Translate
Samstag, 2. Mai 2015
Ich lasse los und bin bei mir selbst zu Haus
Dieser Liedvers begleitet mich seit dem vergangen Jahr. Mir gefällt er. Wir hängen an Bücher, an Häusern, am Geld, an Vorstellungen, an Überzeugungen, an Glaubenssätzen. Wir hängen an der Familie, an Freunden, an Arbeitskollegen, an Mitschülern. Wir hängen am Smartphone, am PC, am Fernsehen, am Auto. Wir hängen jeden Tag und häufig irgendwo fest. Wir hängen an der Gesundheit, an der Jugend und an unseren körperlichen Fähigkeiten.
Immer wenn ich hänge an irgendetwas sage ich mir: Ich lasse los...
Was geschieht, wenn ich loslasse, alles loslasse? Höre ich auf zu existieren? Habe ich Angst, etwas zu verlieren, so dass ich es krampfhaft festhalte? Ich hänge ja nicht nur an den Dinge, ich halte sie oft krampfhaft fest, wenn die Angst, es zu verlieren, auftaucht. Du lässt los und macht eine eigenartige Feststellung: Du hast vielleicht Schmerzen, du bist traurig, weil du etwas verloren hast. Aber du existierst weiterhin, "du bist".
Ich lasse los und .... bin weiterhin, trotz und mit meinem Verlust. Wir hängen oft an Dinge im Außen fest. Wir werfen unseren Anker aus und sagen zum Haus: "Gib du mir Sicherheit". Wir werden unseren Angst zur Ehefrau oder zum Ehemann aus und sagen: "Halte du mich fest!" Manchmal gibt dir dein Haus Sicherheit und manchmal tut der Halt durch den Partner gut. Irgendwann wird es aber nicht mehr funktionieren mit "tödlicher" Sicherheit! Und... was dann...?
Der Vers sagt: "Ich lasse los und bin bei mir selbst zu Haus!" Wenn du dich nach innen wendest und im Inneren den Halt findest, dann wirst du wahrhaft unabhängig. Die Liebe deiner Frau bereichert dich zwar aber nur als Geschenk, als freiwillige Gabe. Du bist in dir zu Hause und dann... kommt noch etwas dazu. Du findest die Sicherheit in dir und das Haus unterstützt dich dabei. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Lege deine Schwerpunkt dahin, bei dir selbst zu Hause zu sein. Manchmal ist es notwendig, loszuslassen, um den Weg nach innen finden und gehen zu können.
www.matthias-koenning.de
Freitag, 1. Mai 2015
Kein Opfer der Liebe sein!
Im Radio hörte ich einen Beitrag über die Religion der Jains. Dort suchen die Eltern die Braut für den Sohn aus. Ein solcher Sohn wurde dann interviewt und kommentierte diesen Brauch. Er fand das gut, dass er sich keine Braut suchen musste. "Als Jain wird man nicht so schnell ein Opfer der Liebe!"
Diesen Aspekt fand ich ja mal wirklich interessant. Als Westeuropäer legen wir doch so viel Wert auf die freie Liebe. Romane leben davon, wer wen wann und wie findet oder auch nicht. Die Liebe ist Stoff für Dramen und Filme. Jugendliche und Erwachsene träumen vom Partner für das Leben.
Die Liebe erfüllt sich oder sie erfüllt sich auch nicht. Manche finden nie die Liebe ihres Lebens. Manche finden sie und verlieren sie nach kurzer oder längerer Zeit.
Und immer dieser Anspruch. Was muss da alles geschehen im Namen der Liebe! Zugegeben, wenn die Liebe kein Thema wäre, wäre ich als Berater manchmal arbeitslos. Dieser junge Jain hat bestimmt mitbekommen, wie sehr sein Umfeld zum "Opfer" der Liebe wird. Von dieser Seite hatte ich das Thema noch nicht betrachtet. Da kommt jemand von außen, dem die Eltern die Braut aussuchen und sagt: "Hey, du bist ein Opfer der Liebe! Ich erspar mit diese Dramen! Dieses ständige auf und ab! Diese Ungewissheit! Diese Sehnsucht! Wenn du der Liebe erliegst wirst du zum Opfer!" Die Liebe ist der Täter und du bist das Opfer! Wer kann dich da retten? Das Schicksal? Gott? Der Therapeut oder die Zeit?
