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Samstag, 22. September 2018

Wie schön, dass du da bist!

Oh, wie schön!
Ich war eingeladen zu einer Tagung. Auf einem Tisch gab es Saft, Wasser, Kaffee, Kuchen und diverse Kleinigkeiten. Und es lagen dort Servietten mit der Aufschrift: "Oh, wie schön, dass ihr alle hier seid!"
Die Servietten ohne alle die köstlichen Kleinigkeiten wäre nur ein Blatt Papier gewesen mit einer Aufschrift. Aber an den vielen köstlichen Kleinigkeiten konnte ich erkennen: Ich hatte einen Gastgeber mit Herz. Ich war willkommen und ich fühlte mich willkommen.
Auf dem Tisch gab es auch etwas für mich. Ich mochte das frische Obst und den kleingeschnittenen Kuchen. Halt so kleine Häppchen. Köstliche kleine Häppchen. Ich las den Spruch auf der Serviette und sah vor meinem geistigen Auge das Gesicht der Gastgeberin. Ich sah, wie sie in ihrer Küche alle diese Dinge zauberte und dabei an mich dachte. Das hat mir Freude bereitet. Es macht mir Freude wenn ich daran denke, wie andere mir Freude bereiten. Und es macht mir Freude, meine Gastgeber dabei zu beobachten, wie sie sich freuen, wenn sie mir Freude bereiten.
Wie ansteckend doch Freude ist. Da lass ich mich doch lieber anstecken von Einladungen zu köstlichen Kleinigkeiten als von Grippeviren. Oh, wie schön, wenn du meinen Blog liest! Oh, wie schön, dass ich meine Gedanken mit dir teilen darf. Oh, wie schön, dass du hier bist! Oh, wie schön!
www.matthias-koenning.de

Dienstag, 11. September 2018

Her mit dem Stress!

Du stehst am Morgen auf und wagst einen Blick in den Tag. Du siehst deine Termine im Kalender. Du stellst dir vor, wie du deine Aufgaben anpackst und bewältigen wirst. Du bist voller Zuversicht und Kraft.
Dann tauchen Bilder auf von Einschränkungen und Widerständen. Da ist doch dieser Kollege, der immer meckert. Da gibt es doch das Hindernis, das du gestern schon nicht überwunden hast. So nach und nach entwickelst du eine Kampfhaltung und bevor du die erste Aktion anpackst fühlst du dich schon im Stress. Du bist vollgepumpt mit Adrenalin und Cortisol. Vielleicht notwendig, damit du deine Dinge auch schaffst.
Mir gefällt die Vorstellung, dass ich nach dem Aufstehen, nach dem Blick in den Kalender, nach den Vorstellungen von allen möglichen und unmöglichen Hindernissen und nach der adrenalingestärkten Kämpferhaltung ich mir das Geschenk gönne, mich noch einmal zu sammeln. Ich setze mich hin und trinke in Ruhe meinen Kaffee. Während die Schlacht gedanklich schon um mich herum begonnen hat, mache ich noch nicht mit. Ich sammle mich und stehe auf, wenn ich wirklich so weit bin. Aber dann: "Good morning. Let the stress beginn!"
In der Sammlung wird es mir nichts ausmachen. Ich bin zentriert und ganz bei mir. Hallo Leben, ich komme!
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Samstag, 1. September 2018

Leihst du mir einen Euro?

Ein junger Mann in der Fußgängerzone sprach mich an: "Kannst du mir mal einen Euro leihen?" Das ist doch eine schöne Umschreibung dessen, was er eigentlich wollte. Früher hieß es: "Haste mal ne Mark für mich?" Da war klar, dass es um das Verschenken ging. Der junge Mann wollte einen Euro geschenkt haben und nicht geliehen.
Wenn ich mir etwas ausleihe, dann gebe ich damit zugleich das Versprechen ab, dass ich das Geliehene zurückgebe. Ich mache deutlich, dass der Besitzer immer noch der Besitzer bleibt. Ich verleihe dir mein Auto. Damit stelle ich es dir für eine Zeit zur Verfügung und dann gibst du es mir zurück. Ich bleibe immer der Besitzer des Autos. Wenn ich Geld verleihe, dann bleibe ich auch der Besitzer des Geldes. "Kannst du mir einen Euro leihen?" Das verhindert, dass der junge Mann zum Bettler wird. Er bleibt in seiner Größe und macht deutlich, dass mein Geld auch mein Geld bleiben wird. Er wird es auf der einen Seite ausgeben und auf der anderen Seite bleibt mein Geld mein Geld. Nur die Wahrscheinlichkeit des Wiederbekommnens geht gegen null. Wenn der Mann mich gefragt hätte, ob ich ihm einen Euro schenke, dann hätte ich ihm eher das Geld gegeben. Dann hätte ich es einfach hergegeben und auch innerlich losgelassen. Wenn ich den Euro verleihe, dann muss ich ja darauf bestehen, dass er mir den auch zurückgibt. Das gehört zum "Leihen" einfach dazu!
Ich warte übrigens immer noch auf so manchen Euro von so manchem Menschen. Ich sollte die Leihgabe in ein Geschenk umwandeln, dann muss ich nicht mehr auf die Rückgabe warten. Und das geht ganz schnell. Solltest du bei mir etwas geliehen haben, dann schenke ich es dir. Und zwar jetzt!
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Samstag, 25. August 2018

Du bist einfach ganz besonders!

