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Montag, 25. März 2024

Möge das Leben dich lehren dir selbst ein guter Freund zu sein. (Irischer Segensspruch)


Bist du dir selbst ein guter Freund/ eine gute Freundin? Ich kenne viele Menschen, mich eingeschlossen, die sich selber oftmals sehr kritisch betrachten. Du bist nicht klug genug, du hast diese oder jene Aufgabe nicht optimal erfüllt. Du bist keine wunderbare Ehefrau oder kein aufmerksamer Ehemann. Du fährst mit deinem Wagen zu langsam oder zu schnell. Du beachtest alle Verkehrsregeln supergenau und nahezu penetrant oder du hältst die Regeln alle nur so ungefähr ein. Du schaust dir deine Schulzeugnisse über die Jahre an und erinnerst dich an all die Fächer, in denen du besser hättest abschneiden können, wenn du nur genug geübt hättest. Dir kommen all die Tests vor Augen, die du nicht wichtig genommen hast und überlegst, wo du stehen würdest, wenn du immer die optimale Lösung gefunden hättest auf deinem Weg.
Du gehst zurück in die Vergangenheit und betrachtest deine Gegenwart. Beim Einkauf hast du das Salz vergessen. Die Kartoffeln haben heute fünf Minuten zu lange gekocht, du hast dir beim Essen ein paar Saucenspritzer auf dein frisch gewaschenes Hemd eingehandelt. Du hast dem einen  nicht aufmerksam zugehört und jemand anderem bist du auf die Nerven gegangen.
Du ärgerst dich über deine Schusseligkeit und dein Unvermögen. Kannst du dir trotzdem ein guter Freund, eine gute Freundin sein? Wie oft erlebe ich es, dass ein Freund mir sein Unvermögen beichtet: „Ich habe vergessen dich anzurufen.“ „Ich muss dir doch noch dein Buch zurückgeben, das du mir geliehen hast.“ Dann antworte ich: „Ist doch nicht so schlimm!“
 Kann ich mir das auch selber sagen? Ist doch nicht so schlimm? In wie viele Fallen musst doch noch tappen. Wie viele Dinge müssen dir noch misslingen bis du anfängst, dich dafür zu verurteilen? Möge das Leben dich lehren, dir selbst ein guter Freund zu sein. 
 

Samstag, 23. März 2024

Das Leben ist wie eine Tür: Du musst da durch.

Manchmal stehe ich vor einer Tür und weiß, dass ich da rein müsste. Die Tür führt in ein Geschäft oder zu einem Kunden. Dann stehe ich vor der Tür und bekomme plötzlich Angst. Ich war noch nie da. Was soll ich sagen? Ich weiß ja nicht einmal genau, was ich will. Vielleicht stehe ich peinlich berührt und schweigend da. In eine solche Situation möchte ich auf keinen Fall geraten.
Dann spüre ich, wie die Angst sich mehr und und mehr ausbreitet und ich dann nicht mehr durch die Tür will. Dann tauchen neue Gedanken auf wie: Ich kann auch morgen wiederkommen. Dann weiß ich besser, was ich will. Ich muss ja auch gar nicht unbedingt jetzt hier rein. Ich finde noch eine andere Möglichkeit.
Manchmal stehe ich vor einer Tür und weiß, was gleich kommen wird. Die Gedanken und die Angst und die Entscheidung, doch nicht hereinzugehen. Dann stehe ich vor der Tür und nehme die Abkürzung. Ich mache die Tür einfach auf und gehe hinein. Ich lasse die Gedanken und die Gefühle enfach nicht zu. Ich konzentriere mich auf meine Hand und auf meinen Körper. Ich gehe die Schritte und drücke die Tür. Wie automatisiert betrete ich dann das Geschäft. Ich habe das schon öfter so gemacht und ich bin immer lebendig wieder herausgekommen. Ich stand nie einer Hexe gegenüber, die mich eingesperrt hat. Ich wurde nie beschimpft oder ausgelacht.
Manchmal stehe ich vor einer Tür und muss da gar nicht rein. Ich weiß, jetzt kommen wieder die Angstgedanken und die Entscheidung, nicht hineinzugehen. Dann sage ich mir: Och, jetzt erst recht. Ich habe da nichts verloren. Darum muss ich da jetzt rein! So bin ich mal in einer Galerie gelandet. Ich stand dort ganz allein mit dem Galleristen und den Bildern. Ich stand dort mit meiner Verwirrung und damit, dass ich gar nicht wusste, was ich da sollte. "Ich wollte einfach nur mal schauen!" "Alles klar! Gerne! Schauen Sie sich um. Wenn Sie mich brauchen, dann melden Sie sich einfach." Mehr ist nicht passiert. Die Bilder interessierten mich gar nicht. Trotzdem bin ich herumgelaufen und habe Bildbetrachter gespielt.
Wenn ich vor einer Tür stehe kann ich mich entscheiden. Gehe ich rein oder gehe ich weiter. Beim Leben an sich ist das anders. Es fordert mich auf, teilzunehmen. Ich muss durch eine Tür durch. Die erst Tür war der Geburtkanal meiner Mutter. Da musste ich auf jeden Fall durch. Ich kenne Menschen, die anschließend im Grunde eingepackt haben. Geburtskanal Abenteuer reicht für das ganze Leben. Die zweite Hürde ist nur noch der Tod. Du musst auch wieder raus durch die nächste Tür. Das leben kannst du beschränken auf zwei Türen: Rein und wieder raus!
Das Leben ist wie eine Tür: Du musst da durch. Stimmt! Und alle, die wir hier sind, haben es schon geschafft. Wir sind durch die eine Tür im Leben gelandet. Und jetzt kann ich was draus machen oder auf die zweite Tür warten.
Und? Was machst du in der Zwischenzeit, bevor sich für dich die zweite Tür öffnet? Kostest du das Leben aus?
www.matthias-koenning.de

