ab, wenn er von einem Leser entdeckt wird." Diese himmlischen Schwestern! Wenn ich jetzt nicht gehe, dann mache ich das doch tatsächlich!
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Montag, 19. November 2018

Du bist der Farbklex in meinem Leben

Da sind sie wieder, die grauen Tage. Der Himmel ist bewölkt. Die Temperaturen sinken. Immer weniger Licht und immer mehr von dem Grau.
Wei im Außen, so im Innen. Auch manche Arbeitstage erlebst du vielleicht farbarm. Weder schwarz deprimierend noch weiß und hell. Irgendwo dazwischen. Du weißt nicht so richtig, was du kochen sollst und die Gespräche am Frühstückstisch werden zäh. Du möchtest es nicht wahrhaben und dennoch kannst du es nicht leugnen. Grau breitet sich aus. Es kriecht in alle Ecken deiner Wohnung und dir selbst unter die Haut und in alle Körperzellen.
Du überlegst, ob du jetzt eine Depression hast oder nur einen Herbstblues erlebst. In der Gefühlspalette des Lebens gehören solche Tage einfach dazu. Stell dir vor: Mitten im Grau des Alltags und der Gleichförmigkeit der Menschenmassen fällt dir ein Mensch ein, der herausragt. Ein Mensch, der auffällt. Ein Mensch, der anders ist. Einer, der dir Farbe ins Leben bringt. Zu diesem Menschen sagst du: "Du bist der Farbklex in meinem Leben." Wie schön, nicht wahr?
Und jetzt stell dir noch einmal das graue Leben vor. Du nimmst einen Farbeimer und machst hier und da einen Klex. Du bist mein Farbklex und du, und du und du... Jedes Grau wartet darauf, dass du deinen Farbklex hinzufügst. Viel Vergnügen!
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Samstag, 17. November 2018

Hallo Leben, ich komme!

Du stehst am Morgen auf und wagst einen Blick in den Tag. Du siehst deine Termine im Kalender. Du stellst dir vor, wie du deine Aufgaben anpackst und bewältigen wirst. Du bist voller Zuversicht und Kraft.
Dann tauchen Bilder auf von Einschränkungen und Widerständen. Da ist doch dieser Kollege, der immer meckert. Da gibt es doch das Hindernis, das du gestern schon nicht überwunden hast. So nach und nach entwickelst du eine Kampfhaltung und bevor du die erste Aktion anpackst fühlst du dich schon im Stress. Du bist vollgepumpt mit Adrenalin und Cortisol. Vielleicht notwendig, damit du deine Dinge auch schaffst.
Mir gefällt die Vorstellung, dass ich nach dem Aufstehen, nach dem Blick in den Kalender, nach den Vorstellungen von allen möglichen und unmöglichen Hindernissen und nach der adrenalingestärkten Kämpferhaltung ich mir das Geschenk gönne, mich noch einmal zu sammeln. Ich setze mich hin und trinke in Ruhe meinen Kaffee. Während die Schlacht gedanklich schon um mich herum begonnen hat, mache ich noch nicht mit. Ich sammle mich und stehe auf, wenn ich wirklich so weit bin. Aber dann: "Good morning. Let the stress beginn!"
In der Sammlung wird es mir nichts ausmachen. Ich bin zentriert und ganz bei mir. Hallo Leben, ich komme!
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Freitag, 16. November 2018

Das Wunderbare sehen!

Wartest du auf ein Wunder? Das Wunder, dass du einmal ganz reich und einmal ganz glücklich sein wirst? Eines Tages? Wartest du auf das Wunder, dass dein Traumprinz vor dir steht und schon eine Ewigkeit auf dich gewartet hat? Wartest du auf das Wunder, dem du nachspürst, wenn du du dich in einen Roman vertiefst und verlierst?
Pearl S. Buck meint sagt: "Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen." Wenn du die Erfüllung eines Wunders in der Zukunft siehst, dann bist du nicht mehr da in deinem Körper und deinem Geist. Dann bist du schon aus dir ausgewandert in das Land deiner Phantasie. So kann es geschehen, dass das kleine Wunder um Hier und Jetzt gar keine Chance hat, dich zu erreichen. Da gibt es den Vogel draußen auf dem Baum, der dich mit seiner Lebensfreude anstecken kann. Da gibt es den Sonnenstrahl, der deine Haut gerade jetzt erwärmt. Da genießt du die erste Tasse heißen Kaffee am frühen Morgen. Dir wird bewusst, dass du ein Dach über dem Kopf und eine warme Stube hast. Es gibt so viele Alltäglichkeiten, die das Wunder bergen. Wohin lenkst du deine Aufmerksamkeit? In die ferne Zukunft oder in die Gegenwart? Bist du noch da? Wo bist du gerade? Was nimmst du jetzt in diesem Augenblick wahr, wo du diese Zeilen liest.
Ich gestehe dir, manchmal versinke ich auch in meine großen Zukunftswunder. Doch jetzt, in diesem Augenblick bin ich bei dir. Du liest meine Zeilen und mein Herz wird weit.

