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Mittwoch, 5. Mai 2021

Sag, wie sich die Liebe nährt? Sie gewährt. (Cervantes)


 

Gestern stand ich mit meinem Einkaufswagen in der Schlange vor dem Supermarkt und wartete darauf, hereingelassen zu werden. Während ich wartete dachte ich daran, dass es im Krieg wenig zu essen gab und dass viele Menschen hungern mussten. Kein Nachschub an Nahrung. Jetzt stand ich an und in mir tauchten Phantasien auf. Könnte das wieder passieren? Mein Supermarkt ohne Nachschub? Wie im Anfang der Corona Krise? Kein Mehl mehr da und keine Hefe? 

Der Körper braucht seine Nahrung, sonst stirbt er. In bestimmten Abständen braucht er seinen Teil. Ich kann mal ein paar Stunden warten oder ein paar Tage fasten. Ich habe gehört, dass es Menschen gibt, die von Lichtnahrung leben können, also von Biophotonen. Das ist nur eine andere Art der Versorgung.

Ich als Mensch, der liebe und geliebt wird, brauche auch Nahrung auf der emotionalen und psychischen Ebene. Sonst verhungert meine Seele. Wie kann ich ein Liebender bleiben? Wo finde ich den Supermarkt für Liebe? Cervantes meint, dass die Liebe sich nährt indem sie gewährt. Das gefällt mir. Ich muss nicht aktiv irgendwo etwas kaufen. Ich muss auch nicht betteln und hoffen, dass ich etwas bekomme. Gewähren heißt für mich zulassen, geschehen lassen, Raum geben, Freiräume schaffen. Wenn die Liebe da sein darf, reicht es ihr völlig aus zum Wachsen und sich nähren. Liebe kann sich vermehren ohne Anstrengung. Ohne künstliche Zugaben. Ich lasse einfach nur zu. "Darf ich dich berühren?"- "Oh ja, gerne!" "Magst du eine Umarmung?"-"Danke, das Geschenk nehme ich gerne an." 

Vielleicht ist eine gewährende Liebe besser als jede sonstige Aktion, die wir bislang geschaltet haben, um das Virus zu bekämpfen. Wo überall könnten wir gewähren lassen? Wie fühlt es sich an, wenn ich gewähre und dann kommen so kleine Angstimpulse und Sicherheitsbedürfnisse? Die Liebe wünscht sich und mag es sehr, wenn sie sich nähren darf. Ich wünsche dir reiche Quellen für deine Liebe!

www.matthias-koenning.de 

 

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