Ein
junger Mann in der Fußgängerzone sprach mich an: "Kannst du mir mal
einen Euro leihen?" Das ist doch eine schöne Umschreibung dessen, was er
eigentlich wollte. Früher hieß es: "Haste mal ne Mark für mich?" Da war
klar, dass es um das Verschenken ging. Der junge Mann wollte einen Euro
geschenkt haben und nicht geliehen.
Wenn ich mir etwas ausleihe,
dann gebe ich damit zugleich das Versprechen ab, dass ich das Geliehene
zurückgebe. Ich mache deutlich, dass der Besitzer immer noch der
Besitzer bleibt. Ich verleihe dir mein Auto. Damit stelle ich es dir für
eine Zeit zur Verfügung und dann gibst du es mir zurück. Ich bleibe
immer der Besitzer des Autos. Wenn ich Geld verleihe, dann bleibe ich
auch der Besitzer des Geldes. "Kannst du mir einen Euro leihen?" Das
verhindert, dass der junge Mann zum Bettler wird. Er bleibt in seiner
Größe und macht deutlich, dass mein Geld auch mein Geld bleiben wird. Er
wird es auf der einen Seite ausgeben und auf der anderen Seite bleibt
mein Geld mein Geld. Nur die Wahrscheinlichkeit des Wiederbekommnens
geht gegen null. Wenn der Mann mich gefragt hätte, ob ich ihm einen Euro
schenke, dann hätte ich ihm eher das Geld gegeben. Dann hätte ich es
einfach hergegeben und auch innerlich losgelassen. Wenn ich den Euro
verleihe, dann muss ich ja darauf bestehen, dass er mir den auch
zurückgibt. Das gehört zum "Leihen" einfach dazu!
Ich warte
übrigens immer noch auf so manchen Euro von so manchem Menschen. Ich
sollte die Leihgabe in ein Geschenk umwandeln, dann muss ich nicht mehr
auf die Rückgabe warten. Und das geht ganz schnell. Solltest du bei mir
etwas geliehen haben, dann schenke ich es dir. Und zwar jetzt!
www.matthias-koenning.de
Translate
Samstag, 1. September 2018
Samstag, 25. August 2018
Du bist einfach ganz besonders!
Du bist wunderbar! Wie wunderbar!
Hat dir jemand mal gesagt, dass du wunderbar bist? Dein Kind, deine Eltern, dein Mann oder deine Frau, deine Freundin oder dein Freund? Also, du bist wunderbar! Du bist wirklich einfach ganz besonders. Du bist toll! Du bist außergewöhnlich! Du bist großartig!
Hältst du es noch aus oder hörst du auf zu lesen. Kommt bei dir jetzt ein "Ja"! "Ich bin wunderbar! Wie schön!" Oder kommt eher eine Reaktion wie: "Na ja, vielleicht manchmal! Eher aber nicht! Das ist doch übertrieben! Da kommen mir gleich meine Fehler und Einschränkungen in den Sinn. Das meinst du doch nicht wirklich. Außerdem kennst du mich ja gar nicht. Du weißt nicht, wer hier diesen Text liest. Wenn du mich wirklich kennen würdest. Wenn du wüsstest, wie schlecht gelaunt ich oft bin. Wenn du wüsstest, wie oft ich meine Freundinnen und Freunde vernachlässige! Wenn du wüsstest, wie oft ich eine Maske trage um meine Traurigkeit zu verbergen. Wenn du das wüsstest und noch viel mehr, dann könntest du das nicht mehr sagen."
Ein Teil in dir wünscht sich dennoch diese Bestätigung. Du bist wunderbar! Davon lebst du, Das richtet dich auf und macht dich ein paar Zentimeter größer. Und ein anderer Teil will es nicht hören. Kann es kaum aushalten. Ist es nicht gewöhnt. Im Alltag hörst du eher deine Defizite. Das hast du nicht richtig gemacht. Dies könntest du noch verbessern. Trotzdem: Du bist wunderbar!