Freitag, 22. März 2024

Wenn die Tür nicht aufgeht, ist es vielleicht nicht deine!


Ich stand schon einmal vor einer Hotelzimmertür und versuchte, mit meinem Schlüssel hineinzukommen. Vergeblich! Ich hatte mich im Stockwerk vertan. Ich war auf Etage 2, wohnte aber in Etage 1. Es sah halt alles irgendwie ähnlich aus. Zum Glück habe ich niemanden gestört und es doch noch gemerkt.
Manchmal habe ich so ganz klare und logische Gedanken. Wenn ich A mache, dann passiert automatisch B. Ist doch logisch! Ganz klar! Manchmal denke ich mir auch etwas aus, was ich toll finden würde und was alle anderen auch toll finden müssten. Finden sie aber nicht!
Manchmal scheitern die Dinge an einer winzigen Kleinigkeit! Aber diese winzige Kleinigkeit hat riesengroße Auswirkungen. Ich habe zwar einen Schlüssel, aber das falsche Haus. Ich habe eine wunderbare Idee, aber die falschen Leute dazu. Die Leute für meine Ideen gehören mir nicht! Andere Leute haben ihr eigenes Haus - für mich ohne Zugriff.
Ich besitze nur den Schlüssel für mein eigenes Haus. Ich kann für mich entscheiden. Meinen Lebensweg gehen und meinen Garten bestellen. Wenn überhaupt, kann ich die Tür zu meinem Haus öffnen. Da trage ich die Vollmacht und habe die Berechtigung. Bei anderen Häusern und fremden Türen muss ich auf Erlaubnis warten und mein Schlüssel passt auf keinen Fall.
Wenn ich noch so wunderbare Ideen und Pläne habe. Und wenn sich das auch noch so logisch anhört und sich toll anfühlt und einfach umzusetzen ist! Wenn ein Hindernis auftaucht, dann habe ich vielleicht schlicht vergessen, dass es deine Tür und dein Haus ist. Ich kann klopfen und fragen und muss mit dem leben, was du sagst und entscheidest.
Ich werde meine nächsten Ideen darauf abklopfen, ob es meine Türen sind, fremde Türen oder gemeinsame. An manchen Türen braucht man auch einen zweiten Schlüssel, z.B. bei den Schließfächern in der Bank. Dann passt dein eigener zwar, aber du brauchst eine zweite Erlaubnis. Das kann schon mal nerven, ist aber so!
www.matthias-koenning.de

Donnerstag, 21. März 2024

Himbeeren für die Seele - der zweite Teil der "Seelenbücher"

