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Freitag, 31. Juli 2015
Innehalten vor dem Panikaufbruch!
Vor ein paar Tagen hielt mein Zug planmäßig an einem kleinen Bahnhof. Dann kam die vertraute Durchsage: "Unsere Abfahrt verzögert sich leider noch um wenige Minuten. Wir müssen einen ICE vorbeifahren lassen."
Aus den wenigen Minuten wurde eine Viertelstunde. Ich richtete mich auf eine längere Verzögerung ein und packte meinen Laptop aus. Statt zu warten wollte ich die Zeit gut nutzen. Dann kam eine erneute Durchsage: "Auf dem Steckenabschnitt vor uns ist ein ICE in einen auf den Gleisen liegenden Baum hineingefahren. Unsere Abfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit." Was war meine erste Reaktion? Kein Problem! Bis zu meinem Haus sind es zwanzig Minuten. Ich kann abgeholt werden. Ein kurzer Anruf genügt.
Die meisten Fahrgäste sprangen unmittelbar nach der Durchsage wie von der Tarantel gestochen auf und verließen fluchtartig den Zug mit dem Handy in der Hand. In wenigen Augenblicken waren Zug und Bahnsteig wie leergefegt. Ich brauchte noch ein paar Augenblicke, den Laptop wieder herunterzufahren.
Dann kam plötzlich die Zugbegleiterin in das Abteil: "Bleiben Sie sitzen! Es geht gleich weiter!" Unmittelbar auch die zentrale Durchsage: "Wir haben wieder freie Fahrt!" Für die flüchtenden Fahrgäste war es zu spät. Für mich nicht! Was lerne ich daraus?
Wenn es zu einer plötzlichen Überraschung kommt neigen wir Menschen zu Panikreaktionen. Unmittelbar und direkt möchten wir uns retten. Da kommen die tierischen Instinkte durch und wir haben das Gefühl, wir müssen sofort handeln. Aber müssen wir das wirklich? Es steht kein Löwe vor uns, der uns auffrisst. Es überfährt und gerade in diesem Augenblick kein Auto. Es besteht keine unmittelbare Todesgefahr. Aber unser Körper gibt diese Signale ab. Was tun stattdessen?
Einen Augenblick innehalten. Einen Atemzug nehmen und das ganz bewusst! Eine Verzögerung einbauen. Es geht darum, diesem Panikmoment für einen Augenblick zu widerstehen. Nach dem Atemzug öffnet sich quasi ein neues Tor. Es ist das Lösungstor! Nach dem Innehalten und dem bewussten Atemzug wirst du dir deiner Ressourcen und Möglichkeiten bewusst. Die waren nämlich für einen Moment ausgeschaltet.
Wenn du diesen Text jetzt liest, wirst du dich bei der nächsten Panik daran erinnern. Du gibst deinem Geist hier und jetzt den Impuls: Beim nächsten Mal innehalten und tief durchatmen. Zugleich fängst du schon jetzt an zu üben. Bei jeder Kleinigkeit wo du merkst, dass dein Puls hochgeht, hältst du inne und atmest. Du machst dir dein eigenes Angst- und Paniktrainingsprogramm. Dieses Programm beinhaltet nur einen Satz: "Innehalten und bewusst atmen!"
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Donnerstag, 30. Juli 2015
Sei authentisch!
Sei doch du selbst!
Niemand ist wie du!
Du bist einmalig!
Du brauchst dich nicht verstellen!
Du bist du!
Wie anstrengend, wenn du dich ständig anstrengst, jemand zu sein, der du nicht bist.
Du bist dann so, wie jemand anders dich will!
So, wie deine Mutter dich wollte!
So, wie dein Vater dich wollte!
Dann gibt es noch die Lehrer, Pfarrer, Nachbarn und Verwandte.
Auch Freunde! Seit doch mir zuliebe ein wenig anders!
Sei authentisch!
Sei echt!
Sei keine Fälschung von dir selbst!
Wenn du dich nur ein klein wenig verbiegst,
nur ein wenig,
nur manchmal,
nur in Ausnahmesituationen
nur wenn es wirklich nicht anders geht...
Dann komm aber schnell wieder zurück,
wenn du es nicht schaffst, immer authentisch zu sein.
Vielleicht schaffst du es heute mal für eine Stunde.
Und morgen vielleicht eine Stunde mehr?
Dann gehst du zu deinem Liebsten und sagst ihm:
Dieses rote Hemd schmeiße ich jetzt weg. Es tut meinen Augen weh!