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Donnerstag, 15. November 2018

Alles, was du sehen kannst, hat seine Wurzeln in der Unsichtbaren Welt. Es mögen sich die Formen ändern, das Wesen bleibt dasselbe. (Rumi)

So, wie ich gestrickt bin, ist auch die Welt gestrickt. Ich komme aus dem Unsichtbaren. Ich komme von wo her vor dieser meiner körperlichen Existenz aus einer anderen Dimension. Ich lebe in dieser irdischen Wirklichkeit und habe keine Ahnung mehr von meinem "unsichtbaren" Ursprung.
Ich habe bewusste Gedanken und sehe und höre bewusst Dinge und weiß, dass ich hören und sehen kann. Ich bin mir meiner selbst bewusst. Daneben gibt es das große Feld des Unbewussten. Ich bin mir nur zum Teil meiner selbst bewusst. Aber das Unbewusste hat zugleich die Qualität des Unsichtbaren oder Verborgenen. Es wirkt aus dem Untergrund oder sogar aus einer völlig anderen Dimension zu der ich keinen Zugang habe mit meinem augenblicklichen Tagesbewusstsein.
Ich bin wie ein Blatt an einem Baum. Ich sehe einen Teil des Baumes, aber die Wurzeln sind mir verborgen. Ich weiß vielleicht nicht einmal davon. Es sei denn, ich frage als Blatt den Zweig, an dem ich stecken. Der Zweig wiederum fragt den kleinen Ast und dieser wiederum den größeren Ast. Der Ast fragt den Stamm und der Stamm nimmt Kontakt zu den Wurzeln auf. Ich als Blatt nehme also Kontakt auf und erforsche den Weg bis zu den Wurzeln. Das kann ich immerhin machen.
Ich sehe, dass ich zu etwas Größerem gehöre und kann dem nachgehen. Ich beobachte, dass ich ein Blatt bin und dass ich mich unterscheide vom Ast. Beide gehören wir zum Baum und müssen darum etwas miteinander zu tun haben. Wurzel, Stamm, Zweig und Blatt - wir gehören alle zum Baum. Auch wenn wir uns äußerlich unterscheiden. Die Augen nehmen im Außen den Unterschied wahr. Das Herz geht den Weg nach innen und nimmt die Wesensverwandtschaft wahr.
Was hat das für Auswirkungen im Alltag? Auch wenn die Menschen alle so unterschiedlich sind in ihrem Ausdruck und ihrer Art in der Welt zu sein, sind sie mir vom Wesen her verwandt. Wir gehören zusammen und sind Teil eines großen Ganzen. In diesen Gedanken hinein kann ich mich entspannen und loslassen. Ich bin kein vom Baum getrenntes Blatt, so oft sich das auch so anfühlt. Ich bin mit vielen anderen Blättern Teil eines Baumes und nehme dort meinen Platz ein. Niemand macht mir diesen Platz streitig. Nur ich mir selbst. Je mehr ich mich mit meinem Herzen verbinde, desto mehr bin ich in meinem Wesen zu hause und werde mir bewusst, dass alles mit allem zusammengehört!
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Mittwoch, 14. November 2018

Befreie dich von Sorgen. Überlege, wer die sorgenvollen Gedanken erschaffen hat. Warum bleibst du im Gefängnis, wenn die Tür doch weit geöffnet ist? (Rumi)

