Nimmst du dir Zeit für das Ankommen? Wie startest du am Arbeitsplatz? Kommst du pünktlich auf die Minute, startest deinen PC oder packst sonstige Arbeitsgegenstände an und legst los? Nach der Arbeit fährst du direkt nach Hause, öffnest die Tür, leerst im Vorbeigehen den Briefkasten, ziehst die Schuhe aus und räumst den erstbesten Gegenstand wieder an seinen Platz?
Führst du ein Leben ohne Übergänge? Immer den direkten Weg? Ohne Unterbrechung? Nach dem Motto "Zeit ist kostbar! Ich habe nicht so viel davon!"?
In Utrecht fand ich ein Lokal mit dem Namen "Aperitivo". Wie wäre es mit einer kleinen Übung für den Alltag? Mache mehr "Aperitivozeiten". Einen Aperitif trinkst du ja vor dem Essen. Zum Ankommen. Du schaust dich um. Fühlst dich ein. Spürst nach, wie es dir gerade geht. Wie es dir mit den Menschen um dich herum geht. Nimmst deinen Körper wahr. Atmest ein paar mal durch. Verabschiedest dich vom Alten und stimmst dich auf das Neue ein. Für ein paar Minuten! Du beginnst also deine Arbeit mit einer Pause, in der du dir eine Aperitivozeit gönnst. Du lehnst dich zurück und schaust dich mal um. Überprüfst deinen Atem. Nimmst wahr, ob du in einer Balance bist. Brauchst du noch etwas? Auf dem Rückweg schließt du dein Auto auf und setzt dich auf den Fahrersitz und beginnst auch mit einer kleinen Atempause. Beim Einatmen bis vier zählen und beim Ausatmen auch wieder bis vier zählen. Drei mal. Also zwölf bewusste Atemzüge machen. Du integrierst Aperitivo in deinen Alltag und beobachtest, was sich dadurch bei dir verändert.
Vielleicht bemerkst du nach und nach eine Entspannung. Die Entschleunigung könnte dir gut tun!
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Montag, 18. Juni 2018
Samstag, 16. Juni 2018
Wenn dich das Leben tritt, nutze den Schwung!
Niemand
lässt sich gerne treten! Du möchtest nicht, dass jemand über dein Leben
bestimmt. Dich irgendwohin treibt, wo du nicht hin möchtest. Du
möchtest dein Leben selbst bestimmen. Und wo du stehst, da stehst du! Da
ist dein Platz!
So ist es. Du gestaltest deinen Alltag. Du verdienst Geld und kaufst dir etwas dafür. Du heiratest und richtest dir eine Wohnung ein. Du setzt Kinder in die Welt und siehst dich als einen Teil der Gesellschaft. Du gehörst dazu. Du hast dein Schicksal freiwillig so gewählt und bist damit zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. Da darf dich niemand so einfach treten und dich da verdrängen.
Leider ist das Leben manchmal anders. Du hörst von der Erkrankung der Nachbarin und bedauerst sie. Zugleich denkst du: "Gott sei Dank nicht ich!" Und schon einen Moment später bekommst du einen Tritt. Vielleicht keine Krankheit, aber ein kaputtes Auto und gleichzeitig fehlendem Kapital. Du bekommst einen Tritt und spürst das deutlich. Es tut weh! Du möchtest diese Tritte vermeiden und schaffst es manchmal nicht. Schließlich hast du nicht überall deine Augen. Vor allem nicht hinten. Die Schicksalsschläge kommen ja in der Regel nicht von vorne, sondern eher überraschend von hinten. Da machst du nichts mehr.
Wenn es nun einmal so ist, dass das Leben dich tritt, dann kannst du neben dem Negativen auch das Positive nehmen. Und was ist das Positive? Wenn du einen Tritt bekommst, wirst du mit Energie versorgt. Du bewegst dich. Nicht freiwillig! Aber du bewegst dich. Du kannst den Schwung nutzen, um dich vorwärts zu bewegen. Die fernöstlichen Kampfsportarten leben davon. Du nimmst fremde Energie auf und lenkst sie um. So kommst du nicht zu Schaden und gewinnst jeden Kampf. Allerdings finde ich es ganz gut, wenn die Tritte nicht zu häufig kommen und dass genügend Zeit bleibt, sich vom Schmerz zu erholen und den Vorwärtsdrall positive zu nutzen.
www.matthias-koenning.de
So ist es. Du gestaltest deinen Alltag. Du verdienst Geld und kaufst dir etwas dafür. Du heiratest und richtest dir eine Wohnung ein. Du setzt Kinder in die Welt und siehst dich als einen Teil der Gesellschaft. Du gehörst dazu. Du hast dein Schicksal freiwillig so gewählt und bist damit zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. Da darf dich niemand so einfach treten und dich da verdrängen.