Und du gehst zu deiner Liebsten und sagst ihr:
Deine Salatsauce werde ich nicht mehr essen. Sie schmeckt mir nicht!
Authentisch sein: Das hat durchaus seinen Preis!
Das hat Folgen!
Dazu musst du Ja sagen!
Wäre auf jeden Fall besser!
Oder du entscheidest dich für das rote Hemd und die Salatsauce.
Das gehört ja zu den Ausnahmen.
Salatsauce gibt es ja nicht jeden Tag und das rote Hemd liegt oft im Schrank.
Bleib trotzdem dran!
Werde authentisch!
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Mittwoch, 29. Juli 2015
Bäume springen nicht zur Seite.
Natürlich tun sie das nicht. Bäume springen nicht zur Seite. Diesen Spruch las ich vom Auto aus und fuhr auf einer niedersächsischen Landstraße mit vielen Bäumen. Der Hintergrund war wohl der, dass die Menschen vorsichtig fahren und nicht in einer Kurve vor dem Baum landen wegen überhöhter Geschwindigkeit.
Als ich an dem Schild vorbeifuhr war meine Aufmerksamkeit abgelenkt von der Straße. Ich war ja damit beschäftigt, das Schild zu lesen. Währenddessen musste ich zwischen all diesen Bäumen hindurchfahren, die jetzt nicht mehr meine volle Aufmerksamkeit hatten. Das wäre eine tragische Geschichte gewesen, nicht wahr? "Beim Lesen des Plakates mit der Aufschrift 'Bäume springen nicht zur Seite' fuhr ein Autofahrer vor einem Baum."
An der Autobahn befinden sich ja auch manchmal solche merkwürdige Verkehrszeichen. Vorsicht! Staugefahr! Wenn du da vorbeifährst gerätst du in Panik. Du trittst auf die Bremse und veranlasst, dass alle hinter dir auch auf die Bremse treten. Der Verkehr verlangsamt sich und es kommt zum Stau. Das Schild warnt also nicht davor, sondern provoziert es.
Aber ich komme noch einmal zu dem Baumspruch zurück. Das stimmt! Bäume springen nicht zur Seite! Wie gut! Ich stelle mir wandernde Bäume vor. Sie würden die Straßen blockieren und ständige Verkehrshindernisse sein wie die heiligen Kühe in Indien. Bäume stehen und haben eine Qualität, die mir Zuverlässigkeit verspricht. Sie spenden mir Schatten, sorgen für Sauerstoff, bringen Früchte und Nüsse hervor, bieten Vögeln und Insekten ein zu Hause und Nahrung. Ich freue mich über jedes Exemplar in meinem Garten und ich wünsche mir, dass sie da noch Jahrzehnte stehen.
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Dienstag, 28. Juli 2015
Vertrauen ist gut, Anwalt ist besser...
Den Spruch las ich auf einer Tasche. Ich hätte den Spruch eher umgekehrt gedacht. Anwalt ist gut, Vertrauen ist besser!
Den Anwalt brauchst du ja erst, wenn das Vertrauen zerstört ist. Wenn du die Konflikte im Leben im Vertrauen lösen kannst, ist doch alles in Ordnung! Wenn schon diese Reihenfolge auf der Tasche, dann lieber: Vertrauen ist gut, Anwalt wäre nur eine Notlösung.
Der ursprüngliche Spruch heißt ja: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Möchte der Anwalt die Aufgabe der Kontrolle übernehmen? Ist der Spruch so gemein? Also in dem Sinne wie: Wenn du vertraust, dann ist das sicherlich eine gute Entscheidung, aber wenn du mich als Anwalt einschaltest werde ich gut kontrollieren können, dass dein Vertrauen mit Sicherheit nicht enttäuscht wird.
Der Anwalt hat seine Bedeutung und seine Funktion. Einmal in meinem Leben hätte ich gut einen gebrauchen können. Aber im kirchlichen System haben Anwälte nicht so wirklich einen Platz. Da übernimmt der Bischof alle Funktionen: Er ist Richter, Verteidiger und Staatsanwalt in einer Person.
Ich glaube, dass es gut ist, im Leben immer wieder das Vertrauen zu wagen. Wenn du vertraust, dann gehst du in Verbindung mit dem Leben, mit den Menschen, mit den Dingen. Wenn du misstraust, dann bist du getrennt von allem. Wenn du verbunden bist, dann bekommst du Zuwendung und Liebe. Und darum und dafür leben wir ja eigentlich, oder?