In einem Seminar hatte eine Teilnehmerin eine Differenz mit dem Seminarleiter. Da kam ein Gefühl von Ärger hoch. Der Ärger bewirkte zunächst eine Trennung. "Der Seminarleiter ist blöd. Der ist ja sooo klug! Dieser Besserwisser! Ich fand ihn mal richtig gut und ich mochte ihn. Jetzt zeigt er aber sein wahres Gesicht. Er kann nichts anderes neben sich gelten lassen. Ist halt ein Sonnenkönig! Ein Superguru!" Daraufhin sprach der Seminarleiter diese Teilnehmerin an so ungefähr mit den Worten: "Da merke ich jetzt Ärger. Ich bin trotzdem mit dir in Verbindung. Spürst du das? Merkst du, dass ich bei dir bin und dich mag ganz unabhängig davon, ob da jetzt eine Meinungsdifferenz da ist oder ein Ärger! Spür einmal nach!" Da wachte die Teilnehmerin auf und ihr wurde klar, dass das Gefühl von Trennung nicht nötig ist. Sie konnte wieder in Verbindung gehen. Mir hat das sehr gefallen. Denn es hat einen Unterschied gemacht zu sonstigen Erfahrungen.
Wenn wir uns über jemanden ärgern gehen wir in der Regel in die Trennung. Wir wollen mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Wir wenden uns ab. Kannst du dir vorstellen, dass du zugleich den Ärger spürst, aber dich nicht trennst sondern in Verbindung bleibst? "Ich ärgere mich jetzt. Aber du wirst es nicht schaffen, dass ich mich von dir trenne. Ich kann immer noch das Wunderbare in dir wahrnehmen und freue mich, dass ich etwas davon bekomme!"
Also noch einmal. Du bist wunderbar! Trotz und jenseits aller Defizite und Mängel. Du bist einfach ganz besonders. Dafür musst du nichts tun! Gar nichts!
www.matthias-koenning.de
Hat dir jemand mal gesagt, dass du wunderbar bist? Dein Kind, deine Eltern, dein Mann oder deine Frau, deine Freundin oder dein Freund? Also, du bist wunderbar! Du bist wirklich einfach ganz besonders. Du bist toll! Du bist außergewöhnlich! Du bist großartig!
Hältst du es noch aus oder hörst du auf zu lesen. Kommt bei dir jetzt ein "Ja"! "Ich bin wunderbar! Wie schön!" Oder kommt eher eine Reaktion wie: "Na ja, vielleicht manchmal! Eher aber nicht! Das ist doch übertrieben! Da kommen mir gleich meine Fehler und Einschränkungen in den Sinn. Das meinst du doch nicht wirklich. Außerdem kennst du mich ja gar nicht. Du weißt nicht, wer hier diesen Text liest. Wenn du mich wirklich kennen würdest. Wenn du wüsstest, wie schlecht gelaunt ich oft bin. Wenn du wüsstest, wie oft ich meine Freundinnen und Freunde vernachlässige! Wenn du wüsstest, wie oft ich eine Maske trage um meine Traurigkeit zu verbergen. Wenn du das wüsstest und noch viel mehr, dann könntest du das nicht mehr sagen."
Ein Teil in dir wünscht sich dennoch diese Bestätigung. Du bist wunderbar! Davon lebst du, Das richtet dich auf und macht dich ein paar Zentimeter größer. Und ein anderer Teil will es nicht hören. Kann es kaum aushalten. Ist es nicht gewöhnt. Im Alltag hörst du eher deine Defizite. Das hast du nicht richtig gemacht. Dies könntest du noch verbessern. Trotzdem: Du bist wunderbar!
In einem Seminar hatte eine Teilnehmerin eine Differenz mit dem Seminarleiter. Da kam ein Gefühl von Ärger hoch. Der Ärger bewirkte zunächst eine Trennung. "Der Seminarleiter ist blöd. Der ist ja sooo klug! Dieser Besserwisser! Ich fand ihn mal richtig gut und ich mochte ihn. Jetzt zeigt er aber sein wahres Gesicht. Er kann nichts anderes neben sich gelten lassen. Ist halt ein Sonnenkönig! Ein Superguru!" Daraufhin sprach der Seminarleiter diese Teilnehmerin an so ungefähr mit den Worten: "Da merke ich jetzt Ärger. Ich bin trotzdem mit dir in Verbindung. Spürst du das? Merkst du, dass ich bei dir bin und dich mag ganz unabhängig davon, ob da jetzt eine Meinungsdifferenz da ist oder ein Ärger! Spür einmal nach!" Da wachte die Teilnehmerin auf und ihr wurde klar, dass das Gefühl von Trennung nicht nötig ist. Sie konnte wieder in Verbindung gehen. Mir hat das sehr gefallen. Denn es hat einen Unterschied gemacht zu sonstigen Erfahrungen.
