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Freitag, 2. November 2018
Hallo Wetter, ich komme!
Hallo Wetter, du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich werde jetzt zu dir rauskommen, egal wie viel Regen du mir schickst! Egal wie kalt der Wind um meine Ohren pfeifen wird! Ich werde jetzt aufstehen von meiner bequemen Couch. Ich werde dieses warme Zimmer verlassen und meinen Kaffee austrinken. Ich werde mir keine neue Tasse einschütten und das Buch, das ich lese, werde ich nicht fortsetzen. Ich lese nur noch diesen Abschnitt zu Ende und dann stehe ich auf.
Du Wetter, wirst es nicht schaffen, dass ich sitzen bleibe. Du musst dir keine Mühe geben und mir einen Sonnenstrahl schicken, damit ich nach draußen komme. Das ist nicht nötig. Du musst es mir nicht leicht machen. Ich schaffe es auch ohne dich. Ich habe Regenkleidung und feste Schuhe. Du kannst mir nichts anhaben. Du wirst es nicht einmal schaffen, mit aller Regenintensität bis zu meiner Haut durchzudringen. Ehe schafft es mein Schweiß. Und es wird dir auch nicht gelingen, dass ich sitzen bleibe, weil ich an meinen Schweiß denke. Wenn ich jetzt aufstehe und mich dick einpacke und zu dir nach draußen komme und ein paar Schritte laufe. Und so schnell laufe, dass ich gleich schwitzen werde. Was mir dann unangenehm ist. Ich werde trotzdem kommen.
Ich bin gleich mit diesem Abschnitt in meinem Buch fertig. Ich werde gleich den letzten Schluck aus meiner Tasse trinken. Ich werde nur noch einen kurzen Blick auf meine App werfen, wie du dich in den nächsten Stunden verhalten wirst. Aber das wird meine Entscheidung nicht beeinflussen. Ich habe nämlich schon heute früh beschlossen, dass ich zu dir kommen werde. Egal, wie sich der Tag entwickelt. Ich habe mit mir sogar schon heimlich eine Uhrzeit ausgemacht. Weil ich mich kenne. Weil ich weiß, dass das Buch spannend sein wird. Dass der Kaffee köstlich ist. Dass mir die warme Stube gefällt. Dass ich die Bequemlichkeit über alles liebe.
Weil ich das alles weiß, werde ich mich selbst überlisten. Ich gebe dir, Wetter, nicht die Möglichkeit, über mein Leben zu entscheiden. Wenn ich nicht zu dir komme, dann wegen meiner eigenen Bequemlichkeit. Nicht, weil du so regnerisch drauf bist. Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben.
Siehst du, jetzt stehe ich auf. Ich klappe das Buch zu und stelle die Tasse in die Spüle. Ich drehe die Heizung herunter und ziehe mir Jacke, Schal und Schuhe an. Du schaffst es nicht, dass ich mich dir unterwerfe. Ich öffne die Tür. Ich stecke meine Nase heraus! Ja, du bist kalt! Ja, du bist regnerisch! Ja, das gefällt mir gar nicht! Und? Ich komme trotzdem. Ich stehe zu meinem Wort. Da kannst du machen, was du willst. Ich stehe so sehr dazu, dass ich bereit bin zu sterben! Aber das wäre übertrieben. Das musste ich nur denken, damit ich jetzt wirklich zu dir komme.
Und wo ich jetzt schon mal bei dir bin: So schlecht ist es gar nicht bei dir! Ein wenig unbequem und kalt und regnerisch... aber für die nächsten Minuten bleibe ich. Das steht jetzt mal fest.
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Mittwoch, 31. Oktober 2018
Ich funktioniere nur unter Druck gut. Kann mich mal jemand drücken?!
Funktionierst du gut unter Druck? Ich gehöre zu den Menschen, die besser funktionieren, wenn es druckfrei ist. Wenn ich tief durchatmen kann. Wenn ich genug Zeit zur Verfügung habe. Und wenn ich tiefenentspannt bin. Ich brauche keinen Druck, um meine Arbeit gut erledigen zu können.
Manche können scheinbar erst unter Druck richtig gut arbeiten. Ich vermute das so alte Muster aus der Erziehung. Wenn die Eltern ordentlich Dampf machen, dann kommt das Kind aus dem Quark.