 Unsere Seele verhungert, wenn sie nicht das bekommt, wovon sie gut leben kann. Doch was braucht sie? Aufmerksamkeit, Fürsorge, Zuwendung, gute Ideen und Impulse, Worte der Verbundenheit und vieles mehr.
Als Menschen machen wir im Laufe eines langen Lebens gute und schlechte Erfahrungen. Wir tragen belastende Ereignisse aus der Kindheit wie eine Hypothek mit uns herum, die uns immer noch einschränken und behindern. Was wäre neben einer Beratung oder Therapie außerdem hilfreich? Wie können wir Verantwortung für uns übernehmen und gut für uns sorgen? Dabei liegen die Quellen für einen zufriedeneren Alltag im Inneren des Menschen. Dort sind die Himbeeren für die Seele zu finden.
Matthias Könning lädt die Leserin und den Leser wieder ein zu einem Spaziergang in die innere Landschaft der Seele. Ähnlich wie in dem Buch „Zähneputzen für die Seele“ gibt es wieder eine Fülle von einladenden Gedanken und Ideen, freundlicher und wohlwollender mit sich selbst umzugehen. Dabei darf es gerne ressourcenorientiert, leicht und nahrhaft sein. Zugleich lässt der Autor teilhaben an seinen eigenen Lebenserfahrungen, die aus einem seelsorglichen und beratenden Hintergrund kommen. 

 

Und hier der Link zum Buch: Himbeeren für die Seele - Damit das Leben wieder schmeckt

Mittwoch, 20. März 2024

Wenn die Möglichkeiten sich verkleiden!



