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Mittwoch, 7. November 2018

Wer ich bin!


Ich bin nicht Christ, nicht Jude, nicht Parse, (...) nicht Muselmann. Ich bin nicht vom Osten, nicht vom Westen, nicht vom Land, nicht von der See. (...) Mein Ort ist das Ortlose, meine Spur ist das Spurlose; Es ist weder Leib noch Geist, denn ich gehöre der Seelen Seele, der allumfassenden Landschaft des Lichts. Die mit allem verschmolzen, sogar mit dem Nichts. (Rumi)

Ich gehöre der allumfassenden Landschaft des Lichts. Ich gehöre der Seelen Seele. Ich gehöre also zu einem größeren Ganzen. Wie verändert sich mein Denken, Fühlen und Handeln, wenn ich in diesem Bewusstsein lebe?

In der Regel identifizieren wir uns mit irgendetwas. Ich bin ein Mann und du vielleicht eine Frau. Ich bin Münsterländer und du vielleicht Hamburgerin. Ich kann mich mit meinem Beruf identifizieren, mit der Rolle als Vater, mit der der Macht oder damit, Vegetarier oder Pastaliebhaber zu sein. Ich kann wie ein Puzzle meine verschiedenen Aspekte zusammensetzen und erhalte ein buntes Mosaik. Das bin dann ich! Aber bin ich das wirklich? Oder brauche ich all das nur um mich als "mich selbst" zu fühlen. Wenn das alles nicht wäre, wäre ich nichts mehr. Ich würde in die Bedeutungslosigkeit versinken. 
Mit meinem Tod höre ich auf, so ein Mosaik zu sein. All das zählt nicht mehr. Ist nicht mehr wichtig. Aber wer bin ich dann? Rumi sagt nichts von "sein".Sondern er spricht von einem Ort, wo ich hingehöre, dem ich angehöre. Ich gehöre der Seelen Seele, der allumfassenden Landschaft des Lichts. Ich gehöre zu der Seele, die alle Seelen umfasst und beinhaltet und zugleich größer ist als diese. 

Wenn ich da hin gehöre, dann kann ich mich ja auch von da her denken und empfinden. Schon jetzt. Dann kann ich nach und nach mein "Mosaik" hinter mir lassen und mich auf das besinnen, was ich vom Urgrund her immer schon war, bin und wieder sein werde. Ich kann mich erinnern daran und wieder daran anknüpfen. Das kann zu einer alltäglichen spirituellen Praxis werden. Eine Praxis, für die es nicht den Namen Christ, Muslim oder Hindu braucht. Immer dann, wenn ich mich quasi verbeiße in etwas, das scheinbar so unendlich wichtig ist halte ich mich innerlich an. Als Arbeitnehmer muss ich das jetzt regeln und für meine Aufgabe eine Lösung finden. Als angehörige Seele der allumfassenden Landschaft des Lichtes kann ich eine neue Qualität in meine Arbeit legen. Eine schöpferisch gestaltende. Ich engagiere mich, hafte aber nicht daran fest. Ich lasse zugleich wieder los. Ich bewege mich in einem inneren Raum von großer Freiheit. Ich darf mich in dieser Kunst einüben, zugleich ein körperliches Geschöpf dieser Erde zu sein mit den dazugehörigen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Und zugleich lebe ich das im Bewusstsein, wer ich noch und ureigentlich bin, wenn ich zur Landschaft des allumfassenden Lichtes gehöre. 
matthias-koenning.de 

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