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Montag, 27. Juli 2015
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. (Albert Einstein)
Probleme können durch eine bestimmte Denkweise entstehen. Der Verstand denkt im Rahmen von ihm bekannten Mustern. Er greift zurück auf schon gemachte Erfahrungen. Er kann sozusagen keine Wunder aus dem "Nichts" bewirken.
Stell dir einmal vor, du bist ein perfekter Mensch. Du bist verheiratet, hast Kinder und eine Arbeit. Du pflegst ein paar Hobbys und gehörst noch zwei Vereinen an. Alle diese Dinge machst du mit großer Leidenschaft. So nach und nach fordern alle diese Felder immer mehr Zeit und Aufmerksamkeit von dir. Und du gibst dich dem hin, weil du es ja gut machen möchtest. Deine Arbeit wird verantwortungsvoller, du bekommst einen Posten im Verein, du besuchst eine Weiterbildung für das eine oder andere Hobby. Dein Zeitrahmen wird enger und enger.
Irgendwann hockst du in der Falle und bedienst alle Felder zwar noch, aber irgendwie im Funktionsmodus. Du stellst fest: Die Freude wird geringer, die Müdigkeit wird größer. Von außen betrachtet bekommst du die Diagnose "Burnout"!
Wenn du darunter leidest, hast du ein Problem. Du möchtest heraus aus dieser Falle? Du möchtest etwas ändern? Wie denn! Du bist perfekt. Du möchtest allen Ansprüchen genügen. Alle Felder wollen bedient werden. Du hast ja schließlich dafür Verantwortung übernommen. Wie löst du dein Problem?
Du verzichtest auf alle eigenen Bedürfnisse?
Du verkürzt deine Nachtruhe?
Du verzichtest auf das Wochenende und den Urlaub?
Das hört sich alles nicht sehr attraktiv an, oder? Albert Einstein meint nun, dass du erst auf eine andere und erfolgreichere Spur kommst, wenn du deine Denkweise änderst. Wortwörtlich! Die Art und Weise, wie du denkst! Die Art und Weise, wie du bislang gedacht hast, ist verantwortlich für die Misere in die du geraten bist. Wenn du mit dieser Denkweise in deine Misere geraten bist, hast du also grundsätzlich irgendetwas nicht so optimal gedacht.
Du könntest zum Beispiel den Glaubenssatz in Frage stellen: "Sei perfekt!" Das ist nur ein Gedankenkonstrukt. Gehört er deinem Vater oder deiner Mutter oder beiden Eltern? Wer sagt, dass man bei allen Vereinen, Hobbys und sonstigen Dingen bis zum Ende des Lebens durchhalten muss?
Also verändern wir einmal die Denkweise!
Stell dir vor, dein Leben ist ein Sandkasten. Du bist ein kleines Kind und du darfst in diesem Sandkasten spielen mit deiner Schaufel und deiner Schüppe. Dann baust du dir eine Burg und musst deine Burg verteidigen gegen die anderen Kinder, die deinen Sand möchten für ihre Burg. Und schon bist du im Stress, wie im richtigen Leben. Halt stopp!
Es ist ein Sandkasten! Es handelt sich um ein Spiel! Du kannst den Sandkasten verlassen! Nebenan ist eine Wiese, ein Wald oder ein anderes Spielgerät. Du musst das Spiel nicht weiterspielen. Du kannst aussteigen und etwas anderes machen. Übertragen auf dein erwachsenes Leben mit der "Problemdenkweise" kannst du auch aussteigen. Es ist "nur" ein "Erwachsenenspiel" Du hast den Sandkasten vertauscht gegen etwas anderes. Du darfst natürlich gerne weiterspielen, denn du hast ja Verantwortung übernommen.
Aber im Sinne von Albert Einstein wäre es gut, wenn du für einen deutlichen Moment ein Stopp einrichtest. Geh einen Schritt zurück. Geh raus aus deinen Gedanken. Sei ganz da im Hier und Jetzt. Lass dich überraschen von woher da eine Lösung kommt. Sie wird nicht aus dem Denken kommen sondern wie aus einem anderen Raum. Manche nennen es Intuition oder Schöpfen aus dem Feld des Unbewussten. Ich wünsche dir diesen Zugang aus dem Raum der grenzenlosen Möglichkeiten!
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