Manchmal
suche ich nach einer Lösung für ein Problem. Ich bekomme eine Idee und
erzähle meinen Freunden von meinem Problem und von meiner Lösung. Ich
erzähle meinen Freunden davon, weil ich noch nicht so ganz sicher bin.
Ich habe einen Rest von Zweifeln.
Dann sagt ein Freund zum
Beispiel: "Das würde ich an deiner Stelle nicht so machen. Wenn du das
machst, schaffst du dir nur neue Probleme. Denke lieber noch mal drüber
nach!" Oder ein anderer Freund sagt: "Ja, genau! So machst du es und
nicht anders!" Das finde ich dann wieder sehr radikal. So eindeutig bin
ich ja noch nicht. Ich spreche also mit vielen Freunden über mein
Problem und über meine inzwischen nur noch "mögliche" Lösung. Ich muss
am Ende noch mal drüber nachdenken.
Nur - je länger ich darüber nachdenke, desto weiter weg rückt meine Lösung. Das viele Nachdenken erschwert den ganzen Prozess.
Jetzt
lese ich auf einer Postkarte den wunderbaren Rat: "Träum mal drüber
nach!" Wie wunderbar! Ich bitte den Traum, dass er mir die Lösung zeigt.
Dann kommt die Lösung nicht aus meinem begrenzten Verstand sondern aus
dem grenzenlosen Raum aller Möglichkeiten. In der Nacht weitet sich mein
Bewusstsein. Ich sehe viel klarer. Ohne Nachdenken. Die Lösung zeigt
sich mir!
Also - bei deinem nächsten Problem kannst du dir das Nachdenken sparen. Träum einfach mal drüber nach!
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Dienstag, 6. Februar 2024
Montag, 5. Februar 2024
Die Schönheit liegt nicht im Antlitz. Die Schönheit ist ein Licht im Herzen. (Khalil Gibran)
Teilst du mit mir diese Erfahrung? Du triffst einen dir unbekannten Menschen. Du schaust ihn an und es trifft dich mitten ins Herz. Du bist angerührt und fragst dich, wie das sein kann. Beim näheren Hinsehen entspricht das Gesicht keinem Schönheitsideal. Du verliebst dich also nicht in das Gesicht. Es kommt dir aber vor, als ob von innen her etwas hochkommt.
Du schaust diesem Menschen in die Augen und er dich. Du spürst so einen Stich im Herzen und hast das Bedürfnis, einen Seufzer zu machen. In diesem Augenblick wirst du berührt von der Schönheit des Lichtes im Herzen deines Gegenübers.
Mir kommt das manchmal so vor, als ob dieser Mensch etwas mit unsichtbarer Tinte auf ein Blatt Papier schreibt, mir zuschickt und ich es ohne Mühe lesen kann. Als ob in diesem Licht aus dem Herzen eine ganze Lebensgeschichte aufgeschrieben ist. "Du auch?" "Ach ja, das kenne ich! Danke, dass ich das mit dir teilen darf."
Wenn du der Schönheit des anderen begegnest, welches aus dem Licht im Herzen kommt, erkennst du dich selber in diesem Menschen wieder. Du fühlst dich verbunden und in dir wird die Erinnerung wach, dass du mit diesem Menschen gemeinsam aus dem Göttlichen kommst.
Leider geht dieser Impuls schnell verloren weil er so flüchtig ist. Aber du kannst deine Aufmerksamkeit darauf ausrichten. Genieße diese Augenblicke, wo dich das Licht im Herzen trifft.
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Samstag, 3. Februar 2024
Es ist mir ein Fest
Ich hörte ein längeres sehr unterhaltsames und anregendes Radiointerview. Die Fragen waren interessant. Die Antworten waren lebendig. Da war eine Menge Resonanz zwischen den Interviewpartnern zu spüren. Normalerweise endet jedes Gespräch am Radio ähnlich. „Vielen Dank für die Zeit.“ Antwort: „Gerne!“ oder „Danke ebenfalls!“ Dieses Interview endete mit dem Satz des weiblichen Gastes: „Es war mir ein Fest!“
Als sie das sagte wurde es mir ganz warm ums Herz. Es war ihr ein
Fest. Es war keine Arbeit. Keine Anstrengung. Keine Pflichterfüllung. Es war
ihr ein Fest. Es war auch nicht „wie“ ein Fest. Also vergleichbar! Es war ihr
ein Fest.
Jetzt sitze ich und schreibe und denke und fühle: Ach, wie schön! Ich
schreibe hier für dich und es ist mir ein Fest. Als hätte ich gekocht, den
Tisch schön gedeckt und würde dich willkommen heißen und dir einen Platz
anbieten. Als würden wir gemeinsam sitzen und uns über die Begegnung freuen.
Als würden wir gemeinsam essen und uns austauschen. Und du würdest spüren, wie
sehr du das genießt. Wie sehr du es magst, gemeint zu sein.