Ich mag es sehr bei einer Aufgabe, die ich erfüllen muss auch eine Lösung zu finden. Menschen kommen zu mir in die Beratung, damit sie für ihr Problem eine Lösung finden. Und eigentlich besteht der ganze Tag darin, für irgendetwas eine Lösung zu finden.
Bei den automatisierten Prozessen bemerkst du es noch nicht. Du stehst morgens auf und springst unter die Dusche, kochst dir deinen Kaffee und frühstückst. Ständig „findest“ du Lösungen für etwas, was du bewältigen möchtest. Erst jenseits der automatisierten Aufgaben wird dir das bewusst. Wann kaufst du im Supermarkt die Sonderangebote? Nimmst du heute einen Schirm mit oder vertraust darauf, dass es trocken bleibt? Nimmst du die Einladung an oder lehnst du eher ab? Wenn du dich gut entscheiden kannst, fühlt sich das an wie eine Lösung. Du löst etwas und es geht weiter. Ich mag es nicht so, wenn etwas über einen längeren Zeitraum stockt. Ich mag es, wenn es weiter geht. Wenn nicht, fühlt es sich an, als ob ich zugleich bremse und den Fuß aufs Gaspedal setze. Ich komme nicht voran, verbrauche aber viel Energie. Schwierig wird das Leben, wenn es gar nicht mehr vorangeht, aber ich darunter leide. Dann empfinde ich die Sackgasse als Problem. Dann fängt die Herausforderung an. Wie weiter? Ich kann meine Aufgaben liegen lassen. Sie ignorieren. Unter der Ausweglosigkeit leiden und in die Depression abrutschen. Oder?
Henry Ford plädiert für eine andere Sichtweise. „Probleme sind verkleidete Möglichkeiten.“ Mir gefällt die Vorstellung, dass Probleme nicht einfach Probleme sind. Ich stelle mir vor, dass jemand zu mir in die Beratung kommt mit dem Auftrag, dass er an Möglichkeiten glaubt angesichts seines Problems. Dass er sie im Augenblick nur nicht erkennen kann. Die meisten Menschen sind ja klug genug, das eine oder andere Problem zu lösen. Seit frühester Kindheit gehört es zum Lebensprogramm, dass wir Aufgaben gestellt bekommen und sie in der Regel auch gut lösen. Wir lernen, wie wir wieder aufstehen können nachdem wir hingefallen sind. Wir lernen, wie wir mit einem Löffel den Brei von der Schüssel in den Mund bewegen ohne zu schlabbern. Wir weiten unsere Fähigkeiten aus je nach Anforderung. Wir bauen auf dem Wissen auf, das wir in uns tragen. Wenn ich mal eine Schraube gelöst habe werde ich andere Schrauben von anderen Gegenständen auch lösen können. Erst, wenn ich meine Aufgaben nicht lösen kann und darunter leide, wird es zu einem Problem.
Ich habe mich mit meinem Verstand angestrengt. Ich habe alles probiert und es lässt sich nicht lösen. Dann wird es für mich zu einem Problem. Ich bin überzeugt davon, dass ich es nicht lösen kann. Weil ich es nicht kann! Ich habe ja alles probiert! Aber was verändert sich, wenn mein Problem nur aus verkleideten Möglichkeiten besteht? Dann würde es ja bedeuten, dass ich es grundsätzlich lösen könnte. Wenn ich die Kleider ablege. Ich kann meine Möglichkeiten im Moment nur nicht sehen, weil sie unter den Kleidern verborgen sind.
Kann ich die Kleider selber ablegen oder brauche ich dafür Unterstützung? Vielleicht kann ich es gar nicht erkennen, dass ich gerade verkleidet bin. Es sieht nur ein Außenstehender. Der von außen sieht mehr als ich selber. Wie bei des Kaisers neuen Kleidern. Ich bin manchmal blind für meine Möglichkeiten.
Es könnte doch hilfreich sein für mein nächstes Problem, dass ich mir einfach vorstelle, dass ich gerade verkleidet bin. Benebelt! Kurzsichtig! Ich könnte einen Schritt zurücktreten und mich von außen wahrnehmen. Ich könnte mein eigener Coach sein und mich von außen mal ganz neutral betrachten. Auch wenn ich von dort mein Problem nicht lösen kann könnte ich mich dennoch von meinem Problem lösen. Ich könnte zu meinem Problem sagen: "Du bist jetzt da. Aber ich entscheide mich dafür, dich nicht zu lösen. Kann ja jemand anders machen. Kannst mich ja einfach mal in Ruhe lassen. Mir die Ruhe geben, damit da ein Impuls kommt. Nicht aus dem Kopf, vielleicht aus dem Bauch oder aus dem Herzen."
Wenn Probleme verkleidete Möglichkeiten sind, lässt sich dann vom Kleid auf die Möglichkeiten schließen. Könnte ich mir das "Kleid" anschauen und eine Idee bekommen, welche Möglichkeit sich dahinter versteckt? Ich glaube, ja! Nicht jede Möglichkeit trägt das gleiche Kleid. Bevor ich da aber weiter spekuliere müsste ich das mal ausprobieren. Bei meinem nächsten Problem achte ich auf mögliche Verkleidungen. Eine Verkleidung kann ich vielleicht schneller entdecken als die dahinter liegende Möglichkeit. Die Möglichkeit sehe ich also nicht, aber immerhin schon das Kleid. Im Wort Kleid höre ich das Wort „Leid“. Vielleicht ist mein Leid ein Hinweis auf diese Möglichkeit. Ich leide wenn ich ein Problem habe. Dann schaue ich mir doch mal mein Leid an. Was lässt mich genau leiden? Welches Bedürfnis kann ich im Moment nicht erfüllen? Kann ich mein Problem besser lösen, wenn ich das verk-leid-ete Bedürfnis kenne?
Und jetzt meine Gedanken in einem konkreten Beispiel: Ich sollte einmal einen Vortrag halten und bekam das Thema einfach vorgegeben. Mir gefiel die Überschrift nicht und auch den vorgesetzten Inhalten konnte ich nicht zustimmen. Ich fühlte mich wie in einer Sackgasse. Da gab es meine Verpflichtung im Rahmen meiner Aufgaben und zugleich diesen starken Widerwillen. Das hat mich so blockiert, dass ich Tage darüber nachdenken musste, nicht schlafen konnte, mein Magen sich verkrampfte und ich eine starke Wut im Bauch spürte. Du erinnerst dich: „Probleme sind verkleidete Möglichkeiten.“ Wie finde ich hier einen Weg? Worin bestand bei mir die „verkleidete Möglichkeit“?
Mir wurde klar, dass ich ein starkes Grundbedürfnis nach Freiheit und Autonomie habe. Wenn mir das jemand wegnehmen möchte, dann gehe ich in den Widerstand. Freiwillig, also mit der Freiheit, nein sagen zu können, lasse ich mich gerne ein. Aber bei autoritärem Druck versagt mein System. Die verkleidete Möglichkeit bestand also darin, diese Wirklichkeit zu entdecken. Wie konnte ich meine Autonomie zurückgewinnen? Ich nahm die Überschrift und wählte eine eigene „Unterüberschrift“. Den vorgegebenen Inhalt ignorierte ich völlig, weil es eh nicht überprüft wurde, was ich im Vortrag sagte. Damit ging es mir dann gleich viel besser.  
Welche deiner Bedürfnisse werden manchmal auf die Probe gestellt? Du wirst herausfinden, dass es oft nur um drei Bereiche geht: Deine Bedürfnisse nach Sicherheit, Autonomie oder Verbundenheit. Finde dein Bedürfnis heraus und finde heraus, wie du es anders, aber auch wirksam erfüllen kannst. Ich wünsche dir viele Möglichkeiten beim entk-leid-en deiner Probleme!