Urlaubszeit! Ich
sitze am Küchentisch und blicke auf den
Lampenschirm. Da fällt mir das kleine schwarze Etikett auf mit der
Aufschrift: "home sweet home".
Warum fahren wir eigentlich fort, wenn die Heimat so
süß ist? Kennst du dieses eigenartige Gefühl? Du bist zu Hause und
erlebst deinen Alltag. Manches gefällt dir und vieles geht dir auf die
Nerven. Irgedwann hast du die Nase voll und willst nur noch raus.
Abstand gewinnen, Urlaub machen. Etwas anders sehen und hören. Du
bekommst Fernweh!
Dann bist du in der Urlaubsfremde und atmest die
ersten Tage durch. Keine Verpflichtungen mehr, Entspannung pur.
Ausruhen dürfen. Die Seele baumeln lassen. Irgendwann wird die
Erinnerung an die Heimat in dir wach. Wie hoch ist der Rasen gewachsen?
Was machen die Nachbarn? Wie schläft es sich noch mal im eigenen Bett?
Du sehnst dich nach mehr Platz. Dir fehlt das eine Buch oder ein
bestimmtes Gerät. Du bekommst Heimweh!
Ich habe im Laufe des
Lebens festgestellt, dass die meisten Menschen irgendwo hin tendieren.
Manche sind eher Heimweh und andere Fernwehtypen. Und dann gibt es noch
diejenigen, die immer hin und her pendeln. Das sind die "Seefahrertypen".
Die wünschen sich immer genau woanders als da, wo sie gerade sind.
Unser sweet home? Was
ist mein sweet home? Die vier Wände, in denen ich meinen Alltag lebe?
Meine Seele? Mein Herz? Der Mensch, den ich liebe? Von allem etwas? Das
Geheimnis liegt im hin und her wandern. Der Entzug der Heimat lässt die
Sehnsucht nach ihr wachsen. Die Süße liegt nur in der Vorstellung, nicht
in der Umsetzung. Gut, wenn ich die süße Heimat in mir selbst verankern
kann.
www.matthias-koenning.de
Translate
Freitag, 18. September 2020
Dienstag, 15. September 2020
Auch sind ja alle Dinge so oder anders nachdem wir sie so oder anders betrachten. (Wilhelm Heinrich Wackenroder)
Die Dinge ändern sich, je nachdem, wie ich sie betrachte. Probiere doch mal folgendes aus: Schaue dir einen Baum an und suche nach den Stellen, die dir nicht gefallen. Was findest du hässlich? Steht er nicht doch irgendwie am falschen Platz? Wie sind die Äste ausgerichtet? Die Baumrinde! Die Blätter. Suche die kranken Stellen. Hat fast jeder Baum. Schaue dir diesen Baum an und stelle fest, wie elendig er aussieht.
Dann suchst du dir einen Baum aus, der auf den ersten Blick ganz prima ist. Auch dort fängst du an und suchst nach dem, was dir nicht gefällt.
Dann gehst du zum ersten Baum zurück und stellst dir vor, dass das der schönste Baum der Welt ist. Bislang ist das noch niemandem aufgefallen. Dieser Baum hat wunderbare Teile. Er ist originell. Ein Unikat! Den zweiten Baum betrachtest auch auch wieder wie ein Weltwunder.
Du schaust dir die gleichen Bäume an und kommst zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ich bin der Betrachter und ich entscheide, wie etwas auf mich wirkt.
Was für Bäume gilt, gilt auch für Menschen. Ich kann meine eigenen Kinder sehr verschieden anschauen. Probe gefällig? "Mein Sohn ist verhaltensauffällig. Er räumt nie auf und kann nicht am Tisch sitzen bleiben. Konzentrieren geht nur für ein paar Minuten und außerdem streitet er sich jeden Tag mit seiner Schwester. Ich bin inzwischen fix und fertig mit den Nerven."
Oder: "Ich liebe meinen Sohn! Wenn ich ihn anschaue geht mir das Herz auf. Allein wie er sich freuen kann wenn er etwas sieht, was ihm gefällt! Er ist so lebendig. Er sprüht vor lauter Energie. Wie wunderbar!"
Wie wäre es, sich im Betrachten der Wirklichkeit einzuüben? Was möchte ich sehen? Auch sind ja alle Dinge so oder anders nachdem wir sie so oder anders betrachten.
Samstag, 12. September 2020
Darf ich dich verführen?
In einem Bekleidungsgeschäft in Wien gab es einen riesigen Andrang. Ich schaute hinein und wunderte mich über all die vielen Menschen auf engem Raum. Das machte mich neugierig und ich betrat den Laden. Die Kleidung fand ich weder außergewöhnlich noch günstig.
Aber mir fiel der Spruch an der Wand auf: "Wenn Sie mögen was Sie hier sehen, werden Sie lieben was Sie oben erwartet." Vielleicht sollte ich motiviert werden, auch in das obere Stockwerk zu gehen. Ich soll auf keinen Fall das Geschäft verlassen ohne alles gesehen zu haben. Außerdem wird es eine Steigerung geben. Wie bei einer Fernseh-Show. Das Leben läuft auf einen Höhepunkt zu. Die Karten werden erst nach und nach offengelegt. Ich zeige nicht sofort alles, was ich habe. Im ersten Stock werde ich mögen was ich sehe. Aber im zweiten Stock wird das Mögen zum Lieben. Das ist ein Versprechen. Da gibt es eine Verheißung! Ich werde verlockt!
