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Mittwoch, 23. März 2016

Sei unabhängig vom Wetter!


Hallo Wetter, du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich werde jetzt zu dir rauskommen, egal wie viel Regen du mir schickst! Egal wie kalt der Wind um meine Ohren pfeifen wird! Ich werde jetzt aufstehen von meiner bequemen Couch. Ich werde dieses warme Zimmer verlassen und meinen Kaffee austrinken. Ich werde mir keine neue Tasse einschütten und das Buch, das ich lese, werde ich nicht fortsetzen. Ich lese nur noch diesen Abschnitt zu Ende und dann stehe ich auf.
Du Wetter, wirst es nicht schaffen, dass ich sitzen bleibe. Du musst dir keine Mühe geben und mir einen Sonnenstrahl schicken, damit ich nach draußen komme. Das ist nicht nötig. Du musst es mir nicht leicht machen. Ich schaffe es auch ohne dich. Ich habe Regenkleidung und feste Schuhe. Du kannst mir nichts anhaben. Du wirst es nicht einmal schaffen, mit aller Regenintensität bis zu meiner Haut durchzudringen. Ehe schafft es mein Schweiß. Und es wird dir auch nicht gelingen, dass ich sitzen bleibe, weil ich an meinen Schweiß denke. Wenn ich jetzt aufstehe und mich dick einpacke und zu dir nach draußen komme und ein paar Schritte laufe. Und so schnell laufe, dass ich gleich schwitzen werde. Was mir dann unangenehm ist. Ich werde trotzdem kommen.
Ich bin gleich mit diesem Abschnitt in meinem Buch fertig. Ich werde gleich den letzten Schluck aus meiner Tasse trinken. Ich werde nur noch einen kurzen Blick auf meine App werfen, wie du dich in den nächsten Stunden verhalten wirst. Aber das wird meine Entscheidung nicht beeinflussen. Ich habe nämlich schon heute früh beschlossen, dass ich zu dir kommen werde. Egal, wie sich der Tag entwickelt. Ich habe mit mir sogar schon heimlich eine Uhrzeit ausgemacht. Weil ich mich kenne. Weil ich weiß, dass das Buch spannend sein wird. Dass der Kaffee köstlich ist. Dass mir die warme Stube gefällt. Dass ich die Bequemlichkeit über alles liebe.
Weil ich das alles weiß, werde ich mich selbst überlisten. Ich gebe dir, Wetter, nicht die Möglichkeit, über mein Leben zu entscheiden. Wenn ich nicht zu dir komme, dann wegen meiner eigenen Bequemlichkeit. Nicht, weil du so regnerisch drauf bist. Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben.
Siehst du, jetzt stehe ich auf. Ich klappe das Buch zu und stelle die Tasse in die Spüle. Ich drehe die Heizung herunter und ziehe mir Jacke, Schal und Schuhe an. Du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich öffne die Tür. Ich stecke meine Nase heraus! Ja, du bist kalt! Ja, du bist regnerisch! Ja, das gefällt mir gar nicht! Und? Ich komme trotzdem. Ich stehe zu meinem Wort. Da kannst du machen, was du willst. Ich stehe so sehr dazu, dass ich bereit bin zu sterben! Aber das wäre übertrieben. Das musste ich nur denken, damit ich jetzt wirklich zu dir komme.
Und wo ich jetzt schon mal bei dir bin: So schlecht ist es gar nicht bei dir! Ein wenig unbequem und kalt und regnerisch... aber für die nächsten Minuten bleibe ich. Das steht jetzt mal fest.
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Dienstag, 22. März 2016

Danke, dass ich bei dir eine Zicke sein darf und du mich trotzdem behandelst wie eine Königin!!!