Wie befreist du dich von deinen Sorgen? Sie entstehen in deinem Verstand. Du erschaffst dir deine sorgenvollen Gedanken. Und mit diesen sorgenvollen Gedanken baust du dir ein Sorgengefängnis. Du bist gefangen von deinen Sorgen. Die Sorgen könnten wie ein Kartenhaus zusammenbrechen wenn du aufhörst, dir diese Gedanken zu machen. Ohne Gedanken kein Gefängnis.
Nicht das Ereignis macht das Gefängnis, sondern deine Gedanken dazu. Hans im Glück ist darum glücklich, weil er die Ereignisse nicht bewertet. Er tauscht und lebt dann mit dem Getauschten.
Wir machen uns also einen Gedanken zu einem Ereignis. Das wiederum löst ein Gefühl aus. Ich finde meinen wunderbaren Pullover nicht wieder. Ich habe ihn verlegt oder verloren. Ich denke, dass ich ihn nicht wiederfinden werde und bin jetzt traurig. Traurigkeitsgefühle wiederum mag ich nicht. Sie schränken mein Leben ein und fühlen sich nicht gut an. Da greift also wieder der Verstand ein, der das Traurigkeitsgefühl bewertet. Trauer ist unangenehm und sollte nicht sein. Es entsteht ein Grübelkreislauf. Der Verstand unterstützt mich, indem er schlechte Gefühle verhindert und zugleich die Grundlage liefert, dass neue entstehen können.
Wenn ich die Gedanken denke ohne sie zu bewerten gibt es eine Unterbrechung. Ich unterbreche den Kreislauf. Ich finde meinen Pulluver nicht. Ein Gedanke! Ich habe ihn wohl verlegt oder verloren. Ah, ein weiterer Gedanke. Da zieht sich das Herz zusammen. Ah, eine Körperreaktion. Ich bin ärgerlich und traurig. Ah, ein Gefühl und ein neuer Gedanke. Ich habe nicht gut achtgegeben. Ah, wieder ein Gedanke. Ich bin nicht sorgfältig mit meinen Sachen. Ah, nun mal ein wertender Gedanke. Jetzt kommt bestimmt wieder ein neues Gefühl. Ich werde traurig sein über mein "typisches" Verhalten.
An dieser Stelle unterbreche ich mich. Das mache ich jetzt einfach nicht. Ich nehme wahr, dass ich gerade etwas denke, es bewerte und dass ein Gefühl entsteht. So mache ich das eben. So bin ich als Mensch gestrickt im Wechsel von Ereignis, Gedanke und Gefühl. Und ich habe das gesamte Konstrukt erschaffen.
Wenn ich stoppe, öffnet sich im gleichen Augenblick eine Tür und ich kann das Sorgengefängnis verlassen. Es löst sich in Luft aus. Es war nie da!
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Dienstag, 13. November 2018

Wenn du einen Fehler in deinem Bruder siehst, so ist der Fehler, den du in ihm siehst, in dir selbst." (Rumi

Du lässt immer alles herumliegen.
Nie machst du das Licht aus.
Du lässt die Türen offenstehen, so dass es im Zimmer kalt wird.
Du machst nie den Abwasch.

Du hörst nicht zu, wenn ich dir etwas sage.
Du unterbrichst mich ständig.
Du breitest deine Sachen im ganzen Zimmer aus, so dass ich keinen Platz mehr habe.
Du hältst dich nicht an unsere Vereinbarungen.

Ständig wirfst du unsere gemeinsamen Pläne um.
Was gestern noch heilig war gilt heute bei dir nicht mehr.
Anderen machst du Vorwürfe und hältst dich selber nicht an die Regeln.
Wenn du einen Fehler machst dann kannst du ihn nicht zugeben.

Wenn ich jetzt die Liste länger und länger mache...
was ich durchaus könnte...
dann würde ich mich von dir immer mehr entfernen.
Ich würde erkennen, wie unmöglich du bist.

Ich bin übrigens ordentlich.
Ich mache ständig das Licht aus.
Ich schließe die Türen.
Und ich mache den Abwasch.

Ich höre dir zu
Ich unterbreche dich nicht.
Ich beschränke meinen Platz.
Ich halte mich an Vereinbarungen.

Rumi sagt aber: Wenn du einen Fehler in deinem Bruder siehst, so ist der Fehler,
den du in ihm siehst, in dir selbst.
Vielleicht sind es nicht die gleichen Fehler. Nur ähnliche. Aber es geht um den Fehler an sich. Zu denken, dass mein Bruder, meine Schwester nicht richtig sind. Weil sie bestimmte Dinge machen, die mir nicht gefallen. Die ich anders machen würde. Das Suchen der Fehler beim anderen bringt mich von ihm weg und auch von mir selbst. Es sind ja meine Fehlergedanken in meinem Kopf. Mein Groll und Ärger. Meine Verurteilungen. Meine Sicht auf die Welt und auf das, wie es richtig sein müsste.
Es ist die Art in mir, die Welt fehlerhaft zu betrachten. Vom Fehler her zu denken. Vom Fehlenden. Vom Mangel her. Es findet alles in mir statt. Und ständig ist da ein Mensch an meiner Seite der mir dabei hilft, dass ich mich weiterentwickeln kann. Ich muss nur erkennen: Das bin ja ich!
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Montag, 12. November 2018