Leider ist das Leben manchmal anders. Du hörst von der Erkrankung der Nachbarin und bedauerst sie. Zugleich denkst du: "Gott sei Dank nicht ich!" Und schon einen Moment später bekommst du einen Tritt. Vielleicht keine Krankheit, aber ein kaputtes Auto und gleichzeitig fehlendem Kapital. Du bekommst einen Tritt und spürst das deutlich. Es tut weh! Du möchtest diese Tritte vermeiden und schaffst es manchmal nicht. Schließlich hast du nicht überall deine Augen. Vor allem nicht hinten. Die Schicksalsschläge kommen ja in der Regel nicht von vorne, sondern eher überraschend von hinten. Da machst du nichts mehr.
Wenn es nun einmal so ist, dass das Leben dich tritt, dann kannst du neben dem Negativen auch das Positive nehmen. Und was ist das Positive? Wenn du einen Tritt bekommst, wirst du mit Energie versorgt. Du bewegst dich. Nicht freiwillig! Aber du bewegst dich. Du kannst den Schwung nutzen, um dich vorwärts zu bewegen. Die fernöstlichen Kampfsportarten leben davon. Du nimmst fremde Energie auf und lenkst sie um. So kommst du nicht zu Schaden und gewinnst jeden Kampf. Allerdings finde ich es ganz gut, wenn die Tritte nicht zu häufig kommen und dass genügend Zeit bleibt, sich vom Schmerz zu erholen und den Vorwärtsdrall positive zu nutzen.
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Freitag, 15. Juni 2018
Bevor du nicht 99 von 100 Schritten getan hast, sollst du nicht behaupten, du hättest bereits die Hälfte geschafft. (aus China)
Diese
Weisheit widerstrebt mir ein wenig. Wenn ich mit einer Arbeit beginne
oder einen Weg gehe, dann freue ich mich schon über die ersten
Ergebnisse und die ersten gegangenen Schritte. Ich spreche mir Mut zu
und schaue auf das, was ich schon geschafft habe. Mir kommen dabei die
Menschen in den Sinn, die sich schnell abschrecken lassen und gar nicht
erst anfangen. Ich habe immerhin schon begonnen.
Erst Recht, wenn ich etwas mehr als die Hälfte geschafft habe wächst in mir der Stolz. Den Rest mache ich mit links, sage ich mir. Es ist schon mehr als die Hälfte. Ich blicke zurück und mir wächst die Energie zu für die kleine Reststrecke an Weg oder Arbeit. Da kommt mir dieser chinesische Satz in die Quere, der "behauptet", dass ich bei 99 von 100 Schritten nicht behaupten darf, dass ich bereits die Hälfte geschafft hätte. 99 ist doch kurz vor dem Ziel. Es fehlt nur noch ein Schritt, ein einziger Schritt. Im Alltag beschäftige ich beim hundersten Schritt schon mit der nächsten Aufgabe.
Der Brief ist geschrieben und eingetütet. Während ich die Briefmarke klebe geht mein Blick zur letzten Mail, die ich beantworten möchte. Wenn ich dort meinen Namen druntersetze geht mein Gedanke hin zu den Kartoffeln in der Küche, die geschält werden wollen. Wenn ich zum Schluss am Herd alle Töpfe noch einmal abschmecke und rühre geht mein Gedanke zum Briefkasten um zu schauen, ob der Postbote schon da war.
Jedes Mal denke ich, wie gut ich doch organisiert bin und wie am Schnürchen die Arbeiten erledigt werden. Mein Vater wäre stolz auf mich. Wie kann der chinesische Spruch so etwas behaupten! Will er mich ärgern?
Ja ich kenne Menschen, denen im letzten Moment der Mut verlässt und alle bisherigen Schritte waren vergeblich. Die letzten Hindernisse vor dem Ziel, die du nicht überwinden kannst. Die meisten Bauwerke werden darum erst so spät vollendet. Da war etwas, mit dem niemand gerechnet hat.
Und wie ist das mit meinen eigenen letzten Schritten? Womöglich vergesse ich, den Brief einzuwerfen. Während ich meinen Namen unter meine Mail setze und abschicke übersehe ich die Betreffzeile. Während ich zum Briefkasten gehe brennt mir mein Essen an. Was lerne ich aus diesem Weisheitswort: Abgerechnet wird zum Schluss. Sei sorgfältig bis zum letzten Schritt.