Wenn wir uns über jemanden ärgern gehen wir in der Regel in die Trennung. Wir wollen mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Wir wenden uns ab. Kannst du dir vorstellen, dass du zugleich den Ärger spürst, aber dich nicht trennst sondern in Verbindung bleibst? "Ich ärgere mich jetzt. Aber du wirst es nicht schaffen, dass ich mich von dir trenne. Ich kann immer noch das Wunderbare in dir wahrnehmen und freue mich, dass ich etwas davon bekomme!"
Also noch einmal. Du bist wunderbar! Trotz und jenseits aller Defizite und Mängel. Du bist einfach ganz besonders. Dafür musst du nichts tun! Gar nichts!
www.matthias-koenning.de
Donnerstag, 23. August 2018
Sonne für die Seele!
Von Rose Ausländer stammt folgendes Gedicht:
der garten
öffnet seine rosen
sie duften sich
sonnenworte zu
nur liebespaare
fangen sie auf
und grüssen zurück
in der rosensprache
rosen antworten rot
mit herzlichem duft
duftworte
die sich liebkosen
In einem anderen ihrer Gedichte heißt es so oder ähnlich:
Ich wohne in einer Stadt aus Sonne und Schnee
Der König ist ein Bettler.
Seine Nahrung ist Schnee.
Ich schenke ihm Sonnenworte
Vielleicht kann er sich Brot dafür kaufen.
Mir gefällt die Idee mit den Sonnenworten. Rosen duften sich Sonnenworte zu. Von Sonnenworten können Bettler leben.
Verschenkst du gerne Sonnenworte? Bekommst du viele Sonnenworte? Welche gefallen dir besonders gut? Du kannst sie gerne hier im Kommentar veröffentlichen. Einfach hier unten in das Feld reinschreiben. Ein paar schöne Sonnenworte für alle, die hier lesen.
www.matthias-koenning.de
Dienstag, 21. August 2018
Die inneren Werte!
In der Fußgängerzone fand ich dieses Plakat mit einer Kosmetikwerbung und dem Hinweis auf die inneren Werte. Ich kenne diese Firma bislang nicht. Sie wirbt mit Nachhaltigkeit, Fairness, Natürlichkeit. Wenn es einen Trend von billig, Chemie und wegwerfen gibt, entsteht auch ein Gegentrend.
Es kommt auf die inneren Werte an. Damit wirbt diese Firma. Ein alter Slogan. Wer spricht heute denn schon noch über innere Werte! Dabei ist doch das Äußere heute überall wichtig! Trendy sein! Spaß haben! Das Leben genießen!
Kann es sein, dass diese lockere Lebenseinstellung dem Ende entgegengeht? Wer sich ständig in den Äußerlichkeiten aufhält wird irgendwann leer werden. Die inneren Werte sind eben doch "Werte". Wertvoll! Doch über welche inneren Werte sprechen wir hier?
Gerechtigkeit? Nachhaltigkeit? Fairness? Menschlichkeit? Tierliebe? Verlässlichkeit? Hat das etwas mit Moral zu tun? Die moralischen Werte? Was findest du wertvoll, wenn du in dir selbst hineinschaust? Was findest du beschützenswert? Was möchtest du hegen und pflegen, weil es für dich wertvoll ist? Für mich ist der innere Wert keine Konserve! Alles, was ich fühle und denke! Alles, was ich erlebe und erfahre! Alles, was ich geschenkt bekomme und in mich hineinfließt sind Teile meiner inneren Werte. Ich stelle es mir eher vor wie die Schatzkammer meines Herzens. Jenseits von Moral! Aber nicht ohne! Tiefer und lebendiger.
Der Blick auf meine inneren Werte macht mir deutlich, dass ich reich gesegnet bin. Ich bin nicht arm und ich muss nichts von außen hinzufügen um reicher zu werden! Wenn du dir deines inneren Reichtums bewusst wirst, brauchst du nur noch wenig von außen. Vor allem machst du dich unabhängig von all den Produkten, die dir das Glück versprechen.
Was immer auch diese Firma an guten Produkten dir verkaufen möchte - auf einer bestimmten Ebene hast du es schon!
www.matthias-koenning.de
Es kommt auf die inneren Werte an. Damit wirbt diese Firma. Ein alter Slogan. Wer spricht heute denn schon noch über innere Werte! Dabei ist doch das Äußere heute überall wichtig! Trendy sein! Spaß haben! Das Leben genießen!