Ich bekomme dazu sofort ein Bild. Vor mir sehe die Paare, wo es manchmal zickig zugeht. Leider wird die Zickigkeit oft den Frauen zugesprochen. Auch  auf dieser Spruchkarte. "Zicke" und "Köningin" und nicht "Ziegenbock" und "König". Der andere Spruch würde genauso zutreffen. "Danke, dass ich bei dir bockig sein darf und du mich trotzdem behandelst wie einen König!"
Machmal sind wir bockig und zickig! Wenn ich das bei einem fremden Paar wahrnehme geht mir durch den Kopf: "Man, muss das sein in aller Öffentlichkeit? Sind die kleinlich! Nervig! Es geht doch um gar nichts! Wie die kleinen Kinder!" Dann erwische ich mich dabei, wie ich auch in solchen Dialogen lande, die von außen betrachtet zickig und bockig wirken. "Schon wieder hast du das Licht angelassen!" - "Das stimmt ja gar nicht." - "Doch, nie erfüllst du meine Wünsche. Immer bin ich für dich wie Luft." - "Du übertreibst jetzt völlig!" - "Ich übertreibe?" - "Heute morgen hast du übertrieben als du dich über die Brötchen beschwert hast. Totalt verkohlt! Dabei war nur an einem Brötchen eine kleine dunkle Stelle! Nicht der Rede wert. Aber du mit deinem Brötchenzwang!" - "So wie du mit deinem Sauberkeitsfimmel! Schau doch mal unseren Wäscheberg an. Vielmehr dein Wäscheberg! Kein Teil ist schmutzig!"
Ich könnte diesen Dialog jetzt endlos vortsetzen. Irgendwann entsteht so ein Gedanke, dass sich eine solche Art der Beziehung nicht lohnt. Verbindend und zugewandt sollte es doch sein. Viel schöner, nicht wahr? Wenn du als Mann oder Frau nur nicht so bockig oder so zickig wärest. Wie schnell fühlen wir uns angegriffen und in unserer Ehre gekränkt. Wie schnell geschieht Bewertung und Entwertung!
Und wie schön ist es, wenn mitten in unserer Bockigkeit und Zickigkeit die Idee aufkommt, dass wir uns gegenseitig wie König und Königin behandeln. Wenn diese Köngiswürde immer wieder aufleuchtet in der Beziehung. Dass zickige und bockige Momente einfach mal kommen, aber nicht eine so hohe Bedeutung haben. Ich kenne so ein paar Paare, die sich ständig anzicken. Von außen betrachtet wäre eine Scheidung total heilsam. Aber von innen betrachtet gibt es ein verborgenes Paargeheimnis das da heißt: "Ich zicke zwar hier rum, aber ich weiß, dass ich deine Köngin bin." - "Ich bin zwar ziemlich bockig, vor allem, wenn du mich oft verbesserst. Aber im Stillen weiß ich, dass ich dein König bin." Möge diese Dimension immer wieder in deiner Beziehung aufleuchten.
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Montag, 21. März 2016

Bevor ich mich jetzt aufrege isses mir lieber egal!

Ich bewundere die Menschen, die es schaffen, sich nicht aufzuregen. Wenn mir etwas wirklich nicht passt, dann rege ich mich auf! Das kommt nicht oft vor. Meine Frustrationstoleranz ist unglaublich hoch. Während die Menschen um mich herum toben kann ich noch ganz gelassen bleiben. "Was regst du dich auf? Ist doch gar nicht so schlimm!"
Dann kommt aber der Moment, wo mein Vulkan explodiert. Mit aller Macht! Es ist ein stiller Vulkan. Einer, der einfach macht. Der die Konsequenzen zieht. Ich kann mich so aufregen, dass die Veränderung sofort kommt. Ein Beispiel gefällig? Ich würde ein Kind plärren lassen, stundenlang. Voller Verständnis. Voller Mitgefühl. Da scheint was untröstlich zu sein. Doch irgendwann würde ich den Gegenstand des Geplärres wegnehmen. Wortlos und in der Mülltonne entsorgen. Ohne Zwischenschritte. Und? Bist du jetzt erschrocken?
Wenn ja, dann gehörst du vielleicht zu den Menschen, die nach dem Spruch auf der Karte leben. "Bevor ich mich jetzt aufrege isses mir lieber egal!" Die Egalität verhindert, dass du etwas zerstörst oder machst, was du später bereust. Es kann aber auch passieren, dass du über deine Gefühle hinweggehst.
Mir kommt eine Alternative in den Sinn. Angemessen reagieren! Was ist angemessen? Das es dir total egal ist? Das du dich wahnsinnig reinsteigerst und aufregst? Oder das du dich fragst, was denn jetzt angemessen ist! Mein Beispiel dem Kind gegenüber ist bestimmt nicht angemessen. Es würde mich gar nicht verstehen. Ich würde noch dafür sorgen, dass es zu einem lebenslangen Trauma käme.
Wir reagieren als Menschen leider oft zu früh oder zu spät. Zu lasch oder und zu heftig. Wir tragen halt alle unsere alten Muster aus der Kindheit mit herum. Das Positive für mich heißt: So lange ich mich noch aufregen kann, scheine ich auch noch lebendig zu sein. Die Aufregung kann zum Motor der Veränderung werden.
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Samstag, 19. März 2016

Immer schön Kopf hoch, damit das Krönchen nicht fällt!

Jawohl, immer schön Kopf hoch! Sich nicht gehen lassen! Haltung bewahren! Sich nicht unterkriegen lassen! Das Leben geht weiter! Das stimmt total! Und es ist total bescheuert!