Dann sitze ich und mache mir Gedanken und schreibe und stelle mir vor,
dass ich nicht so eine Art „Pflichtbrief“ schreibe, sondern ein Fest feiere mit
dir. Es ist mir ein Fest, etwas mit dir zu teilen, was in meinem Inneren gerade
geschieht, oder was mir begegnet ist. Oder worüber ich gerade so nachdenke.
Ich sitze an meinem Schreibtisch und schaue auf meine Ablage, auf
meine Stifte und auf diverse Kleinigkeiten. Normalerweise ignoriere ich sie.
Ich nutze sie, wenn ich sie brauche. Sie haben keine große emotionale
Bedeutung. Jetzt aber stelle ich mir vor: „Es ist mir ein Fest!“ Ich sitze an
meinem Schreibtisch und sage zu meinen Stiften: „Es ist mir ein Fest.“
Plötzlich entsteht eine Beziehung zwischen den Gegenständen und mir. Als würde
ich durch diesen Gedanken alles in meinem Umfeld beleben. Das Arbeitszimmer
wird zu einem Festsaal.
In der ersten Februarwoche musste ich bei Schneefall zur Arbeit. Alle
Autos fuhren vorsichtig und ich brauchte viel länger als sonst. Ich fuhr in
einer langen Kolonne mit vielen langsam fahrenden Autos. „Normalerweise“ mache
ich mir dann Druck. „Kann das nicht etwas schneller gehen!“ „Ich komme nicht
rechtzeitig und muss dann nacharbeiten!“ „Hoffentlich passiert nichts!“
Normalerweise!
An diesem Februarmorgen aber fuhr ich in der Kolonne und hatte noch
das Wort im Ohr: „Es war mir ein Fest.“ Und plötzlich verschwand der Druck
völlig. Ich wurde heiter und gelassen. Gedanklich nickte ich allen in meiner
Kolonne und im Gegenverkehr zu. „Es ist mir ein Fest!“ „Ich bin einer von euch.
Wir sind eine große Schar gemeinsam unterwegs zu verschiedenen Zielen. Wir verbinden
uns und schaukeln hier diesen Schnee. Wir lassen uns nicht beeindrucken von dem
Wetter. Wir genießen gemeinsam diese weiße Landschaft. Und es ist mir ein Fest,
einer von euch zu sein.“
Was geht jetzt in dir vor, wo du das liest und mit dem inneren Ohr
hörst? „Jetzt übertreibt der aber!“ „Das ist aber ein bisschen abwegig!“ „Ja
doch, das hat was!“ „Ich habe ganz andere Situationen, wann es mir ein Fest
ist.“ „Da muss schon wirklich was Außergewöhnliches passieren, dass ich so
einen Satz sagen würde.“ In welchen
Situationen bekommst du das Gefühl, dass dir etwas wie ein Fest wird? Kommt es
dabei auf äußerliche Umstände an wie ein Geburtstag oder eine Hochzeit?
Als ich in diesem Interview aufhorchte bei diesem Satz, wurde ich auf
einmal sehr lebendig. Auch mir war es ein Fest. Ich war bei diesem Interview
dabei. Das wurde mir erst bei diesem Satz bewusst. Ja, ich war der Teil eines
Festes dieses Studiogastes. Ich war ein Gast.
Dieser Satz lädt mich ein, damit noch ein wenig tiefer zu gehen. Ich
komme als Baby auf diese Welt und erlebe etwas. Den engen Geburtskanal, die
Kälte und das grelle Licht draußen. Die fremden Stimmen und ungemütliche
Positionen. Ich erlebe Liebe und Zuwendung. Ich muss aber auch schwierige
Situationen meistern. Ich werde älter und älter und drücke dem Leben folgenden
Stempel auf: „Leben, dich muss ich meistern. Ich muss bestehen. Es ist eine
Anstrengung. Es ist oft schön und zugleich auch herausfordernd. Ich schwanke
zwischen Gelassenheit und Anspannung. Hallo Leben, du bist nicht ohne!“
Ich kann aber auch auf die Welt kommen durch den engen Geburtskanal
und das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Ich kann zwar noch nicht gut
bewusst denken und klare Sätze formulieren mit meinen Babywerkzeugen. Aber ich
kann rückwirkend mir vorstellen, wie ich in das Leben trete und sage: „Es ist
mir ein Fest.“ Damit erschaffe ich mir gleich ein Lebensprogramm. Es würde sich
so anfühlen, als sei ich ein König der auf einem roten Läufer den Festsaal
betritt. „Es ist mir ein Fest!“ in dieses Leben einzutreten und zu einem Teil
davon zu werden.
