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Freitag, 3. November 2017

„Schau der Furcht in die Augen und sie wird zwinkern“ (Russland)


Wenn ich Angst habe schaue ich weg. Das ist ein Relikt aus Kindertagen. Jemand steht hinter einer Ecke und kommt plötzlich hervor. Hebt die Hände hoch und schreit "Huh!" Was mache ich? Ich schaue weg! Mit dem Ziel der Flucht. Wohin kann ich flüchten wenn mich jemand erschreckt. Es geht ja um eine Bedrohung. Ich fühle mich bedroht und mein Leben ist gefährdet. Darum schnell weg.

Was passiert, wenn ich der Furcht in die Augen blicke? Dann habe ich nicht mehr den Drang, unmittelbar zu flüchten! Ich halte Stand. Für den ersten Augenblick! Und dann noch einen Augenblick länger. Und noch einen Moment. Dann fange ich an, richtig hinzuschauen. Ist ja nur der Bruder! Nur der Onkel! Nur die Schwester, die Freundin! Ich kann abwarten, bis mich der Blick vom Gegenüber nicht mehr fixiert. Ich kann auch starren, wenn ich angestarrt werde! Ich starre zurück! Wer zwinkert zuerst?
Schau der Furcht in die Augen und sie wird zwinkern. Wer zwinkert fängt an zu lächeln. Und zu lachen. War doch gar nicht schlimm! Wenn ich der Furcht in die Augen blicke dann habe ich eine Alternative zum Weglaufen. Wie oft laufe ich weg. Auch heute noch als Erwachsener. Ich mache es eleganter. Ich nenne es nicht mehr Furcht sondern: "Das brauche ich jetzt nicht!" - "Ist doch im Moment nicht so wichtig!" - "Ich habe noch eine Alternative!" - "Ich komme morgen wieder, da ist ja auch noch ein Tag!" Und? Wo läufst du fort von etwas? Wo könntest du dich hinwenden um eine Wende hinzubekommen? Weg von der Furcht und hin zum zwinkern? ;-)
www.matthias-koenning.de

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