1. Variation: Es stimmt nicht! Du liegst am Boden, weil du enttäuscht bist. Du hast keine Lust mehr. Es ist viel zu anstrengend. Du bist in einer Krise und weißt keinen Ausweg. Du kannst einfach nicht mehr. Punkt. Und fertig. Es muss auch mal erlaubt sein, liegenzubleiben! Wenn es halt einfach nicht mehr geht. Ohne Diskussion und ohne weiteres Gelaber! Ohne Aufmunterungen, weil sie dir auf die Nerven gehen! Immer diese Schönredner. Die sind noch nie im Sumpf gewesen! Jedes ihrer "schönen" Worte treibt dich noch mehr in die Depression. Die Krone, die gefallen ist, rutscht in immer weiterer Ferne. Außerdem ist es ganz gut, sich manchmal in seinem Elend zu suhlen. Nicht wahr?

2. Variation: Es stimmt! Du bist verantwortlich für dein Leben! Niemand sonst. Auf wen wartest du? Wer soll dich jetzt schon wieder retten? Es ist schlimm, aber nicht so schlimm als das du nicht wieder aufstehen könntest. Etwas geht noch. Wenn nicht jetzt, dann aber bestimmt in ein paar Mintuten. Oder in ein paar Stunden oder in ein paar Tagen. Irgend etwas wird irgendwann wieder gehen. Niemand schafft es, so lange am Boden liegen zu bleiben bis der Tod eintritt. Irgendwann stehst du auf. Du bist fertig mit deinen Elendsgefühlen. Du bist erschöpft vom Heulen. Du findest jede Alternative besser als liegen zu bleiben. Durch eine Krise musst du nur hindurch. Das ist der Sinn. Nicht drin stecken bleiben.

3. Variation: Es stimmt und es stimmt nicht! Und es stimmt beides zugleich! Alles zu seiner Zeit! Und jeder ist da anders! Wenn du aufhörst zu werten darf alles so kommen, wie es kommt. Du fällst und bist fertig. Dann ist das so. Oder du stehst auf, weil du ein Aufsteher bist. Dann ist das auch so. Es ist dein Leben und du entscheidest, wie du es machst, oder?

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Bitte hängen sie hier Ihre anprobierte Ware ab.

Du gehst in eine Boutique und probierst ein Kleidungsstück an. Wenn es nicht gefällt oder passt, was machst du dann? Du hängst es an einen Ständer direkt an der Umkleide. Dieses Prozedere musste ich erst einmal verstehen. Mir ist das bislang nie aufgefallen.
Ja, ich habe an der Umkleide mal einen Ständer gesehen mit lauter Anziehsachen. Meistens in einem Durcheinander. Aber erst dieses Schild hat mich aufgeklärt. "Bitte hängen Sie hier Ihre anbrobierte Ware ab."
Bisher habe ich meine Waren immer sorgfältig gefaltet und dahin zurückgebracht, wo ich es hergenommen habe. Die Verkäufer machen das auch so. Sie falten und bringen zurück. Für mich war das einfach selbstverständlich. Ich habe es dort weggenommen, also bringe ich es dorthin zurück. Ich mache das wie in meinem Haushalt. Ich benutze das Geschirr. Wasche es ab und stelle es zurück an den Ort, wo es hingehört.
Das gibt mir Halt und Sicherheit. Alle Dinge haben ihren Platz. Dort gehören sie hin. Da finde ich sie wieder und sie stehen dort, bis sie von mir gebraucht werden. Da gibt es so viele Diener in meinem Leben. Teller und Tassen, Lappen und Eimer, Hosen und Hemden, Konservendosen und Tüten. Hunderte von Dingen bleiben geduldig an ihrem Platz bis ich sie greife.
Wenn ich meine anprobierten Waren an diesen "Ständer" hänge - wann werden sie wohl an ihrem Platz zurück gebracht? Vielleicht sucht ein Kunde gerade nach einem Teil, das an diesem Ständer hängt. Es hängt dort und findet nicht den Weg zum Kunden. Ich werde auch in Zukunft meine Pullover, Hemden und Hosen wieder an ihren Platz zurückbringen. Nicht, um die Verkäufer zu entlasten. Die stehen sowieso oft nur herum. Ich tue das für mich und für die Sachen, die ich anprbiere. Und ich erinnere mich daran, dass ich selber auch einen Platz brauche, wo ich sein darf. Ein Platz, den mir niemand streitig macht. Ich möchte auch nicht entsorgt werden und an einem Ort landen, den ich mir nicht ausgesucht habe. Und? Hast du deinen Platz schon gefunden?
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