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Montag, 8. Februar 2016

Du bist du und noch viel mehr! ... einfach ganz besonders.

Du bist wunderbar! Wie wunderbar!
Hat dir jemand mal gesagt, dass du wunderbar bist? Dein Kind, deine Eltern, dein Mann oder deine Frau, deine Freundin oder dein Freund? Also, du bist wunderbar! Du bist wirklich einfach ganz besonders. Du bist toll! Du bist außergewöhnlich! Du bist großartig!
Hältst du es noch aus oder hörst du auf zu lesen. Kommt bei dir jetzt ein "Ja"! "Ich bin wunderbar! Wie schön!" Oder kommt eher eine Reaktion wie: "Na ja, vielleicht manchmal! Eher aber nicht! Das ist doch übertrieben! Da kommen mir gleich meine Fehler und Einschränkungen in den Sinn. Das meinst du doch nicht wirklich. Außerdem kennst du mich ja gar nicht. Du weißt nicht, wer hier diesen Text liest. Wenn du mich wirklich kennen würdest. Wenn du wüsstest, wie schlecht gelaunt ich oft bin. Wenn du wüsstest, wie oft ich meine Freundinnen und Freunde vernachlässige! Wenn du wüsstest, wie oft ich eine Maske trage um meine Traurigkeit zu verbergen. Wenn du das wüsstest und noch viel mehr, dann könntest du das nicht mehr sagen."
Ein Teil in dir wünscht sich dennoch diese Bestätigung. Du bist wunderbar! Davon lebst du, Das richtet dich auf und macht dich ein paar Zentimeter größer. Und ein anderer Teil will es nicht hören. Kann es kaum aushalten. Ist es nicht gewöhnt. Im Alltag hörst du eher deine Defizite. Das hast du nicht richtig gemacht. Dies könntest du noch verbessern. Trotzdem: Du bist wunderbar!
In einem Seminar hatte eine Teilnehmerin eine Differenz mit dem Seminarleiter. Da kam ein Gefühl von Ärger hoch. Der Ärger bewirkte zunächst eine Trennung. "Der Seminarleiter ist blöd. Der ist ja sooo klug! Dieser Besserwisser! Ich fand ihn mal richtig gut und ich mochte ihn. Jetzt zeigt er aber sein wahres Gesicht. Er kann nichts anderes neben sich gelten lassen. Ist halt ein Sonnenkönig! Ein Superguru!" Daraufhin sprach der Seminarleiter diese Teilnehmerin an so ungefähr mit den Worten: "Da merke ich jetzt Ärger. Ich bin trotzdem mit dir in Verbindung. Spürst du das? Merkst du, dass ich bei dir bin und dich mag ganz unabhängig davon, ob da jetzt eine Meinungsdifferenz da ist oder ein Ärger! Spür einmal nach!" Da wachte die Teilnehmerin auf und ihr wurde klar, dass das Gefühl von Trennung nicht nötig ist. Sie konnte wieder in Verbindung gehen. Mir hat das sehr gefallen. Denn es hat einen Unterschied gemacht zu sonstigen Erfahrungen.
Wenn wir uns über jemanden ärgern gehen wir in der Regel in die Trennung. Wir wollen mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Wir wenden uns ab. Kannst du dir vorstellen, dass du zugleich den Ärger spürst, aber dich nicht trennst sondern in Verbindung bleibst? "Ich ärgere mich jetzt. Aber du wirst es nicht schaffen, dass ich mich von dir trenne. Ich kann immer noch das Wunderbare in dir wahrnehmen und freue mich, dass ich etwas davon bekomme!"
Also noch einmal. Du bist wunderbar! Trotz und jenseits aller Defizite und Mängel. Du bist einfach ganz besonders. Dafür musst du nichts tun! Gar nichts!
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Samstag, 6. Februar 2016

Vom Mond aus betrachtet spielt das Ganze gar keine so große Rolle

Vom Mond aus betrachtet existiere ich gar nicht.
Vom Mond aus betrachtet wirkt ein Flugzeug nicht einmal wie ein Papierflieger.
Vom Mond aus betrachtet kleben wir wie Steine fest am Boden.
Vom Mond aus betrachtet ist Europa ein Klebepunkt.