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Erst Recht, wenn ich etwas mehr als die Hälfte geschafft habe wächst in mir der Stolz. Den Rest mache ich mit links, sage ich mir. Es ist schon mehr als die Hälfte. Ich blicke zurück und mir wächst die Energie zu für die kleine Reststrecke an Weg oder Arbeit. Da kommt mir dieser chinesische Satz in die Quere, der "behauptet", dass ich bei 99 von 100 Schritten nicht behaupten darf, dass ich bereits die Hälfte geschafft hätte. 99 ist doch kurz vor dem Ziel. Es fehlt nur noch ein Schritt, ein einziger Schritt. Im Alltag beschäftige ich beim hundersten Schritt schon mit der nächsten Aufgabe.
Der Brief ist geschrieben und eingetütet. Während ich die Briefmarke klebe geht mein Blick zur letzten Mail, die ich beantworten möchte. Wenn ich dort meinen Namen druntersetze geht mein Gedanke hin zu den Kartoffeln in der Küche, die geschält werden wollen. Wenn ich zum Schluss am Herd alle Töpfe noch einmal abschmecke und rühre geht mein Gedanke zum Briefkasten um zu schauen, ob der Postbote schon da war.
Jedes Mal denke ich, wie gut ich doch organisiert bin und wie am Schnürchen die Arbeiten erledigt werden. Mein Vater wäre stolz auf mich. Wie kann der chinesische Spruch so etwas behaupten! Will er mich ärgern?
Ja ich kenne Menschen, denen im letzten Moment der Mut verlässt und alle bisherigen Schritte waren vergeblich. Die letzten Hindernisse vor dem Ziel, die du nicht überwinden kannst. Die meisten Bauwerke werden darum erst so spät vollendet. Da war etwas, mit dem niemand gerechnet hat.
Und wie ist das mit meinen eigenen letzten Schritten? Womöglich vergesse ich, den Brief einzuwerfen. Während ich meinen Namen unter meine Mail setze und abschicke übersehe ich die Betreffzeile. Während ich zum Briefkasten gehe brennt mir mein Essen an. Was lerne ich aus diesem Weisheitswort: Abgerechnet wird zum Schluss. Sei sorgfältig bis zum letzten Schritt.
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Donnerstag, 14. Juni 2018
Der "Wow" Faktor!
Schuhe mit einem hohen "Wow" Faktor. Wenn Frau sich die kauft, steht sie vor dem Spiegel und hat ein "Wow"! Schick? Bequem? Auffällig? Einmalig? Deutlich an Körperlänge zunehmend?
Beim "Wow" Faktor dehne ich mich aus. Ich werde ein paar Zentimeter größer. Wenn ich größer werde, dann nehme ich mehr Platz für mich in Anspruch. Ich hoffe, dass diese roten Schuhe die Trägerin demnächst wachsen lässt.
Vielleicht braucht es dafür die Schuhe aber auch gar nicht. Was bewirkt bei dir einen "Wow" Faktor? Ein frischer Kaffee? Eine duftende Blume? Ein strahlendes Lächeln? Ein bunter Salat? Ein fettes Eis an einem heißen Sommertag? Ein Überraschungsausflug? Ein zutraulicher Hund oder ein ungewöhnliches Hobby?
Die Welt ist voller "Wow" und selbst ein einziges "Wow". Und du selbst? Du bist das größte "Wow" - und ich auch!
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Beim "Wow" Faktor dehne ich mich aus. Ich werde ein paar Zentimeter größer. Wenn ich größer werde, dann nehme ich mehr Platz für mich in Anspruch. Ich hoffe, dass diese roten Schuhe die Trägerin demnächst wachsen lässt.
Vielleicht braucht es dafür die Schuhe aber auch gar nicht. Was bewirkt bei dir einen "Wow" Faktor? Ein frischer Kaffee? Eine duftende Blume? Ein strahlendes Lächeln? Ein bunter Salat? Ein fettes Eis an einem heißen Sommertag? Ein Überraschungsausflug? Ein zutraulicher Hund oder ein ungewöhnliches Hobby?
Die Welt ist voller "Wow" und selbst ein einziges "Wow". Und du selbst? Du bist das größte "Wow" - und ich auch!