Ich bin natürlich nach oben gegangen. Ich wollte wissen, was sich dort befand. Leider wurde ich ernüchtert. Gleiches Konzept, ähnliche Kleidung! Für bestimmte Kundinnen aber bestimmt das Paradies.
Eigentlich ging es mir nur um das Muster. Das kommt mir so vertraut vor. Ich komme als Mensch auf diese Welt und staune. Ich mag, was ich sehe! Die Sonne, die Berge, das Meer, die Tiere und die Menschen! Ich mag wirklich ganz viel von dem, was ich sehe! Ich bin ganz oft sogar begeistert! Jetzt stelle ich mir ein Spruchband vor das am Himmel erscheint. Drauf steht: "Wenn Sie mögen, was Sie hier sehen, werden Sie lieben was Sie oben erwartet!" Das könnte mir doch große Lust auf den Himmel machen oder auf das Leben nach diesem Leben. Ich mag das Leben auf dieser Welt. Wenn ich das Leben hier und jetzt mag, dann werde ich das Leben nach dem Leben auch mögen. Das Leben jetzt scheint nur ein Vorgeschmack zu sein auf die Zukunft!
Der Koch bringt mir eine kleine Kostprobe seiner Kunst. "Nur mal zum probieren!" Ich weiß schon! Wenn mir diese kleine Probe schmeckt, wie wird mir dann das ganze Menü schmecken? Paradiesisch!
Der Spruch an der Wand sagt mir: Das Leben ist eine einzige Verlockung. Immer gibt es etwas, das dich einlädt! Es gibt immer etwas Interessantes zu sehen, zu hören, zu fühlen und zu spüren. Was wird mich noch heute erwarten?!
www.matthias-koenning.de
Freitag, 11. September 2020
Weniger ist mehr!
Manchmal verkomplizieren wir die Dinge statt sie zu vereinfachen. Da schrauben wir dann Sätze, die so klingen wie: "Jetzt wo ich dich sehe wollte ich dir noch sagen von gestern her als ich beim Einkaufen war und mir wieder einmal bei meiner Vergesslichkeit nicht einfiel..." Du kennst sicherlich auch Menschen, die so reden. Oder, du überlegst dir eine Mahlzeit und du möchtest es besonders gut machen für deine Lieben. Je komplizierter das Rezept, desto größer deine Liebe. Das Ergebnis sieht dann so aus: Die Herrlichkeit ist in wenigen Minuten nahezu kommentarlos verputzt.
Schalte mal bewusst einen Einfachtag ein. Heute keine komplizierten Saucen, sondern gebratene Kartoffeln mit Gemüse in der Pfanne, alles naturbelassen. Sage, was du zu sagen hast klar heraus in einfachen Sätzen und ohne Umschweife. Heute könnte dein "Weniger" zu einem "Mehr" werden. Genieße den Freiraum, der dir dadurch entsteht. Ich wünsche dir einen Tag voller Klarheit und Geradlinigkeit.
www.matthias-koenning.de
Donnerstag, 10. September 2020
Wer mich ärgert, bestimme ich. (Winston Churchill)
Manchmal will jemand etwas von mir. Meine Führungskraft, meine Partnerin, ein Familienmitglied, ein Kunde. Allein meine erste Formulierung ist schon gefährlich! "Jemand will etwas von mir." Ich könnte ja auch sagen: "Manchmal trägt jemand einen Wunsch an mich heran." Klingt viel kommunikativer. Hat einen viel größeren Raum von Freiheit! Bei Wünschen kann ich nein sagen ohne Angst vor Groll und Ablehnung.
Wenn jemand etwas von mir will regt sich ein Widerstand. Ich spüre den Ärger schon vorab. Der andere will es. Aber ich nicht. Ich ärgere mich schon sehr früh, weil jemand etwas von mir will, das ich selber nicht möchte. Eine zusätzliche Arbeit. Eine unangenehme Botschaft. Zeit. Geld.
Winston Churchill trifft eine wichtige Entscheidung: "Wer mich ärgert, bestimme ich." Bei mir ist das oft umgekehrt. Ich fühle mich hilflos angesichts des Wollens der anderen. Dann bekomme ich einen Ärger, den ich nicht wollte und den ich nicht beeinflussen kann. Wenn ich mich in Ohnmacht befinde und mich ärgere verliere ich die Freiheit und Autonomie. Ich falle hinein in meine Opferrolle.
Wie anders klingt es wenn ich sage, dass ich selbst bestimme. Ich bestimme über mein Leben. Ich bestimme, wann und mit wem ich was mache. Ich entscheide es und niemand sonst. Auf einmal wache ich auf aus meiner Ohnmacht und Abhängigkeit und nehme die Zügel wieder in die Hand.
Davon wünsche ich mir mehr! Ich bestimme, wer mich ärgert. Und wenn ich bestimme wird mich niemand mehr ärgern. Ich entscheide ja schließlich. Immer mehr!
www.matthias-koenning.de
Abonnieren
Posts (Atom)