Kann es sein, dass diese lockere Lebenseinstellung dem Ende entgegengeht? Wer sich ständig in den Äußerlichkeiten aufhält wird irgendwann leer werden. Die inneren Werte sind eben doch "Werte". Wertvoll! Doch über welche inneren Werte sprechen wir hier?
Gerechtigkeit? Nachhaltigkeit? Fairness? Menschlichkeit? Tierliebe? Verlässlichkeit? Hat das etwas mit Moral zu tun? Die moralischen Werte? Was findest du wertvoll, wenn du in dir selbst hineinschaust? Was findest du beschützenswert? Was möchtest du hegen und pflegen, weil es für dich wertvoll ist? Für mich ist der innere Wert keine Konserve! Alles, was ich fühle und denke! Alles, was ich erlebe und erfahre! Alles, was ich geschenkt bekomme und in mich hineinfließt sind Teile meiner inneren Werte. Ich stelle es mir eher vor wie die Schatzkammer meines Herzens. Jenseits von Moral! Aber nicht ohne! Tiefer und lebendiger.
Der Blick auf meine inneren Werte macht mir deutlich, dass ich reich gesegnet bin. Ich bin nicht arm und ich muss nichts von außen hinzufügen um reicher zu werden! Wenn du dir deines inneren Reichtums bewusst wirst, brauchst du nur noch wenig von außen. Vor allem machst du dich unabhängig von all den Produkten, die dir das Glück versprechen.
Was immer auch diese Firma an guten Produkten dir verkaufen möchte - auf einer bestimmten Ebene hast du es schon!
www.matthias-koenning.de
Samstag, 18. August 2018
Wenn du strauchelst, weil dir die Arbeit zu schwer wird, möge die Erde tanzen, um dir das Gleichgewicht wiederzugeben. (irischer Segensspruch)
Ich erinnere mich an meine ersten
Erfahrungen mit der Telefonseelsorge. Ich saß am Telefon und war ganz
aufgeregt. Hoffentlich war ich eine gute Hilfe für einen Menschen in Not. Dann
kam die Katastrophe: Es rief ein Mann aus Bayern an und ich verstand kein Wort.
Ich verlor den Kopf und wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich versuchte, mir
beim Hören einen Sinnzusammenhang zu erschließen. Dann traute ich mich, ihm zu
sagen, dass ich ihn nicht verstehe. Daraufhin erklärte er mir sein Problem noch
einmal, wieder in tiefstem bayrisch. In meiner Not kam ich auf die Idee, ihn zu
bitten, für einen Norddeutschen etwas hochdeutscher zu reden. Da verstand er
mein Problem und bemühte sich auf bayrisch-hochdeutsch. Ich verstand wieder
nichts.
Während des Anrufs gingen mir tausend
Gedanken durch den Kopf. Du bist nicht geeignet für die Telefonseelsorge! Was
ist, wenn er sich beschwert. Du kannst mit niemandem darüber reden. Du hast
Vorurteile gegen Bayern. Was ist, wenn jetzt alle Anrufer aus Dialektgegenden
anrufen. Was mach ich nur! Gebe ich diese Aufgabe auf?
Ich hatte wirklich den Eindruck zu
straucheln. Diese Erfahrung wird sicher der Eine oder die Andere mit mir
teilen. Auch im Beruf kommt es vor, dass du dich überfordert fühlst. Irgendwann
kommt es zum Blackout. Schüler kennen das von einem Test und Trainer vor einem
hochwichtigen Vortrag.
Es kommt dabei zu bestimmten
Körperphänomenen. Du erstarrst, du wirst steif und du hörst auf zu atmen.
Wenn du strauchelst, weil dir die
Arbeit zu schwer wird, möge die Erde tanzen. Mir gefällt das Bild. Wenn ich
mich versteife könnte die Erde sich bewegen, damit ich wieder in meinen
Rhythmus zurückfinde.
Wenn ich mich schon nicht mehr bewegen
kann, dann bewegt sich die Welt um mich herum dennoch weiter. Die Erde hat
ihren eigenen Tanz, das Leben pulsiert.
Wenn ich demnächst bei einer
Überforderung kopflos werde gehe ich in die Achtsamkeit. Ich spüre den Boden,
der mich trägt. Ich atme tief durch und lasse mich von den Geräuschen und
Stimmen der Umgebung wieder einladen, am Spiel des Lebens teilzunehmen. Die
Erde ist groß genug, für ein ständiges und zuverlässiges Gleichgewicht zu
sorgen.
Abonnieren
Posts (Atom)