"Ich will singen wie die Vögel singen, ohne mich zu zu sorgen, wer zuhört oder was sie denken." (Rumi)

Manchmal gehe ich in eine Kirche und singe dort Obertöne wenn es eine gute Akustik gibt. Ich mag es, wenn die Kirche leer ist und ich den Raum ganz für mich allein habe. Wenn ich den Raum ganz für mich habe und singe öffnet sich die Tür und es kommt jemand neu dazu.
In diesem Augenblick hört meine Unbefangenheit auf. Ich singe zwar weiter aber es gibt ein kleines Unbehagen. Was denkt dieser Mensch jetzt, der da hereinkommt. "Was ist das für ein merkwürdiger Ton?" "Soll das Obertonsingen sein? Habe ich schon besser gehört!" "Eigentlich wollte ich Stille. Kann der da nicht wenigstens hier in der Kirche Respekt haben vor meinen Bedürfnissen?"
Ich könnte ja auch denken, dass ich nicht nur mir Freude bereite sondern auch diesem neuen Kirchenbesucher. Meine Gedanken gehen aber in die andere Richtung. Mein Herz klopft und ich spüre, wie ich rot werde. Das ist jetzt aber voll peinlich. Dann fühle ich mich abgetrennt von meiner Musik und von meinem Gesang und vom Kirchenraum. Ich singe und es breitet sich die Stille von Einsamkeit um mich herum aus.
Aber ich will wie die Vögel singen, ohne mich zu sorgen, wer zuhört oder was sie denken. Das gefällt mir, was Rumi da sagt. Wir haben immer bestimmte Annahmen im Kopf, wie der andere denkt oder fühlt. Und je nachdem, was wir annehmen, richten wir unser eigenes Denken und Fühlen danach aus. Ich wünsche mir diese innere Unabhängigkeit und Freiheit. Unbefangen zu singen und unbefangen das zu sagen, was ich wirklich denke und fühle. Die Vögel singen einfach so. Sie singen, wenn es für sie dran ist. Es geht darum, in Übereinstimmung mit sich selbst zu sein. Das zu denken, zu fühlen und zu tun, was mir entspricht. Es kann ja durchaus in Respekt und Wertschätzung dem anderen gegenüber sein.
Wie sähe die Welt aus, wenn wir es den Vögeln gleich täten? Wir würden durch die Fußgängerzone laufen und singen. Wir würden in Konferenzen teilen, was wir gerade fühlen und denken. Wir wären einfach lebendiger.
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Samstag, 10. November 2018

Was für den einfachen Menschen ein Stein ist, ist für den Wissenden eine Perle. (Rumi)

Was siehst du, wenn du deine Augen öffnest? Steine oder Perlen? Nicht jeder kann Steine von Perlen unterscheiden. Der Wissende erkennt den Wert, so mein Rumi.
Steine: Manchmal begegne ich Menschen und ich schlage die Hände über den Kopf zusammen. Menschen, die ständig nörgeln! Menschen, die über Leichen gehen. Menschen, die völlig unsensibel sind. Menschen, die egoistisch nur nach den eigenen Bedürfnissen handeln. Dann sehe ich Steine. Manchmal echte Stolpersteine. Menschen, die mir den Tag verderben und das Leben erschweren.
Wenn ich diese Menschen so wahrnehme, also als Steine, bin ich dann selbst ein eher "einfacher" Mensch, also unwissend? Wenn ich wirklich wissend wäre, würde ich in jedem menschlichen Stolperstein eine Perle sehen. Das ist eine echte Herausforderung. In liebenswürdigen und zuvorkommenden Menschen kann ich schnell eine wunderbare kostbare Perle entdecken. Aber die egoistischen und unsensiblen? Perlen?!
Ich könnte ja meine Augen noch einmal so richtig aufmachen. Mein Herz öffnen. Genauer hinspüren. Wo liegt die Perle im Stein? Der Nörgler, der mich nervt erinnert mich daran, dass ich selber die Tendenz zum Nörgeln habe. Ich mache das nicht so laut, aber ich kann das ganz gut innerlich. Wenn ich mein inneres Nörgeln liebenswert anschaue, entdecke ich die Perle. "Ach ja!" Mensch sein ist echt nicht leicht! Die Welt ist so unvollkommen! An allen Ecken! Aber wer sagt, dass es anders sein müsste? Unvollkommen darf doch sein, oder?
Ich sehe diesen Egoisten, der nur die eigenen Bedürfnisse sieht und sehe mich selbst. Ich sehe mich bei einer Feier beim Essen ordentlich zulangen. Ich habe Hunger und Sorge, dass für mich nicht genug da ist. Da bin ich doch gerne der Erste, der zulangt. Ich sehe den Stein und sehe zugleich die Perle in mir. Ja, so ist das eben mit dem Hunger. Ich bin manchmal echt hungrig. Hungrig nach Leben!
Wo siehst du Steine, wo zugleich Perlen sind? Wie kannst du wissend werden? Ich stelle mir vor, dass ich einfach aufmerksam bin. Ich bin bereit, die Perle zu sehen. Ich warte so lange, bis ich sie sehe. Mit Aufmerksamkeit und Geduld.
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Freitag, 9. November 2018

