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Donnerstag, 10. Dezember 2020

12. Impuls im Advent: Kinder sind Menschen wie alle, sie sind nur noch ungeschickt im Verbergen ihrer Gedanken. (Gabriel Laub)

Im Advent möchte ich mit dir meine Aufmerksamkeit richten auf das Ziel in Bethlehem. Ich möchte dem Kind begegnen und wahrnehmen, was dann geschieht. Die Hinweise dafür geben die "Kinder" auf der Straße, das "Kind" in dir, das "Kind" in mir und  "Kinderweisheiten" von Menschen in der ganzen Welt.

Als die ersten Menschen im Paradies von der verbotenen Frucht aßen versteckten sie sich. Sie dachten sich, dass man ihnen den Fehltritt im Gesicht ablesen könnte. Die Schuld stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Auch wir, so glaube ich, möchten gerne manchmal unsere Gedanken verbergen. Du denkst gerade nicht freundlich über deinen Nachbarn, deinen Ehemann, deine Arbeitskollegin oder deinen Arbeitgeber. Irgendetwas stört oder nervt dich. Oder du hast eine Aufgabe nicht ordentlich erfüllt und du weißt es. Du hast ein schlechtes Gewissen und hoffst, dass niemand dich sieht. Und wenn dich jemand sieht, dann glaubst du, dass man dir die "schlechten" Gedanken im Gesicht ablesen kann.
Du wirst möglicherweise rot und weichst den Blicken aus. Du fühlst dich unsicher.
Wann und wie erlernen wir das Verbergen unserer Gedanken? Gabriel Laub meint, dass Kinder wie alle Menschen sind. Sie sind nur ungeschickt im Verbergen ihrer Gedanken. Kindern kannst du es wirklich im Gesicht ablesen, wenn sie etwas angestellt haben. Sie können noch nicht so lange dem fragenden Blick standhalten. Sie weichen schneller aus oder werden stumm, wenn man sie fragt. Sie lernen im Laufe des Lebens dazu, vor allem von den Erwachsenen.
Sie sehen mit Staunen, wie die Eltern dreist lügen ohne mit der Wimper zu zucken. Und irgendwann schaffen sie es auch. Dabei wäre es doch schön, wenn wir alle unsere Gedanken nicht verbergen müssten. Wir würden stehen zu dem, was wir denken, was wir tun und wer wir sind. Irgendwann kommen die Dinge doch ans Licht. Auswirken werden sich die verborgenen Gedanken sowieso.
Wir Menschen tun uns schwer damit uns so anzunehmen wie wir sind. Nach außen möchten wir doch immer ein wenig besser erscheinen. Wir verkaufen nicht uns selbst sondern ein Bild von uns, weil wir unsere eigene Wirklichkeit für unzumutbar halten.
Was war wohl schlimmer für Gott: Dass die ersten Menschen von der verbotenen Frucht aßen oder dass sie sich vor ihm versteckten? Mein Impuls für heute: Beobachte einmal, wie häufig du deine Gedanken verbirgst. Was darf der andere nicht wissen? Wo könntest du mehr offenbaren von dem, was in dir ist?
www.matthias-koenning.de

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