Der Spruch auf der Postkarte kehrt da etwas wunderbar um. Druck mach eng. Druck schränkt ein. Druck macht eben Druck und Angst. Was hilft, wenn es drückt? In den Kontakt gehen! Sich mit jemanden verbinden. Einen Freund an der Seite spüren. Wieder durchatmen können. Wenn dich jemand drückt, dann will er ja nicht erdrücken oder Druck ausüben, sondern dich entlasten. Du bekommst eine Schulter, damit du etwas loswerden kannst.
Ich wünsche dir jemanden, der dich sieht, wenn du unter Druck stehst. Jemand, der dich bewusst entschleunigt. Dich wieder in den Kontakt mit dir selber bringt. Mit deinen Wünschen und Bedürfnissen. Magst du eine Umarmung? Gerne!
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Montag, 29. Oktober 2018
Es ist besser, das zu überschlafen was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast. (Igbo)
Bevor du eine Entscheidung triffst, von der Glück oder Unglück anderer Menschen abhängt, schlaf mal eine Nacht drüber. Nicht alles muss sofort entschieden werden. Bedenke alles, wiege es hin und her und dann lass es wieder los. Schiebe es in den kosmischen Brutkasten und belass es dort für eine Weile.
Wenn du zu schnell handelst und dabei Menschen verletzt oder kränkst, nur weil du es zu eilig hattest, musst du den Preis der schlaflosen Nächte zahlen.
Die Art deiner Nächte kann ein wichtiger Hinweis sein, wie gelassen du mit deinem Leben umgehst. Kannst du gut loslassen? Deine Gedanken, deine Pläne, dein möglicherweise schlechtes Gewissen?
Es ist besser, das zu überschlafen, was du zu tun beabsichtigst, als dich von dem wachhalten zu lassen, was du getan hast.
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Samstag, 27. Oktober 2018
Wenn dich das Leben tritt, nutze den Schwung!
Niemand
lässt sich gerne treten! Du möchtest nicht, dass jemand über dein Leben
bestimmt. Dich irgendwohin treibt, wo du nicht hin möchtest. Du
möchtest dein Leben selbst bestimmen. Und wo du stehst, da stehst du! Da
ist dein Platz!
So ist es. Du gestaltest deinen Alltag. Du verdienst Geld und kaufst dir etwas dafür. Du heiratest und richtest dir eine Wohnung ein. Du setzt Kinder in die Welt und siehst dich als einen Teil der Gesellschaft. Du gehörst dazu. Du hast dein Schicksal freiwillig so gewählt und bist damit zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. Da darf dich niemand so einfach treten und dich da verdrängen.
Leider ist das Leben manchmal anders. Du hörst von der Erkrankung der Nachbarin und bedauerst sie. Zugleich denkst du: "Gott sei Dank nicht ich!" Und schon einen Moment später bekommst du einen Tritt. Vielleicht keine Krankheit, aber ein kaputtes Auto und gleichzeitig fehlendem Kapital. Du bekommst einen Tritt und spürst das deutlich. Es tut weh! Du möchtest diese Tritte vermeiden und schaffst es manchmal nicht. Schließlich hast du nicht überall deine Augen. Vor allem nicht hinten. Die Schicksalsschläge kommen ja in der Regel nicht von vorne, sondern eher überraschend von hinten. Da machst du nichts mehr.
Wenn es nun einmal so ist, dass das Leben dich tritt, dann kannst du neben dem Negativen auch das Positive nehmen. Und was ist das Positive? Wenn du einen Tritt bekommst, wirst du mit Energie versorgt. Du bewegst dich. Nicht freiwillig! Aber du bewegst dich. Du kannst den Schwung nutzen, um dich vorwärts zu bewegen. Die fernöstlichen Kampfsportarten leben davon. Du nimmst fremde Energie auf und lenkst sie um. So kommst du nicht zu Schaden und gewinnst jeden Kampf. Allerdings finde ich es ganz gut, wenn die Tritte nicht zu häufig kommen und dass genügend Zeit bleibt, sich vom Schmerz zu erholen und den Vorwärtsdrall positive zu nutzen.
www.matthias-koenning.de
So ist es. Du gestaltest deinen Alltag. Du verdienst Geld und kaufst dir etwas dafür. Du heiratest und richtest dir eine Wohnung ein. Du setzt Kinder in die Welt und siehst dich als einen Teil der Gesellschaft. Du gehörst dazu. Du hast dein Schicksal freiwillig so gewählt und bist damit zufrieden, wenn nicht sogar glücklich. Da darf dich niemand so einfach treten und dich da verdrängen.