Wenn du in einer Krise steckst dann steig für einen Augenblick aus deinem Körper und beame dich auf den Mond. Was wird da aus deiner Krise? Dann steige in ein Raumschiff und fliege vom Mond auf die Erde zu. Immer näher hin zu deiner Krise. Ab wann wirst du die Krise wieder spüren und ab wann hat sie dich wieder, die Krise?
Setz dich auf einen Stuhl und stelle folgende Fragen:
"Wenn dich deine Urgroßmutter im Himmel jetzt sähe, was würde sie denken, fühlen und dir sagen oder wünschen angesichts deiner Krise?"
"Wenn der erste Mensch dieser Erde dich jetzt sähe, was würde er denken, fühlen und dir sagen oder wünschen in dieser Situation?"
Was würde ein Darmbakterium dir von deinem Leben erzählen? Was würde der Stuhl sagen auf dem du sitzt? Was erzählt der Pullover von deiner Haut und der Schuh von deinem Schweiß?
Wandere mit deiner Aufmerksamkeit hin zu all diesen Punkten und betrachte dein Leben aus unterschiedlichen Perspektiven. Was verändert sich bei dir, wenn du das machst?" Vom Mond aus betrachtet spielt manches keine so große Rolle als wie von innen drin.
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Freitag, 5. Februar 2016

Ich atme. Produktiver wird es heute nicht mehr.

Wenn ich atme ist das schon viel. Es ist quasi alles. Wenn ich mich erschrecke dann stockt mir der Atem. Für einen Augenblick höre ich auf und unterbreche das Leben. Ich muss den Augenblick nur lange genug hinauszögern, dann könnte aus dem Erschrecken der Tod kommen. Ich würde aufhören zu atmen und dann aufhören zu leben. Insofern ist atmen alles!
Was geschieht wenn ich atme? Ich versorge mein ganzes Körpersystem mit Sauerstoff. Da sind Milliarden von Zellen am Werk. Unglaublich viele Kreisläufe und Systeme sorgen hochkomplex dafür, dass ich lebe. Jahr für Jahr, Tag für Tag, Stunde für Stunde, Sekunde für Sekunde, Augenblick für Augenblick. Atmen ist hoch produktiv. Ich könnte mich hinsetzen und sagen: "Für den Rest des Lebens beschränke ich mich auf das Atmen." Wenn du das bewusst tätest mit voller Achtsamkeit und das für jeden Moment. Was glaubst du, würde dann geschehen? Du würdest also deinen Atmen in jedem Augenblick bewusst wahrnehmen. Meine Vermutung? Es würde dich zur Erleuchtung führen! Wie viele Atemzüge hast du einmal geschafft, bewusst wahrzunehmen. Schon nach wenigen Atemzügen schleicht sich bei mir in der Regel der erste Gedanke ein. Dann bin ich weg vom Wahrnehmen. Ich denke und lande in Gedankenschleifen.
Wenn ich wirklich einmal atmen täte und das über einen ziemlich langen Zeitraum und wenn ich das bewusst täte... das wäre so produktiv wie das Leben produktiver nicht sein könnte. Kennst du übrigens alle Atemräume in deinem Körper? Du wirst dich wundern wie viele es davon gibt!
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Dienstag, 2. Februar 2016

Einzelstück!