Das Wort, das aus der Seele kommt, das setzt sich ganz bestimmt ins Herz! (Rumi)

Es gibt Worte, die aus dem Kopf kommen und Worte aus der Seele. Manchmal höre ich einem Menschen zu und es bewegt sich in mir nichts. Ja, ich denke was. Aber es rührt sich nichts. Worte, die keine Schwingungen erzeugen.
Manchmal kann ich auch Vorträge halten und bin ganz im Kopf. Es soll richtig sein, was ich da sage. Wissenschaftlich gut abgesichert. Ich sehe die Menschen, die kritisch zuhören. Sie sollen keine Angriffsfläche haben bei dem, was ich sage.
Doch wenn ich aus meiner Seele spreche ist mir das völlig egal. Es ist egal ob meine Worte richtig sind. Ob sie wissenschaftlich bestehen können. Ich spüre meine Leidenschaft. Es blutet mein Herz! Wenn ich einen Menschen höre, der aus seiner Seele zu mir spricht kann ich gar nicht anders als mein Herz zu öffnen. Diese Worte setzen sich dort fest. Sie wirken! Sie bewegen mich!
Die Worte für den Verstand habe ich ein paar Sekunden später wieder vergessen. Wie war das noch mal? Was hat er da gerade gesagt? Wenn jemand in der Beratung mir von seiner Not erzählt dann kann ich nicht "kalt" bleiben. "Mach es doch so!" - Das geht nicht. Wenn ich die Not höre, dann brauche ich Zeit zum spüren. Dann rumort es im Herzen. Dann wallt es auf! Das fühlt sich nicht immer schön an, ist aber heilsam und wichtig! Und mal ehrlich: Von welchen Worten leben wir? Von den Worten für den Verstand oder denen fürs Herz? Ich lebe von den Worten, die sich in meinem Herzen festsetzen.
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Donnerstag, 8. November 2018

In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da. (Rumi)


Stell dir vor, dass du dich eigentlich die ganze Zeit in einem Spiegelkabinett befindest. Du siehst vielleicht mit deinen körperlichen Augen Gegenstände, Tiere und Menschen. Aber wenn du dir die Augen reibst, dann bist du allein da. Ein interessanter Gedanke von Rumi, nicht wahr.
Worin liegt der Kern der Wahrheit? Du siehst einen Menschen, den du nicht magst. Er redet zu laut und zu viel und du ärgerst dich über ihn. Wenig später triffst du eine Freundin oder einen Freund und diese bittet dich, ein wenig leiser zu sprechen und dass sie auch mal zu Wort kommen möchte.
Erst da wird dir bewusst, dass du eine Eigenschaft hast, die du bislang gar nicht so wahrgenommen hast. Dir fällt eine korpulente Person auf, die dich damit konfrontiert, dass du selber Angst davor hast, zuzunehmen. Du möchtest nicht so werden wie deine Eltern und dein Partner sagt dir ins Gesicht, dass du gerade eben so wirst.
Immer dann, wenn deine Gefühle in der Begegnung mit einem Menschen wach werden siehst du dich selbst. Du gehst in Resonanz. Die Menschen um dich herum sind das Spiegelkabinett, in dem du dich spiegelst. Also hör auf, die anderen fertig zu machen. Am Ende beschimpfst du dich nur selbst. Schau lieber in dein "Spiegelkabinett" und nicke dir freundlich und wohlgesonnen zu. Du wirst feststellen, dass die Welt im außen dir dadurch auch gleich viel freundlicher erscheint.
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