Leider ist das Leben manchmal anders. Du hörst von der Erkrankung der Nachbarin und bedauerst sie. Zugleich denkst du: "Gott sei Dank nicht ich!" Und schon einen Moment später bekommst du einen Tritt. Vielleicht keine Krankheit, aber ein kaputtes Auto und gleichzeitig fehlendem Kapital. Du bekommst einen Tritt und spürst das deutlich. Es tut weh! Du möchtest diese Tritte vermeiden und schaffst es manchmal nicht. Schließlich hast du nicht überall deine Augen. Vor allem nicht hinten. Die Schicksalsschläge kommen ja in der Regel nicht von vorne, sondern eher überraschend von hinten. Da machst du nichts mehr.
Wenn es nun einmal so ist, dass das Leben dich tritt, dann kannst du neben dem Negativen auch das Positive nehmen. Und was ist das Positive? Wenn du einen Tritt bekommst, wirst du mit Energie versorgt. Du bewegst dich. Nicht freiwillig! Aber du bewegst dich. Du kannst den Schwung nutzen, um dich vorwärts zu bewegen. Die fernöstlichen Kampfsportarten leben davon. Du nimmst fremde Energie auf und lenkst sie um. So kommst du nicht zu Schaden und gewinnst jeden Kampf. Allerdings finde ich es ganz gut, wenn die Tritte nicht zu häufig kommen und dass genügend Zeit bleibt, sich vom Schmerz zu erholen und den Vorwärtsdrall positive zu nutzen.
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Samstag, 13. Oktober 2018
Auch schwarze Schafe wollen kuscheln!
Es gibt Menschen, die signalisieren mir: "Ich bin für niemanden wichtig. Keiner wird mich vermissen, wenn ich nicht mehr da bin. Ich habe keinen richtigen Freund. In der Familie bin ich immer außen vor. Am Arbeitsplatz habe ich den Eindruck, dass die Kollegen mir aus dem Weg gehen."
So nach und nach entwickeln sie eine "schwarzes Schaf" - Identität. Sie empfinden sich so und werden auch von außen so betrachtet. Es ist müßig zu fragen, was war zuerst. Die Selbstwahrnehmung oder die Definition von außen. Nun, ein wenig schwarzes Schaf sind wir alle. Jeder gehört in einer Gruppe mal nicht so ganz dazu. Du weißt mal nichts zu dem Thema, das gerade läuft. Du fühlst dich im Moment nicht wohl. Dich plagen Sorgen, die du nicht teilen magst. Du hast gerade ein depressives Gefühl. Nicht alle Kollegen am Arbeitsplatz mögen dich immer und nicht alle Familienmitglieder lieben dich rund um die Uhr. Du magst ein noch so weißes Schaf sein - deine schwarzen Flecken sind dennoch vorhanden.
Es ist gut und entlastend, wenn du dich damit einverstanden erklärst. Du bist, wie du bist!
Zugleich kann es sein, dass du ein scharzes Schaf entdeckst. Solche schwarzen Schafe haben ja stets den Blick: "Niemand mag mich! Ich bin einfach nicht liebenswert!" Glaub diesem Blick nicht! Glaub nicht den Gesten und Worten! Ich habe einen Kartenspruch gelesen. Dort heißt es: "Auch schwarze Schafen sind zum Kuscheln!" So ist es! Die sogenannten schwarzen Schafe haben trotz des geringen Selbstwertgefühles eigentlich den Wunsch und die Sehnsucht danach, bekuschelt zu werden. Das ist leider nicht immer so leicht, wenn sie auch noch Stacheln besitzen und eher einem Igel gleichen als einem Schaf. Aber auch Igel wollen eigentlich bekuschelt werden. Sie wollen dich im ersten Moment abwehren nach dem Motto: "Ich brauche niemanden. So kann ich auch nicht enttäuscht werden!" Aber ganz tief in ihrem Herzen möchten sie auch ein paar Kuscheleinheiten. Bleib einfach dabei! Lass dich nicht sofort zurückweisen. Sei einfach verständnisvoll und was geht, geht. Was nicht geht - geht halt nicht. Und das ist auch in Ordnung!
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