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Mittwoch, 13. Juni 2018
Lätzchen für Erwachsene
Es gibt Tage, da ziehe am Morgen ein frisches Hemd an und beklecker mich beim Frühstück mit Butter oder Kaffee. Abends wäre es mir ja egal. Aber gerade eben noch das frische Hemd oder die saubere Hose. Und jetzt dieser hässliche Fleck. Wie ärgerlich. Wenn ich mich beklecker tauchen in mir zwei Bilder auf. Ich mit drei Jahren oder ich wenn ich über achtzig bin. So war es mal bei mir und so wird es wieder sein.
Vor ein paar Jahren war ich zu Besuch in einem Benediktinerkloster. Die Mönche trugen zum Essen ein großes weißes Tuch um den Hals. Ein "Lätzchen für Erwachsene". Darauf konnte man die Speisekarte der ganzen Woche lesen. Eine große Männertruppe in schwarzen Kutten und völlig bekleckerten weißen Servietten. Ein mal pro Woche wurde gewechselt und dann waren die Westen wieder blütend weiß.
Auf einem Adventsbasar hätte ich diese "Lätzchen für Erwachsene" kaufen können. Keine große weiße Lappen wie im Kloster. Aber bunt, auffällig und hübsch. Ich habe es nicht gekauft, aber die Idee ist doch wunderbar. Wenn ich auf einem bunten Lätzchen schlabber, dann sieht man es gar nicht. Es würde nicht auffallen. Ich müsste mich auch nicht schämen. Ich mit Lätzchen sähe zwar albern aus, aber ich müsste mich nicht mehr schämen wegen der Flecken. Nur noch wegen des Tragens eines Latzes.
Es sei denn, ich höre auf mich zu schämen. Wie oft schäme ich mich für irgendetwas, was gar nicht notwendig wäre. Die möglicherweise auftauchende Scham mag mich vorsichtig machen für peinliche Situationen. Aber sie versklavt mich auch.
Ich war einmal zum Essen eingeladen in das Haus einer Baronin. Ein wunderbares ovales Speisezimmer mit einem wunderbaren ovalen Tisch, wunderbar eingedeckt mit weißem, gestärkten Tischtuch und kostbarem Geschirr exakt angeordnet. Beim ersten Gang nahm die Baronen ihren Löffel und tauchte ihn ein in die Sauciere. Sie tröpfelte etwas davon mit Absicht auf die Tischdecke mit dem Kommentar: "So! Jetzt müssen wir alle nicht mehr so aufpassen!"
Das wünsche ich mir im Angesicht des Lätzchens für Erwachsene. Dass wir nicht mehr so aufpassen müssen. Alles ist grundsätzlich in Ordnung, so wie es es.
www.matthias-koenning.de
Vor ein paar Jahren war ich zu Besuch in einem Benediktinerkloster. Die Mönche trugen zum Essen ein großes weißes Tuch um den Hals. Ein "Lätzchen für Erwachsene". Darauf konnte man die Speisekarte der ganzen Woche lesen. Eine große Männertruppe in schwarzen Kutten und völlig bekleckerten weißen Servietten. Ein mal pro Woche wurde gewechselt und dann waren die Westen wieder blütend weiß.
Auf einem Adventsbasar hätte ich diese "Lätzchen für Erwachsene" kaufen können. Keine große weiße Lappen wie im Kloster. Aber bunt, auffällig und hübsch. Ich habe es nicht gekauft, aber die Idee ist doch wunderbar. Wenn ich auf einem bunten Lätzchen schlabber, dann sieht man es gar nicht. Es würde nicht auffallen. Ich müsste mich auch nicht schämen. Ich mit Lätzchen sähe zwar albern aus, aber ich müsste mich nicht mehr schämen wegen der Flecken. Nur noch wegen des Tragens eines Latzes.
Es sei denn, ich höre auf mich zu schämen. Wie oft schäme ich mich für irgendetwas, was gar nicht notwendig wäre. Die möglicherweise auftauchende Scham mag mich vorsichtig machen für peinliche Situationen. Aber sie versklavt mich auch.
Ich war einmal zum Essen eingeladen in das Haus einer Baronin. Ein wunderbares ovales Speisezimmer mit einem wunderbaren ovalen Tisch, wunderbar eingedeckt mit weißem, gestärkten Tischtuch und kostbarem Geschirr exakt angeordnet. Beim ersten Gang nahm die Baronen ihren Löffel und tauchte ihn ein in die Sauciere. Sie tröpfelte etwas davon mit Absicht auf die Tischdecke mit dem Kommentar: "So! Jetzt müssen wir alle nicht mehr so aufpassen!"
Das wünsche ich mir im Angesicht des Lätzchens für Erwachsene. Dass wir nicht mehr so aufpassen müssen. Alles ist grundsätzlich in Ordnung, so wie es es.
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