Immer wieder finde ich sie: Die Einzelstücke! Dieser Pullover ist ein Einzelstück. Er wurde nur einmal hergestellt. Diese Skulptur ist auch ein Einzelstück!
Auf Weihnachts- oder Handwerksmärkten finde ich Stände mit lauter Einzelstücken. Jeder Kuchen, den ich backe, ist ein Einzelstück. Einzelstücke heben sich aus der Masse des Gewöhnlichen hervor. Da steckt ein unglaublicher Reichtum drin! Eine kreative Idee. Sorgfalt. Zeit. Geduld. Kompetenz. Inspiration. Handwerkliches Geschick. Gedanken. Ideen. Schweiß. Ärger. Widrigkeiten. Freude. Liebe. Ganz viel von der Persönlichkeit des Schöpfenden.
Im Einzelstück offenbart sich der Schöpfer, die Schöpferin! Jedes Einzelstück ist ein Hinweis darauf, dass die Massenwaren uns noch nicht völlig überflutet haben. Jedes Einzelstück gibt ein Zeugnis von Einmaligkeit, Unverwechselbarkeit und Originalität.
Mehr noch als jeder Schrank, jede Skulptur, jeder Kuchen und jedes Bastelstück. Mehr noch als jedes Haus und jedes Kleidungsstück oder sonst von Menschen geschaffenes Objekt bist du ein Einzelstück. Du bist ein Einzelstück in hoher Potenz. In einer anderen Dimension. Nicht von Menschenhand gestrickt, aber dennoch mit Idee und unglaublicher Präzision. Du bist ein unglaubliches Einzelstück.
Wenn nicht schon Eines an meiner Seite wäre, das mein Leben ausfüllt, würde ich dich wählen. Weil auch du ein so kostbares Einzelstück bist. Für dich ließe ich alle meine "materiellen Einzelstücke" liegen und stehen. Sie kommen mir bedeutungslos vor, wenn ich dich anschaue. Du Einzelstück! Du geheimnisvolles Etwas! Du Unbegreifliches! Du Wunder! Du Wundervolles!
Und? empfindest du dich aus so? Oder liebst du deinen "einmaligen Strickpullover" mehr als dich selbst! Du und ich, wir sind beide unglaubliche Einzelstücke! Happy day!
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Montag, 1. Februar 2016

Wenn dich dein Leben nervt, streu Glitzer drauf.


Wenn eine frische Decke auf meinen Tisch kommt geb ich mir sehr viel Mühe, ja keinen Fleck zu produzieren. Und? Gelingt mir das? Schon bei der ersten Tasse Kaffee gibt es den ersten Fleck. Entweder schlabbert die Kanne beim Einschütten in die Tasse, die Tasse macht einen Ring, ich stoße an den Tisch... Zur Produktion von Flecken gibt es viele Möglichkeiten.
Dann kann ich doch nicht einfach so das Tischtuch wechseln. Es liegt dort doch noch fast ganz frisch. Manchmal hilft ein Platzdeckchen, eine Vase oder etwas anderes um den Fleck zuzudecken.
"Wenn dich dein Leben nervt, streue Glitzer drauf." Die Lösung heißt also: Die Flecken zudecken. Unsichtbar machen. Verstecken. Oder sogar verschönern! Leider weiß ich, dass unter dem "Glitzer" der Kaffeefleck bleibt. Da hilft nur die Waschmaschine! Weg damit!
Manchmal läuft das Leben nicht so, wie du es gerne hättest. Dich nervt ein Arbeitskollege! Du kriegst eine Aufgabe nicht so richtig hin. Du hast ein Problem und findest einfach keine Lösung. Hier eine Kleinigkeit, da eine Kleinigkeit. Dann kannst du Glitzer streuen, damit du das Elend nicht so ertragen musst. Dann hörst du den Spruch deiner Freunde: "Du redest dir dein Elend schön!"
Du kannst aber auch Glitzer über dein "Elend" streuen, damit es ein paar Farbtupfer bekommt. Da nervt dich zwar was, aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Es werden schon bessere Zeiten kommen. Du fängst schon mal mit dem Glitzer an. Du wechselst die Perspektive. Du vertraust darauf, dass bald schon wieder der Glitzer in dein Leben Einzug hält.
Ich war einmal eingeladen zu einem Essen. Der Gastgeber hatte eine weiße und gestärkte Tischdecke aufgelegt. Bevor ich denken konnte: "Vorsicht! Weiße Tischdecke! Nicht kleckern!" nahm der Gastgeber einen kleinen Löffel, tauchte ihn in die Bratensauce ein und beträufelte damit die schöne Decke. Wir schauten sprachlos zu mit offenen Mündern. Aber er schaute uns entspannt und freundlich an mit dem Kommentar: "Jetzt brauchen wir alle nicht mehr so aufpassen! Der erste Fleck ist schon mal da! Guten Appetit."
Wenn du dein kleines "Elend" oder dein "Genervt - Sein" wie selbstverständlich da sein lassen kannst, benötigst du keinen weiteren Glitter. Das Leben glänzt ja schließlich von ganz allein. Du musst nichts dazu tun.
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