Du bist wunderbar! Wie wunderbar!
Hat dir jemand mal gesagt, dass du wunderbar bist? Dein Kind, deine Eltern, dein Mann oder deine Frau, deine Freundin oder dein Freund? Also, du bist wunderbar! Du bist wirklich einfach ganz besonders. Du bist toll! Du bist außergewöhnlich! Du bist großartig!
Hältst du es noch aus oder hörst du auf zu lesen. Kommt bei dir jetzt ein "Ja"! "Ich bin wunderbar! Wie schön!" Oder kommt eher eine Reaktion wie: "Na ja, vielleicht manchmal! Eher aber nicht! Das ist doch übertrieben! Da kommen mir gleich meine Fehler und Einschränkungen in den Sinn. Das meinst du doch nicht wirklich. Außerdem kennst du mich ja gar nicht. Du weißt nicht, wer hier diesen Text liest. Wenn du mich wirklich kennen würdest. Wenn du wüsstest, wie schlecht gelaunt ich oft bin. Wenn du wüsstest, wie oft ich meine Freundinnen und Freunde vernachlässige! Wenn du wüsstest, wie oft ich eine Maske trage um meine Traurigkeit zu verbergen. Wenn du das wüsstest und noch viel mehr, dann könntest du das nicht mehr sagen."
Ein Teil in dir wünscht sich dennoch diese Bestätigung. Du bist wunderbar! Davon lebst du, Das richtet dich auf und macht dich ein paar Zentimeter größer. Und ein anderer Teil will es nicht hören. Kann es kaum aushalten. Ist es nicht gewöhnt. Im Alltag hörst du eher deine Defizite. Das hast du nicht richtig gemacht. Dies könntest du noch verbessern. Trotzdem: Du bist wunderbar!
In einem Seminar hatte eine Teilnehmerin eine Differenz mit dem Seminarleiter. Da kam ein Gefühl von Ärger hoch. Der Ärger bewirkte zunächst eine Trennung. "Der Seminarleiter ist blöd. Der ist ja sooo klug! Dieser Besserwisser! Ich fand ihn mal richtig gut und ich mochte ihn. Jetzt zeigt er aber sein wahres Gesicht. Er kann nichts anderes neben sich gelten lassen. Ist halt ein Sonnenkönig! Ein Superguru!" Daraufhin sprach der Seminarleiter diese Teilnehmerin an so ungefähr mit den Worten: "Da merke ich jetzt Ärger. Ich bin trotzdem mit dir in Verbindung. Spürst du das? Merkst du, dass ich bei dir bin und dich mag ganz unabhängig davon, ob da jetzt eine Meinungsdifferenz da ist oder ein Ärger! Spür einmal nach!" Da wachte die Teilnehmerin auf und ihr wurde klar, dass das Gefühl von Trennung nicht nötig ist. Sie konnte wieder in Verbindung gehen. Mir hat das sehr gefallen. Denn es hat einen Unterschied gemacht zu sonstigen Erfahrungen.
Wenn wir uns über jemanden ärgern gehen wir in der Regel in die Trennung. Wir wollen mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Wir wenden uns ab. Kannst du dir vorstellen, dass du zugleich den Ärger spürst, aber dich nicht trennst sondern in Verbindung bleibst? "Ich ärgere mich jetzt. Aber du wirst es nicht schaffen, dass ich mich von dir trenne. Ich kann immer noch das Wunderbare in dir wahrnehmen und freue mich, dass ich etwas davon bekomme!"
Also noch einmal. Du bist wunderbar! Trotz und jenseits aller Defizite und Mängel. Du bist einfach ganz besonders. Dafür musst du nichts tun! Gar nichts!
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Donnerstag, 23. August 2018


Sonne für die Seele! 

Von Rose Ausländer stammt folgendes Gedicht:

der garten
öffnet seine rosen

sie duften sich
sonnenworte zu

nur liebespaare
fangen sie auf
und grüssen zurück
in der rosensprache

rosen antworten rot
mit herzlichem duft

duftworte
die sich liebkosen

In einem anderen ihrer Gedichte heißt es so oder ähnlich:


Ich wohne in einer Stadt aus Sonne und Schnee
Der König ist ein Bettler.
Seine Nahrung ist Schnee.

Ich schenke ihm Sonnenworte
Vielleicht kann er sich Brot dafür kaufen.

Mir gefällt die Idee mit den Sonnenworten. Rosen duften sich Sonnenworte zu. Von Sonnenworten können Bettler leben.
Verschenkst du gerne Sonnenworte? Bekommst du viele Sonnenworte? Welche gefallen dir besonders gut? Du kannst sie gerne hier im Kommentar veröffentlichen. Einfach hier unten in das Feld reinschreiben. Ein paar schöne Sonnenworte für alle, die hier lesen.
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