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Sonntag, 31. Dezember 2023

Mögest Du Dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben.

Wie wäre es, die stillen Wunder deines Jahres zu feiern heute am lauten Silvestertag?
Du ziehst dich für ein paar Minuten zurück und suchst dir einen Ort, wo du ungestört mit dir sein kannst. Die stillen Wunder könnten abgetaucht sein. Du erinnerst dich vielleicht an die lauten Ereignisse. Oder an die, wo du gescheitert bist und wo dein Herz noch vor Scham schlägt, wenn du daran denkst.
Aber wie kannst du den stillen Wunder auf die Spur kommen? Damit sie in dein Bewusstsein gelangen und du die Kraft davon mit ins neue Jahr nehmen kannst? Manchmal braucht es dazu ein paar Fragen, damit du in eine bestimmte Richtung schaust. Welche Menschen waren treu an deiner Seite, wie selbstverständlich und haben dafür gesorgt, dass du jeden Tag deine Dosis Zuwendung bekommen hast? Welches Lieblingsbrot hat dich regelmäßig gesättigt? Und welche Kleidung war dir wie eine treue Haut in warmen und in kalten Tagen? Wann hast du einem Menschen eine kleine Freude bereitet, bewusst oder auch unbewusst? Welcher Mensch hat dich im Jahr überrascht mit etwas, womit du nicht gerechnet hast? Welche Gegenstände haben dir zuverlässig gedient von der Tasse bis hin zu den Elektrogeräten. Welche Stunde des Tages hat dich in der Regel getröstet, gestärkt oder mit dir verbunden? Welcher Teil deines Körpers lässt dich nie im Stich? Welche "professionellen" Wegbegleiter hatten ein hilfreiches Wort für dich? Mit wem hast du dich innerlich oder im persönlichen Gespräch ausgesöhnt? Was bereitet dir Freude und ist so klein, dass es niemand sonst beachtet?
Wenn du dich zurückziehst und in den Kontakt mit dir selber gehst, dann kannst du auch einfach die Augen schließen und mit deinem Bewusstsein ins Herz rutschen. Dort verweilst du ohne Gedanken und lässt auftauchen, was auftauchen mag. Und alles, was auftaucht wirst du feiern wie ein stilles Wunder mitten in der lauten Welt um dich herum. Ich wünsche dir einen wundererfüllten Übergang in das neue Jahr!
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Samstag, 30. Dezember 2023

Wenn sich eine Tür schließt, sollte man auch nicht mehr durchs Schlüsselloch schauen.


Es ist manchmal echt schwer, etwas loszulassen. Ist da nicht noch was möglich. Soll ich noch mal hinterherhaken? Ich könnte ja noch etwas klären oder probieren.
Ich habe einmal eine Freundschaft beendet. Hinterher fragten mich alle, was denn so los war. Und dann habe ich losgelegt, wie gekränkt und verletzt ich immer noch sein. Wie unmöglich sich dieser Freund verhalten hat. Wie uneinsichtig er war und wie wenig ich mich verstanden fühlte. Alle, mit denen ich sprach, litten mit mir. "Du hast alles richtig gemacht. Sei froh, dass du den Freund los bist."
Dann wollte irgendwann niemand mehr mit mir über diese Kränkungen sprechen. Ich sah es schon in deren Augen: "Bitte nicht schon wieder!" Also musste ich die Kränkungen in meinem Kopf durchspielen. Wieder und wieder! Alle Dialoge noch einmal! Aber jetzt war ich nicht mehr Opfer meines Freundes, sondern ich habe es ihm heimgezahlt. Nur in den Gedanken natürlich.
Jetzt lese ich diesen Spruch: Wenn sich eine Tür schließt, sollte man auch nicht mehr durchs Schlüsselloch schauen.
Ich fühle mich erwischt. Ja, genau! Das mache ich doch ständig. Ich schaue durchs Schlüsselloch! Ich lasse die Geschichte einfach nicht los. Ich recherchiere und frage nach, ob mein Exfreund jetzt wenigstens leidet. Ich wühle alte Geschichten auf und vergrabe mich in meinem Elend. Aber es gibt keine Erlösung, solange ich vor der Tür stehe und durch das Schlüsselloch schaue. Dann kommen ständig alte Gefühle hoch. Wenn ich durch das Schlüsselloch schaue, was sind dann die Folgen? Ich bekomme einen krummen Rücken. Ich sehe durch das Loch nur einen kleinen Ausschnitt. Es macht mich auf die Dauer krank und fertig. Und ich verlerne den aufrechten Gang. Den brauche ich aber für die nächsten Schritte. Also weg vom Schlüsselloch und durchstarten. Ist besser so! Wenn ich erst einmal die neue Landschaft sehe wird es Schritt für Schritt besser. Irgendwann verschwindet das Schlüsselloch, die Tür und alles, was dazu gehört. Ich bin frei! Warum nicht sofort? Das Schlüssleloch lockt! "Komm, schau durch!" "Da ist noch was!" Es braucht eine klare Entscheidung und einen Ruck und die Verlockung des Neuen. Und auch das ist schon da!
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Freitag, 29. Dezember 2023

Streu ein wenig Freundlichkeit aus und schau, was geschieht!