Der junge Jain ist befreit von einem scheinbar so wichtigen Lebensthema. Er erwartet keine Glück in der Liebe. Dann kann er auch nicht enttäuscht werden. Er erspart sich die rosarote Brille und die Euphorie, die doch im Alltag enden. Er beginnt gleich mit dem Alltag. Irgendwie wird es schon gehen! Die Eltern werden nicht jemand Beliebigen aussuchen. Sie werden schon darauf achten, dass es passt. Welch eine Entlastung!
Als Jain wird man nicht so schnell zu einem Opfer der Liebe. Nach all den Jahren der Romantik scheinen die Liebesexperimente doch zum Teil gescheitert sein. Warum nicht mal variieren? Ist vielleicht gar nicht so schlecht, wie es die Jains machen und wie es bei uns früher auch üblich war. Glücklich oder unglücklich kannst du so oder so werden. Wenn die Eltern aussuchen tragen sie die Verantwortung und du bist sie los. Zur Liebe kann dich ja niemand verpflichten! Vielleicht lernst du einen Menschen auf diesem Weg ganz anders kennen und lieben. Ohne Maske! Ohne Verstellungen! Ohne Schminke! Dann stellst du fest, dass du einen Menschen auch auf diesem Weg lieben lernen kannst und bist ganz erstaunt, dass all die romantischen Liebesromane am Ende nichts taugen.
Ich würde gerne einmal ein westliches Paar in meiner Beratung haben, das erzählt: "Übrigens, unsere Eltern haben uns gegenseitig ausgesucht."
Nicht, dass du mich falsch verstehst! Ich bin nicht für diese Form! Aber ich bin dafür, da wirklich einmal wieder neu drüber nachzudenken und sich für die Vorstellung des Jain zu öffnen.
www.matthias-koenning.de
Donnerstag, 30. April 2015
Die Kunst der kleinen Schritte
In einem Gebet spricht spricht Antoine de Saint-Exupéry von der Kunst der kleinen Schritte.
Da heißt es:
Die Kunst der kleinen Schritte
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mach
mich sicher in der rechten Zeiteinteilung.
Schenk’ mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.
Schenk’ mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.
Schenk’
mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.
Erinnere
mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick’
mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat,
die Wahrheit in Liebe zu sagen.
die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Du
weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleihe
mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre
mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib
mir nicht, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
Lehre
mich die Kunst der kleinen Schritte.
Ich kenne Menschen, die stecken sich große Ziele. Vor einiger Zeit erzählte mir eine Frau, dass sie jetzt ernsthaft abnehmen will. Fünfzehn Kilo sind ihr Ziel. Sie hatte es schon so oft versucht und stets war sie gescheitert. So hat sie im Laufe der Jahre sich gut kennengelernt mit ihren Hürden und Hindernissen. "Das Ziel war zu schwer!" "Der Weg war so lang!" "Ich habe mich überfordert!" "Ich konnte nicht durchhalten!" "Ich wusste nicht, was da wirklich auf mich zu kam!"
Wenn du ein großes Ziel hast, dann siehst du auch die möglichen Hindernisse auf diesem Weg. Das könnte dazu führen, dass du gar nicht erst los läufst. Du schaffst es ja eh nicht. Warum erst anfangen! Du siehst, dass du wirklich einen langen Atem brauchst und viel Geduld. Du musst mit Rückschlägen klar kommen. Es kann sein, dass der Weg gar nicht richtig für dich ist. Dein Ziel ist gepflastert mit Wenns und Abers.
Was bewirkt da die Kunst der kleinen Schritte? Wenn du dich auf den jetzigen Schritt konzentrierst und diesem Schritt deine volle Aufmerksamkeit schenkst, kannst du diesen Schritt gehen. Nur diesen Schritt, nicht mehr! Du schaust nicht auf das Ziel und hast auch nicht mehr die Hürden und Hindernisse im Blick. Jedes Abnehmen beginnt mit dem ersten Gramm. Es kommt also jetzt und in diesem Augenblick auf das eine Gramm an. Auf nicht mehr und nicht weniger. Du beschäftigst dich nur mit diesem einen Gramm.
Erst dann und wirklich erst dann, wenn du das erste Gramm geschafft hast, beschäftigst du dich mit dem zweiten Gramm. Nicht früher! Am zweiten Gramm könnte nämlich eine unüberwindliche Hürde kleben.
