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Donnerstag, 8. April 2021

Die Pflicht ruft! Sag ihr, ich rufe zurück.

Die Pflicht kann manchmal ganz schön mächtig sein. Sie steht nicht leise im Hintergrund und winkt, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie steht in der ersten Reihe und ruft. Sie liebt solche Worte wie Verantwortung, Müssen, Anstrengung, Arbeit und Erschöpfung.
Die Pflicht liebt es, wenn man sofort reagiert und alles erledigt. Sie lebt nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Mit Vergnügen kann sie nichts anfangen. Sie sammelt so viel an Aufgaben an, dass für das Vergnügen nur wenig Zeit bleibt. Wenn das Vergnügen dran kommt, wartet sie schon im Hintergrund und scharrt mit den Füßen. "Jetzt ist es aber mal genug." Die Pflicht kann sich nicht vorstellen, hinten anzustehen. Das passt nicht zu ihrer Identität. Man stelle sich vor, dass jemand das Wort umdreht. "Erste Vergnügen sammeln um die Pflichten zu erfüllen." Die Pflicht sagt: Entweder/Oder und meint damit entweder Pflicht oder Pflicht.
Die Pflicht ruft! Sag ihr, ich rufe zurück. Neben Pflicht und Kür gibt es ein "Ich", das entscheiden kann. Jemand, der den Automatismus aufhebt und in Erinnerung ruft, dass es auch noch die Freiheit gibt. Ich kann, ich muss aber nicht. Auch wenn die Pflicht sich vorgedrängelt und den ersten Platz behauptet. Sie braucht ein starkes Gegenüber. Fordert es geradezu heraus. Ja, ich rufe zurück und ich entscheide wann. Im Augenblick bin ganz vergnüglich mit mir und möchte es bleiben. So lange, bis ich zurückrufe. Und wenn ich lange genug warte, dann hat die Pflicht mich vielleicht vergessen und spannte einen anderen vor ihren Karren.
matthias-koenning.de

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