Das höre ich häufig bei der Arbeit: "Dafür werde ich nicht bezahlt!" Du wirst nicht dafür bezahlt, jemanden freundlich zu grüßen. Du hältst die Tür auf für den Nachfolgenden. Du fragst, ob dein Gegenüber auch eine Tasse Kaffee möchte. Du erkundigst dich nach dem Gesundheitszustand einer kranken Mutter. Du gibst einen positiven Kommentar ab zu dem, was dir gerade gefällt. Du nimmst etwas auf, was ein anderer fallengelassen hat.
Für all das wirst du nicht bezahlt! Das steht nicht in deinem Arbeitsvertrag! Du hast völlig Recht, wenn du solche Aufgaben verweigerst! Nichts davon musst du tun! Jetzt stell dir einmal einen großen Produktionsbetrieb vor, in dem genau nach Arbeitsvertrag gearbeitet wird. Dem Recht wird völlig Genüge getan. Kein Grund zur Klage darum keine Gefahr für eine Abmahnung. Jetzt stell dir vor, ein solcher Betrieb macht das ein Jahr. Wie wird es dort nach dieser Zeit aussehen?
Scheinbar lebt ein Produktionsbetrieb vom Verkauf seiner Produkte. Aber nur scheinbar! Eigentlich lebt er von den Dingen, wofür niemand bezahlt wird und wofür niemand bezahlt werden kann. In einem guten Betriebsklima kann etwas wachsen und gedeihen. Ein freundliches Klima drückt sich darin aus, wo Menschen aufmerksam sind füreinander, sich gegenseitig wohlwollend begegnen und wo auf die Bedürfnisse der Einzelnen geachtet wird.
Für bestimmte Dinge wirst du nicht bezahlt, aber wenn du sie nicht tust, gräbst du dir auf die Dauer selber die Lebensqualität ab. Dahinter steckt das Gesetz der Resonanz. Wenn du der Welt freundlich begegnest kommt Freundlichkeit zu dir zurück. Wenn du die Umwelt als deinen Feind ansiehst, kommt Misstrauen zu dir zurück.

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Donnerstag, 28. Dezember 2023

Erst zentrieren und durchatmen, dann loslegen!