Die Kunst der kleinen Schritte ist wirklich eine Kunst. Die Kunst heißt: Im Hier und Jetzt sein! Das Kleine wertschätzen! Im Augenblick leben! Das Leben auskosten!
Bislang hatte die Frau, die abnehmen wollte, immer von den großen Zielen gelebt. Die konnte sie leider nie erreichen. Dann fiel ihr ein, dass das mit dem Abnehmen für ihr ganzes Leben stand. Sie konnte sich nicht von ihrer schrecklichen Freundin trennen. Sie konnte ihren verstorbenen Vater nicht loslassen. Dann stellte sie fest, dass sie ihrer schrecklichen Freundin heute eine Absage geben konnte. Sie war gerade jetzt frei von Trauer um ihren Vater. Sie merkte, das ging eigentlich ganz leicht. Der kleine Schritt geht leicht, wenn man sich darauf einlässt und sich vom Großen und Ganzen verabschieden mag.
Der kleine Schritt geht schwer, wenn man alle Wenns und Abers und Konsequenzen daran fest klebt. Wie gut und beruhigend, dass ein Schritt so klein ist, dass du locker wieder zurück gehen kannst, wenn es nicht passt.
Mittwoch, 29. April 2015
Es ist nicht so ganz unwichtig...
Es ist total wichtig!
Es ist sehr wichtig!
Es ist wirklich wichtig!
Es ist wichtig!
Es ist schon wichtig!
Es wäre schon wichtig!
Es könnte ganz wichtig sein!
Es ist nicht so ganz unwichtig!
Es ist nicht so unwichtig!
Es ist nicht unwichtig!
Es wäre nicht unwichtig!
Es wäre ein wenig wichtig!
Manche "Wichtigkeiten" verstecken sich in merkwürdig verdrehten Sätzen. Ist es jetzt wichtig oder ist es unwichtig? Manche Wichtigkeiten kannst du gut verstecken in solchen Monsterkonstruktionen. Stell dir vor du sagst: "Es ist wichtig, dass du pünktlich kommst!" Klare Botschaft! Dein Gegenüber sagt dann vielleicht: "Das mag aus deiner Sicht so sein, aber mir es es egal!"
Wenn du sagst: "Es ist nicht so ganz unwichtig, dass du pünktlich kommst!" relativierst du deinen Satz und machst dich unangreifbar. Es ist halt nur so ungefähr wichtig. Ich bin da ganz entschieden für mehr Klarheit!
Manche Sätze finde ich "un"-möglich!
Mein Freund ist nicht unnett!
Meine Arbeitskollegin ist wirklich nicht unkooperativ.
Das Essen in dem Restaurant ist durchaus nicht ungenießbar.
Das Leben nach dem Tod finde ich nicht uninteressant.
Und? Worüber machst du gerne "un"-Sätze?
www.matthias-koenning.de
Dienstag, 28. April 2015
Radikale Entscheidung für die Liebe!
Suche so oft wie möglich nach dem, was verbindet und achte darauf, nicht das Trennende wahrzunehmen.
Jeder Mensch kann sich weiter entwickeln. Du selbst und auch alle anderen.
Auch der, den du nicht liebst, ist ein Kind Gottes und wird von ihm geliebt.
Die Liebe wird dir helfen, fehlerfreundlich zu werden und "gnädiger" mit dir selbst umzugehen.
Wenn du dich nur noch auf die Liebe konzentrierst, wird sich dein Leben radikal verändern.
Entscheide dich jetzt dazu, mit aller Kraft zu lieben, dich selbst und die Menschen, mit denen du zusammenlebst, die ganze Schöpfung und vor allem diejenigen, die du eigentlich nicht magst.
www.matthias-koenning.de
Jeder Mensch kann sich weiter entwickeln. Du selbst und auch alle anderen.
Auch der, den du nicht liebst, ist ein Kind Gottes und wird von ihm geliebt.
Die Liebe wird dir helfen, fehlerfreundlich zu werden und "gnädiger" mit dir selbst umzugehen.
Wenn du dich nur noch auf die Liebe konzentrierst, wird sich dein Leben radikal verändern.
Entscheide dich jetzt dazu, mit aller Kraft zu lieben, dich selbst und die Menschen, mit denen du zusammenlebst, die ganze Schöpfung und vor allem diejenigen, die du eigentlich nicht magst.
www.matthias-koenning.de
Abonnieren
Posts (Atom)



