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Montag, 26. August 2019

Werde beliebt und beliebe!


Wirst du beliebt? Merkwürdige Frage, oder? Normalerweise reden wir ja davon, dass wir geliebt werden oder beliebt sind. Ich werde also geliebt. Und das ist ein wunderbares Geschenk. Das Geschenk überhaupt. Lieben und geliebt werden und in der Liebe sein.

Dennoch geht mir die Idee nicht aus dem Kopf, dass es Sinn macht, vom "belieben" zu sprechen. Wenn ich jemanden beliebe so meint das den Vorgang, Liebe auszuüben. Ich beliebe also jemanden, indem ich diesen Menschen streichle oder nette Worte sage und "bewünsche", d.h. Wünsche zufliegen lasse.

Wenn ich beliebe dann bin ich nicht nur in dem Gefühl -oder Seinszustand, sondern im aktiven Tun. Ich könnte auch lieben sagen. Das wäre das Gleiche. Aber ich behänge den Weihnachtsbaum, ich befülle eine Flasche, ich behandle einen Kranken. Das "be" drückt aus, dass ich aktiv etwas tue. Und ich finde, dass sich das ganz schön anfühlt, wenn ich beliebt werde. Ich könnte zum Beispiel auf die Straße gehen und aktiv die Menschen belieben. Ich schicke ihnen nette Gedanken. Ich strahle sie an und finde sie wunderbar. Ich stelle mir vor, wie ich gedankliche Blumen verteile aus meinem unendlichen Phantasievorrat. Ich beliebe die Welt und mache damit deutlich, wie reich die Schöpfung ist.

Gott erschuf die Welt durch das Wort. Bekannt ist der Urlaut OM. Durch das Wort wurde das Nichts beliebt und ins Dasein gerufen. Du kannst durch dein "Belieben" der Schöpfung etwas in die Welt bringen. Durch das "Belieben" schöpfst du mit. Ich kannte eine Ordensschwester, die sprach mit den Pflanzen im Haus. Sie war davon überzeugt, dass es ihnen gefällt und das Wachstum unterstützt. Sie hat mit ihren Worten die Pflanzen "beliebt". Und? Was könntest du heute mal ein wenig belieben?
www.matthias-koenning.de

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