Wenn du das Leben eher wie eine Bürde oder eine Pflichtveranstaltung
wahrnimmst könnte dieser Satz eine hilfreiche Intervention sein. Gedanklich und
mit deinen inneren Bildern gehst du zum Anfang zurück. Du drehst den Film
deines Lebens einfach noch einmal neu. Jetzt aber nicht mehr unbewusst mit den
Babywerkzeugen, sondern klar, bewusst und entschieden. Du als erwachsener
Mensch nimmst dein inneres Baby mit in dein Herz. Du rutscht voller Vergnügen
mit deinem Baby durch den Geburtskanal und betrittst diese Welt. Du nimmst
wahr, wie du von der Welt empfangen wirst. Alle strahlen dich an und heißen
dich willkommen. Ein wohliger Schauer durchflutet deinen erwachsenen Körper.
Dein inneres Baby wird dabei überflutet von Glückshormonen. In der Welt angekommen
genießt du diesen Augenblick und hältst inne: „Es ist mir ein Fest!“
Letztlich geht es darum, dass du dir deiner eigenen Würde bewusst
wirst. Du bist nicht zufällig da. Du bist nicht einfach dem Schicksal des
Lebens ausgeliefert. Du bist bewusst und entschieden hier. Du nimmst nicht nur
deinen Platz in Anspruch als ob du kämpfen müsstest. „Auch ich darf mal
mitmachen.“ Wenn du dir deiner Königswürde bewusst wirst musst du nicht mehr
kämpfen oder dich rechtfertigen. Es wird dir zum Fest. Das Leben wird dir zum
Vergnügen. Und jetzt ist es mir ein Fest, meine Augen zu schließen und in die
Stille abzutauchen. Dich zu meinen und mit dir zusammen zu sein und das
Gemeinsame zu genießen. Du und ich, wir schön zusammen!
Freitag, 2. Februar 2024
Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein. (Mark Twain)
Mark Twain hat recht, oder? Die Toten können nicht raus und die Lebenden wollen nicht hinein. Dafür braucht es die Mauern also nicht. Höchstens als Vorbeugung gegen Vandalismus oder als Angstreaktion, den Tod vor den Lebenden wegzusperren.
Mark Twain hat unsinnige Ausgaben im Sinn. Ich stolper oft über unsinnige Dinge, über echten Blödsinn, den ich so mitmachen muss. Ich stehe an einer roten Ampel und weit und breit kommt niemand. Warum sollte ich nicht über die Straße gehen?
Ich muss bei einer Wahl Parteien wählen, finde aber Sachthemen viel wichtiger. Über die kann ich nicht abstimmen. Soll mein Geld in den Ausbau von Autobahnen fließen oder in den öffentlichen Nahverkehr?
Ich nehme an Konferenzen teil, wo ständig Ergebnisse vertagt oder nicht umgesetzt werden. Ich fahre in Zügen, wo die Leute ihre Koffer nicht mehr deponieren können.
Wenn ich noch ein wenig länger nachdenke werde ich auf viele sinnlose Dinge stoßen. Was soll ich machen? Ich mache es wie Mark Twain. Ich betracht alles von der absurden Seite her und kann so meinen Humor wiederfinden. Sollte es stimmen, dass wir Menschen vom Affen abstammen, dann haben wir davon noch mehr in uns als uns lieb ist.
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Donnerstag, 1. Februar 2024
Wo immer das Glück sich aufhält... (irischer Segen)
Wo immer das Glück sich aufhält,
hoffe, ebenfalls dort zu sein.
Wo immer jemand freundlich lächelt,
hoffe, dass sein Lächeln dir gilt.
Wo immer die Sonne aus den Wolken
hervorbricht,
hoffe, dass sie besonders für dich
scheint.
Damit jeder Tag deines Lebens so hell
wie nur möglich ist.
Du
kannst dort stehen, wo Menschen unglücklich sind. Du kannst dich auch
dort aufhalten, wo Menschen unfreundlich sind. Und du kannst dich dort
aufhalten, wo der Himmel bedeckt ist.
Unglück,
Unfreundlichkeit und einen trüben Himmel kannst du auf die Dauer nur
schwer ertragen. Das kann dich ganz schön herunterziehen und deine
Stimmung trüben.
Suche
also die Gesellschaft von glücklichen Menschen. Sei dort, wo Menschen
freundlich zu dir sind und gehe so weit, bis die Sonne auf deine Haut
scheint. Dann findest du gute Voraussetzungen, dass davon etwas auf dich
abfärbt und dein Leben positiv beeinflusst. Ich wünsche dir die Kraft und den Willen, selbst etwas dafür zu tun. Nicht zu
warten, dass das Glück hoffentlich mal zu dir kommt, sondern dass du es
mit beeinflussen kannst. Ich wünsche dir die Kraft, unfreundliche
Menschen zu verlassen und dich denen zuzuwenden, die dir wohlgesonnen
sind. Und ich wünsche dir die Kraft, Wege zu finden, wo die Sonne für
dich scheint - im Außen wie im Innen.
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