Hast du schon einmal bemerkt, dass du die gleiche Tätigkeit mal mit Energie und Kraft locker bewältigst und ein andermal nur mit großer Mühe und Anstrengung?
Also, du stehst in der Küche und bereitest das Essen zu. Voller Freude liest du dein Rezept. Du schaust in den Kühlschrank, ob alle Zutaten da sind. In deiner Phantasie entsteht das Bild eines wunderbaren Gerichtes auf einem schön gedeckten Tisch. Deine Familie oder die Gäste schauen erwartungsvoll auf das Wunder, das du gewirkt hast. Nach den ersten Gabeln vernimmst du ein Ah! und Oh! Mit diesem inneren Bild und dem beglückenden Gefühl stellst du dich an den Herd und zauberst fast ohne jede Anstrengung dein Essen.
Ein paar Tage später stehst du wieder in der Küche. Du liest dein Rezept, du schaust in den Kühlschrank ... und du merkst: Etwas fehlt! Du freust dich nicht. Du bekommst kein Bild vom Ergebnis. Die Familie erscheint dir als undankbar. Die Zutaten erfüllen nicht deine Erwartungen. Du kochst und hoffst, du bekommst alles noch irgendwie fertig. Mühselig und angestrengt vollziehst du jeden Arbeitsschritt. Das Essen kommt auf den Tisch und du bist nur froh, wenn du anschließend deine Ruhe hast.
Der Zuschauer deines Filmes sieht zwei fast identische Szenen. Aber wenn der Zuschauer in dein Inneres hineinblicken könnte, würde er einen großen Unterschied wahrnehmen. Die erste Szene wäre gefüllt von Leben und Freude und die zweite Szene trist und grau.
Mich erinnert das an die erste Geschichte in der Bibel. Die Menschen leben im Paradies und arbeiten in diesem Garten voller Liebe und in Verbundenheit mit dem Schöpfer. Nach dem Essen von der verbotenen Frucht verwandelt sich das Paradies in einen Ackerboden, der kaum zu bewältigen ist. Die hilfreichen Engel verschwinden und sie fühlen sich ausgestoßen und verloren in einer kalten Welt.
Manchmal sagst du vielleicht selber: „Ich bin nicht im Vollbesitz meiner Kräfte.“ Wenn dir die Kraft fehlt, wird das Leben zu einer Anstrengung. Wenn du in der Freude bist, wird jede Arbeit zum Spiel und du erlebst dich wie im Flow. Wenn die Anforderungen jedoch anwachsen kann es sein, dass du mehr und mehr den Bezug zu deiner Mitte verlierst.
Wenn dir das Kartoffelschälen keine Freude mehr bereitet und du lustlos mit dem Löffel in der Sauce rührst, wird es Zeit, dass du eine Pause einlegst. Tank erst mal wieder auf! Stell dich in deinen Sonnenraum! Suche einen Wohlfühlort auf und tu erst einmal – nichts! Dein Sonnenraum kann ein äußerer Ort sein wie die Bank vor der Tür, ein Sessel im Wohnzimmer oder ein Platz  unter einem Baum. Dein Sonnenraum braucht jedoch zugleich eine innere Entsprechung. Im Sessel deines Wohnzimmers schließt du die Augen und wendest dich nach innen. Du visualisierst Licht und Wärme. Die angestrengte und überforderte Person in dir bittest du, für einen Moment zur Seite zu treten. Du könntest sie in die Küche schicken und von deinem Sessel aus betrachten. Von deinem Sessel aus schaust du wohlwollend auf die Person in der Küche, die sich gerade abmüht und keine Kraft hat. Dieser Person in der Küche schickst du Aufmerksamkeit und Anerkennung. Du selbst in deinem Sessel weißt, dass alles sich zum Guten wenden wird, denn du bist ja weise. Wenn du die Mitte wieder gefunden hast in deinem Sonnenraum kannst du diesen Menschen in der Küche ja ein wenig unterstützen. 
Wie oft höre ich: „Das muss ich erst noch fertig machen, dann gönne ich mir eine Pause!“ Im Hintergrund klingt bei mir: „Ich muss mich erst noch fertigmachen, dann kann ich eh nicht mehr!“ Arbeiten bis zum Anschlag. Die Pause musst du dir verdienen. Dann kann ich nur sagen: Umgekehrt! Umgekehrt! Nur mit der Pausenstimmung kommst du gut in deine Arbeit. Ohne innere Anbindung an deinen Sonnenraum wird das Leben zum Krampf. Dann höre ich: „Aber ich muss doch ...“ Überprüf einmal deine Glaubenssätze. Von wem stammen diese Aussagen? Spricht da deine Mutter oder dein Vater?
In der Mitte deines Sonnenraumes bist du unangreifbar für das schlechte Gewissen und die ständige Pflichterfüllung. Da ist Platz für dich. Da tankst du auf. Da bist du einfach da!

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Orientierung am Ende des Jahres


Das wünschen sich viele Menschen am Ende einer anstrengenden Lebensphase. Zeit und Ruhe. In sich gehen, mal ein gutes Buch lesen, gemütlich beim Kerzenlicht sitzen, ein gutes Gespräch mit einem lieben Freund, ein besinnliches Konzert besuchen und die Seele baumeln lassen.
Das ist jedoch die Realität des Alltags: Nachholen, was liegen geblieben ist; den Großeinkauf machen; Verwandte besuchen; den Garten bearbeiten und vieles mehr. Eigentlich wie immer: ein voller Terminkalender.

Ein ägyptisches Wort sagt: Wer sich abhetzt, wird nie Vollkommenheit erlangen. Dazu gehören Ruhe und Stille.

Die meisten Menschen werden es nicht verhindern können, den einen oder anderen auch schönen Termin zusätzlich zu haben. Aber du kannst alle Dinge etwas gelassener angehen und entgegennehmen. Du lässt dich in deiner Arbeit nicht antreiben vom inneren Unruhestifter. Du nimmst dir vor, vollkommener zu werden in einer ganz speziellen Weise. Vollkommener zu sein in deiner Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst. Vollkommener zu werden, barmherzig mit deiner Unfähigkeit umzugehen, deine Termine gut zu koordinieren. Vollkommener zu werden, all deine Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und dabei der glücklichste Mensch der Welt zu sein. Ich wünsche dir einen gesegneten Tag.

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